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Tuesday, August 23, 2022

Social Media beeinflussen viele Kaufentscheidungen

Die erwachsene Schweizer Bevölkerung verbringt fast eine Stunde pro Tag auf Social Media. WhatsApp, YouTube, Facebook und Instagram nehmen inzwischen eine sehr wichtige Rolle im Alltag ein. Das ergibt eine aktuelle Studie zum Thema «Social Commerce 2022». Die Untersuchung zeigt, dass 84 Prozent der befragten Bevölkerung bei den Marktführern Galaxus, Digitec und Zalando online einkauft. 24 Prozent der Befragten gaben an, dass YouTube ihnen dabei hilft, Kaufentscheide zu fällen.

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 Die Studie der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Zusammenarbeit mit gfs-zürich hatte zum Ziel, die Nutzung von Social Media und die Verschmelzung dieser Medien mit E-Commerce zu Social Commerce, zu verstehen und zu quantifizieren. Die Ergebnisse:

WhatsApp, YouTube, Facebook und Instagram sind die am häufigsten genutzten Social-Media-Plattformen bei der befragten Schweizer Bevölkerung. Frauen und Männer unterscheiden sich in ihrem Verhalten auf Social Media: Frauen nutzen häufiger WhatsApp, Facebook und Instagram, Männer nutzen häufiger YouTube, LinkedIn und Telegram.

TikTok, YouTube, Pinterest, Xing und Twitter werden mehrheitlich passiv genutzt, das heisst Beiträge werden nur gelesen oder angeschaut. Gemäss Selbsteinschätzung verbringen die Befragten 1,7 Stunden täglich am Handy, davon rund die Hälfte auf Social Media.

Auch E-Commerce ist längst in der breiten Bevölkerung angekommen: 84 Prozent der Befragten kaufen online ein, 14 Prozent davon einmal oder mehrmals wöchentlich. Je höher das monatliche Haushaltseinkommen, desto häufiger wird online eingekauft. Am häufigsten werden Modeartikel wie Kleidung, Schuhe oder Schmuck gekauft, gefolgt von technischen Produkten sowie Musik und Büchern. Galaxus, Digitec und Zalando sind die drei am häufigsten genutzten Onlineshops.
24 Prozent der Befragten gaben an, dass YouTube ihnen dabei helfe, Kaufentscheide zu fällen. Auch 
Facebook, Instagram und Pinterest wurden als Hilfe für Kaufentscheidungen genannt, wenn auch in weit geringerem Mass.

Übrigens: 64 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass gar keine Social-Media-Plattform zu ihren Kaufentscheidungen beiträgt
.

Wednesday, April 15, 2020

Wie die Schweizer streamen

Musik- und Video-Streaming-Dienste werden auch in der Schweiz rege genutzt. Allerdings gibt es zwischen den verschiedenen Anbietern und Nutzergruppen grosse Unterschiede: Alt und Jung zum Beispiel, streamen nicht gleich. Im Schweizer Markt gibt es drei klare Leader: Netflix dominiert den Schweizer Markt im Bereich Video Streaming, Spotify im Bereich Musik-Streaming. Und dann gibt es natürlich noch Youtube.

The Crown, eine der beliebtesten Serien auf Netflix. Bis im Januar dieses
Jahres wurde sie von 73 Millionen Netflix-Abonnenten gesehen.
                                                                                              Screengrab Netflix
Die Untersuchung über die Schweizer Streaming-Gewohnheiten wurde vom Internet-Vergleichsdienst moneyland.ch mit dem Marktforschungsinstitut GfK Switzerland durchgeführt. Und bevor wir hier auf die ‘echten‘ Streaming-Dienste eingehen, muss gesagt werden, dass Youtube, das technisch ebenfalls in diese Kategorie gehört, alle anderen Anbieter hinter sich lässt. Youtube wird in der Schweiz im Vergleich zu den anderen Streaming-Diensten mit Abstand am meisten genutzt, nämlich von 62 Prozent der Befragten. Besonders beliebt ist Youtube bei jugendlichen Anwendern: 84 Prozent der 19- bis 25-jährigen Befragten nutzen den Service – bei den über 50-Jährigen ist es nur noch jeder zweite Befragte.
Musik-Streaming-Dienste sind in der Schweiz hingegen noch nicht so populär: 64 Prozent der Befragten nutzen gar keine Musik-Streaming-Dienste.
Männer streamen etwas häufiger als Frauen – allerdings sind die Differenzen nicht markant.
Grosse Unterschiede gibt es je nach Altersgruppe: Junge streamen deutlich häufiger als ältere Personen.
Youtube hat sehr hohe Nutzerzahlen - wohl auch, weil das Angebot meistens gratis genutzt wird. Wenn es um bezahltes Streaming geht, sinken die Nutzerzahlen markant. Insgesamt nutzten rund 20 Prozent der User in der Schweiz Netflix; davon zahlen aber nur 65 Prozent für die Nutzung. Rund 35 Prozent der Netflix-Nutzer geben an, dass sie Netflix kostenlos nutzen; 23 Prozent geben zu, dass sie dies via Login von Freunden oder Kollegen tun. Nur rund 13 Prozent aller Befragten nutzen Netflix und bezahlen auch dafür. Damit ist Netflix mit Abstand der meist genutzte Service, für den Schweizer Nutzer zahlen. Weit abgeschlagen folgen Swisscom (Video-on-Demand) und Spotify mit je 8 Prozent, Apple Music mit 6 Prozent sowie AppleVideo (iTunes) mit 5 Prozent. Die Unterschiede je nach Altersgruppe sind markant: Bei den Jungen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen 25 Prozent für Netflix, gefolgt von 15 Prozent für Spotify und 14 Prozent für Swisscom (Video-on-Demand).
Dass Video-Streaming-Dienste bei jüngeren Kunden beliebter sind, ist prinzipiell keine Überraschung, allerdings erstaunt das Ausmass: 45 Prozent der Befragten zwischen 19 und 25 Jahren nutzen Netflix, während es bei den über 50-Jährigen gerade einmal 9 Prozent sind. 

Thursday, July 18, 2019

Eintritt bezahlen, um kaufen zu dürfen

Für immer mehr Kunden scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, was für andere immer noch undenkbar ist: dafür zu bezahlen, dass man in einem Geschäft einkaufen darf. Das gilt vor allem auch im digitalen Bereich. Eine neue Studie zeigt, dass sogenannte Plattformen bereits fest im Nutzungsverhalten der Konsumenten verankert sind, und zwar so stark, dass diese durchaus bereit sind, eine Gebühr für die Nutzung zu bezahlen.

Einkauf nur mit Mitgliedschaft: Dieses Konzept hat den Einzelhändler Costco
zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt gemacht.        Bild Costco
Die Studie des IFH Köln befasst sich mit der sogenannten Plattformökonomie und dem Verhalten der Konsumenten. Sie zeigt, dass viele Verbraucher durchaus bereit sind, allein für das Privileg der Nutzung einer Plattform zu bezahlen. Auch Streaming-Plattformen wie Netflix oder Spotify funktionieren auf dieser Basis. Beim Streaming macht es durchaus Sinn. Seltsamer mutet das Modell dann an, wenn es um ganz gewöhnliches Shopping geht. Die Befragten gaben an, dass sie zwischen sieben und elf Euro monatlich bezahlen würden, um bei Amazon bestellen zu dürfen – und zwar ohne spezielle Zusatzleistungen (Prime) zu erhalten. Amazon ist zu einer enormen Handelsplattform geworden. Auch YouTube-Nutzern würden monatlich ein “Eintrittsgeld“ zahlen, um die bisher kostenfreien Inhalte der Videoplattform abrufen zu können. Das erscheint schon ein wenig logischer, da YouTube eine Streaming-Plattform ist, für die es keine echte Alternative gibt. Am höchsten fällt die Zahlbereitschaft aber für die Nutzung von Flug- oder Mietwagenplattformen aus. Bis zu 41 Euro würden potenzielle Kunden hier für das Privileg einer Buchung in die Hand nehmen.
Warum ist das so? Plattformen gelten als praktisch und flexibel und werden von den Kunden bei allen Leistungskriterien besser bewertet als lineare Geschäftsmodelle. Lediglich in Sachen Einfachheit sind lineare Angebote noch konkurrenzfähig – sicherlich auch, weil sich durch die zu grosse Auswahl auf Plattformen die Komplexität für Konsumenten erhöht. Auch der Blick auf den Informations- und Kaufprozess verdeutlicht, welcher Druck gegenwärtig schon von Plattformangeboten ausgeht. So bündeln Flug- und Mietwagenplattformen fast drei Viertel der der Suche nach relevanten Informationen und für die Buchung bleiben dann die potentiellen Kunden der Plattform treu.
Das Plattformmodell gibt es übrigens nicht nur im E-Commerce. Auch die Migros ist in diesem Sinne eine Plattform, wo man sich mit dem Bedarf des täglichen Lebens eindecken kann - fast überall in der Schweiz. Besuche in anderen Läden erübrigen sich häufig. Allerdings müssen Migros-Kunden keinen Eintritt bezahlen - aber auch dieses Modell existiert schon lange. Der Amerikanische Händler Costco ist extrem erfolgreich damit, nur Kunden in seinen Läden einkaufen zu lassen, die eine Jahresgebühr dafür bezahlen und sich an der Kasse jedes Mal mit einer Karte ausweisen müssen.  Costco Wholesale Corporation ist ein amerikanisches multinationales Unternehmen, das 2015 zum zweitgrösste Detailhändler der Welt aufstieg, und dessen Läden sich als Grosshandelsclubs anpreisen. Ab 2016 war Costco der weltweit grösste Einzelhändler von Rindfleisch, Bio-Lebensmitteln, Rotisserie-Huhn und Wein. Costco wird in den Fortune-500-Rankings der grössten US-Unternehmen nach Gesamtumsatz auf Platz 15 geführt. Costco hat auch Läden in Europa: 28 in Grossbritannien, zwei in Spanien, einen Laden in Island und einen in Frankreich.
Die Plattformökonomie ist also nicht ganz so neu. Sie zählt aber weiterhin darauf, dass es ein wichtiges Kundensegment gibt, das unter anderem Loyalität gegenüber einem Händler demonstriert, indem es bereit ist, für den Eintritt in einen Laden oder einen Shop einen Preis zu bezahlen.

Wednesday, January 27, 2016

Die einen stört die Werbung, die anderen der Werbeblocker

Der grösste Teil von Usern, die wissen was ein Werbeblocker ist, die Software selber aber noch nicht nutzen, würden darauf verzichten, wenn sie selbst entscheiden könnten, ob und wann sie Online-Werbung anschauen wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Studie im Auftrag der Videowerbe-Plattform Teads. Demnach lösen besonders Pop-up-Anzeigen den Adblocking-Impuls aus; für 80 Prozent der Ad-Blocker-Nutzer waren sie denn auch der Hauptgrund für die Installation derartiger Software. Sehr ärgerlich sind aus Nutzersicht auch sogenannte Pre-Roll-Videoanzeigen, die vor den eigentlichen Inhalten ablaufen. Für viele Ad-Blocker-Nutzer ist das die aufdringlichste Werbung überhaupt.

Pech gehabt: Wer die Werbung nicht will, kommt nicht rein. Beim amerikanischen
Nachrichtenmagazin Forbes versteht man bezüglich Werbeblockern keinen Spass.
                                                                                                       Screenshot Forbes.com
Software, die am Computer Werbung blockiert, ist extrem populär. Untersuchungen zeigen, dass im letzten Jahr rund 200 Millionen Menschen davon Gebrauch machten – Tendenz stark steigend. In der Schweiz sind es rund 15 Prozent der User (ein gleich hoher Prozentsatz wie in Grossbritannien), die Internetwerbung blockieren. Das sind rund 1,1 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland benutzen 25 Prozent und in Griechenland gar 37 Prozent der User einen Adblocker. Wie die oben erwähnte Teads-Studie zeigt, braucht die Werbeblocker-Software nicht viel Werbung, um Verbreitung zu finden: Ein grosser Teil des Publikums scheint Werbung derartig ärgerlich und irrelevant zu finden, dass gerne nach einem Adblocker gegriffen wird; bei der Verbreitung spielen denn auch persönliche Empfehlungen eine wichtige Rolle.
Dieser massenhafte Einsatz von Ad-Blockern bedroht vor allem die Verlagsbranche, die ihre Online-Inhalte über Werbung finanzieren. Immerhin wird der Ausfall an Werbegeldern in einer US-Studie im letzten Jahr auf über 20 Milliarden Dollar geschätzt. Beunruhigend für die Werbebranche dürfte auch die Tatsache sein, dass vor allem junge User, sprich Millennials, Werbung blockieren (in den US sind es volle 63 Prozent).
Dass die Nutzer zunehmend mobil per Handy oder Tablet surfen, verschärft die Situation weiter. Denn offensichtlich stört Werbung dort noch mehr. 69 Prozent der in der Teads-Studie Befragten, die auf ihren mobilen Geräten einen Ad-Blocker installiert haben, finden Werbung auf dem Smartphone noch störender als am heimischen PC. Nur jeder Dritte, der einen Adblocker auf mobilen Geräten verwendet (36 Prozent), hat diese auch auf dem Desktop installiert. Eine Untersuchung der New York Times gibt klare Hinweise darauf, dass Werbung nicht nur blockiert wird, weil sie stört, sondern auch, weil sie das Surfen verlangsamt. Durch den Einsatz von Werbeblockern steigerte sich die Geschwindigkeit von mobilen Websites signifikant, genauso wie die Akkulebensdauer der getesteten iPhones.
Es gibt also durchaus Gründe dafür, Werbeblocker einzusetzen – und in der Werbebranche gibt es verschiedene Ansätze, das Problem anzugehen. Eine sehr robuste Option benutzt zum Beispiel der Axel Springer Verlag mit der Bild-Zeitung. Wer einen Werbeblocker eingeschaltet hat, kann Bild.de nicht besuchen. Das Selbe gilt für das amerikanische Magazin Forbes.com sowie für die britische Zeitung The Telegraph. (Beim Telegraph scheint man noch zu experimentieren; die Werbeblocker-Barriere ist nur zeitweise installiert.)
Experten gehen davon aus, dass diese Sperren sich negativ auf die Besucherzahlen der entsprechenden Websiten auswirken. Ausserdem ist nicht klar, ob dieser autoritäre Ansatz auch den Werbern hilft.
Einen kommunikativeren Ansatz hält man beim Videowerbungsspezialisten Teads für wirksamer:
 "Die Verbraucher wünschen sich Werbung, die ihr Online-Erlebnis nicht stört. Wenn wir das Adblocking-Problem lösen wollen, müssen wir diesen Wunsch endlich respektieren. Wir müssen dem User die Chance geben, sich aktiv dafür oder dagegen zu entscheiden,Werbung anzusehen“, sagt Managing Director Christian Griesbach.
Vorbilder dafür gibt es schon längere Zeit, zum Beispiel bei YouTube. Dort haben User die Wahl, Werbespots nach fünf Sekunden wegzuklicken, wenn sie sich nicht anschauen wollen. Das macht durchaus Sinn. Wer glaubt denn daran, dass aufgezwungene Werbung, die den Verbraucher nicht interessiert, wirksam ist?

Thursday, November 26, 2015

Verwirrung im Web: Wenn aus Werbung Information wird

Ganz so gut kennen sich die sogennannten Digital Natives also im Internet doch nicht aus. Eine neue Britische Studie zeigt nämlich, dass ganze 69 Prozent aller Jugendlichen nicht in der Lage sind, Google Werbung von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Dies fand die Ofcom, die britische Medienaufsichtsbehörde “Office of Communications“ kürzlich heraus. 

Quizfrage: Welches sind die Suchergebnisse, wo ist die Werbung?
                                                                                           Screenshot via google.ch
Für die Studie der Ofcom wurden 12- bis 15-Jährige Teenager befragt. Rund zwei Drittel dieser Digital Natives, die im Durchschnitt rund drei Stunden täglich im Internet verbringen, sind laut Studienergebnissen nicht in der Lage, Google Werbung, also bezahlte Suchergebnisse, von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Das Problem besteht, obwohl Google Werbung in der Liste der Suchergebnisse eindeutig mit “Anzeige“ gekennzeichnet wird. 
Die Werber wird es freuen.
Immerhin glauben die befragten Jugendlichen nicht alles, was ihnen Google serviert: Nur 19 Prozent von ihnen vertrauen den  Suchergebnissen.

Ziemlich erstaunlich ist allerdings, dass die jungen Google-Nutzer keine Ahnung haben, wie sich der Internetgigant Google finanziert: Nur 46 Prozent der Befragten wussten, dass der Grossteil von Googles Umsätzen aus Werbeeinnahmen stammt. Der Rest der Befragten hatte keine Ahnung, wie Google die Betriebskosten deckt. Auch bei YouTube war sich nur die Hälfte der Teenager bewusst, dass Google-Werbung als Finanzmittel dient. Dafür gaben immerhin zehn Prozent der befragten Jugendlichen an, dass sie sich auf YouTube ihre Informationen besorgen und glauben, dass diese wahr und akkurat sind…

Sunday, October 25, 2015

Social Media: Totgesagte leben länger!

Sie haben es sicher auch schon gelesen: Mit Twitter läuft’s nicht so recht, sogar Stellen werden gestrichen. Facebook ist auch nicht mehr, was es einmal war; Jugendliche finden die Plattform nicht mehr spannend, seitdem sich auch ihre Eltern dort tummeln. Obwohl diese Trends nicht falsch sind, sieht die Social-Media-Wirklichkeit aber immer noch extrem positiv aus. Digitale Kommunikationsplattformen sind quicklebendig, und fressen jedes Jahr mehr User-Zeit.

Wir verbringen immer mehr Zeit mit Social Media.   Quelle GlobalWebIndex
Wer negative Schlagzeilen über Social Media sucht, findet diese auch: “Überalterung: Junge flüchten aus Facebook“ ist eine solche Story, die immer wieder mal in den Medien auftaucht und sicher nicht nur einen wahren Kern, sondern auch eine positive Seite hat. Denn, wie zum Beispiel  auf diepresse.com erklärt wird:
Während die Jungen aus Facebook fliehen, ist die Zahl der über 55-Jährigen in den vergangenen drei Jahren um über 80 Prozent angestiegen. Mittlerweile tummeln sich drei Mal so viele ältere Semester als Teenager im Netzwerk. In Grossbritannien ist Facebook […] bei den Jüngeren bereits komplett abgemeldet. Spätestens wenn die erste Freundschaftsanfrage der Mutter kommt, ist es für viele Teens an der Zeit, das Kapitel Facebook wieder zu schliessen…“
Auch Twitter hat nach dem Hype des Börsengangs mit negativer Berichterstattung (hier auf welt.de) zu kämpfen:
Der Kurznachrichtendienst Twitter steckt in der Krise: Das enttäuschende Wachstum an Nutzern drückt den Aktienkurs. Jetzt steuert der neue Chef Jack Dorsey gegen. […]Twitter-Mitgründer Jack Dorsey setzt nach wenigen Tagen als ständiger Konzernchef einen massiven Stellenabbau in Gang. Wegfallen sollen rund acht Prozent der Belegschaft, das wären maximal 336 Jobs…“
Doch diese negativen Schlagzeilen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Phänomen der Social Media immer noch quicklebendig ist und weiter zulegt. Das zeigen auch die neusten Zahlen von GlobalWebIndex. Die Erhebung unter 170‘000 Nutzern hat herausgefunden, dass durchschnittliche User fast ein Drittel ihrer gesamten Internetzeit auf Social Media verbringen. Das sind jeden Tag fast 1,8 Stunden. Vor allem junge Nutzer lieben ihre Netzwerke: 16- bis 24-Jährige investieren  2,7 Stunden täglich in Social Media, die 25- bis 34-Jährigen knapp 2,2 Stunden. Die Plattformen werden zu Zeitfressern (siehe Grafik); andere Online-Aktivitäten wie etwa Online Videos oder News liegen weit hinter den Social Networks zurück, was den täglichen Zeitaufwand der User betrifft.

Die enorme Popularität sozialer Networks zeigt sich auch in deren Nutzerzahlen. So gibt es rund 2,1 Milliarden aktive Social-Media-Nutzer, davon allein 1,3 Milliarden mobile Facebook Nutzer. Mehr als 70 Prozent aller Erwachsenen sollen Facebook-Nutzer sein. Ebenfalls beeindruckend: 60 Millionen neue Fotos werden jeden Tag auf Instagram geladen. Bei YouTube sind es pro Minute mehr als 300 Stunden (!) neues Videomaterial. 

Thursday, August 13, 2015

Werbung: Gegen die Wand

Wir leben im Zeitalter der allgegenwärtigen Werbung; es gibt kaum ein Ort, an dem nicht irgendjemand versucht, auf unser Konsumverhalten Einfluss zu nehmen. im Gegensatz zu den “alten“ Medien ermöglichen es digitale Medien, der Werbung einen Riegel zu schieben. Genau das machen inzwischen fast 200 Millionen User, was die digitalen Verleger gemäß einer neuen Studie allein dieses Jahr 22 Milliarden Dollar kosten wird.

Ad-Blocking verbreitet sich immer mehr, auch im deutschsprachigen Raum.
                                                                                Screengrab Adblockplus.org/de
Dieses Jahr sind es also 22 Milliarden Dollar, die gemäß einer neuen Studie von Adobe und PageFair an Werbeumsatz verloren gehen. Im nächsten Jahr rechnen die Experten mit über 40 Milliarden an blockierten Werbeeinnahmen.
Der Grund: Ad-Blocking nimmt in rasantem Masse zu. Was früher nur wenige User machten, wird heute zur Gewohnheit für sehr viele Anwender; allein im letzten Jahr hat die Zahl der weltweiten Werbeblockierer um 41 Prozent zugenommen, heute blockiert global schon jeder dritte User.
Sorgen macht sich die Werbebranche vor allem wegen  der angekündigten Werbeblocking-Funktionen im neuen iOS 9. Zitat aus dem Branchenmagazin Persönlich:
“Die Prognose für 2016 wird unter anderem auf die Zunahme von Mobile Ad Blocking zurückgeführt: Aktuell liegt der Anteil von Ad Block Traffic mobiler Geräte bei nur 1,6 Prozent. Das neue iOS 9 mit integrierten Ad Blocking-Funktionen, das im Herbst veröffentlicht wird, könnte sich laut der Studie als Game Changer im Bereich Mobile Ad Blocking erweisen.“
Technisch wäre es wohl kein Problem, Inhalte nur jenen Usern zu zeigen, die auch Werbung zulassen. Allerdings würden durch derartige Massnahmen zu viele Internet-Publikationen zu viele Leser verlieren.

Man fragt sich, ob der Ad-Blocking-Boom nicht auch für die Werber Vorteile hat: Ad-Blocking könnte ja auch dazu führen, dass es leichter wird ein Zielpublikum zu erreichen. Wer will denn schon Anzeigen schalten, die niemand sehen will?
YouTube ist hier wegweisend; Wer Werbung vor einem Video nicht sehen will, kann sie nach fünf Sekunden wegklicken:
“Mit TrueView schuf Google 2010 ein Werbeformat, das vor YouTube-Videos geschaltet wird, und bei dem Nutzer selbst bestimmen, ob und welche Werbung sie sehen möchten. Für den Werbekunden fallen nur Kosten an, wenn sich ein Nutzer die Anzeige tatsächlich ansieht. Heute sind 85 Prozent aller Video-Anzeigen auf YouTube TrueView-Ads. Insgesamt werden Google zufolge täglich vier Milliarden Videos auf YouTube angeschaut…“
Die Initative zahlt sich also für Werbetreibende aus, gerade weil täglich Millionen von Spots weggeklickt werden.
Die Zahlen der neusten AdBlocking-Studie bestätigen allerdings auch, dass das Internetpublikum immer mehr für immer weniger erwartet. Wie die meisten Verlagshäuser schon lange herausgefunden haben, sind die meisten User nicht bereit, für Inhalte zu bezahlen. Nun wollen sie nicht mal mehr die Werbung ansehen, die für diese Inhalte bezahlt.
 Ob das etwas mit der Qualität dieser Werbung zu tun hat?

Sunday, June 28, 2015

HTML5 oder Flash Player? Sie entscheiden!

Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine; der Internet-Gigant hat seine langen Finger in zahlreichen anderen Online-Unternehmen – wie zum Beispiel Youtube. Schon vor neun Jahren hat Google 1,65 Milliarden US-Dollar für das Videoportal hingeblättert, das nicht einmal zwei Jahre vorher gegründet worden war. Schon damals war es Adobe, das mit seinem Flash Player die Software zum Abspielen der Youtube-Videos zur Verfügung stellte. Damit ist seit kurzem Schluss: Statt Flash Player von Adobe spielen die Videos jetzt automatisch mit HTML 5 – und das ist nicht immer ein Vorteil.

Wir alle kennen den Flash Player von Adobe und haben ihn wahrscheinlich auf unserem schon PC unzählige Male aktualisiert, um Sicherheitslücken zu stopfen. Doch was ist denn eigentlich HTML5, das Flash ablösen soll? Chip.de erklärt:
HTML5 sollte Flash Player von Adobe in den Schatten stellen - doch die Reklamationen
der User sind Litanei.                                                                              Screen Grab Youtube
“Die Initiative HTML5 wurde vor allen von Steve Jobs angefeuert. Er hatte bei Flash zu große Sicherheitsbedenken und weigerte sich, die Technik in Apples mobile Geräte zu integrieren. Jobs erklärte HTML5 zur Flash-Alternative. Bisher mussten Apps für jedes Betriebssystem einzeln programmiert werden. Mit HTML5 können Anwendungen auf allen Plattformen über den Browser ausgeführt werden. HTML5 wird direkt vom Browser interpretiert. Daher ist kein zusätzliches Programm, kein Plugin und auch kein Update erforderlich. Der größte Vorteil von HTML5 liegt bei den mobilen Endgeräten. Videos werden nicht mehr per Flash Player wiedergegeben, sondern direkt vom Browser über HTML5 abgespielt. Das spart Akku und geht deutlich schneller.“
Das sind alles sehr gute Argumente für HTML5 – aber es gibt auch Nachteile:
Flash hat noch die Nase vorn: Auf den meisten PCs ist der Adobe Flash Player installiert. HTML5 hingegen wird noch nicht von allen Browsern vollständig unterstützt. Deshalb müssen zum Beispiel Videos in mehreren Formaten bereitgehalten werden, da nicht alle Browser die gleichen Codecs unterstützen. Einheitliche Darstellung: Bei Flash können Sie entscheiden wie Ihr Player aussieht, die Darstellung bleibt in jedem Browser gleich. Bei HTML 5 kann es sein, dass es in verschiedenen Browsern zu unterschiedlichen Darstellungen kommt, die weniger funktional sind.“
Es gibt aber auch andere, praktischere Probleme mit HTML5. Obwohl nämlich HTML5 generell und vor allem von Google und Youtube als Fortschritt und Qualitätsverbesserung propagiert wird, scheinen unzählige User, die bisher mit Youtube-Videos keine Probleme hatten, plötzlich mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Internet-Foren sind voll von Nutzern, die sich über ruckelnde Videos beschweren, die früher mit Flash Player problemlos gelaufen sind. Da nützt es auch nichts, dass Google bei jeder Gelegenheit vollmundig die Vorteile von HTLM5 anpreist. Zwei typische Beispiele von User-Kommentaren auf dem Youtube Hilfe-Forum:
 “User BennySep sagt: HTML5 pisst mich mehr an als Flash, Flash Videos kann ich mir angucken, aber HTML5 macht Probleme, habe FF 14. Youtube sollte jedem die freie Auswahl geben, ob Flash oder HTML5!User JoeGo sagt: Bei mir kommt nur noch ein schwarzer Bildschirm. Das gehört zum neuen Google-Programm: Wie kann ich eine gut laufende Plattform wie Youtube kaputt-programmieren…"

Immerhin haben diese Anwender die Möglichkeit, ihre Videos wieder mit Flash Player anzusehen – zumindest wenn sie Google Chrome als Browser benutzen. Eine entsprechende App kann hier heruntergeladen werden. Damit bleibt alles beim Alten, und Youtube-Videos laufen auch auf älteren Computern wieder einwandfrei. Es funktioniert hervorragend; wir haben es getestet.

Tuesday, January 27, 2015

Mobil telefonieren mit Google

Suchmaschine, YouTube, Gmail und nun auch noch Mobilfunkanbieter: Google will um jeden Preis weiter wachsen und weiter diversifizieren. Der gegenwärtige Trend zur digitalen Mobilität verleiht dem neusten Unternehmensschritt des Internetgiganten durchaus Sinn – nicht nur deshalb, weil Google seine Kunden dadurch noch besser kennenlernen wird, sondern auch im Hinblick auf das Ertragspotenzial.

Was Google in zwei Minuten alles macht (zum Vergrössern ancklicken). Die Live-Version
 findet sich auf der Website Google in Real Time.                                        Screenshot
Google ist jetzt schon enorm gross – und wächst ständig weiter. Einen Einblick in die Zahlen, die vom Unternehmen generiert werden, gibt die Website Google in Real Time, die einige wichtige Kennzahlen des Unternehmens mit einer Uhr koppelt und nach dem Einloggen aufaddiert. Da sieht der geneigte User dann, dass zum Beispiel in nur drei Minuten: die Google-Suchmaschine 840‘000 mal benutzt worden ist, 422‘000 Stunden YouTube-Videos angeschaut worden sind (das sind 15‘653‘000 Videos) und 370‘000 Dollar Umsatz erzielt wurde. Nicht schlecht für drei Minuten.
Doch das genügt den Google-Managern nicht.
Die Konkurrenz ist hart und allgegenwärtig, die Vorlieben der User sind unbeständig. Wie schrieb doch das deutsche Handelsblatt dieser Tage anlässlich der Vorstellung von Windows 10:
“Vor einem Jahr klebte die Welt noch an den unfehlbaren Lippen von Google und saugte alles mit Begeisterung auf, was auch immer aus den Google X Labs kam. Vor wenigen Tagen stellte Satya Nadella die Zukunft des holografischen Computers vor. Hololens, eine Datenbrille, die mit Windows10 arbeiten wird. Google stellte weniger vor, dafür aber ein: zum Beispiel das gehypte Google Glass…“
Nun sorgt Google doch schon wieder für Aufregung im Markt:  Amerikanische Zeitungen berichten, das Unternehmen habe mit den Mobilfunkanbietern T Mobile US Inc. und Sprint Corp. Verträge abgeschlossen, um direkte Mobiltelefondienste an seine Kunden zu liefern, unter dem eigenen Markennamen. Google wolle die Daten- und Sprachnetzwerke der beiden Unternehmen anzapfen und damit selber zum virtuellen Mobilfunkanbieter werden -  ohne direkten Unterhaltsaufwand für Netzwerkgebäude und andere Infrastruktur. Das Ziel: Die Preise sollen sinken, die Datenübertragungsraten sollen steigen.
Noch ist nicht klar, was die neue Google-Dienstleistung kosten wird und wann sie verfügbar sein wird. Experten nehmen aber an, dass das Projekt noch dieses Jahr in gewissen amerikanischen Städten gestartet wird und schon bald auch auf Kanada ausgedehnt werden könnte.
Eine Entwicklung, die den Google-Kritikern, die sich jetzt schon über die Macht des Unternehmens beklagen, nicht viel Freude machen wird.


Thursday, July 11, 2013

Schweizer Firmen tun sich schwer mit Facebook & Co.

Schweizer Unternehmen setzen bei Social Media und mobilen Angeboten vor allem auf Präsenz. Die weitergehenden Kommunikationsmöglichkeiten beider Technologien werden nicht voll genutzt. Dies ist ein Ergebnis der Studie, die von Capgemini Consulting im Frühling 2013 durchgeführt wurde. Ein weiteres Ergebnis, das eher überraschend erscheint, ist die Tatsache, dass sich Schweizer Firmen weniger intensiv mit Social Media beschäftigen als noch vor einem Jahr.

Weshalb sich die untersuchten Unternehmen weniger intensiv mit Facebook und Co. beschäftigen, als noch im letzten Jahr, ist der Capgemini-Studie nicht zu entnehmen. Das Verhalten entspricht allerdings einem nicht mehr ganz neuen Trend, der, zumindest bei Facebook, auch auf andere Nutzer zutrifft. Vielleicht ist auch nur der Reiz des Neuen verflogen, oder der Nutzen ist für viele Unternehmen nicht klar ersichtlich.
Gemäss der Studie, sind Schweizer Firmen durchschnittlich in drei Social-Media-Kanälen präsent, allerdings mangle es an einer erkennbaren Strategie, die über klassisches Marketing hinausgeht.  Es gehe heute um mehr, als nur Reichweite zu generieren, sagt Guido Kaman von Capgemini. Nicht genutzt werde vor allem das Potential in den Bereichen, Personal, Vertrieb, Innovation und Interaktion mit Kunden.
Twitter und Facebook bleiben in der vorliegenden Studie die bei Schweizer Unternehmen populärsten Kanäle, wie im Vorjahr. Etwa Dreiviertel der untersuchten Unternehmen sind dort präsent. Knapp dahinter folgt YouTube (70 Prozent), wohingegen bei XING, dem sozialen Netzwerk für berufliche Kontakte, mit 51 Prozent nur gut die Hälfte der Unternehmen einen eigenen Auftritt hat. Eine genauere Untersuchung der Nutzungsintensität, mit Kriterien wie Qualität der Inhalte, Frequenz der Beiträge, Einbeziehung der Kunden sowie Marktpenetration, zeigt: Am intensivsten nutzen Unternehmen immer noch Facebook, gefolgt von Twitter, YouTube und XING. 
Ähnlich sieht die Situation bei mobilen Angeboten der Unternehmen aus. Durchschnittlich bieten sie Apps für zwei mobile Plattformen an. Dabei liegt iOS mit etwa 80 Prozent der Unternehmen vorne, gefolgt von Android mit 46 Prozent (obwohl es natürlich mehr Android als Apple-User gibt). Im Fokus stehen dabei Anwendungen, die den Kunden und User im Alltag nutzbringend unterstützen, hinzu kommen in einigen Branchen Apps für besseren Kundenservice und stärkere Interaktion. Es werden auch Technologien wie Augmented Reality eingesetzt, beispielsweise um Kunden zur nächsten Filiale zu leiten oder um Produkte in ihrem geplanten Einsatzgebiet einzublenden. In den Bereichen Recruiting und Open Innovation sind dagegen bisher kaum mobile Lösungen im Einsatz.

Die Studie zeigt auch, dass selbst die Unternehmen, die in ihrer Nutzung von Social Media und Mobile die höchsten Punktzahlen aufweisen, noch weit davon entfernt sind, das Potenzial von Social Media oder Mobile vollumfänglich auszunutzen. Guido Kamann: 
"Social Media und mobile Angebote sind zwei zentrale Treiber der digitalen Transformation. Hierbei geht es um den nachhaltigen Veränderungsprozess hin zu digitalen Geschäftsmodellen. In der Untersuchung wird deutlich, dass Schweizer Unternehmen bisher diese Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft haben.“ 

Monday, August 20, 2012

Die unendliche Musikbox

Teenager lieben YouTube – und zwar nicht nur, um sich dort die beliebtesten Videos anzuschauen, sondern auch um Musik zu hören. Wie der neuste Musik Report von Nielsen zeigt, hat sich YouTube zum wichtigsten Musikmedium für amerikanische Teenager entwickelt.

Gesamthaft gesehen ist zwar Radio immer noch das wichtigste Medium, wenn es um Musik geht. Aber bei den jungen Musikkonsumenten, haben die digitalen Medien enorm aufgeholt. YouTube steht hier an der Spitze mit 64 Prozent, gefolgt vom guten alten Radio (56 Prozent) und  iTunes (53 Prozent). Interessant zu wissen ist, das auch die CD, obwohl schon länger totgesagt, noch lange nicht tot ist – immerhin 50 Prozent aller Teenagers konsumieren regelmässig Musik ab CD. Erstaunlicherweise finden aber die Musikkonsumenten, dass der Download eines digitalen Musikstücks einen besseren Wert darstelle, als eine CD, die man nicht nur auf der Festplatte, sondern auch auf dem Gestell lagern kann.
Dass YouTube sich als digitales Musikmedium etablieren konnte, hat damit zu tun, dass hier, in dieser musikalischen Cloud, schon seit Jahren mehr Musik zum Abruf bereitsteht, als man sich während eines ganzen Menschenlebens anhören könnte und wollte. Für Musikliebhaber hat sich das Medium YouTube deshalb schon längst zu einer unermesslich grossen Musikbox entwickelt.
Diese Evolution passiert weltweit; nicht nur im Westen, sondern auch in den Schwellenländern und vor allem in Asien. Asiatische Künstler mischen die YouTube Musikranglisten der Justin Biebers und Katy Perrys auf  – wie zum Beispiel der Koreanische Hiphop-Artist Park Jae Sang (siehe untenstehendes Video). 

Nachtrag: Der Erfolg des Koreanischen YouTub-Stars ist jetzt auch den CNN-Redaktoren aufgefallen, die darüber jetzt auch einen Video-Beitrag gedreht haben. 


Saturday, February 11, 2012

Freche Teenager? Erschiessen wir doch einfach ihren Laptop!

Kindererziehung im digitalen Zeitalter ist nicht einfach – ganz sicher nicht einfacher als früher. Facebook und YouTube sind für Jugendliche nicht nur ständige Tummelplätze, zeitfressender Zeitvertreib und natürlich Kontaktplattformen. Sie werden oft auch dafür benutzt, sich über das Leben im Allgemeinen oder Erwachsene, wie Lehrer oder Eltern, zu beklagen. Immer unter der Annahme natürlich, dass man dabei unter sich bleibt. 

Im Falle eines 15jährigen Mädchens im Amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist das ganz schön schief gegangen. Das Resultat: Millionen von Youtube-Usern, die sich daran ergötzen, wie ihr Vater, ein IT-Spezialist, den Laptop-PC des Mädchens mit mehreren Schüssen aus seiner automatischen Faustfeuerwaffe zerstört (die Zerstörungsszene beginnt nach 7 Minuten und 10 Sekunden Video) und dabei das Image des wilden Amerikaners weltweit noch ein wenig aufpoliert.
Wie ist es dazu gekommen?
  Die Schülerin hatte auf ihrer Facebook-Page eine lange Nachricht deponiert, wo sie sich über ihre Eltern beklagte (in einer Sprache, die nicht ganz ohne Fluchwörter auskam). Sie beschwerte sich darüber, dass sie zuhause mithelfen müsse, wenn sie von der Schule heimkehrt (in den USA ist die Schule schon am frühen Nachmittag aus). Und schliesslich schlug sie vor, dass ihre Eltern sie für ihre Mithilfe bezahlen – zum Beispiel wenn sie ihr eigenes Bett mache.
Das war dem Vater dann doch zu viel, und er griff zur HD-Kamera – und zur Pistole. Das Ziel: der PC der Tochter. Das resultierende Video stellte er auf YouTube, wo es in weniger als drei Tagen mehr als 12 Millionen Zuschauer anzog. (Man darf davon ausgehen, dass sich diese Zahl vervielfachen wird.)
Seine Aktion hatte Folgen. Die Polizei tauchte bei ihm zuhause auf – zog aber schnell wieder ab, nachdem sie sich mit den beteiligten Parteien unterhalten hatte. Auch das Sozialamt, Abteilung Kinderschutz, liess sich nicht viel Zeit bis zu einem Besuch und zog sich schnell wieder zurück. Selbstverständlich gab es auch Kommentare auf Facebook und YouTube, und zwar Zehntausende davon. Das Überraschende daran: Die meisten Kommentatoren, darunter viele Teenager, stellen sich auf die Seite des Vaters. Das hat sicher damit zu tun, dass die Eltern des Mädchens durchaus zivilisierte, nicht unsympathische Leute sind. Die Mutter ist Veterinärin, der Vater, wie gesagt, ein IT-Spezialist, der seine Motivation ausführlich darlegt, bevor er den PC “erschiesst“.
Uns scheint es allerdings, dass diese Art der öffentlichen Erziehung, per Facebook und YouTube, auch im digitalen Zeitalter, wenig Sinn macht – mit oder ohne Pistole. Wir gehen davon aus, dass der Vater (und wohl auch die Tochter) ihre Aktionen, die das ganze Theater ausgelöst haben, früher oder später bereuen werden. (Zum Beispiel weil sich heute Morgen bereits die ersten TV-Stationen vor dem Haus der Familie installiert haben...)

Monday, May 2, 2011

High-Definition Hochzeit

Die königliche Hochzeit in London war eines der grössten Medienereignisse aller Zeiten. Auch im digitalen Zeitalter gibt es immer noch genügend Menschen, die solche prunkvolle Veranstaltungen gerne mitverfolgen.

Schätzungsweise zwei Milliarden Menschen in 180 Ländern haben die die Hochzeit zwischen William Wales und Catherine Middleton am Fernsehen mitverfolgt. Die Abdeckung der britischen TV-Anstalten, allen voran der BBC, war sozusagen lückenlos. Trotzdem zog es allein in London eine Million Zuschauer auf die Strassen, die rund um den Buckingham Palast versuchten, einen Blick der adeligen Prominenz zu erhaschen. Nun können diese Zuschauer versuchen, sich selber auf einem riesigen digitalen Bild wiederzufinden. Die BBC hat das hochaufgelöste Bild ins Netz gestellt. Es wurde aus 189 Bildern zusammengesetzt und misst 81'471 mal 14'154 Pixel – ein Bild mit 1,15 Gigapixel also. Die Qualität ist erstaunlich – probieren Sie es aus.
Wer übrigens immer noch nicht genug hat von dem ganzen königlichen Zauber, kann den offiziellen Kanal des britischen Könighauses auf YouTube besuchen, wo auch die Festlichkeiten in ganzer Länge nochmals mitverfolgt werden können – natürlich in HD. 

Sunday, October 24, 2010

YouTube-Videos: Was Kunst ist, und was ankommt


YYouTube-Videos sind am Zenith der modernen Kunst angelangt: Sie werden im Guggenheim-Museum ausgestellt. Allerdings nicht alle - wir wissen ja, dass ungefähr 99 Prozent aller User-generierten Inhalte nutzlos sind. Nein es geht um die 25 besten kreativsten Videos der Welt. Allerdings zeigt sich auch hier wieder, dass Kunst und Popularität nur zu oft nicht Hand in Hand gehen.





Das Solomon R. Guggenheim Museum und YouTube haben zusammen mit HP und Intel die 25 besten Videos für "YouTube Play - Biennale des kreativen Videos" gefunden. Bei dem Wettbewerb gingen insgesamt 23.358 Videos aus 91 Ländern ein, bevor am Donnerstagabend im Guggenheim Museum in New York die Gewinner verkündet wurden. Vom 22. bis zum 24. Oktober werden die Gewinnervideos mit Profilen ihrer Künstler in der dortigen "HP und Intel Digital Gallery" gezeigt. Für das weltweite Publikum wird die Filmkunst auf dem YouTube-Kanal www.youtube.com/play erlebbar.
Im Namen der Jury erläuterte Nancy Spector, die stellvertretende Direktorin und leitende Kuratorin der Solomon G. Guggenheim Stiftung und Jury-Vorsitzende: "Es war unser Ziel, ein so großes Publikum wie möglich zu erreichen und Menschen weltweit einzuladen, Videos einzureichen. Zunächst sollten 20 Videos ausgewählt werden. Doch dann war die Jury so beeindruckt von der Qualität der eingereichten Arbeiten, dass wir uns am Ende entschlossen, 25 Videos auszuzeichnen. Wir denken, dass das Ergebnis die 25 herausragenden und innovativsten Videoarbeiten sind, die in den letzten zwei Jahren geschaffen und online verbreitet worden sind." 
Mit der ganzen Veranstaltung wolle man "Video-Diamanten ans Licht befördern, die am Schnittpunkt von Kreativität und Technologie liegen", erklärt Ed Sanders, Senior Marketing Manager bei YouTube. "Die 25 Videos kommen genau aus diesem Bereich. Darüber hinaus wurden sie aus Einsendungen aus 91 Ländern ausgewählt. Sie repräsentieren das für Online-Videos heute charakteristisch große Spektrum an Genres und Techniken. Und sie sind ein Kompliment an die globale Reichweite und Vielfältigkeit von YouTube." 
Ob mit den 25 besten Videos, wie sie vom Guggenheim-Museum präsentiert werden, wirklich ein grösstmögliches Publikum erreicht wird, darf bezweifelt werden. YouTube-Nutzer stehen grossmehrheitlich eher auf infantilere Inhalte. Die Unterschiede bei den Zuschauerzahlen sind beträchtlich. Währenddem die 25 kreativsten Videos gemäss Guggenheim  bis heute gerade mal von gut 20'000 Zuschauer angeschaut wurden, werden die Zuschauer in den Top-Ten Youtube-Rängen im 100-Millionenbereich gemessen. Und es sind immerhin noch mehrere 10 Millionen, die sich für ein singendes Nilpferd interessieren, dem ein tanzender Hund die Show stiehlt...
Was immer Sie sich auswählen, ob Guggenheim oder Nilpferd - viel Vergnügen beim Anschauen.

Monday, May 17, 2010

Jede Minute 24 Stunden Video

Es ist erst fünf Jahre her, dass YouTube lanciert wurde. In diesen fünf Jahren haben sich die Konsumgewohnheiten der Medien-User massiv verändert. YouTube (das seit gut drei Jahren zum Google-Imperium gehört) streamt heute gemäss eigenen Angaben zwei Milliarden Videos. Damit zählt dieses digitale Medium bereits mehr Zuschauer, als alle drei grossen TV-Netzwerke in den USA miteinander zur besten Sendezeit anziehen können.

 YouTube ist ein gesellschaftliches Phänomen. Es drückt die Extrovertiertheit der digitalen Gesellschaft aus – nichts ist so unwichtig, dass es nicht per Video mitgeteilt werden müsste - wie auch das untenstehende Video mit Ausschnitten der 100 populärsten YouTube-Videos zeigt.  Dass YouTube vor allem zur Unterhaltung genutzt wird, beweist auch die Rangliste der meistgesehenen Videos. An erster Stelle steht im Moment Lady Gaga, gefolgt von einem Baby-Video, das zugegebenermassen ganz lustig ist. An dritter Stelle mit immerhin noch rund 144 Millionen Abrufen steht ein Komiker mit einer Tanz-Nummer.
Bei YouTube kommt natürlich immer auch der Viruseffekt zum Tragen. Wenn ein Video gefällt, breitet es sich durch die digitalen Kanäle explosionsartig aus. Diesen Erfolg nutzen inzwischen auch zahlreiche Unternehmen; YouTube ist schon nach wenigen Jahren für viele Firmen zu einem wichtigen Marketingtool geworden, eben weil es so mächtig ist:
  • Jede Minute werden 24 zusätzliche Stunden an Videos auf YouTube geladen.
  • YouTube ist die am drittmeisten besuchte Website.
  •  Durchschnittlich verbringen YouTube-Besucher volle 15 Minuten täglich auf der Site.

Friday, March 26, 2010

Mit Google nach Sibirien

Die Transsibirische Eisenbahn ist legendär. Sie spielt die Hauptrolle in zahlreichen Büchern und Filmen, und eine Reise auf der 9288 Kilometer langen Strecke steht auf dem Wunschzettel zahlreicher Eisenbahn- und Reisefans. Dieser Wunsch wird jetzt erfüllt – und zwar am eigenen PC.

Google macht eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn möglich. Sie ist gratis – findet aber natürlich nur am Bildschirm des Computers statt. Immerhin: Google Russland bietet die ganze Reise in Echtzeit an, zusammen mit den Russischen Eisenbahnen, und Nacht wird es unterwegs auch nie – damit der virtuell Reisende auch sicher nichts verpasst. Eine Google-Karte zeigt immer den genauen Standort an, damit niemand die Orientierung verliert. Das Video ist in achtminütige Youtube-Abschnitte unterteilt, läuft aber auf der Google-Site ohne Unterbruch; d.h., die neuen Abschnitte starten automatisch.
Im Fahrplan auf der Webseite wird auch auf besondere Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht – mit einem Klick lässt sich die Umgebung der Reiseroute erkunden.
Der ganze Film wird in verschiedenen Auflösungen angeboten – bis hinauf zur superscharfen Auflösung von 1080p HD. Auch der Soundtrack zum Trip, das Rattern der Eisenbahnräder fehlt natürlich nicht. Zur Auswahl stehen aber auch andere, typisch russische Töne: zum Beispiel russiches Radio oder Balalaikamusik.
Dann wünschen wir mal gute Reise! Und nehmen Sie sich genügend Zeit – die Reise dauert mehre Tage – wenn Sie nicht zwischendurch mal aussteigen müssen, zum Beispiel um zu arbeiten.