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Saturday, December 3, 2022

Das drahtlose Internet erlebt einen Wachstumsschub durch FWA

Grosse Fortschritte in der 5G-Technologie erleichtern den Einsatz von drahtlosen Breitbandlösungen für Privathaushalte und Geschäftskunden. Die hohen Geschwindigkeiten und geringen Latenzzeiten von FWA machen die Technologie zu einem Ersatz für kabelgebundene Breitbandverbindungen. Auch die Swisscom bietet den Dienst an - für Geschäftskunden mit Gebäuden ohne Kabelanschluss.

Eine 5G-Antenne. Bild Swisscom
Das Kommunikationsunternehmen Ericsson geht davon aus, dass es bis Ende dieses Jahres weltweit eine Milliarde 5G-Nutzer geben wird. Ausserdem werde sich der Datenverkehr in den globalen Mobilfunknetzen in Zukunft alle zwei Jahre verdoppeln, prognostiziert das Unternehmen in seinem Mobility Report 2022. In sechs Jahren soll es gemäss diesem Report bereits fünf Milliarden 5G-Abonnenten geben. In Europa liegt die 5G-Abdeckung gegenwärtig bereits bei rund 65 Prozent – nur drei Jahre nachdem 5G-Netze erstmals gebaut wurden. 5G ist definitiv nicht mehr aufzuhalten.
Was heisst das für private und geschäftliche Nutzer?
Ericsson rechnet bis 2028 mit 300 Millionen Fixed-Wireless-Verbindungen, die durch 5 G ermöglicht werden. Derartige Verbindungen, auch FWA genannt, entwickeln sich zu einer exzellenten Alternative, was Breitband-Internet betrifft. FWA in Verbindung mit 5G ist eine skalierbare, kosteneffiziente Hochgeschwindigkeits-Breitbandtechnologie, bei der eine drahtlose Verbindung die «letzte Meile» abdeckt. Während der Mobilfunkturm über Kabel und/oder Funkverbindungen mit einem größeren Netz verbunden ist, sind für den Kundenanschluss keine Kabel notwendig, sondern nur ein drahtloses Empfangsgerät. 
Auch die Swisscom will FWA nun für Geschäftskunden anbieten. Laut Swisscom eignet sich die FWA-Lösung für abgelegene Gebäude, die nicht durch den Standardnetzausbau abgedeckt sind, sowie für temporäre Geschäftsstandorte ohne Festnetzanschluss. 5G FWA biete ein grosses Potenzial, lässt Swisscom verlauten. Kunden könnten damit an ihren Standorten vom schnellsten Internet profitieren und alle Dienste in vollem Umfang nutzen. Die Netzwerklösung "Enterprise Connect" von Swisscom ermöglicht es Kunden ohne Glasfaser- oder Kupferanschluss, einen oder mehrere Geschäftsstandorte über 5G FWA in ihr Büronetzwerk zu integrieren.
In den USA gibt es bereits heute mehr als sieben Millionen Haushalte, die durch FWA mit dem Internet verbunden sind. Neue Antennentechnologien wie Multiple-Input-Multiple-Out (MIMO) in Mobilfunkmasten liefern mehr Kapazitäten über größere Entfernungen. Intelligente Signale zielen genau auf den Empfänger. So entwickelt sich FWA zu einer Lösung für vorstädtische und ländliche Gebiete mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s (!) über vier Meilen. Diese Leistungsfähigkeit zahlt sich aus: Die schnelle Verbreitung von Drahtlostechnologien hat in den USA bereits zu Preissenkungen bei drahtgebundenen Breitbandanschlüssen geführt - in den letzten sechs Jahren um bis zu 42 Prozent. Die Fortschritte in der 5G-Technologie machen die Realisierbarkeit von günstigeren  drahtlosen Breitbandlösungen einfach. Die hohen Geschwindigkeiten und geringen Latenzzeiten von FWA sind ein echter Ersatz für kabelgebundene Breitbandverbindungen.

Saturday, October 17, 2020

Apple und das iPhone 12 werden 5G vorantreiben

Obwohl die Schweiz eines der am besten mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G abgedeckten Länder ist, hat die Technologie hierzulande mit vielen Ängsten und Ablehnung zu kämpfen. Nun hat Apple das erste iPhone mit 5G-Technologie auf den Markt gebracht. Die Branche hofft, dass 5G im Apple-Smartphone die Akzeptanz und die Verbreitung des neuen Standards beschleunigt. Apple ist schliesslich so etwas wie ein Opinion-Leader im Smartphone-Markt. Was Apple tut, kommt an und ist cool – nicht umsonst ist das iPhone ein Statussymbol; das wird auch für das iPhone 12 gelten.

Das iPhone 12 von Apple ist 5G tauglich.          Bild Apple

Apple ist natürlich bei weitem nicht der einzige Hersteller, der ein Smartphone mit 5G-Technologie im Angebot hat. Bei Android gehört 5G schon zum Angebot, zumindest in der Oberklasse. Aber Apple ist eine Kategorie für sich: Es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen eine neue Technologie einfach nutzbar und damit populär macht. Das fängt schon bei der Berichterstattung über das neue iPhone 12 an: Weltweit erschienen nach der Vorstellung des Geräts, das für sich in Anspruch nimmt, das kleinste, dünnste und leichteste 5G-Smartphone zu sein, hunderttausende von Medienberichte, die das Gerät in den meisten Fällen begeistert beschreiben. Apples Marketingstrategie funktioniert also immer noch hervorragend: Produktevorstellungen werden als Events inszeniert, die von den Medien begeistert verfolgt werden – die dann Gratiswerbung in Millionenhöhe produzieren – diesmal auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Den 5G-Gegnern wird dieser Effekt das Leben nicht leichter machen:

“ Indem Apple den schnellen Mobilfunk einbaut, wird das Unternehmen binnen kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Player in diesem Bereich werden. Schließlich ist das Unternehmen mit knapp 60 Prozent Marktanteil in den USA mit weitem Abstand Marktführer, weltweit immerhin der drittgrößte Smartphone-Hersteller. In Kombination mit der Anbindung von iPhones via 5G an Apples Streamingdienste Apple TV+ und Apple Music, an den Game-Service Apple Arcade und an den Datenspeicherdienst iCloud könnte so relativ schnell die Nachfrage nach 5G-Angeboten steigen.Das Henne-Ei-Problem der neuen Netze würde sich damit fast von selbst erledigen, denn wo eine Nachfrage ist, gibt es in der Regel auch bald ein Angebot. Mit etwas Glück könnten die neuen iPhones also letztlich die Killer-Anwendung werden, die dem 5G-Ausbau den nötigen Kick gibt, damit er endlich spürbare Formen annimmt.“ (Spiegel Online)

Natürlich wird der Widerstand gegen 5G nicht einfach verschwinden, nur weil 5G im neusten iPhone eingesetzt wird. Aber eine Deloitte-Studie zeigt, dass das Unbehagen bei weitem nicht überall gleich gross ist: Ist Österreich fürchten 36 Prozent gesundheitliche Schäden, in Deutschland nur 20 Prozent, in Grossbrittannien 14 und in China gerade noch 13 Prozent. In der Schweiz haben die Gegner, die gemäss einer Umfrage anfangs dieses Jahres knapp 45 Prozent ausmachten, starke politische Verbündete:

“Eine starke Minderheit aus SP-, CVP- und FDP-Politikern wollte in der Kommission nichts von einer Anhebung der Strahlengrenzwerte wissen. Denn bis heute ist nicht abschliessend geklärt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mobilfunkstrahlung auf den menschlichen Körper hat. Als das Parlament vor etwas mehr als einem Jahr zum letzten Mal über eine Anhebung der Grenzwerte debattierte, überwogen die Bedenken – der Vorschlag wurde abgeschmettert…“ (watson)

 

Wednesday, July 15, 2020

5G: Mit Informationen gegen irrwitzige Behauptungen

Der Widerstand in der Schweiz, wo heute mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Mobiltelefone nutzen, war bis jetzt überraschend erfolgreich: Eine kleine aber laute Gruppe von Gegnern konnte in einigen Kantonen die Politik davon überzeugen, dass 5G unerwünscht und unnötig sei. Auch der Bundesrat hat die 5G-Bremse angezogen. Jetzt fangen die Befürworter an, sich ebenfalls zu organisieren.

So sieht ein Comptek-Mast mit einer 'versteckten'
5G-Anlage aus (in Denver, Colorado).                  
                                            Screengrab Comptek
Eine neue Plattform, die von einer Koalition von 5G-Befürwortern lanciert wurde, soll  “zur Versachlichung der Diskussion“ über die neue Mobilfunk-Generation beitragen, sagen die Initianten, die aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Politik sowie aus diversen Verbänden kommen. Eine Versachlichung ist tatsächlich dringend notwendig: Die Diskussion über die Schäden, welche durch 5G verursacht würden, hat zum Teil irrwitzige Züge angenommen und hat dazu geführt, dass Brandanschläge auf Mobilfunkantennen ausgeführt wurden. Dass die 5G-Gegner zu derartigen Mitteln griffen, beweise, dass sie keine guten Argumente gegen 5G hätten, sagen Befürworter. Und die Industrie verlangt mehr Unterstützung von der Politik: Die Diskussion um 5G werde ‘emotional‘ geführt. Fakten spielten oft kaum eine Rolle. Angst machen mit Halbwahrheit sei einfach, Aufklären mit Fakten schwierig. Die Politik müsse sich endlich klar zu 5G äussern, forderte der Swisscom-Manager schon anfangs dieses Jahres. Diese Unterstützung ist bis jetzt weitgehend ausgeblieben. Das ist einer der Gründe, dass die Befürworter jetzt eine Informationsinitiative gestartet haben:
“Der notwendige Ausbau mit 5G wird heute aufgrund fehlenden Wissens, falschen Schlüssen und Unsicherheiten politisch und gesellschaftlich stark ausgebremst. […] Der Mobilfunk ist aus dem privaten und beruflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Er hat in wenigen Jahren reihenweise Innovationen hervorgebracht, wie kaum eine Technologie zuvor. Die Modernisierung der Mobilfunknetze mit der neuesten Technologie 5G ist für die Attraktivität und Prosperität der Schweiz darum wichtig. Sie schafft die Basis für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle sowie für eine nachhaltigere und effizientere Ressourcennutzung…“ (Chance5g.ch)
Tatsächlich wird 5G weltweit vielerorts zügig eingeführt (obwohl die politischen Wirren zwischen den USA und China und die damit verbundenen Schwierigkeiten Huawei-Technik, einzusetzen, die Angelegenheit nicht unkomplizierter machen). So zeigt die wöchentlich aktualisierte Ookla 5G-Karte, dass der Ausbau vor allem in den USA rasant vorwärts geht, obwohl auch hier in verschiedenen Städten Widerspruch laut wurde. Der Unterschied zur Schweiz: Die Bundesregierung unterstützt den Ausbau des Netzes.
Die amerikanische Technologiefirma Comptech, die 5G-Ausrüstung herstellt, verfolgt einen Ansatz, der dem Motto “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss“ entspricht. Die Firma baut schlanke unauffällige Masten, die zum Beispiel mit einer Strassenlampe versehen und  auch mit 5G-Equipment ausgerüstet werden können. Verschiedene Städte in den USA haben bereits angefangen, solche 5G-Antennen zu installieren. Ob sich die 5G-Gegner dadurch beeindrucken lassen werden, ist allerdings zweifelhaft. 

Tuesday, June 2, 2020

Huawei 5G: “Die Schweiz fliegt unter dem Trump-Radar“

Der chinesische Technologiegigant Huawei macht weltweit beliebte und qualitativ hochwertige Smartphones. Das ist aber nur ein Teil des Portfolios. Huawei stellt vor allem Telekommunikationsausrüstung her, die im Bereich 5G führend sind. Trotzdem hat das Unternehmen in vielen Ländern der Welt ein Problem: Dass es aus China kommt und sehr eng mit dem chinesischen Staat verbandelt ist, hat zu einem Vertrauensverlust geführt, der dem Geschäftsgang nachhaltig schaden könnte.

Huawei's Hauptsitz in Shenzhen, China                    Bild Wikimedia Commons
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Huawei eine enorm erfolgreiche Firma ist. Das Unternehmen wurde vor 33 Jahren in China gegründet, verzeichnete schnelles Wachstum und konnte im letzten Jahr globale Umsätze von 122 Milliarden US-Dollar verbuchen. Doch weil die amerikanische Handelspolitik gegenüber China unter Präsident Donald Trump in den letzten Jahren vor allem durch Rivalität und amerikanischen Protektionismus geprägt war, hat Huawei im Ausland vielerorts mit Gegenwind zu kämpfen. Das letzte Beispiel: Der grösste kanadische Telekommunikationsdienstleister Bell Canada wählte diese Woche das schwedische Unternehmen Ericsson als Lieferant für die 5G-Netzwerkausrüstung aus - Huawei geht trotz führender Technologie leer aus.  Als Land hat Kanada noch nicht entschieden, ob es Huawei Tech generell erlauben wird, 5G-Mobilfunknetze aufzubauen. Kanada ist bezüglich Huawei allerdings in einer sehr speziellen Situation. Huaweis COO Meng Wanzhou sitzt seit etwa einem Jahr in Vancouver fest, wo ein Verfahren für ihre Auslieferung an die USA läuft, wo sie sich einer Anklage wegen Bankbetrugs stellen musst - wenn es je soweit kommen wird. Aber auch in anderen Ländern wird die Luft für Huawei dünner:  Telefonica Deutschland hat Ericsson mit dem Aufbau seines 5G-Kernmobilfunknetzes in Deutschland beauftragt, da die Wahl des schwedischen Anbieters die Sicherheit seiner Dienste der nächsten Generation gewährleisten werde. Deutschlands drei Hauptbetreiber wollen Huawei von ihren Netzkernen fern halten und sich nur noch bei den weniger empfindlichen peripheren Funkzugangsnetzen weiterhin auf den chinesischen Anbieter verlassen. Immerhin: Im Gegensatz zu den USA und Australien hat bis jetzt kein Europäisches Land Huawei formell blockiert, und die meisten der derzeitigen globalen 5G-Verträge des Unternehmens bestehen mit Unternehmen, die innerhalb Europas tätig sind.
Wie es in der Schweiz bezüglich Huawei aussieht, hat die Wirtschaftsagentur Bloomberg kürzlich in einem Artikel zusammengefasst. Titel:  Huawei ist im europäischen 5G-Himmel weil die Schweizer sich Trump widersetzen. Der Untertitel: Die Schweiz wählt Huawei 5G - und fliegt unter dem Trump Radar. Die Geschichte zur Schlagzeile:
“Während sich andere Länder in Europa mit den Befürchtungen der USA auseinandersetzen, dass Huawei sie für chinesische Spionage anfällig machen könnte, baut die Schweiz im Stillen ein Netzwerk mit dem Unternehmen auf. Die Schweizer sind durch das frühe Aufkommen privater und öffentlicher Netzwerke weitgehend unerkannt zu weltweiten Leadern bei der Einführung der 5G-Technologie geworden. Unternehmen vom Flughafen Zürich über den nationalen Postdienst und die Eisenbahn bis hin zum Nahrungsmittelgiganten Nestle SA und der Zürich Versicherungen haben bereits private Netzwerke mit Sunrise, deren Exklusivlieferant Huawei ist, aufgebaut oder planen das…“
Die Schweizer Regierung habe eine sehr neutrale und objektive Bewertung von Huawei durchgeführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass es keine signifikanten anderen Risiken in der Technologie und in Huawei als Unternehmen gebe, gab Sunrise-CEO Andre Krause in einem Interview zu Protokoll, schreibt Bloomberg. Und er räumte ein, dass sich der ständige Druck auf Huawei “irgendwann“ auch auf Sunrise auswirken könne.

5G ist eine wichtige Technologie für die IT-Zukunft, und Huawei ist nicht die einzige Hürde, welche in diesem Zusammenhang genommen werden muss. Auch innenpolitisch sind noch nicht alle Weichen gestellt, da der Widerstand in einigen Bevölkerungsgruppen gross ist. Bald wird sich zeigen, welche Hürde die höhere ist.

Friday, February 7, 2020

5G in der Schweiz: vom Vorsprung zum Politikum

Der 5G-Aufbau in der Schweiz ist bis jetzt sehr schnell vorangegangen. Die Schweiz ist weltweit ganz vorne mit dabei, was funktionierende 5G-Standorte betrifft; nur die USA hat mehr 5G-Anlagen in Betrieb. Dieser Vorsprung, der vor allem für die Industrie und das Internet der Dinge, sowie für die Versorgung von Randgebieten sehr wichtig sein wird, könnte schon bald schrumpfen, weil die Schweiz eben auch sehr tiefe Strahlungsgrenzwerte festgeschrieben hat.

Die Schweiz, eine 5G-Insel in Europa: Die Ookla 5G Map zeigt die aktuellen
5G-Betriebsstandorte weltweit an. Nur die USA haben mehr 5G als die
Schweiz.                                               Screengrab speedtest.net/ookla-5g-map
90 Prozent aller Schweizer besitzen und nutzen ein Smartphone. Man darf davon ausgehen, dass die Mehrheit dieser Menschen sich nicht allzu grosse Sorgen über die Strahlung der Mobilfunkanlagen macht. Schliesslich sind sich die Experten (ausnahmsweise) ziemlich einig: Es gebe kaum Grund zur Sorge, was die Strahlung betreffe - vor allem wenn man als User selber auch zur Sicherheit beitrage, heisst der Konsens:
“Die deutsche Stiftung Warentest unterzog die Argumente der 5G-Kritiker im Herbst einem Faktencheck. Fazit: Nach aktuellem Stand der Forschung "besteht kaum Grund zur Sorge", dass Handystrahlung Krebs verursache oder Spermien schade. Auch durch den 5G-Ausbau seien keine großen Veränderungen zu erwarten. Wer sich davon nicht beruhigen lässt, kann die Strahlenbelastung mit einigen simplen Methoden reduzieren. So helfe es, beim mobilen Telefonieren Abstand zu halten. Bereits wenige Zentimeter Sicherheitsabstand zwischen Ohr und Handy senken demnach die Strahlenbelastung deutlich.“ (heise.de)
Natürlich lassen die 5G-Gegner solche Schlussfolgerungen nicht einfach stehen: Warentest wurde für den Expertenbericht stark kritisiert und musste sich rechtfertigen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass zahlreiche Studien zum gleichen Schluss kommen, wie die Experten, welche die Stiftung Warentest beigezogen hat. Für die 5G- Gegner scheint es schwierig zu sein, vor diesem Hintergrund genügend besorgte Bürger zu mobilisieren: Nur 2000 Teilnehmer (gemäss Angaben der Veranstalter) protestierten am internationalen Protesttag gegen 5G in 16 Schweizer Städten gegen die Technologie.
Die kleine aber lautstarke Gruppe der 5G-Gegner konnte den 5G-Ausbau bis jetzt tatsächlich verzögern; allerdings ist die Zahl der betriebenen Standorte kürzlich plötzlich stark angestiegen:
“Anfang Dezember 2019 waren in der Schweiz erst rund 660 Anlagen in Betrieb, die den Mobilfunk der fünften Generation nutzten. Nach Neujahr waren es plötzlich 2300. Wie konnte sich die Anzahl der 5G-Antennen innert Monatsfrist mehr als verdreifachen? […] Der Urheber des sprunghaften Anstiegs war schnell ausgemacht: Swisscom. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hatte im Frühling 2019 versprochen, bis zum Jahresende 90 Prozent der Bevölkerung mit dem neuen Standard zu versorgen. Um dieses Versprechen einzulösen, musste der Telekomkonzern im Dezember offensichtlich einen Schlussspurt hinlegen. Dazu brauchte er indessen keine Heerscharen von Technikern, die heimlich auf den Dächern Antennen montierten. Es war viel einfacher: Swisscom hat ein Software-Update eingespielt, das die Sendestationen 5G-fähig macht. Weil sich an den Antennen physisch nichts änderte, musste dafür keine Baubewilligung eingeholt werden. Entsprechend machtlos waren die 5G-Gegner. Denn wo es keine Bewilligung braucht, nützen Einsprachen nichts…“ (NZZ)
Swisscom-Chef Urs Schaeppi ist natürlich nicht glücklich darüber, dass 5G zu einem Schweizer Politikum geworden ist, wie er kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone/SDA sagte. Die Diskussion um 5G werde "emotional" geführt. Fakten spielten oft kaum eine Rolle. Angst machen mit Halbwahrheit sei einfach, Aufklären mit Fakten schwierig. Die Politik müsse sich endlich klar zu 5G äussern, fordert der Swisscom-Manager. Bereits beim Wechsel von 2G auf 3G habe es eine grosse Opposition gegeben. Klar sei aber: “Ohne diesen Wechsel hätte der Siegeszug des Smartphones nie stattfinden können."

Saturday, November 30, 2019

5G: Trotz Einsprachen und Protesten geht der Ausbau voran

Die Gegner der mobilen Datenübertragungstechnolgie 5G organisieren sich, und legen Einsprachen gegen den Ausbau des Systems ein, wo immer das möglich ist. Trotzdem ist die Schweiz führend, was 5G betrifft. Und es sieht nicht so aus, als ob die Proteste der Gegner den Ausbau längerfristig verhindern könnten.

Ein 5G-Sendemast, der im Kanton Zürich bereits im Betrieb ist.
                                                                               
5 G hat sich für jene Menschen, die sich vor elektromagnetischer Strahlung schützen wollen, zu einem echten Feindbild entwickelt. In der Schweiz, wo der Ausbau der Technologie schneller vorangeht als an in den meisten anderen Ländern der Welt, regt sich dementsprechend viel Wiederstand, über den auch in ausländischen Medien berichtet wird. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass die meisten Menschen nicht wissen, was 5G leisten kann:
“5 G kann Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde übertragen, was 100 Mal schneller ist, als eine vernünftige 4G-Verbindung. Allerdings ist das nicht das wichtigste. Vor allem sind die Reaktionsgeschwindigkeiten im Netz mit im besten Fall einer Millisekunde sehr kurz, was auch Latenz genannt wird. Die Antwort auf eine Anfrage findet also praktisch ohne Verzögerung statt. Nicht zuletzt deswegen wird 5G auch immer als Voraussetzung für autonomes Fahren genannt, wo es auf schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten ankommt. Allerdings muss ein Auto auch autonom fahren können, wenn es möglicherweise einmal in einem Funkloch ist. Deswegen wird 5G dafür eben keine zwingende Voraussetzung sein. 5G wird seine Stärke aber noch ganz woanders ausspielen. Die Technologie kann viel mehr Geräte miteinander verbinden als bisherige Mobilfunkgenerationen. Und die Datenübertragung ist zudem deutlich energiesparender. Übrigens: Über 5G kann man nicht telefonieren. Es ist ein reines Datennetz, das auf 4G aufsetzt. Wer also künftig ein Handygespräch führt, wird das über das 4G-Netz machen.“  (welt.de)
Das ist alles sehr beeindruckend, nicht aber überzeugend genug für die Gegner, wie die NZZ am Sonntag in einem ausgezeichneten Artikel zum Thema beschreibt.  Der Autor hält fest, dass der Widerstand gegen 5G vielschichtig sei und quer durch die Gesellschaftsschichten gehe. Mindestens jedes zweite Baugesuch werde inzwischen mit Einsprachen belegt. Ob dies allerdings viel nützen wird, bleibt dahingestellt. Zitat NZZ:
“Trotz erbittertem Widerstand der Strahlengegner ist die Schweiz Europameisterin, was die Zahl installierter 5G-Anlagen angeht. Gemäss dem Bakom waren per 1. November 562 5G-Antennen in Betrieb. Global gesehen haben wahrscheinlich nur Südkorea und die USA mehr installierte Sender. […] Die Anbieter Sunrise und Swisscom zeigen sich zuversichtlich, bald eine nationale Abdeckung zu erreichen: «Naturgemäss helfen die Einsprachen nicht für einen schnellen Ausbau der benötigten Mobilfunkinfrastruktur. Wir halten aber nach wie vor an unserem Ziel fest, bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G zu versorgen», sagt eine Swisscom-Sprecherin.“

Tuesday, February 19, 2019

5G und die Angst vor der Strahlung der Handyantennen

5G, die nächste Generation der Mobilfunktechnik verspricht extrem viel: Die Kapazitäten der drahtlosen Netze sollen dadurch enorm gesteigert werden, so dass Mobilfunk und Internet verschmelzen - bis in die äussersten Ecken eines Landes. Die Technologie ruft aber auch Kritiker hervor, die vor erhöhten Strahlenwerten und Gesundheitsschäden warnen. Die Diskussion ist neu lanciert.

5G - die Zukunft des Mobilfunks ist schon da - und mit ihr die Skeptiker.
                                                                      Grafik Wikimedia Commons
Jedermann und jede Frau haben ein Handy und benutzen es auch - oft sieht es so aus, als ob alle die ganze Zeit am Handy hängen. Die Angst vor der unsichtbaren Strahlung, die all diese Facebook- und Whatsapp-Daten zu uns bringt, scheint in den letzten Jahren verschwunden zu sein; es ist stiller geworden um die Mobilfunkantennen-Gegner. Das könnte sich jetzt ändern. Das Internet ist jetzt schon voll von Texten und Videos, die vor der 5G-Gefahr warnen.Die neue Technologie ist nämlich nicht wie die alte: Es werden weit höhere Frequenzen verwendet und eine grosse Zahl neuer Antennen wird benötigt werden.  Es gibt aber auch skeptische Mediziner, die sich in einem Aufruf dafür einsetzen, mit dem 5G-Ausbau zu warten. Auch die NZZ geht in einem ausführlichen Artikel zum Thema davon aus, dass die Strahlenschutzdebatte “neu lanciert“ sei. Die jüngst vom Bund versteigerten Frequenzen würden zwar bereits für andere Zwecke wie die Übermittlung von Radio- oder Fernsehsignalen eingesetzt und seien den heute für den Mobilfunk verwendeten Frequenzen sehr ähnlich, schreibt das Blatt:
“Die Bedenken können sich somit nicht gegen 5G richten, sondern gegen die nichtionisierende Strahlung (NIS) durch den Mobilfunk im Allgemeinen. Deren Energie ist zwar zu gering, als dass sie in unserem Gewebe chemische Veränderungen bewirken könnte. Es gibt indessen Studien, die einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Strahlung und gesundheitlichen Schäden nahelegen. Die Weltgesundheitsorganisation hält es beispielsweise nicht für ausgeschlossen, dass NIS krebserregend wirkt. Die einschlägige Literatur gibt unter dem Strich freilich eher Entwarnung: Unterhalb der gängigen Grenzwerte für die Strahlung konnte keine Studie Risiken nachweisen. Auch eine Gesamtschau der Forschung auf dem Gebiet – das beste Mittel gegen das Rosinenpicken von Ergebnissen im Dienste der eigenen Vorurteile – liefert keine Anhaltspunkte dafür. Gewiss, der Beweis der Unschädlichkeit ist damit nicht erbracht. Dass etwas nicht existiert, lässt sich mit empirischer Forschung leider nicht beweisen.“
Es ist unbestritten, dass es die Strahlung des eigenen Handys ist, die uns heute bei weitem am meisten belastet. Wer also ohne Handy nicht mehr leben kann, sollte sich an ein paar Regeln halten, um gesundheitliche Belastungen zu minimieren:
“Besonders dann, wenn die Verbindung schlecht ist, strahlt das Handy intensiv - verdoppelt man den Abstand vom Körper, etwa indem man über Lautsprecher oder Kopfhörer spricht, reduziert sich die Belastung um die Hälfte. Außerdem sollte das ständige Tragen am Körper vermieden, wo möglich, auf kabelgebundene Verbindungen zurückgegriffen werden. Außerdem sollte man sich über den SAR-Wert des Handys informieren, etwa beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz, oder auch bei den Herstellern selbst - je geringer der SAR-Wert ist, desto weniger erwärmt sich das Gewebe durch die Strahlung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Grenzwert von 2,0 W/kg.“ (science.orf.at)

Thursday, November 8, 2018

5G-Technologie: die Formel 1 der Mobilfunk-Industrie kommt in die Schweiz

Es war eine Weltpremiere: Die Swisscom hat zum ersten Mal ein Smartphone mit 5G-Midband-Chipset von Qualcomm mit einem 5G-Livenetz (in Luzern) verbunden. Auch ein Hotspot der taiwanesischen Firma WNC mit dem identischen Chipset wurde mit dem 5G-Livenetz verbunden. Der 5G-Ausbau schreitet voran. Seit heute ist das Netz auch punktuell in Luzern, Bern, Genf und Zürich auf einer Testfrequenz live – nach Burgdorf.

5G ist in einem Jahr geschrumpft - von Kühlschrankgrösse auf (klobiges)
Smartphone-Format. Im Laden dürfen die ersten 5G-Handys schon im nächsten
Sommer erwartet werden.                                                              Bild Swisscom
Die 5G-Technologie entwickelt sich rasant. Bis Ende 2019 plant Swisscom den punktuellen Ausbau in 60 Städten und Gemeinden schweizweit.
Die Entwicklung widerspiegelt sich auch bei den Geräten: Vor einem Jahr wogen 5G-Testgeräte noch eine Tonne und massen einen Kubikmeter. Swisscom präsentierte nun erstmals handliche 5G-Geräte: einen Smartphone-Prototypen von Qualcomm und einen mobilen Hotspot des taiwanesischen Herstellers Wistron NeWeb Corporation. Beide Geräte wurden mit dem 5G-Live-Netz in Luzern verbunden.
Noch ist das 5G-fähige Smartphone allerdings nicht kommerziell verfügbar. Experten erwarten, dass schon im nächsten Sommer erste 5G-Smartphones auf den Markt kommen. Erste Industrieanwendungen sind entwickelt, die das Potential von 5G aufzeigen. Die Swisscom baut das 5G-Netz nicht nur in Städten, sondern auch in ländlichen Gebieten und Tourismusregionen aus. Swisscom-CEO Urs Schaeppi sagt: 
"Bei 3G fragte man sich damals, wer mobiles Internet überhaupt brauche? Heute haben Mobilfunkanwendungen auf 3 und 4G unseren Alltag massgeblich verändert. Mit 5G erleben wir jetzt den gleichen Moment."
Doch was genau ist 5G eigentlich? Für die Nutzer von Smartphones, Tablets und Laptops bringt 5G vor allem Speed. Zitat aus der Welt:
“5G wird bis zu 100-mal schneller sein als das heutige LTE. Der 5G-Standard ermöglich Downloads mit einer Geschwindigkeit von 10 Gigabit pro Sekunde, was 10.000 Megabit pro Sekunde entspricht. Ein 5G-Smartphone oder ein Laptop mit einem 5G-Datenstick könnte den Inhalt einer ganzen DVD mobil in nur 3,6 Sekunden laden. Das ist 625-mal schneller als der beste DSL-Festanschluss daheim. Ein weiterer Vorteil für den Mobilnutzer ist die Fähigkeit der neuen 5G-Antennen, ihn quasi punktgenau zu orten und dann die benötigte Datenbandbreite gezielt an seinem Ort zur Verfügung zu stellen […]So fantastisch diese neuen Möglichkeiten klingen – der neue 5G-Standard wurde nicht in erster Linie für die Smartphone-Nutzer entwickelt. Die neue Technik ist für viele anvisierte Innovationen zwingend erforderlich: in den Fabriken der Zukunft („Industrie 4.0“) werden Maschinen und Roboter mithilfe von 5G miteinander kommunizieren. Und auch die autonomen Fahrzeuge der Zukunft werden untereinander Daten per 5G austauschen. Das sogenannte Internet der Dinge, also Haushaltsgeräte und Gegenstände aller Art, die jederzeit mit dem Internet verbunden sein sollen, werden Daten via 5G senden und empfangen. 5G ist also nicht nur irgendein neuer Mobilfunkstandard. Diesmal geht es um eine technologische Revolution…“