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Thursday, February 7, 2019

Vorteil und Nachteil: Gmail-Post kommt auch an, wenn die Adresse nicht genau stimmt

Wir haben uns seit Jahren darüber gewundert, weswegen E-Mails in unserem Postfach landen, die eigentlich gar nicht an uns adressiert sind. Die Adresse der fraglichen Mails ist zwar ähnlich, aber nicht dieselbe - es fehlt ein Punkt. Jetzt ist das Rätsel gelöst.

Das G-Mail-Logo: E-Mail-Adressen für Googles Gmail-Dienst
werden auch zugestellt, wenn nicht alles punktgenau stimmt.  
Eigentlich war es gar kein Rätsel. Wenn wir nämlich die Geschäftsbedingungen von Gmail an voller Länge durchgelesen hätten - was wir selbstverständlich nicht mal versucht haben - hätten wir schnell herausgefunden, was Sache ist. Deswegen teilen wir unsere Erkenntnis an dieser Stelle gern, da wir davon ausgehen, dass es viele Gmail-Nutzer gibt, die mit dem gleichen Rätsel konfrontiert sind.
Gmail ist ein sehr leistungsstarker E-Mail-Service aus der Google-Cloud, der viele Features bietet, von denen die meisten allerdings den meisten Usern unbekannt sind. Eines dieser Features, das Google aus Datenschutzgründen eingeführt hat, besteht darin, dass  Gmail Punkte im ersten Teil der E-Mail-Adresse ignoriert.  Mails an DigitalSocietyReport@gmail.com kommen also auch dann an, wenn die Adresse Digital.Society.Report@gmail.com lautet. Andere Gmail-User haben keine Möglichkeit, eine E-Mail-Adresse zu registrieren, die sich nur durch einen oder zwei Punkte vom Original unterscheidet. Ein Name ist bei Gmail ein Name - und er gehört dem ersten User, der ihn registriert.  Oder wie es ZDNet formuliert:
“Eine Besonderheit von Gmail ist, dass es „Punkte“ in Kontonamen ignoriert. Registriert ein Nutzer beispielsweise die Adresse johndoe@gmail.com, können andere Nutzer Adressen wie john.doe@gmail.com nicht in Anspruch nehmen. Darüber hinaus stellt Google aber auch Nachrichten, die eben an john.doe@gmail.com oder an jo.hn.doe@gmail.com verschickt wurden, an das Postfach von johndoe@gmail.com zu…“
ZDNet berichtet aber auch darüber, dass diese Funktion von Kriminellen missbraucht wird:
“Eine Möglichkeit, diese Funktion zu missbrauchen, ist die Registrierung bei kostenlosen Online-Diensten. Da diese zwischen johndoe und john.doe unterscheiden, kann ein Nutzer also beispielsweise mit der Adresse johndoe@gmail.com auch auf john.doe oder john.d.oe registrierte Konten eines anderen Diensts verwalten, ohne ein neues E-Mail-Konto anlegen zu müssen[…] Auf weitere Betrugsmaschen macht aktuell der Sicherheitsanbieter Agari am Beispiel einer Gmail-Adresse aufmerksam, für die insgesamt 56 „Dot“-Varianten angelegt wurden. Sie wurden benutzt um 56 Anträge für Kreditkarten zu stellen, was den Betrügern eine Kreditsumme von mindestens 65.000 Dollar einbrachte. In 13 Fällen konnten sie zudem erfolgreich Steuerrückzahlungen beantragen…“
Was tun? Google wird seine Politik bezüglich Punkten in E-Mail-Adressen kaum ändern. Für Gmail-User heisst es, ihre Post genau zu lesen - vor allem wenn Bestätigungen für Registrierungen erfragt werden. Denn wenn die E-mail-Adresse nicht ganz genau stimmt - mit oder ohne Punkt - ist die Post wahrscheinlich für diese Adresse nicht relevant.  

Sunday, October 30, 2016

Den E-Mail-Dieben in die Falle gegangen

Wir wissen alle, was es braucht, damit unsere Daten einigermassen sicher bleiben: Passwörter, die nicht zu einfach sind, ein gesundes Misstrauen gegenüber E-Mails von Unbekannten und natürlich ein gutes Virenschutzprogramm. Trotzdem scheint es immer noch kinderleicht zu sein, E-Mails zu hacken und zu klauen, wie der amerikanische Wahlkampf zeigt. Selbst ausgefuchste Politstrategen sind gegen sogenanntes Social Engineering nicht gefeit und landen in der Falle der E-Mail-Diebe. 

Das von WikiLeaks veröffentlichte Phishing-E-Mail (zum Vergrössern
anklicken). 
Wikipedia definiert Social Engineering als “zwischenmenschliche Beeinflussungen mit dem Ziel, bei Personen bestimmte Verhalten hervorzurufen, sie zum Beispiel zur Preisgabe von vertraulichen Informationen, zum Kauf eines Produktes oder zur Freigabe von Finanzmitteln zu bewegen“. Wie Hillary Clintons Wahlkampfleiter John Podesta  nach der Publikation zehntausender seiner E-Mails durch WikiLeaks schmerzhaft erfahren hat, funktioniert diese Art von Hacking hervorragend. Und es ist einigermassen ironisch, dass wir dank WikiLeaks nun auch wissen, wie John Podesta in die Hacker-Falle tappte.
Demgemäss erhielt Wahlkampfleiter Podesta am 19. März ein E-Mail von jemandem, der sich als “Google“ ausgab. Das Mail enthielt die Warnung, dass jemand in der Ukraine versucht habe, Podestas E-Mail-Account zu knacken und dass dieser deshalb sofort sein Passwort ändern sollte. Freundlicherweise stellte das “Google-Team“ auch gleich den Link zur Verfügung, um das neue Passwort einzurichten.
Da der Wahlkampfleiter von Hillary Clinton wahrscheinlich wichtigere Probleme hatte, als an seinem Passwort herumzufummeln, leitete er das E-Mail an sein IT-Team weiter. Diese Spezialisten waren mit den Verfassern des E-Mails einig und liessen Podesta wissen, er solle das Passwort für sein Gmail-Account ohne Verzug wechseln. Sicherheitshalber informierte der zuständige IT-Mann auch gleich darüber, wie man das richtig macht und legte den korrekten Google-Link bei.
So weit so gut.
Leider entschied sich dann die Person, die das neue Passwort eingab, nicht diesen Link, sondern den kurzen Bitly-Link im Original-Phishing-Mail der Hacker anzuklicken – womit das Hacken seinen Lauf nehmen konnte.

Für die Präsidentschaftskandidatin, die ja bekanntlich schon ohne die gehackten Podesta E-Mails genügend E-Mail-Ärger hat, wirkte sich dieser Datendiebstahl gelinde gesagt nicht sehr konstruktiv aus. Umso mehr, als  schon im Vorwahlkampf die E-Mail-Konten ihrer Parteiführung gehackt worden waren – mit der genau gleichen Methode. 

Tuesday, January 27, 2015

Mobil telefonieren mit Google

Suchmaschine, YouTube, Gmail und nun auch noch Mobilfunkanbieter: Google will um jeden Preis weiter wachsen und weiter diversifizieren. Der gegenwärtige Trend zur digitalen Mobilität verleiht dem neusten Unternehmensschritt des Internetgiganten durchaus Sinn – nicht nur deshalb, weil Google seine Kunden dadurch noch besser kennenlernen wird, sondern auch im Hinblick auf das Ertragspotenzial.

Was Google in zwei Minuten alles macht (zum Vergrössern ancklicken). Die Live-Version
 findet sich auf der Website Google in Real Time.                                        Screenshot
Google ist jetzt schon enorm gross – und wächst ständig weiter. Einen Einblick in die Zahlen, die vom Unternehmen generiert werden, gibt die Website Google in Real Time, die einige wichtige Kennzahlen des Unternehmens mit einer Uhr koppelt und nach dem Einloggen aufaddiert. Da sieht der geneigte User dann, dass zum Beispiel in nur drei Minuten: die Google-Suchmaschine 840‘000 mal benutzt worden ist, 422‘000 Stunden YouTube-Videos angeschaut worden sind (das sind 15‘653‘000 Videos) und 370‘000 Dollar Umsatz erzielt wurde. Nicht schlecht für drei Minuten.
Doch das genügt den Google-Managern nicht.
Die Konkurrenz ist hart und allgegenwärtig, die Vorlieben der User sind unbeständig. Wie schrieb doch das deutsche Handelsblatt dieser Tage anlässlich der Vorstellung von Windows 10:
“Vor einem Jahr klebte die Welt noch an den unfehlbaren Lippen von Google und saugte alles mit Begeisterung auf, was auch immer aus den Google X Labs kam. Vor wenigen Tagen stellte Satya Nadella die Zukunft des holografischen Computers vor. Hololens, eine Datenbrille, die mit Windows10 arbeiten wird. Google stellte weniger vor, dafür aber ein: zum Beispiel das gehypte Google Glass…“
Nun sorgt Google doch schon wieder für Aufregung im Markt:  Amerikanische Zeitungen berichten, das Unternehmen habe mit den Mobilfunkanbietern T Mobile US Inc. und Sprint Corp. Verträge abgeschlossen, um direkte Mobiltelefondienste an seine Kunden zu liefern, unter dem eigenen Markennamen. Google wolle die Daten- und Sprachnetzwerke der beiden Unternehmen anzapfen und damit selber zum virtuellen Mobilfunkanbieter werden -  ohne direkten Unterhaltsaufwand für Netzwerkgebäude und andere Infrastruktur. Das Ziel: Die Preise sollen sinken, die Datenübertragungsraten sollen steigen.
Noch ist nicht klar, was die neue Google-Dienstleistung kosten wird und wann sie verfügbar sein wird. Experten nehmen aber an, dass das Projekt noch dieses Jahr in gewissen amerikanischen Städten gestartet wird und schon bald auch auf Kanada ausgedehnt werden könnte.
Eine Entwicklung, die den Google-Kritikern, die sich jetzt schon über die Macht des Unternehmens beklagen, nicht viel Freude machen wird.


Tuesday, January 14, 2014

Denn sie wissen, was wir tun

Google, der Internetgigant, der durch die Verwertung von immer mehr Daten wächst und grösser wird, hat “Nest“ gekauft, eine amerikanische Firma, die Rauchmelder und Thermostate herstellt. Allerdings handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich nicht um die gleichen Geräte, die bei Ihnen zu Hause dafür sorgen, dass die Stube warm und rauchfrei bleibt. Die Nest-Gadgets regulieren nicht nur, sondern sammeln auch Daten - die von jetzt an in den grossen Google-Datenstrom fliessen werden.

Daten sind viel wert, heutzutage, wir wissen es. Google hat denn auch viel Geld für die Firma mit den digitalen Thermostaten bezahlt. Die Computerwoche weiss wieso und bringt es auf den Punkt:
“Google kauft sich ins Geschäft mit vernetzter Haustechnik ein. Der US-Internet-Konzern übernimmt für 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Mrd Euro) die Firma Nest, einen Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder. Nest solle weiterhin von Mitgründer Tony Fadell geführt werden, teilte Google am Montag im kalifornischen Mountain View mit. Fadell gilt als einer der Väter von Apples Musikplayer iPod. Vor einigen Wochen kündigte er eine beschleunigte Expansion nach Europa an. Zu Google kommen damit auch die Daten von den installierten Geräten - Nest wertet sie aus, um die Technik zu verbessern. "Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt", hatte Fadell Anfang Dezember auf der Konferenz LeWeb in Paris gesagt. Jetzt betonte Nest-Mitgründer und Technikchef Matt Rogers in einem Blogeintrag, die Daten würden auch künftig nur für Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste eingesetzt. Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, hatte Fadell in Paris gesagt. Die Firma habe deshalb ein eigenes Hacker-Team, um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen. Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber nur in Einzelfällen. "Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heran will, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen…"
Doch was sind das genau für Informationen, welche von den Nest-Gadgets gesammelt werden? Zitat aus dem Spiegel:
“Nest-Thermostate erfassen eine Vielzahl von Informationen darüber, was in einem Haushalt gerade geschieht. Sie merken sich, wann der Nutzer die Temperatur hochregelt, wann herunter. Dank eingebauter Sensoren für "Temperatur, Aktivität, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit" (Nest-Website) kann der Thermostat sogar erraten, wann jemand zu Hause ist, in welchem Raum sich gerade jemand aufhält. Steuern lässt er sich auch über eine iOS-App, eine für Android ist in Arbeit. Gegenüber der "New York Times" erklärte Fadell seine Vision so: "Jedes Mal, wenn ich einen Fernseher einschalte, liefert das die Information, dass jemand zu Hause ist. Wenn sich die Kühlschranktür öffnet, ist das ein weiterer Sensor, weitere Information." Nest soll alles über einen Haushalt wissen, was sich nur irgend herausfinden lässt, und es für die Temperaturregelung nutzen.“
Für Google bedeutet die Acquisition ein weiterer Schritt zum allwissenden Datenkonzern, wie der Spiegel erklärt:
“Bei Google sieht man zweifellos nicht zuletzt die Big-Data-Möglichkeiten von Nest. Informationen über die Lebensgewohnheiten von Millionen Menschen, gepaart mit all dem, was der Konzern dank seiner Suchmaschine, dank Cookies, Gmail und Android schon jetzt über Abermillionen von Menschen weiß - das ist ein wertvoller Schatz. Ein Android-Nutzer, der sich auch noch Nest-Thermostate ins Haus holt, wird Google mehr Informationen über sich und sein Privatleben geben, als jemals ein Konzern über einzelne Personen besessen hat. Damit erreichen potentielle Sicherheitsprobleme, wie man sie von Android kennt, eine völlig neue Dimension.“
Unseres Erachtens kann man diese Entwicklung aus mindestens zwei Perspektiven betrachten. Die eine ist eher erschreckend - vor allem im Zusammenhang mit dem Schutz persönlicher Daten und dem NSA-Skandal.
Die andere ist eher humorvoll, wie ein Witz zeigt, der in den USA seit Googles Ankündigung die Runde macht: Wenn Ihr Haus brennt, werden Sie ab sofort  Gmail-Werbung für Feuerlöscher bekommen…“

Tuesday, November 13, 2012

Sex, Lügen und Gmail

Die Wahlen sind vorbei, der bisherige Präsident darf im Weissen Haus bleiben – und schon pfuscht der erste Skandal der neuen alten Regierung  ins Konzept. Die Geschichte hat alles, was der Medienzirkus liebt: Sex, schöne Frauen, mächtige Männer und unzählige Verschwörungstheorien. Aber der Skandal zeigt auch, wie die digitalen Medien beim Betrügen helfen – und wie schwierig es ist, digitale Spuren zu verwischen.

Terroristen, Generäle und wir benutzen Gmail - den Email-Service
von Google.
Inzwischen weiss es die ganze Welt: Ein früherer General und jetziger CIA-Chef, äussert angesehen und geachtet, wird beim Fremdgehen erwischt und tritt zurück. Das Verhältnis mit seiner Biografin kommt direkt nach den Präsidentschaftswahlen an die Öffentlichkeit. Der US-Sicherheitsapparat war den beiden allerdings schon lange auf der Spur. Dass in diesem Zusammenhang nun auch noch der Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan (ISAF) beim virtuellen Fremdgehen erwischt wurde, macht die Geschichte natürlich nur noch spannender…
In unserem Blog interessieren wir uns aber nicht für die vulgären, sondern für die digitalen Details der Geschichte – und die sind auch ganz interessant. Die Akteure haben nämlich demonstriert, wie schwierig es ist, per E-Mail zu kommunizieren und keine Spuren zu hinterlassen, auch wenn man sich dessen bewusst ist und verschiedenste Verschleierungsmethoden angewandt hat. Zitat aus dem Spiegel:
“Das FBI erhält verschiedene IP-Adressen. Einige davon gehören zu bestimmten Hotels. Wer war zu dem Zeitpunkt dort, wer kann die E-Mails über diese Internetverbindung abgeschickt haben? Nach mehreren Wochen, so berichtet es das "Wall Street Journal", stoßen die Ermittler schließlich auf Paula Broadwell, die Petraeus-Biografin.
Sie haben nun einen Verdacht und beantragen bei einem Gericht einen Durchsuchungsbeschluss, um sich in sämtliche E-Mail-Konten Broadwells einzuklinken. So gelangen sie auch an einen anonymen E-Mail-Account bei Google - es liegt nahe, dass es der Account ist, von dem die Drohungen an Kelley geschickt wurden. Wie auch immer: Das FBI liest nun alles mit.Die Ermittler stoßen in dem anonymen Google-Account auf "anzügliche" E-Mails, die sich Broadwell mit einem zunächst unbekannten Mann schreibt. Auch dieser Mann nutzt einen Account bei Google. Zum Teil, so berichtet es dieNachrichtenagentur AP, schicken sich die beiden nicht einmal E-Mails. Stattdessen loggen sie sich nacheinander im selben Account ein, schreiben eine Nachricht, speichern sie aber nur im Entwürfe-Ordner, ohne sie abzuschicken. Loggt sich dann später der jeweils andere ein, kann er die Nachricht dort lesen.
Das ist ein gängiger Trick, um verräterische Spuren im Web zu vermeiden. Es gibt dann keine E-Mails, die irgendwo landen und deren Header man auf IP-Adressen überprüfen könnte. Im Prinzip ist es eine alte Spionagetechnik: ein toter Briefkasten, ins Internet übersetzt. Mit Hilfe anonymer E-Mail-Accounts und nicht abgeschickter, sondern nur im Entwürfe-Ordner gespeicherter Nachrichten sollen auch Qaida-Terroristen wie 9/11-Chefplaner Chalid Scheich Mohammed mit ihren Gefolgsleuten kommuniziert haben.“
Alles schlau ausgedacht, aber umsonst. Die Katze ist aus dem Sack und die Affäre in der Öffentlichkeit. Bemerkenswert erscheint uns die Tatsache, dass der ebenfalls im Netz der Ermittler hängen gebliebene General John Allen seiner Verehrten (dabei handelt es sich nicht um die gleiche Dame, wie im Falle Petraeus) über 20‘000 E-Mails in zwei Jahren geschickt hat – das wären dann so zwischen 20 und 30 E-Mails am Tag… Auch Generäle scheinen viel Zeit am PC und am Smartphone zu verbringen.

Wednesday, August 1, 2012

Microsoft will "E-Mail neu erfinden"

Hotmail wird zu Outlook werden: Microsoft lanciert einen neuen Webmailservice, der auf mobile User zugeschnitten ist und besonders gut mit Facebook und Co. korrespondieren soll. Auf den ersten Blick ist allerdings nicht wirklich Revolutionäres zu erkennen.

„Wir glauben, dass es Zeit ist, die persönliche E-Mail neu zu erfinden“, erklärte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Microsoft Firmen-Blog. Outlook.com sei von Grund auf neu gestaltet worden. Der neue Dienst wurde so eingerichtet, dass Hotmail-User mit wenigen Klicken ihre ganze Bagage an Mails, Kontakten usw. zügeln können. 
Derzeit ist das neue outlook.com als als “Preview-Version“ auf dem Netz, kann aber bereits bereits als vollwertiger E-Mail-Dienst genutzt werden. Der Service soll dann ständig weiter verbessert und ausgebaut werden, verspricht Microsoft. Immerhin: Wer ein neues Webmail-Account braucht, kann  jetzt schon versuchen, seine Wunschadresse bei Outlook zu erhalten – denn, gerade auch bei E-Mail-Adressen ist es ja so, dass die populärsten und die einfachsten Namen zuerst vergeben werden. Verschiedene Pressestimmenstellen stellen übrigens fest, dass der neue Dienst im Windows-8-Look gehalten sei - was uns nicht speziell aufgefallen ist.
Gemäss Microsoft sind das die wichtigsten Highlights des neuen Dienstes:

  • direkte Anbindung an Twitter, Facebook, LinkedIn, Google und zukünftig Skype im Posteingang;
  • Outlook.com sortiert Nachrichten automatisch nach Kategorien wie Kontakte oder Newsletter;
  • Office Web Apps – Word, Excel, PowerPoint und OneNote, sowie SkyDrive sind integriert;
  • mehr Kontrolle über private Daten (keine Anzeigen in privaten Mails).
Microsofts Ziel scheint klar zu sein: Es geht um Googles Gmail-Dienst, der in den letzten 8 Jahren mehr als 400 Millionen Nutzer für sich gewionnen konnte – unter anderem mit einer exzellenten Suchfunktion und beinahe unbegrenztem und kostenlosem Speicherplatz. Hotmail war 1996 gegründet und 1998 von Microsoft übernommen worden. Der Dienst wird heute gemäss Schätzungen von über 300 Millionen Menschen genutzt.

Monday, July 11, 2011

Kampf der Giganten

Ist es tatsächlich möglich, dass der Internetgigant Google mit seiner neuen Social Community Google+ am Thron von Facebook rütteln kann? Es scheint so. Das Interesse der Anwender ist gross (noch kann nicht jeder der will, mitmachen), und die meisten digitalen Profis sind beeindruckt.

Cool und im Trend: Google+ gibt's momentan erst auf Einladung.
Facebbok ist die digitale Erfolgsstory der letzten Jahre. Hunderte von Milliarden Wert wurden generiert, weil die Leute so gerne miteinander kommunizieren – ob seicht oder tief, spielt dabei offensichtlich keine Rolle. Da wollte man bei Google natürlich nicht aussen vor stehen. Schliesslich ist man sich dort gewohnt, den Ton anzugeben, Trends zu setzen und mit digitalen Diensten Milliarden aus der dünnen Luft zu generieren.    
Es scheint, als ob die Startegie mit Google+ bestens aufgehen würde.
“Mark Zuckerberg wäre vielleicht gut beraten, wenn er das Facebook-IPO vorverschieben würde“, schreibt das Wall Street Journal im Hinblick auf das Echo des neuen Facebook-Konkurrenten. Was den Facebook-Leuten vielleicht noch mehr wehtun sollte, ist der Titel des Artikels: “ Google Makes Facebook Look Socially Awkward“, was ungefähr soviel heisst wie “Google lässt Facebook sozial alt aussehen“.
"Genügend User zu bekommen, ist natürlich die grösste Hürde, die Google+ überwinden muss. Doch der Dienst wird mit Gmail integriert. Dieser e-Mail-Service hat gemäss comScore weltweit bereits 240 Millionen User.  Gleichzeitig wird das Benutzererlebnis auf Facebook vom riesigen Erfolg dieser Site beinträchtigt.  Man hat oft so viele „Freunde“ angesammelt, dass es schwierig werden kann, diese zu organisieren. Ausserdem fühlen sich viele User verschaukelt, weil sie von zu viele irrelevanten Informationen zugeschüttet werden, zum Beispiel Zynga-Game-Updates. Google+ gibt szialen Network-Usern eine Chance, ganz neu anzufangen […]Facebook zeigt bereits erste Anzeichen von verlangsamtem Wachstum. Inside Network, eine Forschungsfirma, gab kürzlich bekannt, dass die Zahl amerikanischer Facebook-Anwender im Mai um 6 Millionen auf 149 Millionen zurück gegangen ist.“
 Auch dem Spiegel gefällt Google+. Zitat aus einem Nachrichtenüberblick zum Thema:
“Google-Buttons überholen Twitter: Das ging schnell. Nach Angaben von BrightEdge Researchgibt es im Web bereits mehr Buttons von Google als von Twitter. Das "+1" prangt demnach auf 4,5 Prozent der 10.000 größten Websites, die für die Studie untersucht wurden. Twitter kommt mit seiner Share-Funktion auf 2,1 Prozent, Facebook mit dem "Gefällt mir"-Button auf 10,8 Prozent.“

Mitglied bei Google+ zu werden, ist noch nicht ganz einfach – aber auch dieser Marketing Trick hat ja bei Google Methode. Genau so hat man Gmail aufgestartet und zum schnellen Erfolg gebracht – Zutritt war nur mit einer Einladung erlaubt. Das wird auch bei Google+ bestens funktionieren, davon sind wir überzeugt.

Friday, May 20, 2011

Cloud-Computing im Wolkenkuckucksheim

Die Idee ist grossartig, und irgendwann wird es sicher auch funktionieren: Cloud-Computing. Nun bringt Google mit dem Chrome-Book sogar einen PC, der ganz auf das Cloud-Konzept angelegt ist. Doch wie zuverlässig ist das Rechnen in der Wolke?

Das Chrome-Book von Google: Zum Surfen in der Wolke.
Cloud-Computing ist ein bestechendes Konzept: Statt dass der User auf seinem PC eigene Software hat, benutzt er ganz einfach die benötigten Anwendungen, die auf dem Internet zur Verfügung gestellt werden – zum Beispiel eben von Google. Das ist denn auch die Idee hinter dem Chrome-Book: Millionen von Anwendern sollen in Zukunft auf Google-Anwendungen zugreifen, die im Web angeboten werden - und werden dies wohl auch tun. Schliesslich ist das Surfen im Web die Hauptbeschäftigung für die meisten User. Anwendungen in der Wolke werden aber auch für Firmen propagiert: “ Immer mehr Unternehmen setzen auf IT-Outsourcing und die neue Freiheit im Internet“ titelt zum  Beispiel kürzlich die Pressemitteilung eines der vielen Unternehmen in der Branche.
Viele von uns machen beim Cloud-Computing schon mit, ohne dass wir es uns bewusst sind: Webmail-Anwendungen wie Gmail von Google, oder auch Social-Media wie Facebook, aber auch Blogger, ebenfalls von Google, sind genau genommen Cloud-Anwendungen. Gerade letzte Woche haben zwei dieser Wolken-Angebote gezeigt, wo das Problem beim Cloud-Computing liegt. Blogger, eine Blogging-Plattform die von Millionen (auch von uns) genutzt wird, war letzte Woche für mehr als 20 Stunden nicht mehr verfügbar. Nicht nur das: Einige Einträge verschwanden ganz von den Blogs. Ähnliches passierte mit Facebook – ebenfalls letzte Woche. Während Stunden konnten keine Aktualisierungen mehr vorgenommen werden. Zum Trost erscheint dann jeweils ein kleines Fenster, das verspricht, dass man das Problem so schnell als möglich lösen wolle…
Soweit, so unzuverlässig. Und hier liegt wohl auch das Kernproblem: Cloud-Computing ist wunderschön, so lange es funktioniert. Sobald Probleme auftauchen, sitzen die Anwender im Dunkeln und können nur noch warten. Das mag für Facebook-Users und Hobby-Bloggers kein existenzielles Problem darstellen. Für Firmen mit ernsthaften IT-Anwendungen sieht das ganz anders aus. Tagelange Ausfälle könnten enorme Schäden verursachen.
Deshalb werden auch wir zumindest vorläufig beim leistungsfähigen Notebook bleiben und auf das Chromebook verzichten, so lange es um mehr geht, als nur im Web zu surfen. Irgendwann wird Cloud-Computing vielleicht dann so zuverlässig werden, dass sich die Assoziation mit Schopenhauers Wolkenkuckucksheim nicht mehr aufdrängt.