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Saturday, December 15, 2018

Die Schweizer Mobilfunker vertrauen Huawei - die Deutschen eher nicht

Westliche Nationen, allen voran die USA, haben ein China-Technologie-Problem. Das Problem besteht nicht darin, dass zu viel Technologie zu billig in den Westen geliefert wird. Die neuen Fragen sind grundsätzlicher; zum Beispiel: Kann man der Chinesischen Technologie, die eng mit dem autoritären kommunistischen Staat verbunden ist, überhaupt trauen?

Können wir überhaupt noch ohne chinesische Technologie - angebliche
Spionage hin oder her?                                                                  huawei
Die Kanadier erfahren es gerade:  Beim Geschäftemachen kommt es immer auch auf den Partner an. Weil Kanadische Behörden auf einen internationalen Antrag auf Auslieferung gegen eine Chinesische Finanzdirektorin in die USA eingegangen sind, hat China kurzerhand zwei unbeteiligte Kanadische Expats in China verhaftet und im berüchtigten Chinesischen System verschwinden lassen. Zwei für Einen, sozusagen. Diese Aktion hat weltweit kaum für Aufsehen gesorgt: Zu viele Geschäfte stehen auf dem Spiel, und während es sich bei den Kanadiern um relativ unbekannte Personen handelt, ist die Chinesin, die in Kanada auf Ansinnen der USA verhaftet wurde, sehr prominent: Es ist Meng Wanzhou, die Huawei Finanzchefin. Der Grund für ihre Verhaftung  liegt in der Politik:
“Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von amerikanischen Sanktionen. Einem Bericht der Zeitung „The Globe and Mail“ zufolge wird ihr zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängt hatten.“ (faz)
Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei, dessen Konzernt schon seit längerem im Verdacht steht, gar nahe mit der Chinesischen Regierung zusammen zu arbeiten. Wir haben schon im Februar dieses Jahres darüber berichtet:
In den USA scheint sich unter der Trump-Administration die Erkenntnis festzusetzen, dass China zumindest auf wirtschaftspolitischer Ebene als Gegner betrachtet werden muss, der mit allen Mitteln dafür kämpft, gegenüber den USA wirtschaftliches Terrain zu gewinnen. Allerdings legen die amerikanischen Geheimdienste keine Belege dafür vor, dass China seine Staatsmacht für die Korrumpierung  chinesischer Technologie verwendet.“ 
Das alles hat dazu geführt, dass auch in Europa einige Staaten etwas vorsichtiger geworden sind mit Huawei. So auch die Deutsche Telekom. Wie 'die Welt' meldet, wird man dort „vor dem Hintergrund der Sicherheitsdiskussionen um den chinesischen Zulieferer“ die Beschaffungsstrategie überprüfen. Betont wird, dass man die globale Diskussion über die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst nehme... In der Schweiz hält man das entweder für übertrieben, oder hält sich für schlauer. Aus Inside-It:
“Während Sunrise laut 'Der Bund' bereits Ende November erklärte, dass keine Pläne bestehen, den Technologiepartner zu wechseln, betont nun auch Swisscom ausdrücklich seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller. Trotz des Hinweises auf das Umdenken bei der Deutschen Telekom heisst es auf Anfrage ungewöhnlich deutlich bei der Swisscom: "Wir verfügen bisher über keine Informationen, die die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei untermauern würden". Man pflege seit 2008 eine Geschäftsbeziehung zu Huawei und arbeite gemeinsam im Festnetzbereich also im Anschlussnetzbereich sowie im Kernnetz zusammen.“
Das tönt alles sehr vertrauenserweckend. Ob es das auch sein sollte, ist allerding eine andere Frage. Denn die Interessenlage von Sunrise und Swisscom ist nicht deckungsgleich mit jener der  schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Deutsche Telekom scheint bezüglich Huawei mehr zu wissen - oder ist vielleicht einfach nicht ganz so gutgläubig, wie die Schweizer Mobilfunker .

Tuesday, November 21, 2017

Wie Sie sich gegen digitale Spionage wehren können

Wir sind fast alle dem Risiko ausgesetzt, mit digitaler Technologie ausspioniert zu werden, wie wir in unserem letzten Beitrag berichtet haben (Das Zeitalter der digitalen Spionage ist da). Potentielle Spione gibt es viele: Digitale Diebe, die Geld erbeuten möchten, eifersüchtige Partner, die ihre Partner kontrollieren wollen, Bosse, die ihren Mitarbeitern nicht trauen. Ganz wehrlos sind wir aber nicht: Es gibt mögliche Gegenmassnahmen.

Nicht so gut versteckt: Dieses junge Ehepaar fand eine Minikamera im Rauch-
melder ihres Airbnb-Zimmers in Florida.                         Longboat Key Police
Es ist nicht ganz einfach herauszufinden, ob jemand eine Spionage-App auf Ihrem Smartphone installiert hat. Zwar gibt es Tipps, die bei der Suche helfen können, allerdings scheinen diese Lösungen oft etwas einfach gestrickt zu sein. Eines ist sicher: iPhone-User sind weniger gefährdet, weil auf deren Gerät ohne “Jailbreak“ nur Apps aus dem App Store installiert werden können. Für alle Anwender gilt: Halten Sie alle ihre Software auf dem neusten Stand. Setzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, wenn es möglich ist. Gehen Sie nicht ohne Sicherheitssoftware ans Netz. Und, was selbstverständlich sein sollte: Installieren Sie nichts, dessen Herkunft Sie nicht kennen und geben Sie Ihr Smartphone nicht aus der Hand sondern hüten Sie es wie Ihr Augapfel.
Auch wer fürchtet, geheim abgehört oder gefilmt zu werden, kann etwas dagegen tun. Gerade im Zeitalter von Airbnb ist die Sorge vor versteckten Kameras durchaus berechtigt. Einfach ist es allerdings nicht, versteckte Geräte zu finden;wie wir im ersten Teil dieses Artikels gezeigt haben, werden Kameras die in ganz alltäglichen Haushaltgeräten versteckt sind, ganz offen im Internet verkauft. Die Amerikanische Website komando.com gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie auf der Suche vorzugehen ist (in Englisch). Das Fazit: Amazon verkauft für wenig Geld Geräte, mit denen Spionagegeräte elektronisch eruiert werden können. Ob Sie funktionieren, wissen wir nicht.  
Spionage muss nicht immer heissen, dass Sie jemand mit einem versteckten Mikrophon abhört oder mit einer versteckten Kamera Videoaufnahmen macht. 
Beim Surfen im Netz ist die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass Sie ausspioniert werden. Die Verfolgung von Benutzeraktivitäten im Netz, sogenanntes Tracking, ist ein bekanntes Datenschutzproblem. Da werden im Hintergrund Informationen darüber gesammelt, welche Seiten sich Benutzer im Internet anschauen und welche Interessen sie haben. Für Internetbrowser existieren bereits zahlreiche Lösungen, welche die Tracker für den Nutzer sichtbar machen und ihn schützen. Dass dieses Problem allerdings auch bei der Nutzung von Apps auf dem Smartphone besteht, wissen bislang meist nur Experten. Nun entwickelt das deutsche Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT eine App, die solch unsichtbarem Tracking einen Riegel schieben soll. Mit MetaMiner können Nutzer das Tracking durch mobile Apps sichtbar machen und auch unterbinden.
„Verstecktem Tracking in mobilen Apps wurde bisher nur wenig Beachtung geschenkt, so dass sich App-Nutzer oft nicht bewusst sind, zu welchen Werbenetzen bzw. bösartigen Internetbereichen das Smartphone im Verborgenen Onlineverbindungen aufbaut“, sagt der, Projektleiter am des entwickelnden Instituts. Das einzige Problem: Bisher existiert nur ein Prototyp des Tools für Android. Es soll aber schon bald als App zur Verfügung stehen.