Showing posts with label Bitcoin. Show all posts
Showing posts with label Bitcoin. Show all posts

Tuesday, August 2, 2022

Wie findet man 7’500 Bitcoin (160 Millionen Franken) im Abfall?

Eine Festplatte mit 7’500 gespeicherten Bitcoin, seit neun Jahren in einer britischen Abfallhalde begraben, soll jetzt vom früheren Eigentümer wieder ans Tageslicht gebracht werden. Billig wird die Suchaktion im stinkenden Zivilisationsschutt allerdings nicht – wenn überhaupt eine Bewilligung dafür gesprochen wird. 

Viel Vergnügen bei der Schatzsuche.  Bild Wikimedia Commons
Verschiedene Medien berichten über das Ungeschick des 36jährigen James Howells, der den Stadtrat von Newport ersucht, zehn Millionen Pfund ausgeben zu dürfen und Roboterhunde sowie eine komplizierte, mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschine einzusetzen, um eine Festplatte in der dortigen Mülldeponie zu finden, auf der die Bitcoins gespeichert sind. Howells, ein Computertechniker, hatte die Festplatte mit 7500 Bitcoin im Jahr 2013 versehentlich weggeworfen, als er sein altes Büro ausräumte. Die Bitcoin hatte er gemäss eigenen Angaben im Jahr 2009 für sehr wenig Geld erworben. (Tatsächlich war das Krypto-Geld im Jahr 2009 erstmals erhältlich – für weniger als einen Dollar pro Coin. Erst im Jahr 2011 war Bitcoin kurz mehr als einen Dollar wert. In den nächsten Monaten zeigte sich dann zum ersten Mal, was für ein verrücktes Spekulationspotential in Bitcoin steckt: In den nächsten drei Monaten stieg die Krypto-Währung um rund 3'000 Prozent bis zu einem Höchststand von rund 30 Dollar. Im November 2011 landete Bitcoin wieder bei 2 Dollar.)

In den letzten Jahren wurden alle Anträge von James Howells von der Stadtverwaltung von Newport, die für die Deponie zuständig ist, abgelehnt. Der Stadtrat befürchtet, dass das Aufwühlen des Abfalls negative Auswirkungen auf die Umwelt in der Umgebung haben könnte.

Das hat Howells nicht davon abgehalten, ein Team von acht Experten zusammenzustellen, die alle auf Abfallmanagement und Datenextraktion spezialisiert sind. Das Zehn-Millionen-Budget beinhaltet nicht nur die Suche in 110’000 Tonnen Abfall, sondern auch zwei Roboter-Hunde, die abends auf Patrouille gehen um sicherzustellen, dass sich keine anderen Schatzsucher Zugang zum Suchgebiet verschaffen.

Howells hat für die Finanzierung in Höhe von 10 Millionen Pfund Geldgeber aus der Schweiz und Deutschland gefunden, die allerdings nur zahlen, wenn die Bewilligung eintrifft. Der potentielle Schweizer Kapitalgeber ist Hanspeter Jaberg. Er sagte gegenüber Business Insider:

«Es ist offensichtlich eine Nadel im Heuhaufen, und es ist eine sehr, sehr risikoreiche Investition".

Wednesday, May 4, 2022

Ist Bitcoin «von Natur aus räuberisch»?

Es ist wohl mehr ein symbolischer Akt – aber er wird sich nicht positiv auf das Image von Bitcoin und andere Kryptowährungen auswirken. Wikipedia hat beschlossen, Kryptowährungen nicht mehr als Spenden anzunehmen. Die Gründe: Kryptowährungen hätten einen schlechten Ruf und seien schlecht für die Umwelt.


Der Bitcoin-Kurs am 4.Mai in CHF.                                   Schreengrab Google
 Die Organisation teilte mit:

 «Die Wikimedia Foundation hat beschlossen, die direkte Akzeptanz von Kryptowährungen als Spenden einzustellen. Wir begannen 2014 mit der direkten Annahme von Kryptowährungen auf der Grundlage von Anfragen unserer Freiwilligen und Spendergemeinschaften. Wir treffen diese Entscheidung aufgrund der jüngsten Rückmeldungen aus denselben Gemeinschaften.»

Die Initiative zur Ächtung von Kryptowährungen war von Wikipedia-Autoren ausgegangen. Darin hiess es, dass die Annahme von Krypto-Spenden eine stillschweigende Billigung von «extrem riskanten Investitionen» und Technologien sei, die «von Natur aus räuberisch» seien - und, zumindest was die führenden virtuellen Währungen Bitcoin und Ethereum betreffe, «extrem schädlich für die Umwelt». Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt könnten zu einem Rufschaden für Wikipedia führen, wenn weiterhin Spenden in Form von Kryptowährungen angenommen würden.

Die Entscheidung, Kryptowährungen zu meiden, wird keine großen Auswirkungen auf die Wikipedia-Kassen haben, da nur 0,08 % ihrer Einnahmen im letzten Jahr - oder 130.100 US-Dollar - in dieser Form eingegangen sind.

Wikimedia ist nicht die einzige Organisation, die diesen Standpunkt vertritt. Auch Mozilla, die Macher des Firefox-Webbrowser sowie Elon Musks Tesla nehmen keine Bitcoin-Zahlungen mehr an.

Für Bitcoin-Investoren und Spekulanten waren die letzten Wochen auch ohne diese News nicht erhebend. Der Kurs geriet unter Druck, scheint jetzt aber etwas Boden gefunden zu haben.

Und es gibt nicht nur ethische Bedenken, was Bitcoin betrifft. Einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, Warren Buffett, nahm letzte Woche an der Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway kein Blatt vor den Mund, was Kryptowährungen betrifft: Der Unterschied von Bitcoin im Vergleich zu Ackerland und Mietobjekten sei «der Unterschied zwischen produktiven Vermögenswerten und etwas, das davon abhängt, dass der Nächste Ihnen mehr dafür bezahlt als der Letzte dafür bekommen hat».

Friday, September 24, 2021

China verbietet ALLE Bitcoin-Aktivitäten

Wir haben keine Ahnung, wie es mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen weitergehen wird, aber eines ist sicher: Wer mit Kryptowährungen investiert – oder spekuliert – kann sich ständig auf neue "aufregende" Entwicklungen freuen. Die neueste betrifft wieder einmal China – eigentlich eine Bitcoin-Supermacht. Dort sind ab sofort alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Bitcoin illegal und strafbar. 

Eine Weltkarte der Bitcoin-Miner, erstellt von der Universität in Cambridge.
Zum Vergrössern bitte anklicken                                    Screengrab cbeci.org
Die chinesische Zentralbank hat heute Freitag alle Transaktionen mit Bitcoin und anderen virtuellen Währungen
und damit ihre Kampagne gegen die Verwendung von inoffiziellem digitalem Geld intensiviert. Die Regierung begründet diese Massnahmen damit, dass digitale Währungen das Finanzsystem stören und für Straftaten verwendet werden. Damit hat sie natürlich nicht ganz Unrecht – und steht auch nicht alleine da. Auch die Finanzbehörden anderer Länder sehen das Wachstum der Kryptowährungen nicht gern: Diese Geldströme entziehen sich zum grössten Teil den Regierungen – und den Steuerbehörden. In den USA hielt der Vorsitzende der Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde fest, dass der  Kryptowährungsmarkt "voll von Betrug, Schwindel und Missbrauch" sei – ein finanzieller "Wilder Westen".

Der Bitcoin-Preis fiel nach der Ankündigung der Chinesen um mehr als 9 Prozent. Ethereum rutschte um fast 10 Prozent ab.

China war und ist eine eigentliche Kryptowährungs-Grossmacht. Noch vor zwei Jahren verbrauchte China allein etwa drei Viertel des gesamten Stroms für Krypto-Mining und damit bei weitem am meisten in der Welt (gemäss Cambridge BitcoinElectricity Consumption Index). Im April dieses Jahres war der Anteil Chinas zwar auf 46 Prozent zurückgegangen, das ist immer noch viel mehr als die USA verbrauchen, die mit 17 Prozent auf dem zweiten Platz stehen.

Sunday, May 16, 2021

Ist Chia die grünere (und bessere) Kryptowährung?

Das “Schürfen“ von Bitcoin, wie der digitale Herstellungsprozess genannt wird, verbraucht riesige Mengen von Energie – im letzten Jahr wurde dafür mehr Elektrizität verbraucht, als die ganze Schweiz benötigt (siehe untenstehende Grafik). Elon Musk, einer der grossen Bitcoin-Förderer scheint jetzt eingesehen zu haben, dass es nicht viel Sinn macht, die Weltwirtschaft wegen des Klimawandels auf weniger Energieverbrauch zu trimmen, währenddem für Spekulationszwecke riesige Mengen von Elektrizität in digitales "Geld" verwandelt werden.  

Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch einiger Länder und von Bitcoin.
                                                                     Quelle: Cambridge Center for Alternative Finance

Ohne dem Tesla-Chef niedrige Beweggründe unterschieben zu wollen, darf man davon ausgehen, dass sein Sinneswandel bezüglich Bitcoin sich ausgezahlt hat: Seine Verlautbarungen per digitale Medien verursachen jeweils signifikante Kurssprünge. Das war auch diesmal wieder so: Mitte Woche gab Musk bekannt, seine Firma Tesla höre auf, Bitcoin von Tesla-Käufern zu akzeptieren. Der Grund: Bedenken wegen des enormen Energieverbrauchs bei der Herstellung der Währung. Die dramatische Kehrtwende des manchmal reichsten, dann wieder zweitreichsten Mannes der Welt verursachte einen Kurssturz von 8‘000 Dollar, von fast 55,000 auf 47,000 Dollar in nur zwei Stunden. In einer Twitter-Verlautbarung teilte Musk mit:

"Tesla hat Fahrzeugkäufe mit Bitcoin ausgesetzt. Wir sind besorgt über die schnell zunehmende Nutzung fossiler Brennstoffe für Bitcoin-Mining und Bitcoin-Transaktionen, insbesondere Kohle, die die schlimmsten Emissionen aller Brennstoffe hat. Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben, dass sie eine vielversprechende Zukunft hat, aber das kann nicht auf Kosten der Umwelt geschehen. Tesla wird keine Bitcoin verkaufen und wir beabsichtigen, die Währung für Transaktionen zu nutzen, sobald das Mining auf nachhaltigere Energie umgestellt wird. Wir schauen uns auch andere Kryptowährungen an, die weniger als ein Prozent der Energie von Bitcoin [pro] Transaktion verbrauchen."

Eine dieser Währungen, die jetzt in den Fokus gerückt ist, heisst Chia. Die Idee stammt von BitTorrent Erfinder Bram Cohen, der Chia als "grünes Geld für eine digitale Welt" beschreibt. Laut Chia verbraucht der Chia-Mining zehntausendmal weniger Energie als Bitcoin. Dafür braucht die Währung Speicherplatz. In China haben sich die Preise für Festplatten bei einigen PC-Modellen bereits verdoppelt, da die ersten Anbieter versuchen, mit Speicherplatz Geld zu machen. Das Problem: Jüngsten Berichten zufolge reduziert kontinuierliches Chia-Mining die Haltbarkeit einer 512-GB-Festplatte von zehn Jahren auf gerade mal 40 Tage. Trotzdem: Der Preis von Chia hat in den letzten Tagen deutlich angezogen, dann wieder nachgegeben. Das Handelsvolumen von mehr als 110 Milliarden Dollar (in den letzten 24 Stunden) ist so oder so eindrücklich.

Tuesday, February 9, 2021

Bitcoin: Mit Tesla in den Mainstream?

Elon Musk ist ein Bitcoin-Fan. Das sagt er nicht nur, sondern er handelt auch. Mit einer Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar und der Ankündigung, man werde wahrscheinlich in Zukunft bei Tesla mit Bitcoin bezahlen können, hat Musk der Kryptowährung gewaltig Auftrieb gegeben.


Zum Vergrössern anklicken.                                                                  Screengrab Google
Heute Mittag (9. Februar) war ein Bitcoin fast 42‘000 Franken wert – vor einem Jahr waren es noch nicht einmal 10‘000 Franken gewesen. Es scheint also, dass Bitcoin trotz riesigen Kursschwankungen langsam aber sicher als Mainstream-Währung angesehen wird. Allerdings definitiv nicht von allen Experten – Elon Musk hin oder her.

 Auf Bloomberg.com schreibt Liam Denning:

“Neu, staatenlos, volatil, dem Cyberdiebstahl und potentieller staatlicher Regulierung unterworfen, ist Bitcoin nur dann eine Währung, wenn man das wirklich so sehen will und auch noch bereit ist, viele Schwierigkeiten auf sich nehmen, um die Währung tatsächlich zu benutzen. Teslas Kommentar, Bitcoin in naher Zukunft als Zahlungsmittel zu akzeptieren, ist irrelevant; um das zu tun, muss man die Währung nicht im Voraus horten…“

 In der Handelszeitung bringt Mario El-Khoury ganz andere Gründe vor, die gegen Bitcoin sprechen. Sie sind vor allem ökologischer Natur:

“Bitcoin basiert auf dem Energiekonsum. Das Netzwerk wird durch Miner aufrechterhalten. Die bekommen als Belohnung Bitcoins, wenn sie Rätsel gelöst haben. Wer die meiste Energie aufwendet und somit die grösste Umweltverschmutzung verursacht, hat die besten Chancen auf die Belohnung. Bitcoin verbraucht doppelt so viel Strom wie die Schweiz.“

Elon Musk ist ein Visionär, der Millionen von Fans hat. Bitcoin-Investoren und Spekulanten haben von seinem Investment profitiert. Die Frage ist, ob Musks Star-Power genug gross ist, um den nächsten Absturz der Kryptowährung zu verhindern.

Monday, September 30, 2019

Bitcoin-Taucher: waren es Kursmanipulationen?

Die neusten Bitcoin-Kursschwankungen tragen nicht dazu bei, das Vertrauen in diese und andere Cyberwährungen zu stärken. Bitcoin ist wieder einmal massiv abgetaucht - und auch dieses Mal ohne offensichtlichen Grund. Allerdings steht der Verdacht im Cyberspace, dass es sich um spekulative Kursmanipulationen gehandelt haben könnte.

Mit Bitcoin ist gut spekulieren - in letzter Zeit zeigte die Kurve allerdings
wieder einmal nach unten.                                                     Bild maxpixel.net
Diesmal war es ein Taucher von mehr als 25 Prozent seit Beginn dieses Monats; und schon war ein Bitcoin nicht mehr 10‘500 Franken wert, sondern nur noch knapp 8000. Diese Abwärtsbewegung kam, nach dem sich die Mutter aller Kryptowährungen von knapp 4000 anfangs dieses Jahres während des Sommers auf fast 12‘000 Franken aufgerappelt hatte. Eines ist also klar. Wer sehr starke Nerven und Geld zum Spielen hat, kann mit den enormen Schwankungen von Bitcoin viel Geld verdienen - oder verlieren. Das tun denn auch zahlreiche Spekulanten, und zwar auf eine Weise, die auch den Kurs beeinflussen kann, wie finanzen.net berichtet:
“Dabei sind Future Kontrakte für die Marktmanipulation geeignet, da Anlegern die Möglichkeit gegeben wird, auf den Bitcoin-Preis zu wetten, sich das Ergebnis jedoch in Cash auszahlen zu lassen. Bei dieser Art Vertag wechseln echte Bitcoins also nicht den Besitzer. Dabei wird der Abrechnungspreis am zugrundeliegenden Markt festgesetzt. So könnte ein Anleger auf zwei Positionen an der Krypto-Börse setzen. Zum einen wird ein "physischer" Bitcoin gekauft und gehalten. Gleichzeitig wird mithilfe der Bitcoin Futures eine "Short"-Position auf den Bitcoin-Kurs begeben. Auf diese Weise schlägt der Anleger zwei Fliegen mit einer Klappe. Steigt der Bitcoin-Kurs, kann er dank seiner "physischen" Bitcoin am Gewinn partizipieren. Rückt der Fälligkeitstermin in nahe Zukunft, verkauft der Anleger seine Bitcoins, wodurch der Bitcoin-Preis fällt. Durch den fallenden Kurs gewinnt der Anleger bei seiner Short-Position seines Bitcoin Contracts." 
Die NZZ ist nicht optimistisch, was die nahe Zukunft von Bitcoin betrifft und verweist ebenfalls auf die grossen Kursschwankungen. Deshalb eigne sich die Kryptowährung nicht als konservative Werthaltung. Man sehe mehr Potential bei anderen Kryptowährungen - wie zum Beispiel Libra, dem Facebook-Projekt:
“Oft wird wegen fehlender Fundamentaldaten die Markttechnik für Erklärungen herangezogen. Diese sagt im Moment vor allem, dass es mit der Kryptowährung noch weiter nach unten gehen könnte. Am Donnerstag durchbrach der Kurs-Chart des Bitcoins die 200-Tag-Linie nach unten. Dieser Trendfolge-Indikator bildet den gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage ab. Ein solcher Durchbruch wird als Verkaufssignal gedeutet.“

Tuesday, April 9, 2019

Bitcoin: Aprilscherz oder echter Kursanstieg?

Bitcoin-Anleger müssen starke Nerven haben - während der Achterbahnfahrt der Kryptowährung ist es wohl schon einigen Investoren übel geworden - oder sie sind jetzt so richtig reich. Jetzt scheint wieder  einmal Bewegung in die Bitcoin-Kurve zu kommen.

Es scheint wieder Bewegung in den Bitcoin-Kurs zu kommen.    Bild Pixabay
Auf über 5000 Dollar stieg der Bitcoin-Preis dieser Tage, ein satter Anstieg von rund 20 Prozent - allerdings noch lange nicht genug, um die Höchststände zu erreichen, die vor anderthalb Jahren für Schlagzeilen gesorgt hatten. Damals war ein Bitcoin über 20‘000 Dollar wert. Dann kam der Absturz:  Rund 400 Milliarden Dollar wurden in den letzten 18 Monaten im Kryptowährungsmarkt vernichtet, und sowohl Anleger als auch Banken sind viel zurückhaltender geworden, was die Pläne für Bitcoin und Kryptowährungen betrifft. Doch was hat denn nun zum sprunghaften Kursanstieg der letzten Tage geführt? Forbes zitiert den Bloomberg-Analysten Mike McGlone mit einem Erklärungsversuch:
"Der Markt war so komprimiert, die Volatilität so gering, dass er (der Kurs) einfach ausbrach. Es wurde aus dem Käfig freigegeben. Jetzt ist es eine Frage der Dauer und ich vermute, nach so einer massiven Bubble, wird es immer genügend Leute geben, die verkaufen müssen.“
McGlone glaubt also nicht an einen dauerhaften Kursanstieg. Es gibt aber auch noch andere Gründe, die dem Bitcoinkurs Impulse verleihen könnten: zum Beispiel China. Das riesige Land will nämlich Bitcoin-Mining aus Umweltschutzgründen verbieten, und, wie die Handelszeitung berichtet, kann sich das kurssteigernd auswirken:
“China ist der weltgrösste Hersteller von Spezialrechnern für das Schürfen von Bitcoin. Alle Transaktionen mit dieser virtuellen Währung werden verschlüsselt. Nutzer, die hierfür Rechner-Kapazitäten zur Verfügung stellen, werden in der Cyber-Devise entlohnt. Genügten anfänglich noch einfache PCs für das Bitcoin-Mining, werden die Verschlüsselungsalgorithmen mittlerweile von Hochleistungsmaschinen in grossen Rechenzentren abgearbeitet. Der staatlichen Zeitung «Securities Times» zufolge spiegelt der Kommissionsentwurf «die Haltung der Industriepolitik des Landes» gegenüber der Kryptowährungsbranche wider. Diese wird seit 2017 genau beäugt. Damals fingen die Aufsichtsbehörden damit an, Anbieter zu verbieten und lokale Börsen für Digitalwährungen zu schliessen. Bitcoin setzte zuletzt seinen Höhenflug fort. Der Preis für ein Bitcoin stieg zu Wochenbeginn zeitweise um gut sieben Prozent auf 5361,80 Dollar. Das war der höchste Stand seit fast fünf Monaten…“
Vielleicht war es aber auch nur ein Aprilscherz, der den Bitcoin-Spekulanten wieder Hoffnung gab:
“Am späten Montagabend hatte eine Falschmeldung die Runde gemacht, wonach die amerikanische Börsenaufsicht SEC zwei Indexfonds genehmigt habe, die in die Internetwährung Bitcoin investieren. Die Nachrichten-Ente brachte offensichtlich einen großen Käufer auf den Plan, der dann für einen kräftigen Kurssprung sorgte. Die führende digitalen Devise stieg um mehr als 20 Prozent. Der Bitcoin schoss erstmals seit November über die Marke von 5000 Dollar und befindet sich damit wieder im Bullenmarkt. Viele Kleinanleger griffen fast reflexartig zu. Auch andere Cyberdevisen wie Litecoin oder Ethereum profitierten von der zurückgekehrten Fantasie bei digitalen Münzen…“

Thursday, November 22, 2018

Es gibt viele Gründe für den Bitcoinabsturz

Eigentlich überrascht es nicht, dass Bitcoin, der Leader unter den Kryptowährungen, wieder negative Schlagzeilen macht. Schliesslich wurde der Absturz des virtuellen Geldes von vielen Nörglern schon lange vorhergesagt. Ausserdem: Was rauf geht, muss auch wieder einmal runterkommen. Im Falle von Bitcoin fiel der Abstieg in den letzten Tagen sehr schmerzhaft aus.

Der Bitcoin-Boom ist vorbei - aber für wie lange?                              Bild pixabay
Bitcoin hat viele Vorteile: Die Währung ist bankenunabhängig, dezentral, relativ regierungsunabhängig, und fälschungssicher. Bitcoin hat aber auch Nachteile. Die Herstellung frisst immer mehr Energie und ist deshalb nicht umweltverträglich, Kryptowährungen sind sehr volatil und die Regulierungsabsichten von Regierungen sind absehbar, was die Zukunft der Coins stark beeinflussen könnte. Regierungen auf der ganzen Welt haben begonnen, sich um Bitcoin zu kümmern und wollen digitale Währungskontrollen einführen  - etwas, das am Bitcoin-Markt aus verschiedenen Gründen aufmerksam verfolgt wird. In den USA hat die Securities and Trade Commission angefangen, administrative Vorgaben durchzusetzen. Und, wie die Kryptowährungswebsite smartereum.com schreibt, liege ein Grund im Bitcoin-Absturz darin, dass viele Spekulanten in den USA ihre Gewinne versteuern müssten - und deshalb Teile ihrer Bitcoin-Holdings verkaufen. Die faz sieht noch andere Gründe:
“Die zahlreichen Nachfolgewährungen, die auf Bitcoin basieren, führen nun dazu, dass Bitcoin selbst ausblutet. Seit dem Rekordhoch vor gut einem Jahr hat sich der Kurs um 80 Prozent verringert. Der Grund liegt in den zahlreichen anderen digitalen Produkten. Sie wurden erfunden, um Digitalwährungen weiterzuentwickeln. Doch jeder glaubt, er sei auf dem richtigen Weg. Genau das zieht Rechenleistung von Bitcoin ab, auch werden Bitcoin in andere digitale Währungen und Anlagen umgetauscht. Dazu überziehen sich die einzelnen Lager mit Drohungen, Beschimpfungen und Schmähungen. Der Handel mit Bitcoin Cash wurde auf vielen Marktplätzen ausgesetzt. Es kann sich kein Vertrauen bilden, wenn der Handel einem Schlachtfeld gleicht. Ein Abgrund droht.“
Die Zeit erklärt, weshalb die Behörden potentiell einen sehr starken Einfluss auf Kryptowährungen haben können:
“Wenn es um die große Frage geht, warum Bitcoin abstürzte, heißt es in der Szene oft: "Überhitzung". Eine ungeliebte Wahrheit sind aber auch Kontrollen von Behörden, die seit 2018 den Preis von Bitcoin beeinflussen. In China ist der Handel mit Coins verboten, andere Länder haben nun die Kontrollen verschärft. Dass Kryptowährungen vermehrt auf der Agenda von Regierungen stehen, überrascht Jochen Möbert, Ökonom bei der Deutschen Bank, nicht: "Die globale Geldmenge beträgt rund 100 Billionen US-Dollar. 2017 verzwanzigfachte sich die Marktkapitalisierung für Kryptowährungen auf rund eine Billion Dollar. Das ist wirklich enorm. Mit solchen Wachstumsraten wäre in kurzer Zeit ein paralleles Währungssystem entstanden.“
Auch wenn es momentan mit Bitcoin und Co. bergab geht, besteht, wenn man sich die historischen Charts der Kryptowährungen anschaut, durchaus noch Grund zur Hoffnung. Auf eine Kurserholung hoffen viele, die in Bitcoin und Co. investiert haben:
“Auf dem Aktienmarkt wird bereits spekuliert, wann mit Bitcoin gehandelt wird. In den USA gibt es Bestrebungen, einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) für Bitcoin einzuführen. Dadurch könnten große Summen an Investitionen in den Bitcoin-Markt gespült werden und am Ende den Kurs steigen lassen. Bisher gibt es keine Genehmigung, wohl weil der US-Börsenaufsicht Bitcoin noch zu heikel sind […] Und der Geist, den Bitcoin heraufbeschworen hat, breitet sich aus. Es gibt Widerstand gegen die US-Finanzaufsicht, die sich noch gegen das digitale Geld stemmt.“
Aber es gibt auch Realisten, um nicht zu sagen Pessimisten, zum Beispiel Lukas Hässig auf Insideparadeplatz.ch:
“Die Tech-Party könnte nun vorbei sein. Und der Zusammenhang zwischen Bitcoin und Tech-Aktien besteht womöglich nicht nur über Chipstocks und Cryptomining, sondern auch in der Psychologie. Dass sich Buchwerte quasi über Nacht in Luft auflösen können, wird plötzlich wieder allen bewusst.“

Thursday, October 11, 2018

Bitcoin - Shitcoin: Ein bekannter Ökonom erklärt Kryptowährung

Kryptowährungen im Allgemeinen und Bitcoin im Besonderen sind für viele Politiker und Ökonomen ein rotes Tuch. Das zeigte sich auch an einer kürzlichen Anhörung des amerikanischen Senats zum Thema Kryptowährungs- und Blockchain-Technologie. Der bekannte Ökonom Nouriel Roubini  war der erste Zeuge, und er nahm kein Blatt vor den Mund.

Die "Herstellung" von Bitcoin verbraucht extrem viel Energie. Kritiker sind
davon überzeugt, dass es das nicht wert ist.                                           Bild CC
Ein Bitcoin kostete heute (um 16 Uhr) rund 6200 Dollar und fast gleichviele Schweizer Franken. Damit hat die Währung seit ihrem Höhenflug  Ende 2017 rund 70 Prozent an Wert verloren, was die meisten Krypto-Apostel nicht weiter stört. Genau das ist es, was Nouriel Roubini meint, wenn er davon spricht, dass Bitcoin als Währung total überschätzt werde. Bitcoin sei die “Mutter des Betruges“ und die Welt stehe mitten in einer Krypto-Apokalypse“. Der Grund: Die beispiellose Bitcoin-Blase sei nur möglich gewesen, weil so viele Menschen absolut ohne Finanzwissen - “Menschen, die den Unterschied zwischen Aktien und Anleihen nicht kennen“ - in einen manischen Krypto-Rausch verfallen seien:
“Viele hätten Angst gehabt, den Boom zu verpassen. Und Scharlatane hätten das gnadenlos ausgenutzt. Auf dem Höhepunkt des Hypes drehten sie Roubini zufolge ahnungslosen Anlegern Bitcoins an, wo sie konnten. Tatsächlich verloren alle, die Ende 2017 kauften, viel Geld. Nach diesem „Krypto-Blutbad“, fährt Roubini fort, hätten sich die Schwindler – er nennt sie „Krypto-Schurken“ – der Technologie gewidmet, die dem Bitcoin zugrunde liegt: der Blockchain. Sie gelte als Heilmittel für die Probleme der Welt, sei in Wahrheit aber die „am wenigsten nützliche Technologie in der Geschichte der Menschheit.“ [... ]Roubini hält nichts von all dem. Den Bitcoin nennt er vor dem Senat sogar „Shitcoin“. Aber selbst das, sagt der Ökonom, sei noch zu freundlich. Es handele sich um eine Beleidigung von Dünger, der im Vergleich zu der Währung sehr wertvoll sei.“
Damit hatte der Ökonom seinen Fundus an starken Worten allerdings noch nicht ausgeschöpft. Bitcoin, das sich als völlig dezentralisiert preist, sei “zentralisierter als Nordkorea“, sei langsam und ineffizient  und funktioniere im Grunde genommen “wie eine schlechte Version von Microsoft Excel“, gab er zu Protokoll.
Ausserdem sprach er auch noch allen Politikern und Beamten ins Gewissen, die glauben, mit Bitcoin und Blockchain ihre Wirtschaft entwickeln zu können: Krypto-Land bestehe vor allem aus Betrügern, selbstsüchtigen Hausieren, Betrügern, Marktschreier, Scharlatanen und Kriminellen.

Roubini führte in seiner Stellungnahme auch die enorme Energieverschwendung an, die durch die digitale “Herstellung“ von Bitcoin anfällt (wir haben darüber berichtet). Dieser Bedarf wird entweder enorm weiterwachsen, von ungefähr einem halben Prozent des globalen Energieverbrauchs, wo er heute steht, auf bis zu fünf Prozent (!) - oder er wird zurückgehen. Die Kurve wird in die gleiche Richtung zeigen, wie der Bitcoin-Wechselkurs.  

Saturday, August 18, 2018

Bitcoin: rauf und wieder runter - aber lange nicht tot

Es sieht gegenwärtig nicht sehr gut aus für die Kryptowährung Bitcoin - gerade wieder wurde eine wichtige Wert-Schwelle unterschritten. Der Bitcoin fiel auf unter 6000 Dollar. Für eine Währung, die so vielversprechend  - oder vielleicht eher, mit so vielen Versprechungen - startete, und die ihren Wert im letzten Jahr von weniger als 1000 Dollar auf 20‘000 steigerte, ist das ein ernüchternder Wert. Dass die Währung deswegen noch lange nicht tot ist, zeigt aber die steigende Zahl von Bitcoin-Automaten weltweit  und in der Schweiz.

Bitcoin: interessant aber hochriskant.                      Screengrab google.com
Rund 30 Bank-Automaten sind es, mit denen man in der Schweiz Bitcoin-Geschäfte tätigen kann. weltweit gibt es bereits rund 3‘500 Bitcoin-Automaten. Sie machen es möglich,  Bitcoin mit Bargeld oder per Überweisung zu kaufen, oder Bitcoin gegen Bargeld zu verkaufen. Solche Devisengeschäfte sind noch lange nicht überall zugelassen. In Deutschland zum Beispiel ist das Zulassungsverfahren umständlich und schwierig zu navigieren, wie auf btc-echo nachzulesen ist:
“Diese [eine solche Erlaubnis] ist aber nur sehr schwer zu bekommen. Wir versuchen es derzeit schon rund 19 Monate lang”, erklärt Albert Sperl vom Österreicher Bitcoin-ATM-Betreiber Cointed. Derzeit sei das Interesse jedoch riesig, ist er sich sicher. “Wir gehen davon aus, dass wir – sofern die Gesetze gelockert werden würden – umgehend an die 800 ATMs in Deutschland aufstellen könnten.” Der derzeit einzige Automat in Deutschland gehört dem Bitcoin Club Bonn – er ist allerdings nur für Mitglieder zugänglich…“
Vielleicht gibt es allerdings inzwischen einige möchtegern Bitcoin-Kunden, die froh sind, dass sie in den letzten Monaten keinen Bitcoin Automaten gefunden haben, um Geschäfte zu tätigen. Der Kurs zeigt nämlich seit seinem Höchststand Ende des letzten Jahres klar gegen unten -  mit wilden Ausschlägen gegen oben. Dafür gibt es Gründe. Die NZZ zählt viele davon auf. Zwei davon sind:
  • "Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) lässt in einer Studie kein gutes Haar an den Kryptowährungen. Sie prangert die grosse Wertschwankungen, aber auch den gewaltige Energieverbrauch sowie die schlechte Skalierbarkeit der Kryptowährungen an.
  • Ein wichtiger Grund für den Wertverlust im laufenden Jahr war das scharfe Vorgehen amerikanischer und japanischer Behörden gegen Kryptobörsen. Zudem wurde bekannt, dass Google keine Werbung mehr für den Bitcoin zulässt."
Es wird äusserst interessant sein, wie sich Bitcoin und auch andere Kryptowährungen in Zukunft entwickeln werden. Die vielen Experten, die sich zum Thema äussern, sind sich jeden falls nicht einig. Die NZZ sieht in Kryptowährungen immerhin eine „interessante“ Anlagemöglichkeit:
“Neben Bitcoin gibt es inzwischen Hunderte weitere Kryptowährungen, deren Wert im vergangenen Jahr teilweise noch dramatischer angestiegen ist als der von Bitcoin. Was alle Kryptowährungen gemeinsam haben, ist die grosse Volatilität. Sie verhindert, dass Kryptowährungen im Alltag als Zahlungsmittel taugen, und macht sie gleichzeitig zu einer interessanten, wenngleich hochriskanten Anlage.“

Monday, May 21, 2018

Blockchain und Kryptogeld: “massiver Hype“ oder “massives Potential“?

Der Lack scheint nicht mehr ganz so glänzend zu sein, wie noch vor einigen Monaten, was Kryptowährungen im Allgemeinen und Blockchain im Besonderen betrifft. Der Bitcoin-Kurs hat sich weit unter seinen Höchststand zurückgezogen, und die Blockchain-Verfechter fangen an, sich ernsthaft um den Energieverbrauch der neuen Technologie zu sorgen. Ausserdem häufen sich die Betrugsfälle.

Blockchain und Bitcoin haben ein Energieproblem.
                                                                           Bild maxpixel.net
Der neuste Fall eines Kryptowährungsverkaufs, der problematisch aussieht, wird aus dem Kanton Zug gemeldet. Ein Zuger Startup sei nach einem Gross-ICO unter Betrugsverdacht geraten:
“Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass gegen das Startup Envion aus dem Zuger Crypto Valley Strafanzeige eingereicht wurde. Es geht dabei um Geld aus einem Initial Coin Offering (ICO). Envion habe knapp 100 Millionen Dollar gesammelt und dafür 103 Millionen Tokens ausgeben wollen, stattdessen seien 127 Millionen verteilt worden.“
Krypto-Betrug ist gemäß 'Wall Street Journal' ein weltweites Problem. Bei fast 20 Prozent von 1450 ICOs seien täuschende oder betrügerische Taktiken angewandt worden, um Investoren anzulocken.
Betrugsfälle sind aber nur ein Teil der Problematik, die durch die Popularisierung von Kryptowährungen und Blockchaintechnologie in Erscheinung tritt. Wie verschiedene Medien berichten, scheint der Energieverbrauch für die Bitcoinherstellung ins Unermessliche zu steigen. Eine Studie hat errechnet, dass das Schürfen von Bitcoin schon im nächsten Jahr mehr Energie verbrauchen wird, als sämtliche Solarzellen weltweit produzieren:
“Für das Mining von Bitcoin wird ein global verteiltes Computer-Netzwerk gebraucht. Und auch die Hardware, die dabei zum Einsatz kommt, ist äußerst stromhungrig: Der Strom, der für eine einzige Bitcoin-Transaktion notwendig ist, deckt den Strombedarf eines Durchschnitts-Haushalt in den USA […] Der Energieverbrauch von Bitcoin hängt damit zusammen, dass es sich bei der Kryptowährung um ein hochgefragtes Spekulativinvestment handelt. Auch der Preis für Bitcoin variiert stark: Innerhalb der letzten 18 Monate ist der Preis teilweise um das bis zu Zehnfache gestiegen, um 75 Prozent gefallen und hat sich danach verdoppelt. Aber wohingegen der Preis starken Schwankungen unterlegen ist, steigt der Stromverbrauch konstant weiter.“
Natürlich hat Bitcoin immer noch viele Fans. Olga Feldmeier gehört dazu. Die Blockchainexpertin schwärmt im Handelzeitungsinterview vom gewaltigen Potential der Kryptowährung:
“Bitcoin hat das Potenzial, auf 100 000 Dollar zu steigen. […] Vor einem Jahr waren sämtliche Cryptocoins nur 25 Milliarden wert. Trotz dem jüngsten Rückgang entspricht das immer noch einer Verzehnfachung innerhalb von einem Jahr. Also eigentlich kein Grund, enttäuscht zu sein.“
Bitcoin funktionieren auf der Basis von Blockchaintechnologie - und auch hier scheint die erste Begeisterung verflogen zu sein. Es gibt sogar Experten, die darin nicht viel mehr als einen Kult sehen, wie inside-it berichtet:
“Blockchain ist in den Medien und an Konferenzen so omnipräsent, dass manche es nur noch das "B-Ding" nennen und jeder weiss, was gemeint ist. Die IT-Realität sieht aber weltweit anders aus, das zeigt der jährliche CIO-Survey von Gartner: Gerade mal ein Prozent der befragten CIOs sagen, sie hätten eine Blockchain-basierte Lösung in ihrem Unternehmen implementiert […] Im Gartner-Hypecycle steigt die Blockchain momentan in Richtung der höchsten Erwartungen auf. Naturgemäss folgt dann irgendwann der Absturz ins Tal der Tränen.“

Thursday, January 18, 2018

Die Bitcoin-Achterbahn fährt immer noch - wollen Sie einsteigen?

Wer sich schon früher dafür entschieden hat, an der grossen Bitcoin-Spekulation mitzumachen, hat in den letzten Tagen eine gewaltige Achterbahnfahrt erlebt. Die Kryptowährung verlor in nur ein paar Stunden ein Drittel ihres Wertes. Verglichen zum Höchststand im Dezember schrumpfte die Marktkapitalisierung der Kryptowährung von 326 Milliarden US-Dollar auf 188 Milliarden. Gesamthaft verloren Kryptowährungsinvestoren in den letzten Tagen nach Schätzungen weit über 200 Milliarden Dollar.

Die Bitcoin-Schwankungen der letzten 30 Tage waren enorm. (Bitte anklicken
zum Vergrössern).                                                           Quelle Blockchain.info 
Trotz der gewaltigen Schwankungen sind digitale Währungen sicher nicht tot. Mit Bitcoin an der Spitze setzte nach dem grossen Absturz, den das Handelsblatt als ‘Krypto-Blutbad‘ beschreibt, sehr schnell eine Erholung ein, die sich im dreissigprozentigen Bereich bewegte:
“Bitcoin-Fans der ersten Stunde freuen sich im Netz und verweisen auf ein bekanntes Muster vergangener Korrekturen: Schon häufig ist der Bitcoin deutlich eingebrochen und hat sich meist ebenso deutlich wieder erholt. Garantiert ist eine solche Entwicklung allerdings nicht. So ließen frühere Bitcoin-Abstürze bei einem Kurs von 100 Dollar die meisten Beobachter kalt – heute bewegt ein Crash Milliarden. Und seit die neu aufgelegten Bitcoin-Futures im Dezember an der Chicagoer Börse angekommen sind, steigt die Ansteckungsgefahr auch für den klassischen Finanzmarkt.“
Diese anhaltende Risiko- und Spekulationsfreudigkeit scheint ganz einfach ausser acht zu lassen, dass der aktuellste Absturz der Kryptowährungen viel damit zu tun hat, dass sich verschiedene Staaten diese anonymen Parallelwährungen nicht mehr bieten lassen wollen - aus naheliegenden Gründen. Neue Regeln sind also klar absehbar hinter dem Spekulationshorizont, und diese werden die Kurse kurz und mittelfristig belasten. Zitat aus Manager Magazin:
“Ein wesentlicher Grund für den Kurseinbruch Anfang der Woche waren Befürchtungen, dass der noch weitgehend unkontrollierte Handel mit Kryptowährungen reguliert werden könnte. Zuletzt waren derartige Regierungsvorhaben etwa in der Bitcoin-Hochburg Südkorea bekannt geworden. […] Die einstige Hochburg China hat bereits Schritte gegen Digitalwährungen ergriffen und erwägt offenbar, das Vorgehen zu verschärfen. Spekuliert wird über ein Verbot von Online-Diensten und Smartphone-Apps, über die auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann. Außerdem gab es zuletzt Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung offenbar den hohen Stromverbrauchdurch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will. Der Bitcoin hat in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus den Krypto-Hochburgen China und Südkorea besonders stark regieren. Hinzu kommen Befürchtungen, dass andere Länder es den Asiaten gleich tun könnten.“
Auch die EU hat Schritte eingeleitet, um Bitcoin kontrollieren zu können. Hier will man vorerst die Anonymität der Händler verbieten.

Klar ist: Kryptowährungen, basierend auf Blockchain, haben Zukunft. Wer damit spekulieren will, braucht viel Nerven - noch viel mehr, als auf der Achterbahn. 

Monday, September 4, 2017

Bitcoin: Beschwerden, Verbote, Kursgewinne

Immer mehr Anleger und Spekulanten wollen am steigenden Kurs der virtuellen Währung Bitcoin teilhaben. Das überrascht nicht: Der Bitcoin Kurs steigt steil an und hat dieser Tage erstmals die 4000 Euro Marke überschritten. Gerade jetzt gibt es allerdings ein paar Stolpersteine.

Wenn Bitcoin zur Schlagzeile im Boulevardblatt wird... ist es vielleicht an der
Zeit, zu verkaufen.                                                               Screengrab blick.ch
Dass Bitcoin-Anlagen nicht für Menschen sind, die nachts in Ruhe schlafen wollen, was ihr Geld betrifft, ist klar. Das sagen auch Anlageprofis, die ziemlich konsequent vom Kauf der virtuellen Währung abraten. Zum Beispiel Deutsche Bundesbank Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele, der  Anleger vor der Digitalwährung Bitcoin warnt. Sie sei ein Spekulationsobjekt und kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren, sagte er in einem Interview. Er ist bei weitem nicht der Einzige.
Wer sich allerdings in den letzten Monaten nicht an den Rat der Experten gehalten hat, kann sich die Hände reiben. Der Bitcoin-Wert  hat sich seit anfangs Jahr mehr als vervierfacht. Und wer schon vor drei Jahren eingestiegen ist, hat 800 Prozent Gewinn gemacht. Kein Wunder dass jetzt sogar das Boulevardblatt Blick gross aufgemacht über das komplizierte Thema berichtet. Aber es gibt, vor allem bei Regierungen und Banken, viele Vorbehalte gegen Bitcoin. In China zum Beispiel, haben digitale Währungen gerade einen behördlichen Riegel vorgeschoben bekommen. Zitat finanzen.net:
“Die Aufsichtsbehörden des Landes verboten am Montag die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO), über die - analog zum Initial Public Offering (IPO), also dem Börsengang eines Unternehmens - neue Cyberwährungen geschaffen werden können. "ICOs sind eine Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen", hiess es in einer Mitteilung der Zentralbank. Die Kurse von Cyberdevisen rutschten nach dem Verbot deutlich ab. Die mit Abstand grösste Währung Bitcoin verlor auf der Handelsplattform BitStamp sieben Prozent auf 4286 Dollar.“
Bitcoin-Fans glauben natürlich nicht daran, dass die chinesische Massnahme einen andauernd negativen Einfluss auf die Bitcoin-Wertsteigerung haben wird. Trotzdem mehren sich die Anzeichen, dass der Bitcoin-Boom auch administrativ nicht reibungslos abläuft, wie das Handelsblatt berichtet:
“Die virtuelle Währung erfreut sich steigender Beliebtheit – damit verbunden häuft sich auch die Zahl der Kundenbeschwerden. Das US Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) hat zahlreiche Beschwerden über Coinbase – einem amerikanischen Bitcoin-Anbieter – erhalten. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2016 waren es sechs Beschwerden […] Viele Beschwerden, mehr als ein Drittel, kamen von Einzelpersonen. Sie seien nicht in der Lage gewesen, wie versprochen auf ihr Geld zugreifen zu können.“
Dass es sich beim rasanten Wertanstieg zum grossen Teil um Spekulation handelt, ist also klar. Gewinnchancen und Risiken sind gross. Oder, wie es auf finanzen.ch formuliert wird:
Ob sich die Kurse in Zukunft noch vervielfachen oder gegen Null tendieren, wird sich letztlich zeigen. Vielleicht kommt es auch so, wie bei einer ganzen Reihe historischer Manien: Erst gibt es exorbitante Gewinnmöglichkeiten, am Ende bricht alles zusammen...“

Tuesday, August 16, 2016

Virtuelle Währungen: Bekannt aber wenig genutzt

Virtuelle Währungen und Zahlungstechnologien sind ein faszinierendes Thema und machen immer wieder Schlagzeilen, vor allem wenn es um virtuelle Erpressungen oder Raubüberfälle geht. Bitcoin und Co. haben deshalb in den letzten Jahren durchaus an Bekanntheit gewonnen, was allerdings nicht dazu geführt hat, dass das virtuelle Geld auf breiter Front eingesetzt wird. Eine deutsche Studie zeigt nun, dass etwa fünf Prozent der Verbraucher schon mal mit virtuellen Währungen umgegangen ist – die Hälfte dieser User benutzte Bitcoin.  

Der Bitcoin-Kurs zum Schweizer Franken: Der Trend folgt der Anzahl User;
er geht nach oben.                                                             Screenshot finanzen.net
72 Prozent der befragten Konsumenten  kennen virtuelle Währungen oder haben zumindest schon mal davon gehört. Die mit Abstand bekannteste virtuelle Währung ist Bitcoin,  gefolgt von PayCoin und BitShares. Das sind Ergebnisse der aktuellen Umfrage der UnternehmensberatungBearingPoint, die auch aufzeigt, dass die Nutzung von Kryptowährungen mit 5 Prozent noch weit hinter anderen Zahlungsmitteln zurückliegt. (Zum Vergleich: 77 Prozent der befragten Verbraucher haben schon einmal mit PayPal oder andern Online-Bezahlsystemen bezahlt.)
Die inzwischen hohe Bekanntheit von virtuellen Währungen im Verhältnis zum prozentual kleinen Nutzerkreis bedeutet, dass diese immer noch in den Kinderschuhen stecken. Eine Nutzung von fünf Prozent sei allerdings nicht mehr rein experimentell oder durch technische Faszination motiviert; Kryptowährungen würden langsam zu einem Bestandteil des Finanzmarkts und ihre Verbreitung werde schnell weiter steigen, glauben die Finanzspezialisten von BearingPoint.
Das meinen auch die befragten User. Rund die Hälfte der Verbraucher  würde virtuelle Währungen zukünftig primär beim Online-Shopping einsetzen, bei Auslandsüberweisungen oder Flugtickets würde jeweils jeder Fünfte die neuen Währungen verwenden, bei monatlichen Rechnungen können sich noch 15 Prozent der Befragten die Nutzung von Bitcoin & Co vorstellen.

Laut Studie wird es virtuelle Währungen auch in Zukunft vorrangig parallel und als Ergänzung zu klassischen Zahlungsmitteln geben. Die größten Herausforderungen sehen die Verbraucher – nicht ganz unbegründet - vor allem beim Thema Sicherheit: 62 Prozent befürchten Hacker-Angriffe und Viren und 42 Prozent machen sich Sorgen um ihre privaten Daten. Die allgemeine Akzeptanz virtueller Währungen im Handel sowie der Mangel an technischem Wissen unter den Verbrauchern werden als weitere Hürden genannt.

Thursday, May 5, 2016

Internet für Werte: Blockchain wird die Welt verändern

Ein digitales System, das es möglich macht, Werte sicher zu übertragen – so lautet eine Kurzbeschreibung der Blockchain-Technologie. Die herkömmlichen Grundsteine des Finanzsystems – zum Beispiel Banken - sind dazu nicht mehr notwendig, wie die Digitalwährung Bitcoin beweist, die auf Blockchain-Basis funktioniert. Blockchain ist kompliziert, das gestehen auch Fachleute ein. Gleichzeitig sagen sie, dass das keine Rolle spiele; schliesslich müsse man auch nicht wissen, wie das Internet funktioniere, um damit Informationen auszutauschen.

Blockchain-Technologie wird immer öfter als bahnbrechend qualifiziert – zuletzt  vom ehemaligen Banker Konrad Hummler, der in einem ausführlichen Artikel in der NZZ erklärt, was es mit Blockchain-Technologie auf sich hat. Auch Hummler ist überzeugt davon, dass die Technologie bahnbrechend sein wird.  Blockchain sei mehr als eine digitale Technologie. Es sei ein System, das die Chance bietet, Eigentumsverhältnisse viel einfacher und günstiger zu sichern und zu ordnen. Das werde Konsequenzen haben und sei eine Herausforderung für Banken und den Staat. Hummler definiert Blockchain wie folgt:
Alle Bitcoin/Blockchain-Informationen, die Sie je brauchen werden, finden Sie
auf  der blockchain.info-Website.                                                             Screenshot
“Um die Rechtmässigkeit des Eigentums und die Echtheit der Sache feststellen und garantieren zu können, braucht es im Alltag ordnende Institutionen, dank deren die Erwartungen in der Gesellschaft und der effektive Sachverhalt weitgehend deckungsgleich gehalten werden können. Diese Institutionen haben ihren Preis. Es kann sich dabei erstens um direkte Gebühren handeln, wie sie beispielsweise von Banken, Depotstellen oder Clearinghäusern erhoben werden. «Gebühren» können aber auch indirekt und versteckt anfallen, etwa wenn zweitens Institutionen unmerklich ihre Glaubwürdigkeit ritzen und am Ende Stabilitätskrisen verursachen, die dann als höhere Gewalt interpretiert werden. Kostspielig wird es drittens auch, wenn Institutionen eine Verwässerung des Eigentums zulassen oder herbeiführen, beispielsweise durch Inflation oder durch Vermögensverminderung infolge negativer Zinsen, was auf dasselbe hinausläuft. Viertens müssen die mit der Gewährleistung von Eigentum beschäftigten Institutionen je länger, je mehr mit dem grössten Stakeholder des Bürgers, den Steuerbehörden, zusammenarbeiten, um Anknüpfungspunkte zur legalen Enteignung mittels Steuern zur Verfügung zu stellen. Wenn aber die herkömmliche Gewährleistung von Eigentum gleich vierfach kostspielig und letztlich auch unsicher ist, so ruft dies geradezu nach einem System, das idealerweise Eigentum ohne institutionelle Verankerung zulässt. Ein solches System, das kraft seiner lückenlosen und nicht veränderbaren Historie Beweiskraft erlangt, um Eigentumsverhältnisse zu regeln, ist Blockchain.“
Tatsächlich gibt es zahlreiche Spezialisten, die Blockchain revolutionäres Potential vorhersagen – vor allem in der Finanzbranche. Zitat aus der “Zeit“:
“Glaubt man der Analysegesellschaft Oliver Wyman, ließe sich [mit Blockchain ]ein großer Teil jener 65 bis 80 Milliarden Dollar im Jahr sparen, die es die Bankenwelt heute kostet, Zahlungen abzugleichen und abzuwickeln. Ralf Frank, Generalsekretär der deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), sieht Blockchain daher sowohl als Chance für die Bankenwelt, aber auch als Bedrohung für die Arbeitsplätze der Bankmitarbeiter. Mit der Sicherheit der Blockchain-Technologie müssten Banken außerdem nicht mehr jeden Morgen Milliarden an Liquidität und Sicherheiten in unsere Zahlungs- und Abwicklungssysteme für Geld, Devisen und Wertpapiere pumpen. Die Risikopuffer, die bereitgehalten werden müssen, sollten Zahlungen ausfallen, wären weitgehend überflüssig, denn das System bucht nur, wenn die Gleichung auf beiden Seiten stimmt, dann aber sofort, in Sekunden. Die Kosten, um Geld, Wertpapiere oder andere Vermögensgegenstände zu bewegen und ihr Eigentum zu übertragen, würden drastisch sinken.“
Wenn Sie selber in die Blockchain-Welt eintauchen wollen, bietet das Internet die besten Ressourcen. Auf blockchain.info  zum Beispiel finden Sie alle Angaben, die Sie als Developer brauchen, aber auch alle aktuellen Statistiken zu Transaktionen und Blöcken. Und natürlich auch die Möglichkeit, selber mitzumachen und Bitcoin-Zahlungen zu akzeptieren – damit Sie die Revolution nicht verpassen!

Thursday, April 7, 2016

Erpresserwährung Bitcoin

Mit Bitcoin geht’s wieder bergauf; die Kurse sind seit Oktober letzten Jahres um rund 80 Prozent angestiegen. Ein Bitcoin kostet heute, am 7. April 2016, 405 Schweizer Franken. Der Wert des digitalen Geldes hat in den letzten Monaten genau wie die  Anzahl gemeldeter digitaler Erpressungsfälle ständig zugenommen. Das ist kein Zufall: Bitcoin ist perfekt dazu geeignet, durch Ransomware verursachte Geldübergaben anonym zu halten.

Mit den Bitcoinkursen geht's bergauf - und auch die Erpresser wissen das zu
schätzen.                                                                         Screenshot finanzen.net 
Ransomware, der Schrecken jedes IT-Administrators. Ein verseuchtes File wird auf einen PC hochgeladen – aus der Cloud oder per E-Mail – und schon geht gar nichts mehr. Die betroffenen Daten sind nicht mehr zugänglich, weil verschlüsselt; um sie zu entschlüsseln verlangen die Cyber-Erpresser ein Lösegeld, fast immer in Form von Bitcoin. Eines der bekanntesten Beispiele ist ein amerikanisches Spital: Das Hollywood Medical Center in Los Angeles bezahlte anfangs dieses Jahres 40 Bitcoins (zu diesem Zeitpunkt rund 17‘000 US-Dollar) um wieder Zugang zu den eigenen Daten zu bekommen.
Das elektronische Zahlungssystem mache es den Tätern leicht, bestimmte Vorgänge zu automatisieren.  Zitat aus der “Zeit“:
“Jedes Locky-Opfer muss an eine eigens eingerichtete Bitcoin-Wallet zahlen. Eine einzige Wallet, auf der immer wieder der gleiche Betrag eingeht, der irgendwann zudem sehr groß wird, könnte Ermittlern auffallen. Tausende Wallets, die jeweils nur 0,5 bis ein Bitcoin enthalten, nicht. Gleichzeitig kann die Software der Kriminellen selbsttätig prüfen, ob das Lösegeld schon in der jeweiligen Wallet eingetroffen ist, und dem Opfer dann einen Link zum Entschlüsseln seiner Daten schicken.“
Dass die Erpresser erwischt werden, passiert nur sehr selten, obwohl die angerichteten Schäden in die Milliarden gehen, wie die “Süddeutsche“ berichtet:
“5,25 MilliardenDateien soll allein die Erpresser-Software CryptoWall zwischen Mitte März und Ende August 2014 verschlüsselt haben. Knapp 1700 Opfer zahlten ein Lösegeld von insgesamt mehr als 1,1 Milliarden Dollar. Die verlangten Summen variierten zwischen 200 und 10 000 Dollar, bei den meisten verlangten die Erpresser 500 Dollar. Da das Lösegeld mittlerweile meist in der Kryptowährung Bitcoin bezahlt werden muss, lassen sich die Geldflüsse kaum nachverfolgen. Beim CoinVault-Fall, bei dem zwei junge Niederländer, zur Tatzeit 18 und 22 Jahre alt, verhaftet wurden, war es Kaspersky gelungen, die Spur der bösartigen Software zu verfolgen - auch das ist oft sehr schwierig. Die beiden hatten mindestens 1500 Windows-Computer attackiert, die meisten davon in ihrem Heimatland, in Deutschland, den USA, Frankreich und England.“
Dass es sich beim Phänomen der Bitcoin-Erpressungen um ein Problem handelt, das zahlreiche Unternehmen betrifft, zeigt eine Umfrage von Akamai bei Deutschen Unternehmen: Mehr als ein Drittel der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen schon einmal von einem Cyber-Angriff betroffen wurde. Als neues Phänomen kristallisierten sich dabei laut Akamai im letzten Jahr DDoS-Angriffe mit dem Ziel der Bitcoin-Erpressung heraus. So ergab die Akamai-Umfrage, dass immerhin neun Prozent der angegriffenen Unternehmen von Bitcoin-Erpressern attackiert wurden.

Sunday, November 29, 2015

Cash, Bitgold oder Bitcoin?

Bargeld ist zwar immer noch beliebt – vor allem in der Schweiz – aber inzwischen gibt es zahlreiche andere Bezahlmethoden, die langfristig sogar an der Vorherrschaft der staatlich sanktionierten Währungen rütteln könnten. Zum Beispiel Bitcoin und Bitgold, die immer mehr Anwender finden. Der digitale technologische Fortschritt, der virtuelle Währungen erst möglich macht, eröffnet auch die theoretische Möglichkeit, Bargeld ganz abzuschaffen.

Cash, der in der Tasche klingelt, bekommt immer mehr Konkurrenz.
                                                                                                      Bild PfW
Etatisten und Bürokraten sehen diese Entwicklung wahrscheinlich nicht ungern:  Geldströme lassen sich nämlich umso besser verfolgen, je weniger Bargeld darin fliesst. Das ist wohl ein Grund dafür, dass sowohl in Italien als auch in Frankreich Barzahlungen von über 1000 Euro illegal sind. Und der Trend wird wohl weiter in die gleiche Richtung gehen, wie in einer Kolumne der Handelszeitung erklärt wird:
“Im letzten Jahr hielt der bekannte amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff am ifo Institut in München einen Vortrag, in dem er auch die Abschaffung des Bargeldes vorschlug und die Vorteile einer bargeldlosen Wirtschaft anpries. Bargeld, so Rogoff, würde die Kriminalität begünstigen. Ohne Bargeld könne man Kriminalität wesentlich besser bekämpfen. Auch Negativzinsen könnten besser durchgesetzt werden. “Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zinsen weiter zu senken“, so der bekannte Krisenökonom. Vor kurzem hat Mark Carney, Gouverneur der Bank of England, als erster Notenbankpolitiker die Abschaffung des Bargeldes gefordert.“
Doch ganz so einfach wird es für die Politik nicht sein, die Geldströme in den Griff zu bekommen – schliesslich gibt es immer noch Bitcoin, jene virtuelle Währung die seit Jahren weltweit eingesetzt wird. Bitcoin ist vielen Vertretern staatlicher Wirtschaftsordnungen ein Dorn im Auge. Gemäss aktuellen Schätzungen sind heute rund 15 Millionen Einheiten der Währung im Umlauf,  was zirka 4,5 Milliarden Euro entspricht. Zitat aus einem Artikel auf zeit.de:
“Die Justiz- und Innenminister der EU-Mitgliedsstaaten haben die Europäische Kommission aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie sich virtuelle Währungen stärker kontrollieren lassen. Auch die Gruppe der sieben größten westlichen Wirtschaftsnationen soll sich auf ähnliche Ziele verständigt haben, meldete der Spiegel. Die Regierungen nehmen vor allem Bitcoins ins Visier – weil sie überzeugt sind, dass Terrororganisationen damit Geld bei ihren Unterstützern einsammeln und an Kämpfer weitergeben können. […]  Es liegt in der Natur der digitalen Währung, dass sich kaum nachvollziehen lässt, wer mit wem handelt. Bitcoins werden von einem Netz aus Tausenden dezentralen Computern verwaltet, den Minern. Deswegen sind alle Bitcoin-Zahlungen öffentlich: Jede Transaktion wird in einer einsehbaren Datenbank im Netz dokumentiert – wie in einem dicken Buch, das permanent um neue Seiten ergänzt wird. In diesem Buch lässt sich zwar nachlesen, welcher Adressat wie viele Bitcoins erhalten hat und wie viele er aktuell besitzt. Doch das gesamte Buch ist in einer Geheimsprache geschrieben: Wer genau sich hinter einer Adresse verbirgt, ist unklar, solange er sich nicht selbst zu erkennen gibt.“
Es ist nicht verwunderlich, dass es Landeswährungen gibt, die man nur zu gerne gegen Bitcoins eintauschen würde. Für User, die ihrem herkömmlichen Geld nicht mehr trauen, gibt es allerdings seit kurzem eine bessere Alternative: Bitgold bietet die Möglichkeit, echtes Gold zum Sparen und Bezahlen einzusetzen. Aus einem Bericht der NZZ:
“Der im Mai 2015 gestartete Dienst erlaubt es, in Gold zu sparen und damit weltweit zu bezahlen. Seither haben sich über 400 000 Nutzer angemeldet, die für 15 Mio. $ Gold gekauft haben. Damit wächst die Nutzerzahl schneller als bei Facebook oder Uber in den Anfängen. Der Nutzer kann sein Bitgold-Konto per PC oder Smartphone-App verwalten. Gold kauft er mittels Überweisung oder Kreditkarte. Es wird weltweit in mehreren Tresoren der Sicherheitsfirma Brinks gelagert – auch in Zürich. Bitgold selbst hat keinen Zugriff darauf, sondern zeichnet in einem zentralen digitalen Register auf, welches Gramm im Tresor wem gehört. Geht die Firma bankrott, gehört das Gold dem Nutzer.“

Was für eine Idee: Geld mit Gold abzusichern - aber hat es das im vordigitalen Zeitalter nicht schon einmal gegeben? 

Thursday, February 12, 2015

Bitcoin: Gier, Naivität und Tränen

Betrügerische Anlagesysteme nach dem Schneeball- oder Pyramidenprinzip gibt es, seit Geld die Welt regiert und das kapitalistische System es möglich macht, mit Anlagen Geld zu verdienen. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass auch die Kryptowährung Bitcoin für derartige Betrügereien benutzt wird. Im aktuellsten Fall entstanden dadurch grosse Verluste.

Bitcoin hat schon bessere Zeiten gesehen, wird aber immer noch hoch gehandelt: gestern
gemäss Google Finance für 207 Franken pro Bitcoin.            Screengrab via Google Finance 
Die Gründe dafür, dass Schneeball- oder Pyramidensysteme, im angelsächsischen Sprachraum  auch Ponzi-Systeme genannt, so viele bereitwillige Opfer finden, die sich freiwillig von ihrem Geld trennen, sind seit jeher genau die gleichen: Naivität und Gier. Die Betreiber solcher Betrügerischen Anlagesysteme versprechen immer aussergewöhnlich hohe Renditen – oft sind diese zu gut, um wahr zu sein. Trotzdem funktioniert das System – auch im aktuellsten Fall. Zitat aus der Welt:  
“In Hongkong haben Betrüger offenbar monatelang mit dem Stichwort "Bitcoin" Anleger gelockt, nur um mit dem investierten Kapital zu verschwinden. Die von den Tätern betriebene virtuelle Börse MyCoin wurde Anfang dieser Woche überraschend dichtgemacht. Die Nutzer können keine Überweisungen mehr tätigen und haben keinen Zugriff mehr auf ihr angelegtes Kapital. Es sei zu befürchten, dass rund drei Milliarden Hongkong-Dollar (circa 342 Millionen Euro) verloren seien, sagte der örtliche Abgeordnete Leung Yiu-chung."
Die Gewinne, die den Möchtegern-Spekulanten versprochen wurden, lagen gemäss Presseberichtenbei 200 bis 300 Prozent…
Es sind also durchaus nicht nur Urner-Bergbauern und knorrige Handwerker, die reihenweise auf Anlagebetrug hereinfallen (Stichwort European Kings Club), und sich gegen verrückte Renditeversprechungen von ihrem hart verdienten Geld trennen. Auch fortschrittliche Bürger des digitalen Zeitalters, die immerhin so gut informiert sind, dass sie einigermassen über die Kryptowährung Bitcoin Bescheid wissen, sind nicht vor derartigem Ungemach gefeit. Und obwohl Bitcoins durchaus immer noch weltweit zahlreiche Anhänger haben, welche die digitale Währung auch kaufen, gibt es viele Mythen und Verschwörungstheorien. Eine davon: Das ganze Bitcoin-System sei ein Schneeballsystem. Davor warnt die Zentralbank in Estland die Verbraucher. Für Währungshüter sei die Cyberwährung ein Graus, schreibt das Handelsblatt:
“Aufseher und Banken warnen zunehmend vor Bitcoins und anderen digitalen Währungen - aus der Sorge heraus, dass damit Finanzkriminalität erleichtert wird. Die schwedische SEB, der grösste nordische Währungshändler, hat Anfragen von Kunden eine Absage erteilt, Konten zur Bitcoin-Verwaltung einzurichten. Und Nordea Bank, die grösste Bank Skandinaviens, rät ihren Kunden dazu, es sich genau zu überlegen, bevor sie Bitcoins anfassen.“

Dem Tipp zur Vorsicht können wir uns anschliessen – er gilt allerdings nicht nur für digitales Geld. Dass allerdings die Währungshüter sich jetzt gemeinsam auf Bitcoin einschiessen, verwundert eigentlich nicht – schliesslich handelt es sich dabei um genau jene Währung die sie nicht hüten oder kontrollieren können.