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Friday, July 15, 2022

Elektro Autos: Der Bestseller heisst… BYD

Alle kennen Tesla, aber kaum jemand kennt BYD – zumindest in Europa und in den USA. BYD ist seit kurzem der grösste Hersteller von Elektrofahrzeugen auf dem Globus, nachdem das Unternehmen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Tesla überholt hat. Die chinesische Elektrofahrzeugmarke verkaufte in diesem Zeitraum 77’000 Autos mehr als Tesla und verzeichnete ein Wachstum von 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der "Tang" kann auf der BYD-Website vorbestellt werden.        Screengrab BYD 
 Der BYD «Tang», ein SUV, ist das erste Elektrofahrzeug des Unternehmens, das in Europa verkauft wird. Das Fahrzeug hat eine Reichweite von über 520 km (immer gemäss Herstellerangaben) mit einer 86,4 kWh-Batterie, die in 30 Minuten von 30 Prozent auf 80 Prozent aufgeladen werden kann. Ein Motor mit bis zu 380 kW Leistung und 680 Nm Drehmoment sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und eine Beschleunigung von 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das Fahrzeug kann in Europa jetzt bestellt werden, nachdem es letztes Jahr in Norwegen bereits für rund 58'000 Euro angeboten wurde.

BYD ist gemäss eigenen Angaben ein Hightech-Unternehmen, das sich technologischen Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität verschrieben hat. BYD wurde im Februar 1995 gegründet. Nach mehr als 20 Jahren schnellen Wachstums spielt das Unternehmen eine bedeutende Rolle in den Bereichen Elektronik, Automobilbau, neue Energien und Schienenverkehr. Von Energieerzeugung und -speicherung bis hin zu Anwendungen widmet sich BYD der Bereitstellung emissionsfreier Energielösungen. Das chinesische Elektroauto-Unternehmen wird übrigens vom amerikanischen Starinvestor Warren Buffet (Berkshire Hathaway) unterstützt, und auch Daimler ist bei BYD involviert.

Wednesday, May 4, 2022

Ist Bitcoin «von Natur aus räuberisch»?

Es ist wohl mehr ein symbolischer Akt – aber er wird sich nicht positiv auf das Image von Bitcoin und andere Kryptowährungen auswirken. Wikipedia hat beschlossen, Kryptowährungen nicht mehr als Spenden anzunehmen. Die Gründe: Kryptowährungen hätten einen schlechten Ruf und seien schlecht für die Umwelt.


Der Bitcoin-Kurs am 4.Mai in CHF.                                   Schreengrab Google
 Die Organisation teilte mit:

 «Die Wikimedia Foundation hat beschlossen, die direkte Akzeptanz von Kryptowährungen als Spenden einzustellen. Wir begannen 2014 mit der direkten Annahme von Kryptowährungen auf der Grundlage von Anfragen unserer Freiwilligen und Spendergemeinschaften. Wir treffen diese Entscheidung aufgrund der jüngsten Rückmeldungen aus denselben Gemeinschaften.»

Die Initiative zur Ächtung von Kryptowährungen war von Wikipedia-Autoren ausgegangen. Darin hiess es, dass die Annahme von Krypto-Spenden eine stillschweigende Billigung von «extrem riskanten Investitionen» und Technologien sei, die «von Natur aus räuberisch» seien - und, zumindest was die führenden virtuellen Währungen Bitcoin und Ethereum betreffe, «extrem schädlich für die Umwelt». Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt könnten zu einem Rufschaden für Wikipedia führen, wenn weiterhin Spenden in Form von Kryptowährungen angenommen würden.

Die Entscheidung, Kryptowährungen zu meiden, wird keine großen Auswirkungen auf die Wikipedia-Kassen haben, da nur 0,08 % ihrer Einnahmen im letzten Jahr - oder 130.100 US-Dollar - in dieser Form eingegangen sind.

Wikimedia ist nicht die einzige Organisation, die diesen Standpunkt vertritt. Auch Mozilla, die Macher des Firefox-Webbrowser sowie Elon Musks Tesla nehmen keine Bitcoin-Zahlungen mehr an.

Für Bitcoin-Investoren und Spekulanten waren die letzten Wochen auch ohne diese News nicht erhebend. Der Kurs geriet unter Druck, scheint jetzt aber etwas Boden gefunden zu haben.

Und es gibt nicht nur ethische Bedenken, was Bitcoin betrifft. Einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, Warren Buffett, nahm letzte Woche an der Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway kein Blatt vor den Mund, was Kryptowährungen betrifft: Der Unterschied von Bitcoin im Vergleich zu Ackerland und Mietobjekten sei «der Unterschied zwischen produktiven Vermögenswerten und etwas, das davon abhängt, dass der Nächste Ihnen mehr dafür bezahlt als der Letzte dafür bekommen hat».

Sunday, May 16, 2021

Ist Chia die grünere (und bessere) Kryptowährung?

Das “Schürfen“ von Bitcoin, wie der digitale Herstellungsprozess genannt wird, verbraucht riesige Mengen von Energie – im letzten Jahr wurde dafür mehr Elektrizität verbraucht, als die ganze Schweiz benötigt (siehe untenstehende Grafik). Elon Musk, einer der grossen Bitcoin-Förderer scheint jetzt eingesehen zu haben, dass es nicht viel Sinn macht, die Weltwirtschaft wegen des Klimawandels auf weniger Energieverbrauch zu trimmen, währenddem für Spekulationszwecke riesige Mengen von Elektrizität in digitales "Geld" verwandelt werden.  

Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch einiger Länder und von Bitcoin.
                                                                     Quelle: Cambridge Center for Alternative Finance

Ohne dem Tesla-Chef niedrige Beweggründe unterschieben zu wollen, darf man davon ausgehen, dass sein Sinneswandel bezüglich Bitcoin sich ausgezahlt hat: Seine Verlautbarungen per digitale Medien verursachen jeweils signifikante Kurssprünge. Das war auch diesmal wieder so: Mitte Woche gab Musk bekannt, seine Firma Tesla höre auf, Bitcoin von Tesla-Käufern zu akzeptieren. Der Grund: Bedenken wegen des enormen Energieverbrauchs bei der Herstellung der Währung. Die dramatische Kehrtwende des manchmal reichsten, dann wieder zweitreichsten Mannes der Welt verursachte einen Kurssturz von 8‘000 Dollar, von fast 55,000 auf 47,000 Dollar in nur zwei Stunden. In einer Twitter-Verlautbarung teilte Musk mit:

"Tesla hat Fahrzeugkäufe mit Bitcoin ausgesetzt. Wir sind besorgt über die schnell zunehmende Nutzung fossiler Brennstoffe für Bitcoin-Mining und Bitcoin-Transaktionen, insbesondere Kohle, die die schlimmsten Emissionen aller Brennstoffe hat. Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben, dass sie eine vielversprechende Zukunft hat, aber das kann nicht auf Kosten der Umwelt geschehen. Tesla wird keine Bitcoin verkaufen und wir beabsichtigen, die Währung für Transaktionen zu nutzen, sobald das Mining auf nachhaltigere Energie umgestellt wird. Wir schauen uns auch andere Kryptowährungen an, die weniger als ein Prozent der Energie von Bitcoin [pro] Transaktion verbrauchen."

Eine dieser Währungen, die jetzt in den Fokus gerückt ist, heisst Chia. Die Idee stammt von BitTorrent Erfinder Bram Cohen, der Chia als "grünes Geld für eine digitale Welt" beschreibt. Laut Chia verbraucht der Chia-Mining zehntausendmal weniger Energie als Bitcoin. Dafür braucht die Währung Speicherplatz. In China haben sich die Preise für Festplatten bei einigen PC-Modellen bereits verdoppelt, da die ersten Anbieter versuchen, mit Speicherplatz Geld zu machen. Das Problem: Jüngsten Berichten zufolge reduziert kontinuierliches Chia-Mining die Haltbarkeit einer 512-GB-Festplatte von zehn Jahren auf gerade mal 40 Tage. Trotzdem: Der Preis von Chia hat in den letzten Tagen deutlich angezogen, dann wieder nachgegeben. Das Handelsvolumen von mehr als 110 Milliarden Dollar (in den letzten 24 Stunden) ist so oder so eindrücklich.

Tuesday, February 9, 2021

Bitcoin: Mit Tesla in den Mainstream?

Elon Musk ist ein Bitcoin-Fan. Das sagt er nicht nur, sondern er handelt auch. Mit einer Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar und der Ankündigung, man werde wahrscheinlich in Zukunft bei Tesla mit Bitcoin bezahlen können, hat Musk der Kryptowährung gewaltig Auftrieb gegeben.


Zum Vergrössern anklicken.                                                                  Screengrab Google
Heute Mittag (9. Februar) war ein Bitcoin fast 42‘000 Franken wert – vor einem Jahr waren es noch nicht einmal 10‘000 Franken gewesen. Es scheint also, dass Bitcoin trotz riesigen Kursschwankungen langsam aber sicher als Mainstream-Währung angesehen wird. Allerdings definitiv nicht von allen Experten – Elon Musk hin oder her.

 Auf Bloomberg.com schreibt Liam Denning:

“Neu, staatenlos, volatil, dem Cyberdiebstahl und potentieller staatlicher Regulierung unterworfen, ist Bitcoin nur dann eine Währung, wenn man das wirklich so sehen will und auch noch bereit ist, viele Schwierigkeiten auf sich nehmen, um die Währung tatsächlich zu benutzen. Teslas Kommentar, Bitcoin in naher Zukunft als Zahlungsmittel zu akzeptieren, ist irrelevant; um das zu tun, muss man die Währung nicht im Voraus horten…“

 In der Handelszeitung bringt Mario El-Khoury ganz andere Gründe vor, die gegen Bitcoin sprechen. Sie sind vor allem ökologischer Natur:

“Bitcoin basiert auf dem Energiekonsum. Das Netzwerk wird durch Miner aufrechterhalten. Die bekommen als Belohnung Bitcoins, wenn sie Rätsel gelöst haben. Wer die meiste Energie aufwendet und somit die grösste Umweltverschmutzung verursacht, hat die besten Chancen auf die Belohnung. Bitcoin verbraucht doppelt so viel Strom wie die Schweiz.“

Elon Musk ist ein Visionär, der Millionen von Fans hat. Bitcoin-Investoren und Spekulanten haben von seinem Investment profitiert. Die Frage ist, ob Musks Star-Power genug gross ist, um den nächsten Absturz der Kryptowährung zu verhindern.

Tuesday, November 24, 2020

Die fast autonomen Autos kommen

Der japanische Autohersteller Honda will der erste  Autohersteller der Welt sein, der serienmässig autonome Autos der Stufe 3 produzieren wird. Honda plant den Verkaufsstart einer Honda Legend Limousine, die mit einer in Japan neu zugelassenen automatisierten Fahreinrichtung ausgestattet ist, noch vor Ende März 2021. Auch Mercedes plant ein derartiges Fahrzeug.

Honda will als erster Hersteller ein Auto mit Level-3-Autonomie herstellen.
                                                                                        Bild pixy.org

Japans Regierung hat die Sicherheitszertifizierung für Hondas autonomen "Traffic Jam Pilot" letzte Woche verliehen. Die Zertifizierung erlaubt es den Fahrern (in Japan), unter bestimmten Umständen ihre Augen von der Strasse zu nehmen. 

Fahrzeugautonomie ist in sechs Stufen eingeteilt; die Stufe 0 trifft für Autos zu, die manuell gesteuert werden, Stufe 5 fährt vollautomatisch und hat gar kein Steuerrad oder Gaspedal. Fahrzeuge der Stufe 2 fahren jetzt schon auf öffentlichen Strassen und können nur teilweise autonom fahren. Sie erfordern immer noch einen aufmerksamen Fahrer, der jederzeit ins Steuerrad greifen oder auf die Bremse treten kann. (Auch der Tesla Autopilot wird gegenwärtig nur als Stufe 2 eingestuft.) Automatisierungsgrad 3 bedeutet hingegen, dass das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen alle Fahrfunktionen übernehmen kann. Für eine Autobahn oder Schnellstrasse, wo sich alle Fahrzeuge in die gleiche Richtung bewegen und es keine Fussgänger oder komplexen Kreuzungen gibt, würde dies zutreffen.

Gegenwärtig sind noch keine Level-3-Autos auf öffentlichen Strassen unterwegs, die Technologie existiert allerdings nicht nur bei Honda. Audi plante im letzten Jahr, Level 3 für die A8-Limousine anzubieten. Da Audi zu viele rechtliche Probleme sah (Haftpflicht) wurde die Absicht aufgegeben.  Auch Mercedes gab bekannt, die neue S-Klasse-Limousine im Sommer 2021 mit Level-3-Fähigkeit auszustatten. Das als “Drive-Pilot* bezeichnete System ist nur für Geschwindigkeiten unter 60 km/h verfügbar und nur mit bestimmten deutschen Strassen kompatibel. 

Level 3 steht also vor der Tür, aber bis das voll-autonome Auto serienmässig hergestellt wird, könnte es noch eine ganze Weile dauern. Autos mit Level 5-Autonomie müssen weder Lenkräder noch Pedale haben. Passagiere können im Auto schlafen, während es sie an ihren Bestimmungsort bringt, oder sie können das Auto alleine losschicken, zum Beispiel um jemanden abzuholen. Stufe 5 ist wie folgt definiert: "Ein automatisiertes Fahrsystem (ADS) im Fahrzeug kann das gesamte Fahrverhalten unter allen Umständen übernehmen. Die menschlichen Insassen sind nur Passagiere und müssen niemals am Fahren beteiligt sein". Tesla-Chef Elon Musk glaubt, dass Tesla schon bald solche Wagen anbieten wird. Auf einer KI-Konferenz sagte er kürzlich: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Stufe 5 mit vollständiger Autonomie erreicht wird, und ich denke, dass dies sehr schnell geschehen wird.“


Tuesday, February 18, 2020

Bill Gates sagt, weshalb auch ein Super-Elektroauto noch nicht gut genug ist

Umweltschützer und Klimabesorgte möchten, dass möglichst schnell nur noch elektrische Autos auf unseren Strassen fahren. Regierungen verteilen Milliardensubventionen an jene, die den Verbrennungsmotor aufgeben und sich ein E-Auto wie den Tesla anschaffen. Doch es gibt Probleme. Selbst die besten, die teuersten und die statusträchtigsten der elektrischen Autos leiden immer noch daran, dass sie betreffende Reichweite immer noch weit hinter benzinbetriebenen Autos zurückliegen.

Bill Gates hat jetzt auch ein Elektroauto - einen Porsche Taycan.
                                                                                                        Bild Porsche
Ein Bekannter kam letzte Woche von einer Ferienreise in Kalifornien zurück, wo er sich einen Tesla gemietet hatte. Es dauerte nicht lange, bis er realisierte, dass er mit dem batteriebetriebenen Wagen keine grossen Reisen machen konnte. Um wenigstens einige Kilometer mehr aus dem Vehikel heraus zu holen, kaufte er sich ein 20 Meter langes Verlängerungskabel, mit dem er seinen Mietwagen aus der Balkonsteckdose  des Airbnb mit Aufladestrom versorgte, solange er parkiert war. Allerdings gewann er damit nur einige zusätzliche Kilometer: Strom aus der Steckdose liefert verglichen mit der Schnellladesäule nur sehr wenig Reichweite.
Es sind übrigens nicht nur die gewöhnlichen Autofahrer, welche die Schwachpunkte der E-Autos erkannt haben: Reichweiten, die ganz einfach nicht weit genug sind, Reichweiten-Angaben, die nur bei absolut optimalen Bedingungen erreicht werden - wenn überhaupt, und die immer noch hohen Anschaffungspreise. Auch Bill Gates, einer der reichsten Männer der Welt, hat sich jetzt sein erstes Elektroauto angeschafft. Natürlich ist das nicht irgendein Auto. Gates fährt einen Porsche Taycan, der in Deutschland rund 105‘000 Euro kostet. Dafür bekam er einen Sportwagen, der laut Gates zwar teuer (“premiumpreisig“) dafür wirklich sehr, sehr cool sei. Nicht zufrieden ist Gates allerdings mit der Reichweite, was er auch als Argument gegen den Kauf eines E-Autos ins Feld führt. Der Unterschied zwischen Energie aus Benzin und Energie aus Batterien sei enorm: Benzin habe eine 30mal grössere Energiedichte als ein moderner Lithium-Akku, sagt er in einem Interview mit dem Youtuber Marques Brownlee.  Für längere Fahrstrecken sei die Verfügbarkeit von Ladestationen sowie die lange Ladezeit problematisch - vor allem im Vergleich mit der Leichtigkeit und Schnelligkeit, mit der ein Benzintank gefüllt werden könne. Gates wies darauf hin, dass weltweit weniger als drei Prozent aller neuen Fahrzeuge elektrisch seien. Solange es die “Reichweitenangst“ bei den Konsumenten gebe, werde sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge in Grenzen halten. Auch die Verkaufspreise müssten noch weiter sinken, damit die Verkäufe anstiegen. Er glaubt aber, dass dies passieren wird und ist der Meinung, dass es in diesem Sektor viel positives Potential gibt.
Trotz alledem hat Bill Gates Spass mit seinem neuen Porsche. Kein Wunder: Trotz begrenzter Reichweite bietet der Taycan viel Power: 500 kW und 850 Nm, die den Wagen im drei Sekunden auf 100 km/h katapultieren. Die von Porsche geschätzte Reichweite beträgt 300 Kilometer.  

Tuesday, August 21, 2018

Tesla und Apple: möglicherweise ein Traumpaar

Tesla hat Probleme: Der bekannteste Elektroautohersteller macht (immer noch) enorme Verluste, der Boss zeigt klare Zeichen von Stressbelastung, und niemand weiss genau, wie es weitergeht. Das stört aber echte Tesla-Fans nicht - und von denen gibt es viele. Sie leisten Anzahlungen und warten geduldig auf das versprochene neuste Modell. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es immer wieder Gerüchte gibt, die von einer möglichen Traumhochzeit zwischen Apple und Tesla berichten.

Teslafahrer sind tatsächlich eine sehr loyale Klientel: Sie lieben ihr Elektrogefährt und glauben an die Marke Tesla. Aber sie können auch anderweitig definiert werden, wie eine neue Studie zeigt, über die finanzen.net berichtet:
“Wenig überraschend, belegte die Datensammlung von Factual, dass der typische Tesla-Kunde es sich locker leisten kann, Geld in Teslas Luxus-Limousinen zu investieren. Verglichen mit anderen Menschen, die im gleichen geographischen Gebiet wohnten, war es bei Tesla Shop-Besuchern zu 109 Prozent wahrscheinlich, dass ihr Jahreseinkommen zwischen 150‘000 und 175‘000 US-Dollar liegt. Und mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent befanden sich die Kunden in einer Altersspanne zwischen 35 und 44 Jahren. Der prototypische Tesla-Kunde zählt demnach zu einer generell sehr begehrten Kunden-Kategorie: Auch Apple-Kunden sind im Durchschnitt so jung und so wohlhabend wie die typischen Tesla-Shop-Besucher.…“
Dass Tesla ähnliche Kunden anzieht wie Apple, ist vielleicht ein Grund dafür, dass die beiden Firmen oft im selben Atemzug genannt werden - obwohl sich ihre Erfolgsbilanz gewaltig unterscheidet. Auch jetzt, da Tesla und Elon Musk wieder im Krisenmodus zu arbeiten scheinen, blühen die Tesla-Apple Partnerträume wieder auf, wie verschiedene Medien berichten. Auch wired.de argumentiert, Apple könnte Tesla “mit Leichtigkeit aus der Misere ziehen“:
“Der Eine-Billion-US-Dollar-Konzern könne sich derzeit unglaublich günstig einen großen Anteil an Tesla sichern […] Bereits bei fünf bis zehn Prozent könnte Apple einiges an Einfluss und Mitspracherechten geltend machen. Das wäre eine gewaltige Chance für den E-Autobauer und für den iPhone-Produzenten, der gerüchteweise nun doch wieder an einem eigenen Fahrzeug arbeiten soll. Denn gerade erst war Doug Field, der einstige iMac-Ingenieur, wieder von Tesla zu Apple gewechselt, um dort am mysteriösen Project Titan zu forschen. „Das ist das Geschenk der Geschenke für Tim Cook“, sagt Gerber. „Wenn man sich anschaut, mit welchen Problemen Elon jeden Tag zu kämpfen hat, dann sind diese operativer Art.“ Tim Cook und sein Team bei Apple wären jene, die Elon Musk das belastende Tagesgeschäft abnehmen und ordnen könnten. Der Tesla-Chef würde diese Last sowieso gerne loswerden.“
Ein Problem gibt es allerdings, in einer potenziellen Beziehung zwischen Apple und Tesla. Steve Wozniak, Millionär, Apple-Mitbegründer und gemäss eigenen Angaben immer noch auf der Apple-Gehaltsliste, hat das Gefühl, Elon Musk sei ein Blender (Wozniak ist nicht der Einzige, der das glaubt): Er traue ihm nicht, erklärte er anfangs des Jahres an einem Event. "Ich glaube nichts, was Elon Musk sagt", sagte er und zitierte mehrere Versprechungen, die Tesla gemacht hatte, die nicht eingehalten wurden. 
Sein Tesla-Auto gefällt ihm aber immer noch.

Thursday, December 15, 2016

Digitale Transformation im Auto: Noch fehlt das Vertrauen

Neue technische Errungenschaften werden nicht immer mit offenen Armen willkommen geheissen, das war schon immer so. Oft gibt es gute Gründe für ein gesundes Misstrauen gegenüber unbekannten Technologien; gezielte Kritik kann dann zu Verbesserungen führen, die mehr Vertrauen schaffen. In dieser Phase scheint sich die digitale Transformation des Automobils zu befinden. Umfragen zeigen nämlich, dass die meisten Autofahrer den autonomen Fahrzeugen noch nicht über den Weg trauen.
Wer Erfahrungen mit Assistenzsystemen hat, hat mehr Vertrauen
in autonome Fahrzeuge.                                   Grafik Consline AG
 Eine Umfrage des amerikanischen Automobilclubs AAA ergab im Frühling dieses Jahres, dass drei von vier Befragten Angst davor haben, in einem autonomen Vehikel mitzufahren. Nur ein Fünftel der Studienteilnehmer gab an, der Selbstfahr-Technologie zu vertrauen. Eine ganz aktuelle Studie aus Deutschland, die vom Marktforscher Consline durchgeführt wurde, kommt jetzt zu sehr ähnlichen Resultaten. Die Mehrheit der Autofahrer betrachtet die Technik zum autonomen Fahren als unausgereift und findet es befremdlich, das Lenken dem Fahrzeug zu übergeben. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass konkrete Erfahrungen mit Fahrassistenzsystemen die Akzeptanz deutlich erhöhen; Systeme, wie beispielsweise Abstandsregeltempomat oder Spurhalteassistent vermindern bei den Nutzern nicht nur den Fahrstress - sie schaffen auch Vertrauen in die Technik und vermindern das wahrgenommene Unfallrisiko. Allerdings bleiben starke Bedenken hinsichtlich der Kompatibilität mit anderen Verkehrsteilnehmern, aber auch bezüglich Haftungsfragen und Datenmissbrauch.
Im Ranking der Nützlichkeit liegt der Abstandsregeltempomat vorne, Schlusslichter bilden Verkehrszeichenerkennung und Bremsassistenten. Hier werden von den Fahrern erhebliche Fehlfunktionen bemängelt.
Im Vergleich der untersuchten Premiummarken zeigen sich überraschende Unterschiede: Trotz tödlicher Unfälle liegt Tesla beim Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistenten deutlich vor deutschen Premiummarken. Der Bremsassistent von Tesla wird allerdings kritisch bewertet.
Insgesamt halten Autofahrer, die bereits Erfahrungen mit Assistenzsysteme gemacht haben, beachtliche Verbesserungen für notwendig, insbesondere in den Bereichen Verkehrsfluss ("zu grosser Sicherheitsabstand"), Fehleranfälligkeit ("falsche Reaktion des Systems") oder Fahrverhalten ("ruckartiges Anfahren", "unnötig hartes Bremsen").

Wir gehen davon aus, dass sich diese Assistenzsysteme rasch verbessern werden – auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt. Schliesslich war auch das ganz gewöhnliche, von Menschenhand gelenkte Automobil, das vor mehr als 100 Jahren in Erscheinung trat, nicht von Anfang an ein uneingeschränkter Erfolg. Das Misstrauen gegenüber der damals neuen Technologie war so gross, dass zum Beispiel eine Kanadische Provinz von 1908 bis 1919 den Gebrauch von Automobilen auf sämtlichen öffentlichen Strassen untersagte…