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Friday, June 17, 2022

Bitcoin & Co.: Wann geht's wieder aufwärts?

Bitcoin und Co. Haben ein paar wilde Wochen hinter sich. Die Kurse sind extrem volatil, haben aber vorwiegend abwärts gezeigt. Natürlich gehen die Meinungen der sogenannten Experten auseinander, was die Zukunft der Kryptowährungen betrifft: Die einen haben den Absturz schon lange kommen sehen, die anderen glauben auch jetzt noch an eine Kaufgelegenheit und extremes Kurspotential. 

Bitcoin Chart: Die Kurve geht in die falsche Richtung.             Screengrab Google               
Zu den Letzteren gehört Antoni Trenchev, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter der Kryptoplattform Nexo, der trotz allem in einem Interview mit Bloomberg-TV sagt, dass Bitcoin innerhalb von 12 Monaten 100.000 Dollar erreichen könnte.

Realistischer sieht der amerikanische Star-Investor  Kevin O'Leary die Situation, der auf dem Höhepunkt der Dot-Com-Blase ein Vermögen gemacht hat. Er glaubt nicht, dass der Tiefpunkt bereits erreicht ist, wie er gegenüber forbes.com erklärt:

«O'Leary ist der Meinung, dass die grosse Säuberung noch nicht vorbei ist, weil wir noch nicht wirklich eine Kaskade von Panik-Ereignissen gesehen haben, die seiner Meinung nach den Tiefpunkt definieren werden. Er glaubt, dass mehr Krypto-Assets auf den Nullwert zusteuern. "Panikereignisse definieren Tiefpunkte", sagt O'Leary. "In der Kryptowelt brauchen wir jemanden, der auf Null geht", bevor die Kryptowährung wieder auf die Beine kommt.»

Die Frage, die sich viele Investoren und Spekulanten stellen, ist: Warum gerade jetzt? Schliesslich wurde Bitcoin von vielen Fans als Krisen-Investition angepriesen. Dem ist nicht so, wie die letzten Tage und Wochen gezeigt haben. Die BBC erklärt:

«Es droht eine Rezession, die Inflation schießt in die Höhe, die Zinssätze steigen und die Lebenshaltungskosten werden immer höher. Auch die Aktienmärkte wackeln, und der amerikanische S&P 500 befindet sich in einer Baisse (20 % Rückgang gegenüber seinem jüngsten Höchststand). Das hat zur Folge, dass selbst Grossanleger weniger grosszügig mit ihrem Geld umgehen. Und viele gewöhnliche Anleger - nicht reiche Hedge-Fonds-Besitzer oder Unternehmen - haben weniger Geld, um zu investieren. Gerade Kryptowährungen sind in dieser Situation zu volatil und unberechenbar für viele Investoren. Kryptowährungen sind nicht reguliert und werden von den Finanzbehörden nicht geschützt. Wenn Sie also Ihre Ersparnisse in Kryptowährungen anlegen und diese an Wert verlieren oder Sie den Zugriff auf Ihre Krypto-Brieftasche verlieren, ist Ihr Geld weg…»

Wednesday, May 4, 2022

Ist Bitcoin «von Natur aus räuberisch»?

Es ist wohl mehr ein symbolischer Akt – aber er wird sich nicht positiv auf das Image von Bitcoin und andere Kryptowährungen auswirken. Wikipedia hat beschlossen, Kryptowährungen nicht mehr als Spenden anzunehmen. Die Gründe: Kryptowährungen hätten einen schlechten Ruf und seien schlecht für die Umwelt.


Der Bitcoin-Kurs am 4.Mai in CHF.                                   Schreengrab Google
 Die Organisation teilte mit:

 «Die Wikimedia Foundation hat beschlossen, die direkte Akzeptanz von Kryptowährungen als Spenden einzustellen. Wir begannen 2014 mit der direkten Annahme von Kryptowährungen auf der Grundlage von Anfragen unserer Freiwilligen und Spendergemeinschaften. Wir treffen diese Entscheidung aufgrund der jüngsten Rückmeldungen aus denselben Gemeinschaften.»

Die Initiative zur Ächtung von Kryptowährungen war von Wikipedia-Autoren ausgegangen. Darin hiess es, dass die Annahme von Krypto-Spenden eine stillschweigende Billigung von «extrem riskanten Investitionen» und Technologien sei, die «von Natur aus räuberisch» seien - und, zumindest was die führenden virtuellen Währungen Bitcoin und Ethereum betreffe, «extrem schädlich für die Umwelt». Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt könnten zu einem Rufschaden für Wikipedia führen, wenn weiterhin Spenden in Form von Kryptowährungen angenommen würden.

Die Entscheidung, Kryptowährungen zu meiden, wird keine großen Auswirkungen auf die Wikipedia-Kassen haben, da nur 0,08 % ihrer Einnahmen im letzten Jahr - oder 130.100 US-Dollar - in dieser Form eingegangen sind.

Wikimedia ist nicht die einzige Organisation, die diesen Standpunkt vertritt. Auch Mozilla, die Macher des Firefox-Webbrowser sowie Elon Musks Tesla nehmen keine Bitcoin-Zahlungen mehr an.

Für Bitcoin-Investoren und Spekulanten waren die letzten Wochen auch ohne diese News nicht erhebend. Der Kurs geriet unter Druck, scheint jetzt aber etwas Boden gefunden zu haben.

Und es gibt nicht nur ethische Bedenken, was Bitcoin betrifft. Einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, Warren Buffett, nahm letzte Woche an der Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway kein Blatt vor den Mund, was Kryptowährungen betrifft: Der Unterschied von Bitcoin im Vergleich zu Ackerland und Mietobjekten sei «der Unterschied zwischen produktiven Vermögenswerten und etwas, das davon abhängt, dass der Nächste Ihnen mehr dafür bezahlt als der Letzte dafür bekommen hat».

Tuesday, July 20, 2021

Bitcoin unter 30‘000 Dollar

 Mitte April war ein Bitcoin noch 65‘000 Dollar wert. Seither ging‘s bergab. Heute wurde eine wichtige Schwelle überschritten: Bitcoin sank auf unter 30‘000 US-Dollar.


Bitcoin hat bei vielen Investoren im Moment an Glanz verloren.                            Bild Pixabay
Mehr als 50 Prozent hat Bitcoin an Wert verloren, seit dem Rekordhoch im April dieses Jahres. Trotzdem gilt festzuhalten, dass die Kryptowährung für dieses Jahr immer noch knapp im Plus ist – nämlich etwas weniger als 2 Prozent. Der jetzige Bitcoin-Kurseinbruch kam nach einem großen Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten. Der Wert des gesamten Kryptowährungsmarktes schrumpfte innerhalb von 24 Stunden um etwa 89 Milliarden Dollar. Die starken Kursausschläge zeigen, dass Kryptowährungen ihren Ruf als Spekulationsobjekte durchaus verdienen. 

Neben dem Ausverkauf an den Börsen gibt es andere Gründe für die Schwäche von Bitcoin. Auf der ganzen Welt versuchen die Behörden, Kryptowährungen in ein engeres Regulationskorsett zu legen. In China hat das kommunistische Regime gar eine regelrechte Anti-Bitcoin-Haltung angenommen.

Zu Zeitpunkt der Publikation dieses Artikels lag der Bitcoin-Wert bei 29‘500 US-Dollar.

Trotzalledem ist klar: Bitcoin mag zwar down sein, aber die Kryptowährung, die Kryptowährungen berühmt und viele Spekulanten reich gemacht hat, ist noch lange nicht out.


Friday, September 11, 2020

Kryptowährungen: “Wahre Dezentralität kann nicht reguliert werden.“

Bitcoin gibt es bereits, Libra heisst das Kryptogeld-Projekt von Facebook, mit dem global über Landesgrenzen hinweg Kommerz betrieben werden könnte. Dass diese Aussichten vielen Finanzministern keine Freude machen ist verständlich: Kryptowährungen lassen sich nur sehr schwer kontrollieren – Stichwort Steuerhinterziehung. Verbieten sieht wohl für viele Behörden wie eine verlockende Option aus.

Politiker und Behörden möchten lieber keine Welt, in der schwer regulierbare
Kryptowährungen wie Libra eine wichtige Rolle spielen.            Bild Pixabay
“Die Europäische Union schwingt den Regulierungshammer“, schreibt dieWebsite cryptomonday.de.  Tatsächlich hören sich die durchgesickerten Informationen nach einem geplanten Hammerschlag an. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande notfalls Verbote von Kryptowährungen fordern. Sollten strenge neue Regeln nicht eingehalten werden, müsse es Untersagungen geben. Die EU-Kommission will noch im September Vorschläge zur Regulierung von Kryptowährungen vorlegen. Dazu gehört auch die von Facebook geplante Kryptowährung Libra. Facebook hat mit den Plänen für digitales Geld viele Politiker und Beamte aufgeschreckt. Manager-Magazin erklärt weshalb:
“Solche ‘Stablecoins‘ genannten Cyberdevisen orientieren sich, anders als etwa Bitcoin, an einem Korb von Währungen und sind daher weniger schwankungsanfällig. Zahlungen über Ländergrenzen hinweg könnten mit ihnen schneller und günstiger werden. Kritiker werfen Kryptowährungen hohe Risiken wie Betrug, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, großen Energieverbrauch ohne wirtschaftlichen Nutzen und vor allem eine Destabilisierung der Finanzmärkte vor. Besonders Bitcoin hat in den vergangenen Jahren mit einer wilden Achterbahnfahrt der Kurse Furore als Spekulationsobjekt gemacht. Aktuell wird ein Bitcoin für gut 8500 Euro oder 10‘300 Dollar gehandelt.“
Die bekanntgewordenen Vorschläge der europäischen Politiker sehen natürlich auch Gebühren und Geldbussen vor. Aber würden sie auch nützen? Felix Grenda vom Fachmagazin Cryptomonday ist skeptisch:
“Ist das Ganze nun gut oder schlecht für den Crypto Space? Ich glaube, dass diese Regelungen durchaus einen größeren Einfluss auf den Markt haben könnten. Ihre Einführung und vor allem die Androhung ihrer Umsetzung könnte zudem viele zwielichtige Gründer und CEOs dazu verleiten, das Weite zu suchen, bevor sie Gegenstand staatlicher Untersuchungen werden. Das Regulierungen seitens der souveränen Staaten eingeführt werden, ist zudem keinerlei Überraschung. Doch trifft das in erster Linie Altcoins und ihre Teams, nicht aber Bitcoin und schon gar nicht die Entwicklung der gesamten DeFi-Szene. Wahre Dezentralität kann nicht reguliert werden.“


Thursday, December 5, 2019

Die EU will Kryptowährungen das Leben schwer machen

Eigentlich dürfte es niemanden überraschen, dass Staaten, Staatengemeinschaften und Behörden im Allgemeinen keine Freude an Kryptowährungen haben. Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Terror- und Verbrechensfinanzierung sind einige der Gründe, die angeführt werden. Klar ist: Die Europäer wollen sich ihre staatlichen Vorrechte bezüglich Geldmitteln nicht von Facebook und Libra oder anderen Kryptowährungen verwässern lassen.

Die Finanzminister der EU und die EU-Kommission haben ihren Widerstand gegen Libra und Co. nun auch offiziell angekündigt. In einer gemeinsamen Erklärung halten sie fest, globale Kryptowährungen zu beobachten und gegebenenfalls nicht zulassen zu wollen.
EU-Finanzminister gegen Libra. Facebooks Kryptogeld hat
ein Problem, bevor es existiert.                                Libra Logo
Damit hat sich eigentlich nichts geändert. Die Einstellung der EU gegenüber digitalem Geld war nämlich noch nie sehr positiv. In einem Report des EU-Finanzministerrats wurde kürzlich festgehalten, dass Digitalwährungen eine Gefahr für die staatliche Währungssouveränität darstellten und erst bewilligt werden dürften, “wenn alle damit verbundenen Sorgen ausgeräumt“ seien. Doch, wie sich jetzt herausstellt, ist man sich bei der EU bewusst, dass Kryptowährungen wohl nicht einfach verboten werden können. Deshalb könnte man ja selber mitmischen, um die digitale Lücke zu füllen:
“Als Antwort auf Libra können sich die EU-Finanzminister auch eine staatliche Digitalwährung vorstellen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sowie weitere Notenbanken der EU sollen laut Medienberichten die Möglichkeit prüfen. Ein EZB-Beamter erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, „in seiner ehrgeizigsten Fassung“ könne das Projekt Menschen ermöglichen, elektronisches Geld ohne ein Bankkonto zu nutzen. Das Geld wäre in diesem Szenario direkt bei der EZB hinterlegt. Weitere Zahlungspartner bräuchte es damit nicht.“
Die Einführung von Libra scheint sich zu einem Machtkampf zwischen der Politik und der Finanztechnischen-Industrie zu entwickeln. Vor allem Facebook und die geplante Kryptowährung Libra stehen im Fadenkreuz der staatlichen Finanzminister, die um ihre finanzielle Deutungshoheit bangen und sicher auch mit harten Bandagen darum kämpfen werden. Facebook ist zwar ein mächtiger Konzern. Der Kampf gegen diese Gegner wird aber schwierig werden. Dieser Ansicht sind scheinbar auch prospektive Libra-Partner wie Mastercard, Visa und Paypal , die sich bereits vom Projekt verabschiedet haben.

Thursday, November 22, 2018

Es gibt viele Gründe für den Bitcoinabsturz

Eigentlich überrascht es nicht, dass Bitcoin, der Leader unter den Kryptowährungen, wieder negative Schlagzeilen macht. Schliesslich wurde der Absturz des virtuellen Geldes von vielen Nörglern schon lange vorhergesagt. Ausserdem: Was rauf geht, muss auch wieder einmal runterkommen. Im Falle von Bitcoin fiel der Abstieg in den letzten Tagen sehr schmerzhaft aus.

Der Bitcoin-Boom ist vorbei - aber für wie lange?                              Bild pixabay
Bitcoin hat viele Vorteile: Die Währung ist bankenunabhängig, dezentral, relativ regierungsunabhängig, und fälschungssicher. Bitcoin hat aber auch Nachteile. Die Herstellung frisst immer mehr Energie und ist deshalb nicht umweltverträglich, Kryptowährungen sind sehr volatil und die Regulierungsabsichten von Regierungen sind absehbar, was die Zukunft der Coins stark beeinflussen könnte. Regierungen auf der ganzen Welt haben begonnen, sich um Bitcoin zu kümmern und wollen digitale Währungskontrollen einführen  - etwas, das am Bitcoin-Markt aus verschiedenen Gründen aufmerksam verfolgt wird. In den USA hat die Securities and Trade Commission angefangen, administrative Vorgaben durchzusetzen. Und, wie die Kryptowährungswebsite smartereum.com schreibt, liege ein Grund im Bitcoin-Absturz darin, dass viele Spekulanten in den USA ihre Gewinne versteuern müssten - und deshalb Teile ihrer Bitcoin-Holdings verkaufen. Die faz sieht noch andere Gründe:
“Die zahlreichen Nachfolgewährungen, die auf Bitcoin basieren, führen nun dazu, dass Bitcoin selbst ausblutet. Seit dem Rekordhoch vor gut einem Jahr hat sich der Kurs um 80 Prozent verringert. Der Grund liegt in den zahlreichen anderen digitalen Produkten. Sie wurden erfunden, um Digitalwährungen weiterzuentwickeln. Doch jeder glaubt, er sei auf dem richtigen Weg. Genau das zieht Rechenleistung von Bitcoin ab, auch werden Bitcoin in andere digitale Währungen und Anlagen umgetauscht. Dazu überziehen sich die einzelnen Lager mit Drohungen, Beschimpfungen und Schmähungen. Der Handel mit Bitcoin Cash wurde auf vielen Marktplätzen ausgesetzt. Es kann sich kein Vertrauen bilden, wenn der Handel einem Schlachtfeld gleicht. Ein Abgrund droht.“
Die Zeit erklärt, weshalb die Behörden potentiell einen sehr starken Einfluss auf Kryptowährungen haben können:
“Wenn es um die große Frage geht, warum Bitcoin abstürzte, heißt es in der Szene oft: "Überhitzung". Eine ungeliebte Wahrheit sind aber auch Kontrollen von Behörden, die seit 2018 den Preis von Bitcoin beeinflussen. In China ist der Handel mit Coins verboten, andere Länder haben nun die Kontrollen verschärft. Dass Kryptowährungen vermehrt auf der Agenda von Regierungen stehen, überrascht Jochen Möbert, Ökonom bei der Deutschen Bank, nicht: "Die globale Geldmenge beträgt rund 100 Billionen US-Dollar. 2017 verzwanzigfachte sich die Marktkapitalisierung für Kryptowährungen auf rund eine Billion Dollar. Das ist wirklich enorm. Mit solchen Wachstumsraten wäre in kurzer Zeit ein paralleles Währungssystem entstanden.“
Auch wenn es momentan mit Bitcoin und Co. bergab geht, besteht, wenn man sich die historischen Charts der Kryptowährungen anschaut, durchaus noch Grund zur Hoffnung. Auf eine Kurserholung hoffen viele, die in Bitcoin und Co. investiert haben:
“Auf dem Aktienmarkt wird bereits spekuliert, wann mit Bitcoin gehandelt wird. In den USA gibt es Bestrebungen, einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) für Bitcoin einzuführen. Dadurch könnten große Summen an Investitionen in den Bitcoin-Markt gespült werden und am Ende den Kurs steigen lassen. Bisher gibt es keine Genehmigung, wohl weil der US-Börsenaufsicht Bitcoin noch zu heikel sind […] Und der Geist, den Bitcoin heraufbeschworen hat, breitet sich aus. Es gibt Widerstand gegen die US-Finanzaufsicht, die sich noch gegen das digitale Geld stemmt.“
Aber es gibt auch Realisten, um nicht zu sagen Pessimisten, zum Beispiel Lukas Hässig auf Insideparadeplatz.ch:
“Die Tech-Party könnte nun vorbei sein. Und der Zusammenhang zwischen Bitcoin und Tech-Aktien besteht womöglich nicht nur über Chipstocks und Cryptomining, sondern auch in der Psychologie. Dass sich Buchwerte quasi über Nacht in Luft auflösen können, wird plötzlich wieder allen bewusst.“

Monday, May 21, 2018

Blockchain und Kryptogeld: “massiver Hype“ oder “massives Potential“?

Der Lack scheint nicht mehr ganz so glänzend zu sein, wie noch vor einigen Monaten, was Kryptowährungen im Allgemeinen und Blockchain im Besonderen betrifft. Der Bitcoin-Kurs hat sich weit unter seinen Höchststand zurückgezogen, und die Blockchain-Verfechter fangen an, sich ernsthaft um den Energieverbrauch der neuen Technologie zu sorgen. Ausserdem häufen sich die Betrugsfälle.

Blockchain und Bitcoin haben ein Energieproblem.
                                                                           Bild maxpixel.net
Der neuste Fall eines Kryptowährungsverkaufs, der problematisch aussieht, wird aus dem Kanton Zug gemeldet. Ein Zuger Startup sei nach einem Gross-ICO unter Betrugsverdacht geraten:
“Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass gegen das Startup Envion aus dem Zuger Crypto Valley Strafanzeige eingereicht wurde. Es geht dabei um Geld aus einem Initial Coin Offering (ICO). Envion habe knapp 100 Millionen Dollar gesammelt und dafür 103 Millionen Tokens ausgeben wollen, stattdessen seien 127 Millionen verteilt worden.“
Krypto-Betrug ist gemäß 'Wall Street Journal' ein weltweites Problem. Bei fast 20 Prozent von 1450 ICOs seien täuschende oder betrügerische Taktiken angewandt worden, um Investoren anzulocken.
Betrugsfälle sind aber nur ein Teil der Problematik, die durch die Popularisierung von Kryptowährungen und Blockchaintechnologie in Erscheinung tritt. Wie verschiedene Medien berichten, scheint der Energieverbrauch für die Bitcoinherstellung ins Unermessliche zu steigen. Eine Studie hat errechnet, dass das Schürfen von Bitcoin schon im nächsten Jahr mehr Energie verbrauchen wird, als sämtliche Solarzellen weltweit produzieren:
“Für das Mining von Bitcoin wird ein global verteiltes Computer-Netzwerk gebraucht. Und auch die Hardware, die dabei zum Einsatz kommt, ist äußerst stromhungrig: Der Strom, der für eine einzige Bitcoin-Transaktion notwendig ist, deckt den Strombedarf eines Durchschnitts-Haushalt in den USA […] Der Energieverbrauch von Bitcoin hängt damit zusammen, dass es sich bei der Kryptowährung um ein hochgefragtes Spekulativinvestment handelt. Auch der Preis für Bitcoin variiert stark: Innerhalb der letzten 18 Monate ist der Preis teilweise um das bis zu Zehnfache gestiegen, um 75 Prozent gefallen und hat sich danach verdoppelt. Aber wohingegen der Preis starken Schwankungen unterlegen ist, steigt der Stromverbrauch konstant weiter.“
Natürlich hat Bitcoin immer noch viele Fans. Olga Feldmeier gehört dazu. Die Blockchainexpertin schwärmt im Handelzeitungsinterview vom gewaltigen Potential der Kryptowährung:
“Bitcoin hat das Potenzial, auf 100 000 Dollar zu steigen. […] Vor einem Jahr waren sämtliche Cryptocoins nur 25 Milliarden wert. Trotz dem jüngsten Rückgang entspricht das immer noch einer Verzehnfachung innerhalb von einem Jahr. Also eigentlich kein Grund, enttäuscht zu sein.“
Bitcoin funktionieren auf der Basis von Blockchaintechnologie - und auch hier scheint die erste Begeisterung verflogen zu sein. Es gibt sogar Experten, die darin nicht viel mehr als einen Kult sehen, wie inside-it berichtet:
“Blockchain ist in den Medien und an Konferenzen so omnipräsent, dass manche es nur noch das "B-Ding" nennen und jeder weiss, was gemeint ist. Die IT-Realität sieht aber weltweit anders aus, das zeigt der jährliche CIO-Survey von Gartner: Gerade mal ein Prozent der befragten CIOs sagen, sie hätten eine Blockchain-basierte Lösung in ihrem Unternehmen implementiert […] Im Gartner-Hypecycle steigt die Blockchain momentan in Richtung der höchsten Erwartungen auf. Naturgemäss folgt dann irgendwann der Absturz ins Tal der Tränen.“

Thursday, January 18, 2018

Die Bitcoin-Achterbahn fährt immer noch - wollen Sie einsteigen?

Wer sich schon früher dafür entschieden hat, an der grossen Bitcoin-Spekulation mitzumachen, hat in den letzten Tagen eine gewaltige Achterbahnfahrt erlebt. Die Kryptowährung verlor in nur ein paar Stunden ein Drittel ihres Wertes. Verglichen zum Höchststand im Dezember schrumpfte die Marktkapitalisierung der Kryptowährung von 326 Milliarden US-Dollar auf 188 Milliarden. Gesamthaft verloren Kryptowährungsinvestoren in den letzten Tagen nach Schätzungen weit über 200 Milliarden Dollar.

Die Bitcoin-Schwankungen der letzten 30 Tage waren enorm. (Bitte anklicken
zum Vergrössern).                                                           Quelle Blockchain.info 
Trotz der gewaltigen Schwankungen sind digitale Währungen sicher nicht tot. Mit Bitcoin an der Spitze setzte nach dem grossen Absturz, den das Handelsblatt als ‘Krypto-Blutbad‘ beschreibt, sehr schnell eine Erholung ein, die sich im dreissigprozentigen Bereich bewegte:
“Bitcoin-Fans der ersten Stunde freuen sich im Netz und verweisen auf ein bekanntes Muster vergangener Korrekturen: Schon häufig ist der Bitcoin deutlich eingebrochen und hat sich meist ebenso deutlich wieder erholt. Garantiert ist eine solche Entwicklung allerdings nicht. So ließen frühere Bitcoin-Abstürze bei einem Kurs von 100 Dollar die meisten Beobachter kalt – heute bewegt ein Crash Milliarden. Und seit die neu aufgelegten Bitcoin-Futures im Dezember an der Chicagoer Börse angekommen sind, steigt die Ansteckungsgefahr auch für den klassischen Finanzmarkt.“
Diese anhaltende Risiko- und Spekulationsfreudigkeit scheint ganz einfach ausser acht zu lassen, dass der aktuellste Absturz der Kryptowährungen viel damit zu tun hat, dass sich verschiedene Staaten diese anonymen Parallelwährungen nicht mehr bieten lassen wollen - aus naheliegenden Gründen. Neue Regeln sind also klar absehbar hinter dem Spekulationshorizont, und diese werden die Kurse kurz und mittelfristig belasten. Zitat aus Manager Magazin:
“Ein wesentlicher Grund für den Kurseinbruch Anfang der Woche waren Befürchtungen, dass der noch weitgehend unkontrollierte Handel mit Kryptowährungen reguliert werden könnte. Zuletzt waren derartige Regierungsvorhaben etwa in der Bitcoin-Hochburg Südkorea bekannt geworden. […] Die einstige Hochburg China hat bereits Schritte gegen Digitalwährungen ergriffen und erwägt offenbar, das Vorgehen zu verschärfen. Spekuliert wird über ein Verbot von Online-Diensten und Smartphone-Apps, über die auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann. Außerdem gab es zuletzt Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung offenbar den hohen Stromverbrauchdurch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will. Der Bitcoin hat in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus den Krypto-Hochburgen China und Südkorea besonders stark regieren. Hinzu kommen Befürchtungen, dass andere Länder es den Asiaten gleich tun könnten.“
Auch die EU hat Schritte eingeleitet, um Bitcoin kontrollieren zu können. Hier will man vorerst die Anonymität der Händler verbieten.

Klar ist: Kryptowährungen, basierend auf Blockchain, haben Zukunft. Wer damit spekulieren will, braucht viel Nerven - noch viel mehr, als auf der Achterbahn. 

Monday, November 13, 2017

Bitcoin: Superblase oder Goldmine?

Wenn es im Handel von Wertpapieren oder Währungen Regeln gäbe, die immer ins Schwarze treffen, wäre auch die momentane Bitcoin-Hysterie für den individuellen Investor leicht zu bewältigen. Man solle nämlich den Massenmedien gar nichts glauben, was die Börsentrends der nächsten Zukunft betrifft, ist einer dieser Tipps.  Schon eher mache man das Gegenteil, wenn man erfolgreich sein wolle. Im Fall von Bitcoin hiesse das: Ruhig bleiben, weiter an die Kryptowährung glauben - auch wenn jetzt täglich Medienberichte erscheinen, die vor dem Totalzusammenbruch warnen.

Die negativen Schlagzeilen über Bitcoin haben sich in den letzten Tagen
gehäuft.                                                                     Screengrab Facebook            
Wenn es so einfach wäre. Aber die Kryptowährung Bitcoin hat sich bis jetzt nicht an viele Regeln gehalten. Obwohl sie buchstäblich aus dem Nichts geschaffen wird, relativ schwierig zu kaufen und zu verkaufen ist, vielerorts als nicht-legitimes Zahlungsmittel eingestuft wird, gingen die Kurse (bis gestern) so steil nach oben, dass es viele Investoren schwindlig wurde. Der Wert hat sich allein in diesem Jahr fast verzehnfacht. Gegenwärtig wackelt die Spitze zwar ein wenig, aber Bitcoin hat schon ganz ähnliche Kurseinbrüche überlebt, um nachher wieder weitere Gipfel zu erklimmen. Eigentlich ganz ähnlich, wie es über die Jahre mit anderen Spekulationen gegangen ist - um am Ende mit den Tränen der Anleger zu enden. Der Finanzspezialist Mark Dittli schreibt im Market-Blog des Tagesanzeigers eine Analyse, die zum Schluss kommt, dass der Bitcoin-Boom eine absolut typische Blase sei:
“Spekulationsblasen zählen zu den faszinierendsten Studienobjekten der Finanzgeschichte. Besonders beeindruckend daran: Sie folgen immer dem gleichen Muster. Und sie enden immer in einem Crash. Gegenwärtig ist die Reihe an Kryptowährungen, wovon Bitcoin mit Abstand die grösste und bekannteste ist. Das aktuelle Treiben um Bitcoin zeigt alle klassischen Signale einer Spekulationsblase […] Im Fall von Bitcoin ist unschwer zu erkennen, dass wir gegenwärtig mitten in der Euphoriephase stehen. Heute kristallisiert sich das Narrativ um die Tatsache, dass die maximale Menge von Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten beschränkt ist: Ein knappes Angebot trifft auf eine explodierende Nachfrage, während gleichzeitig das Vertrauen in das vorherrschende Papiergeldsystem schwindet. Steigende Preise für Kryptowährungen sind somit eine absolute Gewissheit. Es geht – in den Augen der Investoren – gar nicht anders. Es gibt keine «fairen» Bewertungsmassstäbe mehr. Ist der faire Preis von Bitcoin nun 1000 Dollar, oder 7000 oder 50’000 Dollar? Niemand weiss darauf eine Antwort."
Trotzdem, oder gerade deshalb, brummt der Bitcoin-Handel weiter, und, wie die faz berichtet, gibt es immer mehr mutige Anleger, die mitmachen wollen:
“Allen Zweiflern zum Trotz erweist sich Bitcoin bislang nicht nur als zählebig, sondern erfreut sich sogar unter professionellen Vermögensverwaltern zunehmender Beliebtheit. Es ist halt viel Geld auf dem Markt, das irgendwie investiert werden will. Einen Teil des Kapitalstroms will die Liechtensteiner Investmentgesellschaft Incrementum zu sich leiten, indem sie wohl noch in diesem Jahr den ersten europäischen Kryptowährungsfonds auflegt. Darin werden verschiedene Digitalwährungen gebündelt, um ein Mindestmass an Diversifikation zu garantieren.“
Auch Mark Dittli gibt in seiner ausgezeichneten Analyse nicht vor zu wissen, wie die Bitcoin-Story enden wird. Immerhin zitiert er einen Erfahrungswert:
“Alles, was wir haben, sind die Erkenntnisse aus früheren Spekulationsblasen: Sie fanden alle ein böses Ende.“

Tuesday, August 16, 2016

Virtuelle Währungen: Bekannt aber wenig genutzt

Virtuelle Währungen und Zahlungstechnologien sind ein faszinierendes Thema und machen immer wieder Schlagzeilen, vor allem wenn es um virtuelle Erpressungen oder Raubüberfälle geht. Bitcoin und Co. haben deshalb in den letzten Jahren durchaus an Bekanntheit gewonnen, was allerdings nicht dazu geführt hat, dass das virtuelle Geld auf breiter Front eingesetzt wird. Eine deutsche Studie zeigt nun, dass etwa fünf Prozent der Verbraucher schon mal mit virtuellen Währungen umgegangen ist – die Hälfte dieser User benutzte Bitcoin.  

Der Bitcoin-Kurs zum Schweizer Franken: Der Trend folgt der Anzahl User;
er geht nach oben.                                                             Screenshot finanzen.net
72 Prozent der befragten Konsumenten  kennen virtuelle Währungen oder haben zumindest schon mal davon gehört. Die mit Abstand bekannteste virtuelle Währung ist Bitcoin,  gefolgt von PayCoin und BitShares. Das sind Ergebnisse der aktuellen Umfrage der UnternehmensberatungBearingPoint, die auch aufzeigt, dass die Nutzung von Kryptowährungen mit 5 Prozent noch weit hinter anderen Zahlungsmitteln zurückliegt. (Zum Vergleich: 77 Prozent der befragten Verbraucher haben schon einmal mit PayPal oder andern Online-Bezahlsystemen bezahlt.)
Die inzwischen hohe Bekanntheit von virtuellen Währungen im Verhältnis zum prozentual kleinen Nutzerkreis bedeutet, dass diese immer noch in den Kinderschuhen stecken. Eine Nutzung von fünf Prozent sei allerdings nicht mehr rein experimentell oder durch technische Faszination motiviert; Kryptowährungen würden langsam zu einem Bestandteil des Finanzmarkts und ihre Verbreitung werde schnell weiter steigen, glauben die Finanzspezialisten von BearingPoint.
Das meinen auch die befragten User. Rund die Hälfte der Verbraucher  würde virtuelle Währungen zukünftig primär beim Online-Shopping einsetzen, bei Auslandsüberweisungen oder Flugtickets würde jeweils jeder Fünfte die neuen Währungen verwenden, bei monatlichen Rechnungen können sich noch 15 Prozent der Befragten die Nutzung von Bitcoin & Co vorstellen.

Laut Studie wird es virtuelle Währungen auch in Zukunft vorrangig parallel und als Ergänzung zu klassischen Zahlungsmitteln geben. Die größten Herausforderungen sehen die Verbraucher – nicht ganz unbegründet - vor allem beim Thema Sicherheit: 62 Prozent befürchten Hacker-Angriffe und Viren und 42 Prozent machen sich Sorgen um ihre privaten Daten. Die allgemeine Akzeptanz virtueller Währungen im Handel sowie der Mangel an technischem Wissen unter den Verbrauchern werden als weitere Hürden genannt.