Wir sagen Ihnen, was in der digitalen Gesellschaft wichtig ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Sunday, December 23, 2018
Thursday, December 20, 2018
Die Kunden der Sharing Economy müssen sparen
Die Sharing Economy, so haben wir uns sagen
lassen, sei deshalb so beliebt, weil sie so cool sei. Allerdings scheint dies nicht der einzige Grund für die Popularität
zu sein. Millennials, also junge
Menschen, die heute zwischen 20 und knapp 40 Jahre alt sind, sind die intensivsten
Nutzer von AirBnB, Uber und Co., und sie haben scheinbar auch konkrete Gründe dafür.
Die Sharing Economy hätte es in der
heutigen Form nie gegeben, ohne die Digitalisierung unserer Gesellschaft während der letzten 40 Jahre. Die digitale
Technolgie und die Vernetzung durch Smartphones hat es möglich gemacht, dass
Konzepte wie Airbnb und Uber überhaupt funktionieren.
Die Autoren der Studie vermuten, dass die Millennials
die Opfer der großen Finanzkrise von 2008 sind. Vor zehn Jahren habe dieser Abschwung
seinen Anfang genommen, als sie zwischen elf und 27 Jahre alt waren, und er habe
in der Generation Spuren hinterlassen.
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| Airbnb ist ein wichtiger Player in der Share Economy. Bild maxpixel.net |
Es ist noch nicht lange her, dass der
Besitz von Dingen für viele Menschen wichtig war und den Status markierte. Heute
ist Besitz in vielen Fällen keinen Indikator für Reichtum mehr. Das ist sicher
ein Grund dafür, dass Minimalismus floriert und ist nicht nur praktisch, sondern
auch cool, wie bereits erwähnt . Noch wichtiger, teilen kostet auch weniger als
besitzen, und hier liegt gemäss einer neuen Amerikanischen Studie der Hase im
Pfeffer. Zitat aus der Welt:
“Wir fanden kaum Hinweise, dass der Konsumgeschmack und die Konsumpräferenzen der Millennial-Haushalte geringer ausgeprägt sind als bei früheren Generationen“, lautet das erstaunliche Ergebnis, wenn die gleichen Maßstäbe bei Einkommen, Demografie und diversen anderen Parametern angelegt werden. Die Millennials wohnen also nicht unbedingt deshalb im Urlaub in Airbnb-Unterkünften, weil sie das für eine tolle Erfahrung halten – sondern weil sie sich vergleichbare Hotelzimmer nicht leisten können. Sie fahren nicht deshalb mit Uber statt mit einem herkömmlichen Taxi, weil sie das schöner finden, sondern weil es günstiger ist. Und sie leihen sich nicht deshalb ein Auto bei Flinkster, weil sie die Umwelt schützen wollen, sondern weil sie für einen eigenen Pkw nicht genug Geld haben. Das mag nicht für alle Nutzer so gelten, für die Mehrheit tragen aber knappe Finanzen zu diesen Entscheidungen bei.“
Millennials sind also gar nicht so anders,
was den Konsum betrifft, als die Generationen vor ihnen, obwohl sie sich
bezüglich digitalem Verhalten unterscheiden:
Sie sind mit den neusten digitalen Errungenschaften aufgewachsen und
bedienen sie mit grosser Leichtigkeit. Eine Tatsache, die sicher auch dazu
beiträgt, dass digitale Dienste ohne Hemmungen genutzt werden - was man von
vielen Babyboomern nicht behaupten kann.
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Saturday, December 15, 2018
Die Schweizer Mobilfunker vertrauen Huawei - die Deutschen eher nicht
Westliche Nationen, allen voran die USA,
haben ein China-Technologie-Problem. Das Problem besteht nicht
darin, dass zu viel Technologie zu billig in den Westen geliefert wird. Die neuen Fragen sind grundsätzlicher; zum Beispiel: Kann
man der Chinesischen Technologie, die eng mit dem autoritären kommunistischen Staat verbunden ist, überhaupt trauen?
Die Kanadier erfahren es gerade: Beim Geschäftemachen kommt es immer auch auf
den Partner an. Weil Kanadische Behörden auf einen internationalen Antrag auf
Auslieferung gegen eine Chinesische Finanzdirektorin in die USA eingegangen sind, hat China kurzerhand zwei unbeteiligte Kanadische Expats in China
verhaftet und im berüchtigten Chinesischen System verschwinden lassen. Zwei für
Einen, sozusagen. Diese Aktion hat weltweit kaum für Aufsehen gesorgt: Zu viele Geschäfte stehen auf dem Spiel, und während es sich bei den Kanadiern um
relativ unbekannte Personen handelt, ist die Chinesin, die in Kanada auf
Ansinnen der USA verhaftet wurde, sehr prominent: Es ist Meng Wanzhou, die
Huawei Finanzchefin. Der Grund für ihre Verhaftung liegt in der Politik:
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| Können wir überhaupt noch ohne chinesische Technologie - angebliche Spionage hin oder her? huawei |
“Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von amerikanischen Sanktionen. Einem Bericht der Zeitung „The Globe and Mail“ zufolge wird ihr zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängt hatten.“ (faz)Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei, dessen Konzernt schon seit längerem im Verdacht steht, gar nahe mit der Chinesischen Regierung zusammen zu arbeiten. Wir haben schon im Februar dieses Jahres darüber berichtet:
“In den USA scheint sich unter der Trump-Administration die Erkenntnis festzusetzen, dass China zumindest auf wirtschaftspolitischer Ebene als Gegner betrachtet werden muss, der mit allen Mitteln dafür kämpft, gegenüber den USA wirtschaftliches Terrain zu gewinnen. Allerdings legen die amerikanischen Geheimdienste keine Belege dafür vor, dass China seine Staatsmacht für die Korrumpierung chinesischer Technologie verwendet.“
Das alles hat dazu geführt, dass auch in
Europa einige Staaten etwas vorsichtiger geworden sind mit Huawei. So auch die
Deutsche Telekom. Wie 'die Welt' meldet, wird man dort „vor dem Hintergrund der
Sicherheitsdiskussionen um den chinesischen Zulieferer“ die
Beschaffungsstrategie überprüfen. Betont wird, dass man die globale Diskussion
über die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst nehme...
In der Schweiz hält man das entweder für übertrieben, oder hält sich für
schlauer. Aus Inside-It:
“Während Sunrise laut 'Der Bund' bereits Ende November erklärte, dass keine Pläne bestehen, den Technologiepartner zu wechseln, betont nun auch Swisscom ausdrücklich seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller. Trotz des Hinweises auf das Umdenken bei der Deutschen Telekom heisst es auf Anfrage ungewöhnlich deutlich bei der Swisscom: "Wir verfügen bisher über keine Informationen, die die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei untermauern würden". Man pflege seit 2008 eine Geschäftsbeziehung zu Huawei und arbeite gemeinsam im Festnetzbereich also im Anschlussnetzbereich sowie im Kernnetz zusammen.“
Das tönt alles sehr vertrauenserweckend. Ob
es das auch sein sollte, ist allerding eine andere Frage. Denn die Interessenlage
von Sunrise und Swisscom ist nicht deckungsgleich mit jener der schweizerischen Eidgenossenschaft. Die
Deutsche Telekom scheint bezüglich Huawei mehr zu wissen - oder ist vielleicht einfach
nicht ganz so gutgläubig, wie die Schweizer Mobilfunker .
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Monday, December 10, 2018
Es weihnachtet sehr - und Paketdiebe haben Hochsaison
Die Verlagerung des Festtag-Kommerz‘ vom Laden zum Online-Handel hat zahlreiche folgerichtige wirtschaftliche Auswirkungen - aber auch viele unangenehme Nebeneffekte. Dazu gehören auch Paketdiebstähle. In der Schweiz ist das Problem nicht riesig, in den USA hingegen schon. Da werden jedes Jahr Millionen von E-Commerce-Sendungen gestohlen, entweder unterwegs, oder vor der Haustür der Adressaten.
Leise rieselt der Schnee, die Kinder freuen sich auf die Bescherung, und die Paketdiebe haben Hochsaison. Was in der Schweiz noch keine besorgniserregende Ausmasse angenommen hat, ist in den USA zu einem derartig grossen Problem geworden, dass sich daraus eine ganze Industrie entwickelt hat, die unter dem Titel “Wie Sie sich vor Paketdieben schützen können“ entsprechende Produkte verkaufen oder Ratschläge erteilt. Kein Wunder: Im letzten Jahr gaben 26 Millionen Amerikaner an, dass ihnen ein Paket gestohlen worden sei. So überrascht es nicht, dass einige Online-Shopper zu ungewöhnlichen Massnahmen greifen, um ihr Eigentum zu schützen. Da gibt es den einfallsreichen Tüftler in Tacoma, im Bundesstaat Washington, der eine Paketattrappe gebastelt hat, welche die Möchtegerndiebe mit einem lauten Knall erschreckt, wenn sie ihre Beute mitnehmen wollen. Nicht ganz so aufwendig, aber ebenfalls einfallsreich, will ein Shopper in Kalifornien die dreisten Diebe abschrecken: Er legt Köderpakete vor seine Haustür, die ganz einfach mit abstossendem Abfall gefüllt sind.
Natürlich gibt es auch zivilisiertere Methoden, den Räubern das Handwerk zu legen. Mangel an Ratschlägen gibt es nicht. Sowohl auf Social Media als auch in zahlreichen Publikationen wird dem Publikum nahegelegt, sich mit Überwachungskameras und Video-Türklingeln auszurüsten - oder ganz einfach, das Haus viel besser zu beleuchten, den Hund zu trainieren oder die Nachbarn um Mithilfe zu bitten. Ebenfalls empfohlen wird eine einfache Technologie, die dem Lieferanten anzeigt, wo er sein Paket zu deponieren hat, nämlich auf einem elektronischen Schalter, der bei unautorisiertem Zugriff einen Alarm auslöst.
Wenn Ihnen in der Schweiz ein Paket gestohlen wird, fragen Sie sich wahrscheinlich, wer für den Schaden aufkommt. "Ist das Paket im Milchkasten des Empfängers deponiert, endet der Transportauftrag der Post – und damit auch die Haftung", sagt die Mediensprecherin der Post. Der Schaden könne also nicht einfach auf die Post abgewälzt werden. Die Post haftet nämlich nur, wenn das Paket nicht korrekt zugestellt wurde. Zum Beispiel, wenn ein Paket für den Milchkasten zu gross ist und der Pöstler es einfach in den Hauseingang stellt, statt es wieder mitzunehmen.
Thursday, December 6, 2018
Autonome Autos mit Notfall-Chauffeur: Google fährt Taxi
Jetzt kommen sie also, die fahrerlosen
Taxis, allerdings erst in den USA und immer noch mit Notfall-Chauffeur - im Falle eines Falles. Aber immerhin. In Phoenix im Bundesstaat Arizona ist es jetzt tatsächlich
möglich, eine Taxifahrt in einem selbstfahrenden Fahrzeug zu buchen.
Waymo gehört zu Alphabet, ist also eine
Firma die zum gleichen Konzern gehört wie Google. Momentan können einige
hundert Beta-Tester im Grossraum Phoenix eine Fahrt in einem fahrerlosen Taxi
mit Waymo-Technologie buchen und bezahlen. Waymo One ist natürlich ein
Konkurrent von Uber - oder will zumindest einer werden. Kunden buchen Fahrten
und bestätigen ihren Standort durch eine App. Waymo wählt die beste Route und
den besten Aussteigepunkt, was bedeuten kann, dass der Passagier einige Minuten
zu Fuss zu seinem endgültigen Ziel geht, ähnlich wie bei einem Discountservice,
den Uber anbietet. Waymo liefert sogar ein Preisangebot zum Zeitpunkt der
Buchung und verwendet die "Upfront Pricing"-Methode, die Uber 2016
als Alternative zum traditionellen Taxameter eingeführt hat.
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| Ein autonomer Waymo-Van, wie er auch für den Taxibetrieb verwendet werden soll, bei einer Testfahrt in Kalifornien. Bild Wikimedia |
In diesem Zusammenhang ist eine Aussage
interessant, die Waymo-Chef John Krafcik kürzlich
an einer Konferenz gemacht hat:
“Er sagte, dass es der Industrie wohl niemals gelingen werde, Autos zu bauen, die zu jeder Jahreszeit und bei allen Wetterlagen autonom fahren können. […] “Autonomie wird immer ein paar Einschränkungen haben“, sagte Krafcik. […] Das größte Potential für autonome Fahrzeuge sieht Krafcik derzeit im Speditionsbereich, wo schon in den nächsten Jahren die ersten selbstfahrenden Lastwägen auftauchen würden. Derzeit werden in den USA etwa 50‘000 Brummifahrer gesucht, wobei der Bedarf an Truckern in den nächsten Jahren auf bis zu 275‘000 steigen soll. Für solche Fahrten seien autonome Systeme sehr gut geeignet: „Güter größtenteils auf Autobahnen von Lager zu Lager zu transportieren ist ziemlich simpel“, sagte Krafcik.“
Der Waymo-Boss ist also trotz praktischer
Fortschritte im autonomen Fahren vorsichtig mit seinen Prognosen. Da ist er
nicht der Einzige. Der Deutsche Automobilclub ADAC hat kürzlich eine Studie zum Thema machen lassen, die versucht, gewisse Zeitrahmen und Erwartungen abzustecken.
Sie sagt voraus, dass Automatisierungsfunktionen ab
2020 zuerst auf Autobahnen funktionieren werden. Bis zum Jahr 2050 könnten dort
etwa 40 Prozent aller gefahrenen Kilometer automatisiert zurückgelegt werden.
Allerdings wird auf Autobahnen nur ein Drittel der Fahrleistungen erbracht. Systeme,
die auch den Stadtverkehr beherrschen und erst recht solche, die auf allen Strassenarten
funktionieren, werden laut der Prognos-Studie erst deutlich später auf den
Markt kommen. Gerade auf Landstrassen würden Automatisierungsfunktionen jedoch
die grösste Wirkung entfalten. Hier wird knapp die Hälfte der Fahrleistungen
erbracht, hier sind aber auch mit einem Anteil von 60 Prozent die meisten
Verkehrstoten zu beklagen. Entsprechende Systeme für Landstrassen würden aber vermutlich
erst gegen 2040 verfügbar sein.“
Wir werden also in den nächsten Jahren viel
von autonomen Autos hören. Waymo ist erst der Anfang. Bis die Autos aber
wirklich selber fahren lernen, werden noch viele Fahrzeuge von Menschen gelenkt
über die Autobahnen brausen. Da vor allem auf Landstrassen schwere Unfälle
passieren, also dort, wo die Automatisierung noch länger nicht greifen wird,
ist das Potenzial des automatisierten Fahrens für die Verkehrssicherheit vorläufig
geringer als allgemein erwartet wird. Gleichzeitig können
sicherheitsorientierte Assistenzsysteme, wie Notbrems- und
Spurhalteassistenten, schon heute deutliche Steigerungen der Sicherheit
bewirken.
Tuesday, December 4, 2018
Blockchain: zu grosse Erwartungen, zu wenig Resultate
Die
Blockchain-Technologie habe gesellschaftsveränderndes Potential und werde in zahlreichen Branchen und
Industrien in den nächsten Jahren zu Umwälzungen führen, hiess es noch vor
kurzem. Angestossen worden war der Blockchain-Hype durch den raketenmässigen
Anstieg der Bitcoin-Kurse, die allerdings inzwischen massiv abgestürzt sind.
Dieser
Absturz ist einer der Faktoren, die den Blockchain-Hype abkühlen. Ein anderer
Grund ist die Tatsache, dass die mit viel Lob bevorschusste Technologie kaum
Resultate bringt. Die neuste Studie, die über mangelnde Ergebnisse berichtet,
stammt von einem Expertentrio aus der Entwicklungshilfe. Die Resultate sind
ernüchternd: Von 43 zufällig ausgesuchten Blockchain-Projekten, die von NGOs,
Behörden und Privatfirmen für verschiedenste Zwecke eingesetzt wurden brachte
kein einziges Ergebnisse. Wired berichtet:
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| Grosse Erwartungen, wenig Ergebnisse: Blockchain bringt nicht viel für andere kommerzielle Anwendungen als Kryptowährungen. Bild Pixabay |
“Wir fanden eine Vielzahl von Pressemitteilungen, White Papers und überzeugend geschriebenen Artikeln", schreiben die drei Autoren in ihrem Bericht. Und fahren fort: "Allerdings fanden wir keine Dokumentation oder Beweise dafür, dass die Blockchain die angekündigten Ergebnisse lieferte. Wir entdeckten auch keine Berichte über Erfahrungen oder praktischen Erkenntnisse, wie sie bei anderen, sich in der Entwicklung befindlichen Technologien üblicherweise vorliegen." Besonders enttäuscht zeigten sich die drei Experten von der Art und Weise, wie die betroffenen Blockchain-Start-ups auf ihre Nachfragen per Mail und Telefon reagierten: nämlich gar nicht.“
Das
Wirtschaftsmagazin Forbes beschreibt Blockchain als eine Erfindung, die nach
einer tragfähigen kommerziellen Anwendung sucht:
“Da die Blockchain zur Herstellung von Bitcoin erfunden wurde, muss erst noch herausgefunden werden, was die Blockchain sonst noch alles tun kann. Bislang wurde diesbezüglich noch nichts demonstriert. Momentan finden nur einige Experimente statt, und signifikant ist, dass sie alle unter direkter Beteiligung einer Regierung oder Behörde durchgeführt werden."
Sind
Kryptowährungen und Blockchain also bloss “heisse Luft“, oder haben sie eine
Zukunft? Die Experten des Sicherheitsunternehmens Kaspersky gehen in ihrem
Cryptocurrency Report 2019 auf diese Frage ein und kommen zu einem pessimistischen
Schluss:
“Zu grosse Erwartungen an die Verwendung von Blockchain ausserhalb des Kryptowährungsbereichs werden verschwinden. Wir erwarten, dass dieser Trend nicht von der Leistungsfähigkeit der Technologie, sondern vom Menschen getrieben wird, da Organisationen und Branchen zum Schluss kommen werden, dass Blockchain einen engen Anwendungsbereich hat und die meisten Versuche, sie auf unterschiedliche Weise zu nutzen, nicht gerechtfertigt sind. Die zuverlässige Anwendung der Blockchain über die Kryptowährung hinaus wird seit Jahren erforscht und erprobt, aber es gibt wenig Hinweise auf Erfolge. Wir erwarten, dass 2019 das Jahr ist, in dem man aufhören wird, es zu versuchen.“
Saturday, December 1, 2018
Tod einer Computermesse
Die Cebit in Hannover ist am Ende, und es
scheint, also ob das für die meisten Protagonisten ziemlich überraschend gekommen
ist. Dabei haftete der Cebit schon seit Jahren der Hauch des Irrelevanten an,
was im Zeitalter der ununterbrochen dröhnenden Trend- und Produkteankündigungen
ein eher schlechtes Zeichen ist.
Als Aussenstehendem, der die
Cebit von Anfang an verfolgt und auch sehr früh besucht hat, drängt sich einem
der Eindruck auf, dass die Ausstellung sehr deutsch war. Tüchtig und
fundiert - aber eben auch nüchtern und manchmal eher ermüdend. Das mag auch mit
dem Messegelände in Hannover zusammenhängen. Jedenfalls scheint es, als ob der
Entscheid zum Ende nicht zu früh gekommen sei. Oder wie es die Wirtschaftswoche
formuliert - “wie ein Selbstmord aus Angst vor dem Tod“.
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| Noch vor zwei Monaten freuten sich die Organisatoren auf die nächste Show. Screengrab Cebit |
Die Cebit hat viele gute Jahre hinter sich,
sie ist schliesslich schon mehr als 30 Jahre alt. Dieses Jahr haben die
Verantwortlichen noch versucht, aus der altmodischen Messe eine coole und moderne Show zu machen - aber irgendwie scheint es nicht so ganz geklappt zu
haben. Die Avantgarde sei zur Nachhut geworden, schreibt lead-digital.de:
“[Auf der Cebit] konnte man Journalisten aus Wirtschafts- und Technologiepresse treffen, endlich mal sehen, was die Kunden aus den USA alles anzubieten hatten, auch mal in den Consumerbereich schnuppern und sich in riesigen Hallen die damals noch als „Billiganbieter“ gebrandmarkten Unternehmen aus Fernost anschauen […]Mal war die CEBIT als reine B2B-Messe gebrandet, dann versuchte sie ab 2007 mit der aufkommenden Blogosphäre und der Social-Media-Welt warmzuwerden – Webciety und Co. waren angetreten, um das teils schon etwas Verstaubte der Messe aus den Angeln zu heben. Aber irgendwie fehlte der Rahmen. Oder er wurde immer unklarer.“
Dass die Cebit nicht mehr zeitgemäss
gewesen sei, monieren viele Kommentatoren. Der Tagesspiegel schreibt sogar,
dass die Cebit zusammen mit vielen Einzelhändlern den Anschluss an die Endkunden
- welche die Messe in den 90er-Jahren zu Hunderttausenden bevölkerten - verpasst
habe:
"Die deutsche IT-Wirtschaft war in den vergangenen Jahrzehnten nicht sehr gut, wenn es um das Verhältnis zum Endkunden ging. Siemens schied wenige Jahre nach der Jahrtausendwende als Computer- und Handy-Hersteller aus dem Rennen ums beste Endgerät aus. Der deutsche Einzelhandel war sich zu sicher, dass am weihnachtlichen Marsch durch die Einkaufsmeilen noch lange kein Weg vorbeiführt. Reisebüros und Banken priesen die Beratungsqualität „unserer Mitarbeiter vor Ort“, bis sie die Miete für ihre Filialen nicht mehr bezahlen konnten. Im Rennen um die Verbraucher und ihre Daten hat die deutsche Wirtschaft tatsächlich versagt. Und zwar krachend.“
Einer der ganz handfesten Gründe für das
Ende der Cebit lag in der erstarkten globalen Konkurrenz. Es wurde schwierig,
die Messeflächen zu vermieten. Aus der wiwo:
“Während Bill Gates 1995 noch das neue Windows vor der Veröffentlichung in Hannover vorstellte, wurden die wirklichen Weltneuheiten in den vergangenen Jahren immer weniger. Viele Konzerne wie Apple und Google präsentieren ihre neuen Entwicklungen inzwischen auf eigenen Veranstaltungen, so müssen sie sich die Aufmerksamkeit des Publikums nicht mit der Konkurrenz teilen. Dazu kommen neuere Veranstaltungen wie die Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona oder die oft zeitgleich zur früheren Cebit stattfindende Digitalkonferenz South by Southwest im texanischen Austin, die der Cebit immer mehr den Rang abgelaufen haben.“
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