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Saturday, June 26, 2021

Microsoft ist mehr als 2'000'000'000'000 Dollar wert

Cloud Computing ist ein enorm schnell wachsendes und auch rentables Geschäft – und Microsoft ist ganz vorne mit dabei, mit der Azure Cloud. Das hat sich für das Unternehmen und die Aktionäre gelohnt: Microsoft ist seit letzter Woche das zweite US-Unternehmen, das mehr als 2 Billionen Dollar wert ist. Damit hat das Unternehmen Amazon im Rennen um die Börsenkapitalisierung geschlagen und ist jetzt das zweite Mitglied in einem Club, der bisher nur Apple als Mitglied hatte.

Azure, der Cloud-Service von Microsoft: Die Cloud hilft Microsoft beim
Wachstum.                                                     Screengrab Microsoft Azure
2 Billionen sind 2000 Milliarden – eine Zahl mit 12 Nullen also. Analysten führen den steigenden Wert von Microsoft darauf zurück, dass die von der Corona-Pandemie ausgelösten Änderungen im Geschäftsleben, dem Unternehmen grossen Nutzen bringen. Hybride Arbeitsplätze und Homeoffice funktionieren nur mit der Cloud – und da ist Microsoft marktführend.  Auch wenn jetzt viele Angestellte ins Geschäft zurückkehren, darf Microsoft Chef Satya Nadella wohl mit einer anhaltend erhöhten Nachfrage nach seinen Software-Suiten Office 365 und Teams und auch für die Azure Cloud rechnen.Auch Amazon ist mit AWS (Amazon Web Services) im Cloud-Geschäft und profitierte dort, aber natürlich vor allem im Versandhandel, massiv von Corona. Das hilft beim Umsatzwachstum und wird dazu führen, dass das Unternehmen auch bald einen Marktwert von zwei Billionen US-Dollar erreichen wird.
Apple erreichte die 2 Billionen Dollar erstmals am 20. August 2020. Es war die steigende Nachfrage nach Smartphones, die Apples Wert von einer Billion am 2. August 2018 auf 2 Billionen Dollar in 749 Tagen möglich machte.
Bei Microsoft ging es ein paar Tage länger: Es dauerte nur 786 Tage, um von 1 Billion Dollar am 30. April 2019 auf 2 Billionen Dollar am 24. Juni 2021 zu wachsen. Microsoft erreichte die 2-Billionen-Marke nur 308 Kalendertage nach Apple?

Wenn die Prognosen der Experten richtig sind, wird Amazon die 2-Billionen-Marke in weniger als 360 Tagen erreichen. Amazon war am 5. Februar 2020 zum ersten Mal mehr als 1 Billion Dollar wert.


Monday, March 6, 2017

Die Amazon-Cloud: Too big to fail?

Alles was es brauchte, war ein sogenannter Fat-Finger-Typo – jemanden, der die falsche Taste auf der Tastatur drückte – und schon war die Amazon-Cloud für viele User keine Cloud mehr, sondern eine Nebelwand. Die Ereignisse der letzten Woche scheinen darauf hinzuweisen, dass digitale Provider auch zu gross werden können, vor allem wenn andere Branchenriesen mit am Tropf hängen: Too big to fail, sozusagen.

Solange alles läuft, interessiert es uns nicht besonders, was in der Wolke
passiert.                                                                                                      Bild PfW
Über 40 Prozent Marktanteil hat sich Amazon im Public-Cloud-Markt mit den Amazon Web Services (AWS) in den letzten Jahren gesichert, 14 Milliarden Dollar Umsatz will Amazon mit seinen Servern dieses Jahr einnehmen. Nicht schlecht für ein Geschäft, das Amazon erst vor gut zehn Jahren gestartet hat, um die eigenen Server besser auszulasten. Natürlich will Amazon auch im Cloud-Business seine Domination weiter ausbauen. Umso mehr muss die Panne vom 28. Februar den Verantwortlichen zu denken geben: So ein kleiner Fehler, derartig riesige Auswirkungen. Was ist genau passiert?  
Die Ereignisse begannen, als ein Techniker ein System warten wollte, dass für die Rechnungen an die Cloud-Kunden zuständig ist. Weil er aber einen Tippfehler machte, schaltet er ein paar Server zu viel ab, und das Unheil nahm seinen Lauf. Zitat aus der Welt:
“Daraus resultierte ein Domino-Effekt: Ohne Zugriff auf das Abrechnungssystem funktionierte plötzlich auch das Programm nicht mehr, welches das Inhaltsverzeichnis und die Speicherverwaltung – den sogenannten Indexdienst – für sämtliche Speicher-Server des S3-Angebots parat hielt. Beide Dienste mussten neu gestartet werden, was mehrere Stunden dauerte. Genauso lange fiel S3 aus. Dass der Ausfall des Dienstes solche Probleme verursachte, überraschte auch die Amazon-Techniker: “AWS ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, der Neustart dauerte deutlich länger als erwartet.“ Nun will Amazon das System umbauen, sodass ein einziger Tippfehler eines Technikers nicht länger ein komplettes Rechenzentrum lahmlegen kann…“
Gute Idee!
Denn die Auswirkungen der Amazon-Panne waren massiv: Millionen Websites waren stundenlang nicht oder nur schwer erreichbar, darunter ganz grosse wie Expedia, Airbnb, Soundcloud, Netflix, Snapchat und Business Insider. Sogar Apple war betroffen; Teile des App Stores, der iCloud und von Apple Music funktionierten nicht mehr. Gemäss Schätzungen amerikanischer Analysten entstanden durch den Ausfall Schäden von mehr als 150 Millionen Dollar.
Cloud-Spezialisten weisen darauf hin, dass die absolut sichere Cloud schlicht und einfach nicht existiert. Amazon wird aber dafür kritisiert, dass alle Server in der North-Virginia-Anlage gleichzeitig ausfallen konnten – man hätte die Rechner besser unterteilen sollen, schreibt die MIT Technology Review.  

Aber nicht nur Amazon muss sich zur Konstruktion der Cloud Gedanken machen: Wer die Cloud benutzt, sollte ebenfalls zum Thema  Datensicherheit und Ausfallsicherheit planen. Damit im Falle einer Panne die Daten nicht einfach im Nebel verschwinden.