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Saturday, September 10, 2022

Das Handy wird zum Satellitentelefon

Apple sorgte diese Woche für die Schlagzeilen, aber es sind verschiedene Hersteller und Kommunikationsfirmen, welche die ersten Schritte unternommen haben, um aus unseren Handys Satellitentelefone zu machen.

Die interessanteste Lösung kommt aus den USA und hat nichts mit Apple zu tun. Wer ein Smartphone benutzt und dazu einen Vertrag mit dem Provider T-Mobile abgeschlossen hat, wird schon bald in der Lage sein, über Elon Musks SpaceX Satelliten mit dem eigenen Handy zu kommunizieren.

T-Mobile und SpaceX haben ein System entwickelt, mit dem Starlink Dienste für Kunden in bestehenden T-Mobile-Netzen bereitstellen kann, und zwar mit den Handys, die sie bereits nutzen. Die Einführung des Systems wird langsam beginnen, wobei vorerst «nur» mit Textnachrichten kommuniziert werden kann. Immerhin. Sprachanrufe und Datenverkehr soll bald nachher möglich werden.

Auch Huawei hat Apple geschlagen, was die Satellitenkommunikation betrifft - mit dem Huawei Mate 50 und Mate 50 Pro. Diese beiden neuen Smartphones werden es möglich machen, Texte über Chinas globales BeiDou-Satellitennetzwerk zu versenden. Die Funktion ist für Notfälle ausgelegt (wie bei Apple), etwa wenn die Mobilfunknetze ausfallen, zum Beispiel in Kriegsgebieten oder bei Naturkatastrophen.

Apple setzt mit der Satellitenkommunikation für sein iPhone 14 auf den Satellitenbetreiber Globalstar, der gemäss Medienangaben den grössten Teil der Erdoberfläche abdeckt. Dennoch soll das Feature ab November zunächst nur in den USA und Kanada aktiviert werden. Die europäischen iPhones haben jedoch, anders als in den Varianten für den chinesischen Markt, die Unterstützung für das zur Satellitenkommunikation nötige Frequenzband n53 an Bord, so dass rein technisch nichts gegen eine Einführung des Features auch hierzulande spricht.

Friday, August 5, 2022

Starlink wird langsamer

Elon Musks Starlink Internetservice war vor kurzem noch der globale Star unter den Internet-Providern: Hohe Geschwindigkeiten waren garantiert, auch in Gegenden, wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Doch nun häufen sich Reklamationen von Usern, deren Datendurchsatz sich massiv verringert hat. Es scheint, als ob Starlink zu viele Kunden an Bord genommen hat.

Starlink von SpaceX generiert zu viel Nachfrage.      Screengrab spacex.com
Laut den Daten von Ookla Speedtest sind die Internetgeschwindigkeiten für das Starlink-System von SpaceX für Nutzer in Nordamerika erneut gesunken. Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit für Starlink-Nutzer in den USA 90,55 Mbps, gegenüber 104,97 Mbps im vierten Quartal 2021. Die Upload-Geschwindigkeiten sanken von 12,04 Mbit/s auf 9,33 Mbit/s. Das sind natürlich durchschnittliche Geschwindigkeiten – und die sind immer noch ziemlich gut. Der immer noch hohe Durchschnitt setzt sich wohl dadurch zusammen, dass nicht alle Regionen gleich stark von der Überlastung betroffen sind.

Starlink scheint sich jedenfalls bewusst zu sein, dass etwas nicht richtig läuft, wie dieser Mitteilung an einen US-Kunden entnommen werden kann:

 «Wir sind uns bewusst, dass Kunden über eine geringere Download/Upload-Geschwindigkeit berichten. Diese Schwankungen sind auf Überlastungen in bestimmten Gebieten in Spitzenzeiten zurückzuführen. Wir erwarten Verbesserungen, wenn wir unsere Satellitenkonstellation mit zukünftigen Starts vollständig einrichten.»

 Der Techniker und Blogger Jeff Geerling sagt voraus, dass die Geschwindigkeiten mit zunehmender Sättigung der Satelliten und Bodenstationen noch langsamer werden. Das sei zu erwarten gewesen:

 «Starlink hat jetzt wahrscheinlich 500’000 Kunden, und SpaceX stellt derzeit 20’000 neue Terminals pro Woche her. Die Kapazität ist die grösste Herausforderung für SpaceX, und das wird auch mit Zehntausenden von Satelliten in der Luft noch eine Herausforderung sein. Denn trotz Laserverbindungen, mehr Bodenstationen und besserer Software ist die Physik einfach nicht zu schlagen - zumindest nicht kurzfristig.»

 Starlink bedient seit Oktober 2020 Internetkunden. Seitdem hat der Service global rund 500’000 Abonnenten gewonnen, und viele weitere Nutzer warten noch darauf, den Dienst auszuprobieren. 

Monday, May 23, 2022

Elon Musks Starlink-Internet für die Schweiz

Der reichste Mann der Welt hat dieser Tage viel von sich reden gemacht. Dabei ging es allerdings nicht um eine seiner ultra-innovativen Firmen wie Tesla oder Spacex, sondern um die Chat-Plattform Twitter. In der Schweiz wird Musk in den nächsten Wochen und Monaten aber auch Spuren hinterlassen: Sein Satelliten-Internet Starlink soll auf jedem Gipfel, in jedem Tal und auch in der Stadt funktionieren. Es ist schnell, zuverlässig – und teuer.

So sehen 60 Starlink-Satelliten aus, gestapelt auf einer SpaceX-Falcon-Rakete, auf dem 
Weg in die Erdumlaufbahn.                                                                          Bild SpaceX
Die Weltwoche hat das Angebot getestet, und die Tester sind sehr zufrieden:

«Die Geschwindigkeit ist gut bis sehr gut und schwankt noch etwas. Der Download kann schon 200 MB/s überschreiten, der Upload schwankt zwischen 20 und 40 MB/s. Der Preis ist mit 94 Franken pro Monat eher hoch, man erhält aber flexiblen Internet-Zugang, der im Prinzip in ganz Europa funktioniert. zunächst ist der Zugang auf die Heimadresse und einen Umkreis von zirka 20 Kilometern beschränkt. Wechselt man den Standort, muss man die neue Adresse in der App oder auf der Starlink-Homepage neu eingeben. Die Satelliten müssen wissen, in welchen Zellen der Erde welche Antennen stehen, damit diese dann entsprechend auf Empfang gehen können. Ein zusätzliches Roaming-Abo (25 Fr./Mt.) soll diese Eingabe dann überflüssig machen. Für Reisende, die mit dem Camper unterwegs sind, eine ideale Ergänzung…»

Starlink ist definitiv ein Angebot, das Kunden ansprechen wird, die entweder ohne befriedigendes Internet leben, oder solche die ganz einfach die faszinierende Technologie ausprobieren möchten, die hier geliefert wird. Für Experten ist allerdings klar, dass Starlink eine teure Alternative ist, die nur in bestimmten Fällen Sinn macht. Die deutsche Plattform inside-digital.de hat einen umfangreichen Artikel publiziert, der auch auf diese Frage eingeht:

 «Aufgrund der Kosten ist eines klar: Wer eine Internet-Alternative über DSL, Kabel oder Glasfaser hat, sollte diese nutzen. Selbst lokale Glasfaser-Anbieter sind in der Regel günstiger als der Starlink-Zugang. Doch noch immer gibt es in Deutschland Regionen oder auch einzelne Häuser, die keinen vernünftigen Internetanschluss bekommen können. Zwar reichen langsame DSL-Anschlüsse aus, um Mails abzurufen, Nachrichten zu lesen oder online zu shoppen, doch beim Streaming ist oft Schluss. Doch gerade in diesen Regionen ist nicht nur das Festnetz schlecht, sondern auch das Mobilfunknetz. Hier kann Starlink eine echte und schnelle Alternative sein, ein bisheriges Offline-Haus online zu bringen. Wer nicht aufs Geld achten muss, kann mit Starlink natürlich auch sein Ferienhaus, die Datsche im Schrebergarten oder das Wohnmobil auf dem Dauercamping-Platz online bringen. Hier kann man sich den Zugang vielleicht sogar mit den Nachbarn teilen.»

 Übrigens: Es gibt auch ausgesprochene Starlink-Gegner. Sie befürchten, dass das Weltall durch die tausenden von Starlink-Satelliten unwiderruflich verschmutzt wird:

«Die Gefahr für den Sternenhimmel ist noch nicht gebannt, weil es keine Standards gibt, wie dunkel die neuen Satelliten sein sollen. Mit bloßem Auge können wir Menschen bis zu 5‘000 Sterne sehen. Das Unternehmen Starlink von Musk will alleine 42‘000 Satelliten in den nahen Erdorbit schießen, zusammen mit anderen Projekten von beispielsweise Amazon sollen es in den nächsten Jahren zusammen 55‘000 sein. Die Zahl 100‘000 steht im Raum. Bis zum Jahr 2027 will alleine Musk 12‘000 im Himmel haben.»

Thursday, February 10, 2022

Die Sonne zerstört 40 SpaceX-Satelliten von Elon Musk

Breitband-Internet ist eine Selbstverständlichkeit für jene User, die in dicht besiedelten Gebieten wohnen. Für alle anderen, und von denen gibt es Milliarden, hat Elon Musk mit seinem Weltraumunternehmen SpaceX eine Alternative geschaffen: Starlink, das schnelle Internet das von Satelliten in die entlegensten Ecken der Welt geliefert wird, hatte anfangs dieses Jahres bereits 145‘000 Abonnenten in 25 Ländern. Doch diese Woche zeigte sich, dass Musks Satelliten-Network verletzlicher ist, als wir angenommen haben. 

Eine Explosion auf der Sonnenoberfläche: Satelliten sind in der ersten Reihe,
wenn derartige magnetische Stürme bei uns ankommen.           Bild Pixabay
Eigentlich sollte die Sonne in diesem Jahrzehnt so inaktiv sein, wie schon lange nicht mehr. Astronomen rechnen mit einem absoluten Minimum an Sonnenfleckenaktivität.

 “Nach Ansicht von Wissenschaftlern durchläuft die Sonne von 2020 bis 2053 eine lange Periode verminderter Aktivität, die als modernes grosses Sonnenminimum bekannt ist. Das letzte Mal, dass ein solches Ereignis auftrat, war während des Maunder-Minimums - von 1645 bis 1710, das Teil der heute als Kleine Eiszeit bezeichneten Periode war, in der die Erde eine Reihe von lang anhaltenden Kälteperioden durchlief.“ (downtoearth.org)

 Aber es gibt die magnetischen Stürme, die durch Explosionen auf der Sonnenoberfläche ausgelöst werden, eben doch noch, auch in einer Minimum-Phase. Das wurde jetzt etwa 40 Starlink-Satelliten, die erst gerade ins All geschossen worden waren, zum Verhängnis:

 “ Etwa 40 von 49 Starlink-Satelliten, die am 3. Februar in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen worden waren, wurden von einem geomagnetischen Sturm, der durch starke Explosionen auf der Sonnenoberfläche verursacht wurde, erheblich beeinträchtigt. Als Folge werden sie auf die Erde zurückfallen und beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. [...] SpaceX teilte mit, dass die Satelliten kein Kollisionsrisiko mit anderen Satelliten darstellten und beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zerstört würden - das bedeute, dass kein orbitaler Schrott entstehen und keine Satellitenteile den Erdboden erreichen würden." (The Telegraph)

 SpaceX hat bis heute rund 2000 Satelliten ins All geschossen, die als Internetversorger funktionieren. Insgesamt haben die amerikanischen Behörden Elon Musk die Lizenz für 12‘000 solche Satelliten erteilt.