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Saturday, September 10, 2022

Das Handy wird zum Satellitentelefon

Apple sorgte diese Woche für die Schlagzeilen, aber es sind verschiedene Hersteller und Kommunikationsfirmen, welche die ersten Schritte unternommen haben, um aus unseren Handys Satellitentelefone zu machen.

Die interessanteste Lösung kommt aus den USA und hat nichts mit Apple zu tun. Wer ein Smartphone benutzt und dazu einen Vertrag mit dem Provider T-Mobile abgeschlossen hat, wird schon bald in der Lage sein, über Elon Musks SpaceX Satelliten mit dem eigenen Handy zu kommunizieren.

T-Mobile und SpaceX haben ein System entwickelt, mit dem Starlink Dienste für Kunden in bestehenden T-Mobile-Netzen bereitstellen kann, und zwar mit den Handys, die sie bereits nutzen. Die Einführung des Systems wird langsam beginnen, wobei vorerst «nur» mit Textnachrichten kommuniziert werden kann. Immerhin. Sprachanrufe und Datenverkehr soll bald nachher möglich werden.

Auch Huawei hat Apple geschlagen, was die Satellitenkommunikation betrifft - mit dem Huawei Mate 50 und Mate 50 Pro. Diese beiden neuen Smartphones werden es möglich machen, Texte über Chinas globales BeiDou-Satellitennetzwerk zu versenden. Die Funktion ist für Notfälle ausgelegt (wie bei Apple), etwa wenn die Mobilfunknetze ausfallen, zum Beispiel in Kriegsgebieten oder bei Naturkatastrophen.

Apple setzt mit der Satellitenkommunikation für sein iPhone 14 auf den Satellitenbetreiber Globalstar, der gemäss Medienangaben den grössten Teil der Erdoberfläche abdeckt. Dennoch soll das Feature ab November zunächst nur in den USA und Kanada aktiviert werden. Die europäischen iPhones haben jedoch, anders als in den Varianten für den chinesischen Markt, die Unterstützung für das zur Satellitenkommunikation nötige Frequenzband n53 an Bord, so dass rein technisch nichts gegen eine Einführung des Features auch hierzulande spricht.

Wednesday, August 10, 2022

Computational Storage: Speicher ist nicht gleich Speicher

«Reduziert die Verarbeitungszeit um über 50 Prozent, den Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent und die CPU-Auslastung um bis zu 97% im Vergleich zu herkömmlichen SSD-Laufwerken.» 

Das heisst es auf der Samsung Website. Das Unternehmen hat kürzlich eine Smart SSD der zweiten Generation auf den Markt gebracht. Smart SSDs werden von Speicherspezialisten seit Jahren diskutiert. Jetzt entwickelt sich die Diskussion zum Trend.

Das neue SSD ist als Computational Storage Device (CSD) klassifiziert,
was bedeutet, dass es die Datenverarbeitung an Bord übernimmt
und dadurch Engpässe minimiert, die durch die Notwendigkeit entstehen,
Daten zwischen Speicher und CPU, GPU und RAM zu übertragen.  Bild Samsung
Computational Storage heisst die Idee, die ganz konkrete Produkte und Konzepte hervorgebracht hat nicht nur von Samsung. Dazu gehören die DPUs (Data Processing Units) von Nvidia und die IPUs (Infrastructure Processing Units) von Intel, die darauf abzielen, die Speicher Workloads von den Server-CPUs in den Rechenzentren zu übernehmen. Auch der  Telekomkonzern und Speicherspezialist Huawei entwickelt ein derartiges Speicherkonzept. Dabei gehe es um den «Aufbau einer datenzentrierten, vertrauenswürdigen Speichergrundlage für verschiedenste Anwendungen», wie am 2022 Innovative Data Infrastructure Forum dargelegt wurde. Deshalb werde das Unternehmen der Entwicklung von entkoppelten Speicher-Rechner-Architekturen und der Beschleunigung von Datenanwendungen Priorität einräumen.

Datenverarbeitung und Speicherung sind in Rechenzentren getrennt. Langsam setzt sich aber die Idee durch, dass es ineffizient und aufwendig ist, wenn Daten vom Speicher zu den CPUs hin- und hergeschoben werden, wo sie verarbeitet werden können. Warum sollten die Daten nicht dort verarbeitet werden, wo sie gespeichert sind, um die Latenzzeiten, den Stromverbrauch und die Kosten zu reduzieren, die mit dem Hin- und Herbewegen der Daten verbunden sind? Da die Datenmengen immer grösser werden, wird diese Frage immer wichtiger.

Auf der Webseite der Speicherindustrie-Vereinigung (SNIA) heisst es zum Thema Computational Storage:

"Computational-Storage-Lösungen zielen in der Regel auf Anwendungen ab, bei denen die Nachfrage nach der Verarbeitung ständig wachsender Speicherarbeitslasten die traditionellen Server-Architekturen übersteigt. Zu diesen Anwendungen gehören künstliche Intelligenz (KI), Big Data, Content Delivery, Datenbanken, maschinelles Lernen (ML) und viele andere, die branchenweit eingesetzt werden."

Die genannten Bereiche weisen allesamt ein grosses Wachstum auf – was wiederum verheissend ist für computational Storage. Die Entwicklung steht aber erst am Anfang – es müssen bei vielen Unternehmen und in Datacenters noch einige Strukturen geändert werden, bevor der Durchbruch gelingt.

Monday, July 25, 2022

Auch in Deutschland: Huawei hat ein «China-Problem»

Der Chinesische Telekommunikations-Gigant Huawei kommt in Deutschland wieder unter Druck: Laut Medienberichten will die Bundesregierung den Netzbetreibern verbieten, für den 5G-Netzausbau «kritische Komponenten» chinesischer Hersteller zu verwenden.

Die Amerikaner unter Trump waren die ersten, die Huawei vom Ausbau der 5G-Netzwerke ausschlossen. Der Grund: Man befürchtete, der chinesischen Regierung und der kommunistischen Partei Chinas den Zugang zu Informationen zu leicht zu machen, wenn Huawei das Telefonnetz baut. Andere Länder folgten, zum Beispiel Kanada, aber auch Australien und Neuseeland. In der Schweiz wird zumindest über das Huawei-China-Risiko diskutiert, Massnahmen erachtet die Regierung aber vorläufig als unnötig. Nun sieht es so aus, als ob sich in Deutschland diesbezüglich etwas tut:

«Die Bundesregierung könnte deutsche Telekommunikationsanbieter schon bald dazu zwingen, chinesische Komponenten aus ihren Mobilfunknetzen zu entfernen. Das Innenministerium behält sich das Recht vor, die Netzbetreiber anzuweisen, kritische Bauteile von „nicht vertrauenswürdigen“ Herstellern auszubauen – selbst dann, wenn diese schon in Betrieb sind. Die Verwendung bereits verbauter Komponenten könne untersagt werden, „wenn der weitere Einsatz die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich beeinträchtigt, insbesondere, wenn der Hersteller der kritischen Komponente nicht vertrauenswürdig ist“, bestätigte das Ministerium dem Handelsblatt. Eine solche „Ex-post-Untersagung“ könne „auch den Ausbau der jeweiligen Komponenten umfassen.» (Handelsblatt.com)

Da Huawei im Mobilfunknetzt von Deutschland bereits eine wichtige Rolle spielt, käme eine Huawei-Sperre wohl teuer. Ericsson und Nokia sind die einzigen Ausrüster, die das chinesische Unternehmen ersetzten könnten. Die Telekom verweist gemäss Spiegel darauf, dass sie 5G-Komponenten nur auf den bereits verbauten 4G-Komponenten des gleichen Herstellers aufsetzen könne. Deswegen setze man auf die «Bestandslieferanten» Huawei und Ericsson.

Das Handelsblatt weiss auch, wieso das Thema Huawei in Deutschland plötzlich wieder aktuell ist:

«Die Entscheidung, ob kritische Komponenten von Huawei und ZTE nicht vertrauenswürdig sind, ist zwar offiziell noch nicht gefallen. Doch unter dem Eindruck der russischen Aggression gegen die Ukraine und der Versuche des Kremls, Deutschland mit einer Drosselung der Gaslieferungen zu erpressen, bewertet die Bundesregierung die Risiken wirtschaftlicher Verflechtungen mit Diktaturen neu.»

 


Tuesday, June 2, 2020

Huawei 5G: “Die Schweiz fliegt unter dem Trump-Radar“

Der chinesische Technologiegigant Huawei macht weltweit beliebte und qualitativ hochwertige Smartphones. Das ist aber nur ein Teil des Portfolios. Huawei stellt vor allem Telekommunikationsausrüstung her, die im Bereich 5G führend sind. Trotzdem hat das Unternehmen in vielen Ländern der Welt ein Problem: Dass es aus China kommt und sehr eng mit dem chinesischen Staat verbandelt ist, hat zu einem Vertrauensverlust geführt, der dem Geschäftsgang nachhaltig schaden könnte.

Huawei's Hauptsitz in Shenzhen, China                    Bild Wikimedia Commons
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Huawei eine enorm erfolgreiche Firma ist. Das Unternehmen wurde vor 33 Jahren in China gegründet, verzeichnete schnelles Wachstum und konnte im letzten Jahr globale Umsätze von 122 Milliarden US-Dollar verbuchen. Doch weil die amerikanische Handelspolitik gegenüber China unter Präsident Donald Trump in den letzten Jahren vor allem durch Rivalität und amerikanischen Protektionismus geprägt war, hat Huawei im Ausland vielerorts mit Gegenwind zu kämpfen. Das letzte Beispiel: Der grösste kanadische Telekommunikationsdienstleister Bell Canada wählte diese Woche das schwedische Unternehmen Ericsson als Lieferant für die 5G-Netzwerkausrüstung aus - Huawei geht trotz führender Technologie leer aus.  Als Land hat Kanada noch nicht entschieden, ob es Huawei Tech generell erlauben wird, 5G-Mobilfunknetze aufzubauen. Kanada ist bezüglich Huawei allerdings in einer sehr speziellen Situation. Huaweis COO Meng Wanzhou sitzt seit etwa einem Jahr in Vancouver fest, wo ein Verfahren für ihre Auslieferung an die USA läuft, wo sie sich einer Anklage wegen Bankbetrugs stellen musst - wenn es je soweit kommen wird. Aber auch in anderen Ländern wird die Luft für Huawei dünner:  Telefonica Deutschland hat Ericsson mit dem Aufbau seines 5G-Kernmobilfunknetzes in Deutschland beauftragt, da die Wahl des schwedischen Anbieters die Sicherheit seiner Dienste der nächsten Generation gewährleisten werde. Deutschlands drei Hauptbetreiber wollen Huawei von ihren Netzkernen fern halten und sich nur noch bei den weniger empfindlichen peripheren Funkzugangsnetzen weiterhin auf den chinesischen Anbieter verlassen. Immerhin: Im Gegensatz zu den USA und Australien hat bis jetzt kein Europäisches Land Huawei formell blockiert, und die meisten der derzeitigen globalen 5G-Verträge des Unternehmens bestehen mit Unternehmen, die innerhalb Europas tätig sind.
Wie es in der Schweiz bezüglich Huawei aussieht, hat die Wirtschaftsagentur Bloomberg kürzlich in einem Artikel zusammengefasst. Titel:  Huawei ist im europäischen 5G-Himmel weil die Schweizer sich Trump widersetzen. Der Untertitel: Die Schweiz wählt Huawei 5G - und fliegt unter dem Trump Radar. Die Geschichte zur Schlagzeile:
“Während sich andere Länder in Europa mit den Befürchtungen der USA auseinandersetzen, dass Huawei sie für chinesische Spionage anfällig machen könnte, baut die Schweiz im Stillen ein Netzwerk mit dem Unternehmen auf. Die Schweizer sind durch das frühe Aufkommen privater und öffentlicher Netzwerke weitgehend unerkannt zu weltweiten Leadern bei der Einführung der 5G-Technologie geworden. Unternehmen vom Flughafen Zürich über den nationalen Postdienst und die Eisenbahn bis hin zum Nahrungsmittelgiganten Nestle SA und der Zürich Versicherungen haben bereits private Netzwerke mit Sunrise, deren Exklusivlieferant Huawei ist, aufgebaut oder planen das…“
Die Schweizer Regierung habe eine sehr neutrale und objektive Bewertung von Huawei durchgeführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass es keine signifikanten anderen Risiken in der Technologie und in Huawei als Unternehmen gebe, gab Sunrise-CEO Andre Krause in einem Interview zu Protokoll, schreibt Bloomberg. Und er räumte ein, dass sich der ständige Druck auf Huawei “irgendwann“ auch auf Sunrise auswirken könne.

5G ist eine wichtige Technologie für die IT-Zukunft, und Huawei ist nicht die einzige Hürde, welche in diesem Zusammenhang genommen werden muss. Auch innenpolitisch sind noch nicht alle Weichen gestellt, da der Widerstand in einigen Bevölkerungsgruppen gross ist. Bald wird sich zeigen, welche Hürde die höhere ist.

Thursday, September 26, 2019

Smartphones: nicht mehr wie heisse Weggli, aber immer noch gut

Smartphones verkaufen sich nicht mehr so gut wie früher; die Verbraucher lassen sich von technischen Verbesserungen nur noch schwer beeinflussen. Der weltweite Absatz von Smartphones an Endverbraucher ging auch im zweiten Quartal 2019 um fast zwei Prozent zurück. 368 Millionen Geräte wurden gemäss Gartner Inc. verkauft. Der Markt ist also offensichtlich nicht mehr so vital wie in den vergangenen Jahren, aber die Verkaufszahlen sind immer noch beeindruckend.

Grosse Hersteller hätten Premium-Features wie mehrlinsige Front-/Rückkameras, lünettenlose Displays und grosse Batterien von ihren Flaggschiff-Smartphones in preiswertere Modelle gebracht, heisst es bei Gartner - alles, um die User dazu zu bewegen, ein neues Smartphone zu kaufen. Das funktioniert recht gut, aber nicht für alle Hersteller: Unter den fünf weltweit führenden Smartphone-Herstellern verzeichneten Huawei und Samsung im zweiten Quartal 2019 mit 16,5 Prozent und 3,8 Prozent die stärksten jährlichen Umsatzsteigerungen. Deshalb vergrösserten beide ihren Marktanteil, was dazu führte, dass sie mehr als ein Drittel des weltweiten Gesamtumsatzes mit Smartphones ausmachen.
Die Ankündigung des Huawei-Verbotes führte allerdings zu einem starken Rückgang der Smartphone-Umsätze von Huawei auf dem Weltmarkt. Während der Gesamtumsatz mit Smartphones weltweit schwächer war, verhalf viel Werbung und Markenpositionierung Huawei im vierten Quartal zu Rekordverkäufen von Smartphones in Greater China mit beeindruckenden plus 31 Prozent.
Samsung verkaufte im zweiten Quartal 2019 über 75 Millionen Smartphones und steigerte seinen Anteil im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Die starke Nachfrage nach den neuen Smartphones der Galaxy A-Serie von Samsung und die Überarbeitung der gesamten Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphone hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, sagt Gartner.
Apples Anteile schrumpfen hingegen weiter: Die Verkäufe von iPhones gingen im Jahresvergleich weiter zurück, wenn auch mit einer geringeren Rate als im ersten Quartal. Apple verkaufte im zweiten Quartal etwas mehr als 38 Millionen iPhones, ein Rückgang von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu wenige zusätzliche Vorteile hindern bestehende iPhone-Nutzer daran, ihre Smartphones zu ersetzen.
Die NZZ sieht im Angebot an faltbaren Smartphones ein Ausdruck dieses sich konsolidierenden Marktes:
“Um die Konsumenten dazu zu bewegen, sich ein neues Smartphone zuzulegen, genügt eine Kamera mit noch mehr Megapixeln und etwas mehr Speicherplatz nicht aus. Gefragt ist eine stärkere Differenzierung. Und genau diese Überlegung dürfte hinter der Renaissance des Klapp-Handys stecken.
Anfang des Jahres sorgte Samsung mit dem «Galaxy Fold» für Aufsehen, das sich dank dem faltbaren Display zu einem Tablet aufklappen lässt. Fast zeitgleich hat auch Huawei ein Falt-Handy angekündigt. Das «Mate X» hat in zusammengefalteten Zustand einen Bildschirm auf der Vorder- sowie auf der Rückseite und wird nach aussen aufgeklappt…“
Gartner Analysten gehen davon aus, dass der weltweite Verkauf von Smartphones an Endverbraucher im Jahr 2019 insgesamt noch 1,5 Milliarden Einheiten erreichen wird.
Immerhin!

Tuesday, May 14, 2019

Smartphones: Huawei überholt Apple und verspricht, nicht zu spionieren

China mag mit seiner globalen Handels- und Machtpolitik eine Bedrohung für andere Nationen darstellen - die Konsumenten scheint es nicht zu kümmern. Huawei Technologies Co., jener chinesische Konzern, der vielerorts verdächtigt wird, mit seiner Technologie Spionage zu betreiben (und dies vehement bestreitet), ist jetzt im Smartphone-Sektor grösser als Apple geworden und steht damit auf dem zweiten Rang hinter Samsung.

                                                                                                         Quelle: IDC
Huwai, der Netzwerkriese, sei im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um volle 50 Prozent gewachsen, schätzt Marktforscher IDC. Huawai ist die einzige Marke unter den grossen vier Smartphone-Herstellern, der es gelungen ist, das Verkaufsvolumen zu steigern, obwohl der Gesamtmarkt seit anderthalb Jahren  schrumpft. Huawei ist Apple und Samsung mit einem zunehmend hochwertigen Geräteportfolio auf den Fersen, insbesondere im Heimatmarkt China.
Tatsächlich steht Apple im Moment im Gegenwind - vor allem auch wegen der Unstimmigkeiten im Verhältnis zwischen den USA und China. Das wird es schwierig machen, die Verkaufszahlen zu steigern.
Apple ist besonders anfällig für einen Handelskrieg mit China. Weil eben die iPhones hauptsächlich in China zusammengestzt werden, obwohl Apple auch zahlreiche amerikanische Lieferanten hat. Das heisst, dass das Endprodukt bei der Wiedereinfuhr in die USA genau so verzollt werden muss, wie ein 100prozentig chinesisches Produkt. Experten schätzen, dass ein 25prozentiger Zoll auf dem iPhone zu einer Preiserhöhung von 160 US-Dollar für das iPhone XS führen könnte.Wenn Apple die Zölle absorbieren würde, könnte das im nächsten Jahr zu einem Gewinnrückgang pro Aktie von mehr als 20 Prozent führen. Diese Aussichten haben seit Anfangs Mai bereits zu einem kräftigen Rückgang des Aktienkurses geführt.
Huawei, dessen Exporte in die USA natürlich auch von den amerikanischen Strafzöllen betroffen sind, hat inzwischen eine PR-Offensive gestartet, was den Verdacht der Spionage für die chinesische Regierung betrifft:
“Der Konzern sei bereit, Erklärungen abzugeben, dass mit den Produkten von Huawei keine Spionage betrieben werde, sagte der Konzernvorsitzende Liang Hua. Die [Deutsche] Bundesregierung zeigte sich allerdings skeptisch. "Entscheidend wäre, dass der chinesische Staat bereit ist, so etwas zu unterzeichnen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Dafür sehen wir keine Anzeichen." Die USA fordern den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G. Sie werfen Huawei vor, die Technologie, die weltweit in Mobilfunknetzen eingesetzt wird, zur Überwachung zu nutzen. [...] Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hatte nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren Sicherheitslücken in Huawei-Produkten entdeckt. Wie erst im April bekannt wurde, seien die Probleme in den Jahren 2011 und 2012 im italienischen Netzwerk entdeckt worden. Medienberichte zufolge wurden damals "geheime Hintertüren" in der Huawei-Software festgestellt, die den Chinesen Zugang zum italienischen Netzwerk mit Millionen Internetkunden hätten geben können.“ (zeit.de)

Thursday, April 11, 2019

Swisscom bringt 5G für die ganze Schweiz

Swisscom wird bis Ende Jahr die ganze Schweiz mit dem neusten Mobilfunkstandard 5G versorgen. Bisher war 5G für Privatkunden reine Theorie, denn es fehlten die Endgeräte. Nun ist das Warten vorbei. Swisscom kündigt jetzt gleich vier Endgeräte für den Verkauf an. Das allererste 5G-Gerät im Swisscom Shop stammt vom Hersteller Oppo, weitere Marken wie LG (ab Mai), Samsung (ab Juli) und Huawei (im dritten Quartal) werden folgen.

Auch 5G braucht Sendemasten (hier ein Sunrise-Exemplar, das
schon im Juni letzten Jahres in Oerlikon in Betrieb genommen
wurde).                                                                                Bild pd
In Fernost gehören die Smartphones von Oppo zu den beliebtesten Endgeräten, weltweit gehört Oppo zu den führenden Herstellern. Oppo Reno 5G, gibt es ab Mai im Swisscom Shop. Mit den neuen
Geräten werden sich die Anwendungen vervielfachen. Swisscom präsentierte an einem Medienanlass reale Anwendungen rund um Virtual- und Augmented Reality und Gaming. Demonstriert wurden die Möglichkeiten der neuen Technologie - Geschwindigkeit, tiefe Latenz und hohe Kapazität. Urs Schaeppi, der CEO von Swisscom weiss, dass es Unternehmen sind, die zunächst das volle Potenzial von 5G nutzen werden - im Internet der Dinge, der Cloud oder auch für Data Analytics. Während viele Anwendungen für Privatkunden noch in den Kinderschuhen stecken, ist 5G in Unternehmen bereits in den Startlöchern und ermöglicht etwa die intelligente Steuerung von Industrieanlagen.
Sobald das Bundesamt für Kommunikation die Konzession erteilt, wird Swisscom das mit Technologiepartner Ericsson aufgebaute 5G-Netz einschalten. Die ersten 5G-Geräte laufen auf einer bewährten Frequenz im 3.5 Gigahertz-Band, die bis anhin etwa für TV-Aussenreportagen genutzt und vom Bund nun für den Mobilfunk freigegeben wurde. Diese Frequenz ist ausgelegt, um jetzt schon Geschwindigkeiten von bis zu 2 Gbit/s zu erreichen. Am Medienanlass demonstrierte Swisscom eine Spitzengeschwindigkeit von 1.86 Gbit/s.
5G wird von den meisten Anwendern geschätzt werden - die Technologie ist unheimlich leistungsfähig und bietet Möglichkeiten, die bis jetzt nicht verfügbar waren. Allerdings regt sich jetzt auch konkreter Wiederstand von Umweltschützern, vorerst in der Westschweiz:
“Das Genfer Kantonsparlament hat am Mittwochabend eine Motion für ein Moratorium von 5G-Antennen auf Kantonsgebiet überwiesen. Die Motion verlangt vor Aufhebung des Moratoriums unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse über etwaige Gesundheitsschäden. […]m Kanton Waadt will der Staatsrat ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen prüfen. Das hatte die Regierung Anfang Woche im Zusammenhang mit der Antwort auf eine entsprechende Resolution des Grossrats Raphaël Mahaim (Grüne) beschlossen. Nach einer langen Debatte hiess der Grossrat die Resolution schliesslich mit 95 Stimmen zu 9 bei 25 Enthaltungen gut. Bis Mitte 2019 soll eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bafu einen Bericht mit Empfehlungen zum Bereich Mobilfunk und Strahlung verfassen. Den Einsatz der Arbeitsgruppe hatte noch die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard im vergangenen Herbst veranlasst…“ (Tagesanzeiger)

Wednesday, March 6, 2019

Was G5, Huawei und kanadischer Raps gemeinsam haben

G5 ist das nächste grosse Ding. Die Fachmedien sind von den ersten Anwendungen begeistert - die Computerwoche spricht gar von einem Datenrausch. Allerdings wird die Geschwindigkeit im Moment ziemlich gebremst - durch politische Macht- und Ränkespiele, in die sogar kanadische Rapsbauern ohne eigenes Verschulden hereingezogen werden.

Die Welt macht nur zu gern Geschäfte mit China: Bevölkerungsreichtum und Wirtschaftswachstum sorgen für ein unglaubliches Profitpotential. Aber Amnesty International und andere Organisationen publizieren regelmäßig Berichte zur Missachtung der Menschenrechte in China. Das ist ernüchternder Lesestoff: China hat nicht den Ruf eines Landes, in dem man sich auf den Rechtsstaat verlassen kann.
Das erfahren jetzt die Kanadier.
Angefangen hatte alles mit Huawei und einem plötzlich erkannten Spionagerisiko: Wenn der Chinesische Konzern mit seiner führenden 5G-Technologie zu stark in westliche Mobilfunknetze integriert werde, bestehe die Gefahr, dass die chinesische Regierung mithöre:
“In der Debatte um die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller gerät Huawei international immer stärker unter Druck. Die USA versuchen, heimische Firmen am Kauf von Huawei-Ausstattung zu hindern. Australien und Neuseeland haben den Technologieriesen bereits vom 5G-Ausbau ausgeschlossen. Andere Länder könnten dem Beispiel folgen – auch in Europa […]Die USA werfen dem Konzern Industriespionage und Verstöße gegen die Iran-Sanktionen vor. Ende Januar hat das US-Justizministerium offiziell Anklage gegen den chinesischen Konzern erhoben…“ (t-online.de)
Das Rapsgeschäft mit China ist in Kanada Milliarden Wert. Nun wird das
Geschäft plötzlich mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G und Huawai in
Verbindung gebracht.                                                                    Bild Pixabay 
Diese Anklage der USA führte unter anderem zu einem Haftbefehl gegen Meng Wanzhou, Tochter des Huawei-Gründers und Finanzchefin des Konzerns. Diesem internationalen Haftbefehl kam Kanada nach und verhaftete die Gesuchte im Dezember in Vancouver. Nur Tage später verhaftete China zwei Kanadier und verurteilte einen dritten, bereits verurteilten Kanadier in einem plötzlichen Wiederaufnahmeverfahren zum Tode und hob damit eine zuvor verhängte 15-jährige Haftstrafe auf. Diese Massnahmen, deren Tragweite wohl nur die Betroffenen voll spüren, werden in diplomatischen Kreisen allgemein als chinesische Vergeltungsmassnahmen angesehen - genau wie beim kanadischen Raps. In einer Massnahme, die in Europa kaum vermeldet wurde, hat China am Wochenende die Einfuhr von kanadischem Raps blockiert. Einer der größten Getreideverarbeiter Kanadas erklärte am Dienstag, dass China seine Genehmigung zum Export von Raps widerrufen habe. Bei kanadischen Rapsexporten nach China geht es um Milliarden von Dollars. Der Verlust der Frachtgenehmigung kam, nachdem Kanada eine  Auslieferungsanhörung für Huawei CFO Meng Wanzhou durchgeführt hatte.
Wie sich diese Machtspiele auf  die weltweite G5-Entwicklung auswirken werden, ist unklar. Die Computerwoche spekuliert, dass der Druck auf China und Huawei die Einführung verlangsamen könnte:
“Mit oder ohne Huawei-Bauteile - die aktuellen Querelen werden kaum etwas daran ändern, dass 5G als neuer Standard in den nächsten Jahren eingeführt wird und LTE/4G Stück für Stück ablöst. Die Zahlen dahinter sind beeindruckend. 5G soll eine hundertmal höhere Datenrate als LTE bieten. Hinzu kommen eine Kapazitätssteigerung des Netzes um Faktor 1000, zudem die Möglichkeit, mehr als 100 Milliarden Sender weltweit gleichzeitig anzusprechen, dann eine drastische Verringerung des Stromverbrauchs um bis zu 90 Prozent und schließlich bei Bedarf extrem schnelle Reaktionszeiten…“
Huaweis Finanzchefin wurde übrigens schon wenige Tage nach ihrer Verhaftung wieder freigelassen und darf nun ihre Zeit in einer Villa in Vancouver verbringen, so lange das Auslieferungsverfahren läuft. Die drei kanadischen Verhafteten hingegen stecken in chinesischen Gefängnisszellen. Immerhin haben sich inzwischen eine ganze Reihe von Ländern und Persönlichkeiten für die Verhafteten eingesetzt und China aufgefordert, sie freizulassen.

Saturday, December 15, 2018

Die Schweizer Mobilfunker vertrauen Huawei - die Deutschen eher nicht

Westliche Nationen, allen voran die USA, haben ein China-Technologie-Problem. Das Problem besteht nicht darin, dass zu viel Technologie zu billig in den Westen geliefert wird. Die neuen Fragen sind grundsätzlicher; zum Beispiel: Kann man der Chinesischen Technologie, die eng mit dem autoritären kommunistischen Staat verbunden ist, überhaupt trauen?

Können wir überhaupt noch ohne chinesische Technologie - angebliche
Spionage hin oder her?                                                                  huawei
Die Kanadier erfahren es gerade:  Beim Geschäftemachen kommt es immer auch auf den Partner an. Weil Kanadische Behörden auf einen internationalen Antrag auf Auslieferung gegen eine Chinesische Finanzdirektorin in die USA eingegangen sind, hat China kurzerhand zwei unbeteiligte Kanadische Expats in China verhaftet und im berüchtigten Chinesischen System verschwinden lassen. Zwei für Einen, sozusagen. Diese Aktion hat weltweit kaum für Aufsehen gesorgt: Zu viele Geschäfte stehen auf dem Spiel, und während es sich bei den Kanadiern um relativ unbekannte Personen handelt, ist die Chinesin, die in Kanada auf Ansinnen der USA verhaftet wurde, sehr prominent: Es ist Meng Wanzhou, die Huawei Finanzchefin. Der Grund für ihre Verhaftung  liegt in der Politik:
“Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von amerikanischen Sanktionen. Einem Bericht der Zeitung „The Globe and Mail“ zufolge wird ihr zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängt hatten.“ (faz)
Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei, dessen Konzernt schon seit längerem im Verdacht steht, gar nahe mit der Chinesischen Regierung zusammen zu arbeiten. Wir haben schon im Februar dieses Jahres darüber berichtet:
In den USA scheint sich unter der Trump-Administration die Erkenntnis festzusetzen, dass China zumindest auf wirtschaftspolitischer Ebene als Gegner betrachtet werden muss, der mit allen Mitteln dafür kämpft, gegenüber den USA wirtschaftliches Terrain zu gewinnen. Allerdings legen die amerikanischen Geheimdienste keine Belege dafür vor, dass China seine Staatsmacht für die Korrumpierung  chinesischer Technologie verwendet.“ 
Das alles hat dazu geführt, dass auch in Europa einige Staaten etwas vorsichtiger geworden sind mit Huawei. So auch die Deutsche Telekom. Wie 'die Welt' meldet, wird man dort „vor dem Hintergrund der Sicherheitsdiskussionen um den chinesischen Zulieferer“ die Beschaffungsstrategie überprüfen. Betont wird, dass man die globale Diskussion über die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst nehme... In der Schweiz hält man das entweder für übertrieben, oder hält sich für schlauer. Aus Inside-It:
“Während Sunrise laut 'Der Bund' bereits Ende November erklärte, dass keine Pläne bestehen, den Technologiepartner zu wechseln, betont nun auch Swisscom ausdrücklich seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller. Trotz des Hinweises auf das Umdenken bei der Deutschen Telekom heisst es auf Anfrage ungewöhnlich deutlich bei der Swisscom: "Wir verfügen bisher über keine Informationen, die die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei untermauern würden". Man pflege seit 2008 eine Geschäftsbeziehung zu Huawei und arbeite gemeinsam im Festnetzbereich also im Anschlussnetzbereich sowie im Kernnetz zusammen.“
Das tönt alles sehr vertrauenserweckend. Ob es das auch sein sollte, ist allerding eine andere Frage. Denn die Interessenlage von Sunrise und Swisscom ist nicht deckungsgleich mit jener der  schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Deutsche Telekom scheint bezüglich Huawei mehr zu wissen - oder ist vielleicht einfach nicht ganz so gutgläubig, wie die Schweizer Mobilfunker .

Monday, November 5, 2018

Die Hersteller versuchen, den Smartphone-Boom zu verlängern

Es ist fraglich, ob es je notwendig war, alle Jahre ein neues Smartphone-Modell anzuschaffen. Aber es scheint, dass dieses User-Verhalten zum Smartphone-Boom der vergangenen Jahre beigetragen hat. Nun scheint sich dieses Verhalten geändert zu haben: Die Technologie wird nicht schnell genug besser, um ein Upgrade zu rechtfertigen. Allerdings gibt es auch noch andere Gründe für den schrumpfenden Smartphone-Markt.

Die fünf grössten Smartphone-Hersteller und ihre Marktanteile
(zum Vergrössern anklicken).
Die Zahl der verkauften Smartphones ist auf der ganzen Welt rückläufig. Im letzten Quartal wurden immerhin noch 355,2 Millionen Geräte ausgeliefert - was gemäss IDC einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr ausmacht. Allein Samsung, der grösste Hersteller mit einem globalen Marktanteil von 20,3 Prozent, lieferte im letzten Quartal 13 Prozent weniger Smartphones aus - vor allem in den riesigen Märkten China und Indien.
Dafür hat der chinesische Hersteller Huawei aufgeholt und ist bei den Auslieferungen an Apple vorbeigezogen. Huawai wurde nicht zuletzt dank dem P20 Pro Smartphone zum zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt. Ob Apple wieder aufholen kann, wird sich schon bald zeigen, da gleichzeitig mit dem Verkaufsbeginn des Apple iPhone XR das Huawei Mate 20 Pro erschienen ist. Beide Geräte rangieren in der Spitzenklasse und werden generell sehr gut bewertet. Vorläufig belegt Huawei aber den zweiten Platz auf der Herstellerrangliste, gleich nach Samsung, obwohl der Huawei Marktanteil mit 14,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal ebenfalls leicht rückläufig war. Im Jahresvergleich stieg der Marktanteil allerdings um fast ein Drittel.
Die IDC-Zahlen zeigen, dass der gesamte weltweite Smartphone-Markt in diesem Jahr erstmals schrumpfen wird - um ein rundes Prozent. Zum Vergleich: In den letzten fünf Jahren betrug das durchschnittliche Wachstum 16 Prozent.
Eines der grössten Probleme im Smartphone-Markt stellt gegenwärtig China dar, das bei weitem nicht mehr das enorme Wirtschaftswachstum aufweist, wie früher. Seit anderthalb Jahren sind die Verkäufe in China rückläufig. Die hohe Penetrationsrate, gemischt mit schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, habe den grössten Smartphone-Markt der Welt verlangsamt, erklärt Ryan Reith von IDC.
Die Sättigung des Marktes lässt die Hersteller auf fortgeschrittene Technologien wie 5G und Features wie Mehrfachkameras setzen. Wie weit dies die User dazu verleiten wird, ihre Handys öfter zu ersetzen, ist schwer abzuschätzen.

Da weltweit auch grosse Lagerbestände im Vertrieb eine Rolle bei der Entwicklung des Smartphone-Marktes spielen, könnte es durchaus sein, dass auch die Verbraucher mittelfristig vom schrumpfenden Markt profitieren könnten - in der Form von sinkenden Preisen.

Tuesday, September 15, 2015

Smartphones: Mehr Features - noch weniger Akku

Alle paar Monate dürfen wir uns darauf freuen, dass einige schlaue Forscher endlich den Stein der Weisen für mobile Geräte gefunden haben: den Akku, der so lange läuft, wie man ihn braucht. Meistens ist die Hoffnung allerdings unberechtigt, und die High-Tech-Batteriekonzepte, über die berichtet wird, sind noch jahrelang nicht markfähig – wenn sie überhaupt je kommerzialisiert werden. Dafür werden unsere Smartphones immer leistungsfähiger – mit Ausnahme der Akkus.

In mindestens einer Beziehung ist das Klapphandy viel, viel besser als das
Smartphone: Die Akkulaufzeiten sind um ein vielfaches besser.
                                                                                               Screenshot Amazon 
Es kann nicht daran liegen, dass die Konsumenten nicht danach fragen: Alle grossen Gerätehersteller wissen, dass Akkulaufzeit eine der wichtigsten Eigenschaften ist, die bei einem Smartphone gemessen werden. Wer den Akku mit vervielfachter Kapazität erfindet, wird das Geschäft des Jahrhunderts machen.  Und trotzdem geben sich die Hersteller nicht besonders Mühe, Smartphones mit längeren Laufzeiten zu bauen, sondern verkleinern für zusätzliche Features sogar noch die Akkus. Zum Beispiel beim neuen iPhone. Zitat aus stern.de:
"Wenn die Designer die Wahl zwischen einem deutlich größeren Akku oder einem schlankeren Gehäuse haben, machen sie das Gerät im Zweifelsfall lieber einen Millimeter dünner, selbst wenn dann die Kamera aus dem Gehäuse ragt. Jüngstes Beipiel für diese Entwicklung ist das iPhone 6s von Apple. Das Gerät ist in beinahe jeder Hinsicht besser als der Vorgänger. Es ist flinker, hat ein innovatives 3D-Touch-Display und eine wesentlich schärfere Kamera, die 4K-Aufnahmen ermöglicht. Doch die Verbesserungen haben ihren Preis: Weil die Bauteile mehr Platz in dem schmalen Gehäuse benötigen, schrumpft der Akku von 1810 auf 1715 Milliamperestunden. Das klingt erstmal nicht viel, sind aber knapp fünf Prozent weniger Kapazität…“
Laut Autor des Stern-Artikels ist Apple diesbezüglich nicht etwa ein Einzelfall. Auch andere grosse Hersteller sparen an den Akkus:
“Auch beim Galaxy S6 setzte Samsung den Rotstift bei der Batterie an, die Kapazität sank im Vergleich zum Galaxy S5 um knapp zehn Prozent von 2800 auf 2550 mAh. Huawei verbaute letztes Jahr im Mate 7 einen XXL-Akku mit sagenhaften 4100 mAh und konnte so in den Bestenlisten punkten. Das diesjährige, etwas kleinere Mate S verblasst dagegen mit 2700 mAh. Das Handy muss jede Nacht an die Steckdose - darauf scheint sich die Branche stillschweigend geeinigt zu haben.“
Trotzdem gibt es einen Ausweg für alle, die mobil telefonieren wollen, ohne ihr Handy täglich aufzuladen – nämlich das gute alte Klapphandy. Da muss es dann ohne Facebook oder WhatsApp gehen, dafür ist das Gerät auch dann noch brauchbar, wenn es mal für ein paar hundert Stunden keine Steckdose gesehen hat.