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Monday, January 21, 2019

Was kommt nach dem Smartphone?

Die Smartphone-Produktion sinkt weltweit - und zwar ziemlich rasant. Apple und seine Aktienkurse sind nur ein Symptom dieser Entwicklung. Auch andere Hersteller wissen, dass sie sich auf magerere Jahre einstellen müssen.

Chinesische Elektronikproduktion: Der Markt schrumpft weltweit.
                                                                                  Bild Wikimedia Commons
Fast 20 Prozent weniger Smartphones als im letzten Jahr sollen gemäss Analysten der CS dieses Jahr  auf der Welt hergestellt werden. Das ist ein massiver Rückgang und entspricht ungefähr den globalen Produktionszahlen im Jahr 2013.  Schon im letzten Jahr schrumpfte die Smartphone-Produktion; gemäß CS um ganze sieben Prozent. Diese Verkaufsschwierigkeiten im Smartphone-Markt dauern nun schon mehrere Jahre an und es ist klar, dass nicht nur die Chinesische Wirtschaft daran schuld ist. Viele Hersteller hätten immer mehr Probleme, ihre Kunden davon zu überzeugen, ein neues Handy zu kaufen - die Unterschiede zwischen alt und neu sind ganz einfach nicht gross genug. Die CS-Experten warnen ihre Kunden vor der Marktentwicklung bei Smartphones: Die Produktion der Geräte befinde sich sozusagen im freien Fall, und ein Ende sei nicht in Sicht.
Natürlich könnte auch die Preisentwicklung der letzten Jahre etwas mit dem stockenden Smartphone-Markt zu tun haben:
“Trotz des Rückgangs der Stückzahlen, stieg der weltweite Durchschnittspreis eines Smartphones im vergangenen Jahr um zehn Prozent an, wie das Techportal Recode schreibt. Ein Smartphone kostete 2017 im globalen Durchschnitt 363 Dollar. Um diesen Preisrange zu halten, sind Innovationen und Erneuerungen bei Smartphones nötig. Man setze Hoffnung in Multi-Kamera-Upgrades oder die Einführung von faltbaren Smartphones, wie sie Samsung vor einigen Monaten vorgestellt hatte, schreibt die Credit Suisse. Gemäss den Analysten arbeite Apple weiter an 3D-Kameras für das iPhone. Diese könnten für die Modellreihe 2020 eingesetzt werden und allenfalls zu einer Erholung führen.“ (handelszeitung.ch)
Wirtschaftstheoretiker sind allerdings nicht sicher, dass neue Kameras das Handy-Verkaufsproblem lösen werden. Sie glauben an einen jahrzehntelangen Zyklus, der zu Ende geht:
“VWL-Studenten erinnern sich an den Kondratjew-Zyklus, benannt nach Nikolai K., der vor fast 100 Jahren seine Theorie Die langen Wellen der Konjunktur veröffentlichte. Die These: Am Anfang langer Wellen steht eine bahnbrechende Innovation (wie das iPhone), die massenhaft Investitionen und Nachahmer anlockt und jenseits der Konjunkturschwankungen einen langen Aufschwung erzeugt. Ist die Technik assimiliert, sinken die Einsätze; es folgt der lange Abschwung – bis zur nächsten Welle 40 bis 60 Jahre später. Die Dampfmaschine löste Muskelkraft ab und die erste Welle aus. Die Eisenbahn, die jahrzehntelang die Kohle- und Stahlindustrie beflügelte, die zweite. Nummer drei: Elektrotechnik und Grosschemie. Dann die Massenmotorisierung, die in Amerika nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte. Der Siegeszug des Transistors und Computers begann nach dem Zweiten. Seit 1990: Informations- und Kommunikationstechnologie. Das iPhone, ein ganz kleines Ding, hat seine eigene Welle freigesetzt. Angesichts des rasanten Tech-Wandels mag diese viel kürzer sein als der Kondratjew-Zyklus…“ (zeit.de)
Einen solchen Trend wird auch das mächtige Apple nur schwer aufhalten können. Immerhin sollte aber genug Expertise und Geld vorhanden sein, um herauszufinden, wo “das nächste grosse Ding“ liegt. Dann kann das Geldscheffeln auch in den nächsten paar Jahrzehnten munter weiter gehen.

Tuesday, February 24, 2015

Die Briten sind die grössten E-Commerce-Fans

Wie gross ist der Anteil des digitalen Handels am gesamten Detailhandel in Europa? Die Marktforschungsfirma eMarketer hat dazu Zahlen veröffentlicht. Ein interessanter Aspekt: Die durchschnittlichen Detailhandelsumsatzanteile, die durch Verkäufe im Internet erzielt werden, liegen in Europa und in den USA gleichauf – bei 7,1 Prozent. Die Schweiz hinkt hinterher.

Zum Vergrössern anklicken.                                                                       Grafik eMarketer
Inzwischen sind wir es uns gewohnt: Wenn internationale Marktforscher Ergebnisse von Forschungen in Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft veröffentlichen, werden diese meistens als   Europäische Ergebnisse dargestellt; die Schweiz ist dabei nicht enthalten. Damit können wir leben.
So ist es auch mit der eMarketer-Studie zum Detailhandel per Internet. Diese zeigt, dass der Anteil des Detailhandels, der in “Westeuropa“ per Internet erzielt wird (ohne die Schweiz) bei 7,1 Prozent liegt. Interessant dabei ist die grosse Spannweite, die sich unter den untersuchten Westeuropäischen Ländern ergibt. Die Briten sind nämlich die grössten E-Commerce-Fans. Sie kaufen 14,4 Prozent ihrer Produkte über das Internet ein. Am wenigsten Web-Shopping betreiben die Italiener: Hier sind es nur 1,9 Prozent der Umsätze, die elektronisch getätigt werden. Die Schweiz liegt gemäss einer Studie der Credit Suisse unter dem Westeuropäischen Durchschnitt, bei 5 Prozent - hat also im E-Commerce noch viel Aufholpotential. Das sehen auch die Ökonomen der CS so:
“Während der Einkaufstourismus 2015 nicht mehr weiter zunehmen dürfte, wird der Onlinehandel an Bedeutung gewinnen. Ein von den Ökonomen der Credit Suisse entwickeltes Zukunftsszenario geht davon aus, dass der Anteil des Onlinehandels am gesamten Detailhandelsumsatz von heute rund 5 Prozent auf 11 Prozent im Jahr 2020 ansteigen wird. Der Umsatzanteil des Onlinehandels dürfte im Bereich Heimelektronik von gegenwärtigen 26 Prozent auf rund 38 Prozent im Jahr 2020, im Bereich Bekleidung von rund 14 Prozent auf 27 Prozent und im Bereich Lebensmittel von heute rund 1,6 Prozent auf 3,5 Prozent bis ins Jahr 2020 ansteigen. Damit dürfte der Druck auf die Beschäftigung und die Preise im Detailhandel weiter zunehmen.“

Wer versucht ist, die grossen Unterschiede im E-Commerce-Anteil am Detailhandel auf das Klima zurückzuführen, den müssen wir enttäuschen. Es sind nämlich beileibe nicht nur die Italiener, die lieber auf sonnigen Märkten statt am PC einkaufen. Auch die Schwedenscheinen lieber in den Laden zu gehen – nur 3,8 Prozent des Detailhandels wird über das Internet abgewickelt – trotz langem Winter und rauem Klima. Die Norweger hingegen, deren Klima auch nicht gerade gemässigt ist, stehen in Westeuropa mit dem E-Commerce an zweiter Stelle: der E-Commerce macht dort 10,7 Prozent des Detailhandels aus.