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Thursday, September 26, 2019

Smartphones: nicht mehr wie heisse Weggli, aber immer noch gut

Smartphones verkaufen sich nicht mehr so gut wie früher; die Verbraucher lassen sich von technischen Verbesserungen nur noch schwer beeinflussen. Der weltweite Absatz von Smartphones an Endverbraucher ging auch im zweiten Quartal 2019 um fast zwei Prozent zurück. 368 Millionen Geräte wurden gemäss Gartner Inc. verkauft. Der Markt ist also offensichtlich nicht mehr so vital wie in den vergangenen Jahren, aber die Verkaufszahlen sind immer noch beeindruckend.

Grosse Hersteller hätten Premium-Features wie mehrlinsige Front-/Rückkameras, lünettenlose Displays und grosse Batterien von ihren Flaggschiff-Smartphones in preiswertere Modelle gebracht, heisst es bei Gartner - alles, um die User dazu zu bewegen, ein neues Smartphone zu kaufen. Das funktioniert recht gut, aber nicht für alle Hersteller: Unter den fünf weltweit führenden Smartphone-Herstellern verzeichneten Huawei und Samsung im zweiten Quartal 2019 mit 16,5 Prozent und 3,8 Prozent die stärksten jährlichen Umsatzsteigerungen. Deshalb vergrösserten beide ihren Marktanteil, was dazu führte, dass sie mehr als ein Drittel des weltweiten Gesamtumsatzes mit Smartphones ausmachen.
Die Ankündigung des Huawei-Verbotes führte allerdings zu einem starken Rückgang der Smartphone-Umsätze von Huawei auf dem Weltmarkt. Während der Gesamtumsatz mit Smartphones weltweit schwächer war, verhalf viel Werbung und Markenpositionierung Huawei im vierten Quartal zu Rekordverkäufen von Smartphones in Greater China mit beeindruckenden plus 31 Prozent.
Samsung verkaufte im zweiten Quartal 2019 über 75 Millionen Smartphones und steigerte seinen Anteil im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Die starke Nachfrage nach den neuen Smartphones der Galaxy A-Serie von Samsung und die Überarbeitung der gesamten Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphone hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, sagt Gartner.
Apples Anteile schrumpfen hingegen weiter: Die Verkäufe von iPhones gingen im Jahresvergleich weiter zurück, wenn auch mit einer geringeren Rate als im ersten Quartal. Apple verkaufte im zweiten Quartal etwas mehr als 38 Millionen iPhones, ein Rückgang von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu wenige zusätzliche Vorteile hindern bestehende iPhone-Nutzer daran, ihre Smartphones zu ersetzen.
Die NZZ sieht im Angebot an faltbaren Smartphones ein Ausdruck dieses sich konsolidierenden Marktes:
“Um die Konsumenten dazu zu bewegen, sich ein neues Smartphone zuzulegen, genügt eine Kamera mit noch mehr Megapixeln und etwas mehr Speicherplatz nicht aus. Gefragt ist eine stärkere Differenzierung. Und genau diese Überlegung dürfte hinter der Renaissance des Klapp-Handys stecken.
Anfang des Jahres sorgte Samsung mit dem «Galaxy Fold» für Aufsehen, das sich dank dem faltbaren Display zu einem Tablet aufklappen lässt. Fast zeitgleich hat auch Huawei ein Falt-Handy angekündigt. Das «Mate X» hat in zusammengefalteten Zustand einen Bildschirm auf der Vorder- sowie auf der Rückseite und wird nach aussen aufgeklappt…“
Gartner Analysten gehen davon aus, dass der weltweite Verkauf von Smartphones an Endverbraucher im Jahr 2019 insgesamt noch 1,5 Milliarden Einheiten erreichen wird.
Immerhin!

Wednesday, November 6, 2013

Smartphones: Die Zukunft ist gebogen – und faltbar

Vorerst kann man sie noch nicht zusammenfalten, damit sie in der Hosentasche weniger Platz beanspruchen. Aber die Vorstufe zum faltbaren Smartphone haben LG und Samsung kürzlich auf den Markt gebracht: Handys mit konkav gekrümmten Bildschirmen. Das ist einerseits sicher ein Marketing-Gag, bringt aber gemäss Experten auch klare Vorteile – zum Beispiel weniger Spiegelungen und bessere Lesbarkeit. Ausserdem lässt sich das Gerät vom Sitznachbarn nicht ganz so leicht einsehen, wie ein ganz gewöhnliches, flaches Handy.

Beim Samsung Galaxy Round handelt es sich um ein Gerät, das wohl in unseren Regionen eher selten auftauchen wird, da es, zumindest vorerst, nur in Südkorea verkauft wird – für umgerechnet rund 700 Euro. Allerdings sind die Kritiken des Geräts so gut ausgefallen, dass man davon ausgehen kann, dass konkave Handys bald zur Norm gehören werden. Das gebogene Smartphone von LG, das G Flex, ist nicht nur rund, sondern auch noch ein wenig biegsam. Tatsächlich haben gebogene Smartphones klare Vorteile gegenüber geraden Geräten, wie die Experten von Displaymate herausgefunden haben. Zitat aus einem Artikel von ZDNet:
“Displaymate hat den 5,7-Zoll-Screen des Galaxy Round im eigenen Haus getestet. Die Kurvatur ist ihm zufolge vergleichsweise gering, der rechte und linke Rand stehen je 2,66 Millimeter höher als das Zentrum. “Der Effekt ist also subtil, aber sehr wichtig.” Unter anderem falle es nebenstehenden Personen schwerer, auf den Bildschirm zu sehen. Das sei für die Privatsphäre vorteilhaft. Außerdem stellten die Tester fest, dass von hinten kommendes Licht weg vom Betrachter reflektiert wird. “Das ist von Bedeutung, weil man möglichst wenig Umgebungslicht auf dem Bildschirm reflektiert sehen möchte.” Weiter vergrößere der Bildschirm Objekte, die er reflektiere, was “störende Lichtreflexe substanziell verringert”. Und schließlich werden flexible OLED-Bildschirme aus einem Plastik-Substrat hergestellt. Sie haben daher “nicht diese glänzende Glasabdeckung fast aller anderen Mobildisplays”. Dies bewirke auch, dass die OLEDs quasi direkt auf der Oberfläche zu sitzen scheinen, was Displaymate “visuell beeindruckend” findet.“
Auch auf der Redaktion von chip.de scheint man die Smartphone-Rundungen zu schätzen:
“Das horizontal gebogene Galaxy Round schmiegt sich in der Tasche ans Hosenbein und streckt seine Ecken und Kanten dem Nutzer entgegen. Beim vertikal gebogenen G Flex befinden sich Lautsprecher und Mikrofon automatisch näher an Mund und Ohr…“
Doch diese Vorteile sind laut einem Artikel auf suedeutsche.de nur ein Beiprodukt auf dem Weg zum faltbaren Smartphone, dem eigentlichen Ziel der Hersteller. Zitat:
“Damit ein Bildschirm wirklich zusammengefaltet werden kann, muss Samsung sämtliche Glasbauteile des Bildschirms durch haltbares Plastik ersetzen - eine Technik, die noch Jahre entfernt ist, sagen Ingenieure. Die Plastikfolie müsste kratzfest, hochgradig hitzebeständig, durchsichtig wie Glas und elastisch genug sein, damit sie sich um scharfe Kanten legen kann. Eine Massenproduktion solcher Folien zu hoher Qualität ist eine Herausforderung angesichts der komplexen chemischen Strukturen des Materials. Sobald die Technik ausgereift ist, eröffnen sich aber zahlreiche Möglichkeiten. Ein Tablet oder sogar ein tragbarer Fernsehbildschirm könnte dann mehrfach gefaltet werden und in eine Handtasche oder Hosentasche passen. Doch bis es so weit ist, werden sich die meisten Hardwarehersteller vermutlich weiter für eine Kombination von Glas und Plastik entschieden. Um einen faltbaren Bildschirm herzustellen, könnte ein Unternehmen beispielsweise zwei Schichten Glas nebeneinanderlegen und sie mit einer Plastikfolie verbinden…“