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Monday, June 24, 2013

Android hängt sie alle ab

Die Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten sein:  Der Verkauf von PCs wird auch in diesem Jahr zurückgehen, während gleichzeitig immer mehr Tablets und Smartphones an die Kundschaft gebracht werden – und zwar weltweit. Das schlägt sich dann auch in den Betriebssystem-Anwenderzahlen nieder, wo Android der grosse Sieger und Windows der Verlierer sein wird.

Wer schon einmal beobachtet hat, wie der moderne Tourist sein Smartphone einsetzt, versteht auch, wieso der durchschnittliche Anwender nicht mehr viel mit einem Laptop-PC anfangen kann. Das Tablet ist (wie auch das Smartphone) immer zur Hand. Es wird benutzt um zu fotografieren, Reiseinformationen abzurufen, den Weg zu finden, via WhatsApp, Skype und E-Mail zu kommunizieren und so weiter und so fort. Die Anwendungsmöglichkeiten sind tatsächlich fast unbeschränkt. Dagegen mutet der PC schon bezüglich Form, Grösse, Batterieverbrauch und Betriebssystem geradezu steinzeitlich an.
Genua dieses Benutzerverhalten schlägt sich in den neusten Voraussagen des IT-Marktforschungsunternehmens Gartner nieder.
Konkret sagt Gartner voraus, dass die Zahl an verkauften Geräten (Tablets, Smartphones und PCs) um knapp sechs Prozent auf total 2,3 Milliarden (2‘348‘497‘000) zunehmen wird.  Davon wird es sich nur gerade bei 305 Millionen Geräten um traditionelle PCs handeln, was einem Rückgang von 10,6 Prozent seit letztem Jahr enstpricht. Ganz anders sieht der Trend bei den Tablets aus: 202 Millionen dieser Geräte sollen verkauft werden, als ganze 68 Prozent mehr als im letzten Jahr. Und auch die Smartphones, die bei weitem beliebteste Gerätekategorie, werden weiter zulegen: um 4,3 Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Geräte.
Diese Entwicklung widerspiegelt sich natürlich auch im Betriebssystemmarkt, wo Android sich klar an die Spitze setzen wird. Im  Jahr 2014 sollen über eine Milliarde Android-Geräte  verkauft werden  – verglichen mit 378 Millionen Windows-Geräten. Immerhin rechnet Gartner damit, dass Windows 2014 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt – dank Windows 8.1. Interessant sind auch die Voraussagen für das Blackberry-Betriebssystem (RIM): Hier prognostiziert Gartner trotz neuer Geräte, die bis jetzt ein gutes Echo fanden, einen stetigen Rückgang.

Operating System
2012
2013
2014
Android
505,509
866,781
1,061,270
Windows
346,464
339,545
378,142
iOS/MacOS
212,878
296,356
354,849
RIM
34,584
25,224
22,291
Others
1,118,004
820,592
689,877
Total
2,217,440
2,348,497
2,506,429

Betriebssystemverkäufe weltweit in Tausend.  Quelle: Gartner (Juni 2013)



Friday, March 23, 2012

RIMs BlackBerry verliert das Heimspiel gegen Apples iPhone


Kanada ist die Heimat des BlackBerrys, doch RIM (Research In Motion Ltd.), die eigentlichen Erfinder des Smartphones, verlieren immer mehr Terrain an die Konkurrenz. Nun passiert es auch in Kanada: im letzten Jahr wurden da erstmals weniger BlackBerrys ausgeliefert als iPhones.

Apple ist also auch in Kanada auf der Überholspur, dort, wo sich RIM bisher hervorragend geschlagen hat. Diese Entwicklung scheint all jenen Analysten Recht zu geben, die für RIM höchstens noch einen Nischenmarkt  in der Zukunft sehen.
Die Zahlen, veröffentlicht von Bloomberg und IDC, sprechen für sich: RIM, mit Hauptquartier in Waterloo, Ontario, hat im letzten Jahr in Kanada 2,08 Millionen BlackBerrys verkauft – Apple brachte hier 2,85 Millionen Geräte an die Kunden. Nur ein Jahr vorher, lag RIM noch mit einer halben Million Geräten in Führung. Ein Jahr, nachdem das erste iPhone auf den Markt gekommen war, waren in Kanada noch fünfmal mehr BlackBerrys verkauft worden, als iPhones.
Die neue RIM-Führung scheint diese Entwicklung trotzdem nicht sehr zu beunruhigen:
“Noch im Januar hatte der neue RIM-CEO Thorsten Heins zugegeben, dass RIM im vergangenen Jahr den Faden verloren habe, man sei aber auf dem richtigen Weg. "Haben wir einige Kunden verloren? Ja, das gebe ich zu. Das passiert im High-Tech-Sektor. Wir sind hier nicht beim Plätzchenbacken." Laut New York Times kritisierte er den auf den US-Markt konzentrierten Blick vieler Beobachter. "Wir haben bei RIM einen globalen Fokus", erklärte Heins. "Das sind zwei ziemlich verschiedene Märkte. Im Rest der Welt wächst Blackberry sehr schnell."
Wenn wir bei RIM in der Chefetage sässen, wären wir trotzdem beunruhigt. Die User lieben das iPhone – weil es unschlagbar benutzerfreundlich ist und buchstäblich unzählige Apps zur Verfügung stellt, mit denen sich hervorragend leben und spielen lässt. Das ist ein Vorsprung, denn RIM wohl nicht mehr einholen kann.

Wednesday, October 12, 2011

Was ist nur los mit RIM?

Über dem BlackBerry scheint im Moment eine schwarze Wolke zu hängen. Die neusten Ausfälle des Netzwerks werden dem RIM-Image und dem Börsenkurs des Unternehmens nicht gut tun.

Der BlackBerry Bold 9900, das neuste Pferd im RIM-Stall.
BlackBerry hat ein Problem – und zwar schon bevor sich fast die Hälfte der 70 Millionen Kunden plötzlich mit tagelangen Serviceausfällen abfinden musste. In den letzen Monaten geht es nämlich mit demBörsenkurs abwärts, weil die Investoren dem Kanadischen Unternehmen die Innovationskraft nicht zutrauen, um die anderen grossen Smartphonehersteller in die Schranken zu weisen.
Zitat aus einer Analyse der Kanadischen TV-Station CTV: 

"RIM and Nokia have been trying to play catch-up since the iPhone and Google-based Android phones came on strong. The effort is not working and their market shares are in freefall. RIM used to be the top choice among business users. The latest data from comScore put its share of the U.S. smart phone market at 19.7 per cent in the three months to August, down from 24.7 per cent in the previous three-month period. Only five years ago, almost half of that market was RIM’s." 
  

Doch nun kommt auch noch eine technischePanne dazu, die viele der verbliebenen BlackBerry-User dazu bewegen könnte, ihren Anbieter zu wechseln. Das Angebot ist attraktiv: Apple bringt demnächst das neuste iPhone in die Läden. Es ist ja nicht das erste Mal, das RIM derartige Probleme hat. 
Was ist bloss los, mit dem einst so erfolgreichen und richtungsweisenden Smartphone-Pionier?

Wednesday, September 29, 2010

Ein PlayBook fürs Geschäft

Fast 3000 Artikel sind seit Montag über den neuen Tablet-PC von RIM geschrieben worden – wenn man Google-News glauben darf. Das Interesse ist also riesig, und das ist kein Wunder, denn der BlackBerry-Hersteller präsentiert mit dem PlayBook ein Gerät, das einiges mehr bietet als der iPad von Apple, wahrscheinlich ziemlich viel billiger sein wird, aber auch auf ein unterschiedliches Publikum abzielt.

Das RIM PlayBook ist enterprise-ready, also für den Einsatz in
Unternehmen konzipiert.
Das Wichtigste zuerst: Obwohl das RIM PlayBook schon präsentiert wurde, wird es erst im nächsten Jahr erhältlich sein – und der Preis ist auch noch nicht bekannt – im Web wird von rund 350 US-Dollars gesprochen.
Trotzdem werden vor allem BlackBerry-User aufgehorcht haben, als sie vom PlayBook gehört haben – und solche gibt es ja bekanntlich nicht wenige. Gemäss RIM soll das neue Tablet als Ergänzung zum BlackBerry dienen und mit diesem per Bluetooth kommunizieren. Trotzdem ist das RIM Tablet zum Mitnehmen gedacht: Es misst nur 13 mal 19 Zentimeter und ist nur 1 Zentimeter dick. Fast noch wichtiger. Das Gadget ist 35 Prozent leichter als der iPad. Natürlich ist es WLAN-fähig.
“Der Arbeitsspeicher des PlayBook ist mit einem Gigabyte deutlich größer als jener des Samsung Galaxy Tab (512 MB) und des iPad (256MB). Auch in puncto Kamera punktet das RIM Tablet mit zwei HD-Kameras, einer drei Megapixel-Kamera auf der Vorder- und einer fünf Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die 1080p HD-Videos aufnehmen können gegenüber Apples iPad, das mit keiner einzigen Kamera ausgestattet wurde. Über den Micro-HDMI-Videoausgang können die Videos auf andere Geräte übertragen werden. Darüber hinaus ist das PlayBook mit einem Micro-USB-Port ausgestattet...“
Auch bei Netzwelt.de ist man mit den Video-Features des PlayBooks beeindruckt:
“Den Anspruch, ein Multimedia-Tablet zu produzieren, unterstreicht RIM mit der vollen Unterstützung von Adobe Flash 10.1 sowie HTML 5. Ebenso wird der Tablet-Computer einen HDMI-Ausgang sowie zwei Digitalkameras bieten. Damit sind dann nicht nur Videokonferenzen und die Aufnahme von Fotos möglich, sondern auch Videoaufnahmen in HD-Qualität. Als Betriebssystem kommt ein spezielles BlackBerry Tablet OS zum Einsatz, das auf dem eingekauften QNX-Betriebssystem basiert und äußerst zuverlässig arbeiten soll. Ins Netz gehen wird das PlayBook nur via WLAN, eine 3G und 4G-Variante sollen aber noch folgen. BlackBerry-Besitzer können zudem ihr Smartphone über eine gesicherte Bluetooth-Verbindung mit dem Tablet verbinden und auf dem größeren Bildschirm zum Beispiel bequem E-Mails oder Dokumente lesen. Die Daten werden dabei nur temporär auf dem Gerät gespeichert, um Firmensicherheitsstandards einzuhalten…“
Der grosse Trumpf des PlayBooks soll die Tasache sein, dass das Gerät enterprise-ready ist - das heisst, es ist ganz auf den Gebrauch in Unternehmen zugeschnitten und passt perfekt in die bereits von Millionen von Usern genutzte BlackBerry-Infrastruktur - was viele IT-Chefs und Sicherheitsspezialisten in unzähligen Unternehmen freuen wird.

Tuesday, April 6, 2010

Nicht genug Spass mit dem BlackBerry?

Auch BlackBerry-User wollen Spass mit ihrem Smartphone – und deshalb schielen viele von ihnen nach einem iPhone von Apple, einem Nexus One von Google oder einem Droid von Motorola.

Dass auch Business-Kunden Bedürfnisse haben, die nur durch den sogenannten Spass-Faktor abgedeckt werden können, ist ja eigentlich klar. Dass aber so viele BlackBerry-User mehr Spass haben wollen, könnte sich für RIM, den Kanadischen Hersteller des Gerätes, langfristig doch negativ auswirken. Eine Anwenderumfrage des amerikanischen Marktforschers Crowd Science hat nämlich ergeben, dass mehr als zwei Drittel der BlackBerry-Nutzer sich dem Gerät nicht sehr verpflichtet fühlen. Gefragt, was für ein Smartphone sie denn auswählen würden, wenn sie morgen eines kaufen würden, sagten 39 Prozent, dass sie sich sicher oder wahrscheinlich ein iPhone anschaffen würden. Knapp ein Drittel würde ein Nexus One von Google anschaffen. Im Vergleich dazu sind iPhone- und Nexus-User extrem loyal: In beiden Fällen würden rund 90 Prozent der Anwender kein anderes Gerät wählen.
Für Blackberry ergibt sich hiermit ein strategisches Problem. Soll der BlackBerry zum Business-iPhone mutieren, oder soll sich das Gerät auf seine Kernkompetenzen, das Versenden und Empfangen von e-Mails, besinnen? Die Frage zu beantworten wird nicht einfach sein. So schreibt ein Anwender, in einem Kommentar zum Thema:
“I am unhappy with my Blackberry mostly because it has gotten way too feature rich. It's great for corporate email (including Outlook integration), and I wish they would offer a version with no phone, no apps, no gps and the awesome battery life in the first generation, black & white Blackberry (and I would pay EXTRA for this).”
Mehr Features, weniger Features? Touch-Screen oder Minitastatur? Fun-Phone oder BlackBerry?
Laut der Finanz-Website MarketWatch wollen User mehr Spass, weil sie ihre Smartphones längst nicht mehr nur fürs Geschäft brauchen. Zitat:
“Was ist der Nutzen einer Tastatur, wenn das iPhone weiss, wo Sie parkiert haben? Wieso soll jemand Microsoft Exchange benutzen, wenn der Droid nahtlos mit Gmail funktioniert – eine Dienstleistung, die sowieso mehr Unternehmen nutzen? Gibt es einen Grund, auf die BlackBerry-Version einer App zu warten, die es bereits in Dutzenden von Varianten im App Store oder im Android Market gibt? Wenn nicht ein neues BlackBerry-Gerät erscheint, dem es gelingt, das schwerfällige Image der Marke abzuschütteln, wird RIM all den Spass verpassen – und damit auch die Kunden.“

Wednesday, March 3, 2010

Mehr Arbeit durch's Smartphone?

Wie ist es nun eigentlich: Nehmen uns Blackberry & Co. Arbeit ab, oder arbeiten wir noch mehr, seit das Smartphone in der Hosentasche vibriert? Eine Studie in England hat diesbezüglich Erstaunliches hervorgebracht.

Mal ganz ehrlich: Gehören Sie auch zu jenen Smartphone-Usern, die das Gerät am Morgen gleich nach dem Erwachen checken, genauso wie am Abend, bevor Sie sich zur Ruhe legen. Wenn ja, sind Sie nicht allein. Schliesslich geht es ja darum, ständig erreichbar, eben ’connected’ zu sein. Was das genau heisst, wenn man es auf das Arbeitsleben umlegt, hat eine britische Studie herauszufinden versucht. Eine Umfrage unter 1000 Blackberry-Usern zeigt, dass die Smartphone-Technologie durchaus ein zweischneidiges Schwert ist. 33 Prozent der Männer und 54 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie ihr Gerät auch nach Feierabend nicht ausschalten könnten, schliesslich müssen e-Mails gelesen und oft auch beantwortet werden. Das macht denn auch ein Viertel der Befragten – auch an ihren Freitagen. Die Autoren der Studie haben ausgerechnet, dass dieses Verhalten durchschnittlich 10 zusätzliche Arbeitstage pro Jahr ausmacht. Kommunikationsspezialisten lassen das allerdings nicht so stehen; sie weisen darauf hin, dass Smartphones wie der Blackberry in der Arbeitswelt auch viel Entlastung bringen. Das sehen auch die Anwender so: Fast zwei Drittel der befragten User glauben, dass sie durch das Smartphone effizienter arbeiten. Rund ein Viertel der Benutzer fühlen sich durch das Gerät gestresst, weil sie immer erreichbar sind. (Von US-Präsident Obama wissen wir nur, dass er ohne seinen Blackberry nicht sein kann, ob er sich auch dadurch gestresst fühlt, ist nicht bekannt.)
Digitale Technolgie führt, wie die gleiche Studie zeigt, auch zu weniger menschlichen Kontakten. 79 Prozent der befragten Blackberry-User gaben an, dass sie mehr als die Hälfte ihrer regelmässigen Business-Kontakte noch nie persönlich getroffen hätten. Eigentlich nicht verwunderlich, im Zeitalter von Skype-Videotelephonie.

Thursday, February 25, 2010

Computer in der Tasche

Es ist unbestritten: Smartphones wie iPhone oder Blackberry sind sehr leistungsfähig und können im Verbund mit dem Internet Dienste leisten, die vor einigen Jahren nicht mal ausgewachsene Computer erbrachten. Der Computer steckt also nicht nur in der Tasche, sondern liegt auch voll auf der Trendlinie.

Die IT-Industrie gibt sich Mühe, den Trend so schnell wie möglich mit Tatsachen zu untermauern. Dabei helfen wird ein Gerät, das die Kanadische Firma Research in Motion (RIM) kürzlich vorgestellt hat, und das am Ende den Laptop zumindest für Präsentationen überflüssig machen soll. Der “Blackberry Presenter“ ist zwar noch nicht erhältlich, wurde aber in Nordamerika bereits an einige Journalisten zum Testen ausgehändigt. Das Gerät macht es möglich, PowerPoint-Präsentationen direkt vom Blackberry auf die Leinwand oder den Screen zu beamen. Der Presenter wird ganz einfach mit dem Projektor oder dem Monitor verbunden, und schon können die Daten vom Blackberry drahtlos (per Bluetooth) via Presenter übermittelt werden.
Laut Blackberry-Shop wird das Gerät, das nur etwa so gross ist, wie eine Schachtel Zigaretten, in Kürze erhältlich sein und 150 Euro kosten.

Tuesday, November 17, 2009

Wie sicher ist Ihr BlackBerry?

Jedes fünfte verkaufte Smartphone war weltweit im letzten Quartal ein BlackBerry, auch das iPhone mag da nicht mehr mithalten. 8,5 Millionen BlackBerrys verkaufte RIM von Juli bis September (iPhones gingen 7,4 Millionen über den Ladentisch). Da der BlackBerry immer noch vorwiegend ein Business-Tool ist, sind die Sicherheitsanforderungen höher, als bei anderen Geräten. Und genau diesbezüglich sind in den letzten Wochen Zweifel aufgetaucht.

Alain Afflelou ist in Frankreich sehr bekannt: Brillengeschäfte im ganzen Land tragen seinen Namen, und auch in der Westschweiz betreibt Afflelou mehr als 10 Filialen. Für Aufregung sorgte der Geschäftsmann aber kürzlich nicht mit Brillen, sondern mit einem BlackBerry-Verbot, das er für das ganze Unternehmen erlassen hat. Afflelou, der die BlackBerrys in seinem Unternehmen erst vor einem Jahr eingeführt hat, glaubt nicht mehr an deren Sicherheit. Verunsichert haben ihn Nachrichtenmeldungen über Programme, die aus den Smartphones ferngesteuerte Abhörgeräte machen, aber auch die Tatsache, dass der BlackBerry für den amerikanischen Präsidenten nicht sicher genug war und Obama deshalb mit einer speziell abgeänderten Version kommuniziert. Tatsächlich sind in den letzten Wochen mehrmals Sicherheitsbedenken laut geworden. So warnte zum Beispiel das amerikanische CERT genau vor jener Gefahr, die auch Alain Afflelou beunruhigt. Aus einem Bericht von heise.de:
“BlackBerry-Anwender sollten vorerst ihr Gerät nicht mehr freiwillig aus der Hand geben. Das US-CERT warnt offiziell vor einer kürzlich erschienenen, frei verfügbaren Spyware, mit der sich BlackBerrys von Dritten in eine Wanze verwandeln lassen. So genügt nach der Installation des PhoneSnoop genannten Programms ein Anruf von einer vorher definierten Nummer (Trigger Number), um das Lauthören ohne Wissen des Besitzers zu aktivieren und beispielsweise das im Raum Gesagte mitzuhören.“
Doch die Suppe wird wohl nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Der Londoner Telegraph zitiert John Kindervag, einen Sicherheitsexperten von Forrester, der die BlackBerrys der kanadischen Firma RIM immer noch zu den sichersten Smartphones zählt. So sicher seien die Geräte, dass sogar Kriminelle immer öfter davon Gebrauch machten und damit die Polizei frustrierten. Der Experte weist ausserdem darauf hin, dass die BlackBerrys das verschlüsselte Versenden und Speichern von Nachrichten unterstützen – Verschlüsselung sei “der Schlüssel zur Datensicherheit“. Schliesslich, meint Kindervag, stelle das interne Telefonsystem in einem Unternehmen das grössere Sicherheitsrisiko dar, als der Einsatz von BlackBerry-Smartphones.

Thursday, November 5, 2009

Nachschlagen war gestern

Wer etwas sucht, sei es ein Name, ein Geschäft oder eine Auskunft, findet die Antwort im Net, sofern ein Zugang verfügbar ist. Deshalb überrascht es nicht, dass eine GfK-Studie in Deutschland herausgefunden hat, dass Bücher gerade bei der lokalen Suche in einigen Bereichen bereits ins Hintertreffen geraten sind. Mit dem PC oder dem iPhone geht’s halt einfach viel einfacher!

Es ist wohl nicht allzu vermessen, die Prognose zu wagen, dass grosse Teile der jungen Generation schon in wenigen Jahren nicht mehr über die Fähigkeiten verfügen werden, in einem Nachschlagewerk nach Information zu suchen und diese auch zu finden. Das wird keine Katastrophe sein, weil bis dann der Zugriff auf das allwissende Net noch viel permanenter und einfacher sein wird, als heute. Mobile Geräte werden weiterhin grosse Fortschritte machen und so benutzerfreundlich werden, dass das iPhone von heute im Vergleich kompliziert aussieht. Die ersten Trends in diese Richtung hat kürzlich eine GfK-Studie aufgezeigt.
Danach haben deutsche User laut GfK im letzten Jahr rund 1,3 Milliarden Mal nach lokalen Kontaktdaten und Informationen zu Branchen und Dienstleistern gesucht. Dabei entfallen auf das Telefon- und Branchenbuch immerhin noch 44 Prozent aller Suchvorgänge, das mobile und stationäre Internet bevorzugen 38 Prozent der Verbraucher. Kontakt zur Telefon- und SMS-Auskunft stellen die Deutschen in 12 Prozent der Nutzungsfälle her. Die Suche über CD-ROM hat einen Marktanteil von 6 Prozent. Betrachtet man aber ausschließlich die Suche nach Branchen, Gewerbetreibenden und Dienstleistern mit rund 600 Millionen Suchvorgängen pro Jahr, liegt das Internet – ob stationär oder mobil – mit einem Anteil von rund 43 Prozent heute erstmalig vor den gedruckten Branchenbüchern mit etwa 40 Prozent der Suchabfragen.
Dass das mobile Internet vor allem für die lokale Suche immer beliebter wird, bestätigen auch die Praxis-Anwenderdaten des Such-Anbieters telegate. Diese zeigen, dass die User von iPhone, BlackBerry und Google Android viermal häufiger nach lokalen Brancheninformationen suchen als die Nutzer der stationären Internet-Portale.