Die chinesische Regierung hat die Behörden sowie staatlich
unterstützte Unternehmen angewiesen, PCs ausländischer Marken innerhalb von
zwei Jahren durch einheimische Alternativen zu ersetzen, wie die
Wirtschaftsagentur Bloomberg meldet. Die Kampagne könnte gemäss Bloomberg mindestens
50 Millionen PCs ausländischer Hersteller aus staatlichen Büros verbannen.
Der Chinesische Staat will, dass im staatlichen Umfeld nur noch einheimische PCs verwendet werden. Bild Pixabay
Es sei dies
eine der bisher aggressivsten Massnahmen Pekings, um Schlüsseltechnologien aus
dem Ausland aus den sensibelsten Bereichen des Landes zu verbannen. Nicht nur
PCs sind im Fadenkreuz der staatlichen Wirtschaftslenker: Auch Office-Software
soll ab sofort aus chinesischen Quellen bezogen werden.
Die Aktien der
am meisten betroffenen PC-Hersteller haben bereits auf den Report reagiert. Die
Kurse von HP und Dell gaben an der New Yorker Börse nach. Profitieren wird vor
allem Lenovo, der grösste chinesische PC-Hersteller, der in China fast die
Hälfte des PC-Marktes beherrscht und weltweit bereits der grösste PC-Hersteller
ist, wenn es um die Anzahl verkaufter Geräte geht.
«Der Vorstoss,
ausländische Zulieferer zu ersetzen, ist Teil der langjährigen Bemühungen,
China von seiner Abhängigkeit von amerikanischer Technologie zu befreien - eine
Schwachstelle, die nach den Sanktionen gegen Unternehmen wie Huawei
Technologies Co. aufgedeckt wurde. Diese Initiative hat sich seit 2021
beschleunigt, als die chinesische Zentralregierung in aller Stille eine
geheime, von der Regierung unterstützte Organisation ermächtigte, lokale
Zulieferer in sensiblen Bereichen von der Cloud bis zu Halbleitern zu
überprüfen und zu genehmigen.» (Bloomberg)
Die Europäischen Medien und
E-Commerce-Veranstalter sind schon länger vom Singles-Day in China fasziniert. Das ist verständlich: Jedes Jahr gibt es neue Umsatzrekorde, und es scheint als ob der steile Anstieg
der Verkaufskurve für Online-Plattformen wie Alibaba gar nicht mehr zu stoppen
wäre. Die Zahlen sind tatsächlich eindrücklich, aber längst nicht so gewaltig,
wie es die Händler gerne hätten.
Alibaba ist das grösste chinsesische IT-Unternehmen. alibaba.com
Alibaba ist eine riesige Chinesische Verkaufsplattform,
wo es quasi nichts gibt, das es nicht gibt. Alibaba ist das grösste
IT-Unternehmen in China und bedient nicht nur den riesigen und weiter wachsenden
chinesischen Markt, sondern, zu einem gewissen Grad, auch die restliche Welt.
Und jedes Jahr am Chinesischen Singles Day publiziert das Unternehmen aufsehenerregende
“Umsatzzahlen“, die von den globalen Medien gefeiert und weiterverbreitet
werden. Aber es gibt ein Problem: Auch wenn fast alle Publikationen von Umsätzen, Einnahmen oder gar von Profiten sprechen, handelt es sich bei den
Alibaba-Zahlen um etwas anderes. ZDNet.de definiert richtig:
“Bis um Mitternacht gingen laut Alibaba Bestellungen mit einem
Brutto-Handelsvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) von 30,8 Milliarden Dollar
ein – und damit 27 Prozent mehr als im letzten Jahr […]Tatsächlich entspricht
das Gross Merchandise Volume nicht den Umsatzerlösen (Net Sales), da Rabatte,
verbundene Kosten und retournierte Produkte keine Berücksichtigung finden.“
Mit anderen Worten: Wenn Alibaba 100
Fernseher für 250 Dollar verkauft, die es vorher mit 1000 Dollar pro Stück
bewertet hat, landen 100‘000 Dollar in der Verkaufsstatistik. Die Amerikanische
Wirtschaftsagentur Bloomberg kritisiert denn auch die Veröffentlichung dieser
Zahlen scharf, da sie keine Aussagekraft hätten. Alibaba-Gründer Jack Ma habe das
schon vor zwei Jahren zugegeben, schreibt die Publikation:
“Das hat Alibaba und zahlreiche Medien aber nicht davon abgehalten, diese Zahlen
jeden 11. November herauszuposaunen. Sie sollten alle damit aufhören. Während
Singles-Day-GMV seit seiner ersten Inkarnation im Jahr 2009 exponentiell
gestiegen ist, haben Umsatz und Gewinn nicht Schritt gehalten […] Das ist
wichtig, denn Chinas Wirtschaft verlangsamt sich. Alibaba und seine Mitbewerber,
darunter Baidu Inc. und Ctrip.com International Ltd., beginnen dies zu spüren.“
Der Bloomberg-Autor sagt voraus, dass Alibaba
in Zukunft aufhören wird, Singles-Day-GMV zu veröffentlichen. Irgendwann werde es
keinen neuen Rekord mehr geben, was der Stimmung und dem Image abträglich wäre.
Tatsächlich kann Alibaba riesige "echte“
Umsätze verbuchen. Und die weltweiten Medien würden bestimmt auch darüber berichten. Nutzbringend
wäre es allerdings, wenn die Berichterstattung zu diesem Thema schon heute realistischer
wäre.
Die Wirtschaftsnachrichtenagentur
Bloomberg, welche die Story aufgedeckt hat, nennt die Affäre “The Big Hack“.
Und wenn es tatsächlich stimmen sollte, was die Journalisten von zahlreichen
unabhängigen und Regierungsquellen herausgefunden haben, handelt es sich
tatsächlich um eine grosse Sache. Chinesische Hardware, die in zahlreichen
grossen Unternehmen als Cloud-Server verbaut wurde, sei ab Fabrik mit Spionage-Chips
verseucht gewesen. Die USA beschuldigen die Chinesische Armee.
Wenn die Spionage-Hardware gleich in der chinesischen Chipfabrik in den
Server eingebaut wird, wird es schwierig, mit der Datensicherheit. Bild CC
Die Bloomberg-Geschichte liest sich wie eine
Cyber-Crime-Story, die auf Netflix eine spannende Serie abgeben würde. Sie
beginnt mit Amazons Evaluation eines Start-Ups im amerikanischen Bundesstaat Oregon.
Die Firma, genannt Elemental, stellte Video-Kompressionssoftware her, die auch
im US-Verteidigungskomplex verbreitet eingesetzt wird. Als es dann darum ging,
das Hauptprodukt der Firma zu untersuchen, die teuren Cloud-Server, die Elemental
ihren Kunden verkauft, gab es eine böse Überraschung, wie Bloomberg schreibt:
“Auf den Mainboards der Server, fanden die
Tester einen winzigen Mikrochip, nicht viel grösser als ein Reiskorn, der nicht
Teil des ursprünglichen Designs war. Amazon meldete die Entdeckung den
US-Behörden - und ein Schaudern ging durch die Geheimdienste. Die Server
von Elemental befinden sich nämlich in den Rechenzentren des Verteidigungsministeriums,
den Drohnenoperationen der CIA und den Bordnetzen der Kriegsschiffe der Marine.
Und Elemental war nur einer von Hunderten von Supermicro-Kunden. Während der
anschliessenden streng geheimen Untersuchung, die mehr als drei Jahre später immer noch offen ist, stellten die Ermittler fest, dass die Chips es den Angreifern
erlaubten, eine verdeckte Tür zu jedem Netzwerk zu öffnen, das mit den
geänderten Computern ausgestattet war. Mehrere Personen, die mit der Materie
vertraut sind, sagen, dass Ermittler herausgefunden haben, dass die Chips in
Fabriken eingebaut wurden, die von Subunternehmern in China betrieben werden.“
Die Geschichte wurde natürlich bereits von
vielen europäischen Medien aufgegriffen, und man darf davon ausgehen, dass die Affäre
auch betreffend der politisch-wirtschaftlichen Verwerfungenen zwischen den USA
und China nicht hilfreich sein wird, weil sie dem chinesischen Staat, Spionage
und Wirtschaftsspionage genauso vorwirft, wie das auch der amerikanische
Präsident zu tun pflegt. Ein Problem gibt es allerdings noch. Die betroffenen
Internetgiganten dementieren allesamt:
“Unklar ist, ob die Firmen von den manipulierten Chips wussten. Laut Bloomberg
wurden die Spionagechips aus China bereits 2015 von Apple entdeckt, wo es
offenbar zu ungewöhnlichen Netzwerkaktivitäten kam. Apple soll die
Informationen auch an das FBI weitergeben haben, heißt es in dem
Bloomberg-Bericht. Auch Amazon soll den US-Behörden nach der Entdeckung der
manipulierten Teile Zugang zu seiner sabotierten Hardware gegeben haben. Die
beiden Unternehmen stellen dies aber in Abrede. Man habe keinerlei manipulierte
Chips oder Hardware auf Unternehmensservern gefunden, teilten sowohl Amazon als
auch Apple mit. Supermicro wollte den Bericht nicht kommentieren.“
Bis wir uns von autonomen Autos herumfahren
lassen, wird es noch eine Weile dauern; das Auto ohne Fahrer wird in naher
Zukunft auch ein Auto ohne Passagier sein. Dafür werden wir schon bald unsere
Pakete aus dem Online-Shop vom Fahrzeug ohne Chauffeur liefern lassen.
Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg
vorrechnet, existiert ein riesiger Markt für Lieferwagen, die ohne Chauffeur
unterwegs sind - ganz einfach weil sie so viel billiger sind und statt einem Achtstundentag
ununterbrochen unterwegs sein können. Online-Shopping ist immer noch voll im
Aufwärtstrend; die Kurve ist so steil, dass Mall-Investoren weltweit nicht mehr
ruhig schlafen können. Allein Amazon, der grösste der Online-Händler, hat im letzten Jahr rund 178 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und viele Milliarden
Pakete verschickt. Jede einzelne dieser Lieferungen musste innerhalb nützlicher
Frist beim Kunden oder bei der Kundin ankommen - eine logistische Leistung, die
oft nicht ganz reibungslos abzuwickeln ist und viel Geld kostet. Gemäss dem
Marktforscher McKinsey kostete die Lieferung von solchen Waren schon im Jahr
2015 weltweit über 70 Milliarden Euro. Könnte die Zustellung von Online-Waren
automatisiert werden, könnten diese Kosten gemäss Schätzungen halbiert werden.
Genau deshalb, so prognostizieren die McKinsey-Experten, würden schon in weniger als zehn
Jahren 80 Prozent aller Paketlieferungen mit autonomen Fahrzeugen vorgenommen
werden.
Tatsächlich ist die Entwicklung und
Erprobung von autonomen Lieferfahrzeugen in vollem Gang; verschiedene
Autohersteller arbeiten mit Hochdruck daran, die damit verbundenen Probleme zu
lösen. Ford zum Beispiel unternimmt gegenwärtig einen Versuch in den USA, in
Miami. Vor der Integration autonomer Lieferfahrzeuge in den öffentlichen Strassenverkehr
müssen jedoch noch einige Fragen geklärt werden: Wie sehen rationelle Prozesse
aus, bei denen Mitarbeiter von Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge beladen und
programmieren? Wie werden die Kunden mit dem Fahrzeug interagieren, um
beispielsweise Lebensmittel zu erhalten? Werden Kunden bereit sein, ihre Häuser
zu Fuss zu verlassen, um ihre Lieferungen entgegen zu nehmen?
"In Bezug auf den Einsatz von autonomen
Fahrzeugen für innerstädtische Lieferdienste gibt es für uns natürlich noch
einiges zu lernen", sagt Sherif Marakby, der zuständige Ford Manager. Aber
man sehe jetzt schon jetzt Vorteile für den Verkehrsfluss. Ein selbstfahrendes
Fahrzeug suche sich zum Beispiel immer einen vorschriftsmässigen Parkplatz und
werde daher durch unbotmässiges Parkieren keinen Stau verursachen…
Übrigens will auch Uber, bekannt für seine
Taxidienste, mit autonomen Trucks Geld verdienen - aber in einer grösseren
Klasse, wie wired.de berichtet:
“Uber
nutzt seine teilautonomen LKW bislang ähnlich, wie anderorts Züge verwendet
werden: Ein regulärer Truck bringt den Anhänger in das Logistikzentrum des
Fahrdienstanbieters. Dort wird dieser dann an den selbstfahrenden
Sattelschlepper angehängt. Dieser fährt die Fracht auf einer vorgegebenen Autobahnstrecke
in ein entferntes Logistikzentrum in Zielnähe, wo sie wieder von einem
regulären Lkw übernommen wird, der die letzte Strecke zum Empfänger zurücklegt.“
Unterwegs sind diese Lieferfahrzeuge in
Arizona - und keine Angst, es sind nicht Geistertrucks; zur Sicherheit fährt
immer noch ein Mensch mit.