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Thursday, July 2, 2020

Airbnb-CEO: Reisen wird wahrscheinlich nie mehr so werden, wie früher

Die Grenzen sind zwar wieder offen, aber bis die Menschen wieder reisen, wird es eine ganze Weile dauern. Destinationen, die vor der Pandemie vollkommen überfüllt waren - wie zum Beispiel Venedig - sind immer noch sehr leer (und die wenigen Touristen, die dort sind, geniessen es). Der Zusammenbruch der Reiseindustrie hat aber enorme wirtschaftliche Folgen – auch im digitalen Sektor.

Entlebuch statt Paris oder London: Das ist gemäss Airbnb-CEO Brian Chesky
der Reisetrend nach der Coronakrise.                        Bild Wikimedia Commons
Hotels, Restaurants, Reisebüros, Fluggesellschaften, Flugzeughersteller: Sie alle sind von der Coronakrise massiv betroffen und mussten gesamthaft zehntausende ihrer Angestellten entlassen oder zumindest vorläufig nach Hause schicken. Natürlich trifft die Krise auch den Star unter den digitalen Reise-Angeboten: Airbnb hat massive Einbrüche zu verzeichnen. Wie wir schon vor eine Weile berichtet haben, zählte Airbnb vor dem Virus rund 150 Millionen Nutzer und Milliarden-Umsätze (über vier Milliarden im Jahr 2019). Die Wachstumsraten waren zweistellig und insgesamt wurden fast 6,6 Millionen Immobilien in 191 Ländern angeboten. Geplant war ein Börsengang im laufenden Jahr: Experten bewerteten den Wert des Unternehmens, das sich allein mit Mietkommissionen  finanziert, mit gegen 40 Milliarden Dollar.
Heute sieht das etwas anders aus:
Während der COVID-19-Pandemie gingen die Buchungen massiv zurück; Schätzungen gehen von 41 bis 96 Prozent aus. Als Reaktion darauf senkte das Unternehmen seine interne Bewertung auf 26 Mrd. USD und plant, den Börsengang zu verschieben. […] Am 5. Mai 2020 schickte CEO Brian Chesky ein Memo an alle Mitarbeiter, in dem er ankündigte, dass das Unternehmen aufgrund der COVID-19-Pandemie rund 1‘900 Mitarbeiter, also etwa 25 Prozent der Belegschaft in Amerika, Europa und Asien, entlassen werde. (Wikipedia)
In einem aktuellen Interview mit der Website Axios erklärt der Airbnb-Chef, welche Reisetrends sich für die Zukunft abzeichnen:
“Die Menschen werden eines Tages wieder in Flugzeuge steigen. Aber ich sehe eine ziemlich permanente Verschiebung und Umverteilung der Reiseziele. Vor dem Virus hat sich der Massentourismus auf etwa 50 oder 100 Städte beschränkt: Alle reisten nach Rom, Paris, London, wohnten im Hotelviertel, benutzten den Doppeldeckerbus. Dann standen sie in der Schlange, um vor einer Sehenswürdigkeit ein Selfie zu machen. Der Anteil dieser Art Reisen wird in Zukunft geringer werden, und ich glaube, dass er durch die Menschen, die kleinere Orte besuchen, etwas verdrängt oder zumindest ausgeglichen werden wird. Die Menschen steigen momentan nicht in Flugzeuge, sie überqueren keine Grenzen, sie reisen nicht in Städte, sie reisen nicht aus geschäftlichen Gründen. Sie benutzen aber ihre Autos, um Destinationen zu besuchen, die einige hundert Kilometer oder weniger weit entfernt sind."
Auch für Geschäftsreisen hat der Airbnb-Boss keinen grossartigen Ausblick:

"Ich glaube, dass viele Menschen merken werden, dass sie nicht in ein Flugzeug steigen müssen, wenn sie sich mit jemandem treffen wollen…“

Monday, March 30, 2020

Airbnb, der Virus und der Wohnungsmarkt

Es war einmal eine digitale Plattform, die dafür entworfen worden war, das Mieten und Vermieten von Übernachtungsgelegenheiten einfacher zu machen. Wie so viele digitale Plattformen, wurde Airbnb extrem erfolgreich - so erfolgreich, dass die Dienstleistungen vielerorts von den Behörden stark eingeschränkt oder sogar verboten wurde. Doch das ist längst nicht mehr das grösste Problem für Airbnb: Das Coronavirus könnte die ganze Erfolgsstory zu einem vorläufigen Ende bringen.

Aus dem Airbnb-Angebot: eine Villa in der Toskana.           Screengrab Airbnb
Wie viele andere Unternehmen auch, wird Airbnb seine Geschichte in die Zeit vor dem Virus und die Zeit nach dem Virus unterteilen müssen. Vor dem Virus zählte Airbnb rund 150 Millionen Nutzer und Milliarden Umsätze (über vier Milliarden im Jahr 2019). Die Wachstumsraten waren zweistellig und insgesamt wurden fast 6,6 Millionen Immobilien in 191 Ländern angeboten. Geplant war ein Börsengang im laufenden Jahr: Experten bewerteten den Wert des Unternehmens, das sich allein mit Mietkommissionen  finanziert, mit über 30 Milliarden Dollar.
Das wird sich wohl, zumindest kurzfristig, ändern. Mietobjekte in Grossstädten wie London, Paris oder New York, sind in den Zeiten der Seuche logischerweise nicht mehr gefragt, dafür können wenigstens Airbnbs auf dem Land teilweise an stadtflüchtige vermieten:
“Die Reisebranche wird von der Pandemie hart getroffen. Das gilt auch für Airbnb, wo die Buchungen auf der ganzen Welt zusammenbrechen, weil die Kunden gezwungen sind, Reisen abzusagen.
Doch die Airbnb-Immobilien in einigen ländlichen Gebieten des Landes scheinen sich diesem Trend bisher widersetzt zu haben, und einige sahen in der vergangenen Woche sogar einen Anstieg der Geschäftszahlen, wie der Ferienvermieter AirDNA mitteilte.“ (businessinsider.com)
Diese Entwicklung wird viele Spekulanten, die, vor allem in Städten, teuere Immbobilien mit Airbnb-Vermietungen finanzieren, in Schwierigkeiten bringen. Sie kann aber auch dazu führen, dass das Angebot an Wohnungen, die für langfristige Mieter zur Verfügung stehen, zunimmt und günstiger wird:
“Da die Krise noch am Anfang steht, bleibt abzuwarten, was die langfristigen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt sein werden. Mehr langfristige Leerstände und der Wettbewerb in den Städten werden vermutlich die Preise nach unten treiben. Aber niemand ist wirklich daran interessiert, jetzt umzuziehen oder gar eine Wohnung zu suchen […] Die Gewinnspannen bei kurzfristigen Mietverträgen sind höher als bei langfristigen, und selbst nach dem Abklingen der Krise wird dieses Prinzip wahrscheinlich Bestand haben. Ob langfristige Einheiten wieder zu kurzfristigen zurückkehren, ist die sich abzeichnende Frage. Dennoch ist die Krise ein Weckruf für Menschen, die grosse Wetten auf Plattformen wie Airbnb abschliessen - für diejenigen, die 20 Pachtverträge mit der Absicht abgeschlossen haben, sie kontinuierlich zu vermieten, oder für diejenigen, die grosse Bankkredite aufgenommen haben, um Eigentumswohnungen zu kaufen und sie zu "Geisterhotels" umzuwandeln.“ (nymag.com)
Bei Airbnb hat man jedenfalls den Ernst der Lage erkannt. Gemäss einem Bericht von CNBC will das Unternehmen einen Einstellungsstopp einführen und momentan kein Geld für Marketing mehr ausgeben. Die Firmengründer wollen auf ihr Gehalt verzichten, und Führungskräfte müssen für die nächsten sechs Monate eine Gehaltskürzung von 50 Prozent in Kauf nehmen. Ausserdem wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass ihr Bonus für 2020 wohl ausfallen werde.

Thursday, August 15, 2019

Eine gute Idee wird zum Problem

Airbnb, die digitale Plattform für Reiseunterkünfte, sorgt vor allem an touristischen Hotspots immer öfter für Unmut. Was einst  eine ausgezeichnete Idee war, die sich die digitale Allgegenwärtigkeit des Smartphone-Zeitalters  zu Nutze macht, ist für viele Bürger zum Ärgernis geworden, das zum Dichtestress und zur Verteuerung des Wohnraums - sprich, des Alltags beiträgt.

An Angeboten mangelt es nicht: Airbnb bietet unzählige Übernachtungs-
möglichkeiten allein in Luzern.                                   airbnb.com Screengrab 
Die Idee war eigentlich genial, das Zielpublikum jung, unkompliziert und auf günstige Unterkünfte angewiesen. Daher auch der Name Airbnb, der signalisiert, dass eine Luftmatratze und ein Frühstück für wenig Geld zu haben sind.
Das hat sich allerdings tiefgreifend verändert. Wie viele andere Plattformen der Sharing-Economy funktioniert Airbnb so gut - sowohl für Mieter, als auch für Vermieter - dass das Unternehmen vom eigenen Erfolg eingeholt wurde. Airbnb ist so allgegenwärtig geworden, dass es vielerorts eine Grundlage unserer Gesellschaft verändert, nämlich die Möglichkeit eine Wohnung zu einem erschwinglichen Preis zu finden. Ausserdem verändert Airbnb auch die Zusammensetzung ganzer Quartiere und sogar Städte. Statt Einwohnern, gibt es Touristen und alle unangenehmen Begleiterscheinungen. Paris, Venedig und teilweise auch Luzern können ein Lied davon singen. Gerade in Luzern haben Aktivisten kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass durch Airbnb-Vermietungen immer mehr echter Wohnraum verschwindet. Kein Wunder, mit solchen Objekten kann sehr viel Geld verdient werden - bis zu 17‘000 Franken pro Monat kann eine Wohnung in der Luzerner Altstadt einbringen:
“Airbnb [ist ]für die Vermittlungsfirma Keyforge ein gutes Geschäft. Sie vermietet in Luzern gesamthaft 37 Wohnungen über Airbnb und andere Plattformen. Nach Berechnungen der SP-Politiker Cyrill Studer und David Roth sei mit einer 4,5-Zimmer-Wohnung in der Neustadt bis zu 9000 Franken Ertrag monatlich zu erzielen. Ein anderes Haus mit ausschliesslich kommerziell vermieteten Apartments liegt am Hirschenplatz im Herzen der Altstadt – ebenfalls vermietet über die Agentur Keyforge. Das Haus gehört der NLU Immobilien mit Sitz in Luzern. Die Firma hat das historische Haus mit der einst beliebten Beiz mit einem Etablissement in den oberen Etagen 2015 gekauft und aufwendig umgebaut. Statt einer Kontaktbar gibt’s die schicken Apartments «Hirschen 1 bis 7». Bis zu 549 Franken kosten die Objekte pro Nacht…“ (zentralplus.ch)
Immerhin ist man in Luzern noch nicht soweit, wie in Ibiza: Da werden, gemäss Handelszeitung, sogar Balkone mit einer Matratze auf Airbnb zur Vermietung angeboten.
Tatsächlich lohnt es sich für viele Vermieter viel mehr, eine Wohnung kurzzeitig statt langfristig zu vermieten.  Die Welt zitiert eine Berechnung des Deutschen Städtetags, die zeigt, dass es (in Deutschland) fast dreimal rentabler ist, an Touristen zu vermieten, als an einen Dauermieter:
“So lag der Durchschnittspreis für eine auf Airbnb angebotene ganze Wohnung 2018 bei durchschnittlich 83 Euro. Eine Vollvermietung an 365 Tagen hätte 30.295 Euro an Einnahmen gebracht, abzüglich Betriebs- und Nebenkosten (drei Euro pro Quadratmeter) blieben bei einer mittleren Wohnungsgröße von 72 Quadratmetern noch 27.703 Euro. Für dieselbe Wohnung würde der Eigentümer bei einer Nettokaltmiete von beispielsweise zwölf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche lediglich 10.368 Euro jährlich verdienen. Demnach würde es reichen, die Wohnung nur an 137 Tagen bei Airbnb zu vermieten, um auf den gleichen Betrag zu kommen.“
Da die Vermietung von Airbnb-Unterkünften derartig rentabel ist, darf man davon ausgehen, dass die Zahlen nicht zurückgehen werden - ausser in Städten und Regionen, wo die Vermietung gesetzlich eingeschränkt wird. Andernorts wird das System das Problem vielleicht auch selber lösen: ganz einfach über Angebot und Nachfrage. Es scheint dass viele Airbnb-Angebote schlicht zu teuer sind, auch wenn Reinigungs- und andere Arbeiten einberechnet werden. Wenn die Reisenden das merken, wird sich der Vermieterboom hoffentlich zumindest teilweise selber regulieren.

Thursday, December 20, 2018

Die Kunden der Sharing Economy müssen sparen

Die Sharing Economy, so haben wir uns sagen lassen, sei deshalb so beliebt, weil sie so cool sei. Allerdings scheint dies nicht der einzige Grund für die Popularität zu sein.  Millennials, also junge Menschen, die heute zwischen 20 und knapp 40 Jahre alt sind, sind die intensivsten Nutzer von AirBnB, Uber und Co., und sie haben scheinbar auch konkrete Gründe dafür.

Airbnb ist ein wichtiger Player in der Share Economy.         Bild maxpixel.net
Die Sharing Economy hätte es in der heutigen Form nie gegeben, ohne die Digitalisierung unserer Gesellschaft  während der letzten 40 Jahre. Die digitale Technolgie und die Vernetzung durch Smartphones hat es möglich gemacht, dass Konzepte wie Airbnb und Uber überhaupt funktionieren.
Es ist noch nicht lange her, dass der Besitz von Dingen für viele Menschen wichtig war und den Status markierte.  Heute ist Besitz in vielen Fällen keinen Indikator für Reichtum mehr. Das ist sicher ein Grund dafür, dass Minimalismus floriert und ist nicht nur praktisch, sondern auch cool, wie bereits erwähnt . Noch wichtiger, teilen kostet auch weniger als besitzen, und hier liegt gemäss einer neuen Amerikanischen Studie der Hase im Pfeffer. Zitat aus der Welt:
“Wir fanden kaum Hinweise, dass der Konsumgeschmack und die Konsumpräferenzen der Millennial-Haushalte geringer ausgeprägt sind als bei früheren Generationen“, lautet das erstaunliche Ergebnis, wenn die gleichen Maßstäbe bei Einkommen, Demografie und diversen anderen Parametern angelegt werden. Die Millennials wohnen also nicht unbedingt deshalb im Urlaub in Airbnb-Unterkünften, weil sie das für eine tolle Erfahrung halten – sondern weil sie sich vergleichbare Hotelzimmer nicht leisten können. Sie fahren nicht deshalb mit Uber statt mit einem herkömmlichen Taxi, weil sie das schöner finden, sondern weil es günstiger ist. Und sie leihen sich nicht deshalb ein Auto bei Flinkster, weil sie die Umwelt schützen wollen, sondern weil sie für einen eigenen Pkw nicht genug Geld haben. Das mag nicht für alle Nutzer so gelten, für die Mehrheit tragen aber knappe Finanzen zu diesen Entscheidungen bei.“
 Die Autoren der Studie vermuten, dass die Millennials die Opfer der großen Finanzkrise von 2008 sind. Vor zehn Jahren habe dieser Abschwung seinen Anfang genommen, als sie zwischen elf und 27 Jahre alt waren, und er habe in der Generation Spuren hinterlassen.

Millennials sind also gar nicht so anders, was den Konsum betrifft, als die Generationen vor ihnen, obwohl sie sich bezüglich digitalem Verhalten unterscheiden:  Sie sind mit den neusten digitalen Errungenschaften aufgewachsen und bedienen sie mit grosser Leichtigkeit. Eine Tatsache, die sicher auch dazu beiträgt, dass digitale Dienste ohne Hemmungen genutzt werden - was man von vielen Babyboomern nicht behaupten kann.

Friday, May 11, 2018

Die Digitalisierung treibt die Wohnungspreise in die Höhe


Es ist erst zehn Jahre her, dass Airbnb in San Francisco anfing, Zimmer zu vermieten. Heute hat sich die Plattform zu einer gigantischen Tourismusdienstleistung mit 300 Millionen Usern entwickelt. Allerdings beeinflusst Airbnb nicht nur die Reisepläne seiner Kunden: Das Unternehmen treibt durch seinen Erfolg vielerorts die Wohnungspreise in die Höhe.

New York City by Night: Die Stadt ist auch für Airbnb-Kunden eines der
beliebtesten Reiseziele.                                                                  Bild Pixabay
Die neusten Meldungen kommen aus New York City, einem der beliebtesten Reiseziele der Welt, wo die Preise fürs Wohnen in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet über eine Untersuchung, die zeigt, dass die Mieter in New York City in einem Jahr ganze 616 Millionen Dollar mehr Miete bezahlt haben - wegen Airbnb. Der Report kommt vom Comptroller der City, der verglichen hat, wie stark Wohnungsmieten mit und ohne Airbnb-Geschäft angestiegen sind. Dass die Vermietung von Unterkünften durch Airbnb die Wohnungspreise in die Höhe treibt, ist nicht verwunderlich: Eigentümer, die ihre Wohnung auf diese Weise für kürzere Zeitspannen vermieten, entfernen diesen Wohnraum damit vom regulären Wohnungsmarkt, was das Angebot reduziert und die verbleibenden Wohnungen verteuert.
Deshalb ist New York City längst nicht die einzige Stadt, die sich, was die Wohnungspreise betrifft, über Airbnb beklagt. In Paris zum Beispiel, wehren sich viele Einwohner und auch die Behörden schon seit langem gegen das Überhandnehmen von Touristenunterkünften in Wohnungen. Gerade jetzt hat die Stadt angekündigt, Airbnb einzuklagen, weil die Plattform 43‘000 Unterkünfte listet, die nicht bei den Behörden registriert sind. Paris ist natürlich nur eines von vielen Beispielen: Auf der griechischen Insel  Mykonos, die Airbnb zu den 20 Top-Reisezielen in Europa zählt,  sei die Wohnungssituation inzwischen extrem schwierig, meldet der Spiegel:
“In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl der Buchungen rasant an. Inzwischen reisen jährlich mehr als zwei Millionen Touristen auf die kleine Insel mit gerade einmal 14.000 Einwohnern. Die Nachfrage nach Häusern, Wohnungen und Apartments ist enorm. Viele Eigentümer haben ihre Wohnungen dem Mietmarkt entzogen, um sie Touristen auf der Plattform Airbnb anzubieten.“
Auch an Orten, wo die Sonne weniger lang scheint, wird die Digitalisierung des Wohnungsmarktes zum Problem, wie bzbasel berichtet:
“Die grosse Anzahl Airbnb-Angebote in Basel bedrängt nicht nur die Hotellerie, sondern verteuert und verknappt auch das Angebot an Mietwohnungen. Der Basler Mieterverband geht davon aus, dass die Kurzzeit-Vermietungen via Vermittlungsportal bereits jetzt «preistreibend auf den Basler Wohnungsmarkt wirkt», wie Co-Geschäftsführer Beat Leuthardt sagt. […] Dennoch erhebt der Kanton aktuell keinerlei Zahlen zur sogenannten Para-Hotellerie. In anderen Städten ist das Phänomen exakter untersucht: So geht die holländische Grossbank ING in einer Studie davon aus, dass Käufer für eine Wohnung im Amsterdamer Zentrum bis zu 100 000 Euro mehr bezahlen, weil sie sie an 60 Tagen auf Airbnb vermieten können (was in den Niederlanden das gesetzliche Maximum ist). In Berlin ist das gewerbliche Vermieten ganzer Wohnungen an Touristen seit Mai 2016 sogar komplett verboten – mit Bussen von bis zu 100‘000 Euro.“
mdr.de präsentiert am Beispiel der tschechischen Hauptstadt Prag, wie sich Airbnb ganz konkret auf das Leben eines Mieters auswirkt:
“Er hat das Leben fünf Minuten vom Nationaltheater und zehn Gehminuten von der Karlsbrücke genossen. Bis zum vergangenen Juni. Überraschend teilte ihm sein Vermieter mit, dass der Mietvertrag nicht verlängert wird. Der Vermieter hat sich entschieden, die Wohnung für sogenannte Kurzmieten anzubieten. Michael hat monatlich für die 80 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung umgerechnet 1.200 Euro bezahlt. Eine solche Wohnung in dieser Lage kann man über Airbnb aber locker für ca. 130 Euro pro Nacht anbieten. Das ist sehr günstig für Touristen, wenn diese zum Beispiel zu viert die Wohnung anmieten, und auch vorteilhaft für den Vermieter, der dann monatlich bis zu 4.000 Euro einnehmen kann. Nur für Michael war es sehr ungünstig…“


Tuesday, August 22, 2017

Airbnb und die Sonnenfinsternis

Die Sonnenfinsternis, die kürzlich die Amerikaner zu Tausenden in ihren Pfad gelockt hat, beweist nicht nur die Anziehungskraft astronomischer Phänomena, sondern sagt auch etwas über die Leistungsfähigkeit der Internetplattform Airbnb.

Wer im Bereich der totalen Sonnenfinsternis eine Unterkunft vermietete, konnte
einen guten Preis dafür verlangen.                              Bild Wikimedia Commons
Der Streifen, in dessen Bereich am 21.August die totale Sonnenfinsternis in den USA zu sehen war, wurde für diesen Tag zum beliebtesten Reiseziel in den USA. Davon profitierten unzählige Hotels und Retsaurants – aber eben auch Airbnb. Denn schliesslich mussten viele der Astrotouristen irgendwo übernachten, sei  es auf einem Zeltplatz, in einer Turnhalle oder in einem Gästezimmer. Hotels, Motels und offizielle Campingplätze hatten nicht die Kapazität, um den Ansturm zu bewältigen und die Zimmerpreise stiegen zum Teil extrem an. Auch Airbnb schnitt sich eine Scheibe vom Geschäft ab, wie fortune.com berichtet:
Mehr als 29’000 Privathäuser, Einzelzimmer, Zeltplätze und Wohmmobile wurden im Pfad der Sonnenfinsternis von Airbnb zur Vermietung angeboten. Mehr als 50‘000 Menschen mieteten eine dieser Unterkünfte.
Am Beispiel der Kleinstadt Rigby (4000 Einwohner) im US-Bundesstaat Idaho zeigt sich, welche Funktion Airbnb für viele Sonnenfinsternis-Touristen übernahm. In Rigby gibt es eine Pension und ein Motel – in der Nacht auf den 21. August 2016 verbuchten diese Unterkünfte eine einzige Übernachtung. Ein Jahr später, in der Nacht vor der Sonnenfinsternis, übernachteten 700 Menschen in Rigby – weil viele Privatpersonen per Airbnb  Schlafgelegenheiten vermieteten. Zwar waren diese nicht billig. Der Durchschnittspreis eines Airbnb betrug 127 US-Dollars – doppelt so teuer wie im letzten Jahr. Das Motel in der Stadt verlangte 330 Dollar pro Nacht – das Dreifache des normalen Preises.
Airbnb, eine Internetplattform, die inzwischen rund 31 Milliarden Dollar wert ist, benutzte die Gelegenheit, um amerikaweit mit Marketingaktionen auf sich aufmerksam zu machen – als günstigere Hotelalternative.
Und genau diese Nachricht kommt bei immer mehr Reisenden an. So berichtet die Wirtschaftsagentur Bloomberg, dass auch Geschäftsreisende immer öfter bei Airbnb mieten. Das Wachstum ist eindrücklich: im Jahr 2015 waren gerade mal 250 Unternehmen mit Airbnb für Geschäftsreisen registriert. Heute sind es 250‘000 Firmen.
Das beunruhigt natürlich auch Hotelunternehmer: “Der Neue verwüstet das Hotelzimmer“, übertitelte die NZZ kürzlich einen ausführlichen Artikel zum Thema. Zitat:
“Airbnb […] besitzt kein einziges seiner Objekte, sondern vermittelt sie nur. Darum kann das Modell so rasch wachsen. Jeder kann heute mit Airbnb zum Hotelier werden, ob er ein Baumhaus im Garten stehen hat (das Beispiel ist nicht erfunden), ein Schloss besitzt oder ganz einfach Mieter einer Stadtwohnung ist. Eine Finanzierungsrunde hat dieses Jahr das privat gehaltene Jungunternehmen mit 31 Mrd. $ bewertet. Falls Airbnb in der nächsten Zeit an der Börse kotiert werden sollte und weiter an Wert gewinn, ist es denkbar, dass die Firma die ehrwürdige Hotelkette Marriott entthront.“

Wednesday, November 9, 2016

Geschäftsreisen mit Airbnb

Airbnb scheint nicht nur bei Privatleuten gut anzukommen, sondern auch bei Geschäftsreisenden. Eine neue amerikanische Untersuchung zeigt, dass Airbnb immer öfter auch im Business genutzt wird. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen werden stetig mehr Unterkünfte auf diese Art gebucht. Die Zahlen zeigen aber auch, dass grosse Hotels in diesem Reisesegment die Nase immer noch weit vorne haben.

Zimmer mieten per Airbnb: Immer öfter machen das auch Unternehmen.
                                                                                                    Screengrab Airbnb
Millionen von Reisenden buchen ihre Unterkünfte auf der Community-Plattform Airbnb – insgesamt werden da ständig mehr als zwei Millionen Inserate aus mehr als 190 Ländern publiziert. Die Airbnb-Geschäftsreisestudie wurde von Concur, einem weltweiten Anbieter von integrierten Reise- und Kostenmanagementlösungen durchgeführt. Sie basiert auf einer Gruppe von Kundendaten, die Ausgaben von 77 Millionen Dollar bei Airbnb repräsentieren.
Dabei zeigt sich, dass im zweiten Quartal dieses Jahres ein Wachstum von 44 Prozent zu verzeichnen war, was die der Anzahl von Geschäftsreisenden betrifft, die Airbnb-Unterkünfte abrechnen. Tim MacDonald von Concur erklärt:
"Die Daten zeigen uns, dass die Verwendung von Airbnb in allen Segmenten und Branchen insgesamt zunimmt, dass aber die Dynamik bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie in den Segmenten Technologie und höhere Bildung am stärksten ist.  Zwar machen die Ausgaben für Hotels unvermindert den Großteil der Unterbringungskosten von Unternehmen aus, aber die Zahl der Geschäftsreisenden, die alternative Unterkünfte ausprobieren, nimmt zu, besonders während wichtiger Konferenzen und Veranstaltungen."
Concur stellte fest, dass die Anzahl der Organisationen, die Airbnb verwenden, um 32 Prozent stieg. Eine tiefergehende Analyse zeigt, dass die Bereitschaft, bei Airbnb zu buchen, bei kleinen und mittleren Unternehmen am höchsten ist. Im Durchschnitt gaben diese Firmen im zweiten Quartal dieses Jahres 2'800 Dollar bei Airbnb aus; einige Firmen buchten gar für über 20‘000 Dollar.
Interessant ist die Analyse der Nutzergruppen: Dabei handelt es sich vor allem um Technologiefirmen und den akademischen Sektor. Einer der Treiber für geschäftliche Buchungen sind natürlich grosse Konferenzen – wie bei herkömmlichen Hotels auch.

Die Studie zeigt, dass Hotels, die sich auf Geschäftsreisende spezialisiert haben, sich trotz des enormen Erfolgs von Airbnb noch nicht allzu sehr fürchten müssen: Business-Reisende buchen nämlich immer noch 250mal mehr Übernachtungen in grossen Hotels als bei der Internet-Plattform Airbnb. Ausserdem ist Airbnb vielerorts so gross geworden, dass sich Städte gegen die negativen Einflüsse zu wehren beginnen. Das Wachstum der Vermietungsplattform könnte dadurch in Zukunft empfindlich eingeschränkt werden.

Sunday, August 9, 2015

Mit Uber und AirBnB in die Zinswende?

Die amerikanische Notenbank steht vor der Entscheidung, ob sie endlich die Zinswende einleiten will. Der Entscheid fällt in der digitalen Gesellschaft nicht so leicht, wie früher, als sich die Notenbanker noch ausschließlich auf die althergebrachten wirtschaftlichen Indikatoren verlassen konnten. Ökonomen glauben, dass die sogenannte “Share-Economy“ diese traditionellen Statistiken alt aussehen lässt und in den Entscheidungen der Spitzenbanker zu wenig Gewicht findet.

Das Eccles-Genäude der Amerikanischen Notenbank in Washington DC.
                                                                                       Bild Dan Smith/Wikipedia
Die Share-Economy wächst und wächst; heute schon spielt sie eine wichtige Rolle in der globalen Wirtschaft. Das wissen auch die Teilnehmer der traditionellen Wirtschaftsformen: Obwohl (oder gerade weil) diese sich oft in einem sklerotischen Zustand befinden, haben viele ihrer Vertreter, wie zum Beispiel Gewerkschaften oder Unternehmensverbände, ein Interesse daran, die Neuankömmlinge unter Druck zu setzen. In vielen Ländern und Städten wurde zum Beispiel der Uber-Fahrdienst verboten. Trotzdem steigt der Wert von Uber immer weiter an. Ganz ähnlich sieht es mit AirBnB aus, wo es darum geht, private Unterkünfte zu vermieten. Strikte Vorschriften, die oft durchaus berechtigt sind, lassen sich nur schwer durchsetzen.
Immerhin hat der Boom der Share-Economy dazu geführt, dass die herkömmlichen Wirtschaftszahlen vielen Ökonomen nicht mehr genügen. Zitat aus der Handelszeitung:
“Neue Internet-Geschäfte mit dem Teilen von persönlichem Besitz haben bereits Milliarden Dollar an Investorengeldern angelockt. Webseiten wie das Wohnungsportal AirBnB oder der Taxidienst Uber boomen in den USA. In die Daten der US-Ökonomen zur Entwicklung Produktivität scheint diese «Sharing Economy» bislang aber kaum Eingang zu finden. […] Seit der Weltwirtschaftskrise 2008/09 hat die Produktivität in den USA laut Daten der Ökonomen gerade einmal 1,25 Prozent im Jahr zugelegt. Davor war der Zuwachs doppelt so stark. Manche Volkswirte sagen, die Auswirkungen der «Sharing Economy» und anderer neuer Entwicklungen würden nicht genügend berücksichtigt – in Wahrheit liege der Produktivitätsfortschritt deutlich höher. Dann aber wäre die US-Wirtschaft in womöglich besserer Verfassung als es offizielle Statistiken vermuten liessen und Yellen könnte eine Zinsanhebung leichter fallen.“
Natürlich gibt es zahlreiche Ökonomen, die die ganze Sache nicht so wild sehen; auch sie kommen im Artikel der Handelszeitung zu Wort.
Eines ist aber sicher: Was die Share-Economy betrifft, herrscht Handelsbedarf. Kapitalistische Liberalisten möchten die Entwicklung uneingeschränkt laufen lassen, weil sie glauben, dass dadurch langfristig der allgemeine Wohlstand vergrössert wird, auch wenn es kurzfristig Härtefälle gibt (zum Beispiel arbeitslose Taxichauffeure). Andere verlangen zumindest gewisse Massnahmen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln ist kürzlich mit dem Thema an die Öffentlichkeit getreten:
"Der Gesetzgeber muss sich die Regeln und Vorschriften genau angucken – und vor allem schnell“, fordert auch Vera Demary vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW). Ein „angemessener regulatorischer Rahmen“ sei eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass sich der Markt dynamisch weiterentwickeln könne. Auch Demary ist sich der Gratwanderung bewusst: Zwar warnt sie eher vor einer Überfrachtung eines Regelwerks, eine völlige Aufweichung der Regularien sei aber auch nicht sinnvoll: „Wichtig ist, dass fairer Wettbewerb möglich ist."
 Ob die Share-Economy bei der kommenden Zinswende den wirklich eine Rolle spielen wird, werden wir von der Fed Chefin Janet Yellen wohl nie erfahren.

Sunday, May 24, 2015

Marktwirtschaft, Gier und die digitale Gesellschaft

Wo hört die nutzbringende Marktwirtschaft auf, und wo fängt die Gier an? Das Internet hat Geschäftsmodelle möglich gemacht, die das Potential haben, in kürzester Zeit althergebrachte Geschäftsmodelle zu zerstören und traditionell gewachsene soziale Strukturen zu bedrohen – wie zum Beispiel den Fahrdienst Uber oder den Vermietungsdienst Airbnb. Davon profitieren vorerst mal die Kunden – durch ein besseres, grösseres und günstigeres Angebot – genau wie es im Ökonomielehrbuch steht. Allerdings zeigt sich, dass das rasante Wachstum dieser Dienste auch drastische Folgen haben kann.

Sicht auf den Eiffelturm: Die Pariser Stadtverwaltung schätzt, dass bis zu 30'000
Wohnungen illegal über Airbnb vermietet werden.                                     Bild PfW
Das digitale Geschäftsmodell hat sowohl für Uber als auch für Airbnb zu enormem Wachstum geführt. Investoren glauben an ein gewaltiges Potential; Airbnb soll heute, sieben Jahre nach der Gründung, 20 Milliarden US-Dollar wert sein. Ähnliches gilt für Uber: Das Unternehmen ist sechs Jahre alt und wird gemäß Wall Street Journal bereits auf einen Wert von 41 Milliarden US-Dollar geschätzt. (Wie seriös solche Bewertungen sind, und wie sie zu Stande kommen, ist eine andere Geschichte, deren wir uns bei Gelegenheit annehmen werden.)
Beide Unternehmen funktionieren auf einer ähnlichen Basis: Sie vermitteln Dienstleistungen per digitalem Medium, die sehr gesucht sind und mit dem Smartphone, dem Tablet oder dem PC unkompliziert und günstig gebucht werden können. Ausserdem bedienen sie zwei Eigenschaften, welche einen grossen Teil unseres Verhaltens bestimmen: nämlich Bequemlichkeit und Preisbewusstsein – oder gar Geiz. Doch der Reihe nach.
Airbnb hat seinen Namen eigentlich von der Idee, bei jemandem auf der Luftmatratze zu übernachten – mit Frühstück. Wikipedia erklärt:
“Private Vermieter vermieten ihr Zuhause oder einen Teil davon unter Vermittlung des Unternehmens, jedoch ohne dass Airbnb rechtliche Verpflichtungen übernimmt. Von der Gründung im Jahr 2008 bis zum Juni 2012 wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als zehn Millionen Übernachtungen über Airbnb gebucht. Kritik entzündete sich daran, dass viele der Vermieter keine Steuern auf ihre Einnahmen zahlen und dass sich nicht mehr nur private Gastgeber, sondern umfangreiche kommerzielle Strukturen dahinter entwickelt haben[…] Nach eigenen Angaben stehen auf der Website über eine Million Inserate in 190 Ländern zum Angebot.“
Tatsächlich scheint das Geschäft hervorragend zu funktionieren, auch wenn es hin und wieder mal schlechte PR gibt.
Nun regt sich aber in vielen Städten grundsätzlicher Wiederstand gegen jene, die über Airbnb kommerziell vermieten. Zum Beispiel in Paris, wie die Welt berichtet:
“Anwohner beklagen sich auch über Lärm, über rücksichtslose Gäste, die spätnachts ihre Parisbegeisterung hinausgrölen oder mit ihren Koffern durch kostbare Treppenhäuser rumpeln und die Wände zerkratzen. Fleischereien und Fischläden schließen, weil sich die neu gemischte Klientel im Viertel mehr für Andenken als für Rinderkoteletts und Steinbutt interessiert. Bäckereien verwandeln sich in Boutiquen, Apotheken in Restaurants. Und nur Touristen gönnen sich ein süßes Gebäckteilchen für sieben Euro, das eine Bäckereiboutique wie Profiterole Chérie verkauft, als wäre es Schmuck.
Am meisten aber wird der fortschreitende Verlust gewachsener Sozialstrukturen bedauert: "Man fühlt sich wie im Hotel", beklagt eine Bewohnerin der Rue Vieille du Temple, die am Musée Picasso vorbeiführt. Von den 40 Wohnungen in ihrem Haus sind inzwischen zehn regelmäßig an Touristen vermietet.“
Auch Uber, der Fahrdienst für Leute, die besseren Service und tiefere Preise suchen, als sie von einem registrierten Taxiunternehmen bekommen, hat Probleme. Taxifahrer wehren sich; inzwischen ist Uber vielerorts, vor allem in hochregulierten Ländern wie Frankreich oder Deutschland, wo Gewerkschaften Einfluss auf die Regierungen ausüben können, ganz  oder teilweise verboten. In den USA aber boomt das Geschäft, und Artikel, wie jener der heute Sonntag in der New York Times zum Thema publiziert wurde, kurbeln das Geschäft weiter an.
Trotz aller Versuche, den Markt einzuschränken, ist nicht anzunehmen  - und wohl auch nicht wünschenswert - dass derartige Unternehmen auf die Dauer in die Schranken gewiesen werden können, denn die User wollen nicht mehr darauf verzichten. Oder wie es John Naughton in der Britischen Zeitung The Guardian formuliert: “Bequemlichkeit macht Heuchler aus uns allen.“
Er hat wohl recht. Wenn uns jemand Bequemlichkeit bietet, dann nehmen wir sie meistens gerne an – auch wenn wir persönlich mit unserer Privatsphäre dafür bezahlen oder andere Menschen Nachteile dafür in Kauf nehmen müssen.