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Thursday, September 15, 2022

Nach 142 Jahren: Das Ende für das Telefonbuch

Die Digitalisierung gibt auch dem Telefonbuch den Rest: Immer weniger Personen in der Schweiz veröffentlichen ihre private Telefonnummer, und in den letzten Jahren haben Umfang, Nutzung und Relevanz der "Weissen Seiten" konstant abgenommen. Aus diesem Grund werden ab 2023 private Telefonnummern nur noch online publiziert. Der Druck des Schweizer Telefonbuches wird nach 142 Jahren per Ende 2022 eingestellt.

Telefonbücher sind ab Ende dieses Jahres Geschichte.       Bild PD
Hand aufs Herz: Wann haben Sie zum letzten Mal das Telefonbuch benutzt, um eine Telefonnummer zu suchen? Wahrscheinlich ist das schon eine ganze Weile her. Mit dem Handy oder dem Computer geht’s einfach schneller. Ausserdem ist es nicht mehr so einfach wie früher, Telefonnummern zu finden. Nachdem 1997 die Veröffentlichungspflicht für Telefonnummern aufgehoben wurde, ging die Zahl der Einträge ging stetig zurück. Das digitale Zeitalter und die Zunahme von unerwünschten und lästigen Werbeanrufen trugen zu dieser Entwicklung bei.

Vor 142 Jahren, am 6. November 1880, war in Zürich das erste öffentliche Telefonverzeichnis der Schweiz erschienen. Es beinhaltete gerade mal 98 Einträge ohne Telefonnummern und Telefonanrufe waren zu dieser Zeit nur tagsüber möglich. Bereits 1959 waren es dann eine Million eingetragener Rufnummern. Den Höhepunkt erreichten die sogenannten "Weissen Seiten" im Telefonbuch dann in den Neunzigerjahren mit rund 4,2 Millionen Einträgen. Insgesamt gibt es heute rund drei Millionen Festnetznummern weniger als noch im Jahr 2000. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist mit einem Mobilanschluss gut bedient - mit direkter Auswirkung auf den Umfang des Telefonbuchs. Werden Festnetzanschlüsse nämlich automatisch ins Telefonverzeichnis aufgenommen und nur auf Wunsch nicht veröffentlicht, muss der Inhaber einer Mobilnummer einen Eintrag explizit anfordern. Das macht aber kaum jemand.

Die privaten Telefonnummern wurden bisher gemeinsam mit den Gelben Seiten, dem Branchenverzeichnis publiziert. Hat die Relevanz der "Weissen Seiten" stark abgenommen, präsentiert sich die Ausgangslage bei den "Gelben Seiten" gemäss Angaben der Swisscom anders. Firmen und Anbieter von Dienstleistungen publizieren ihre Nummern und Adressen nach wie vor in den Branchenseiten, um von Konsumentinnen und Konsumenten gefunden zu werden. Das Branchenverzeichnis hat daher weiterhin eine gewisse Relevanz. 
Diesem Bedürfnis wird die Swisscom mit localsearch.ch ab 2023 mit dem Localcities Guide gerecht. Beim neuen Produkt handelt es sich um ein Branchen-, Vereins- und Gemeindeverzeichnis für die Region. Die Publikation enthält neben Firmenadressen und Vereinsinformationen auch Gemeinde-Informationen, ein Nummernverzeichnis der Bundesverwaltung und einen Schulferienkalender.

Saturday, December 5, 2020

Schweizer Mobilfunk: Wettbewerb auf hohem Niveau

Man wechselt ja seinen Mobilfunkanbieter wenn möglich nicht allzu oft. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass die Firma, die einem das Signal aufs Mobiltelefon liefert, vorne mit dabei ist. Diese Rangliste wurde auch dieses Jahr wieder geliefert: Der Mobilfunknetztest des Telekommunikationsmagazins connect wurde zum 27. Mal durchführt. Swisscom holt sich in der Schweiz den ersten Platz. Der Test zeigte aber, dass sich die drei grossen Anbieter in der Schweiz auf hohem Niveau konkurrenzieren: Sie sind alle mindestens "sehr gut".

Mit 960 Punkten und der Note “überragend“ schaffte es Swisscom zum dritten Mal in Folge, sich an die Spitze zu setzen. Der Marktführer entschied die Gesamtwertung durch leichte Punktevorsprünge in den Kategorien Sprache und Crowdsourcing für sich, in der Daten-Wertung liegt Swisscom mit Sunrise gleichauf, so auch bei 5G. Mit 955 Punkten und somit nur fünf Punkten Abstand zum Testsieger erhält Sunrise ebenfalls erneut die Note „überragend“. Salt verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erzielte der Drittplatzierte in der Schweiz 926 Punkte und die Note „sehr gut“. Bei 5G steht Salt noch am Anfang, bietet dabei in seinen ersten 5G-Zellen aber bereits Top-Werte. Die Telefonie- und Datenmessungen wurden fahrend in Gross- und Kleinstädten sowie auf Verbindungsstrassen durchgeführt. Ergänzt  wurden diese durch Tests von Fussgängern in Zonen mit ausgeprägtem Publikumsverkehr wie Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés, Museen und öffentliche Verkehrsmittel. Zu den Fussgängertests zählten zudem Fahrten auf Strecken der Bahn. 

Erstmals beinhaltete der reguläre Messumfang auch 5G. Dort, wo das neue Netz bereits verfügbar ist, wurde es in den Tests erfasst und spielt in der Datendisziplin eine wichtige Rolle – abhängig vom jeweils erreichten Ausbaustand. Angesichts der überraschend guten Ergebnisse einiger Kandidaten und der Bedeutung von 5G für die Zukunft hat sich connect entschlossen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils einen Innovationspreis für den 5G-Ausbau zu vergeben. Den „5G Innovation Award 2021" teilen sich in der Schweiz die im Bereich 5G gleich starken Anbieter Swisscom und Sunrise. In einer Mitteilung zum Mobilfunknetztest heisst es, die eigentlichen Gewinner der Tests seien die Mobilfunknutzer. Die ersten 5G-Messungen hätten gezeigt, dass die Schweiz aktuell der Vorreiter in 5G sei. Die Analysen der letzten Wochen zeigten jedoch auch in Deutschland und Österreich einen zunehmend schnelleren 5G-Ausbau. Das Rennen sei also gerade erst eröffnet und verspreche, im kommenden Jahr sehr spannend zu werden.

Wednesday, October 21, 2020

Die Swisscom demonstriert 1,2 Gigabit pro Sekunde Download-Speed im Zug

Ein lückenloser und leistungsfähiger Mobilfunkempfang im Zug ist ein zentrales Kundenbedürfnis. Für die Netzbetreiber ist das ein Problem. Denn mit datenintensiven Anwendungen steigen die Ansprüche an die Bandbreite. Swisscom hat nun in einem Test erfolgreich mehr als ein Gigabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit in einen fahrenden Zug gebracht. Das gelungene Experiment hat Vorbildcharakter für die globale Mobilfunkbranche.

Eine temporäre 5G-Antenne an der SBB Teststrecke
Biberlikopf-Kerenzerberg.             Bild Kecko/flickr
Seit Jahren forscht und arbeitet ein Team bei Swisscom an der stetigen Verbesserung der Mobilfunkversorgung für Bahnreisende und Pendler. Mit der Erfindung von speziellen mobilfunksignaldurchlässigen Fensterscheiben ist es gelungen, die Mobilfunkversorgung ohne zwischengeschaltete Komponenten direkt in den Zug zu bringen. Die Mobilfunkversorgung entlang der Zugstrecken bleibt aber weiterhin eine Herausforderung, weil unter den gleichen Bedingungen mit jeder Mobilfunkgeneration viel mehr Daten übermittelt werden. Am Walensee ist Swisscom nun auf einer Teststrecke zwischen Biberlikopf und Kerenzerberg mit einem neu konzipierten Antennenkorridor von vier Kilometern Länge der grosse Durchbruch gelungen: Die Ingenieure von Swisscom erreichten eine Verbindung mit 1,2 Gigabit pro Sekunde in einem fahrenden Zug. Für den Test wurde entlang der Bahnstrecke am Walensee, gemeinsam mit dem Netzwerkausrüster Ericsson, ein vier Kilometer langer Antennenkorridor errichtet. Durch die Nähe der Antenne zu den Endgeräten ist die Sendeleistung der Antennen tiefer und die Versorgung entlang des Bahnkorridors zielgerichteter. Christoph Aeschlimann von Swisscom ist überzeugt davon, dass das Projekt Vorbildcharakter für die weltweite Mobilfunkbranche habe. Man habe eine Lösung für eine stabile und zuverlässige Versorgung der Passagiere gefunden und gleichzeitig wichtige Erkenntnisse für sicherheitsrelevante Anwendungen im Bahnverkehr gewonnen. 

Nach der Auswertung der Testergebnisse soll der Testkorridor weiter optimiert werden. Für den Test war entlang der Bahnstrecke am Walensee, gemeinsam mit dem Netzwerkausrüster Ericsson, ein vier Kilometer langer Antennenkorridor errichtet worden. Durch die Nähe der Antenne zu den Endgeräten ist die Sendeleistung der Antennen tiefer und die Versorgung entlang des Bahnkorridors zielgerichteter. Das langfristige Ziel ist eine lückenlose Mobilfunkabdeckung entlang der Hauptachsen für alle Mobilfunknutzer und -anbieter der Schweiz. Swisscom betont, dass der entwickelte Lösungsansatz auch den anderen Providern offensteht. 

Der mit der Testanlage erreichte Datenfluss im Zug ist eindrücklich. Mit 4G und 5G kombiniert waren Downloadgeschwindigkeiten von mehr als 1.2 Gigabit pro Sekunde im fahrenden Zug möglich. Die Reaktionszeit von 5G war ganze vier Mal kürzer als bei 4G und lag bei beeindruckenden 8 Millisekunden.

Wednesday, April 15, 2020

Wie die Schweizer streamen

Musik- und Video-Streaming-Dienste werden auch in der Schweiz rege genutzt. Allerdings gibt es zwischen den verschiedenen Anbietern und Nutzergruppen grosse Unterschiede: Alt und Jung zum Beispiel, streamen nicht gleich. Im Schweizer Markt gibt es drei klare Leader: Netflix dominiert den Schweizer Markt im Bereich Video Streaming, Spotify im Bereich Musik-Streaming. Und dann gibt es natürlich noch Youtube.

The Crown, eine der beliebtesten Serien auf Netflix. Bis im Januar dieses
Jahres wurde sie von 73 Millionen Netflix-Abonnenten gesehen.
                                                                                              Screengrab Netflix
Die Untersuchung über die Schweizer Streaming-Gewohnheiten wurde vom Internet-Vergleichsdienst moneyland.ch mit dem Marktforschungsinstitut GfK Switzerland durchgeführt. Und bevor wir hier auf die ‘echten‘ Streaming-Dienste eingehen, muss gesagt werden, dass Youtube, das technisch ebenfalls in diese Kategorie gehört, alle anderen Anbieter hinter sich lässt. Youtube wird in der Schweiz im Vergleich zu den anderen Streaming-Diensten mit Abstand am meisten genutzt, nämlich von 62 Prozent der Befragten. Besonders beliebt ist Youtube bei jugendlichen Anwendern: 84 Prozent der 19- bis 25-jährigen Befragten nutzen den Service – bei den über 50-Jährigen ist es nur noch jeder zweite Befragte.
Musik-Streaming-Dienste sind in der Schweiz hingegen noch nicht so populär: 64 Prozent der Befragten nutzen gar keine Musik-Streaming-Dienste.
Männer streamen etwas häufiger als Frauen – allerdings sind die Differenzen nicht markant.
Grosse Unterschiede gibt es je nach Altersgruppe: Junge streamen deutlich häufiger als ältere Personen.
Youtube hat sehr hohe Nutzerzahlen - wohl auch, weil das Angebot meistens gratis genutzt wird. Wenn es um bezahltes Streaming geht, sinken die Nutzerzahlen markant. Insgesamt nutzten rund 20 Prozent der User in der Schweiz Netflix; davon zahlen aber nur 65 Prozent für die Nutzung. Rund 35 Prozent der Netflix-Nutzer geben an, dass sie Netflix kostenlos nutzen; 23 Prozent geben zu, dass sie dies via Login von Freunden oder Kollegen tun. Nur rund 13 Prozent aller Befragten nutzen Netflix und bezahlen auch dafür. Damit ist Netflix mit Abstand der meist genutzte Service, für den Schweizer Nutzer zahlen. Weit abgeschlagen folgen Swisscom (Video-on-Demand) und Spotify mit je 8 Prozent, Apple Music mit 6 Prozent sowie AppleVideo (iTunes) mit 5 Prozent. Die Unterschiede je nach Altersgruppe sind markant: Bei den Jungen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen 25 Prozent für Netflix, gefolgt von 15 Prozent für Spotify und 14 Prozent für Swisscom (Video-on-Demand).
Dass Video-Streaming-Dienste bei jüngeren Kunden beliebter sind, ist prinzipiell keine Überraschung, allerdings erstaunt das Ausmass: 45 Prozent der Befragten zwischen 19 und 25 Jahren nutzen Netflix, während es bei den über 50-Jährigen gerade einmal 9 Prozent sind. 

Friday, February 7, 2020

5G in der Schweiz: vom Vorsprung zum Politikum

Der 5G-Aufbau in der Schweiz ist bis jetzt sehr schnell vorangegangen. Die Schweiz ist weltweit ganz vorne mit dabei, was funktionierende 5G-Standorte betrifft; nur die USA hat mehr 5G-Anlagen in Betrieb. Dieser Vorsprung, der vor allem für die Industrie und das Internet der Dinge, sowie für die Versorgung von Randgebieten sehr wichtig sein wird, könnte schon bald schrumpfen, weil die Schweiz eben auch sehr tiefe Strahlungsgrenzwerte festgeschrieben hat.

Die Schweiz, eine 5G-Insel in Europa: Die Ookla 5G Map zeigt die aktuellen
5G-Betriebsstandorte weltweit an. Nur die USA haben mehr 5G als die
Schweiz.                                               Screengrab speedtest.net/ookla-5g-map
90 Prozent aller Schweizer besitzen und nutzen ein Smartphone. Man darf davon ausgehen, dass die Mehrheit dieser Menschen sich nicht allzu grosse Sorgen über die Strahlung der Mobilfunkanlagen macht. Schliesslich sind sich die Experten (ausnahmsweise) ziemlich einig: Es gebe kaum Grund zur Sorge, was die Strahlung betreffe - vor allem wenn man als User selber auch zur Sicherheit beitrage, heisst der Konsens:
“Die deutsche Stiftung Warentest unterzog die Argumente der 5G-Kritiker im Herbst einem Faktencheck. Fazit: Nach aktuellem Stand der Forschung "besteht kaum Grund zur Sorge", dass Handystrahlung Krebs verursache oder Spermien schade. Auch durch den 5G-Ausbau seien keine großen Veränderungen zu erwarten. Wer sich davon nicht beruhigen lässt, kann die Strahlenbelastung mit einigen simplen Methoden reduzieren. So helfe es, beim mobilen Telefonieren Abstand zu halten. Bereits wenige Zentimeter Sicherheitsabstand zwischen Ohr und Handy senken demnach die Strahlenbelastung deutlich.“ (heise.de)
Natürlich lassen die 5G-Gegner solche Schlussfolgerungen nicht einfach stehen: Warentest wurde für den Expertenbericht stark kritisiert und musste sich rechtfertigen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass zahlreiche Studien zum gleichen Schluss kommen, wie die Experten, welche die Stiftung Warentest beigezogen hat. Für die 5G- Gegner scheint es schwierig zu sein, vor diesem Hintergrund genügend besorgte Bürger zu mobilisieren: Nur 2000 Teilnehmer (gemäss Angaben der Veranstalter) protestierten am internationalen Protesttag gegen 5G in 16 Schweizer Städten gegen die Technologie.
Die kleine aber lautstarke Gruppe der 5G-Gegner konnte den 5G-Ausbau bis jetzt tatsächlich verzögern; allerdings ist die Zahl der betriebenen Standorte kürzlich plötzlich stark angestiegen:
“Anfang Dezember 2019 waren in der Schweiz erst rund 660 Anlagen in Betrieb, die den Mobilfunk der fünften Generation nutzten. Nach Neujahr waren es plötzlich 2300. Wie konnte sich die Anzahl der 5G-Antennen innert Monatsfrist mehr als verdreifachen? […] Der Urheber des sprunghaften Anstiegs war schnell ausgemacht: Swisscom. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hatte im Frühling 2019 versprochen, bis zum Jahresende 90 Prozent der Bevölkerung mit dem neuen Standard zu versorgen. Um dieses Versprechen einzulösen, musste der Telekomkonzern im Dezember offensichtlich einen Schlussspurt hinlegen. Dazu brauchte er indessen keine Heerscharen von Technikern, die heimlich auf den Dächern Antennen montierten. Es war viel einfacher: Swisscom hat ein Software-Update eingespielt, das die Sendestationen 5G-fähig macht. Weil sich an den Antennen physisch nichts änderte, musste dafür keine Baubewilligung eingeholt werden. Entsprechend machtlos waren die 5G-Gegner. Denn wo es keine Bewilligung braucht, nützen Einsprachen nichts…“ (NZZ)
Swisscom-Chef Urs Schaeppi ist natürlich nicht glücklich darüber, dass 5G zu einem Schweizer Politikum geworden ist, wie er kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone/SDA sagte. Die Diskussion um 5G werde "emotional" geführt. Fakten spielten oft kaum eine Rolle. Angst machen mit Halbwahrheit sei einfach, Aufklären mit Fakten schwierig. Die Politik müsse sich endlich klar zu 5G äussern, fordert der Swisscom-Manager. Bereits beim Wechsel von 2G auf 3G habe es eine grosse Opposition gegeben. Klar sei aber: “Ohne diesen Wechsel hätte der Siegeszug des Smartphones nie stattfinden können."

Monday, February 3, 2020

Schweizer KMU und die Digitalisierung: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Viele Schweizer KMU fürchten sich vor der steigenden Cyberkriminalität, die meisten dieser Unternehmen sehen sie als ernstzunehmende Gefahr. Mehr als die Hälfte der Firmenmanager finden aber, ihre eigene Firma sei nicht wichtig genug, um von Cyberkriminellen angegriffen zu werden. Aber auch, wenn es um die Digitalisierung in den Schweizer KMU geht, glaubt (oder hofft) ein Viertel der Umfrageteilnehmer, die Digitalisierung werde spurlos an ihren Geschäftsaktivitäten vorbeigehen. Jeder dritte Unternehmer  ist sich ausserdem sicher, dass die Digitalisierung in seiner Branche keine besonderen Veränderungen herbeiführen wird!

Vor allem in kleineren Firmen glauben immer noch viele Unternehmer, die
Digitalisierung werde an ihnen vorübergehen.                               Bild pixabay
Wie die Gefahr der Cyberkriminalität in kleinen und mittelgrossen Schweizer Unternehmen eingeschätzt wird, war nur eine der Fragen, die das KMU-Stimmungsbarometer für das Jahr 2020 zu beantworten suchte. Die Umfrage wurde von von localsearch (Swisscom Directories AG) durchgeführt. Sie zeigt, dass die KMU, die bekanntlich das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden, in bester Verfassung sind. 64 Prozent der befragten Unternehmen rechnen 2020 mit einem positiven Geschäftsergebnis und 42 Prozent davon erwarten gar einen höheren Gewinn als noch im Vorjahr. Sorgen bereiten vielen Schweizer KMU die mit der Digitalisierung einhergehenden Risiken. So sind 79 Prozent der Firmen davon überzeugt, dass die Cyber-Kriminalität auch für KMU eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Die Swisscom bestätigt diese Einschätzung. Sie geht in ihrem neusten Cyber-Security-Bericht davon aus, dass gezielte Angriffe wahrscheinlicher werden und die verfügbaren technischen Mittel oft nicht ausreichen, um mit den Fähigkeiten professioneller Cyber-Akteure mithalten zu können. Auch der im Januar 2020 erschienen Allianz-Risk-Barometer konstatiert: Cyber-Vorfälle sind das grösste Geschäftsrisiko in der Schweiz.
Widersprüchlich ist allerdings die Beurteilung der eigenen Gefahrensituation der Schweizer KMU: Zwei Drittel aller Firmenlenker  glauben, dass ihr Unternehmen für Cyber-Kriminelle eher unbedeutend sei. Über mögliche Angriffe auf das eigene Firmennetzwerk ist nur jeder fünfte Geschäftsinhaber besorgt.
Schlechte Noten geben sich die KMU-Unternehmer beim digitalen Marketing: Fast jeder Zweite gibt an, seine Firma würde diese Disziplin nicht beherrschen. Nur 5 Prozent sind davon überzeugt, alles richtig zu machen, 26 Prozent wähnen sich zumindest auf dem richtigen Weg. Fast jeder Fünfte gibt zu, die digitalen Marketing-Fähigkeiten seines eigenen Unternehmens nicht abschliessend einschätzen zu können. Was die Digitalisierung im Allgemeinen betrifft, meint jeder dritte KMU-Manager, dass in seiner Branche die Digitalisierung massiv unterschätzt werde. Tatsächlich unterstreicht die vorliegende Umfrage diese Einschätzung: 24 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, die Digitalisierung werde spurlos an ihren Geschäftsaktivitäten vorbeigehen, und jeder dritte Unternehmer  ist sich sicher, dass die Digitalisierung in seiner Branche keine besonderen Veränderungen herbeiführen wird!
Die Mehrheit der befragten Mittelständler ist allerdings realistischer. Diese Unternehmer sind sich  bewusst, dass die digitale Revolution nicht vor ihrem Unternehmen Halt machen wird. Mehr als zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer sagen, sie gingen die Herausforderungen der Digitalisierung zuversichtlich an. Zwei Drittel sind davon überzeugt, zumindest in diesem Jahr mit der digitalen Entwicklung Schritt halten zu können.

Saturday, November 30, 2019

5G: Trotz Einsprachen und Protesten geht der Ausbau voran

Die Gegner der mobilen Datenübertragungstechnolgie 5G organisieren sich, und legen Einsprachen gegen den Ausbau des Systems ein, wo immer das möglich ist. Trotzdem ist die Schweiz führend, was 5G betrifft. Und es sieht nicht so aus, als ob die Proteste der Gegner den Ausbau längerfristig verhindern könnten.

Ein 5G-Sendemast, der im Kanton Zürich bereits im Betrieb ist.
                                                                               
5 G hat sich für jene Menschen, die sich vor elektromagnetischer Strahlung schützen wollen, zu einem echten Feindbild entwickelt. In der Schweiz, wo der Ausbau der Technologie schneller vorangeht als an in den meisten anderen Ländern der Welt, regt sich dementsprechend viel Wiederstand, über den auch in ausländischen Medien berichtet wird. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass die meisten Menschen nicht wissen, was 5G leisten kann:
“5 G kann Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde übertragen, was 100 Mal schneller ist, als eine vernünftige 4G-Verbindung. Allerdings ist das nicht das wichtigste. Vor allem sind die Reaktionsgeschwindigkeiten im Netz mit im besten Fall einer Millisekunde sehr kurz, was auch Latenz genannt wird. Die Antwort auf eine Anfrage findet also praktisch ohne Verzögerung statt. Nicht zuletzt deswegen wird 5G auch immer als Voraussetzung für autonomes Fahren genannt, wo es auf schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten ankommt. Allerdings muss ein Auto auch autonom fahren können, wenn es möglicherweise einmal in einem Funkloch ist. Deswegen wird 5G dafür eben keine zwingende Voraussetzung sein. 5G wird seine Stärke aber noch ganz woanders ausspielen. Die Technologie kann viel mehr Geräte miteinander verbinden als bisherige Mobilfunkgenerationen. Und die Datenübertragung ist zudem deutlich energiesparender. Übrigens: Über 5G kann man nicht telefonieren. Es ist ein reines Datennetz, das auf 4G aufsetzt. Wer also künftig ein Handygespräch führt, wird das über das 4G-Netz machen.“  (welt.de)
Das ist alles sehr beeindruckend, nicht aber überzeugend genug für die Gegner, wie die NZZ am Sonntag in einem ausgezeichneten Artikel zum Thema beschreibt.  Der Autor hält fest, dass der Widerstand gegen 5G vielschichtig sei und quer durch die Gesellschaftsschichten gehe. Mindestens jedes zweite Baugesuch werde inzwischen mit Einsprachen belegt. Ob dies allerdings viel nützen wird, bleibt dahingestellt. Zitat NZZ:
“Trotz erbittertem Widerstand der Strahlengegner ist die Schweiz Europameisterin, was die Zahl installierter 5G-Anlagen angeht. Gemäss dem Bakom waren per 1. November 562 5G-Antennen in Betrieb. Global gesehen haben wahrscheinlich nur Südkorea und die USA mehr installierte Sender. […] Die Anbieter Sunrise und Swisscom zeigen sich zuversichtlich, bald eine nationale Abdeckung zu erreichen: «Naturgemäss helfen die Einsprachen nicht für einen schnellen Ausbau der benötigten Mobilfunkinfrastruktur. Wir halten aber nach wie vor an unserem Ziel fest, bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G zu versorgen», sagt eine Swisscom-Sprecherin.“

Thursday, April 11, 2019

Swisscom bringt 5G für die ganze Schweiz

Swisscom wird bis Ende Jahr die ganze Schweiz mit dem neusten Mobilfunkstandard 5G versorgen. Bisher war 5G für Privatkunden reine Theorie, denn es fehlten die Endgeräte. Nun ist das Warten vorbei. Swisscom kündigt jetzt gleich vier Endgeräte für den Verkauf an. Das allererste 5G-Gerät im Swisscom Shop stammt vom Hersteller Oppo, weitere Marken wie LG (ab Mai), Samsung (ab Juli) und Huawei (im dritten Quartal) werden folgen.

Auch 5G braucht Sendemasten (hier ein Sunrise-Exemplar, das
schon im Juni letzten Jahres in Oerlikon in Betrieb genommen
wurde).                                                                                Bild pd
In Fernost gehören die Smartphones von Oppo zu den beliebtesten Endgeräten, weltweit gehört Oppo zu den führenden Herstellern. Oppo Reno 5G, gibt es ab Mai im Swisscom Shop. Mit den neuen
Geräten werden sich die Anwendungen vervielfachen. Swisscom präsentierte an einem Medienanlass reale Anwendungen rund um Virtual- und Augmented Reality und Gaming. Demonstriert wurden die Möglichkeiten der neuen Technologie - Geschwindigkeit, tiefe Latenz und hohe Kapazität. Urs Schaeppi, der CEO von Swisscom weiss, dass es Unternehmen sind, die zunächst das volle Potenzial von 5G nutzen werden - im Internet der Dinge, der Cloud oder auch für Data Analytics. Während viele Anwendungen für Privatkunden noch in den Kinderschuhen stecken, ist 5G in Unternehmen bereits in den Startlöchern und ermöglicht etwa die intelligente Steuerung von Industrieanlagen.
Sobald das Bundesamt für Kommunikation die Konzession erteilt, wird Swisscom das mit Technologiepartner Ericsson aufgebaute 5G-Netz einschalten. Die ersten 5G-Geräte laufen auf einer bewährten Frequenz im 3.5 Gigahertz-Band, die bis anhin etwa für TV-Aussenreportagen genutzt und vom Bund nun für den Mobilfunk freigegeben wurde. Diese Frequenz ist ausgelegt, um jetzt schon Geschwindigkeiten von bis zu 2 Gbit/s zu erreichen. Am Medienanlass demonstrierte Swisscom eine Spitzengeschwindigkeit von 1.86 Gbit/s.
5G wird von den meisten Anwendern geschätzt werden - die Technologie ist unheimlich leistungsfähig und bietet Möglichkeiten, die bis jetzt nicht verfügbar waren. Allerdings regt sich jetzt auch konkreter Wiederstand von Umweltschützern, vorerst in der Westschweiz:
“Das Genfer Kantonsparlament hat am Mittwochabend eine Motion für ein Moratorium von 5G-Antennen auf Kantonsgebiet überwiesen. Die Motion verlangt vor Aufhebung des Moratoriums unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse über etwaige Gesundheitsschäden. […]m Kanton Waadt will der Staatsrat ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen prüfen. Das hatte die Regierung Anfang Woche im Zusammenhang mit der Antwort auf eine entsprechende Resolution des Grossrats Raphaël Mahaim (Grüne) beschlossen. Nach einer langen Debatte hiess der Grossrat die Resolution schliesslich mit 95 Stimmen zu 9 bei 25 Enthaltungen gut. Bis Mitte 2019 soll eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bafu einen Bericht mit Empfehlungen zum Bereich Mobilfunk und Strahlung verfassen. Den Einsatz der Arbeitsgruppe hatte noch die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard im vergangenen Herbst veranlasst…“ (Tagesanzeiger)

Saturday, December 15, 2018

Die Schweizer Mobilfunker vertrauen Huawei - die Deutschen eher nicht

Westliche Nationen, allen voran die USA, haben ein China-Technologie-Problem. Das Problem besteht nicht darin, dass zu viel Technologie zu billig in den Westen geliefert wird. Die neuen Fragen sind grundsätzlicher; zum Beispiel: Kann man der Chinesischen Technologie, die eng mit dem autoritären kommunistischen Staat verbunden ist, überhaupt trauen?

Können wir überhaupt noch ohne chinesische Technologie - angebliche
Spionage hin oder her?                                                                  huawei
Die Kanadier erfahren es gerade:  Beim Geschäftemachen kommt es immer auch auf den Partner an. Weil Kanadische Behörden auf einen internationalen Antrag auf Auslieferung gegen eine Chinesische Finanzdirektorin in die USA eingegangen sind, hat China kurzerhand zwei unbeteiligte Kanadische Expats in China verhaftet und im berüchtigten Chinesischen System verschwinden lassen. Zwei für Einen, sozusagen. Diese Aktion hat weltweit kaum für Aufsehen gesorgt: Zu viele Geschäfte stehen auf dem Spiel, und während es sich bei den Kanadiern um relativ unbekannte Personen handelt, ist die Chinesin, die in Kanada auf Ansinnen der USA verhaftet wurde, sehr prominent: Es ist Meng Wanzhou, die Huawei Finanzchefin. Der Grund für ihre Verhaftung  liegt in der Politik:
“Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von amerikanischen Sanktionen. Einem Bericht der Zeitung „The Globe and Mail“ zufolge wird ihr zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängt hatten.“ (faz)
Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei, dessen Konzernt schon seit längerem im Verdacht steht, gar nahe mit der Chinesischen Regierung zusammen zu arbeiten. Wir haben schon im Februar dieses Jahres darüber berichtet:
In den USA scheint sich unter der Trump-Administration die Erkenntnis festzusetzen, dass China zumindest auf wirtschaftspolitischer Ebene als Gegner betrachtet werden muss, der mit allen Mitteln dafür kämpft, gegenüber den USA wirtschaftliches Terrain zu gewinnen. Allerdings legen die amerikanischen Geheimdienste keine Belege dafür vor, dass China seine Staatsmacht für die Korrumpierung  chinesischer Technologie verwendet.“ 
Das alles hat dazu geführt, dass auch in Europa einige Staaten etwas vorsichtiger geworden sind mit Huawei. So auch die Deutsche Telekom. Wie 'die Welt' meldet, wird man dort „vor dem Hintergrund der Sicherheitsdiskussionen um den chinesischen Zulieferer“ die Beschaffungsstrategie überprüfen. Betont wird, dass man die globale Diskussion über die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst nehme... In der Schweiz hält man das entweder für übertrieben, oder hält sich für schlauer. Aus Inside-It:
“Während Sunrise laut 'Der Bund' bereits Ende November erklärte, dass keine Pläne bestehen, den Technologiepartner zu wechseln, betont nun auch Swisscom ausdrücklich seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller. Trotz des Hinweises auf das Umdenken bei der Deutschen Telekom heisst es auf Anfrage ungewöhnlich deutlich bei der Swisscom: "Wir verfügen bisher über keine Informationen, die die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei untermauern würden". Man pflege seit 2008 eine Geschäftsbeziehung zu Huawei und arbeite gemeinsam im Festnetzbereich also im Anschlussnetzbereich sowie im Kernnetz zusammen.“
Das tönt alles sehr vertrauenserweckend. Ob es das auch sein sollte, ist allerding eine andere Frage. Denn die Interessenlage von Sunrise und Swisscom ist nicht deckungsgleich mit jener der  schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Deutsche Telekom scheint bezüglich Huawei mehr zu wissen - oder ist vielleicht einfach nicht ganz so gutgläubig, wie die Schweizer Mobilfunker .

Thursday, November 8, 2018

5G-Technologie: die Formel 1 der Mobilfunk-Industrie kommt in die Schweiz

Es war eine Weltpremiere: Die Swisscom hat zum ersten Mal ein Smartphone mit 5G-Midband-Chipset von Qualcomm mit einem 5G-Livenetz (in Luzern) verbunden. Auch ein Hotspot der taiwanesischen Firma WNC mit dem identischen Chipset wurde mit dem 5G-Livenetz verbunden. Der 5G-Ausbau schreitet voran. Seit heute ist das Netz auch punktuell in Luzern, Bern, Genf und Zürich auf einer Testfrequenz live – nach Burgdorf.

5G ist in einem Jahr geschrumpft - von Kühlschrankgrösse auf (klobiges)
Smartphone-Format. Im Laden dürfen die ersten 5G-Handys schon im nächsten
Sommer erwartet werden.                                                              Bild Swisscom
Die 5G-Technologie entwickelt sich rasant. Bis Ende 2019 plant Swisscom den punktuellen Ausbau in 60 Städten und Gemeinden schweizweit.
Die Entwicklung widerspiegelt sich auch bei den Geräten: Vor einem Jahr wogen 5G-Testgeräte noch eine Tonne und massen einen Kubikmeter. Swisscom präsentierte nun erstmals handliche 5G-Geräte: einen Smartphone-Prototypen von Qualcomm und einen mobilen Hotspot des taiwanesischen Herstellers Wistron NeWeb Corporation. Beide Geräte wurden mit dem 5G-Live-Netz in Luzern verbunden.
Noch ist das 5G-fähige Smartphone allerdings nicht kommerziell verfügbar. Experten erwarten, dass schon im nächsten Sommer erste 5G-Smartphones auf den Markt kommen. Erste Industrieanwendungen sind entwickelt, die das Potential von 5G aufzeigen. Die Swisscom baut das 5G-Netz nicht nur in Städten, sondern auch in ländlichen Gebieten und Tourismusregionen aus. Swisscom-CEO Urs Schaeppi sagt: 
"Bei 3G fragte man sich damals, wer mobiles Internet überhaupt brauche? Heute haben Mobilfunkanwendungen auf 3 und 4G unseren Alltag massgeblich verändert. Mit 5G erleben wir jetzt den gleichen Moment."
Doch was genau ist 5G eigentlich? Für die Nutzer von Smartphones, Tablets und Laptops bringt 5G vor allem Speed. Zitat aus der Welt:
“5G wird bis zu 100-mal schneller sein als das heutige LTE. Der 5G-Standard ermöglich Downloads mit einer Geschwindigkeit von 10 Gigabit pro Sekunde, was 10.000 Megabit pro Sekunde entspricht. Ein 5G-Smartphone oder ein Laptop mit einem 5G-Datenstick könnte den Inhalt einer ganzen DVD mobil in nur 3,6 Sekunden laden. Das ist 625-mal schneller als der beste DSL-Festanschluss daheim. Ein weiterer Vorteil für den Mobilnutzer ist die Fähigkeit der neuen 5G-Antennen, ihn quasi punktgenau zu orten und dann die benötigte Datenbandbreite gezielt an seinem Ort zur Verfügung zu stellen […]So fantastisch diese neuen Möglichkeiten klingen – der neue 5G-Standard wurde nicht in erster Linie für die Smartphone-Nutzer entwickelt. Die neue Technik ist für viele anvisierte Innovationen zwingend erforderlich: in den Fabriken der Zukunft („Industrie 4.0“) werden Maschinen und Roboter mithilfe von 5G miteinander kommunizieren. Und auch die autonomen Fahrzeuge der Zukunft werden untereinander Daten per 5G austauschen. Das sogenannte Internet der Dinge, also Haushaltsgeräte und Gegenstände aller Art, die jederzeit mit dem Internet verbunden sein sollen, werden Daten via 5G senden und empfangen. 5G ist also nicht nur irgendein neuer Mobilfunkstandard. Diesmal geht es um eine technologische Revolution…“

Friday, June 12, 2015

Abstottern mit Scheinrabatten: Handy mit Abo ist meistens zu teuer

Der Internet-Vergleichsdienst Comparis hat es genau ausgerechnet: In den allermeisten Fällen lohnt es sich nicht, ein Mobilfunk-Abo zu lösen, bei dem das Handy gleich mitgeliefert wird. Das neueste Smartphone für einen Franken oder sogar für null Franken – mit solchen Angeboten locken Mobilfunkanbieter Kunden an. Sie versprechen Rabatte von bis zu 900 Franken. Gratis ist das Gerät aber nicht – statt das Telefon auf einmal zu bezahlen, stottert es der Kunde einfach mit der monatlichen Handy-Abo-Rechnung ab. Für jemanden, der das Geld für ein teures Smartphone nicht auf einmal auslegen möchte (oder kann), mag das interessant sein. In fast allen anderen Fällen, lohnt es sich nicht.

Comparis.ch  hat nachgerechnet, ob die Variante «Telefon mit Abo» oder «Abo plus separat gekauftes Telefon» günstiger ist. Als Marktpreis wurde jeweils der Preis berechnet, den man im Handel für das Gerät bezahlt. Die Resultate unterscheiden sich je nach Anbieter. Ziemlich klar ist der Fall bei der Swisscom: Da kann der Kunde nämlich richtig schön Geld sparen, wenn er kein Kombinationsabo kauft, sondern sein Handy selber beschafft. Swisscom bietet unter der Marke M-Budget das «Mobile One-Abo» ohne Gerät an. Die Analyse von comparis.ch zeigt: Über 24 Monate gerechnet spart der Konsument, der sein Handy selber kauft und dann ein  M-Budget-Abo abschliesst, zwischen happigen 580 Franken und 870 Franken im Vergleich zum günstigsten Swisscom-Abo.
Ob auf dem London Eye (Bild) oder in Paris, Rom oder Prag: Cablecom-Kunden zahlen
diesen Sommer in Europa nur 30 Rappen pro Minute an Roaming-Gebühren. 
Auch bei Sunrise lohnt es sich, das Gerät getrennt vom Abo anzuschaffen (mit Ausnahme des Samsung Galaxy A5). Sunrise ist diesbezüglich kundenfreundlich mit strikter Trennung von Abos und Geräten. Es sind zwar Geräte auf Ratenzahlung erhältlich, doch der Kunde muss dafür einen Vertrag abschliessen. Vergleicht man die Gerätepreise von Sunrise mit den Preisen, die man auf dem Markt für dasselbe Gerät bezahlt, zeigt sich auch hier: Der Kunde fährt günstiger, wenn er das Gerät im Handel kauft.
Bei Salt lohnt es sich genau hinzuschauen; Gerät und Nutzungsverhalten entscheiden, was billiger ist.
In 15 von 30 Fällen ist das Gerät mit Abo günstiger, sonst teurer. Berücksichtigt man zusätzlich zu den normalen Salt-Produkten auch «Das Abo», welches nur über die Post vertrieben wird, zeigt sich ein etwas anderes Bild: Durchschnitts- und Vielnutzer fahren meistens günstiger, wenn sie das Gerät auf dem freien Markt besorgen und nicht mit einem Abo von Salt abzahlen. Bei den Wenignutzern kommt es ganz auf das gewählte Gerät an: Bei sieben Handys fährt man besser, wenn man sie in Raten mit dem Abo abbezahlt, bei drei Geräten ist es günstiger, wenn man das Handy separat kauft.
Ein interessantes Detail in diesem Comparis-Vergleich: Viele Mobilfunkanbieter werben mit hohen Rabatten, wenn das Handy in Raten bezahlt wird. Comparis nennt diese Angebote  “Scheinrabatte“ und erklärt, dass die Anbieter viel höhere Handypreise angäben, als im Handel bezahlt werden müssten.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Kunde mit dem M-Budget-Angebot von Swisscom und einem separat gekauften Gerät am günstigsten fährt. Allerdings offeriert Swisscom auch das durchschnittlichste teuerste Angebot. Und zwar bei den Abos unter der Marke «Swisscom», bei denen jeweils ein Gerät eingeschlossen ist.
Da UPC Cablecom nur fünf der zehn ausgewählten Geräte verkauft, konnte comparis.ch den Anbieter nicht in der Auswertung berücksichtigen. Bei den Geräten, die UPC Cablecom verkauft, bietet der Kabelnetz-Betreiber aber sehr gute Preise. Bei den drei Nutzerprofilen ist UPC Cablecom in 11 Fällen günstiger als alle anderen untersuchten Angebote, viermal ist UPC Cablecom nur rund 10 Franken teurer als das günstigste Angebot.
Noch ein  Wort zu diesem Anbieter – schliesslich steht die Ferien- und Reisezeit vor der Tür. Wie UPC Cablecom gestern bekanntgab, wird diesen Sommer eine Roaming-Offensive mit Preissenkungen von bis zu 80 Prozent lanciert. Per 1. Juli 2015 gilt bei Cablecom der  Roaming-Einheitstarif von 30 Rappen pro Minute; und zwar für eingehende Gespräche in der EU, für lokale Gespräche innerhalb des EU-Landes und für Gespräche aus der EU in die Schweiz. SMS und mobile Daten kosten ebenfalls nur 30 Rappen pro SMS und pro Megabyte. Vom 1. Juli bis 31. August 2015 werden diese Preise im Rahmen einer Promotion sogar noch halbiert. Da kann man nur sagen: Schöne Ferien!

Tuesday, May 12, 2015

Selbstfahrende Autos und reisserische Schlagzeilen

Autos, die ihren Weg selber finden und sicher auf der Strasse unterwegs sind, ohne dass sie von einem Menschen gesteuert werden, sind seit einigen Monaten prominent in den Medien anzutreffen. Eines der bekanntesten Projekte wird von Google entwickelt, dessen selbstlenkende Autos seit längerer Zeit in Kalifornien unterwegs sind. Nun hat Google einen Report veröffentlicht, demzufolge Google Cars 11mal in kleine Unfälle verwickelt waren. 

Ein selbstfahrender Toyoto Prius Google Car auf einem Test-Parcour. Bei den Google
Cars, die in Kalifornien unterwegs sind, handelt es sich um Lexus-Geländewagen.
                                                                      Bild Wikimedia Commons, Steve Jurvetson
Google hat inzwischen 20 selbstfahrende Autos, die schon mehr als 2,7 Millionen Kilometer zurückgelegt haben. Über eine Gesamtdistanz von 1,6 Millionen Kilometer haben sich die Google Cars selbst gesteuert. In den letzten sechs Jahren kam es dabei zu elf kleinen Unfällen.
Das Wichtigste, aus menschlicher Sicht, zuerst: Bei keinem der kleinen Unfälle sei ein Mensch zu Schaden gekommen, und es seien nur kleinste Sachschäden entstanden, teilt Google mit. 
Das Wichtigste, aus technischer Sicht: Keiner der 11 Unfälle war durch eines der selbstfahrenden Autos verursacht worden. Zitat aus dem Stern:
“Sieben Mal seien andere Fahrer auf die Google-Wagen aufgefahren. Ansonsten seien sie an der Seite gestreift worden und bei einem Zusammenstoß sei ein anderes Auto an einem Stoppschild vorbeigerollt. Insgesamt habe es nur leichte Schäden an den Wagen und keine Verletzten gegeben.
"Wenn man genug Zeit auf der Straße verbringt, werden Unfälle passieren, egal, ob man in einem Auto oder einem selbstfahrenden Fahrzeug sitzt", resümierte Projektleiter Chris Urmson.“
Es sieht also ganz so aus, als ob sich die autonomen Autos von Google sicherer auf der Strasse fortbewegen, als Autos, mit menschlichen Lenkern. Trotzdem führte der Google-Bericht über die elf Blechschäden zu einigen seltsamen Schlagzeilen: “Google-Car - Autonom fahrende Autos bauen Unfälle“, titelte zum Beispiel auto-motor- und-sport.de, um sich dann im darauffolgenden Artikel selbst zu korrigieren und darauf hinzuweisen, dass es eigentlich die Anderen waren, welche die Unfälle “gebaut“ haben. Auch die Nachrichtenagentur AP titelte ihre Story ähnlich irreführend: “Google gibt 11 Unfälle mit selbstfahrenden Autos zu“, überschrieb die Agentur ihren ersten Bericht zum Thema. In einer späteren Version wurde der Titel dann abgeändert: “Selbstfahrende Autos können Unfällen auf Kaliforniens Strassen nicht ausweichen“ hiess es da, schon etwas treffender.
Tatsächlich dürfen alle selber lenkenden Autofahrer davon ausgehen, dass die autonomen Autos sehr sicher sind, wenn sie auf der Strasse anzutreffen sind. In den USA sind tausende von Anwälten dafür gerüstet, dass eines der selbstfahrenden Google Autos einen Unfall baut – um dann millionenschweren Schadenersatz vom Millionenkonzern Google zu verlangen.
Wie es sich so anfühlt, in einem selbstfahrenden Auto mitzufahren – und zwar in Zürich, beschreibt der Tagesanzeiger in einem Bericht über das Projekt, an dem auch die Swisscom beteiligt ist. Der Titel sagt eigentlich schon alles: “ Ruckelig, defensiv, Grün abwartend“. Diese Fahrweise könnte unserer Ansicht nach zum Problem werden, so lange in den andern Fahrzeugen auf der Strasse noch (oft gehetzte) Menschen am Steuer sitzen.

Friday, February 20, 2015

Roaming wird nicht billig, aber billiger

Telefonieren im Europäischen Ausland wird nun endlich auch für Schweizer Anwender günstiger. Sunrise und Swisscom haben die Initiative ergriffen und bieten relativ günstige Auslandspakete an. Im Falle der Swisscom sind es diejenigen Kunden, die mit “Infinity Plus“ telefonieren, die billiger roamen können, bei Sunrise kann eine monatliche Roaming-Option gekauft werden. Auch Orange bietet schon länger eine EU-Roaming-Flatrate, die allerdings mit 85 Franken am oberen Ende der Preisskala steht.

Telefonieren vom Strand nach Hause ist gerade etwas günstiger geworden.                     PfW
Die hochregulierte EU möchte es den Mobilfunkprovidern in ihren Mitgliederländern schon lange vorschreiben: Roaming müsste billiger werden. In der Schweiz kamen jetzt zwei grosse Anbieter den Politikern zuvor und haben die Roaming-Preise für Europa gesenkt, bevor sie gesetzlich dazu verpflichtet wurden.
Konkret: Sunrise lanciert ein kombiniertes Angebot für alle Roaming-Arten. Die neue Option travel 200 enthält ein Paket bestehend aus Telefonminuten, SMS und Datenvolumen. Die Option kostet 35 Franken pro Monat und gilt für Europa. Darin enthalten sind: 200 Minuten ausgehende Anrufe,unlimitierte eingehende Anrufe, 200 SMS und 200 MB Daten.
Die neuen Natel infinity plus Abos der Swisscom bieten den Kunden bereits mit der günstigsten Variante von CHF 59 pro Monat während 30 Tagen im Ausland unbeschränktes Telefonieren und SMS-Verschicken innerhalb der EU. Wer mehr als 30 Tage im Ausland telefonieren will,
muss dann allerdings schon tiefer in die Tasche greifen.
Laut Angaben der Swisscom wird das neue Angebot mit mehr als 100 Millionen Franken zu Buche schlagen. Trotzdem sind nicht alle Konsumenten begeistert, wie die Kommentare zu den Zeitungsartikeln zeigen, und auch Ralf Beyeler vom Internetvergleichsdienst Comparis ist nicht total hingerissen:
“Nur wer öfters telefoniert, fährt mit einem Infinity-Abo besser, selbst wenn man den neuen Vorteil des Gratis-Roamings berücksichtigt», sagt Beyler.
Und welches Abo würde Profi Beyeler kaufen, wenn er eine neues haben müsste? «Ich würde das M-Budget-Angebot nehmen, das kostet 29 Franken im Monat». Dieses Angebot decke all seine Bedürfnisse ab.“


Thursday, January 2, 2014

Schweizer Handynutzer zahlen viel zu viel

Schweizer Handybesitzer geben pro Jahr rund 3,1 Milliarden Franken zu viel aus, weil sie nicht zum günstigsten Angebot wechseln. Bei den verlockenden Flatrate-Abos wählen viele Kunden überteuerte Angebote. Viele Anwender sind  überdies unzufrieden mit dem mobilen Internet.

Die obigen Feststellungen sind das Ergebnis einer Berechnung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch auf Grundlage einer Online-Umfrage unter 3000 Handybesitzern. Das diesjährige Sparpotenzial von 3,1 Milliarden Franken ist die höchste Einsparung, seit comparis.ch diese
Analysen durchführt. Es ist seit dem Vorjahr um eine halbe Milliarde Franken gestiegen. Damals hatte die Swisscom mit den «Infinity»-Flatrate-Abos eine Preisrunde eingeläutet, und Sunrise und Orange reagierten darauf und senkten ihre Tarife.
Dieses Jahr liegt einer der Gründe für das enorme Sparpotenzial in den Flatrate-Abos. Die Befragung zeigt, dass die Anzahl der Handybesitzer, die mit einer Flatrate telefonieren, surfen und SMS schreiben, im Vergleich zum Vorjahr enorm gewachsen  ist. «Die Verbreitung der Flatrate-Angebote hat sich etwa verdreifacht», sagt Ralf Beyeler, der Telecom-Experte von comparis. Es zeigt sich aber, dass die Kunden häufig ein zu teures Flatrate-Abo abschliessen, obwohl es günstigere Flatrates gibt. Laut der Befragung geben Flatrate-Kunden im Durchschnitt um die 100 Franken im Monat aus. Die günstigste Flatrate gibt es aber bereits für 49 Franken. Die Gründe für den Siegeszug der Pauschalangebote sind klar: Die Schwelle, ab der sich eine Flatrate finanziell lohnt, ist tiefer geworden. Auch wer sein Mobiltelefon nur durchschnittlich nutzt, fährt mit einer Flatrate oft günstig. Zudem haben inzwischen die meisten Handynutzer ein Smartphone, viele möchten damit möglichst unbeschränkt im Internet surfen.

In der Comparis-Umfrage konnten die Handynutzer auch angeben, wie zufrieden sie mit ihrem Mobilfunkanbieter sind. Die Bewertungen führten zu Schulnoten (6 ist die beste, 1 die schlechteste Note). Die Überrschung: Keiner der etablierten Anbieter – Swisscom, Sunrise und Orange – erhält eine gute Gesamtnote. Nur Aldi und M-Budget, die über kleine Marktanteile verfügen, erhalten ein «gut». Der Kundendienst wird von den Swisscom-Kunden mit «befriedigend» bewertet (4,9). Die Hauptkonkurrenten schneiden mit ihrem Kundendienst bei ihren Kunden deutlich schlechter ab: Orange erhält hier ein «genügend» (4,2), Sunrise sogar ein «ungenügend» (3,8). Auch bei der Netzabdeckung bestehen grosse Differenzen, und zwar zwischen 5,2 für Swisscom bis 4,1 für Orange und Sunrise. Schliesslich fällt auch auf, dass die Handynutzer mit der Verfügbarkeit und der Geschwindigkeit des mobilen Internets nicht richtig zufrieden sind. Alle drei grossen Anbieter erhalten nur knapp ein «genügend». Das mobile Internet wird bei der Handynutzung immer wichtiger. Die Anbieter müssten eigentlich alles daran setzen, um mit guter Netzqualität und hoher Geschwindigkeit zu punkten - die Kunden würden es bestimmt schätzen.

Wednesday, November 27, 2013

Die Swisscom lanciert eine Sicherheits-App für Smartphones

Swisscom hat eine App lanciert, die alle auf dem Smartphone installierten Programme auf Sicherheitslücken überprüft. Die Anwendung heisst CheckAp und gibt auch Empfehlungen ab, wie Kunden ihr Handy wirksam vor Datendiebstahl und missbräuchlichen Eingriffen schützen können. Die App ist ab sofort für Android-Geräte und iPhones erhältlich – und zwar gratis.

CheckAp von Swisscom: soll Sicherheitslücken in den anderen Apps auf
Ihrem Smartphone finden.                                                    Bild Swisscom-Site
Manche Apps gehen mit Anwenderdaten sehr sorglos um und verlangen weit mehr Informationen und Berechtigungen, als sie eigentlich benötigen. So braucht zum Beispiel eine Taschenlampen-App sicher keinen Zugriff auf Ihre Kontaktdaten, und eine Kinderspiel-App muss den eigenen Standort nicht übermitteln - schon gar nicht unverschlüsselt. Mit CheckAp können laut Swisscom derartige Sicherheitslücken aufgedeckt werden.
CheckAp gibt es in zwei Varianten für Android Geräte und iPhone. Zentrales Element der Android-App ist eine Scannersoftware. Dieser unterzieht die installierten Apps einer eingehenden Prüfung und zeigt sofort mögliche Schwachstellen auf, beispielsweise kritische Zugriffe auf Funktionen oder Daten. Alle Apps werden mit einer Bewertung versehen, die  mitels Farbcodes und Texten erläutert wird. CheckAp gibt eine Verhaltensempfehlung ab und schlägt, wo möglich, alternative, sicherere Apps vor.
 CheckAp für das iPhone listet die populärsten Apps auf und zeigt deren Bewertung an. Weitere Apps können gesucht und in einer persönlichen Liste gespeichert werden.
 Der sorgsame Umgang mit persönlichen Daten wird in der modernen vernetzten Welt immer wichtiger. CheckAp ist eine von Swisscom entwickelte App, die auf einfache Art helfen soll, Datenschutzprobleme zu erkennen und entsprechend zu  lösen. Die auf dem Smartphone installierten Apps werden nach verschiedenen Kriterien basierend auf ihrer Kernfunktion bewertet. Dabei stützt sich Swisscom unter anderem auf Testresultate der Firma Appthority.
 Appthority ist im Bereich Risk Management für mobile Apps tätig und bedient weltweit vor allem Geschäftskunden, um Sicherheit und Datenschutz der Apps in deren Unternehmen zu beurteilen und zu gewährleisten.
Auf nzz.ch hat man die neue Swisscom-App schon mal einem Kurztest unterzogen. Die Resultate sind nicht nur befriedigend ausgefallen:
“Im Test wurden von rund 40 Apps ausser Google+ noch Google Drive und Google-Suche beanstandet. Die vorgeschlagenen Alternativen muten mitunter seltsam an. Beispielsweise werden statt Google Drive Google Goggles, Google-Kalender und Google Admin vorgeschlagen. Statt Google+ wird Twitter empfohlen – der Dienst läuft aber schon auf dem Gerät. Ausserdem stellt sich die Frage, welcher Punktestand gut ist. Checkap empfiehlt statt Google+ SayHi. Diese App erreicht 76 von 100 Punkten, nutzt aber «zu viele Zugriffsrechte, die allenfalls heikel sein können».
CheckAp ist gemäss Swisscom bei Google Play und im App Store von Apple kostenlos verfügbar; wir haben die App allerdings gestern (27.11) Abend  nur bei Google Play, nicht aber im App Store aufstöbern können.

Sunday, January 6, 2013

Zahlen auch Sie zuviel für Ihr Handy?

Schweizer Handynutzer sind träge – und die Anbieter profitieren davon. Würden nämlich  alle Mobiltelefonierer  zum jeweils günstigsten Mobilfunkangebot wechseln, könnten sie 2,6 Milliarden Franken sparen. Derart hoch war das Sparpotenzial seit fünf Jahren nicht mehr. Das liegt an neuen Tarifmodellen der grossen Anbieter - aber auch daran, dass die Kunden kaum wechseln.Vielleicht scheuen sie sich davor, sich mit den Kundendiensten der Mobilfunk-Provider herumzuschlagen.

Quelle: comparis.ch
Zufriedenheit mit dem Kundendienst ist auch in der Mobilfunkbranche nicht einfach zu erlangen, wie eine Comparis-Umfrage zeigt. Die Befragten konnten sich zu einer Reihe von Punkten äussern, und die Bewertungen führten zu einer Benotung gemäss Schweizer Schulsystem. Ernüchternd: Nur drei Anbieter haben einen Kundendienst, den die Kunden mit «gut» bewerten: Migros (5,2), Aldi (5,1) und Swisscom (5,0). Bei Orange gibt es für den Kundendienst bloss eine 4,3, bei Sunrise sogar eine 3,8. Insgesamt erhalten die Anbieter eher mittelmässige Zeugnisse. Die Hälfte der Anbieter schneiden höchstens mit «befriedigend» ab. Die obersten Plätze belegen wie in den drei letzten Jahren Aldi, Migros und Yallo, auf dem letzten Platz sitzt Sunrise (siehe nebenstehende Grafik).
Doch zurück zu den Preisen: Ein gewichtiger Grund für das enorme Sparpotenzial liegt gemäss comparis.ch in den Preissenkungen der grossen Anbieter, die im Jahr 2012 für einigen Wirbel im Markt gesorgt haben.
Im Sommer lancierte Swisscom ihre «Infinity»-Produkte; hier zahlt der Kunde grundsätzlich nicht mehr für einzelne Gespräche oder Download-Mengen, sondern einen Pauschalbetrag, der sich nach der Geschwindigkeit der Datenübertragung richtet. Die Konkurrenten liessen nicht lange auf sich warten. Sunrise reagierte bald darauf mit der Flatrate «Sunrise 24», und auch Orange senkte ihre Preise deutlich nach unten. Auch aufgrund dieser Tarifänderungen lohnt es sich für Handynutzer oftmals, innerhalb ihres bestehenden Anbieters nach günstigeren Möglichkeiten Ausschau zu halten. Swisscom-Kunden könnten 1,3 Milliarden Franken sparen, wenn alle das für sie günstigste Swisscom-Angebot abschliessen würden. Bei Sunrise sind es rund 560 Millionen Franken, bei Orange 190 Millionen Franken. Diese Unterschiede haben mehrere Gründe. Swisscom verfügt erstens mit Abstand über mehr Kunden als die Konkurrenz. Zweitens können zahlreiche Kunden dank dem neuen Prepaid-Angebot «Easy Smart» enorm Geld sparen. Drittens stehen die Unterschiede im Zusammenhang mit der Tarifstruktur: Bei Swisscom und Sunrise gibt es grosse Differenzen zwischen den Preisen, welche die Kunden für ihr heutiges Angebot zahlen, und den Preisen, die sie für das günstigste Angebot innerhalb ihres Anbieters zahlen würden. Bei Orange fällt dieser Unterschied geringer aus.


Friday, September 21, 2012

Wo ist das iPhone 5 am günstigsten?


Die grossen Telecom-Anbieter haben ihre Angebote für das neue iPhone 5 bekanntgegeben. Comparis.ch hat berechnet, wie teuer das Smartphone zu stehen kommt, wenn sämtliche Kosten berücksichtigt werden - von den Anschaffungskosten bis zu den Gesprächsgebühren. Das Resultat: Die meisten Nutzer telefonieren mit  Coop Mobile am besten; sie sparen über zwei Jahre bis zu 811 Franken. Wer das Gerät intensiv nutzt, findet bei Swisscom das günstigste Angebot.

Sorgt wieder für Aufregung bei den Fans: das
neue iPhone von Apple.                   (Bild Apple)
Die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Netzbetreibern sind auch beim iPhone 5 sehr gross. Dies geht aus einer Analyse hervor, die comparis.ch mit den bereits bekannten Angeboten durchgeführt hat. Berechnet wurden die Gesamtkosten, die bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren entstehen. In der Analyse wurden der Gerätepreis für die 16-GB-Version des iPhone 5, die Abonnementskosten sowie die Gebühren für Telefon, SMS und Datenübertragung berücksichtigt. comparis.ch hat die Gesamtkosten für drei Nutzerprofile berechnet, und zwar für den Wenig-, den Durchschnitts- und den Vielnutzer. Auch versteckte Kosten wie die Minutentaktung flossen in die Berechnung ein.
Coop Mobile hat die Nase vorn Das überraschende Resultat: Die allermeisten Nutzer fahren mit den Angeboten von Coop Mobile am günstigsten. Dies gilt sowohl für die Wenig- als auch für die Durchschnittsnutzer. Damit tritt Coop Mobile erstmals bereits bei der Lancierung eines iPhones in ernsthafte Konkurrenz mit den drei grossen Anbietern. Allerdings steht auch hinter Coop Mobile ein Grosser aus der Branche: «Orange möchte mit dem eigenen Billig-Angebot unter der Marke Coop Mobile Marktanteile gewinnen - auf Kosten von Swisscom», sagt Ralf Beyeler, Telecom-Experte von comparis.ch.
Für den Wenignutzer kostet das Angebot von Sunrise nur minimal mehr als jenes von Coop Mobile (siehe Tabelle). Wesentlich teurer sind Orange und Swisscom. Über die 24 Monate gerechnet, zahlt ein Swisscom-Kunde 674 Franken mehr als ein Coop-Kunde - also 58 Prozent mehr. Ähnlich drastisch sind die Unterschiede für den Durchschnittsnutzer. In diesem Profil verlangt der teuerste Anbieter, Swisscom, 811 Franken oder 60 Prozent mehr als Coop.
Im Profil des Vielnutzers dagegen schneidet die Swisscom am besten ab. Mit dem Abonnement «Infinity S» fallen über die Vertragszeit von 24 Monaten Gesamtkosten von 2169 Franken an. Der teuerste Anbieter, Orange, verlangt dafür 2957 Franken, also 36 Prozent mehr.
Nur Vielnutzer zahlen weniger als für Vorgänger-Version Dank dem Flatrate-Angebot «Infinity S» kostet bei Swisscom das iPhone 5 für den Vielnutzer auch wesentlich weniger als die Vorgänger-Version, das iPhone 4S, bei der Lancierung vor einem Jahr. Der Preis hat sich fast halbiert; die Differenz beträgt rund 2000 Franken. Bei Sunrise zahlt der Vielnutzer für das iPhone 5 fast 1000 Franken weniger als damals für das iPhone 4S. Für die allermeisten Kunden allerdings sind die Gesamtkosten kaum gesunken. «Die Anbieter versprechen immer wieder Preissenkungen. In Tat und Wahrheit bleiben die Kosten für die meisten Nutzer praktisch unverändert», sagt Ralf Beyeler. Die Wenig- und die Durchschnittsnutzer zahlen bei Sunrise und Orange für das iPhone 5 ungefähr die gleichen Gesamtkosten wie vor einem Jahr für das iPhone 4S. Bei Swisscom hingegen kostet das neue Gerät für den Wenignutzer spürbar mehr, nämlich 210 Franken.


Günstigstes Angebot für das iPhone 5 nach Nutzungsprofil 
  Alle Kosten in CHF
Wenignutzer
Telefoniert 60 Min. und verschickt 30 SMS pro Monat

Angebot
Kosten für 24 Monate
Coop Mobile «Friends Surf»
1161 
Sunrise «Flex 40»
1181
Orange «Me 90»
1607
Swisscom «Liberty Primo»
1835


Durchschnittsnutzer
Telefoniert 120 Min. und verschickt 40 SMS pro Monat

Angebot
Kosten für 24 Monate
Coop Mobile «Friends Surf»
1358
Sunrise «Flex 40»
1727
Orange «Me 240»
2053
Swisscom «Infinity S»
2169


  Vielnutzer
Telefoniert 480 Min. und verschickt 80 SMS pro Monat

Angebot
Kosten für 24 Monate
Swisscom «Infinity S»
2169
Sunrise «Flat
2309
Coop Mobile «Friends Surf»
2491
Orange «Me unlimitiert»
2957

Quelle: comparis.ch