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Monday, May 14, 2018

Einkaufen im grossen weiten Internet kann Ihre Gesundheit gefährden


Die Schweizer kaufen gern im Ausland ein - und zwar nicht nur im benachbarten Ausland. Die Umsätze fernöstlicher Internetshops mit Schweizer Kunden steigen rasant an: Online-Shopping-Umsätze im Ausland haben sich seit sieben Jahren verdreifacht. Das kann zu Problemen führen, die nicht nur den Schweizerischen Detailhandel betreffen, sondern auch die betroffenen Konsumenten.

Einkaufen in Shanghai ohne dass man die schlechte Luft einatmen muss: Das
Internet hat es möglich gemacht.                                   Bild Creative Commons
In der Schweiz gibt es ein mit einem sperrigen Namen ausgestattetes Amt, das elektronische und elektrische Produkte unter die Lupe nimmt, die direkt importiert werden: Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI). Die Prüfer haben gute Gründe, vor billigen Geräten zu warnen. Im letzten Jahr mussten volle 14 Prozent der kontrollierten Geräte bemängelt werden. In der Folge wurden 108 Verkaufsverbote verfügt. Besonders betroffen waren portable Haushaltgeräte, Stecker und Adapter, Zeitschaltuhren, Akkus und Ladegeräte von Laptops und Smartphones, sowie verschiedenste Produkte mit unzulässigen Steckern. Das ESTI warnt ausdrücklich vor Online-Einkäufen von billigen elektrischen Geräten direkt aus Fernost. Vielfach seien solche Geräte Nachahmer-Produkte, welche im längeren Betrieb durch den Einbau von elektrisch mangelhaften Komponenten  und einer rudimentären Bauweise unsicher werden könnten.
Ob sich diese Warnung auf die Einkäufe bei Chinesischen Onlineshops auswirken wird, darf bezweifelt werden. Im letzten Jahr flossen 1,6 Milliarden Franken an Online-Umsätzen ins Ausland. Der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV), das Marktforschungsunternehmen GfK und die Schweizerische Post gehen davon aus, dass die Online-Einkäufe im Ausland weiterhin überdurchschnittlich wachsen werden, vor allem auch in China. Seit 2015 habe eine erste Welle an Direktimporten aus China die Schweiz erfasst, teilten die Organisationen anfangs Jahr mit. Man gehe davon aus, dass sich diese Entwicklung bis 2020 fortsetze und zusätzlichen Preisdruck im Markt erzeugen werde.
Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) hat denn auch einen guten Ratschlag für Internet-Shopper, die sich in Zukunft in China mit billiger Elektronik eindecken möchten:
“Das ESTI empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten, beim Kauf von elektrischen Geräten auf Anbieter mit einem erreichbaren und kompetenten Kundendienst in der Schweiz zu setzen und auf aussagekräftige Bedienungsanleitungen sowie auf dem Gerät angebrachte Prüfzeichen zu achten. Ein anerkanntes Schweizer Prüfzeichen ist beispielsweise das Sicherheitszeichen des ESTI. Geräte mit dem Sicherheitszeichen sind unter www.esti.admin.ch veröffentlicht…“
Ein Kundendienst der “erreichbar und kompetent“ ist, kann auch in der Schweiz Glückssache sein. Genauso wie "aussagekräftige Bedienungsanleitungen"...

Tuesday, June 13, 2017

Die reichen Schweizer und die Angst der Händler vor Amazon

Die Schweizer verfügen im Durchschnitt über deutlich mehr Kaufkraft,als die Verbraucher in den umliegenden Ländern. Trotzdem sind auch Schweizer Kunden sehr preisbewusst – woher die Produkte kommen, die sie kaufen, spielt für viele Konsumenten keine Rolle, solange sie billig sind.  

Kaufkraft der Schweizer: die Top 10 Kantone 2017 (zum Vergrössern bitte
anklicken)                                                                                      Tabelle GfK
Dass der Einkauf im Ausland der Schweizer Wirtschaft im Allgemeinen und dem Detailhandel im Besonderen nicht zuträglich ist, haben viele Detailhändler spätestens gemerkt, als die Nationalbank im Januar 2015 +die Bindung des Frankenkurses zum Euro gekappt hat. Der starke Franken führt seither dazu, dass unzählige Schweizer die Läden in den Grenzregionen der Nachbarländer unsicher machen – zur Freude der dortigen Einzelhändler und zum Schaden der einheimischen Detaillisten.Was viele dieser Konsumenten mit Bedacht ignorieren, ist der Zusammenhang zwischen der vergleichsweise hochpreisigen Schweiz und den ebenfalls vergleichsweise hohen Löhnen, die an Schweizer Arbeitnehmer bezahlt werden. Diese Ignoranz gilt natürlich auch im Onlinehandel, wie der E-Commerce-Report 2017 der Fachhochschule Nordwestschweiz bestätigt. Aus der Handelszeitung:
“Im Markt, der pro Jahr Bestellungen im Gesamtwert von über 8 Milliarden Schweizer Franken generiert, ist vieles im Fluss und die Konkurrenz enorm. Sie kommt für Schweizer Shops vor allem auch von aussen: Waren im Wert von 1,55 Milliarden Franken verkauften ausländische Anbieter 2016 an Schweizer Kunden. Knapp 20 Prozent der Schweizer E-Commerce-Ausgaben gehen damit ins Ausland – eine Verdopplung in nur vier Jahren. Die seit 2015 verschärfte Abwertung des Euro hat diesen Trend noch beschleunigt. Detailhändler in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich haben um 35 Prozent niedrigere Kosten, was bei Waren durchwegs – ausser bei IT und Unterhaltungselektronik – zu tieferen Einstandspreisen führt. […] Allgegenwärtiges Thema für Schweizer Onlinehändler ist Amazon. 2016 erhöhte Amazon Deutschland seinen Umsatz in Euro um 20 Prozent. Wie hoch der Zugewinn in der Schweiz ist, verschleiert der Konzern. Alle Studienteilnehmer des E-Commerce-Reports gehen aber davon aus, dass sich Amazon in der Schweiz stark überdurchschnittlich entwickelt und entsprechend Marktanteile gewinnt.“
Diese Entwicklung überrascht nicht. Der Schweizer Markt ist für ausländische Händler attraktiv, weil die Schweizer über eine vergleichsweise sehr hohe Kaufkraft verfügen. So prognostiziert das Marktforschungsunternehmen GfK für das Jahr 2017 eine Kaufkraft von 42‘142 Euro je Einwohner der Schweiz. Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt damit  bei 350,9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Deutsche Verbraucher haben im Jahr 2017 eine durchschnittliche pro-Kopf-Kaufkraft von nur 22‘239 Euro, die Österreicher haben 22‘597 Euro zur Verfügung. Das ist grade mal gut die Hälfte. Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Wer mit einem Schweizer Einkommen im Ausland einkauft, hat also einen doppelten Vorteil: Mehr Kaufkraft und dazu noch billigere Preise.

Kein Wunder, dass es so viele Schweizer Konsumenten tun, so lange es noch funktioniert.

Friday, February 10, 2017

Ihre persönlichen Daten als Tauschartikel?

Würden Sie persönliche Daten über Ihre Gesundheit, Ihre Finanzen oder Ihren Stromverbrauch teilen, wenn Sie dafür  materielle Vorteile oder Prämien bekämen? Weltweit ist das ein Konzept, das durchaus aufgeht; der Schutz der persönlichen Daten hat für viele Weltbürger keine Priorität. In gewissen Ländern sind die Anwender allerdings kritischer als in anderen.

(Zum Vergrössern anklicken) Die Bereitschaft, persönliche Daten gegen materielle Vorteile
abzugeben, schwankt beträchtlich - je nach Land.                                                    Grafik GfK
Die Frage nach dem Geld-für-Daten-Tausch wurde vom Marktforschungsinstitut GfK in 17 Ländern an 22‘000 User gestellt.  Dabei zeigte sich, dass die Deutschen besonders skeptisch sind, was die Freiheit ihrer Daten anbelangt. Insgesamt 40 Prozent der Befragten lehnten es ab, persönliche Daten im Austausch für Vorteile oder Prämien zu teilen. Nur gerade magere 12 Prozent wären bereit, diese für eine Gegenleistung offen zu legen. Auch in Frankreich, Brasilien, Kanada und den Niederlanden halten sich die Befragten zurück. Hier behalten jeweils 37 Prozent, 34 Prozent, 31 Prozent und 30 Prozent ihre persönlichen Daten lieber für sich.
Befragte in China hingegen sind am ehesten bereit, persönliche Informationen wie Gesundheits- oder Finanzdaten preiszugeben, wenn dafür im Gegenzug Vorteile oder Prämien winken. Rund 38 Prozent der Onlinebefragten würde da mitmachen; nur acht Prozent sind dazu nicht bereit. Ebenfalls offener zeigen sich Onlinenutzer in Mexiko 30 Prozent, Russland 29 Prozent und Italien 28 Prozent. Sie finden diese Infografik in hoher Auflösung im Internet hier.

In Deutschland zeigte sich, dass vor allem ältere Befragte nur ungern ihre persönlichen Daten teilen. Rund 44 Prozent der 50 bis 59-Jährigen und über die Hälfte der Befragten ab 60 Jahren geben an, diese nicht offenlegen zu wollen. Anders sieht es bei den jüngeren Onlinenutzern aus. Hier sinkt der Anteil auf 28 Prozent (15 bis 19 Jahre) beziehungsweise 32 Prozent (20 bis 29 Jahren). Mit anderen Worten: Ältere Bürger sind misstrauischer, was die Fremdverwendung ihrer digitalen Daten betrifft. Viele junge Menschen hingegen sehen diese Daten eher als einen Artikel, der sich in einem materiellen Vorteil verwandeln lässt.

Monday, July 11, 2016

Wo die Menschen immer erreichbar sein wollen

Das Smartphone niemals ausschalten, im Chat oder per E-Mail Tag und Nacht ansprechbar sein - was für viele von uns abschreckend klingt, empfinden Menschen in anderen Ländern und Kulturkreisen durchaus als wünschenswert. Auch während der Sommerferien.

Die Erreichbarkeitsrangliste.                                                                                       dpa-infografik
Laut einer globalen Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK finden es im internationalen Durchschnitt mehr als 40 Prozent aller Befragten persönlich sehr wichtig, immer und überall erreichbar zu sein. Führend sind in dieser Beziehung die User in Russland, China und der Türkei, wo mehr als die Hälfte
angibt, immer erreichbar zu sein. Zum Vergleich: Nur 16 Prozent der Befragten in Deutschland halten diese digitale Erreichbarkeit für erstrebenswert; immerzu und überall zu kommunizieren ist da nicht sehr gefragt. Besonders ausgeprägt ist das Bedürfnis nach ständiger Erreichbarkeit bei den 30- bis 39-Jährigen mit 47 Prozent. Frauen sind übrigens besser erreichbar als Männer: 43 Prozent der Frauen möchten stets ansprechbar sein, bei den Männern sind es nur 40 Prozent.

Wednesday, February 24, 2016

Autofahren in der Share Economy

Die Generation Y (deren Angehörige oft auch Millennials genannt werden, weil sie im Zeitraum von 1980 bis zur Jahrtausendwende geboren wurden)  ist jene Generation, an der die Konsumgüterindustrie sich gegenwärtig einige Zähne ausbeisst. Die ältesten Mitglieder der Kategorie sind bereits gute Verdiener; doch sie machen es den Marktforschern nicht leicht. Die Verhaltensmuster der Eltern sind überholt, die digitale Share-Economy hat Einzug gehalten. Das zeigt sich unter anderem am Verhältnis der Millenials zum Auto. 

In wenigen Tagen ziehen sie wieder unzählige Besucher an, die neuen
Autos am Genfer Autosalon (im Bild zwei Nissan Konzeptfahrzeuge). Millennials
werden im Publikm wahrscheinlich untervertreten sein,                          Bild Nissan
Es scheint, als ob das autonome Auto gerade noch rechtzeitig kommen wird. Die meisten Millennials sind nämlich längst nicht mehr so stark am Auto interessiert, wie frühere Generationen. Das zeigen verschiedene Studien. Der amerikanische Finanzdienstleister Capital One hat zum Beispiel herausgefunden, dass  die  Gen-Y-Konsumenten lieber reisen, als ein teures Auto zu besitzen. Auch in der Schweiz gilt ein ähnlicher Trend, wie wir schon im letzten Jahr berichtet haben:
“Der Besitz eines eigenen Autos wird vor allem für junge Schweizer immer unwichtiger. Bereits jeder dritte Konsument legt mehr Wert auf moderne Smartphones und Computer als auf ein eigenes Auto - in der Altersgruppe der 18- bis 34Jährigen sind es sogar schon 53 Prozent. Und 41 Prozent der befragten Schweizer können sich ein Leben ganz ohne Führerschein und eigenes Auto vorstellen.“
Auch die neue GfK-Studie “GenY und Mobilität“ zeigt, dass sich diese jungen Menschen über Mobilität wenig Gedanken machen, solange sie funktioniert. Lediglich die Unzuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel und der damit verbundene Zeitverlust werden als Stressfaktoren wahrgenommen. Beim Auto sind es vor allem die hohen Unterhaltskosten und Aspekte wie Sicherheit und Praktikabilität, die bei der jungen Generation für Bauchschmerzen sorgen. Dies zeigt auch die GfK Connected Car Studie 2015. Häufigste Kritikpunkte sind hier die hohen Kosten für Treibstoff sowie Unfallrisiko und Staugefahr. Immerhin geben dennoch mehr als ein Drittel der Autobesitzer in der Generation Y an, dass ihnen Autofahren Spass macht – das sind mehr als in der Gruppe der über 30-jährigen. Allerdings greift die junge Generation, je nach geplantem Ziel,  insbesondere in Grossstädten in erster Linie auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad zurück oder ist zu Fuss unterwegs. In Folge nehmen sowohl das Interesse am Auto als auch die emotionale Bindung ab – es entsteht eine reine Zweckbeziehung. 
Die zitierte GfK-Studie zeigt auch, dass  die Generation Y dem vernetzten Auto, das die Branche unermüdlich propagiert, kritisch gegenübersteht. Sie sieht in den aktuellen, meist aufwändigen und teuer angebotenen Konnektivitätslösungen keinen echten Mehrwert, da das eigene Smartphone diese Dienste bereits liefert. Gefragt sind also echte Innovationen, die das Auto in den digitalen Lebensstil der Generation Y integrieren, um so einen Mehrwert zu schaffen, der im Konkurrenzumfeld bestehen kann. Womit wir wieder beim autonomen Auto wären. Jeder zweite Pkw-Besitzer der Generation Y gibt als Grund für den Besitz eines Autos individuelle Mobilität und Freiheit an – nicht etwa Statusdenken oder andere emotionelle Gründe. Es wird wohl nicht lange gehen, bis  auch das selbstfahrende Auto Teil der digitalen Share-Economy wird und damit dieses  Bedürfnis nach individueller Mobilität und Freiheit erfüllen kann.

Sunday, March 15, 2015

Online Handel in der Schweiz: lieber Rechnung als Kreditkarte

Der Online- und Versandhandel wächst in der Schweiz kräftig weiter; im letzten Jahr wurden damit 6,7 Milliarden Franken Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am liebsten bestellen die Schweizer Konsumenten Heimelektronik, Mode und Schuhe. Diese Zahlen sind einer Erhebung des Verbandes des Schweizerischen Versandhandels, der GfK und der Schweizerischen Post zu entnehmen.  Eine schweizerische Besonderheit ist die Bezahlart: 84 Prozent der Konsumenten bezahlen am liebsten gegen Rechnung.

Online- und Versandhandel wachsen schneller als der übrige Detailhandel in der Schweiz.
                                                                                                Quelle: VSV, GfK, Die Post
Im Jahr 2014 wurden in der Schweiz Waren für 6,7 Milliarden Franken von Privatpersonen im Online-Versandhandel bestellt, davon:
 - 4'950 Millionen Franken von Unternehmen (B2C)in der  Schweiz,
- 850 Millionen Franken von Auktionsplattformen/Marktplätzen (C2C).
 - 900 Millionen Franken im Ausland (B2C/C2C).
Zusätzlich wurden für 200 Millionen Franken Waren an Paketstationen im Ausland abgeholt, die online bestellt worden waren.
Der Online- und Versandhandel wuchs damit erneut stärker als der klassische Handel und macht mittlerweile 6,8 Prozent des gesamten Detailhandelsvolumens in der Schweiz aus. Während im Bereich Lebensmittel erst 1,7 Prozent des Gesamtvolumens online eingekauft werden, bestellen die Schweizer Konsumenten bereits 12,3 Prozent anderer Produkte online.
Ein Umsatzvolumen von total 1,46 Milliarden Franken macht den Bereich Heimelektronik umsatzmässig zum beliebtesten Online- und Versandhandelssegment. Mittlerweile werden 24 Prozent des gesamten Heimelektronik-Volumens im Online-Handel erzielt. An zweiter Stelle folgt der Bereich Mode und Schuhe. Dieser Bereich konnte auch 2014 zulegen und setzt mittlerweile 1,34 Milliarden Franken um (nach Retouren). Eine weitere Schweizer Eigenheit ist der starke Online- und Versandhandelsanteil im Bereich Food: 2014 wurde für 780 Millionen Franken Lebensmittel, Wein und Kaffee online bestellt.
Rund 88 Prozent aller Transaktionen werden mittlerweile online abgewickelt, 15 Prozent davon mit mobilen Endgeräten.
Trotz sehr hoher Online-Bestellquoten bevorzugen Schweizer Konsumenten immer noch den Kauf gegen Rechnung. Gemäss Erhebung bezahlen 84 Prozent der Kunden beim Online-Einkauf in der Schweiz gegen Rechnung. Im europäischen Vergleich sind die Schweizer damit Spitzenreiter. Erst 12 Prozent  der Kunden zahlten 2014 mit Kreditkarte oder PayPal.



Monday, October 13, 2014

Smartwatches: nicht sexy, aber mit viel Potential

Smartwatches scheinen für die Hersteller mobiler Elektronik die nächste Herausforderung darzustellen. Trotz einem enormen Potential, hält sich allerdings die Begeisterung der Anwender in Grenzen, wie die Kommentare zu Apples Smartwatch zeigen. Doch das breite Anwendungspotential von Smartwatches, wo es nur noch ganz nebensächlich um die Anzeige der Zeit geht, könnte in Zukunft durchaus zum Erfolg dieser Gadgets führen.

Viele User finden sie (noch) nicht cool: Smartwatches. Im Bild eine Uhr der Apple-
Collection, die nächstes Jahr auf den Markt kommen soll.                     Bild Apple
Junge Anwender, unbestritten die Trendsetter im digitalen Markt, seien nicht begeistert von Apples Smartwatch, zeigt eine neue Amerikanische Umfrage. Gerade mal 16 Prozent der befragten Teenager gaben an, dass sie sich ein solches Gadget and Handgelenk schnallen würden. Auch in Europa ist man skeptisch: Die einen seien ganz aus dem Häuschen, die anderen fänden das Ding unsexy, schreibt das Wirtschaftsblatt und fügt bei, dass Apple wird für die neue Smartuhr wohl noch viel Überzeugungsarbeit werde leisten müssen.
Umso interessanter ist es, die Bereitschaft der Anwender für aussergewöhnliche zukünftige Einsatzmöglichkeiten der Smartuhren zu erkunden. Das hat GfK getan. Dabei zeigte sich, dass intelligente Anwendungen durchaus das Interesse der User finden.
Fast die Hälfte der in den fünf Ländern Befragten wäre daran interessiert, Ärzten oder Krankenhäusern ihre persönlichen Gesundheitsinformationen mit Hilfe einer Smartwatch zur Verfügung zu stellen. Die gespeicherten Daten wären damit für Arzttermine oder im Notfall sofort abrufbar. Die Bereitschaft, sensible Gesundheitsinformationen einer Smartwatch anzuvertrauen, unterscheidet sich in den untersuchten Ländern jedoch deutlich. In China sind 69 Prozent der Befragten an dieser Möglichkeit interessiert, in den USA immerhin noch 50 Prozent und in Südkorea 43 Prozent. Deutlich zurückhaltender äussern sich europäische Verbraucher. Während in Grossbritannien rund ein Drittel Interesse zeigt, sind es in Deutschland nur ein Viertel der Befragten. Männer stehen dieser Anwendungsmöglichkeit insgesamt etwas aufgeschlossener gegenüber als Frauen. Deutlicher sieht der Unterschied bei den Altersgruppen aus. Logisch: Je älter die Befragten sind, umso höher ist die Bereitschaft, eine Smartwatch für Gesundheitsdaten zu verwenden.
Die Smartwatches haben beim Publikum auch das Potenzial, als Ticket für öffentliche Verkehrsmittel zu dienen. Knapp die Hälfte der Befragten in den fünf untersuchten Ländern würde eine Smartwatch hierfür gerne einsetzen.
Smartwatches könnten ausserdem zur sicheren Identifizierung am Computer oder beim Zugriff auf Online-Konten genutzt werden. Global lassen sich 45 Prozent der Befragten für diese Anwendungsmöglichkeit begeistern. Das Interesse steigt mit zunehmendem Alter: In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt es bei 42 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 46 Prozent, bei Verbrauchern ab 50 Jahren sind es 48 Prozent.
Mobile Payment, also das Bezahlen mit einem Smartphone an Kassen mittels so genannter Near Field Communication (NFC) Technologie, hat es bisher nicht geschafft, viele Nutzer zu gewinnen. Mit einer Smartwatch wäre der Einsatz an der Kasse theoretisch noch komfortabler als mit einem Smartphone. Interesse an dieser Möglichkeit haben in den fünf untersuchten Ländern im Durchschnitt derzeit aber nur 35 Prozent der Befragten. Echtes Potenzial findet sich in China. Insgesamt 54 Prozent der Befragten zeigen sich dort interessiert, in den USA immerhin noch 40 Prozent. In Südkorea (28 Prozent) und Grossbritannien (27 Prozent) liegt der Wert schon deutlich niedriger. In Deutschland würden lediglich 20 Prozent der Befragten eine Smartwatch für Zahlungsvorgänge einsetzen.


Monday, September 2, 2013

Werbung auf dem Smartphone: Die richtige Dosis ist entscheidend

Ich kenne niemanden, der behauptet, dass er sich über Werbung auf seinem Smartphone (oder Tablet) freut. Trotzdem scheint solche Werbung, die mit Inhalten an mobile Geräte geliefert wird,  zu wirken – zumindest wenn man es richtig macht. Entscheidend ist unter anderem die "optimale Kontaktdosis"; wer zu stark beworben wird, reagiert negativ, was wiederum dem Ansehen des beworbenen Produktes schadet.

Der Trend zur Internetnutzung über mobile Endgeräte ist ungebrochen: Gemäss NetMetrix Mobile2013 nutzen bereits 3.2 Millionen Menschen in der  Schweiz das Internet über Smartphones und Tablets, 2.2 Millionen tun dies täglich oder  fast täglich. Damit werden mobile Endgeräte immer wichtiger für die Werbebranche.  Um die Wirkung der Werbung auf dem mobilen Kanal ging es in einer neuen Studie von GfK, Migros und Tamedia. Dabei  platzierte  Tamedia Werbung von Migros für das Kaffee-Getränk Grande Caffè auf diversen  ihrer Mobile-Plattformen in der Deutsch- und Westschweiz.  Benutzt wurden verschiedene Werbeformate auf verschiedensten News-Sites. Ausserdem erschien die Werbung auch auf der Such- und Verzeichnisplattform search.ch (siehe untenstehendes Video für zusätzliche Details).
Das Ergebnis lässt sich sehen: Die spontane Bekanntheit von Grande Caffè lag vor der Mobile-Kampagne bei einem  Prozent, danach bei fünf Prozent und konnte damit um stattliche 400 Prozent gesteigert  werden. Die gestützte Bekanntheit wurde durch die Kampagne um 30 Prozent auf 58  Prozent erhöht. Zusätzlich resultierte ein Sympathiegewinn von bis zu 50  Prozent. Die Zahl der befragten Personen, die nach der Kampagne angaben, dass das beworbene Produkt in die nähere Kaufauswahl käme, stieg um 36 Prozent. Bei den Personen, die das  Produkt bereits einmal gekauft hatten, wurde eine Zunahme von 31 Prozent verzeichnet. 
Die Schlussfolgerung der Initianten der Studie:
“Mit Mobile-Werbung kann also auf allen Ebenen wie Bekanntheit, Sympathie und Kauferwägung eine positive Wirkung erzielt werden. Es werden sich in Zukunft aber auch  Herausforderungen stellen: Smartphones und Tablets sind sehr persönliche Geräte, und  Werbung kann schwer ignoriert werden. Das bietet Aufmerksamkeit, birgt aber auch die  Gefahr einer Überdosis. Die Studie ergab, dass die optimale Kontaktdosis zwischen drei und  fünf Kontakten liegt. Bei sechs Kontakten und mehr empfanden die Studienteilnehmer die  Werbung als aufdringlich und entsprechend sank der Sympathiewert auf das Niveau von einem bis zwei Kontakten. Werbeanbieter, -auftraggeber und -agenturen sind also bei der  Entwicklung von neuen Formaten und kreativen Sujets gefordert.“ 

Friday, January 8, 2010

Krise? Welche Krise?

Das war schon vor Jahren mal die Frage. “Crisis? What Crisis? Damals, während der massiven Ölkrisen-Rezession von 1975, wurde sie auf einem Album der Rockgruppe Supertramp gestellt. Die damalige Ölkrise schuf nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Genau wie die heutige Finanzkrise. Der Online-Handel zum Beispiel, scheint unbeeindruckt weiter zu boomen.

Die neusten Zahlen beziehen sich auf das Weihnachtsgeschäft. In Deutschland sind es zwei Untersuchungen, die diesbezüglich Zahlen erhoben haben (Umfassende Schweizer Statistiken scheinen noch keine vorhanden zu sein.)
Eine Umfrage von Oxid eSales ergab, dass die Hälfte der befragten Online-Händler in diesem Jahr ein Umsatzplus im Weihnachtsverkauf verzeichnete. Jeder Fünfte meldete, der Shop-Umsatz sei um 25 Prozent oder mehr gestiegen.
Auch der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) zieht Bilanz und resumiert, dass das Online-Weihnachtsgeschäft sehr erfolgreich gewesen sei. Demgemäss machten die e-Commerce-Händler rund 3,1 Milliarden Euro Warenumsatz im Internet, im Vorjahr waren es noch 2,7 Milliarden Euro gewesen. Gegenüber dem Vorjahr legt der Online-Handel im Weihnachtsgeschäft damit um rund 15 Prozent zu.
Man darf davon ausgehen, dass die Weihnachtskassen auch im Schweizer Web ganz schön geklingelt haben. Ein Beispiel für den andauernden Online-Boom sind zum Beispiel Migros und Coop: Beide legten umsatzmässig im letzten Jahr um rund 20 Prozent zu. Über ein kräftiges Wachstum dürfen sich auch die Elektronik-Händler freuen: Laut einer Schätzung des Marktforschers GfK wurden im diesjährigen Weihnachtsgeschäft rund 10 Prozent aller Unterhaltungselektronikumsätze in der Schweiz im Webshop gemacht. Im letzten Jahr waren es erst 8 Prozent.
Ganz ungetrübt sind allerdings diese Statistiken nicht - zumindest was Deutschland betrifft. Der gesamte Versandhandel, von dem die Onlineshops ja nur einen Teil ausmachen, sei im letzten Jahr um 5,5 Prozent zurückgegangen, sagt das Bundesamt für Statistik. Der Händlerverband widerspricht. Man gehe beim BVH von einem Wachstum von 1,7 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro aus. Diese Zunahme sei durch den starken Zuwachs im Internet-Shopping getrieben worden. Bis Anfang Februar werden man sich mit dem Endergebnis zu 2009 zu Wort melden, erklärte ein BVH-Sprecher gegenüber golem.de. Die  vor einigen Wochen errechneten Zahlen hätten sich bislang bestätigt:
"Nach Berechnungen des BVH vom November 2009 hält der Trend zum Onlinekauf ungebrochen an. Die Zahl der deutschen Internetkäufer stieg 2009 um 1,1 Millionen auf 32,5 Millionen. Damit würden mehr Deutsche Waren und digitale Dienstleistungen wie Downloads und Onlinetickets im Internet einkaufen als je zuvor. Für den Onlinehandel mit Waren erwartete der BVH im November für das Jahr 2009 ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro."

Monday, December 14, 2009

Wer will das bezahlen? Fast niemand!

Rupert Murdoch, den Pressezaren, werden diese Umfrageergebnisse nicht freuen: 80 Prozent aller Internetuser finden, dass Inhalte wie News kostenlos sein sollen. Murdoch hat sich in letzter Zeit vehement dafür ausgesprochen, dass Zeitungen viel konsequenter für ihre Internet-Angebote Bezahlung verlangen sollten.

Ironischerweise wurde die GfK-Umfrage zum Thema bezahlte Inhalte vom Wall Street Journal Europe in Auftrag gegeben. Rupert Murdoch besitzt neben vielen anderen Medien auch das Wall Street Journal und hat sich pointiert zu diesem Thema geäussert: Qualitätsjournalismus sei nicht billig, gab er zu Protokoll nachdem sein Imperium dieses Jahr grosse Verluste eingefahren hatte. Man wolle deshalb anfangen, für alle Inhalte Geld zu verlangen.
Das könnte schwierig werden.
In der aktuellen Studie wurde nämlich unter anderem danach gefragt, inwieweit Internetnutzer bereit wären, für Inhalte zu bezahlen – insbesondere wenn es Angebote wie Nachrichten, Unterhaltung und Wissen, wie beispielsweise Wikipedia, beträfe. 80 Prozent der Befragten möchten wie bisher den kostenlosen Zugriff auf die Inhalte im Web haben: ein Drittel aller Befragen ist der Meinung, dass Internetinhalte nicht nur nichts kosten dürfen, sondern auch noch werbefrei sein sollten! Die meisten Anwender, nämlich 46 Prozent, nehmen aber Werbung in Kauf, wenn sie dafür gratis lesen können.
Die Ergebnisse der Studie, die in 16 europäischen Ländern und den USA durchgeführt wurde, vermögen eigentlich nicht zu überraschen. Web-User haben sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass fast alle Inhalte im Internet gratis sind, und die Website-Betreiber werden sich wohl kurz und mittelfristig mit Finanzierungsmodellen abfinden müssen, die auf Werbung basieren, und die teilweise ja auch schon ganz gut funktionieren - obwohl das schrumpfende Werbevolumen während diesen wirtschaftlich schwierigeren Zeiten vielen Verlagen zu schaffen macht. Trotzdem hat sich gerade im Newsgeschäft das Multichannel-Angebot inzwischen etabliert – Papier und Bildschirm ergänzen sich nämlich ausgezeichnet.

Thursday, December 3, 2009

Wo die Europäer am meisten Geld haben


In welchen Ländern Europas steht den Verbrauchern am meisten Geld für Konsum zur Verfügung? Eine Frage, die nicht nur Unternehmer interessieren dürfte, die in Europa Geschäfte machen, sondern auch zahlreiche Politiker. Schliesslich ist das verfügbare Einkommen einer der Faktoren, welche die Bewegungen der Arbeitnehmer im heutigen Europa beeinflussen. Die neuste GfK-Studie zum Thema zeigt: Die Schweiz steht immer noch auf dem Podest, zusammen mit Liechtenstein und Luxemburg.

Die Unterschiede sind massiv (siehe Tabelle). Die Kaufkraft des durchschnittlichen moldawischen Verbrauchers ist mehr als 50mal schwächer, als die Kaufkraft eines Liechtensteiners. Und auch die Verbraucher in Weissrussland, in Albanien und in der Ukraine stehen nicht viel besser da, wenn man sie mit der durchschnittlichen Kaufkraft in Europa vergleicht, die 12'500 Euro (18'750 Franken) beträgt. Die Schweizer Kaufkraft ist laut der Studie „GfK Kaufkraft Europa 2008/2009“ mehr als doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt.

Insgesamt standen den europäischen Verbrauchern laut GfK-Studie für das Jahr 2008 insgesamt acht Billionen Euro für den Konsum zur Verfügung – das sind umgerechnet immerhin 12'000'000'000'000 Franken. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind hier inbegriffen. Innerhalb der Top-Ten-Liste gehört Island zu den Absteigern und fällt von Rang vier im Jahr 2007 auf Rang sieben. Die Finanzkrise wirkt sich in den Resultaten dieser Studie noch nicht mal aus. Trotzdem ist Großbritannien, im vergangenen Jahr noch auf Platz acht, nun auf Rang elf zu finden. Die Briten können sich aber damit trösten, dass eine sinkende Kaufkraft in Euro nicht unbedingt bedeutet, dass man sich im eigenen Land weniger leisten kann, weil nämlich die GfK-Kaufkraft in Euro ausgewiesen wird. Preisbewusste Verbraucher werden also Produkte und Dienstleistungen bevorzugen, die sie in der Landeswährung bezahlen können. Für Schweizer Konsumenten sieht es etwas anders aus: Ein vergleichsweise starker Franken sollte es möglich machen, beim kommenden Online-Weihnachtseinkauf auch in Euro zu günstigen Preisen zu kommen.

Thursday, November 5, 2009

Nachschlagen war gestern

Wer etwas sucht, sei es ein Name, ein Geschäft oder eine Auskunft, findet die Antwort im Net, sofern ein Zugang verfügbar ist. Deshalb überrascht es nicht, dass eine GfK-Studie in Deutschland herausgefunden hat, dass Bücher gerade bei der lokalen Suche in einigen Bereichen bereits ins Hintertreffen geraten sind. Mit dem PC oder dem iPhone geht’s halt einfach viel einfacher!

Es ist wohl nicht allzu vermessen, die Prognose zu wagen, dass grosse Teile der jungen Generation schon in wenigen Jahren nicht mehr über die Fähigkeiten verfügen werden, in einem Nachschlagewerk nach Information zu suchen und diese auch zu finden. Das wird keine Katastrophe sein, weil bis dann der Zugriff auf das allwissende Net noch viel permanenter und einfacher sein wird, als heute. Mobile Geräte werden weiterhin grosse Fortschritte machen und so benutzerfreundlich werden, dass das iPhone von heute im Vergleich kompliziert aussieht. Die ersten Trends in diese Richtung hat kürzlich eine GfK-Studie aufgezeigt.
Danach haben deutsche User laut GfK im letzten Jahr rund 1,3 Milliarden Mal nach lokalen Kontaktdaten und Informationen zu Branchen und Dienstleistern gesucht. Dabei entfallen auf das Telefon- und Branchenbuch immerhin noch 44 Prozent aller Suchvorgänge, das mobile und stationäre Internet bevorzugen 38 Prozent der Verbraucher. Kontakt zur Telefon- und SMS-Auskunft stellen die Deutschen in 12 Prozent der Nutzungsfälle her. Die Suche über CD-ROM hat einen Marktanteil von 6 Prozent. Betrachtet man aber ausschließlich die Suche nach Branchen, Gewerbetreibenden und Dienstleistern mit rund 600 Millionen Suchvorgängen pro Jahr, liegt das Internet – ob stationär oder mobil – mit einem Anteil von rund 43 Prozent heute erstmalig vor den gedruckten Branchenbüchern mit etwa 40 Prozent der Suchabfragen.
Dass das mobile Internet vor allem für die lokale Suche immer beliebter wird, bestätigen auch die Praxis-Anwenderdaten des Such-Anbieters telegate. Diese zeigen, dass die User von iPhone, BlackBerry und Google Android viermal häufiger nach lokalen Brancheninformationen suchen als die Nutzer der stationären Internet-Portale.