Showing posts with label Elon Musk. Show all posts
Showing posts with label Elon Musk. Show all posts

Monday, January 30, 2023

Twitter will PayPal konkurrenzieren

Twitter will Zahlungen über die eigene Plattform möglich machen. Einem Bericht der Financial Times zufolge, kommt der Schritt zur Integration von Zahlungsfunktionen zu einem Zeitpunkt, da Twitter-CEO Elon Musk nach neuen Einnahmequellen sucht, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen. 

Elon Musk begann seine Karriere mit PayPal - nun will
er das Unternehmen mit Twitter konkurrenzieren.
PayPal Logo Wikimedia Commons
Twitter hofft, die Lizenzierung in den USA innerhalb eines Jahres zu erhalten. Danach wird das Unternehmen versuchen, zu expandieren und eine internationale Zulassung zu erhalten. Zitat aus der Financial Times:

«Um Musks Vision zu verwirklichen, müssen neue technologische Herausforderungen bewältigt, erhebliche Auflagen erfüllt und das Vertrauen der Verbraucher gewonnen werden. Es wird wahrscheinlich auch kostspielig werden: Ende letzten Jahres wandte sich Musk an die Investoren von Twitter, um mehr Kapital zu beschaffen, und gab an, dass ein Teil des Geldes zur Finanzierung einer "Einstellungsorgie" von Programmierern verwendet werden würde, um eine "Super-App" zu entwickeln, die Zahlungen verarbeiten könnte, so ein Investor, der das Angebot erhalten hat.»

Es sieht so aus, als ob die Twitter-Übernahme Elon Musk noch mehr unternehmerische Initiative verliehen hat. Auch die Zukunft von E-Auto-Hersteller Tesla, dessen Aktien im letzten Jahr stark gesunken sind, sieht wieder besser aus: Tesla meldete diese Woche Rekordverkäufe, und der Aktienkurs ist wieder auf dem Weg nach oben.

Friday, August 5, 2022

Starlink wird langsamer

Elon Musks Starlink Internetservice war vor kurzem noch der globale Star unter den Internet-Providern: Hohe Geschwindigkeiten waren garantiert, auch in Gegenden, wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Doch nun häufen sich Reklamationen von Usern, deren Datendurchsatz sich massiv verringert hat. Es scheint, als ob Starlink zu viele Kunden an Bord genommen hat.

Starlink von SpaceX generiert zu viel Nachfrage.      Screengrab spacex.com
Laut den Daten von Ookla Speedtest sind die Internetgeschwindigkeiten für das Starlink-System von SpaceX für Nutzer in Nordamerika erneut gesunken. Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit für Starlink-Nutzer in den USA 90,55 Mbps, gegenüber 104,97 Mbps im vierten Quartal 2021. Die Upload-Geschwindigkeiten sanken von 12,04 Mbit/s auf 9,33 Mbit/s. Das sind natürlich durchschnittliche Geschwindigkeiten – und die sind immer noch ziemlich gut. Der immer noch hohe Durchschnitt setzt sich wohl dadurch zusammen, dass nicht alle Regionen gleich stark von der Überlastung betroffen sind.

Starlink scheint sich jedenfalls bewusst zu sein, dass etwas nicht richtig läuft, wie dieser Mitteilung an einen US-Kunden entnommen werden kann:

 «Wir sind uns bewusst, dass Kunden über eine geringere Download/Upload-Geschwindigkeit berichten. Diese Schwankungen sind auf Überlastungen in bestimmten Gebieten in Spitzenzeiten zurückzuführen. Wir erwarten Verbesserungen, wenn wir unsere Satellitenkonstellation mit zukünftigen Starts vollständig einrichten.»

 Der Techniker und Blogger Jeff Geerling sagt voraus, dass die Geschwindigkeiten mit zunehmender Sättigung der Satelliten und Bodenstationen noch langsamer werden. Das sei zu erwarten gewesen:

 «Starlink hat jetzt wahrscheinlich 500’000 Kunden, und SpaceX stellt derzeit 20’000 neue Terminals pro Woche her. Die Kapazität ist die grösste Herausforderung für SpaceX, und das wird auch mit Zehntausenden von Satelliten in der Luft noch eine Herausforderung sein. Denn trotz Laserverbindungen, mehr Bodenstationen und besserer Software ist die Physik einfach nicht zu schlagen - zumindest nicht kurzfristig.»

 Starlink bedient seit Oktober 2020 Internetkunden. Seitdem hat der Service global rund 500’000 Abonnenten gewonnen, und viele weitere Nutzer warten noch darauf, den Dienst auszuprobieren. 

Thursday, May 26, 2022

Werbung ohne Zustimmung der User kostet Twitter 150 Millionen

Twitter hat zugestimmt, eine Geldstrafe in Höhe von 150 Millionen Dollar zu zahlen, weil das Unternehmen die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt hat. Laut Gerichtsdokumenten hat Twitter zugestanden, Telefonnummern und E-Mail-Adressen seiner Nutzer für Werbezwecke verwendet zu haben, obwohl dafür keine Einwilligungen vorlagen. Das berichten verschiedene amerikanische Medien.

Twitter ist schon wieder in den Schlagzeilen.     Logo: Twitter
Nach Angaben der Federal Trade Commission und des Justizministeriums verstiess Twitter gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011, in der es sich verpflichtet hatte, die aus Sicherheitsgründen gesammelten Kontodaten nicht für Werbezwecke zu verwenden. "Twitter erhielt Daten von Nutzern unter dem Vorwand, sie für Sicherheitszwecke zu nutzen, verwendete die Daten dann aber, um Nutzer gezielt mit Werbung anzusprechen", erklärte die FTC-Vorsitzende Lina M. Khan in einer Erklärung. Diese Praxis dauerte mindestens von Mai 2013 bis September 2019 und betraf mehr als 140 Millionen Nutzer.

 Die Informationen sind nicht neu; Twitter hat sich bereits 2019 öffentlich entschuldigt. Die Busse kommt allerdings in einem sehr ungünstigen Moment für Twitter, weil die ganze Affäre in Schlaglicht auf die undurchsichtige Geschäftsführung des Unternehmens wirft.
Elon Musk, der kürzlich ein Kaufangebot für Twitter in Höhe von 44 Milliarden Dollar gemacht hat, findet die Nachricht jedenfalls "sehr besorgniserregende ". "Wenn Twitter hier nicht wahrheitsgemäss war, was ist dann noch nicht wahr?", twitterte Musk. Er wiederholte auch seine früheren Absichten, Twitter in ein Unternehmen zu verwandeln, das mehr auf Abonnements als auf Werbung angewiesen sei. Musk hatte im April ein Übernahmeangebot für Twitter in Höhe von 44 Milliarden Dollar unterbreitet und versprochen, die Plattform von Spambots zu befreien und gleichzeitig die Nutzerbasis und den Umsatz massiv zu steigern. In seiner aktuellen Stellungnahme spielt er wohl darauf an, dass Twitter eine viel grössere Zahl von Bot-Usern hat, als das Unternehmen zugibt. Musk hat bereits angetönt, dass er deshalb weniger für Twitter bezahlen möchte.

Monday, May 23, 2022

Elon Musks Starlink-Internet für die Schweiz

Der reichste Mann der Welt hat dieser Tage viel von sich reden gemacht. Dabei ging es allerdings nicht um eine seiner ultra-innovativen Firmen wie Tesla oder Spacex, sondern um die Chat-Plattform Twitter. In der Schweiz wird Musk in den nächsten Wochen und Monaten aber auch Spuren hinterlassen: Sein Satelliten-Internet Starlink soll auf jedem Gipfel, in jedem Tal und auch in der Stadt funktionieren. Es ist schnell, zuverlässig – und teuer.

So sehen 60 Starlink-Satelliten aus, gestapelt auf einer SpaceX-Falcon-Rakete, auf dem 
Weg in die Erdumlaufbahn.                                                                          Bild SpaceX
Die Weltwoche hat das Angebot getestet, und die Tester sind sehr zufrieden:

«Die Geschwindigkeit ist gut bis sehr gut und schwankt noch etwas. Der Download kann schon 200 MB/s überschreiten, der Upload schwankt zwischen 20 und 40 MB/s. Der Preis ist mit 94 Franken pro Monat eher hoch, man erhält aber flexiblen Internet-Zugang, der im Prinzip in ganz Europa funktioniert. zunächst ist der Zugang auf die Heimadresse und einen Umkreis von zirka 20 Kilometern beschränkt. Wechselt man den Standort, muss man die neue Adresse in der App oder auf der Starlink-Homepage neu eingeben. Die Satelliten müssen wissen, in welchen Zellen der Erde welche Antennen stehen, damit diese dann entsprechend auf Empfang gehen können. Ein zusätzliches Roaming-Abo (25 Fr./Mt.) soll diese Eingabe dann überflüssig machen. Für Reisende, die mit dem Camper unterwegs sind, eine ideale Ergänzung…»

Starlink ist definitiv ein Angebot, das Kunden ansprechen wird, die entweder ohne befriedigendes Internet leben, oder solche die ganz einfach die faszinierende Technologie ausprobieren möchten, die hier geliefert wird. Für Experten ist allerdings klar, dass Starlink eine teure Alternative ist, die nur in bestimmten Fällen Sinn macht. Die deutsche Plattform inside-digital.de hat einen umfangreichen Artikel publiziert, der auch auf diese Frage eingeht:

 «Aufgrund der Kosten ist eines klar: Wer eine Internet-Alternative über DSL, Kabel oder Glasfaser hat, sollte diese nutzen. Selbst lokale Glasfaser-Anbieter sind in der Regel günstiger als der Starlink-Zugang. Doch noch immer gibt es in Deutschland Regionen oder auch einzelne Häuser, die keinen vernünftigen Internetanschluss bekommen können. Zwar reichen langsame DSL-Anschlüsse aus, um Mails abzurufen, Nachrichten zu lesen oder online zu shoppen, doch beim Streaming ist oft Schluss. Doch gerade in diesen Regionen ist nicht nur das Festnetz schlecht, sondern auch das Mobilfunknetz. Hier kann Starlink eine echte und schnelle Alternative sein, ein bisheriges Offline-Haus online zu bringen. Wer nicht aufs Geld achten muss, kann mit Starlink natürlich auch sein Ferienhaus, die Datsche im Schrebergarten oder das Wohnmobil auf dem Dauercamping-Platz online bringen. Hier kann man sich den Zugang vielleicht sogar mit den Nachbarn teilen.»

 Übrigens: Es gibt auch ausgesprochene Starlink-Gegner. Sie befürchten, dass das Weltall durch die tausenden von Starlink-Satelliten unwiderruflich verschmutzt wird:

«Die Gefahr für den Sternenhimmel ist noch nicht gebannt, weil es keine Standards gibt, wie dunkel die neuen Satelliten sein sollen. Mit bloßem Auge können wir Menschen bis zu 5‘000 Sterne sehen. Das Unternehmen Starlink von Musk will alleine 42‘000 Satelliten in den nahen Erdorbit schießen, zusammen mit anderen Projekten von beispielsweise Amazon sollen es in den nächsten Jahren zusammen 55‘000 sein. Die Zahl 100‘000 steht im Raum. Bis zum Jahr 2027 will alleine Musk 12‘000 im Himmel haben.»

Thursday, April 28, 2022

Twitter gewinnt - und verliert Nutzer

Twitter gewann im ersten Quartal dieses Jahres gut 14 Millionen neue User. Damit wuchs die gesamte Nutzerzahl auf 229 Millionen. Dieser Zuwachs kam noch bevor Elon Musk sein 44 Millionen-Dollar-Angebot für den Kurznachrichtendienst machte. Musks Übernahme scheint aber auch eine Nutzerverschiebung bewirkt zu haben: Gemäss verbreiteten amerikanischen Medienberichten haben konservative Twitter-User schlagartig hunderttausende von Follower dazugewonnen, während liberale und linke Twitterer Follower verlieren – im Fall von Barack Obama, dem Twitterer mit den meisten Follower überhaupt, waren es über Nacht 300'000.

Elon Musk      Bild Wikimedia

Twitter meldete heute Gesamteinnahmen und Anzeigenverkäufe, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Das führte dazu, dass die Aktien trotz Nutzerwachstum leicht fielen. Daraus lässt sich die Herausforderung erkennen, der sich Elon Musk bald annehmen muss: Twitter verdient zu wenig Geld. Das Unternehmen erwirtschaftet den Grossteil seiner Einnahmen durch den Verkauf digitaler Anzeigen auf der Website und in der App.  Im Übrigen müsste das Unternehmen bis Ende 2023 in jedem Quartal mindestens 12 Millionen neue Nutzer hinzugewinnen, um seine selbstgesetzten Ziele zu erreichen. Twitter wird seit langem dafür kritisiert, dass es zu wenig Neuerungen einführt. Elon Musk hat seinerseits vorgeschlagen, die Möglichkeit zur Korrektur von Tweets einzuführen. Ausserdem will er, dass der Twitter-Algorithmus als Open Source freigegeben wird.

Was die Fluktuationen der Follower-Zahlen in den USA betrifft, hat sich ein Trend bestätigt: Linke Twitterer verlieren, rechte gewinnen, schreibt der Economist:

«Innerhalb weniger Stunden nach der Nachricht, dass Elon Musk, ein Serienunternehmer, Twitter in seine Sammlung aufnehmen werde, bemerkten die Nutzer einen merkwürdigen Trend: linksgerichtete Konten verloren Follower, während rechtsgerichtete Nutzer einen Boom erlebten. Der Economist untersuchte das Muster, indem er die Anzahl der Follower der amerikanischen Kongressmitglieder auf Twitter vor und nach der Bekanntgabe des Deals am 25. April aufzeichnete. Die Ergebnisse sind subtil, aber sehr konsistent.»

 Während Nutzer wie Michelle Obama, Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez laut Daten des Social-Media-Analytics-Trackers SocialBlade über Nacht mehr als 10'000 Follower verloren, gewannen Konservative wie Ted Cruz, Newt Gingrich und Laura Ingraham Tausende follower dazu.

 Eines ist sicher: Der Streit um Twitter hat gerade erst begonnen.

Sunday, May 16, 2021

Ist Chia die grünere (und bessere) Kryptowährung?

Das “Schürfen“ von Bitcoin, wie der digitale Herstellungsprozess genannt wird, verbraucht riesige Mengen von Energie – im letzten Jahr wurde dafür mehr Elektrizität verbraucht, als die ganze Schweiz benötigt (siehe untenstehende Grafik). Elon Musk, einer der grossen Bitcoin-Förderer scheint jetzt eingesehen zu haben, dass es nicht viel Sinn macht, die Weltwirtschaft wegen des Klimawandels auf weniger Energieverbrauch zu trimmen, währenddem für Spekulationszwecke riesige Mengen von Elektrizität in digitales "Geld" verwandelt werden.  

Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch einiger Länder und von Bitcoin.
                                                                     Quelle: Cambridge Center for Alternative Finance

Ohne dem Tesla-Chef niedrige Beweggründe unterschieben zu wollen, darf man davon ausgehen, dass sein Sinneswandel bezüglich Bitcoin sich ausgezahlt hat: Seine Verlautbarungen per digitale Medien verursachen jeweils signifikante Kurssprünge. Das war auch diesmal wieder so: Mitte Woche gab Musk bekannt, seine Firma Tesla höre auf, Bitcoin von Tesla-Käufern zu akzeptieren. Der Grund: Bedenken wegen des enormen Energieverbrauchs bei der Herstellung der Währung. Die dramatische Kehrtwende des manchmal reichsten, dann wieder zweitreichsten Mannes der Welt verursachte einen Kurssturz von 8‘000 Dollar, von fast 55,000 auf 47,000 Dollar in nur zwei Stunden. In einer Twitter-Verlautbarung teilte Musk mit:

"Tesla hat Fahrzeugkäufe mit Bitcoin ausgesetzt. Wir sind besorgt über die schnell zunehmende Nutzung fossiler Brennstoffe für Bitcoin-Mining und Bitcoin-Transaktionen, insbesondere Kohle, die die schlimmsten Emissionen aller Brennstoffe hat. Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben, dass sie eine vielversprechende Zukunft hat, aber das kann nicht auf Kosten der Umwelt geschehen. Tesla wird keine Bitcoin verkaufen und wir beabsichtigen, die Währung für Transaktionen zu nutzen, sobald das Mining auf nachhaltigere Energie umgestellt wird. Wir schauen uns auch andere Kryptowährungen an, die weniger als ein Prozent der Energie von Bitcoin [pro] Transaktion verbrauchen."

Eine dieser Währungen, die jetzt in den Fokus gerückt ist, heisst Chia. Die Idee stammt von BitTorrent Erfinder Bram Cohen, der Chia als "grünes Geld für eine digitale Welt" beschreibt. Laut Chia verbraucht der Chia-Mining zehntausendmal weniger Energie als Bitcoin. Dafür braucht die Währung Speicherplatz. In China haben sich die Preise für Festplatten bei einigen PC-Modellen bereits verdoppelt, da die ersten Anbieter versuchen, mit Speicherplatz Geld zu machen. Das Problem: Jüngsten Berichten zufolge reduziert kontinuierliches Chia-Mining die Haltbarkeit einer 512-GB-Festplatte von zehn Jahren auf gerade mal 40 Tage. Trotzdem: Der Preis von Chia hat in den letzten Tagen deutlich angezogen, dann wieder nachgegeben. Das Handelsvolumen von mehr als 110 Milliarden Dollar (in den letzten 24 Stunden) ist so oder so eindrücklich.

Monday, February 15, 2021

Satelliten, Satelliten, Satelliten - die Zukunft des Internets?

Elon Musk hat grosse Ideen, das weiss heute jedes Kind. Einer seiner Träume hat damit zu tun, dass superschnelles Internet weltweit nicht nur in grossen Städten, sondern auch in entlegenen Regionen verfügbar ist. Die Daten werden dafür von Satelliten auf die Erde gebeamt. Der Traum ist inzwischen Wirklichkeit geworden – zumindest in einer Beta-Version.

Starlink-Internet von Elon Musk’s SpaceX hat bereits mehr als 10‘000 Beta-Nutzer und bietet den Dienst nun in mehreren Ländern und Städten zur Vorbestellung an. Doch wie funktioniert das Internet aus dem Weltall?
SpaceX ist dabei, ein Satelliten-Internet-Netzwerk im Weltraum aufzubauen. 2019 wurden die ersten Satelliten in eine Erdumlaufbahn geschossen; heute sind es bereits mehr als 1000. Am Ende des Projekts (im Jahr 2027) sollen es 42‘000 (!) Satelliten sein, um das Internet vor allem in ländlichen Gebieten zugänglich zu machen. (Selbstverständlich gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen, dass das Weltall mit zehntausenden von Satelliten zugemüllt wird – umso mehr als auch andere Unternehmer, zum Beispiel in China, ähnliche Pläne haben. Bis jetzt haben aber solche Bedenken die Entwicklung dieser Art von Internetservice nicht aufhalten können).Ein Abonnement für die Starlink-Beta-Version kostet derzeit $99 pro Monat. Weitere 499 Dollar kostet das Starlink-Kit, das ein Montagestativ, einen WiFi-Router und ein Terminal zur Verbindung mit den Satelliten enthält. Der Service ist also nicht billig. Betatester kommen dafür in den Genuss hoher Geschwindigkeiten: SpaceX rechnet für Beta-Tester mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 150 Mbit/s. Verschiedenen Nutzer berichten von signifikant höheren Geschwindigkeiten (über 200 Mbit/s). Ein grösserer Nachteil: Während der Testphase müssen die User mit regelmässigen Ausfällen rechnen.

Starlink ist auch für Cloud-Provider interessant. So hat zum Beispiel Microsoft das sogenannte Azure MDC, ein modulares transportables Datacenter, entwickelt, das dank der Integration mit Starlink weltweit verbunden werden kann. Microsoft sieht konkrete Anwendungsmöglichkeiten für das modulare Rechenzentrum: die Suche nach Bodenschätzen, humanitäre Hilfseinsätze, aber auch den Einsatz als mobiles Kommandozentrum: MDCs seien sowohl für zivile Organisationen als auch für militärische Zwecke geeignet, sagt das Unternehmen.


Tuesday, February 9, 2021

Bitcoin: Mit Tesla in den Mainstream?

Elon Musk ist ein Bitcoin-Fan. Das sagt er nicht nur, sondern er handelt auch. Mit einer Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar und der Ankündigung, man werde wahrscheinlich in Zukunft bei Tesla mit Bitcoin bezahlen können, hat Musk der Kryptowährung gewaltig Auftrieb gegeben.


Zum Vergrössern anklicken.                                                                  Screengrab Google
Heute Mittag (9. Februar) war ein Bitcoin fast 42‘000 Franken wert – vor einem Jahr waren es noch nicht einmal 10‘000 Franken gewesen. Es scheint also, dass Bitcoin trotz riesigen Kursschwankungen langsam aber sicher als Mainstream-Währung angesehen wird. Allerdings definitiv nicht von allen Experten – Elon Musk hin oder her.

 Auf Bloomberg.com schreibt Liam Denning:

“Neu, staatenlos, volatil, dem Cyberdiebstahl und potentieller staatlicher Regulierung unterworfen, ist Bitcoin nur dann eine Währung, wenn man das wirklich so sehen will und auch noch bereit ist, viele Schwierigkeiten auf sich nehmen, um die Währung tatsächlich zu benutzen. Teslas Kommentar, Bitcoin in naher Zukunft als Zahlungsmittel zu akzeptieren, ist irrelevant; um das zu tun, muss man die Währung nicht im Voraus horten…“

 In der Handelszeitung bringt Mario El-Khoury ganz andere Gründe vor, die gegen Bitcoin sprechen. Sie sind vor allem ökologischer Natur:

“Bitcoin basiert auf dem Energiekonsum. Das Netzwerk wird durch Miner aufrechterhalten. Die bekommen als Belohnung Bitcoins, wenn sie Rätsel gelöst haben. Wer die meiste Energie aufwendet und somit die grösste Umweltverschmutzung verursacht, hat die besten Chancen auf die Belohnung. Bitcoin verbraucht doppelt so viel Strom wie die Schweiz.“

Elon Musk ist ein Visionär, der Millionen von Fans hat. Bitcoin-Investoren und Spekulanten haben von seinem Investment profitiert. Die Frage ist, ob Musks Star-Power genug gross ist, um den nächsten Absturz der Kryptowährung zu verhindern.

Tuesday, September 22, 2020

Den Computer mit dem Hirn verbinden

Es tönt nach Science Fiction, ist aber technisch bereits machbar und wird auch eingesetzt. Ein junges Münchner Unternehmen will die bestehende Technologie aber weiterentwickeln, mit einer softwarebasierten Schnittstelle zwischen Computern und dem menschlichen Gehirn – einem sogenannten Brain-Computer-Interface (BCI).

Die amerikanische Mayo Klinik erkärt auf ihrer Website, wo BCIs heute stehen:

“Bis vor kurzem war der Traum, die eigene Umwelt durch Gedanken kontrollieren zu können, im Science-Fiction-Bereich angesiedelt. Der technologische Fortschritt hat jedoch eine neue Realität hervorgebracht: Heute können Menschen die elektrischen Signale der Gehirnaktivität nutzen, um mit ihrer Umwelt zu interagieren, sie zu beeinflussen oder zu verändern. Das neu entstehende Gebiet der Brain-Computer Interface (BCI)-Technologie könnte es Menschen, die nicht sprechen und/oder ihre Gliedmaßen nicht benutzen können, ermöglichen, wieder zu kommunizieren oder Hilfsgeräte zum Gehen und zur Manipulation von Objekten zu bedienen…“
Nun hat ein Münchner Startup-Unternehmen namens Ceregate bekanntgegeben, dass es diese Technologien weiterentwickeln will und dafür auch schon Geld gesichert hat. Das Ziel des Unternehmens ist es, Verbindungen ins Gehirn zu schaffen mit deren Hilfe Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder sensorischen Defiziten in die Lage versetzt werden können, sich selbst zu helfen.
Um seine Vision zu verwirklichen, hat das Unternehmen eine Methode entwickelt, um den Prozess des sogenannten “Mind Writings” in die heutige konventionelle Tiefenhirnstimulation und andere hochmoderne Neuromodulationssysteme einzubringen. Das bedeutet, dass die CBI-Technologie von CereGate in der Lage ist, Informationen in das Gehirn zu “schreiben” oder zu “übertragen”, anstatt nur passiv laufende neuronale Aktivität zu interpretieren. Dr. Bálint Várkuti, Gründer und CEO von CereGate erklärt: “Wir sind heute in der Lage, Informationen direkt in das Gehirn zu übertragen – das ist ein revolutionärer Schritt. Mit unserer Plattform haben wir alle Voraussetzungen, um die Rolle unterstützender Informationen in der neurologischen Therapie zu verstehen, prinzipiell zu überdenken“.

Das Start-up entwickelt dazu eine Software das die Deep Brain Stimulation (wie sie auf der Mayo Klinik Website erklärt wird) weiterentwickelt. Man könnte die dazu erforderliche Hardware auch Gehirnschrittmacher nennen, zitiert die Welt Eckhardt Weber, General Partner des Healthtech-Geldgebers Heal Capital, der kürzlich in Ceregate investiert hat.
Natürlich gibt es auch andere Unternehmen, die in ähnliche Technologien investieren. Teslachef Elon Musk lässt schon seit vier Jahren sein Unternehmen Neuralink auf diesem Gebiet forschen, erntet aber auch immer wieder skeptische Kommentare für seine Prognosen über die Technologie.

Tuesday, August 21, 2018

Tesla und Apple: möglicherweise ein Traumpaar

Tesla hat Probleme: Der bekannteste Elektroautohersteller macht (immer noch) enorme Verluste, der Boss zeigt klare Zeichen von Stressbelastung, und niemand weiss genau, wie es weitergeht. Das stört aber echte Tesla-Fans nicht - und von denen gibt es viele. Sie leisten Anzahlungen und warten geduldig auf das versprochene neuste Modell. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es immer wieder Gerüchte gibt, die von einer möglichen Traumhochzeit zwischen Apple und Tesla berichten.

Teslafahrer sind tatsächlich eine sehr loyale Klientel: Sie lieben ihr Elektrogefährt und glauben an die Marke Tesla. Aber sie können auch anderweitig definiert werden, wie eine neue Studie zeigt, über die finanzen.net berichtet:
“Wenig überraschend, belegte die Datensammlung von Factual, dass der typische Tesla-Kunde es sich locker leisten kann, Geld in Teslas Luxus-Limousinen zu investieren. Verglichen mit anderen Menschen, die im gleichen geographischen Gebiet wohnten, war es bei Tesla Shop-Besuchern zu 109 Prozent wahrscheinlich, dass ihr Jahreseinkommen zwischen 150‘000 und 175‘000 US-Dollar liegt. Und mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent befanden sich die Kunden in einer Altersspanne zwischen 35 und 44 Jahren. Der prototypische Tesla-Kunde zählt demnach zu einer generell sehr begehrten Kunden-Kategorie: Auch Apple-Kunden sind im Durchschnitt so jung und so wohlhabend wie die typischen Tesla-Shop-Besucher.…“
Dass Tesla ähnliche Kunden anzieht wie Apple, ist vielleicht ein Grund dafür, dass die beiden Firmen oft im selben Atemzug genannt werden - obwohl sich ihre Erfolgsbilanz gewaltig unterscheidet. Auch jetzt, da Tesla und Elon Musk wieder im Krisenmodus zu arbeiten scheinen, blühen die Tesla-Apple Partnerträume wieder auf, wie verschiedene Medien berichten. Auch wired.de argumentiert, Apple könnte Tesla “mit Leichtigkeit aus der Misere ziehen“:
“Der Eine-Billion-US-Dollar-Konzern könne sich derzeit unglaublich günstig einen großen Anteil an Tesla sichern […] Bereits bei fünf bis zehn Prozent könnte Apple einiges an Einfluss und Mitspracherechten geltend machen. Das wäre eine gewaltige Chance für den E-Autobauer und für den iPhone-Produzenten, der gerüchteweise nun doch wieder an einem eigenen Fahrzeug arbeiten soll. Denn gerade erst war Doug Field, der einstige iMac-Ingenieur, wieder von Tesla zu Apple gewechselt, um dort am mysteriösen Project Titan zu forschen. „Das ist das Geschenk der Geschenke für Tim Cook“, sagt Gerber. „Wenn man sich anschaut, mit welchen Problemen Elon jeden Tag zu kämpfen hat, dann sind diese operativer Art.“ Tim Cook und sein Team bei Apple wären jene, die Elon Musk das belastende Tagesgeschäft abnehmen und ordnen könnten. Der Tesla-Chef würde diese Last sowieso gerne loswerden.“
Ein Problem gibt es allerdings, in einer potenziellen Beziehung zwischen Apple und Tesla. Steve Wozniak, Millionär, Apple-Mitbegründer und gemäss eigenen Angaben immer noch auf der Apple-Gehaltsliste, hat das Gefühl, Elon Musk sei ein Blender (Wozniak ist nicht der Einzige, der das glaubt): Er traue ihm nicht, erklärte er anfangs des Jahres an einem Event. "Ich glaube nichts, was Elon Musk sagt", sagte er und zitierte mehrere Versprechungen, die Tesla gemacht hatte, die nicht eingehalten wurden. 
Sein Tesla-Auto gefällt ihm aber immer noch.