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Friday, September 9, 2016

Handy-User: Jung und süchtig

Es sind vor allem die ganz jungen Smartphone-User, die ihre Handys und anderen Geräte sehr intensiv nutzen. Experten wissen, dass der Übergang von der starken Nutzung bis zur Sucht fliessend ist. Das gilt nicht nur für Jugendliche; User, die mit dem Smartphone aufgewachsen sind, lassen sich fast nicht davon trennen. Fast zwei Drittel der Digital Natives legen ihr Gerät nachts neben ihr Bett, fast die Hälfte nimmt es sogar mit aufs stille Örtchen. Und mehr als die Hälfte der jungen Schweizer User gehen inzwischen häufiger mit dem Smartphone ins Internet als mit dem PC.

Das Thema beschäftigt die Eltern - und die Medien: Wieviel Handy ist zuviel?
                                                                                                  Screengrab spiegel.de
Die Zahlen entstammen  dem „Media Use Index 2016“ von Y&R sowie einer internationalen Schülerbefragung. Demnach verbringen die 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz heute im Schnitt während der Woche 4,4 und am Wochenende 7,4 Stunden täglich vor dem Fernseher, Computer, Tablet oder am Smartphone. Gemäss Suchtmonitoring Schweiz zeigen bereits mehr als 7 Prozent der 15- bis 19-Jährigen User Anzeichen übermässiger Internetnutzung. Das bringt gesundheitliche Risiken: jugendliche Nutzer sind häufiger übergewichtig und körperlich zu wenig aktiv.
Die Internetnutzung ist heute eine der  Hauptaktivitäten am Bildschirm. Sie spielt im Leben von Heranwachsenden eine wichtige Rolle. Die 15- bis 19-Jährigen nutzen das Internet privat intensiv, nämlich täglich zweieinhalb Stunden während der Woche, an Wochenendtagen gar während mehr als drei Stunden. Kein Wunder, dass das Thema auch die Medien interessiert:
"Wenn Jugendliche ohne Smartphone oder Computer unruhig werden, könnten das Anzeichen einer Sucht sein, und Eltern nehmen eine ausufernde Internetnutzung von Jugendlichen noch zu selten als Problem wahr, schreibt zum Beispiel die deutsche Ärztezeitung unter dem Titel "Süchtige Kinder, hilflose Eltern".


Thursday, November 26, 2015

Verwirrung im Web: Wenn aus Werbung Information wird

Ganz so gut kennen sich die sogennannten Digital Natives also im Internet doch nicht aus. Eine neue Britische Studie zeigt nämlich, dass ganze 69 Prozent aller Jugendlichen nicht in der Lage sind, Google Werbung von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Dies fand die Ofcom, die britische Medienaufsichtsbehörde “Office of Communications“ kürzlich heraus. 

Quizfrage: Welches sind die Suchergebnisse, wo ist die Werbung?
                                                                                           Screenshot via google.ch
Für die Studie der Ofcom wurden 12- bis 15-Jährige Teenager befragt. Rund zwei Drittel dieser Digital Natives, die im Durchschnitt rund drei Stunden täglich im Internet verbringen, sind laut Studienergebnissen nicht in der Lage, Google Werbung, also bezahlte Suchergebnisse, von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Das Problem besteht, obwohl Google Werbung in der Liste der Suchergebnisse eindeutig mit “Anzeige“ gekennzeichnet wird. 
Die Werber wird es freuen.
Immerhin glauben die befragten Jugendlichen nicht alles, was ihnen Google serviert: Nur 19 Prozent von ihnen vertrauen den  Suchergebnissen.

Ziemlich erstaunlich ist allerdings, dass die jungen Google-Nutzer keine Ahnung haben, wie sich der Internetgigant Google finanziert: Nur 46 Prozent der Befragten wussten, dass der Grossteil von Googles Umsätzen aus Werbeeinnahmen stammt. Der Rest der Befragten hatte keine Ahnung, wie Google die Betriebskosten deckt. Auch bei YouTube war sich nur die Hälfte der Teenager bewusst, dass Google-Werbung als Finanzmittel dient. Dafür gaben immerhin zehn Prozent der befragten Jugendlichen an, dass sie sich auf YouTube ihre Informationen besorgen und glauben, dass diese wahr und akkurat sind…

Saturday, August 22, 2015

Wie gut müssen Sie Ihren PC beherrschen?

Die im Titel gestellte Frage wurde letzte Woche in unzähligen Medien abgehandelt, wenn auch eher oberflächlich. Wenn es um die eigenen grundlegenden Anwender-Kenntnisse im Umgang mit Computern geht, schätzen sich die Schweizerinnen und Schweizer durchgehend zu hoch ein. Das zeigt eine Studie, die von ECDL Switzerland veröffentlicht wurde. ECDL verkauft Zertifikate, die durch Onlineprüfungen erlangt werden können. Doch wie gut muss man denn heute überhaupt den PC noch beherrschen?

Wer am PC arbeitet, sollte diesen auch beherrschen. Um diese Fähigkeiten zu
erlangen, können Online-Kurse, wie jene von ECDL, abgeschlossen werden.
                                                                                                       Screenshot ECDL
Die Schlagzeilen in den Medien klangen alle ähnlich: “Schweizer überschätzen ihre Computerkenntnisse“, hiess es da mit einigen Variationen. Tatsächlich gibt es keinen Zweifel daran, dass dieses Testergebnis stimmt, wie ECDL mitteilt:
Während eine grosse Mehrheit ihre Fähigkeiten überbewertet, unterschätzen lediglich wenige Probanden ihre Leistungen. In der Nutzung von Word bewerten sich die Befragten am realistischsten und erreichen im Test gesamthaft zwei Drittel der zuvor eingeschätzten Leistungspunkte. Die grösste Überschätzung ist bei der Anwendung von Excel auszumachen: Insgesamt erreichen die Befragten lediglich knapp die Hälfte der zuvor eingeschätzten Leistung…"
Da haben wir es: Der durchschnittliche User kennt sich also nicht sehr gut mit dem Textverarbeitungsprogram Word und dem Tabellenverarbeitungsprogramm Excel aus – was die Zertifizierer zu einem harschen Urteil veranlasst:
“Dieses Resultat zeigt, dass die Bevölkerung hierzulande ein schwaches Leistungsniveau im Bereich der grundlegenden Computer-Anwendung aufweist – trotz sehr guter PC-Ausstattung und intensiver Nutzung […] Digital Natives (15- bis 25-Jährige) erreichen in allen vier Bereichen deutlich bessere Testergebnisse als die Gesamtheit aller Probanden (15- bis 64-Jährige) und mit einem Gesamtergebnis von 59,6% liegen sie 13,5 Prozentpunkte über dem Schweizer Durchschnitt.“
Es besteht also Hoffnung!
Fast noch wichtiger erscheint uns allerdings eine Tatsache, die in der Pressemitteilung nicht genannt wird: Nicht nur junge User sind besser am PC, sondern auch jene, die administrativ tätig sind. Jene Anwender also, die den PC eben beherrschen müssen.
Das macht Sinn, und trägt dazu bei, dass die Arbeiten in einem Unternehmen rationell und effizient ablaufen.
Die meisten anderen User kümmern sich heutzutage nur noch selten um ihren PC – und noch seltener um Word oder Excel. Dafür beherrschen sie andere wichtige Aspekte der digitalen Gesellschaft – zum Beispiel den Umgang mit ihrem Smartphone, mit Kommunikations-Apps und mit Social Media. In diesem Sinne beunruhigen uns die Testergebnisse von ECDL nicht besonders. Wer mit Word und Excel arbeitet, muss diese sehr leistungsstarken Programme kennenlernen. Alle andern User kommen in der immer intuitiveren digitalen Gesellschaft auch sonst ganz gut zurecht.
Falls Sie jetzt herausfinden möchten, wie Sie im ECDL-Test abgeschnitten hätten, können Sie das hier tun.

Friday, August 15, 2014

Online-Shopping: Am liebsten am Laptop

Wer einen Online-Laden betreibt, will wissen, mit welchen Geräten seine Kunden einkaufen. Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob man als Online-Händler potentielle Kunden anspricht, die mit dem Smartphone unterwegs sind oder solche, die am stationären PC bestellen. Ein schwedischer Softwarehersteller hat jetzt mit einer Umfrage etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Immer noch das beliebteste Einkaufstool: der Laptop.
Das Resultat der von Apptus in Auftrag gegebenen Studie zeigt, dass die meisten Online-Shopper zwar mit dem Smartphone nach Produkten suchen und entsprechende Informationen einholen. Eingekauft wird dann aber lieber am Laptop oder am Desktop PC – der Laptop ist das beliebteste Einkaufstool. Dieses Verhalten ist für allem für junge User beispielhaft: In der Gruppe der 18 bis 30jährigen Anwender benutzen 64 Prozent ihr Handy für die Recherche von Produkten, nur 44 Prozent kaufen damit auch ein.
Doch auch zwischen der Benutzung von Laptops und PCs gibt es einen Unterschied. Laptops werden häufiger für die Suche nach Produkten und den anschließenden Kauf gebraucht als stationäre PCs. Insgesamt suchen und kaufen immer noch mehr Kunden Produkte in Online-Shops mit Laptop und PC als mit mobilen Endgeräten.
Allerdings nimmt gemäß Apptus die Nutzung von mobilen Geräten beim Online-Shopping zu – genauso wie sich der Trend zum Online-Einkauf verstärkt. 59 Prozent der befragten Online-Shopper gaben an, häufiger im Online-Shop hereinzuschauen, als noch im Vorjahr.

Was könnten die Gründe für den Einkauf am Laptop oder PC sein?
Vielleicht geht es oft ganz einfach um das Drucken von Bestellbestätigungen und Rechnungen. Vor allem User, die nicht zur Gruppe der Digital Natives gehören, sind sich oft andere Einkaufsabläufe gewöhnt, als sie im digitalen Zeitalter üblich sind. Oder der grössere Bildschirm am PC erlaubt ein angenehmeres und übersichtlicheres Einkaufserlebnis und vermittelt dem Käufer mehr Sicherheit beim Abschluss des Kaufs. Vielleicht haben diese Käufer aber auch jene Story gelesen, die im Frühjahr durch die Fachpresse ging: Verbraucherschützer fanden damals heraus, dass der Einkauf mit Smartphone oder Tablet oft ziemlich viel teurer zu stehen kommt, als Online-Shopping mit dem PC…


Friday, March 8, 2013

Nicht-virtuelles Shopping hat die Nase weit vorn


“Früher oder später wird sowieso nur noch online gekauft!“ “ Für die Internetkäufer zählt nur der Preis!“ “Bald gibt es offline sowieso nur noch Showrooms für Produkte, die man online kaufen kann!“ Sind diese Befürchtungen gerechtfertigt, oder ist alles nur halb so schlimm?

Die Einkaufsgewohnheiten von 42'000 Menschen zeigen: nicht-
virtuelle Läden und Online Shops ergänzen sich hervorragend. 
Zwar nehmen die Online-Umsätze im Detailhandel weltweit ständig zu, trotzdem ist der Offline-Handel dem Internet-Verkauf  immer noch meilenweit voraus. Und es sieht so aus, als ob der Online-Boom den “richtigen Läden“ wichtige Impulse und Chancen vermittelt. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat 42‘000Kunden befragt und 2‘000 Kunden einen Monat lang bei jedem Einkauf begleitet, um einen ungetrübten Blick auf die wirkliche Situation zu bekommen. Die Ergebnisse sind beeindruckend – aber auch überraschend.  
  • Umsätz im Online-Handel steigen stärker als angenommen: 7 Prozent Online-Transaktionen generieren 16 Prozent des gesamten Handelsumsatzes.
  • Für fast zwei Drittel der Konsumenten bleibt das stationäre Geschäft die wichtigste Einkaufsquelle.
  • Der Preis ist nicht das entscheidende Kriterium für die Wahl des Einkaufskanals – Warenverfügbarkeit, die Möglichkeit des An- oder Ausprobierens, der Beratung und Information rechtfertigen sogar höhere Preise in nicht-virtuellen Shops.
  • “Showrooming“ ist keine Bedrohung, sondern eine Möglichkeit, die Nase vorn zu haben – sogar für Marken, die bisher noch gar nicht offline aktiv sind, wird die Präsenz im stationären Handel attraktiv.
  • Der stationäre Handel ist weit davon entfernt, nur das Schaufenster für Online-Händler zu sein. Im Gegenteil: Einkäufe, die online vorbereitet und dann aber im Geschäft getätigt werden, generieren einen elfmal höheren Umsatz als es umgekehrt der Fall ist.
  • Die „Digital Natives" sind für den stationären Handel nicht verloren – es gibt eine grosse Gruppe junge und sehr internetaffiner Konsumenten, die fast ausschliesslich offline einkauft.
 Fazit: Der stationäre Handel kann Kundenbedürfnisse befriedigen, die der Onlinehandel noch nicht oder gar nie wird befriedigen können. Allerdings müssen Unternehmen die Wünsche und Einkaufsbedürfnisse ihrer Kunden besser verstehen, um ihnen die richtigen Angebote zu unterbreiten und die Möglichkeiten der digitalen Welt für sich zu entdecken.
Dass die Zeiten des traditionellen Offline-Handels noch lange nicht vorbei sind, zeigt die umfangreiche Studie eindeutig: „Zwei Drittel der Konsumenten sind Stammkunden im stationären Handel, das heisst,  sie kaufen alle zwei Wochen oder häufiger im Shopping Center oder der Innenstadt ein. Online gilt dies gerade mal für 13 Prozent. 



Wednesday, November 3, 2010

Senioren an den PC!

Dass sich alte Menschen auch am digitalen Zeitalter beteiligen sollten, ist aus verschiedenen Gründen wichtig. Von den sozialen Aspekten einmal abgesehen, macht es viel Geschäftssinn, wenn die über 65jährigen im Internet aktiv sind. Das Problem ist, dass es nur die wenigsten sind.

Die Zahlen sind ernüchternd: nur etwa 10 Prozent aller Internetnutzer sind Senioren, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung mehr als doppelt so gross ist. Das hat gerade wieder mal eine neue Studie, welche die Situation in Deutschland untersucht hat, herausgefunden. Man darf annehmen, dass die Situation in der Schweiz ähnlich ist: Nur etwa 30 Prozent der  über 65jährigen surfen im Web. Nur 10 Prozent der Alten können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen – gesamthaft sind es 58 Prozent, wie eine Forsa-Umfrage ergab. Das ist schade, weil jene Senioren, die es wagen, sich im Web zu tummeln, durchaus positive Erfahrungen machen – sie finden zum grössten Teil, dass ihr Leben durch das Internet an Qualität dazu gewinnt.
Was also tun?
Selbstverständlich gibt es Unternehmen, die sich der Internet-Senioren-Marktlücke annehmen. So werden zum Beispiel im Net auch spezielle Senioren-PC verkauft, die dann aber oft nicht billig sind. Wichtiger aber wäre wohl Unterstützung aus der Familie oder dem Freundeskreis. Nehmen Sie sich einem älteren Familienmitglied an und helfen Sie beim Einstieg oder Verbleib im Internet: Das kann zwar etwas Zeit kosten, wird aber sicher dankbar angenommen.
Ausserdem wurde kürzlich von deutschen Fachstellen ein Papier zum Thema Senioren im Internet veröffentlicht. Es bietet hilfreiche Tipps und ist auf Senioren zugeschnitten.
In ein paar Jahrzehnten wird sich das oben beschriebene Problem demographisch lösen. Spätestens im Jahr 2050 werden sich die 65jährigen zu den Digital-Natives zählen dürfen, zu jener Generation also, die in der digitalen Gesellschaft gross geworden ist. Dann werden die Alten jene Gruppe sein, die am meisten Erfahrung mit dem Internet aufweist.