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Wednesday, March 24, 2010

Grosser Bildschirm, grosser Browser

Je grösser der Bildschirm wird, desto schwieriger wird es,  mit herkömmlichen Benutzeroberflächen zu navigieren. Webseiten werden ja gewöhnlich ganz aus der Nähe betrachtet, im Gegensatz zu einem Fernsehmonitor, von dem man schon mal ein paar Meter entfernt ist. Für dieses Problem gibt es jetzt Lösungsansätze.

Es ist ganz einfach, mit dem TV-Monitor Internet-Inhalte zu betrachten – wir haben an dieser Stelle schon darüber berichtet. Im Grunde genommen reicht es, den Fernseher als PC-Monitor anzuschliessen, und schon funktioniert die Sache.
Was am PC-Monitor noch ganz gut und lesbar erscheint, ist allerdings am Fernseher oft nur noch schlecht auszumachen: Viele Schriften sind zu klein und aus der Entfernung nicht mehr zu lesen; ausserdem wirken viele Webseiten völlig überladen, wenn sie aus einiger Distanz betrachtet werden.
Einer der Lösungsansätze für dieses Problem besteht in der Entwicklung von CE-HTML-Inhalten, speziell für TV-Geräte. Experten rechnen damit, dass in Kürze mehr und mehr TV-Monitore vorgestellt werden, die CE-HTML fähig sind. Damit wird es unter anderem auch möglich sein, im Net per TV-Fernbedienung zu surfen.
Es gibt aber auch andere Ansätze, die bereits funktionieren: YouTube XL zum Beispiel, das den genannten Problemen Rechnung trägt und den Anwendern eine sehr übersichtliche Videoseite mit grossen Bedienungselementen bietet (siehe Bild). Und schliesslich gibt es jetzt auch noch Kylo, einen speziellen Browser für das Surfen am TV-Monitor, den die amerikanische Firma Hillcrest Labs anbietet:
“Hillcrest Labs sagen dem normalen Desktop-Look den Kampf an. […] Der Browser setzt darauf, durch Ausblenden nicht benötigter Elemente den sichtbaren Bildbereich zu maximieren und größere Schriften, Cursor und Bedienelemente als normale Browser zu bieten. Ebenso verspricht Kylo leichtes Zoomen und Schwenken. Auf ein Keyboard können User verzichten, nötigenfalls wird eine Onscreen-Tastatur eingeblendet. Ferner bietet eine spezielle Startseite einen schnellen Zugriff auf eine Auswahl in den USA beliebter Webangebote.“
Der Browser ist gratis, vorläufig nur in Englisch erhältlich und kann hier heruntergeladen werden.

Wednesday, March 17, 2010

Digitale Mediennutzung nimmt weiter zu

Die Mediennutzung im Internet nimmt immer weiter zu. Kein Wunder: Die meisten Angebote kosten nichts und bieten erst noch mehr als die “alten“ Medien. Ein gutes Beispiel ist die gerade beendete Winter-Olympiade. Die ganze Welt wurde von Kanada aus mit HD-Inhalten versorgt. Verpasste TV-Übertragungen waren kein Problem mehr - im Web standen die Beiträge ebenfalls zur Verfügung.

Ein neuer IAB-Europe Report zeigt zum Beispiel auf, dass sich in Deutschland bereits jeder vierte Internetnutzer Filme, Serien und Fernsehen online anschaut oder Webradio hört. Rund 80 Prozent aller User lesen Nachrichten im Web oder beschaffen sich Informationen online. Man kann wohl davon ausgehen, dass eine Befragung in der Schweiz ganz ähnliche Resultate ergeben würde.
Im Ganzen zeigen diese Zahlen, dass sich die Mediennutzung immer weiter auf das Internet verlagert (das ist einer der Gründe dafür, dass die Leserzahlen der gedruckten Medien seit Jahren abnehmen). Interessant ist aber auch die stärkere Nutzung bewegter Bilder im Web. Die YouTube-Generation verlangt nach Video-on-Demand, und dieser Trend wird sich immer mehr auch auf das herkömmliche Fernsehen und dessen Finanzierung, also Werbung, auswirken. Zum Beispiel dadurch, dass immer mehr junge Konsumenten auf das Web - zunehmend auch mit mobilen Geräten - umsteigen, und das Fernsehpublikum im Durchschnitt immer älter wird. Der durchschnittliche ZDF-Zuschauer, so wurde letztes Lahr vermeldet, sei jetzt schon über 60 Jahre alt.

Tuesday, January 5, 2010

Die nächste TV-Revolution kommt bestimmt

Apple schafft es, ständig im Gespräch zu bleiben: zum Beispiel mit dem allgegenwärtigen iPhone und neustens, mit dem noch nicht real existierenden, aber schon Schlagzeilen machenden Tablet PC. Im Hintergrund, sozusagen auf digital-politischer Ebene, sind die Apple-Bosse ebenfalls aktiv. Sie wollen sozusagen dem Kabelfernsehen den Stecker ziehen und das TV der Zukunft über iTunes anbieten.

Wie fast alle Versuche dieser Art, läuft auch TV über iTunes vorerst für die amerikanischen Kunden, von denen iTunes immerhin etwa 100 Millionen in der Kartei hat. Die Erfolgsaussichten stehen also zumindest bezüglich potenzieller Zuschauerzahlen nicht schlecht. Worum geht es? Kabel- und Satellitenanbieter in Nordamerika offerieren ihren Kunden gebündelte Programmpakete, die nicht billig sind. Unpopuläre Programme sind da mit populären Sendern im Paket zusammengeschnürt, so dass auch User, die sich nur wenige populäre Programme regelmässig zu Gemüte führen, eine durchschnittliche Monatsrechnung von 70 Dollar bezahlen. Apple will für weniger Geld mehr bieten. Ganze 30 Dollar pro Monat soll ein TV-Abo bei iTunes kosten, das dann sozusagen das Beste offeriert, was das Fernsehen zu bieten hat. Falls die Idee ankommt, wäre das gut für die TV-Stationen, die damit im Internet zusätzliche Marktanteile gewinnen könnten. Allerdings muss Apple die grossen Fernsehstudios für seine Idee gewinnen – was nicht ganz einfach sein dürfte. Das Wall Street Journal berichtet, dass CBS und Disney sich überlegen, einzusteigen.
Wenn sich die Idee zu einem funktionierenden Apple-TV-Modell entwickelt, wird sie sich schnell über Nordamerika hinaus ausbreiten, und das Fernsehgerät mit eingebautem Internetanschluss würde noch schneller zum Standardmodell, als es jetzt schon abzusehen ist.

Monday, November 23, 2009

Scharf, schärfer, am schärfsten

Das hochauflösende Fernsehen (HDTV) hat ein gewaltiges Potential, wie in Nordamerika und Asien bewiesen wird. Europa hinkt immer noch hinterher. Zwar wächst das Angebot an HD-Programmen, doch an Zuschauern mangelt es immer noch, unter anderem weil die Situation für die Konsumenten nicht sehr übersichtlich ist. Immerhin konnte die SRG kürzlich einen internationalen Preis für ihren HD-Kanal in Empfang nehmen.

“Neue HD-Programme – und kaum einer schaut hin“, titelte die NZZ kürzlich. Der Autor des Artikels erklärt gleich zu Beginn, wo das Problem liegt:
“Angesichts der komplexen, zum Teil ungeklärten und für Konsumenten nicht eben leicht verständlichen Ausgangslage für den Empfang der privaten HD-Programme ist klar, dass die Verbreitung in Standardauflösung nicht so schnell sterben wird.“
Dabei bietet echtes HDTV tatsächlich ein entstaubtes Fernseherlebnis, das gar nicht mehr an die Zeit der Flimmerkiste erinnert. Wer sich an das neue, scharfe Bild gewöhnt hat, mag schon gar nicht mehr in die gewöhnliche Mattscheibe gucken. Das zeigt sich in Nordamerika deutlich, wo HDTV schon seit längerem zum Siegeszug angesetzt hat. Vor vier Jahren gab es in den USA nur neun HD-Kanäle, heute sind es über 100 und es kommen ständig neue dazu. Die User ziehen mit: Die Zahl der HDTV-Geräte hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt, fast die Hälfte aller Haushalte sind heute beim hochauflösenden Fernsehen dabei. Die grossen Fernsehstationen, die allesamt unter Zuschauerschwund leiden, hoffen, dass die negative Entwicklung dank HD gebremst wird. Marktforscher haben nämlich herausgefunden, dass Fernsehzuschauer dank HD auch Sendungen anschauen, die ihnen eigentlich gar nicht gefallen.
Das Amerikanische HDTV ist übrigens schärfer, als das Europäische. Die meisten HD-Sendungen werden hier im 720p-Standard ausgestrahlt und bieten gegen 1 Million Pixel. Amerikanische HD-Konsumenten kommen in den Genuss von über 2 Millionen Pixel, der Standard heisst 1080i (siehe Grafik). Vertiefte Informationen zu diesem Thema sind auf hdtv-forum.ch zu finden.
Das schärfste Fernsehen überhaupt wird aber in Japan vorbereitet: Es heisst Ultra High Definition oder Super Hi Vision. Der Standard soll in Japan schon in fünf Jahren als Sendenorm eingeführt werden. Wie scharf ist UHD? Sehr scharf! Das herkömmliche Fernsehen bietet in etwa eine Bildqualität von einem halben Megapixel. HDTV bietet zwischen einem und gut 2 Megapixeln. UHD wird 33 Megapixel zeigen, wird also nochmals um ein Mehrfaches detaillierter sein, als die beste, heute erhältliche Sendequalität.