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Thursday, October 6, 2022

Die EU macht USB-C obligatorisch

Das EU-Parlament hat für eine neue EU-Richtlinie gestimmt, laut der elektronische Mobilgeräte in den EU-Ländern künftig mit einem USB-C-Anschluss ausgeliefert werden müssen. Das neue Gesetz ist Teil der umfassenderen Bemühungen der EU, Elektroschrott zu reduzieren.

USB-C wird in Europa zum Standard für alle.
Bild Wikimedia Commons

Die Regelung gilt nicht nur für Smartphones, sondern auch für eine ganze Reihe anderer Geräte. Unabhängig vom Hersteller müssen neuen Mobiltelefone, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, tragbare Videospielkonsolen und Lautsprecher, E-Reader, Tastaturen, Mäuse, tragbare Navigationssysteme und Laptops, die über ein Kabel wiederaufladbar sind und mit einer Leistung von bis zu 100 Watt arbeiten, mit einem USB-Typ-C-Anschluss ausgestattet sein.

Das Hauptziel des Gesetzes ist die Verringerung des Elektroschrotts, da viele User Ladegeräte und Kabel wegwerfen, wenn sie ein neues Telefon kaufen. Doch wird dieses Ziel auch erreicht werden? Zitat aus Spiegel Online:

«Über die EU-Pläne ärgert sich unter anderem der Branchenverband Bitkom. Laut seinem Geschäftsführer Bernhard Rohleder hilft die USB-C-Pflicht kaum dabei, Elektroschrott zu vermeiden, da es mit USB-C, Micro-USB und Lightning bei den Ladebuchsen ohnehin bereits nur noch drei Standards gebe. »EU-Parlament und EU-Staaten hinken der technischen Entwicklung damit Jahre hinterher«, sagte Rohleder im Juni. Seiner Ansicht nach bremsen die Pläne sogar Innovationen, da sich neue Ladetechnologien wie der kabellose Qi-Standard durchgesetzt hätten, während sich das Parlament noch mit Kabeln beschäftigt.»

Keine Freude an der neuen Regelung dürfte auch Apple haben, das mit Kabelanschlüssen lange einen Extrazug fuhr. Doch das hat sich, zumindest teilweise, geändert:

«Obwohl das Gesetz Apple effektiv dazu zwingen wird, die iPhone-Anschlüsse bis zum iPhone 16 von Lightning auf USB-C umzustellen, scheint es wahrscheinlich, dass das Unternehmen den Wechsel ohnehin schon vollzogen hätte. Apple begann mit der Einführung von USB-C für Macs im Jahr 2015 mit dem 12-Zoll-MacBook. Mit dem MacBook Pro aus dem Jahr 2016 wurde der Wechsel vollzogen, bevor das Unternehmen im letzten Jahr einen kleinen Rückzieher machte und MagSafe-, HDMI- und SD-Kartensteckplätze wieder einführte. Das iPad wechselte 2018 mit den 11-Zoll- und 12,9-Zoll-iPad-Pro-Modellen von Lightning auf USB-C. Damit blieb das iPhone als einziges Apple-Kernprodukt mit einem Lightning-Anschluss übrig. Da das iPhone nach der Umstellung von Mac und iPad auf USB-C jahrelang den älteren Anschluss beibehielt, vermuteten einige, dass es dies bis zum ersten portlosen Modell beibehalten würde. Ming-Chi Kuo berichtete jedoch Anfang des Jahres, dass Apple mit dem iPhone 15 auf USB-C umsteigen würde. Eine Verbesserung der USB4-Spezifikation, die erst letzten Monat angekündigt wurde, bietet einen weiteren Anreiz für den Wechsel und ermöglicht Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 80 GB/s.» (9to5mac.com)

Thursday, August 18, 2022

Arbeitgeber finden Homeoffice nicht mehr so toll

Nicht nur bei Apple, dem trendigen amerikanischen IT-Unternehmen, das bei vielen Entwicklungen den Ton angibt, versucht die Geschäftsleitung seit einigen Monaten, die Homeoffice-Kultur einzudämmen. Auch viele Schweizer KMU haben nach dem Abklingen der Corona-Pandemie Mühe damit, die Mitarbeiter weiterhin von zuhause aus arbeiten zu lassen.

Das Office zuhause: Bei den Mitarbeitern
beliebter als bei den Chefs.    Bild Pixabay
 Im Fall von Apple haben sich einige Mitarbeiter mit Händen und Füssen dagegen gesperrt, sich auf ein sogenanntes Hybrid-Arbeitsmodell einzulassen – jetzt wurde es von der Geschäftsleitung angeordnet:
 «Tim Cook, der Vorstandsvorsitzende von Apple, informierte die Mitarbeiter diese Woche per E-Mail über die neue Regelung. "Die Teams, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, werden an drei Tagen in der Woche ins Büro kommen, wobei Dienstag und Donnerstag unternehmensweit als feste Tage gelten." Cook betonte, dass dieser Schritt "die Fähigkeit, flexibel zu arbeiten, verbessern und gleichzeitig die persönliche Zusammenarbeit, die für unsere Kultur so wichtig ist, bewahren wird". (The Telegraph)

Im Fall der Schweizer KMU hat eine Studie interessierter Organisationen ergeben, dass bei den Arbeitgebern «eine gewisse Homeoffice-Müdigkeit» Einzug gehalten habe:

«Sie können oder wollen Homeoffice im Mix ihrer Arbeitswelt-Konzepte nicht (mehr) aktiv anbieten. Während Mitte 2020 bei 67 Prozent und Mitte 2021 bei 65 Prozent der befragten KMU alle oder ein Teil der Mitarbeitenden theoretisch von zuhause aus hätten arbeiten können, waren es Anfang 2022 nur noch 61 Prozent. Die Anzahl an homeoffice-tauglichen Stellen sinkt in diesen KMU von durchschnittlich 3.8 in 2020 auf 3.4 in 2021 und 2.9 im Jahr 2022.»

Es könnte sein, dass sich die Einschätzung der Eignung der Arbeitsstellen fürs Homeoffice geändert hat oder die Erfahrungen zeigen, dass die Arbeitsausführung vor Ort optimaler ist – oder dass zumindest davon ausgegangen wird, schreiben die Studienautoren.

Es ist klar, dass viele Mitarbeiter, die sich ans Homeoffice gewöhnt haben, diesen Trend nicht schätzen werden. Es sieht aber im Moment so aus, als ob die Rückkehr in die Firmenbüros im Trend liegt.

Friday, April 22, 2022

Gemeinsames Ladegerät: EU-Parlamentarier einigen sich

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wollen endlich ein gemeinsames Ladegerät für tragbare elektronische Geräte einführen, um Elektroschrott zu reduzieren und die Nutzung verschiedener Mobiltelefone, Tablets und Digitalkameras zu erleichtern. Das hat jetzt auch der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz klargemacht.

Die Vorschriften für einheitliche Ladebuchsen werden dafür sorgen, dass die Verbraucher nicht mehr bei jedem Kauf eines neuen Geräts ein neues Ladegerät und Kabel benötigen, sondern ein einziges Ladegerät für alle ihre kleinen und mittelgrossen elektronischen Geräte verwenden können. Mobiltelefone, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer und Headsets, tragbare Videospielkonsolen und tragbare Lautsprecher, die über ein Kabel aufgeladen werden können, müssten mit einem USB-Typ-C-Anschluss ausgestattet sein, unabhängig vom Hersteller. Ausnahmen würden nur für Geräte gelten, die zu klein sind, um einen USB-Typ-C-Anschluss zu haben, wie Smartwatches, Gesundheits-Tracker und einige Sportgeräte.

Standard statt beinahe unendliche Vielfalt: Bald kommt das einheitliche Ladegerät.
Screengrab Google 
Die Abgeordneten fordern ausserdem klare Informationen und eine eindeutige Kennzeichnung auf neuen Geräten über Auflademöglichkeiten und darüber, ob ein Produkt ein Ladegerät enthält. Dies würde dazu beitragen, Verwirrung zu vermeiden und den Verbrauchern, die oft mehrere Geräte besitzen und nicht immer zusätzliche Ladegeräte benötigen, die Kaufentscheidung zu erleichtern.

Angesichts der zunehmenden Nutzung des kabellosen Ladens fordern die Abgeordneten, dass die Europäische Kommission bis Ende 2026 eine Strategie vorlegt, die ein Mindestmass
an Interoperabilität neue Ladelösungen vorsieht. 
Bis denn alle Handys und ähnlichen Geräte das gleiche Ladegrät nutzen können, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Erst wenn das ganze Parlament den Entwurf der Verhandlungsposition auf der Plenarsitzung im Mai gebilligt hat, werden die Abgeordneten bereit sein, Gespräche mit den EU-Regierungen über die endgültige Form der Gesetzgebung aufzunehmen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten seien sich schon recht nahe, was die neuen Regeln betreffe, schreibt der Spiegel:

«Beide Seiten wollen etwa, dass USB-C einheitlich für Mobiltelefone, Tablets, Laptops, Kopfhörer und Digitalkameras verwendet wird. Faktisch ist USB-C bereits der Standardanschluss dieser Geräte. Apple allerdings setzt in den iPhones und bei den günstigsten iPads weiterhin auf den selbst entwickelten Lightning-Anschluss. Mac-Computer und die übrigen iPads hingegen verfügen bereits über USB-C-Anschlüsse. Das Unternehmen betrachtet eine Pflicht zu einheitlichen Ladebuchsen als innovationshemmend.»

Friday, July 16, 2021

Smartphones: Chinas Xiaomi schlägt Apple

Chinesische Marken ringen heute mit sehr populären Produkten sehr erfolgreich um Marktanteile im Smartphone-Markt.  Nun hat Xiaomi sogar Apple vom zweiten Platz verdrängt.

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Auf dem ersten Platz, vorerst noch unangefochten, steht mit 19 Prozent Marktanteil immer noch Samsung mit seinem Lineup an technisch hochstehenden Smartphones, die in Europa im Allgemeinen und in der Schweiz im Besonderen längst auf viele loyale User  zählen können. Gemäss dem Marktforschungsinstitut Canalys hat jetzt aber der chinesische Hersteller Xiaomi den iPhone-Konzern Apple vom zweiten Platz verdrängt, was die Marktanteile betrifft. Xiaomi sei vor allem dank einer hohen Nachfrage in Lateinamerika und Afrika auf einen Marktanteil von 17 Prozent gekommen, was einem weltweiten Plus von drei Prozent zum Vorquartal entspreche. Apple erreichte nur noch einen Marktanteil von 14 Prozent. Xiaomi bietet eine grosse Auswahl verschiedener Geräte in allen Preisklassen und erhält von der Fachpresse gute Kritiken. So schreibt zum Beispiel die das britische-amerikanische Magazin techradar.com:

“Die Firma mag ein relativer Neuling auf dem Gebiet sein, aber Xiaomi Telefone haben oft beeindruckende Spezifikationen und Funktionen, mit niedrigeren Preisen als man erwarten würde. Wer auf der Suche nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist, für den ist Xiaomi eine gute Wahl – auch im Vergleich zu Geräten von Apple, Samsung und Huawei.“

Oppo und Vivo, zwei weitere Chinesische Hersteller, stehen auf dem vierten und fünften Platz der weltweiten Marktanteil-Rangliste.

Tuesday, July 6, 2021

Büroarbeit? Zuhause ist's doch einfach schöner...

Auch Arbeitgeber, die für ihr progressives Umfeld und ihre modernen Arbeitsplätze bekannt sind, scheinen Probleme zu haben, Mitarbeiter vom schönen Homeoffice zurück ins Büro zu holen. 

Apples Hauptsitz in Kalifornien - aber zuhause ist es scheinbar noch schöner.     
                                                                                                           Bild piqsels.com
Ein Beispiel dafür ist Apple. Da streitet man sich gemäss Medienberichten mit den Angestellten über die Rückkehr ins Büro. Eigentlich hatte Apple klare Regeln herausgegeben: Die Mitarbeiter sollten mindestens drei Tage pro Woche am Firmenarbeitsplatz erscheinen. In einem Memo an die Angestellten liess Apple verlauten, dass man davon ausgehe, dass Mitarbeiter besser arbeiten, wenn sie im Büro sind. In einer Videobotschaft an die Apple-Belegschaft sagte Deirdre O'Brien, Apples Senior Vice President of Retail and People:

"Wir glauben, dass die persönliche Zusammenarbeit wesentlich für unsere Kultur und unsere Zukunft ist. Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, um über unsere unglaublichen Produkteinführungen im vergangenen Jahr nachzudenken, dann wurden die Produkte und die Durchführung der Einführung auf der Grundlage jahrelanger Arbeit aufgebaut, die wir geleistet haben, als wir noch alle persönlich zusammen waren."

Von den Apple-Mitarbeitern wird deshalb erwartet, dass sie ab September montags, dienstags und donnerstags im Büro arbeiten. Zahlreiche Mitarbeiter werden während der ganzen Woche im Büro erwartet. Das hat Widerstand geweckt; einige Mitarbeiter behaupten sogar, sie würden durch diese Politik gezwungen, ihre Mitarbeit zu kündigen - und eine aktuelle Umfrage unter den Mitarbeitern ergab, dass ganze 90 Prozent die Freiheit möchten, nur dann im Büro zu erscheinen, wenn sie das so möchten.
Apple ist nicht der einzige Tech-Konzern, wo die Führung es plötzlich nicht mehr so toll findet, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit von zuhause aus erledigen.  Auch Google und Amazon versuchen, das Personal wieder in die Firmenbüros zurück zu holen. Google hatte versucht, die Mitarbeiter zu zwingen, an drei Tagen pro Woche ins Büro zurückzukehren, gab aber später bekannt, dass 20 Prozent dauerhaft von zu Hause aus arbeiten könnten und 20 Prozent an neuen Bürostandorten. Bei Amazon erwartete man eine Rückkehr zur "bürozentrierten" Arbeit, erlaubte dann aber den Mitarbeitern die Option, zwei Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten.

Saturday, June 26, 2021

Microsoft ist mehr als 2'000'000'000'000 Dollar wert

Cloud Computing ist ein enorm schnell wachsendes und auch rentables Geschäft – und Microsoft ist ganz vorne mit dabei, mit der Azure Cloud. Das hat sich für das Unternehmen und die Aktionäre gelohnt: Microsoft ist seit letzter Woche das zweite US-Unternehmen, das mehr als 2 Billionen Dollar wert ist. Damit hat das Unternehmen Amazon im Rennen um die Börsenkapitalisierung geschlagen und ist jetzt das zweite Mitglied in einem Club, der bisher nur Apple als Mitglied hatte.

Azure, der Cloud-Service von Microsoft: Die Cloud hilft Microsoft beim
Wachstum.                                                     Screengrab Microsoft Azure
2 Billionen sind 2000 Milliarden – eine Zahl mit 12 Nullen also. Analysten führen den steigenden Wert von Microsoft darauf zurück, dass die von der Corona-Pandemie ausgelösten Änderungen im Geschäftsleben, dem Unternehmen grossen Nutzen bringen. Hybride Arbeitsplätze und Homeoffice funktionieren nur mit der Cloud – und da ist Microsoft marktführend.  Auch wenn jetzt viele Angestellte ins Geschäft zurückkehren, darf Microsoft Chef Satya Nadella wohl mit einer anhaltend erhöhten Nachfrage nach seinen Software-Suiten Office 365 und Teams und auch für die Azure Cloud rechnen.Auch Amazon ist mit AWS (Amazon Web Services) im Cloud-Geschäft und profitierte dort, aber natürlich vor allem im Versandhandel, massiv von Corona. Das hilft beim Umsatzwachstum und wird dazu führen, dass das Unternehmen auch bald einen Marktwert von zwei Billionen US-Dollar erreichen wird.
Apple erreichte die 2 Billionen Dollar erstmals am 20. August 2020. Es war die steigende Nachfrage nach Smartphones, die Apples Wert von einer Billion am 2. August 2018 auf 2 Billionen Dollar in 749 Tagen möglich machte.
Bei Microsoft ging es ein paar Tage länger: Es dauerte nur 786 Tage, um von 1 Billion Dollar am 30. April 2019 auf 2 Billionen Dollar am 24. Juni 2021 zu wachsen. Microsoft erreichte die 2-Billionen-Marke nur 308 Kalendertage nach Apple?

Wenn die Prognosen der Experten richtig sind, wird Amazon die 2-Billionen-Marke in weniger als 360 Tagen erreichen. Amazon war am 5. Februar 2020 zum ersten Mal mehr als 1 Billion Dollar wert.


Saturday, October 17, 2020

Apple und das iPhone 12 werden 5G vorantreiben

Obwohl die Schweiz eines der am besten mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G abgedeckten Länder ist, hat die Technologie hierzulande mit vielen Ängsten und Ablehnung zu kämpfen. Nun hat Apple das erste iPhone mit 5G-Technologie auf den Markt gebracht. Die Branche hofft, dass 5G im Apple-Smartphone die Akzeptanz und die Verbreitung des neuen Standards beschleunigt. Apple ist schliesslich so etwas wie ein Opinion-Leader im Smartphone-Markt. Was Apple tut, kommt an und ist cool – nicht umsonst ist das iPhone ein Statussymbol; das wird auch für das iPhone 12 gelten.

Das iPhone 12 von Apple ist 5G tauglich.          Bild Apple

Apple ist natürlich bei weitem nicht der einzige Hersteller, der ein Smartphone mit 5G-Technologie im Angebot hat. Bei Android gehört 5G schon zum Angebot, zumindest in der Oberklasse. Aber Apple ist eine Kategorie für sich: Es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen eine neue Technologie einfach nutzbar und damit populär macht. Das fängt schon bei der Berichterstattung über das neue iPhone 12 an: Weltweit erschienen nach der Vorstellung des Geräts, das für sich in Anspruch nimmt, das kleinste, dünnste und leichteste 5G-Smartphone zu sein, hunderttausende von Medienberichte, die das Gerät in den meisten Fällen begeistert beschreiben. Apples Marketingstrategie funktioniert also immer noch hervorragend: Produktevorstellungen werden als Events inszeniert, die von den Medien begeistert verfolgt werden – die dann Gratiswerbung in Millionenhöhe produzieren – diesmal auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Den 5G-Gegnern wird dieser Effekt das Leben nicht leichter machen:

“ Indem Apple den schnellen Mobilfunk einbaut, wird das Unternehmen binnen kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Player in diesem Bereich werden. Schließlich ist das Unternehmen mit knapp 60 Prozent Marktanteil in den USA mit weitem Abstand Marktführer, weltweit immerhin der drittgrößte Smartphone-Hersteller. In Kombination mit der Anbindung von iPhones via 5G an Apples Streamingdienste Apple TV+ und Apple Music, an den Game-Service Apple Arcade und an den Datenspeicherdienst iCloud könnte so relativ schnell die Nachfrage nach 5G-Angeboten steigen.Das Henne-Ei-Problem der neuen Netze würde sich damit fast von selbst erledigen, denn wo eine Nachfrage ist, gibt es in der Regel auch bald ein Angebot. Mit etwas Glück könnten die neuen iPhones also letztlich die Killer-Anwendung werden, die dem 5G-Ausbau den nötigen Kick gibt, damit er endlich spürbare Formen annimmt.“ (Spiegel Online)

Natürlich wird der Widerstand gegen 5G nicht einfach verschwinden, nur weil 5G im neusten iPhone eingesetzt wird. Aber eine Deloitte-Studie zeigt, dass das Unbehagen bei weitem nicht überall gleich gross ist: Ist Österreich fürchten 36 Prozent gesundheitliche Schäden, in Deutschland nur 20 Prozent, in Grossbrittannien 14 und in China gerade noch 13 Prozent. In der Schweiz haben die Gegner, die gemäss einer Umfrage anfangs dieses Jahres knapp 45 Prozent ausmachten, starke politische Verbündete:

“Eine starke Minderheit aus SP-, CVP- und FDP-Politikern wollte in der Kommission nichts von einer Anhebung der Strahlengrenzwerte wissen. Denn bis heute ist nicht abschliessend geklärt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mobilfunkstrahlung auf den menschlichen Körper hat. Als das Parlament vor etwas mehr als einem Jahr zum letzten Mal über eine Anhebung der Grenzwerte debattierte, überwogen die Bedenken – der Vorschlag wurde abgeschmettert…“ (watson)

 

Tuesday, January 14, 2020

Windows-Updates fördern den PC-Markt

Nach sieben mageren Jahren, während deren der PC-Markt weltweit schrumpfte, scheinen jetzt wieder bessere Zeiten anzubrechen. Der weltweite Markt für PCs, einschliesslich Desktops, Notebooks und Workstations, schloss das Jahr 2019 mit einem beeindruckenden Wachstum von 4,8 Prozent ab. Das berichtet International DataCorporation (IDC). Dabei spielte Microsoft eine wichtige Rolle.


Insgesamt stiegen die weltweiten Auslieferungen im Jahr 2019 um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das macht 2019 zum ersten vollen Jahr mit PC-Wachstum seit dem Jahr 2011. "Das vergangene Jahr war ein wildes Jahr in der PC-Welt, was zu einem beeindruckenden Marktwachstum führte“, sagt Ryan Reithvon IDC. "Der Markt wird auch 2020 mit Herausforderungen zu kämpfen haben, aber dieses Jahr war ein klares Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach PCs trotz des Trends zu neuen Formfaktoren und der Nachfrage nach mobilen Computern immer noch vorhanden ist.“
Gemäss IDC hat die Einstellung der Unterstützung für Windows 7 viel zu diesem Aufschwung beigetragen. Das habe besonders den grössten drei Herstellern Lenovo, HP und Dell dabei geholfen, ihre Position auf dem Markt weiter zu festigen. Die drei Grössten besitzen einen gemeinsamen Anteil von etwas mehr als 65 Prozent des Marktes - im Jahr 2018 waren es noch 63 Prozent.

Lenovo behielt die Spitzenposition und konnte im Vergleich zu 2018 weitere Marktanteile gewinnen. Das Unternehmen schloss das Jahr mit einem Marktanteil von 24,3 Prozent ab.
HP steigerte den PC-Verkauf 2019 um 4,8 Prozent mit einem starken Wachstum von 6,9 Prozent im vierten Quartal. HP konnte seinen Marktanteil auf 23,6 Prozent steigern - von 23,1 Prozent im Jahr 2018. Dell behielt auch 2019 die dritte Position im PC-Markt und konnte seinen Marktanteil gegenüber 2018 um 0,5 Punkte auf 17,5 Prozent weltweit ausbauen. Dell verbuchte im letzten Quartal ein eigenes Rekordhoch bei den Auslieferungen und führte die Top-OEMs mit einem Wachstum von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Das Wachstum kam hauptsächlich dank eines robusten US-Markts.
Das Verkaufsvolumen der Macs von Apple ging im vierten Quartal mit 4,7 Millionen ausgelieferten Einheiten zurück, was einem Rückgang von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch im Gesamtjahr 2019 ging das Auslieferungsvolumen um 2,2 Prozent zurück. Die anhaltende Dynamik von Apple im Bereich iPad und iPhone hat die Herausforderungen bei den Mac-PCs jedoch mehr als ausgeglichen.


Saturday, November 9, 2019

Apple und Disney nehmen es mit Netflix auf

Vorbei sind die Zeiten, als Netflix das Streaming-Geschäft noch unangefochten beherrschte. Immer mehr Unternehmen möchten es dem Unterhaltungsgiganten gleich tun, und mit der Unterhaltung der Bevölkerung über das Internet viel Geld verdienen. Aktuell sind das Apple und Disney. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob da mit gleich langen Spiessen gestreamt wird.

Apple ist bereits am Streamen, Disney folgt diese Woche.  Screengrab Apple+
Unangefochten ist Netflix, wie gesagt, schon lange nicht mehr. Aber beherrschen tut das Unternehmen den Streaming-Markt immer noch. Netflix hat weltweit mehr als 150 Millionen Abonnenten und machte damit im letzten Jahr rund 16 Milliarden US-Dollar Umsatz und 1,2 Milliarden Gewinn. Einen grossen Teil des Erfolgs des Streaming-Unternehmens ist auf seine zahlreichen Eigenproduktionen zurückzuführen - diese Kosten das Unternehmen viel Geld. Aber die Kunden schätzen es: Netflix-Abonnenten verbringen jeden Tag rund 140 Millionen Stunden vor dem Bildschirm, um Netflix-Inhalte anzuschauen.  Was das Internet betrifft, nimmt Netflix 15 Prozent der gesamten globalen Downstream-Bandbreite ein. Am Abend, während der Spitzenzeiten, steigt die Netflixnutzung noch an - bis zu 40 Prozent. Die Zahlen sind beeindruckend. Aber muss Netflix seine neuen Konkurrenten fürchten? Was Apple betrifft, wohl eher nicht. AppleTV+: “Enttäuschendes Debut“ titelt zum Beispiel die NZZ über den neuen Service des iPhone-Konzerns, der seit anfangs November in etwa 100 Ländern auf dem Globus erhältlich ist:
“Angeschaut werden können auf Apple TV+ derzeit nur gerade sieben Serien – drei davon nicht einmal vollständig, sondern mit nur je drei Folgen. Es handelt sich ausschliesslich um Eigenproduktionen, lizenzierte Titel werden nicht angeboten. Für die nötige Zugkraft der Serien sollen Hollywood-Grössen wie etwa Jennifer Aniston und Reese Witherspoon sorgen, die Apple in «The Morning Show» aufeinandertreffen lässt. «Snoopy im All» soll Kinder begeistern. Wer lieber Dokumentarfilme schaut, muss sich mit einem einzigen Titel («Die Elefantenmutter») begnügen. Daneben kommt in den USA noch die beliebte Talkmasterin Oprah Winfrey zu Wort – bis jetzt nur in der «ersten» Folge der Show-Reihe «Oprah’s Book Club». Das Angebot ist sehr überschaubar. Und es ist gewagt, wenn Apples Senior Vice President of Internet Software and Services, Eddy Cue, in einer Medienmitteilung das Angebot als «umfassende Auswahl an beeindruckenden Serien und Filmen» anpreist. Bei der Konkurrenz stehen schliesslich unzählige Serien und Filme in den Online-Kanälen – neben Eigenproduktionen auch Titel grosser Filmstudios. Allein Netflix hat über tausend Serien im Angebot…“
Kein grossartiger Start also, für Apple. Disney wird mit der grösseren Kelle anrichten, wenn es am 12. November in den USA und Kanada den Streaming Service Disney+ startet. (in der Schweiz werden die Fans noch etwas länger warten müssen. Wie lange ist noch nicht klar.) Gemäss Medienberichten wird erwartet, dass Disney+ anfänglich etwa 300 Filme und 7500 Serien-Episoden anbieten wird. Bei mehr als 100 Filmen handle es sich um Neuerscheinungen. Mindestens 25 Serien und 10 Filme seien eigens für Disney+ produzierte Inhalte. Das Angebot von Disney+ soll stets mit neuen Titeln angereichert werden. Disney wolle, so cnet.com, schon bald 50 Serien und zehn neue Filme pro Jahr produzieren.
Es wird uns also an unseren verschiedenen Screens in Zukunft nicht langweilig werden. Das Gleiche gilt für die Chefetagen der Streaming-Provider. Für diese Manager dürften die kommenden Jahre so richtig interessant werden!

Thursday, September 26, 2019

Smartphones: nicht mehr wie heisse Weggli, aber immer noch gut

Smartphones verkaufen sich nicht mehr so gut wie früher; die Verbraucher lassen sich von technischen Verbesserungen nur noch schwer beeinflussen. Der weltweite Absatz von Smartphones an Endverbraucher ging auch im zweiten Quartal 2019 um fast zwei Prozent zurück. 368 Millionen Geräte wurden gemäss Gartner Inc. verkauft. Der Markt ist also offensichtlich nicht mehr so vital wie in den vergangenen Jahren, aber die Verkaufszahlen sind immer noch beeindruckend.

Grosse Hersteller hätten Premium-Features wie mehrlinsige Front-/Rückkameras, lünettenlose Displays und grosse Batterien von ihren Flaggschiff-Smartphones in preiswertere Modelle gebracht, heisst es bei Gartner - alles, um die User dazu zu bewegen, ein neues Smartphone zu kaufen. Das funktioniert recht gut, aber nicht für alle Hersteller: Unter den fünf weltweit führenden Smartphone-Herstellern verzeichneten Huawei und Samsung im zweiten Quartal 2019 mit 16,5 Prozent und 3,8 Prozent die stärksten jährlichen Umsatzsteigerungen. Deshalb vergrösserten beide ihren Marktanteil, was dazu führte, dass sie mehr als ein Drittel des weltweiten Gesamtumsatzes mit Smartphones ausmachen.
Die Ankündigung des Huawei-Verbotes führte allerdings zu einem starken Rückgang der Smartphone-Umsätze von Huawei auf dem Weltmarkt. Während der Gesamtumsatz mit Smartphones weltweit schwächer war, verhalf viel Werbung und Markenpositionierung Huawei im vierten Quartal zu Rekordverkäufen von Smartphones in Greater China mit beeindruckenden plus 31 Prozent.
Samsung verkaufte im zweiten Quartal 2019 über 75 Millionen Smartphones und steigerte seinen Anteil im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Die starke Nachfrage nach den neuen Smartphones der Galaxy A-Serie von Samsung und die Überarbeitung der gesamten Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphone hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, sagt Gartner.
Apples Anteile schrumpfen hingegen weiter: Die Verkäufe von iPhones gingen im Jahresvergleich weiter zurück, wenn auch mit einer geringeren Rate als im ersten Quartal. Apple verkaufte im zweiten Quartal etwas mehr als 38 Millionen iPhones, ein Rückgang von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu wenige zusätzliche Vorteile hindern bestehende iPhone-Nutzer daran, ihre Smartphones zu ersetzen.
Die NZZ sieht im Angebot an faltbaren Smartphones ein Ausdruck dieses sich konsolidierenden Marktes:
“Um die Konsumenten dazu zu bewegen, sich ein neues Smartphone zuzulegen, genügt eine Kamera mit noch mehr Megapixeln und etwas mehr Speicherplatz nicht aus. Gefragt ist eine stärkere Differenzierung. Und genau diese Überlegung dürfte hinter der Renaissance des Klapp-Handys stecken.
Anfang des Jahres sorgte Samsung mit dem «Galaxy Fold» für Aufsehen, das sich dank dem faltbaren Display zu einem Tablet aufklappen lässt. Fast zeitgleich hat auch Huawei ein Falt-Handy angekündigt. Das «Mate X» hat in zusammengefalteten Zustand einen Bildschirm auf der Vorder- sowie auf der Rückseite und wird nach aussen aufgeklappt…“
Gartner Analysten gehen davon aus, dass der weltweite Verkauf von Smartphones an Endverbraucher im Jahr 2019 insgesamt noch 1,5 Milliarden Einheiten erreichen wird.
Immerhin!

Tuesday, May 14, 2019

Smartphones: Huawei überholt Apple und verspricht, nicht zu spionieren

China mag mit seiner globalen Handels- und Machtpolitik eine Bedrohung für andere Nationen darstellen - die Konsumenten scheint es nicht zu kümmern. Huawei Technologies Co., jener chinesische Konzern, der vielerorts verdächtigt wird, mit seiner Technologie Spionage zu betreiben (und dies vehement bestreitet), ist jetzt im Smartphone-Sektor grösser als Apple geworden und steht damit auf dem zweiten Rang hinter Samsung.

                                                                                                         Quelle: IDC
Huwai, der Netzwerkriese, sei im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um volle 50 Prozent gewachsen, schätzt Marktforscher IDC. Huawai ist die einzige Marke unter den grossen vier Smartphone-Herstellern, der es gelungen ist, das Verkaufsvolumen zu steigern, obwohl der Gesamtmarkt seit anderthalb Jahren  schrumpft. Huawei ist Apple und Samsung mit einem zunehmend hochwertigen Geräteportfolio auf den Fersen, insbesondere im Heimatmarkt China.
Tatsächlich steht Apple im Moment im Gegenwind - vor allem auch wegen der Unstimmigkeiten im Verhältnis zwischen den USA und China. Das wird es schwierig machen, die Verkaufszahlen zu steigern.
Apple ist besonders anfällig für einen Handelskrieg mit China. Weil eben die iPhones hauptsächlich in China zusammengestzt werden, obwohl Apple auch zahlreiche amerikanische Lieferanten hat. Das heisst, dass das Endprodukt bei der Wiedereinfuhr in die USA genau so verzollt werden muss, wie ein 100prozentig chinesisches Produkt. Experten schätzen, dass ein 25prozentiger Zoll auf dem iPhone zu einer Preiserhöhung von 160 US-Dollar für das iPhone XS führen könnte.Wenn Apple die Zölle absorbieren würde, könnte das im nächsten Jahr zu einem Gewinnrückgang pro Aktie von mehr als 20 Prozent führen. Diese Aussichten haben seit Anfangs Mai bereits zu einem kräftigen Rückgang des Aktienkurses geführt.
Huawei, dessen Exporte in die USA natürlich auch von den amerikanischen Strafzöllen betroffen sind, hat inzwischen eine PR-Offensive gestartet, was den Verdacht der Spionage für die chinesische Regierung betrifft:
“Der Konzern sei bereit, Erklärungen abzugeben, dass mit den Produkten von Huawei keine Spionage betrieben werde, sagte der Konzernvorsitzende Liang Hua. Die [Deutsche] Bundesregierung zeigte sich allerdings skeptisch. "Entscheidend wäre, dass der chinesische Staat bereit ist, so etwas zu unterzeichnen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Dafür sehen wir keine Anzeichen." Die USA fordern den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G. Sie werfen Huawei vor, die Technologie, die weltweit in Mobilfunknetzen eingesetzt wird, zur Überwachung zu nutzen. [...] Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hatte nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren Sicherheitslücken in Huawei-Produkten entdeckt. Wie erst im April bekannt wurde, seien die Probleme in den Jahren 2011 und 2012 im italienischen Netzwerk entdeckt worden. Medienberichte zufolge wurden damals "geheime Hintertüren" in der Huawei-Software festgestellt, die den Chinesen Zugang zum italienischen Netzwerk mit Millionen Internetkunden hätten geben können.“ (zeit.de)

Monday, January 21, 2019

Was kommt nach dem Smartphone?

Die Smartphone-Produktion sinkt weltweit - und zwar ziemlich rasant. Apple und seine Aktienkurse sind nur ein Symptom dieser Entwicklung. Auch andere Hersteller wissen, dass sie sich auf magerere Jahre einstellen müssen.

Chinesische Elektronikproduktion: Der Markt schrumpft weltweit.
                                                                                  Bild Wikimedia Commons
Fast 20 Prozent weniger Smartphones als im letzten Jahr sollen gemäss Analysten der CS dieses Jahr  auf der Welt hergestellt werden. Das ist ein massiver Rückgang und entspricht ungefähr den globalen Produktionszahlen im Jahr 2013.  Schon im letzten Jahr schrumpfte die Smartphone-Produktion; gemäß CS um ganze sieben Prozent. Diese Verkaufsschwierigkeiten im Smartphone-Markt dauern nun schon mehrere Jahre an und es ist klar, dass nicht nur die Chinesische Wirtschaft daran schuld ist. Viele Hersteller hätten immer mehr Probleme, ihre Kunden davon zu überzeugen, ein neues Handy zu kaufen - die Unterschiede zwischen alt und neu sind ganz einfach nicht gross genug. Die CS-Experten warnen ihre Kunden vor der Marktentwicklung bei Smartphones: Die Produktion der Geräte befinde sich sozusagen im freien Fall, und ein Ende sei nicht in Sicht.
Natürlich könnte auch die Preisentwicklung der letzten Jahre etwas mit dem stockenden Smartphone-Markt zu tun haben:
“Trotz des Rückgangs der Stückzahlen, stieg der weltweite Durchschnittspreis eines Smartphones im vergangenen Jahr um zehn Prozent an, wie das Techportal Recode schreibt. Ein Smartphone kostete 2017 im globalen Durchschnitt 363 Dollar. Um diesen Preisrange zu halten, sind Innovationen und Erneuerungen bei Smartphones nötig. Man setze Hoffnung in Multi-Kamera-Upgrades oder die Einführung von faltbaren Smartphones, wie sie Samsung vor einigen Monaten vorgestellt hatte, schreibt die Credit Suisse. Gemäss den Analysten arbeite Apple weiter an 3D-Kameras für das iPhone. Diese könnten für die Modellreihe 2020 eingesetzt werden und allenfalls zu einer Erholung führen.“ (handelszeitung.ch)
Wirtschaftstheoretiker sind allerdings nicht sicher, dass neue Kameras das Handy-Verkaufsproblem lösen werden. Sie glauben an einen jahrzehntelangen Zyklus, der zu Ende geht:
“VWL-Studenten erinnern sich an den Kondratjew-Zyklus, benannt nach Nikolai K., der vor fast 100 Jahren seine Theorie Die langen Wellen der Konjunktur veröffentlichte. Die These: Am Anfang langer Wellen steht eine bahnbrechende Innovation (wie das iPhone), die massenhaft Investitionen und Nachahmer anlockt und jenseits der Konjunkturschwankungen einen langen Aufschwung erzeugt. Ist die Technik assimiliert, sinken die Einsätze; es folgt der lange Abschwung – bis zur nächsten Welle 40 bis 60 Jahre später. Die Dampfmaschine löste Muskelkraft ab und die erste Welle aus. Die Eisenbahn, die jahrzehntelang die Kohle- und Stahlindustrie beflügelte, die zweite. Nummer drei: Elektrotechnik und Grosschemie. Dann die Massenmotorisierung, die in Amerika nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte. Der Siegeszug des Transistors und Computers begann nach dem Zweiten. Seit 1990: Informations- und Kommunikationstechnologie. Das iPhone, ein ganz kleines Ding, hat seine eigene Welle freigesetzt. Angesichts des rasanten Tech-Wandels mag diese viel kürzer sein als der Kondratjew-Zyklus…“ (zeit.de)
Einen solchen Trend wird auch das mächtige Apple nur schwer aufhalten können. Immerhin sollte aber genug Expertise und Geld vorhanden sein, um herauszufinden, wo “das nächste grosse Ding“ liegt. Dann kann das Geldscheffeln auch in den nächsten paar Jahrzehnten munter weiter gehen.

Thursday, January 3, 2019

What goes up must come down

Die Apple Aktie sieht immer noch nicht schlecht aus - aber nur wenn man sich die letzten fünf Jahre anschaut. Seit dem 3. Januar 2014 hat sich nämlich der Kurs von Apple beinahe verdoppelt - auch wenn er jetzt einen bösen Absturz hinnehmen musste. Auch für Apple gilt: Was raufgeht, kommt auch wieder runter.

Über Nacht 50 Milliarden an Wert verloren: die Apple Aktien. 
                                                                                              Screengrab Google
227 US-Dollar war die Apple-Aktie im letzten Sommer noch wert, nach einem ständigen Aufstieg über die letzten Jahre und sich jagenden Erfolgsmeldungen. Damals war das Unternehmen für kurze Zeit mehr als eine Billion Dollar wert. Dafür gibt es gute Gründe: Apple ist nicht einfach eine IT-Firma, sondern ein Unternehmen, das den Käufern zu vermitteln vermag, dass seine Geräte ihnen einen ganz besonderen Status verleihen. Das Unternehmen hat seine Preise in den letzten Jahren demgemäss konstant und schamlos nach nach oben angepasst. Apple wurde so zur IT-Firma mit dem grössten globalen Umsatz. Jetzt scheint es allerdings, als ob der Glanz an den Apple iPhones und Tablets zu verblassen beginnt - was nicht nur mit hohen Preisen, sondern auch mit internationaler Handelspolitik zu tun hat. Der Auslöser für den rund achtprozentigen Absturz der Apple-Aktie waren schlechter als erwartete Verkaufszahlen über die vergangenen Festtage - vor allem in China:
“Mit schwachen Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat Apple am Donnerstag die Anleger weltweit verschreckt. „Die Rezessionsängste verstärken sich zu Beginn des neuen Jahres“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Onlinebroker CMC Markets. Im Leitindex Dow Jones waren die Anteilsscheine der Kalifornier mit Abstand größter Tagesverlierer, im Nasdaq wurden die Verluste noch vom Halbleiterhersteller Skyworks übertroffen. Apple zufolge blieb der Umsatz im abgelaufenen Quartal mehrere Milliarden Dollar unter dem selbst gesteckten Ziel. Grund hierfür sei der enttäuschende iPhone-Absatz in China. Dies passe in das Bild einer Konjunkturabschwächung in der Volksrepublik, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Apple-Aktien brachen zeitweise um zehn Prozent ein und steuerten auf den größten Tagesverlust seit sechs Jahren zu.“ (handelsblatt.com)
Man darf davon ausgehen, dass bei Apple wegen dieser Zahlen noch keine Panik ausbricht - auch wenn viele Mitarbeiter am Geschäft beteiligt sind. Immer hin hat Apple-Chef Tim Cook in einem Interview mit CNBC einen Erklärungsversuch unternommen. Das makroökonomische Umfeld sei schuld, vor allem in China. Allerdings seien die neuen iPhone-Modelle auch in anderen Ländern nicht so gut verkauft worden, wie man bei Apple gehofft habe. Cook geht davon aus, dass das Akku-Tauschprogramm des Konzerns sowie höhere Preise Kunden von einem Neukauf abgehalten hätten. Wachstumsfelder sieht Cook aber weiterhin, unter anderem durch das starke Servicegeschäft.
Unterdessen gibt es Pressemeldungen, die wissen wollen, dass Apple seine Abhängigkeit von China verringern wolle: Die Agentur Reuters meldet, Apple wolle neben den günstigen Modellen iPhone SE und 6s künftig auch Geräte aus der iPhone-X-Familie auf dem Subkontinent herstellen. Das Projekt soll in diesem Jahr beginnen und in einem Werk des Apple-Lieferanten Foxconn in Sriperumbudur in Tamil Nadu in Südindien seinen Ausgang nehmen.

Monday, November 5, 2018

Die Hersteller versuchen, den Smartphone-Boom zu verlängern

Es ist fraglich, ob es je notwendig war, alle Jahre ein neues Smartphone-Modell anzuschaffen. Aber es scheint, dass dieses User-Verhalten zum Smartphone-Boom der vergangenen Jahre beigetragen hat. Nun scheint sich dieses Verhalten geändert zu haben: Die Technologie wird nicht schnell genug besser, um ein Upgrade zu rechtfertigen. Allerdings gibt es auch noch andere Gründe für den schrumpfenden Smartphone-Markt.

Die fünf grössten Smartphone-Hersteller und ihre Marktanteile
(zum Vergrössern anklicken).
Die Zahl der verkauften Smartphones ist auf der ganzen Welt rückläufig. Im letzten Quartal wurden immerhin noch 355,2 Millionen Geräte ausgeliefert - was gemäss IDC einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr ausmacht. Allein Samsung, der grösste Hersteller mit einem globalen Marktanteil von 20,3 Prozent, lieferte im letzten Quartal 13 Prozent weniger Smartphones aus - vor allem in den riesigen Märkten China und Indien.
Dafür hat der chinesische Hersteller Huawei aufgeholt und ist bei den Auslieferungen an Apple vorbeigezogen. Huawai wurde nicht zuletzt dank dem P20 Pro Smartphone zum zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt. Ob Apple wieder aufholen kann, wird sich schon bald zeigen, da gleichzeitig mit dem Verkaufsbeginn des Apple iPhone XR das Huawei Mate 20 Pro erschienen ist. Beide Geräte rangieren in der Spitzenklasse und werden generell sehr gut bewertet. Vorläufig belegt Huawei aber den zweiten Platz auf der Herstellerrangliste, gleich nach Samsung, obwohl der Huawei Marktanteil mit 14,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal ebenfalls leicht rückläufig war. Im Jahresvergleich stieg der Marktanteil allerdings um fast ein Drittel.
Die IDC-Zahlen zeigen, dass der gesamte weltweite Smartphone-Markt in diesem Jahr erstmals schrumpfen wird - um ein rundes Prozent. Zum Vergleich: In den letzten fünf Jahren betrug das durchschnittliche Wachstum 16 Prozent.
Eines der grössten Probleme im Smartphone-Markt stellt gegenwärtig China dar, das bei weitem nicht mehr das enorme Wirtschaftswachstum aufweist, wie früher. Seit anderthalb Jahren sind die Verkäufe in China rückläufig. Die hohe Penetrationsrate, gemischt mit schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, habe den grössten Smartphone-Markt der Welt verlangsamt, erklärt Ryan Reith von IDC.
Die Sättigung des Marktes lässt die Hersteller auf fortgeschrittene Technologien wie 5G und Features wie Mehrfachkameras setzen. Wie weit dies die User dazu verleiten wird, ihre Handys öfter zu ersetzen, ist schwer abzuschätzen.

Da weltweit auch grosse Lagerbestände im Vertrieb eine Rolle bei der Entwicklung des Smartphone-Marktes spielen, könnte es durchaus sein, dass auch die Verbraucher mittelfristig vom schrumpfenden Markt profitieren könnten - in der Form von sinkenden Preisen.

Thursday, November 1, 2018

Das teuerste Unternehmen der Welt erhält so viel Gratiswerbung wie sonst niemand

“Das sind die neuen Apple Produkte“, titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ  in grossen Buchstaben und einem Bild des neuen iPad zuoberst auf der Titelseite ihrer digitalen Ausgabe am 31. Oktober, am Tag der aktuellsten Apple-Gerätepräsentation. Und die Frankfurter sind nicht die einzigen, die eine der reichsten Firmen der Welt mit derartiger Gratiswerbung verwöhnen. Wieso eigentlich?

Vorschau auf den Apple Oktober-Event im Spiegel: Wer
braucht da noch Werbung...                    Screengrab Spon 
Wenn Apple neue Geräte ankündigt, benehmen sich die Fachjournalisten wie kleine Kinder um Weihnachten. Wochen, manchmal schon Monate vor der Präsentation erscheinen die ersten Artikel mit wilden Spekulationen über neue Features der neuen Computer und Smartphones. Seiten werden gefüllt mit „Informationen“ die aus vertraulichen Apple-Qellen kommen und schon lange vor der Veröffentlichung die extremen Vorteile der neuen Gadgets preisen. Wenn dann der grosse Tag endlich kommt - und das tut er alle paar Monate - kann sich die Fachpresse kaum mehr halten vor Aufregung. Entsprechend fallen auch die Artikel über die neusten Apple-Produkte aus: Meistens lesen sie sich eher wie ein Flyer oder Werbeprospekt des Herstellers. Oft mit noch mehr Pathos (aus dem erwähnten FAZ-Artikel:
“Dass es auch einen neuen Mac Mini gibt, haben die meisten Freunde des Hauses nicht mehr zu hoffen gewagt…“
Was ist hier eigentlich los?
Der Hauptgrund für die überbordende Berichterstattung liegt wohl darin, dass die meisten Medien im Zeitalter des 24-Stunden-News-Zyklus‘ ganz einfach nur glücklich darüber sind, dass ihnen Apple die Möglichkeit bietet, vor dem Event, während des  Events und nach dem Event ihre blanken (meistens digitalen) Seiten zu füllen. Inhalte, die tatsächlich etwas beinhalten, sind nicht immer einfach zu beschaffen, was auch Fachjournalisten nur zu gut wissen. Ausserdem liegt die kindlich bewundernde Berichterstattung daran, dass fast alle Fachjournalisten die Apple-Produkte grossartig finden. Allerdings vergessen sie dabei oft, dass Apple zwar einen netten Marktanteil hat aber ltrotzdem nur einen Bruchteil des Marktes beherrscht. Das macht Apple zu einem elitären Produkt - und darüber berichtet man umso lieber. 
Im Smartphone-Bereich zum Beispiel, beherrschen Android-Geräte mehr als 85 Prozent des Marktes. Im PC-Markt erreicht Mac OS nicht einmal mehr 5 Prozent. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Apple-Produkte sehr viel teurer sind, als jene der Konkurrenz.  Deshalb ist es umso beeindruckender, wie Apple sich die Medienwelt zu Nutzen macht. Eine Google-News-Suche am 1. November zum Apple-Event am Vortag ergab 466‘000 Treffer (in Englisch).
Da lässt sich schon ein ganz schöner Batzen an Werbegeld sparen.

Thursday, October 4, 2018

Chinesische Servertechnologie - Spionagechips inbegriffen

Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, welche die Story aufgedeckt hat, nennt die Affäre “The Big Hack“. Und wenn es tatsächlich stimmen sollte, was die Journalisten von zahlreichen unabhängigen und Regierungsquellen herausgefunden haben, handelt es sich tatsächlich um eine grosse Sache. Chinesische Hardware, die in zahlreichen grossen Unternehmen als Cloud-Server verbaut wurde, sei ab Fabrik mit Spionage-Chips verseucht gewesen. Die USA beschuldigen die Chinesische Armee.

Wenn die Spionage-Hardware gleich in der chinesischen Chipfabrik in den
Server eingebaut wird, wird es schwierig, mit der Datensicherheit.     Bild CC
Die Bloomberg-Geschichte liest sich wie eine Cyber-Crime-Story, die auf Netflix eine spannende Serie abgeben würde. Sie beginnt mit Amazons Evaluation eines Start-Ups im amerikanischen Bundesstaat Oregon. Die Firma, genannt Elemental, stellte Video-Kompressionssoftware her, die auch im US-Verteidigungskomplex verbreitet eingesetzt wird. Als es dann darum ging, das Hauptprodukt der Firma zu untersuchen, die teuren Cloud-Server, die Elemental ihren Kunden verkauft, gab es eine böse Überraschung, wie Bloomberg schreibt:
“Auf den Mainboards der Server, fanden die Tester einen winzigen Mikrochip, nicht viel grösser als ein Reiskorn, der nicht Teil des ursprünglichen Designs war. Amazon meldete die Entdeckung den US-Behörden - und ein Schaudern ging durch die Geheimdienste. Die Server von Elemental befinden sich nämlich in den Rechenzentren des Verteidigungsministeriums, den Drohnenoperationen der CIA und den Bordnetzen der Kriegsschiffe der Marine. Und Elemental war nur einer von Hunderten von Supermicro-Kunden. Während der anschliessenden streng geheimen Untersuchung, die mehr als drei Jahre später immer noch offen ist, stellten die Ermittler fest, dass die Chips es den Angreifern erlaubten, eine verdeckte Tür zu jedem Netzwerk zu öffnen, das mit den geänderten Computern ausgestattet war. Mehrere Personen, die mit der Materie vertraut sind, sagen, dass Ermittler herausgefunden haben, dass die Chips in Fabriken eingebaut wurden, die von Subunternehmern in China betrieben werden.“
Die Geschichte wurde natürlich bereits von vielen europäischen Medien aufgegriffen, und man darf davon ausgehen, dass die Affäre auch betreffend der politisch-wirtschaftlichen Verwerfungenen zwischen den USA und China nicht hilfreich sein wird, weil sie dem chinesischen Staat, Spionage und Wirtschaftsspionage genauso vorwirft, wie das auch der amerikanische Präsident zu tun pflegt. Ein Problem gibt es allerdings noch. Die betroffenen Internetgiganten dementieren allesamt:
“Unklar ist, ob die Firmen von den manipulierten Chips wussten. Laut Bloomberg wurden die Spionagechips aus China bereits 2015 von Apple entdeckt, wo es offenbar zu ungewöhnlichen Netzwerkaktivitäten kam. Apple soll die Informationen auch an das FBI weitergeben haben, heißt es in dem Bloomberg-Bericht. Auch Amazon soll den US-Behörden nach der Entdeckung der manipulierten Teile Zugang zu seiner sabotierten Hardware gegeben haben. Die beiden Unternehmen stellen dies aber in Abrede. Man habe keinerlei manipulierte Chips oder Hardware auf Unternehmensservern gefunden, teilten sowohl Amazon als auch Apple mit. Supermicro wollte den Bericht nicht kommentieren.“


Tuesday, August 21, 2018

Tesla und Apple: möglicherweise ein Traumpaar

Tesla hat Probleme: Der bekannteste Elektroautohersteller macht (immer noch) enorme Verluste, der Boss zeigt klare Zeichen von Stressbelastung, und niemand weiss genau, wie es weitergeht. Das stört aber echte Tesla-Fans nicht - und von denen gibt es viele. Sie leisten Anzahlungen und warten geduldig auf das versprochene neuste Modell. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es immer wieder Gerüchte gibt, die von einer möglichen Traumhochzeit zwischen Apple und Tesla berichten.

Teslafahrer sind tatsächlich eine sehr loyale Klientel: Sie lieben ihr Elektrogefährt und glauben an die Marke Tesla. Aber sie können auch anderweitig definiert werden, wie eine neue Studie zeigt, über die finanzen.net berichtet:
“Wenig überraschend, belegte die Datensammlung von Factual, dass der typische Tesla-Kunde es sich locker leisten kann, Geld in Teslas Luxus-Limousinen zu investieren. Verglichen mit anderen Menschen, die im gleichen geographischen Gebiet wohnten, war es bei Tesla Shop-Besuchern zu 109 Prozent wahrscheinlich, dass ihr Jahreseinkommen zwischen 150‘000 und 175‘000 US-Dollar liegt. Und mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent befanden sich die Kunden in einer Altersspanne zwischen 35 und 44 Jahren. Der prototypische Tesla-Kunde zählt demnach zu einer generell sehr begehrten Kunden-Kategorie: Auch Apple-Kunden sind im Durchschnitt so jung und so wohlhabend wie die typischen Tesla-Shop-Besucher.…“
Dass Tesla ähnliche Kunden anzieht wie Apple, ist vielleicht ein Grund dafür, dass die beiden Firmen oft im selben Atemzug genannt werden - obwohl sich ihre Erfolgsbilanz gewaltig unterscheidet. Auch jetzt, da Tesla und Elon Musk wieder im Krisenmodus zu arbeiten scheinen, blühen die Tesla-Apple Partnerträume wieder auf, wie verschiedene Medien berichten. Auch wired.de argumentiert, Apple könnte Tesla “mit Leichtigkeit aus der Misere ziehen“:
“Der Eine-Billion-US-Dollar-Konzern könne sich derzeit unglaublich günstig einen großen Anteil an Tesla sichern […] Bereits bei fünf bis zehn Prozent könnte Apple einiges an Einfluss und Mitspracherechten geltend machen. Das wäre eine gewaltige Chance für den E-Autobauer und für den iPhone-Produzenten, der gerüchteweise nun doch wieder an einem eigenen Fahrzeug arbeiten soll. Denn gerade erst war Doug Field, der einstige iMac-Ingenieur, wieder von Tesla zu Apple gewechselt, um dort am mysteriösen Project Titan zu forschen. „Das ist das Geschenk der Geschenke für Tim Cook“, sagt Gerber. „Wenn man sich anschaut, mit welchen Problemen Elon jeden Tag zu kämpfen hat, dann sind diese operativer Art.“ Tim Cook und sein Team bei Apple wären jene, die Elon Musk das belastende Tagesgeschäft abnehmen und ordnen könnten. Der Tesla-Chef würde diese Last sowieso gerne loswerden.“
Ein Problem gibt es allerdings, in einer potenziellen Beziehung zwischen Apple und Tesla. Steve Wozniak, Millionär, Apple-Mitbegründer und gemäss eigenen Angaben immer noch auf der Apple-Gehaltsliste, hat das Gefühl, Elon Musk sei ein Blender (Wozniak ist nicht der Einzige, der das glaubt): Er traue ihm nicht, erklärte er anfangs des Jahres an einem Event. "Ich glaube nichts, was Elon Musk sagt", sagte er und zitierte mehrere Versprechungen, die Tesla gemacht hatte, die nicht eingehalten wurden. 
Sein Tesla-Auto gefällt ihm aber immer noch.

Tuesday, March 27, 2018

Süchtig nach Ihrem Smartphone? Sie sind nicht allein


Wir wissen es, weil wir es fast täglich nachlesen können: Die Welt ist süchtig nach dem Smartphone. Apps halten uns auf Trab, vor allem wenn es gerade nichts Besseres zu tun gibt und oft auch, wenn das durchaus der Fall wäre. Bis jetzt sind wir eigentlich davon ausgegangen, dass die Smartphone-Sucht ein Problem ist, das jeder User auf einer ganz persönlichen Ebene angehen sollte. Das sehen nicht alle Anwender so.

Der Normalfall: Lieber am Smartphone fummeln, statt miteinander sprechen.
                                                                                                       Bild pixabay
Wie appleinsider.com berichtet, versammelte sich kürzlich eine Gruppe Studenten der Stanford University in Kalifornien vor dem Apple Store in Palo Alto, um gegen die Smartphone-Sucht zu protestieren. Die Demonstranten, allesamt Studierende an einer der besten Univesitäten der Welt, warfen Apple vor, nicht genug dagegen zu unternehmen, dass iPhone- und iPad-User ständig an ihren Geräten herumfummeln. Die Studenten forderten das Unternehmen auf, Änderungen einzuführen, um die Anwender von ihren Apps abzulenken. Auf Flugblättern wiesen sie darauf hin, dass mehr als zwei Drittel aller Erwachsenen ihr Smartphone mindestens stündlich checken, und 50 Prozent aller Teenager angeben, dass sie das Smartphone “süchtig“ gemacht hat.
Wir hätten da schon mal eine Idee, wie Apple den Demonstranten entgegenkommen könnte: Wie wäre es, wenn der Akku des nächsten iPhones nur noch etwa 30 Minuten funktionieren würde - das brächte die Besitzer bestimmt dazu, ihre Anwendungen zu priorisieren. Oder Apple könnte die Bildschirmauflösung wieder verschlechtern - damit wir die verpixelte Oberfläche nicht mehr attraktiv finden.

Aber im Ernst: Eigentlich ist es erschreckend, dass die protestierenden Stanford-Studenten, die, wohlverstanden, zur zukünftigen Elite in den USA gehören, nicht einmal so viel Eigenverantwortung aufbringen können, ihr Smartphone auf verantwortliche Weise zu bedienen. Immerhin ist die Smartphone-Sucht kein neues Thema, und das Internet ist voll von Artikeln und Ratschlägen dazu. Den Bildschirm auf schwarz/weiss umstellen, zum Beispiel, oder eine App installieren, die das Verhalten am Smartphone protokolliert. Am Bewusstsein liegt es also nicht.
Der Grund liegt darin, dass ein modernes Smartphone unglaublich attraktiv ist. Es macht aus dem Besitzer sozusagen einen Übermenschen - mit einem unendlichen Gedächtnis, Know-how und Kommunikationsvermögen. Mit jeder persönlichen Benachrichtigung einer Kommunikationsapp kommt auch ein kleines Glücksgefühl auf. Kein Wunder, dass wir unsere Smartphones lieben.  
Der amerikanische Gehirnforscher und Professor Robert Lustig weiss um die Problematik des Suchtverhaltens mit dem Smartphone. Er sieht eine Lösungsmöglichkeit, die auch das Zusammenleben fördern würde, weil sie den allgemeinen Regeln der Höflichkeit entspricht. “Ich hoffe, dass wir so weit kommen, dass es nicht mehr akzeptabel ist, das Smartphone in der Öffentlichkeit zu nutzen“, sagt er.




Monday, March 5, 2018

Die EU plant eine Umsatzsteuer für Apple, Google, Amazon und Co.


Giganten wie Google, Apple und Amazon sollen in Europa künftig Steuern auf ihre Umsätze bezahlen, damit sie Gewinnsteuern nicht mehr umgehen können. Die Idee ist nicht ganz neu, scheint jetzt aber Formen anzunehmen.

Die EU will die High-Tech-Steuersparer nicht mehr akzeptieren.   Bild Flickr
Der Abschied der Briten von der Europäischen Union wird dort - unter anderem - eine zweistellige Milliardenlücke hinterlassen. Die verbleibenden Nettozahler der EU möchten wenn immer möglich verhindern, dass sie diese Finanzlücke füllen müssen. Der gewinnträchtige Digitalsektor hingegen drängt sich geradezu auf, um das fehlende Geld einzutreiben. Riesige gewinnträchtige Unternehmen wie Apple, die zwar in Europa ausgezeichnet Geschäfte machen, aber in den Augen der Bürokraten viel zu wenig Steuern bezahlen - und gleichzeitig im Ausland riesige Vermögen anhäufen. Das Thema treibt die EU-Finanzverwalter schon lange zur Weissglut: Apple zum Beispiel hat jahrelang in Irland weniger als ein Prozent Unternehmenssteuern bezahlt. Das war den Iren genug, den Europäern reichte es nicht. Sie verlangen 13 Milliarden Dollar in Steuernachzahlungen. (Apple hat in Europa allein in den letzten drei Monaten 21,5 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert.)
Derartige Auseinandersetzungen will man in der EU zukünftig vermeiden - indem man für grosse Technologiekonzerne, deren Hauptsitz sich nicht in Europa befindet, eine spezielle Umsatzsteuer am Standort des Kunden erhebt, unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Wie der Französische Finanzminister Bruno Le Maire in einem Gespräch mit Le Journal du Dimanche kürzlich bekanntgab, soll der Steuersatz zwischen zwei und satten sechs Prozent liegen. Zitat aus einem Bericht von ZDNet.de:
“Ziel der Steuer ist es, Massnahmen zu vereiteln, mit denen multinationale Konzerne vollkommen legal Gewinne ins Ausland verlagern, um sie dort zu versteuern. Dabei nutzen sie in der Regel die niedrigeren Steuersätze sogenannter Steueroasen. Ein Tochterunternehmen beispielsweise auf den Bermudas kann einer Niederlassung in der EU erhebliche Rechnungen für die Nutzung von geistigem Eigentum des Mutterunternehmens ausstellen, die praktisch alle Gewinne auffressen. Als Folge sinkt das Steueraufkommen solcher Unternehmen in der EU auf ein Minimum – in Einzelfällen reduziert sich der Unternehmenssteuersatz von Firmen wie Amazon, Apple oder Google auf unter ein Prozent.“
Falls es der EU gelingen würde, eine derartige Steuerregelung einzuführen, könnten wohl auch die digitalen Giganten nicht mehr ganz so einfach Steuern sparen. Einfach wird es aber nicht sein, wie die Zeit analysiert:
“Künftig einfach den Umsatz zu besteuern ist eine verblüffende Idee. Sie hätte den Vorteil, dass sich Umsätze im Vergleich zu Gewinnen einfacher schätzen und einzelnen Ländern zuordnen liessen […]Bislang tun sich EU-Länder jedoch schwer, Abgaben auch tatsächlich einzutreiben. Zum einen, weil Mitgliedsstaaten wie Irland (aber auch Luxemburg) ihre niedrigen Steuersätze bewusst als Standortvorteil betrachten und eine Benachteiligung anderer Länder in Kauf nehmen. Zum anderen gewährt das Recht bisher kaum Ansatzpunkte, wirksam dagegen vorzugehen. Das musste erst kürzlich der französische Fiskus erfahren, der von Google eine Milliarde Euro an Steuern nachfordert. Ein Gericht stoppte das Vorhaben…“
Ob Google, Apple oder Amazon: Die neuen Wirtschaftsgiganten unseres digitalen Zeitalters werden früher oder später höhere Steuersätze bezahlen müssen, als sie das heute tun. Ob die EU und ihre Mitgliedsländer unter dem Strich davon profitieren werden, wird sich zeigen. Da die grössten angesprochenen Unternehmen alle aus den USA stammen, wäre es nicht überraschend, wenn eine neue, auf den digitalen Sektor zielende Europäische Umsatzsteuer zu wirtschaftlichen Reaktionen der Amerikaner führen würde.



Wednesday, September 27, 2017

Teuer hin oder her: Das iPhone X wird ein Verkaufshit werden

Apples iPhones sind voll im Trend, sehen gut aus und funktionieren meistens auch ganz gut. Genauso wie das Apple Marketing. Denn obwohl in den Wochen seit der Vorstellung der neusten Apple Handys einige sehr kritische Artikel über die Preispolitik des Konzerns erschienen sind, scheint die Marketing-Strategie des Konzerns aufzugehen und die Nachfrage ungebrochen.

Das iPhone X wird Apple noch
viel reicher machen.     Bild PD
Schon vor zehn Tagen meldete das deutsche Fachmagazin Heise, dass es wohl schwierig werde, die iPhone X Nachfrage zu befriedigen. Das iPhone X werde sehr knapp werden, weil Apple nicht vor 2018 ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei dem erstmals mit OLED-Bildschirm ausgestatteten Gerät erreichen werde:
“Die Stückzahlen, die 2017 zur Verfügung stehen, sollen nur bei 40 Millionen Einheiten weltweit liegen. Was womöglich nach viel klingt, sind bei Apples Nachfrage "Peanuts". Apple startet die Vorbestellung des iPhone X Ende Oktober, die Auslieferung beginnt am 3. November. 2018 sei mit der Auslieferung von 80 bis 90 Millionen Einheiten zu rechnen.“
Die Apple-Verkaufsmaschinerie läuft also wie geschmiert, obwohl immer mehr User merken, dass die Preise für das iPhone wirklich hoch angesetzt sein. Auch Journalisten und Publikationen, die in den letzten Jahren als willige Wasserträger im Apple-Marketing-Team gewirkt haben, schreiben jetzt mit eher spitzen Feder. „Enorme Gewinnmarge: So viel verdient Apple an einem einzigen iPhone X“ titelt zum Beispiel der Stern und rechnet vor, dass Apple an einem in Deutschland verkauften Modell knapp 900 Euro(!) verdiene. Auch bei heise.de fragt man sich, ob Apple zu teuer geworden ist:
“Apple setzt seine perfide Aufpreispolitik für Speicherplatz selbst jenseits der 1100-Euro-Marke fort: Wer sein iPhone X lieber mit 256 GByte haben möchte, soll dafür mal eben weitere 170 Euro drauflegen – für ein ansonsten völlig identisches Gerät und etwas Flash-Speicher, den Apple im Einkauf geschätzt für einen niedrigen zweistelligen Dollarbetrag erhält…“
Heise lässt aber auch einen Apple-Fan zu Wort kommen, der gerne viel bezahlt für ein iPhone X, weil es sich dabei um "die Mercedes S-Klasse unter den Smartphones" handle:
Apple verbaut hier die beste Technik, die man derzeit für Geld kaufen kann: Vom vollflächigen OLED-Bildschirm, welcher, so ist es jedenfalls zu erwarten, die Konkurrenz um Längen schlagen wird, über den A11-Bionic-Chip, der manches MacBook Pro übertrumpfen kann, bis hin zu Face ID, was die Sicherheit erhöht, ohne die Einfachheit der Benutzung zu stören. Die TrueDepth-Kamera-Einheit verspricht zudem tolle neue Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der erweiterten Realität – und das erstmals auch bei der Frontkamera…“
Unterdessen treiben sich jene Apple-Fans, denen neue iPhones schlicht zu teuer sind, auf Websiten herum, wo sie billigere kaufen können. Tutti.ch gehört in diese Kategorie und hat kürzlich einige interessante Statistiken über den privaten Handel mit iPhones veröffentlicht:
Im Total gab es von September 2016 bis August 2017 über 12'300 iPhone 7 zu einem Durchschnittspreis von 698 Franken auf tutti.ch zu kaufen. Die durchschnittliche Onlinezeit eines iPhone 7 lag dabei bei 5,9 Tagen. Am teuersten waren neue iPhone 7 Geräte erwartungsgemäss nach ihrem Launch mit einem durchschnittlichen Wochenpreis von 961 Franken, der in der Zwischenzeit auf 640 Franken gesunken ist."
Ob es sich bei den Verknappungsprognosen für das iPhone X um geschicktes Marketing oder um Tatsachen handelt, eines ist klar: Alles deutet daraufhin, dass das iPhone X zu einem Verkaufshit werden wird - hoher Preis und obszöne Gewinnmargen hin oder her.