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Wednesday, August 25, 2021

Im Robo-Taxi durch San Francisco

Wenn Sie das nächste Mal in San Francisco ein Taxi stoppen, könnte es womöglich ein Robotaxi sein. Die Alphabet-Tochter (und Google-Schwester) Waymo hat nämlich in der amerikanischen Grossstadt ein Robotaxi-Programm lanciert. Dabei lässt man sich nicht lumpen: Die Fahrzeuge sind vom Besten: Sie kommen von  Jaguar. 

Der elektrische Jaguar I-PACE wird von Waymo als autonomes Taxi eingesetzt. Bild Pixabay

Der Ankündigung gingen viele Jahre von Test voraus, die vor Ort durchgeführt wurden. Seit 12 Jahren arbeitet die Firma darauf hin, autonome Taxis für alle Kunden anzubieten – im Moment sind es allerdings nur registrierte Passagiere, die akzeptiert werden.  Den Anfang machten die Waymo-Mitarbeiter selber; sie konnten den Taxidienst als erste benutzen. 

Das Programm mit den registrierten Fahrgästen – Waymo nennt sie “Trusted Testers“ – sei ein forschungsorientiertes Programm, das zum ersten Mal die Bürger von San Francisco einlade, aktiv bei der Gestaltung der Zukunft  eines vollautonomen Taxiservices zu helfen. Jetzt können die Einwohner von San Francisco also zum ersten Mal eine autonome Fahrt in einem vollelektrischen Jaguar I-PACE-Fahrzeug, dermit der Waymo-Driver-Technologie der fünften Generation ausgestattet ist, in Anspruch nehmen. Während dies eine Premiere für San Francisco ist, hat Waymo diesbezüglich bereits Erfahrung. In den letzten vier Jahren wurde in der Grossstadt Phoenix in Arizona der erste öffentliche, vollständig autonome Taxi-Service angeboten (wir haben darüber berichtet). Seit Oktober 2020 habe man nun zehntausende vollständig autonome Fahrten durchgeführt und durch jahrelange Erfahrung den Ansatz verfeinert, der sich an einem klaren Sicherheitsrahmen und dem Feedback der Fahrer orientiert. 
Die Passagiere in San Francisco können autonome Fahrten für ihre alltäglichen Bedürfnisse überall im Servicegebiet in Anspruch nehmen. Alle Fahrten werden vorerst von einem Spezialisten begleitet, und die Passagiere sind angehalten, Feedback zu ihren Fahrten geben. 


Saturday, October 10, 2020

Das Taxi ohne Fahrer ist bereits unterwegs – und es kommt von Google

Das ist ja schnell gegangen: In Phoenix, im Bundesstaat Arizona, ist es ab sofort möglich, ein Taxi zu bestellen, dass autonom, also ohne Fahrer, unterwegs ist. Allerdings ist auch kein Fahrer da, der dabei hilft, den Koffer in den Kofferraum zu hieven. 

Das fahrerlose Waymo-Taxi wird per App bestellt.
                                                                           Screenshot App Store

Waymo ist eine amerikanische Firma, die sich auf die Entwicklung autonomer Autos spezialisiert hat. Und wie so viele andere Firmen im digitalen Bereich gehört auch Waymo zu Alphabet, der Muttergesellschaft von Google. Wenn also das Taxi in Phoenix anrollt und kein Fahrer drinsitzt, kommt es sozusagen von Google… 
Waymo hat seinen kommerziellen selbstfahrenden Taxidienst in Phoenix, Arizona, schon seit einiger Zeit betrieben – unter dem Namen Waymo One, für ausgewählte Kunden. Nun soll der Service ab sofort der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wie das Unternehmen mitteilt. Benutzer im Grossraum Phoenix können ihr Taxi mit einer App bestellen, die bei Google Play und im App Store heruntergeladen werden kann. Die Betreiber sind nicht unbescheiden, mit der Beschreibung ihrer Dienstleistung im App Store:

“Geniessen Sie Ihre Reise: Entspannen Sie sich auf dem Rücksitz Ihres privaten, geräumigen und sauberen Autos. Hören Sie Musik, treffen Sie sich mit einem Freund oder machen Sie einfach ein Nickerchen. Sie werden sich auf jede Fahrt freuen.”

Waymo erklärt den potentiellen Fahrgästen auch, wie die autonomen Taxis funktionieren:

“Unsere Kameras, Laser und Radargeräte arbeiten zusammen, so dass der digitale Waymo Driver in alle Richtungen klar sehen kann - bei Tag und bei Nacht. Waymo hat in den letzten 10 Jahren Millionen von Meilen unter allen möglichen Bedingungen zurückgelegt, angefangen in unseren frühen Tagen als Googles Projekt für selbstfahrende Autos. Dazu kommen Milliarden von Meilen, die wir in der Simulation gefahren sind. Der digitale Waymo Driver lernt ständig dazu. Wir lernen mit jedem Kilometer, den wir fahren, dazu, und diese Lektionen werden mit unserer gesamten Fahrzeugflotte geteilt.“

Die ersten Gäste scheinen jedenfalls zufrieden zu sein. Für sie sei das fahrerlose Taxi “ein magisches Erlebnis“ gewesen, heisst es in der Mitteilung des Unternehmens.

Wie so viele anderen Errungenschaften des digitalen Zeitalters, die uns am Anfang “magisch“ erschienen, werden wir uns auch an fahrerlose Autos gewöhnen. Und bald schon wird es eine Generation von Usern geben, die sich nichts mehr anderes vorstellen kann.


Thursday, May 23, 2019

Autonome Autos: Akzeptanz und Aggression

Die meisten Konsumenten freuen sich darauf, dass ihnen ihr Auto in Zukunft das Fahren abnehmen wird. Sie versprechen sich davon Vorteile wie Effizienz und Zeitersparnis. Eine neue Studie des Capgemini Research Institute hat ergeben, dass sich die Präferenz der Verbraucher für das Fahren in selbstfahrenden Autos innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppeln wird. Allerdings zeigen praktische Versuche in Kalifornien, dass die Praxis nicht so reibungslos läuft: Viele Verkehrsteilnehmer hassen die autonomen Fahrzeuge wegen ihres Fahrstils, und diese werden manchmal sogar angegriffen.
Die positive Meldung zuerst: eine Studie über selbstfahrende Autos des Capgemini Research Instituts, hat durchaus eine positive Resonanz bei den Verbrauchern ausgemacht. Während nur 25 Prozent der Befragten es vorziehen würden, in 12 Monaten in einem selbstfahrenden Auto gegenüber einem traditionellen Fahrzeug zu fahren, sagen mehr als die Hälfte, dass fahrerlose Autos bis 2024 ihr bevorzugtes Verkehrsmittel sein werden. 56 Prozent der Befragten sagen sogar, dass sie bereit wären, für ein autonomes Fahrzeug bis zu 20 Prozent mehr als für ein Standardfahrzeug zu bezahlen.
Die Ergebnisse deuten auf eine sich ändernde Wahrnehmung von Mobilität hin. Die Verbraucher glauben, dass autonome Autos eine größere Rolle in ihrem täglichen Leben spielen werden, die über den Akt des Fahrens hinausgehen und auch Autonomie bei der Erledigung von Besorgungen und Aufgaben haben. 49 Prozent der Befragten wäre damit einverstanden, dass selbstfahrende Autos in ihrem Namen eine Besorgung durchführen; mehr als die Hälfte würde darauf vertrauen, dass ein autonomes Fahrzeug Freunde und Familienmitglieder absetzt oder abholt, während jeder zweite erwartet, dass selbstfahrende Autos ihnen helfen, Zeit zu sparen, um andere Aktivitäten zu verfolgen.
Tatsächlich gibt es noch nicht viele Orte, wo selbstfahrende Autos unterwegs sind. Einer davon ist Phoenix im amerikanischen Arizona, wo Google unter dem Namen Waymo seine selbstfahrenden Autos im täglichen Verkehr testen kann. Bis jetzt sind die Tests ohne grosse Unfälle oder Schäden durchgeführt worden. Wie aber der London Telegraph berichtet, haben die autonomen Fahrzeuge mit Aggressionen zu kämpfen:
“Berichte vom letzten Jahr reportieren, dass einige der Autos zum Ziel von Angriffen frustrierter Anwohner geworden waren, die Reifen beschädigten und Steine auf die Fahrzeuge warfen. Zwar scheinen die Bürger von Phoenix entsetzt über die Vorstellung, dass die Autos zu Zielen von Gewalt geworden sind. Aber die Frustration über ihren zu  vorsichtigen Fahrstil ist eine häufige Klage, ebenso wie die Angst von Autofahrern, welche die Waymo-Autos unberechenbar finden und nicht davon ausgehen, dass diese sich wie ein menschlicher Fahrer verhalten. In einem Hotel in der Nähe des Phoenix Airport seufzt die Frau am Schreibtisch über die Erwähnung von Waymo. "Ich hasse diese Autos", sagt sie. "Man wartet hinter einem, um links abzubiegen, und es wartet nur, wartet, wartet, wartet, wartet… in einer Zeitspanne, in der vier oder fünf Autos hätten fahren können."
Waymo sagte, dass die Angriffe eine kleine Minderheit der Tausenden von Meilen betrafen, die von den Autos jeden Tag zurückgelegt wurden. Aber das Potenzial für Feindseligkeit in der Öffentlichkeit ist etwas, das selbstfahrende Autofirmen ernst nehmen sollten, sagt John Suh von Hyundai."Wenn etwas keine Gefühle hat und eine Dienerrolle übernimmt, öffnet das Tür und Tor für Missbrauch", sagt er.“
Vertrauen schaffen, scheint also für autonome Fahrzeuge unabdingbar zu sein. Waymo versucht das unter anderem damit, die Leute in ihren Autos fahren zu lassen. Letztes Jahr führte das Unternehmen sogar einen kommerziellen Taxidienst mit seinen Fahrzeugen ein.

Thursday, December 6, 2018

Autonome Autos mit Notfall-Chauffeur: Google fährt Taxi

Jetzt kommen sie also, die fahrerlosen Taxis, allerdings erst in den USA und immer noch mit Notfall-Chauffeur - im Falle eines Falles. Aber immerhin. In Phoenix im Bundesstaat Arizona ist es jetzt tatsächlich möglich, eine Taxifahrt in einem selbstfahrenden Fahrzeug zu buchen.

Ein autonomer Waymo-Van, wie er auch für den Taxibetrieb verwendet werden
soll, bei einer Testfahrt in Kalifornien.                                        Bild Wikimedia
Waymo gehört zu Alphabet, ist also eine Firma die zum gleichen Konzern gehört wie Google. Momentan können einige hundert Beta-Tester im Grossraum Phoenix eine Fahrt in einem fahrerlosen Taxi mit Waymo-Technologie buchen und bezahlen. Waymo One ist natürlich ein Konkurrent von Uber - oder will zumindest einer werden. Kunden buchen Fahrten und bestätigen ihren Standort durch eine App. Waymo wählt die beste Route und den besten Aussteigepunkt, was bedeuten kann, dass der Passagier einige Minuten zu Fuss zu seinem endgültigen Ziel geht, ähnlich wie bei einem Discountservice, den Uber anbietet. Waymo liefert sogar ein Preisangebot zum Zeitpunkt der Buchung und verwendet die "Upfront Pricing"-Methode, die Uber 2016 als Alternative zum traditionellen Taxameter eingeführt hat.
In diesem Zusammenhang ist eine Aussage interessant, die Waymo-Chef John Krafcik kürzlich an einer Konferenz gemacht hat:
“Er sagte, dass es der Industrie wohl niemals gelingen werde, Autos zu bauen, die zu jeder Jahreszeit und bei allen Wetterlagen autonom fahren können. […] “Autonomie wird immer ein paar Einschränkungen haben“, sagte Krafcik. […] Das größte Potential für autonome Fahrzeuge sieht Krafcik derzeit im Speditionsbereich, wo schon in den nächsten Jahren die ersten selbstfahrenden Lastwägen auftauchen würden. Derzeit werden in den USA etwa 50‘000 Brummifahrer gesucht, wobei der Bedarf an Truckern in den nächsten Jahren auf bis zu 275‘000 steigen soll. Für solche Fahrten seien autonome Systeme sehr gut geeignet: „Güter größtenteils auf Autobahnen von Lager zu Lager zu transportieren ist ziemlich simpel“, sagte Krafcik.“
Der Waymo-Boss ist also trotz praktischer Fortschritte im autonomen Fahren vorsichtig mit seinen Prognosen. Da ist er nicht der Einzige. Der Deutsche Automobilclub ADAC hat kürzlich eine Studie zum Thema machen lassen, die versucht, gewisse Zeitrahmen und Erwartungen abzustecken. Sie sagt voraus, dass Automatisierungsfunktionen ab 2020 zuerst auf Autobahnen funktionieren werden. Bis zum Jahr 2050 könnten dort etwa 40 Prozent aller gefahrenen Kilometer automatisiert zurückgelegt werden. Allerdings wird auf Autobahnen nur ein Drittel der Fahrleistungen erbracht. Systeme, die auch den Stadtverkehr beherrschen und erst recht solche, die auf allen Strassenarten funktionieren, werden laut der Prognos-Studie erst deutlich später auf den Markt kommen. Gerade auf Landstrassen würden Automatisierungsfunktionen jedoch die grösste Wirkung entfalten. Hier wird knapp die Hälfte der Fahrleistungen erbracht, hier sind aber auch mit einem Anteil von 60 Prozent die meisten Verkehrstoten zu beklagen. Entsprechende Systeme für Landstrassen würden aber vermutlich erst gegen 2040 verfügbar sein.“

Wir werden also in den nächsten Jahren viel von autonomen Autos hören. Waymo ist erst der Anfang. Bis die Autos aber wirklich selber fahren lernen, werden noch viele Fahrzeuge von Menschen gelenkt über die Autobahnen brausen. Da vor allem auf Landstrassen schwere Unfälle passieren, also dort, wo die Automatisierung noch länger nicht greifen wird, ist das Potenzial des automatisierten Fahrens für die Verkehrssicherheit vorläufig geringer als allgemein erwartet wird. Gleichzeitig können sicherheitsorientierte Assistenzsysteme, wie Notbrems- und Spurhalteassistenten, schon heute deutliche Steigerungen der Sicherheit bewirken.