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Wednesday, March 17, 2021

Google sperrt Milliarden von Anzeigen

Im letzten Jahr verdiente Google fast 150 Milliarden Dollar mit Werbung im Internet. Aber das Unternehmen akzeptiert bei weitem nicht alle Anzeigen: Wie Google jetzt bekanntgab, wurden im letzten Jahr weltweit 3,1 Milliarden Anzeigen gesperrt – 99 Millionen davon im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie.

Google hat dieses Jahr zum ersten Mal Informationen über Anzeigen-
beschränkungen geteilt.                                           Screengrab Google

Google serviert täglich weltweit viele Milliarden Anzeigen und trägt damit massgeblich dazu bei, dass der durchnittliche moderne Mensch in der heutigen digitalen Gesellschaft schätzungsweise 10‘000 Anzeigen pro Tag(!) zu sehen bekommt. Immerhin sorgen die grossen Plattformen wie Google und Facebook dafür, dass unseriöse Werbung zu einem grossen Teil ausgefiltert wird. Google allein hat im letzten Jahr weltweit 99 Millionen Anzeigen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie blockiert.
Zu den blockierten Anzeigen, die mit Corona zu tun hatten, gehörte Werbung für gefälschte Heilmittel, N95-Masken und natürlich: gefälschte Impfstoffe. Das geht aus einem Transparenzbericht hervor, den das Unternehmen jetzt  veröffentlicht hat.
"Als wir mehr über das Virus erfuhren und Gesundheitsorganisationen neue Richtlinien publizierten, haben wir unsere Durchsetzungsstrategie weiterentwickelt“, sagt Scott Spencer, Vice President of Ad Privacy and Safety bei Google, in einem Blogbeitrag.
Insgesamt hat Google letztes Jahr 3,1 Milliarden Anzeigen blockiert und entfernt. Über 850 Millionen davon wurden wegen Missbrauchs des Werbenetzwerks des Unternehmens sanktioniert. Google schränkte ausserdem 6,4 Milliarden Anzeigen in deren Reichweite ein oder verlangte von den Werbern, bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Bei den Einschränkungen von Anzeigen geht es darum,  Werbung auf der Basis von Geografie, lokalen Gesetzen und Zertifizierungsprogrammen anzupassen, so dass Anzeigen nur dort angezeigt werden, wo sie “angemessen“, geregelt und legal sind. 

Monday, February 25, 2019

Personalisierte Werbung: ein Internet-Dilemma

Die Idee scheint an sich sehr viel Sinn zu machen: Wer im Internet surft, wird mit Werbung bedient, welche die persönlichen Interessen bedient. Doch personalisierte Werbung ist bei  vielen Anwendern gar nicht beliebt. Sie fühlen sich verfolgt und beobachtet, weil sich die Werbung ihren Surfgewohnheiten anpasst.

Die richtige Zielgruppe erreichen war gestern. Am Internet wird Werbung oft
sehr persönlich - auch zum Unwillen der betroffenen Anwender.
                                                                                                   Grafik Pixabay
Am störendsten sind jene Anzeigen, die uns tagelang auf dem Bildschirm verfolgen, nachdem wir im Net ein bestimmtes Produkt gesucht, gefunden und gekauft haben. Aber personalisierte Werbung geht nicht nur dann auf die Nerven. Persönliche Gespräche mit Usern zeigen, dass diese sich verfolgt fühlen, wenn die Werbung ihre Interessen und ihr Leben verfolgt und interpretiert. Das kann dann auch total schief gehen, wie ein Fall in den USA zeigt, wo eine Frau nach der Todgeburt ihres Babys mit Anzeigen für Babybedarf überflutet wurde. Bekannt wurde die Angelegenheit - bei der es sich mit Bestimmtheit nicht um einen Einzelfall handelt - weil sich die Betroffene in der Öffentlichkeit beschwerte.
Es besteht also ein echtes Werbedilemma: So gezielt wie möglich werben - und dafür das Risiko eingehen, die potentiellen Kunden zu verprellen. Tatsächlich geben die meisten Nutzer an, dass sie personalisierte Werbung nicht mögen. Eine Online Umfrage auf techbook.de, die zusammen mit einem Artikel zum Thema geschaltet wurde, ergab gerade mal 4 Prozent aller Leser, die personalisierte Werbung gut finden. Die restlichen 96 Prozent sind nicht begeistert. Trotzdem ist personalisierte Werbung der heilige Gral der Werbeindustrie. Werber möchten soweit kommen, dass sie schon wissen, was Konsumenten kaufen wollen, bevor diese es selber wissen. Da nützt es auch nicht immer, wenn man sich als User diskret verhält, was die eigenen Daten betrifft:
“Die Fühler der Online-Giganten sind weit verzweigt. Facebook erhält nicht nur Metadaten über das weltgrößte soziale Netzwerk, sondern auch durch die Apps seiner Töchter WhatsApp und Instagram. Google bereichert seinen Datenschatz durch Informationen von seinem Betriebssystem Android. Standorte, Kontakte und Nachrichten: Sämtliche Smartphone-Aktivitäten von Nutzern sind den großen Werbenetzwerken bekannt. Um Nutzerprofile für die Werbeindustrie zu schärfen, kaufen sie auch Daten von Drittanbietern zu. Beim Tracking von Internetnutzern haben Werbenetzwerke allerdings nicht völlig freie Hand. Mit der Datenschutzgrundverordnung hat die Europäische Union etwa verschärfte Regeln für Online-Unternehmen aufgestellt. Die breitere Debatte über die Gefahr wachsender Mengen an persönlichen Nutzerdaten, etwa nach dem Cambridge-Analytica-Skandal im Frühjahr 2018, hat viele Unternehmen zu mehr Transparenz bewogen. In den Privatsphäre-Einstellungen von Google und Facebook kann man personalisierte Werbung etwa deaktivieren.“ (kurier.at)
Die Deaktivierung im Browser und bei verschiedenen grossen Werbeanbietern ist tatsächlich ein wirksames Tool. Eine gute Anleitung, wie das zu tun ist, findet sich hier. Wer Werbung wirklich nicht mag, kann noch weiter gehen und auch einen Werbeblocker installieren. Dabei handelt es sich um die effizienteste Art, dem Werbesumpf zu entkommen. Auch das Aufbauen einer Anti-Werbe-Mauer kann allerdings Folgen haben. So können gewisse Inhalte nicht mehr konsumiert werden, wenn keine Werbung erlaubt wird.

Thursday, February 1, 2018

Die Werbung stört - und die Werber werben weiter

Werber und Marketingfachleute freuen sich: Internet-Werbung läuft endlich besser, und immer mehr digitale Medien gehen dazu über, Anwendern, die Werbeblocker einsetzen, den Zugriff auf ihre Seiten zu verwehren. Nach dem Motto, wer lesen will, wird dazu gezwungen, unsere Werbung zu konsumieren. Das Problem ist, dass Werbung nur bei einer Minderheit der User ankommt - der Rest fühlt sich einfach nur genervt. Das gilt besonders für digitale Medien.

                                                                                               Quelle: OmniQuest
Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen OmniQuest-Studie die im Januar in Deutschland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass es schwierig ist, mit Werbung im Internet Menschen zu erreichen - vor allem wenn diese gar nicht an Werbung interessiert sind.
Ähnlich wie bei der Fernsehwerbung, fühlt sich die Hälfte aller Befragten durch Werbung im Internet, also per E-Mail, in sozialen Medien oder auf Webseiten gestört. 60 Prozent aller Studienteilnehmer klicken Werbung im Internet so schnell wie möglich weg - wenn das möglich ist. (Bei der eher klassischen Werbung im Radio, in Zeitungen und Zeitschriften und im Aussenbereich ist das Gefühl der Störung dagegen weniger ausgeprägt.) Was die Werber aber besonders interessieren müsste: Lediglich 15 Prozent der Befragten beachten die Werbung im Internet mit Aufmerksamkeit.
Besonders Onlinewerbung wird ja bekanntlich möglichst zielgenau entsprechend der Eigenschaften und Bedürfnisse der Empfänger platziert. Das gelingt nach Aussage der Mehrheit der Befragten allerdings nur schlecht oder sehr schlecht. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass 39 Prozent der Befragten beim Surfen im Internet einen Werbeblocker verwenden, um so viel Werbung wie möglich zu blockieren. Der Anteil der männlichen Befragten ist dabei mit 45 Prozent höher als jener der der weiblichen Befragten (39 Prozent). Das Problem: Nur 19 Prozent der Befragten sind bereit, für werbefreies Surfen im Internet zu zahlen.
Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass Werbung sehr oft als lästig empfunden wird. Mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie versuchen, Werbung unbedingt zu vermeiden. Weniger als ein Viertel geben an, dass sie sich durch Werbung zum Kauf inspirieren lassen.

Eigentlich könnte man meinen, dass es der Werbebranche darum gehen müsste, die letztgenannten 24 Prozent der Konsumenten zu bedienen - jene, die angeben, sich von Werbung beeinflussen zu lassen. Dass es immer mehr Websites gibt, die Werbeblocker nicht zulassen, ist zwar verständlich, aber völlig unlogisch. Menschen mit Werbung zuzudecken, die diese hassen, wirkt sich letztendlich nur negativ aus: Sowohl auf den Werbeträger als auch auf das Produkt, das beworben wird. In diesem Sinne sind Apps, die das Blockieren von Werbung zulassen, geradezu genial: Sie ermöglichen nämlich sowohl dem Werbeträger als auch der Werbung ihr Zielpublikum zu erreichen - und zwar ohne jegliche Streuverluste.  

Monday, May 8, 2017

Vom E-Commerce zum Content-Commerce

E-Commerce ist längst nicht mehr nur das Anbieten von Waren in Form von digitalen Katalogen. Das momentane Schlagwort, mit dem Online-Shops zum Erfolg kommen sollen, heisst Content und bezieht sich auf die Verschmelzung von Content-Marketing und E-Commerce zum Content-Commerce. Mit anderen Worten: Kunden sollen mit interessanten Inhalten (Content) geangelt und mit Online-Shops (Commerce) an Land gezogen werden.

Content-Commerce: Wervolle Informationen für Kunden, die ein Velo kaufen
möchten - ohne dass auf der gleichen Seite Fahrräder angepriesen werden.
                                                                                               Screengrab sportxx.ch
Kunden werden beim Online-Shopping immer anspruchsvoller. Langweilige Produktelisten, nicht genügend Bilder, falsche Darstellungen oder ein insgesamt veraltetes Seitendesign ohne persönliche Handschrift seien Verkaufskiller, sagen Experten. Den Kaufausschlag gebe letztendlich die emotionale Botschaft, die dem Käufer ästhetisch und informativ vermittle, weshalb ein spezifisches Produkt gerade zu ihm passt. Dabei leiste anspruchsvoller Content im Netz noch mehr. Eine durchdachte Content-Strategie setzt dort an, wo noch gar kein Kaufbedürfnis besteht und holt Webnutzer an unterschiedlichsten Orten im Netz ab. 
“Guter Content ist der Schlüssel, der einen Mehrwert an Informationen liefert und damit auf passende Produkte oder Dienstleistungen verweist. Das steigert Conversionrates und etabliert Online-Shops, Websites und Anbieter als Anlaufpunkt Nummer eins für eine Produktkategorie",
 erklärt Matthias Kant vom deutschen Contentmanagement-Anbieter Pirobase Imperia. Kant stellt fest, dass Kunden ihren Einfluss durch Social Media, Blogs und Bewertungen ganz genau kennen und sich nicht scheuen, ihre Meinung zu äussern. Im E-Commerce stünden deshalb nicht nur die Produkte oder Dienstleistungen auf dem Prüfstand, sondern auch die Webpräsenz eines Anbieters.
Die Agentur Xpose360 erklärt auf ihrer Website wie Content-Commerce funktioniert und wie Content-Marketing definiert werden kann:
“Content Marketing ist keine Werbung im herkömmlichen Sinn, sondern sorgt für Nutzen durch inhaltlichen Mehrwert. Primäres Ziel des Content Marketings ist es, relevante Zielgruppen mit teilungswürdigen Inhalten zu informieren oder zu unterhalten. […] Denn Content, der die User und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund rückt, nervt nicht. Statt die Marke sowie Produkte und Leistungen betont positiv darzustellen, dienen Problemlösungen, Anleitungen, Tipps oder Entertainment als Anregung, Hilfestellung oder Unterhaltung. Sie holen die User emotional ab. Das hat den Effekt, dass diese euch nicht als Werbende wahrnehmen, sondern als Experten auf eurem Gebiet. Stichwort: Imagebildung! So wird Vertrauen aufgebaut und die User ziehen aus den Inhalten einen direkten Nutzen. Diesen belohnen sie gerne, indem sie ihre Kontaktdaten hinterlassen oder direkt Kunde werden.“
Content-Marketing weisst Überschneidungen mit dem sogenannten Native Advertising auf:
“Bei Native Advertising handelt es sich um bezahlte Werbemassnahmen, die hilfreiche und interessante Inhalte zielgerichtet an eine Zielgruppe ausliefern. Native Advertising zeichnet sich dadurch aus, dass der Content in einem vertrauen Umfeld platziert wird und so wie journalistische Inhalte wirkt, denen der Kunde bereits vertraut…“
Das ist die Definition der Marketing-Experten. Offensichtlich besteht heutzutage ein starker Trend, Marketing und News zu vermischen, was an sich nicht negativ sein muss, wenn derartige Inhalte den Usern tatsächlich Nutzen bringen und entsprechend deklariert sind. In diesem Sinne ist auch Content-Commerce eine positive Entwicklung.  

Monday, March 13, 2017

Das iPhone, die Medien – und viel, viel Gratiswerbung

Hat es das eigentlich schon gegeben? Dass viele Medien atemlos über ein Produkt spekulieren, darüber in hunderten oder gar tausenden von Artikeln Gerüchte verbreiten und sich generell verhalten, wie kleine Kinder, die über ihre zu erwartenden Weihnachtsgeschenke rätseln – allerdings schon Monate, bevor der Weihnachtsbaum steht.  Wahrscheinlich hat es das schon gegeben, aber mit dem Apple iPhone wurde in den letzten Jahren ein ganz neuer Massstab gesetzt.

Das neue iPhone wird jeweils von unzähligen Bloggern und Journalisten beworben,
lange bevor es auf dem Markt ist - auch auf Youtube                                 Bild ytimg
Viele Medienkonsumenten sind wahrscheinlich nicht allzu überrascht über die Tatsache, dass es seriöse und unseriösere Medien gibt, die Gerüchte verbreiten - allerdings geht es an dieser Stelle nicht um Politik, sondern um das neuste Apple iPhone. Und wenn es darum geht, abzuschätzen, wie das nächste Modell dieses Geräts aussehen und was es leisten wird, geben die Tech-Journalisten auch gerne zu, dass sie spekulieren und Gerüchte verbreiten – obwohl die Präsentation des Geräts erst im Herbst stattfinden wird. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Beispiel, ein durchaus seriöses Blatt, hat dieser Tage sogar eine ausführliche Zusammenfassung der Gerüchte publiziert:
“Was bei den Gerüchten allgemein hilft, ist ein Blick zur Konkurrenz. Viele Funktionen, die Apple in den vergangenen Jahren vorgestellt hat, boten vorher auch schon andere Hersteller an. Bei den diesjährigen Gerüchten ist das nicht anders: Mit dem „Project Tango“ startete Google vor drei Jahren eine Plattform für AR. Mit dem Lenovo PHAB2 Pro und dem Asus Zenfone AR sind nun schon zwei Geräte auf dem Markt, die Realität und animierte Objekte auf dem Display verschmelzen lassen. Die Funktion zur Gesichtserkennung bietet Android schon seit mehreren Jahren und einen Iris-Scanner führte Nokia 2015 für die Lumia 950-Serie ein. Für Apple dürfte es also nicht unmöglich sein, diese Neuerungen umzusetzen. Bis zur offiziellen Vorstellung wird Apple alles dafür tun, dass keine Informationen über seine neuen iPhones nach Aussen gelangen. Allgemein lässt sich aus der Erfahrung der letzten Jahre nur eine Tatsache sicher prophezeien: Nicht jedes Gerücht stellt sich als richtig heraus…“
Immerhin so viel ist also klar: Man darf betreffend iPhone nicht jedes Gemunkel glauben – auch wenn es gedruckt oder digital publiziert wird. Was natürlich nicht heisst, dass andere grosse Publikationen nicht ebenfalls lange Artikel voller Spekulationen veröffentlichen. Aber wie steht es denn eigentlich mit der Tatsache, dass man diese iPhone-Gerüchte ganz einfach auch als ganz viel Gratiswerbung ansehen könnte? Eine Google-Suche zeigt, dass dies anscheinend kein Problem ist – zumindest wird nicht darüber diskutiert - und wir verstehen auch weshalb.
Im heutigen 24-Stunden News-Zyklus greift man/frau am Schreibpult nach jedem Strohhalm, um die unendliche Zahl von Seiten zu füllen, die täglich und nächtlich gefüllt werden müssen. Ausserdem ist das iPhone ein Produkt, das viele Fans und potenzielle Käufer hat – das Interesse ist also durchaus vorhanden. Und schliesslich hat ja Apple auch ein Werbebudget – dessen Verteiler sicher wohlwollend auf genauso wohlwollende Berichterstattung reagieren.
Man sieht: Im  digitalen Zeitalter ist vieles gleich geblieben – vieles ist schwieriger geworden. Zum Beispiel das Auseinanderhalten von Journalismus und Werbung. Das hat weniger mit dem iPhone, als mit dem Überlebenskampf vieler Medien zu tun. Aber das ist wieder ein ganz anderes Kapitel.

Monday, November 24, 2014

Geld her, oder wir werben!

Werbung im digitalen Zeitalter ist eine vielschichtige Angelegenheit. Die Einen hassen die Werbung im Web, die Anderen können davon nicht genug verkaufen, um ihre Webangebote zu finanzieren. Die ganz Schlauen kümmert das alles nicht: Sie installieren einen Werbeblocker und können fortan so gut wie werbefrei leben. Der Internet-Gigant Google möchte das Problem nun ähnlich lösen, wie das im App-Sektor schon gang und gäbe ist:  Wer bezahlt, muss sich die Werbung nicht mehr ansehen.

Zahlen, um nicht beworben zu werden: Google Contributor.      Screenshot via Google
Wer mit einem Werbeblocker im Internet unterwegs ist, kann viel Zeit sparen. Eine gute App in dieser Kategorie löscht nämlich nicht nur statische Anzeigen, wie zum Beispiel Werbebanner, sondern auch Video-Werbespots – auf Fernsehkanälen oder Youtube. Da zeigt sich dann schnell, dass eine halbstündige Episode einer amerikanischen TV-Serie wie “The Big Bang Theory“ oder “The Simpsons“ in Echtzeit – heisst ohne Werbung – nur gute 18 Minuten lang ist...
Google will mit seiner Anti-Werbungsinitiative allerdings nicht unbedingt jenen Usern entgegenkommen, denen Werbung so richtig auf die Nerven geht. Vielmehr, geht es darum, die Website-Betreiber dafür zu entschädigen, dass gewisse Werbung, nämliche diejenige von Google-Adsense, nicht mehr gezeigt wird. Ob es funktionieren wird, bleibt allerdings dahingestellt – obwohl, teuer wäre es eigentlich nicht:
“Kosten soll der Dienst einen bis drei Dollar im Monat. Wie viel die Nutzer zahlen wollen, entscheiden sie der Contributor-Seite zufolge selbst. "GigaOm" zufolge wird Geld nur dann an die teilnehmenden Websites ausgeschüttet, wenn der betreffende Nutzer eine Seite auch tatsächlich besucht, so wie das beispielsweise auch bei Streaming-Diensten wie Spotify funktioniert: Geld bekommt nur derjenige, dessen Angebot auch tatsächlich genutzt wird. Google nennt das Geld, das die Nutzer bezahlen, nicht Abonnement sondern "Beitrag". Contributor wird also explizit als eine Art Crowdfunding-System für Websites beworben. Bei der Google-Tochter YouTube gibt es schon seit einiger Zeit eine Spendenmöglichkeit für Nutzer namens Fan Funding.“
Das Marketing-Magazin acquisa befragte Experten zu Google Contributor:
"Das Experiment "Contributor" ist ein sehr schlauer Schachzug von Google, denn Publisher suchen Möglichkeiten, um bezahlpflichtige Modelle zu finden", sagt Bernd Stieber, Managing Director der Online-Marketing-Agentur Netzeffekt in München. Sollten andere Anbieter aktiv werden, um Technologien zu entwickeln, die Werbung verhindern, hieße es unter Umständen das Aus für Google. "Daher ist der jetzige Schritt von Google sehr raffiniert".
Aus Nutzer-Sicht werden laut Stieber die Klickraten auf Displaywerbung tendenziell weiter sinken und dementsprechend werde das Geschäftsmodell Suchmaschine für Google immer schwieriger. "Hinzu kommt, dass Google unter keinen Umständen als Werbevermarkter wahrgenommen werden möchte, sondern vielmehr als ein Anbieter für Tools, die einen Mehrwert bieten und den Menschen den Alltag erleichtern", so Stieber."
Für Anwender, die spezifische Websites und Inhalte finanziell unterstützen möchten,  könnte Google Contributor durchaus Sinn machen – ob sie nun werbemüde sind oder nicht. User, die ihre Geräte mit Werbeblockern sowieso (fast) werbefrei halten, werden wohl eher nicht für das Projekt zu gewinnen sein. Allerdings sind diese User auch nicht das Zielpublikum der Werber, die für Geld Nachrichten auf Websites platzieren. Wer keine Werbung sehen will oder gar durch Werbung geärgert wird, spricht wohl auch nicht darauf an.


Sunday, June 29, 2014

Handys aus der Urzeit

Werbung kann zwar unglaublich lästig sein, gibt aber oft auch einen wunderbaren Einblick in vergangene Zeiten. Anfang der 80er-Jahren mussten wir uns noch eine Telefonkabine suchen, wenn wir unterwegs telefonieren wollten. 1984 brachte dann Motorola das DynaTAC auf den Markt. Das erste kommerziell verfügbare mobile Telefon generierte einen Werbespot, der den potentiellen Anwendern genau erklärte, wofür so ein Ding gut sein könnte. Eines der Verkaufsargumente: Das “Handy“ war nur knapp ein Kilogramm schwer.

Die Anfänge der mobilen Kommunikation waren derartig umständlich, dass es heute nicht nur informativ, sondern auch witzig ist, die damaligen Werbespots anzuschauen. Von denen gibt es selbstverständlich unzählige, und einige davon stehen auf YouTube zur Verfügung. Zum Beispiel jener von 1984, der das erst, kiloschwere Motorola Mobiltelefon populär machen sollte. So erklärt der Sprecher im Werbespot mit sonorer Stimme: “Mit dieser revolutionären Technologie könnte es möglich werden, dass immer mehr Menschen eine Telefon im Auto haben oder sogar eines, das sie mittragen können…“. Da hatte er nicht unrecht!


Noch verrückter sieht das mobile Telefon aus, das Radio Shack 1990 auf den Markt brachte. Dabei handelt es sich um einen Koffer mit einem Telefonhörer (der aussieht, als ob er eine Autobatterie enthält). Der Werbespot betont ausdrücklich, wie mobil das Gerät sei: auf den Golfkurs, aufs Boot oder ins Restaurant – wo man das Ding möglichst auf den Tisch stellt, damit alle sehen, das man auch beim Essen telefonieren kann.


Wer noch mehr Retro-Spots sehen will (in Englisch) findet sie hier. 


Wednesday, February 13, 2013

Social-Media und Werbung: Ärger oder Erfolgsrezept?

Werbung ist, man weiss es, für viele Mediennutzer ein rotes Tuch. Zwar sind sich die meisten Anwender bewusst, dass viele Dienste ohne Werbung gar nicht offeriert werden könnten; wenn sie sich aber mit Werbung herumschlagen muss, bevor, sie ein Video ansehen oder einen Artikel lesen können, ärgern sie sich trotzdem.

Es gibt natürlich schon längst effektive Werbeblocker für das Internet – sogar solche, die auch Videowerbung herausfiltern (AdBlock und AdBlock Plus für Google Chrome oder Firefox, und Simple Adblock für Internet Explorer, gehören in dies Kategorie und funktionieren sehr gut).
Trotzdem bleibt das Verhältnis vieler User zur Werbung im Allgemeinen und zur Internetwerbung im Besonderen ambivalent – um es mal gelinde auszudrücken.
Das zeigt auch wieder eine neue Studie, für die das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne Verbraucher aus Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA zu ihrer Haltung hinsichtlich Marketingaktivitäten in Social-Networks befragt hat - im Auftrag des Marketingsoftware-Anbieters Pitney Bowes. Das Resultat zeigt: Es öffnet sich eine Schere. Immer mehr Unternehmen wollen sich mit Werbung in Social-Networks wie Facebook engagieren, die User aber schätzen das in vielen Fällen gar nicht.
Zitat aus einem Artikel auf haufe.de:
Zumindest aus Sicht der Marketingexperten im Einzelhandel (64 Prozent) gehört Social-Media-Werbung zu den drei wesentlichen Trends im Verbrauchermarketing. Deshalb überrascht es nicht, dass der Einzelhandel im Branchenvergleich mit das meiste Geld für Marketing in sozialen Netzwerken ausgibt. So floss 2012 rund 21 Prozent des Gesamtbudgets in diese Werbeform und 2013 werden es voraussichtlich bereits 28 Prozent sein. Gleichzeitig gibt es hier aber auch die meisten Skeptiker. Neun Prozent der Befragten gehen fest davon aus, dass es sich um einen vorübergehenden Hype handelt und sich die Kunden langfristig auf andere Kanäle konzentrieren werden. […]
Konsumenten, die Unternehmen und Marken unaufgefordert folgen, freuen sich durchaus über Werbebotschaften (48 Prozent). Das genaue Gegenteil ist jedoch dann der Fall, wenn es sich um Unternehmen handelt, denen die Konsumenten nicht folgen. 40 Prozent reagieren in diesem Fall verärgert und sogar 65 Prozent geben an, eine Marke nicht länger zu verwenden, wenn sie das Verhalten in Social-Media stört.“
Diese Einstellung gegenüber Werbung wiederspiegelt das allgemeine Konsumverhalten im digitalen Zeitalter. User wollen, was siewollen, wann sie es wollen! Ungebetene Werbebotschaften werden sofort als Spam abgestempelt und im digitalen Papierkorb entsorgt. Umgekehrt kann Werbung auch hervorragend ankommen – zum Beispiel wenn sie vom User als Information angefordert wird, oder ganz einfach cool ist (man denke nur an gewisse virale TV-Werbespots).
Werber müssen sich also tatsächlich etwas einfallen lassen, wenn sie mit ihrer Nachricht durchdringen wollen; auf der Informationsflut schwimmt so viel Zeug, dass nur die originellsten Ideen noch auffallen.  Der VW-Werbespot im untenstehenden Vido ist ein Beispiel dafür: Bis heute haben ihn sich immerhin mehr als 56 Millionen Menschen freiwillig auf YouTube angeschaut.


Monday, December 3, 2012

Windows 8: Betriebssystem oder cooles Gadget?

Windows 8 sei erfolgreich, meldet Microsoft. Das Kachel-Betriebssystem, ein ganz grosser Wurf der Entwickler, läutet ein neues Microsoft-OS-Zeitalter ein. In Zukunft soll auf dem PC alles ganz anders werden. Doch wenn man sich die Werbung dafür so ansieht, könnte man sich dann doch fragen, wer das Zielpublikum für Windows 8 sein soll.

Microsoft Chef Steve Ballmer ist sehr stolz auf Windows 8. Man habe Windows neu erfunden, sagte er, als das Betriebssystem vorgestellt wurde. Das mag stimmen. Die Verkaufszahlen sehen denn auch nicht schlecht aus. Es seien schon 40 Millionen Kopien verkauft worden, hat Microsoft im November gemeldet. Das könnte allerdings damit zusammenhängen, dass Windows 8 jetzt noch zu billigen Einführungspreisen an die Anwender gebracht wird.  Bis am 31. Januar kostet Windows 8 Pro im Internet noch 30 Euro. Im Laden kostet Windows 8 Pro 60 Euro. Am 1. Februar wird es dann schon teurer – die Pro-Version kostet dann mehr als doppelt so viel. Bei diesen Preisen handelt es sich übrigens um Upgrade-Angebote: Mindestens XP muss da schon vorhanden sein.
Windows 8 wird nur dann echt erfolgreich, wenn auch die Geschäftswelt davon überzeugt ist. Diesbezüglich sieht es bis jetzt allerdings noch nicht so gut aus. Das ergab auch eine Umfrage der Computerwoche zum Thema. Zitat:
“Demnach verfolgt derzeit nur jedes fünfte Anwenderunternehmen konkrete Pläne, Windows 8 innerhalb der kommenden 24 Monate einzuführen. 23 Prozent der Befragten wollen das neue Microsoftsystem gar nicht einführen, ein weiteres Fünftel hat noch keinen Zeitpunkt festgelegt. Über ein Drittel der Firmenverantwortlichen haben noch keine Entscheidung in dieser IT-Angelegenheit gefällt.Gründe für die abwartende Haltung der Unternehmen dürften darin liegen, dass viele den Aufwand für zu hoch und den Nutzen als zu gering erachten. Über die Hälfte der befragten Anwender stuft den Aufwand für den Umstieg von ihrer bestehenden Betriebssystemplattform auf Windows 8 als hoch (37 Prozent) beziehungsweise sehr hoch (17 Prozent) ein. Lediglich elf Prozent sprechen von einem geringen oder sehr geringen Aufwand. Der mit einer Migration verbundene Aufwand steht aus Sicht der Unternehmen offenbar in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen. Über die Hälfte der Befragten hält diesen für gering (27 Prozent) oder sogar sehr gering (26 Prozent)…“
Die Werbeanstrengungen von Microsoft sind, zumindest im Moment, sicherlich nicht auf Unternehmen ausgerichtet. Die Spots sind zwar professionell hergestellt, vermitteln aber einen total oberflächlichen Eindruck (der Microsoft Surface heisst ja nicht umsonst so). Information wird eigentlich keine übermittelt. Vielleicht ist das ja das richtige Marketing, um Technogadgets an junge User zu verkaufen. Anders gesagt: Je komplexer und höher entwickelt die Technik, desto genügsamer die Werbung. 
IT-Chefs und Procurement-Beauftragte werden sich davon allerdings weniger beindrucken lassen. 

Monday, July 16, 2012

Facebook - und was man so alles mag

Es geht ja so schnell: man klickt “like“, weil man sich mit einem Artikel in einer Zeitung identifiziert, oder weil einem ein Produkt gefällt, dass man gerade auf dem Internet entdeckt hat. Und: Hand auf’s Herz, manchmal klickt man auch “like“, weil man jemandem eine Freude machen oder jemanden beeindrucken will. Doch was man so alles mag, kann durchaus Konsequenzen haben!

Sie haben sicher auch schon mit “like“ eine Vorliebe für etwas ausgedrückt, das Ihnen spontan gefallen hat, dass für sie aber durchaus nicht wichtig oder prägend ist. Kein Problem: Wenn der Strom an News aus dieser Quelle plötzlich zu gross wird, kann man ja den Hahn wieder zudrehen, heisst: per “unlike“ zeigen, dass man nicht mehr Fan ist. Das kann neu auch nötig werden, weil Facebook Freunde mit Werbung für Produkte oder Dienstleistungen bedient, die man mal gemocht hat. Zitat aus einem Bericht der NZZ:
“Facebook liess dazu verlauten, die Beiträge enthielten den Kontext von Freunden, welche die jeweilige Seite gemocht haben, und berücksichtigten dabei alle gewählten Einstellungen. Man wolle so Nutzern helfen, für sie relevante Pages und Inhalte zu entdecken. Viele der rund 900 Millionen Mitglieder dürften mittlerweile wissen, dass Seiten, die sie per Gefällt-mir-Button markieren, in ihrem Profil aufgelistet werden. Allerdings dürfte manchem Mitglied nicht bewusst sein, dass es damit einen Freifahrtschein dafür verteilt, in Zukunft Beiträge in seinem Namen zu publizieren."
Auch für 20 Minuten Online ist das Vorgehen von Facebook einen Bericht wert:
""Wo ist das Problem?", mag sich manch einer fragen. Mitglieder teilen ihre Vorlieben täglich mit Freunden, wenn nicht gar der halben Welt. In diesem Fall ist aber alles etwas komplizierter: Wer beispielsweise die Webseite einer politischen Partei geliked hat, will in aller Regel, dass die Freunde dies sehen können. Was der Facebook-User vermutlich nicht will, ist, dass die Partei in seinem Namen politische Botschaften verbreitet, über die er keine Kontrolle hat. Insbesondere Seiten mit kontroversen Inhalten können problematisch werden. Der Zufall entscheidet, ob in der Zukunft heikle Aussagen unter dem eigenen Namen publiziert und im Freundeskreis zu sehen sind [...] Mühsam kann die neue Funktion auch für die Empfänger der Meldungen werden. Laut «ZDNet» gibt es keine Möglichkeit, die Fanseiten von Freunden zum Schweigen zu bringen – ausser man streicht den Kontakt aus seiner Freundesliste." 
Facebook gibt an, fast eine Milliarde Mitglieder zu haben – wieviele davon tatsächlich aktiv sind, ist wohl kaum zu ermitteln. Eines ist aber klar: Wenn das Unternehmen mit Werbung zu aufdringlich wird und es mit dem Schutz der Privatsphäre nicht mehr so genau nimmt – weil damit eben viel Geld verdient werden kann, würde das langfristig nur schaden. Es gibt je bereits Trend-Spotter, die voraussagen, dass es Facebook in einigen Jahren nicht mehr geben werde.
Wir glauben das noch nicht! Schliesslich hat das Network durchaus auch gute Seiten. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass Sie Facebook-Werbung, die Ihnen auf die Nerven geht, ganz einfach ausblenden können? Probieren Sie es aus – ein paar Klicks genügen. Positiv finden wir auch die Tatsache, dass sich Facebook bemüht, anonyme User zu eruieren. Anonymität in einem Social Network stellt eine klare Kontradiktion dar - Ausnahmen, zum Beispiel für Anwender, die in totalitären Staaten leben, bestätigen die Regel. Im Allgemeinen darf man wohl sagen, dass es im Internet zu viel, und nicht zu wenig Anonymität gibt. Wer sich in die Niederungen der Kommentare zu Medienartikeln begibt, weiss, wovon wir reden!

Wednesday, March 17, 2010

Digitale Mediennutzung nimmt weiter zu

Die Mediennutzung im Internet nimmt immer weiter zu. Kein Wunder: Die meisten Angebote kosten nichts und bieten erst noch mehr als die “alten“ Medien. Ein gutes Beispiel ist die gerade beendete Winter-Olympiade. Die ganze Welt wurde von Kanada aus mit HD-Inhalten versorgt. Verpasste TV-Übertragungen waren kein Problem mehr - im Web standen die Beiträge ebenfalls zur Verfügung.

Ein neuer IAB-Europe Report zeigt zum Beispiel auf, dass sich in Deutschland bereits jeder vierte Internetnutzer Filme, Serien und Fernsehen online anschaut oder Webradio hört. Rund 80 Prozent aller User lesen Nachrichten im Web oder beschaffen sich Informationen online. Man kann wohl davon ausgehen, dass eine Befragung in der Schweiz ganz ähnliche Resultate ergeben würde.
Im Ganzen zeigen diese Zahlen, dass sich die Mediennutzung immer weiter auf das Internet verlagert (das ist einer der Gründe dafür, dass die Leserzahlen der gedruckten Medien seit Jahren abnehmen). Interessant ist aber auch die stärkere Nutzung bewegter Bilder im Web. Die YouTube-Generation verlangt nach Video-on-Demand, und dieser Trend wird sich immer mehr auch auf das herkömmliche Fernsehen und dessen Finanzierung, also Werbung, auswirken. Zum Beispiel dadurch, dass immer mehr junge Konsumenten auf das Web - zunehmend auch mit mobilen Geräten - umsteigen, und das Fernsehpublikum im Durchschnitt immer älter wird. Der durchschnittliche ZDF-Zuschauer, so wurde letztes Lahr vermeldet, sei jetzt schon über 60 Jahre alt.

Thursday, December 17, 2009

Wo Online-Werbung wirkt

Weihnachtszeit ist Werbezeit - auch im Web. Google zum Beispiel, verdient sich eine goldene Nase mit Schlüsselwort-Werbung auf verschiedensten Websites. Doch Studien zeigen, dass es gerade im Handel sehr darauf an kommt, wo man seine Werbung platziert.

Die neusten Erkenntnisse zum Thema Werbung im Online-Handel wurden erst kürzlich im Rahmen einer e-Commerce-Studie der eBay-Advertising-Group veröffentlicht. Sie basieren auf einer Befragung von 5000 Online-Shoppern aus verschiedenen Europäischen Ländern. Das überraschenste Ergebnis zuerst: Werbung in Videoform hat in den letzten sechs Monaten nur vier Prozent der Befragten zu einer Kaufentscheidung bewegt. Andere Werbeformate sind erfolgreicher: Das ganz gewöhnliche Display-Ad scheint dabei mit 24 Prozent am meisten Einfluss bezüglich einer Kaufentscheidung auszuüben, gefolgt von sogenannten gesponsorten Links, die bei 20 Prozent von Kunden eine Kaufentscheidung beeinflussen.
Eigentlich logisch ist die Tatsache, dass Werbung im Onlineshop am erfolgreichsten ist – da befinden sich die Besucher ja oft schon in Kauflaune. Bei fast 60 Prozent der befragten Online-Shopper führt deshalb Werbung auf e-Commerce-Seiten am ehesten zu einer Kaufentscheidung. Im Gegensatz dazu kaufen gerade mal sieben Prozent ein Produkt aufgrund einer Anzeige auf Seiten von sozialen Netzwerken und nur sechs Prozent aufgrund von Werbung auf Informations- und Unterhaltungs-Portalen.