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Friday, May 6, 2022

Peking will ausländische PCs in staatlichen Unternehmen loswerden

Die chinesische Regierung hat die Behörden sowie staatlich unterstützte Unternehmen angewiesen, PCs ausländischer Marken innerhalb von zwei Jahren durch einheimische Alternativen zu ersetzen, wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg meldet. Die Kampagne könnte gemäss Bloomberg mindestens 50 Millionen PCs ausländischer Hersteller aus staatlichen Büros verbannen.

Der Chinesische Staat will, dass im staatlichen Umfeld nur noch einheimische
PCs verwendet werden
.                                                     Bild Pixabay
Es sei dies eine der bisher aggressivsten Massnahmen Pekings, um Schlüsseltechnologien aus dem Ausland aus den sensibelsten Bereichen des Landes zu verbannen. Nicht nur PCs sind im Fadenkreuz der staatlichen Wirtschaftslenker: Auch Office-Software soll ab sofort aus chinesischen Quellen bezogen werden.

Die Aktien der am meisten betroffenen PC-Hersteller haben bereits auf den Report reagiert. Die Kurse von HP und Dell gaben an der New Yorker Börse nach. Profitieren wird vor allem Lenovo, der grösste chinesische PC-Hersteller, der in China fast die Hälfte des PC-Marktes beherrscht und weltweit bereits der grösste PC-Hersteller ist, wenn es um die Anzahl verkaufter Geräte geht.

«Der Vorstoss, ausländische Zulieferer zu ersetzen, ist Teil der langjährigen Bemühungen, China von seiner Abhängigkeit von amerikanischer Technologie zu befreien - eine Schwachstelle, die nach den Sanktionen gegen Unternehmen wie Huawei Technologies Co. aufgedeckt wurde. Diese Initiative hat sich seit 2021 beschleunigt, als die chinesische Zentralregierung in aller Stille eine geheime, von der Regierung unterstützte Organisation ermächtigte, lokale Zulieferer in sensiblen Bereichen von der Cloud bis zu Halbleitern zu überprüfen und zu genehmigen.»  (Bloomberg)

Monday, November 12, 2018

Alibaba: Singles-Day-Umsätze, die eigentlich gar keine sind

Die Europäischen Medien und E-Commerce-Veranstalter sind schon länger vom Singles-Day in China fasziniert. Das ist verständlich: Jedes Jahr gibt es neue Umsatzrekorde, und es scheint als ob der steile Anstieg der Verkaufskurve für Online-Plattformen wie Alibaba gar nicht mehr zu stoppen wäre. Die Zahlen sind tatsächlich eindrücklich, aber längst nicht so gewaltig, wie es die Händler gerne hätten.


Alibaba ist das grösste chinsesische IT-Unternehmen.                     alibaba.com
Alibaba ist eine riesige Chinesische Verkaufsplattform, wo es quasi nichts gibt, das es nicht gibt. Alibaba ist das grösste IT-Unternehmen in China und bedient nicht nur den riesigen und weiter wachsenden chinesischen Markt, sondern, zu einem gewissen Grad, auch die restliche Welt. Und jedes Jahr am Chinesischen Singles Day publiziert das Unternehmen aufsehenerregende “Umsatzzahlen“, die von den globalen Medien gefeiert und weiterverbreitet werden. Aber es gibt ein Problem: Auch wenn fast alle Publikationen von Umsätzen, Einnahmen oder gar von Profiten sprechen, handelt es sich bei den Alibaba-Zahlen um etwas anderes. ZDNet.de definiert richtig:
“Bis um Mitternacht gingen laut Alibaba Bestellungen mit einem Brutto-Handelsvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) von 30,8 Milliarden Dollar ein – und damit 27 Prozent mehr als im letzten Jahr […]Tatsächlich entspricht das Gross Merchandise Volume nicht den Umsatzerlösen (Net Sales), da Rabatte, verbundene Kosten und retournierte Produkte keine Berücksichtigung finden.“
Mit anderen Worten: Wenn Alibaba 100 Fernseher für 250 Dollar verkauft, die es vorher mit 1000 Dollar pro Stück bewertet hat, landen 100‘000 Dollar in der Verkaufsstatistik. Die Amerikanische Wirtschaftsagentur Bloomberg kritisiert denn auch die Veröffentlichung dieser Zahlen scharf, da sie keine Aussagekraft hätten. Alibaba-Gründer Jack Ma habe das schon vor zwei Jahren zugegeben, schreibt die Publikation:
“Das hat Alibaba und zahlreiche Medien aber nicht davon abgehalten, diese Zahlen jeden 11. November herauszuposaunen. Sie sollten alle damit aufhören. Während Singles-Day-GMV seit seiner ersten Inkarnation im Jahr 2009 exponentiell gestiegen ist, haben Umsatz und Gewinn nicht Schritt gehalten […] Das ist wichtig, denn Chinas Wirtschaft verlangsamt sich. Alibaba und seine Mitbewerber, darunter Baidu Inc. und Ctrip.com International Ltd., beginnen dies zu spüren.“
Der Bloomberg-Autor sagt voraus, dass Alibaba in Zukunft aufhören wird, Singles-Day-GMV zu veröffentlichen. Irgendwann werde es keinen neuen Rekord mehr geben, was der Stimmung und dem Image abträglich wäre. 
Tatsächlich kann Alibaba riesige "echte“ Umsätze verbuchen. Und die weltweiten Medien würden bestimmt auch darüber berichten. Nutzbringend wäre es allerdings, wenn die Berichterstattung zu diesem Thema schon heute realistischer wäre.

Thursday, October 4, 2018

Chinesische Servertechnologie - Spionagechips inbegriffen

Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, welche die Story aufgedeckt hat, nennt die Affäre “The Big Hack“. Und wenn es tatsächlich stimmen sollte, was die Journalisten von zahlreichen unabhängigen und Regierungsquellen herausgefunden haben, handelt es sich tatsächlich um eine grosse Sache. Chinesische Hardware, die in zahlreichen grossen Unternehmen als Cloud-Server verbaut wurde, sei ab Fabrik mit Spionage-Chips verseucht gewesen. Die USA beschuldigen die Chinesische Armee.

Wenn die Spionage-Hardware gleich in der chinesischen Chipfabrik in den
Server eingebaut wird, wird es schwierig, mit der Datensicherheit.     Bild CC
Die Bloomberg-Geschichte liest sich wie eine Cyber-Crime-Story, die auf Netflix eine spannende Serie abgeben würde. Sie beginnt mit Amazons Evaluation eines Start-Ups im amerikanischen Bundesstaat Oregon. Die Firma, genannt Elemental, stellte Video-Kompressionssoftware her, die auch im US-Verteidigungskomplex verbreitet eingesetzt wird. Als es dann darum ging, das Hauptprodukt der Firma zu untersuchen, die teuren Cloud-Server, die Elemental ihren Kunden verkauft, gab es eine böse Überraschung, wie Bloomberg schreibt:
“Auf den Mainboards der Server, fanden die Tester einen winzigen Mikrochip, nicht viel grösser als ein Reiskorn, der nicht Teil des ursprünglichen Designs war. Amazon meldete die Entdeckung den US-Behörden - und ein Schaudern ging durch die Geheimdienste. Die Server von Elemental befinden sich nämlich in den Rechenzentren des Verteidigungsministeriums, den Drohnenoperationen der CIA und den Bordnetzen der Kriegsschiffe der Marine. Und Elemental war nur einer von Hunderten von Supermicro-Kunden. Während der anschliessenden streng geheimen Untersuchung, die mehr als drei Jahre später immer noch offen ist, stellten die Ermittler fest, dass die Chips es den Angreifern erlaubten, eine verdeckte Tür zu jedem Netzwerk zu öffnen, das mit den geänderten Computern ausgestattet war. Mehrere Personen, die mit der Materie vertraut sind, sagen, dass Ermittler herausgefunden haben, dass die Chips in Fabriken eingebaut wurden, die von Subunternehmern in China betrieben werden.“
Die Geschichte wurde natürlich bereits von vielen europäischen Medien aufgegriffen, und man darf davon ausgehen, dass die Affäre auch betreffend der politisch-wirtschaftlichen Verwerfungenen zwischen den USA und China nicht hilfreich sein wird, weil sie dem chinesischen Staat, Spionage und Wirtschaftsspionage genauso vorwirft, wie das auch der amerikanische Präsident zu tun pflegt. Ein Problem gibt es allerdings noch. Die betroffenen Internetgiganten dementieren allesamt:
“Unklar ist, ob die Firmen von den manipulierten Chips wussten. Laut Bloomberg wurden die Spionagechips aus China bereits 2015 von Apple entdeckt, wo es offenbar zu ungewöhnlichen Netzwerkaktivitäten kam. Apple soll die Informationen auch an das FBI weitergeben haben, heißt es in dem Bloomberg-Bericht. Auch Amazon soll den US-Behörden nach der Entdeckung der manipulierten Teile Zugang zu seiner sabotierten Hardware gegeben haben. Die beiden Unternehmen stellen dies aber in Abrede. Man habe keinerlei manipulierte Chips oder Hardware auf Unternehmensservern gefunden, teilten sowohl Amazon als auch Apple mit. Supermicro wollte den Bericht nicht kommentieren.“


Tuesday, March 13, 2018

Autonome Fahrzeuge: Waren statt Passagiere

Bis wir uns von autonomen Autos herumfahren lassen, wird es noch eine Weile dauern; das Auto ohne Fahrer wird in naher Zukunft auch ein Auto ohne Passagier sein. Dafür werden wir schon bald unsere Pakete aus dem Online-Shop vom Fahrzeug ohne Chauffeur liefern lassen.

Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg vorrechnet, existiert ein riesiger Markt für Lieferwagen, die ohne Chauffeur unterwegs sind - ganz einfach weil sie so viel billiger sind und statt einem Achtstundentag ununterbrochen unterwegs sein können. Online-Shopping ist immer noch voll im Aufwärtstrend; die Kurve ist so steil, dass Mall-Investoren weltweit nicht mehr ruhig schlafen können. Allein Amazon, der grösste der Online-Händler, hat im letzten Jahr rund 178 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und viele Milliarden Pakete verschickt. Jede einzelne dieser Lieferungen musste innerhalb nützlicher Frist beim Kunden oder bei der Kundin ankommen - eine logistische Leistung, die oft nicht ganz reibungslos abzuwickeln ist und viel Geld kostet. Gemäss dem Marktforscher McKinsey kostete die Lieferung von solchen Waren schon im Jahr 2015 weltweit über 70 Milliarden Euro. Könnte die Zustellung von Online-Waren automatisiert werden, könnten diese Kosten gemäss Schätzungen halbiert werden. Genau deshalb, so prognostizieren die McKinsey-Experten, würden schon in weniger als zehn Jahren 80 Prozent aller Paketlieferungen mit autonomen Fahrzeugen vorgenommen werden.
Tatsächlich ist die Entwicklung und Erprobung von autonomen Lieferfahrzeugen in vollem Gang; verschiedene Autohersteller arbeiten mit Hochdruck daran, die damit verbundenen Probleme zu lösen. Ford zum Beispiel unternimmt gegenwärtig einen Versuch in den USA, in Miami. Vor der Integration autonomer Lieferfahrzeuge in den öffentlichen Strassenverkehr müssen jedoch noch einige Fragen geklärt werden: Wie sehen rationelle Prozesse aus, bei denen Mitarbeiter von Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge beladen und programmieren? Wie werden die Kunden mit dem Fahrzeug interagieren, um beispielsweise Lebensmittel zu erhalten? Werden Kunden bereit sein, ihre Häuser zu Fuss zu verlassen, um ihre Lieferungen entgegen zu nehmen?
"In Bezug auf den Einsatz von autonomen Fahrzeugen für innerstädtische Lieferdienste gibt es für uns natürlich noch einiges zu lernen", sagt Sherif Marakby, der zuständige Ford Manager. Aber man sehe jetzt schon jetzt Vorteile für den Verkehrsfluss. Ein selbstfahrendes Fahrzeug suche sich zum Beispiel immer einen vorschriftsmässigen Parkplatz und werde daher durch unbotmässiges Parkieren keinen Stau verursachen…
Übrigens will auch Uber, bekannt für seine Taxidienste, mit autonomen Trucks Geld verdienen - aber in einer grösseren Klasse, wie wired.de berichtet:
 “Uber nutzt seine teilautonomen LKW bislang ähnlich, wie anderorts Züge verwendet werden: Ein regulärer Truck bringt den Anhänger in das Logistikzentrum des Fahrdienstanbieters. Dort wird dieser dann an den selbstfahrenden Sattelschlepper angehängt. Dieser fährt die Fracht auf einer vorgegebenen Autobahnstrecke in ein entferntes Logistikzentrum in Zielnähe, wo sie wieder von einem regulären Lkw übernommen wird, der die letzte Strecke zum Empfänger zurücklegt.“
Unterwegs sind diese Lieferfahrzeuge in Arizona - und keine Angst, es sind nicht Geistertrucks; zur Sicherheit fährt immer noch ein Mensch mit.