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Saturday, December 5, 2020

Schweizer Mobilfunk: Wettbewerb auf hohem Niveau

Man wechselt ja seinen Mobilfunkanbieter wenn möglich nicht allzu oft. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass die Firma, die einem das Signal aufs Mobiltelefon liefert, vorne mit dabei ist. Diese Rangliste wurde auch dieses Jahr wieder geliefert: Der Mobilfunknetztest des Telekommunikationsmagazins connect wurde zum 27. Mal durchführt. Swisscom holt sich in der Schweiz den ersten Platz. Der Test zeigte aber, dass sich die drei grossen Anbieter in der Schweiz auf hohem Niveau konkurrenzieren: Sie sind alle mindestens "sehr gut".

Mit 960 Punkten und der Note “überragend“ schaffte es Swisscom zum dritten Mal in Folge, sich an die Spitze zu setzen. Der Marktführer entschied die Gesamtwertung durch leichte Punktevorsprünge in den Kategorien Sprache und Crowdsourcing für sich, in der Daten-Wertung liegt Swisscom mit Sunrise gleichauf, so auch bei 5G. Mit 955 Punkten und somit nur fünf Punkten Abstand zum Testsieger erhält Sunrise ebenfalls erneut die Note „überragend“. Salt verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erzielte der Drittplatzierte in der Schweiz 926 Punkte und die Note „sehr gut“. Bei 5G steht Salt noch am Anfang, bietet dabei in seinen ersten 5G-Zellen aber bereits Top-Werte. Die Telefonie- und Datenmessungen wurden fahrend in Gross- und Kleinstädten sowie auf Verbindungsstrassen durchgeführt. Ergänzt  wurden diese durch Tests von Fussgängern in Zonen mit ausgeprägtem Publikumsverkehr wie Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés, Museen und öffentliche Verkehrsmittel. Zu den Fussgängertests zählten zudem Fahrten auf Strecken der Bahn. 

Erstmals beinhaltete der reguläre Messumfang auch 5G. Dort, wo das neue Netz bereits verfügbar ist, wurde es in den Tests erfasst und spielt in der Datendisziplin eine wichtige Rolle – abhängig vom jeweils erreichten Ausbaustand. Angesichts der überraschend guten Ergebnisse einiger Kandidaten und der Bedeutung von 5G für die Zukunft hat sich connect entschlossen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils einen Innovationspreis für den 5G-Ausbau zu vergeben. Den „5G Innovation Award 2021" teilen sich in der Schweiz die im Bereich 5G gleich starken Anbieter Swisscom und Sunrise. In einer Mitteilung zum Mobilfunknetztest heisst es, die eigentlichen Gewinner der Tests seien die Mobilfunknutzer. Die ersten 5G-Messungen hätten gezeigt, dass die Schweiz aktuell der Vorreiter in 5G sei. Die Analysen der letzten Wochen zeigten jedoch auch in Deutschland und Österreich einen zunehmend schnelleren 5G-Ausbau. Das Rennen sei also gerade erst eröffnet und verspreche, im kommenden Jahr sehr spannend zu werden.

Thursday, July 13, 2017

Es könnte sich lohnen, Ihren Mobilfunkanbieter zu wechseln

Die Preisunterschiede der Mobilfunkanbieter sind immer noch sehr gross: Mit dem falschen Tarif kann das Smartphone gar zur Kostenfalle werden. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter kann gemäss einer aktuellen Studie bis zu 80 Prozent Kosten sparen. Auch die Kundendienstqualität variiert beträchtlich.

Mobilfunkmasten auf einem Wohnhaus.                  Bild Wikimedia Commons
SIQT, ein Unternehmen das unabhängige Marktforschung  unter dem Namen “Schweizer Institut für Qualitätstests“ betreibt, hat in der vorliegenden Studie die Tarife von insgesamt 21 Mobilfunkanbietern untersucht. Das Resultat: Im Extremfall lassen sich sowohl im Bereich Prepaid als auch Postpaid rund 80 Prozent Kosten sparen!
Beispiel Prepaid: Für das Nutzungsszenario eines Wenignutzers mit insgesamt 65 Telefonminuten, 30 SMS und ohne Datenvolumen schwankten die Preise zwischen 8,99 Franken bei Salt und 22,83 Franken bei Lebara pro Monat. Die über alle Szenarien hinweg besten Konditionen im Prepaid-Segment fanden die Tester bei Lycamobile. Salt und Sunrise belegten die Plätze zwei und drei.
Auch bei den Abonnements ergaben sich teilweise deutliche Preisunterschiede. Während die Preise beim Normalnutzer noch zwischen 25 Franken und 60 Franken pro Monat schwankten, lag der günstigste Tarif des Powernutzers bei 29,90 Franken (CoopMobile), der teuerste bei 150,35 Franken (primacall). Im Durchschnitt konnten die Kosten durch die Wahl des günstigsten Anbieters gegenüber dem teuersten um 66 Prozent gesenkt werden. Die besten Konditionen im Bereich Postpaid bot Wingo, gefolgt von M-Budget Mobile und CoopMobile.
Beim Kundendienst-Check traten bei einigen Anbietern zum Teil erhebliche Schwächen zutage: Mal liess sich auch nach zwei Anwahlversuchen keine Mitarbeiter erreichen, mal warteten die Tester vergebens auf Antwort-Mails. Mit dem besten Support im Test der Prepaid-Anbieter überzeugte Salt, gefolgt von ok.- und Swisscom. Den besten Kundendienst der Postpaid-Anbieter erlebten die Tester bei Das-Abo. Salt und yallo platzierten sich auf Rang zwei und drei.

Wer ist denn nun gesamthaft an der Spitze? Lycamobile erfüllt die Anforderungen im Prepaid-Segment am besten und konnte sich mit den besten Preisen sowie dem breitesten Angebot in der Prepaid-Gesamtwertung durchsetzen. Auf Platz zwei landete Salt, noch vor Sunrise. Testsieger im Postpaid-Segment wurde Wingo, M-Budget Mobil und CoopMobile folgten auf den Plätzen zwei und drei.

Friday, June 12, 2015

Abstottern mit Scheinrabatten: Handy mit Abo ist meistens zu teuer

Der Internet-Vergleichsdienst Comparis hat es genau ausgerechnet: In den allermeisten Fällen lohnt es sich nicht, ein Mobilfunk-Abo zu lösen, bei dem das Handy gleich mitgeliefert wird. Das neueste Smartphone für einen Franken oder sogar für null Franken – mit solchen Angeboten locken Mobilfunkanbieter Kunden an. Sie versprechen Rabatte von bis zu 900 Franken. Gratis ist das Gerät aber nicht – statt das Telefon auf einmal zu bezahlen, stottert es der Kunde einfach mit der monatlichen Handy-Abo-Rechnung ab. Für jemanden, der das Geld für ein teures Smartphone nicht auf einmal auslegen möchte (oder kann), mag das interessant sein. In fast allen anderen Fällen, lohnt es sich nicht.

Comparis.ch  hat nachgerechnet, ob die Variante «Telefon mit Abo» oder «Abo plus separat gekauftes Telefon» günstiger ist. Als Marktpreis wurde jeweils der Preis berechnet, den man im Handel für das Gerät bezahlt. Die Resultate unterscheiden sich je nach Anbieter. Ziemlich klar ist der Fall bei der Swisscom: Da kann der Kunde nämlich richtig schön Geld sparen, wenn er kein Kombinationsabo kauft, sondern sein Handy selber beschafft. Swisscom bietet unter der Marke M-Budget das «Mobile One-Abo» ohne Gerät an. Die Analyse von comparis.ch zeigt: Über 24 Monate gerechnet spart der Konsument, der sein Handy selber kauft und dann ein  M-Budget-Abo abschliesst, zwischen happigen 580 Franken und 870 Franken im Vergleich zum günstigsten Swisscom-Abo.
Ob auf dem London Eye (Bild) oder in Paris, Rom oder Prag: Cablecom-Kunden zahlen
diesen Sommer in Europa nur 30 Rappen pro Minute an Roaming-Gebühren. 
Auch bei Sunrise lohnt es sich, das Gerät getrennt vom Abo anzuschaffen (mit Ausnahme des Samsung Galaxy A5). Sunrise ist diesbezüglich kundenfreundlich mit strikter Trennung von Abos und Geräten. Es sind zwar Geräte auf Ratenzahlung erhältlich, doch der Kunde muss dafür einen Vertrag abschliessen. Vergleicht man die Gerätepreise von Sunrise mit den Preisen, die man auf dem Markt für dasselbe Gerät bezahlt, zeigt sich auch hier: Der Kunde fährt günstiger, wenn er das Gerät im Handel kauft.
Bei Salt lohnt es sich genau hinzuschauen; Gerät und Nutzungsverhalten entscheiden, was billiger ist.
In 15 von 30 Fällen ist das Gerät mit Abo günstiger, sonst teurer. Berücksichtigt man zusätzlich zu den normalen Salt-Produkten auch «Das Abo», welches nur über die Post vertrieben wird, zeigt sich ein etwas anderes Bild: Durchschnitts- und Vielnutzer fahren meistens günstiger, wenn sie das Gerät auf dem freien Markt besorgen und nicht mit einem Abo von Salt abzahlen. Bei den Wenignutzern kommt es ganz auf das gewählte Gerät an: Bei sieben Handys fährt man besser, wenn man sie in Raten mit dem Abo abbezahlt, bei drei Geräten ist es günstiger, wenn man das Handy separat kauft.
Ein interessantes Detail in diesem Comparis-Vergleich: Viele Mobilfunkanbieter werben mit hohen Rabatten, wenn das Handy in Raten bezahlt wird. Comparis nennt diese Angebote  “Scheinrabatte“ und erklärt, dass die Anbieter viel höhere Handypreise angäben, als im Handel bezahlt werden müssten.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Kunde mit dem M-Budget-Angebot von Swisscom und einem separat gekauften Gerät am günstigsten fährt. Allerdings offeriert Swisscom auch das durchschnittlichste teuerste Angebot. Und zwar bei den Abos unter der Marke «Swisscom», bei denen jeweils ein Gerät eingeschlossen ist.
Da UPC Cablecom nur fünf der zehn ausgewählten Geräte verkauft, konnte comparis.ch den Anbieter nicht in der Auswertung berücksichtigen. Bei den Geräten, die UPC Cablecom verkauft, bietet der Kabelnetz-Betreiber aber sehr gute Preise. Bei den drei Nutzerprofilen ist UPC Cablecom in 11 Fällen günstiger als alle anderen untersuchten Angebote, viermal ist UPC Cablecom nur rund 10 Franken teurer als das günstigste Angebot.
Noch ein  Wort zu diesem Anbieter – schliesslich steht die Ferien- und Reisezeit vor der Tür. Wie UPC Cablecom gestern bekanntgab, wird diesen Sommer eine Roaming-Offensive mit Preissenkungen von bis zu 80 Prozent lanciert. Per 1. Juli 2015 gilt bei Cablecom der  Roaming-Einheitstarif von 30 Rappen pro Minute; und zwar für eingehende Gespräche in der EU, für lokale Gespräche innerhalb des EU-Landes und für Gespräche aus der EU in die Schweiz. SMS und mobile Daten kosten ebenfalls nur 30 Rappen pro SMS und pro Megabyte. Vom 1. Juli bis 31. August 2015 werden diese Preise im Rahmen einer Promotion sogar noch halbiert. Da kann man nur sagen: Schöne Ferien!