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Monday, September 6, 2021

Corona-Konsequenzen: Zu wenig Halbleiterchips, höhere Preise, stillgelegte Autofabriken

Corona führt zu Lieferengpässen in Ländern, die Halbleiterchips herstellen, und das wirkt sich auf der ganzen Welt aus – und zwar nicht nur in der IT-Branche. Auch die Autobranche ist stark betroffen.


Die MSC Clea, ein 300 Meter langes Containerschiff, das 2016 gebaut wurde. 
Container und Containerplätze auf Schiffen sind momentan rar und teuer.   
                                                                                                Bild Pixabay
General Motors hat anfangs dieser Woche fast alle seine Montagewerke in Nordamerika stilllegelegt. Ursache: Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die Produktion von Halbleiterchips in Übersee, vor allem in Südostasien. Es sind also nicht nur Computer und andere IT-Geräte, die sich wegen der Pandemie verknappt und deshalb verteuert haben; die Autoindustrie und andere Branchen sind ebenfalls stark betroffen. Einige Automobilhersteller mussten ihre Produktion vorübergehend stilllegen oder Fahrzeuge herstellen, die momentan nicht fertiggestellt werden konnten. Die Bestände an Neuwagen sind deshalb weiterhin relativ knapp und die Preise hoch.

In der Autobranche herrscht bereits seit Anfang des Jahres ein weltweiter Mangel an Chips, die beim Automobilbau verwendet werden. Ähnliche Chips werden in unzähligen Geräten eingebaut - wenn sie vorhanden sind. Da während der Pandemie mehr Arbeitnehmer zuhause ihre Aufgaben erledigten, stieg die Nachfrage nach persönlicher Elektronikstark an. Geräte wie zum Beispiel Laptops sind deshalb ebenfalls knapper und teurer geworden. Der von Corona verursachte Engpass in der Lieferkette, der eigentlich nur vorübergehend sein sollte, wird wohl noch längere Zeit andauern, was auf die weltweiten Massnahmen gegen die Delta-Variante zurückzuführen ist. 
Hersteller, die unter Engpässen bei wichtigen Komponenten und höheren Rohstoff- und Energiekosten leiden, sind gemäss einem Bericht der Wirtschaftsagentur Bloomberg gezwungen, für Schiffsplätze zu bieten, was die Frachtraten auf ein Rekordniveau treibt und einige Exporteure dazu veranlasst, die Preise zu erhöhen oder Lieferungen ganz zu streichen.
"Wir bekommen nicht genug Komponenten, wir bekommen keine Container, die Kosten sind enorm gestiegen", sagte Christopher Tse, Geschäftsführer der in Hongkong ansässigen Musical Electronics Ltd, die Konsumgüter von Bluetooth-Lautsprechern bis hin zu Rubic Cubes herstellt, gegenüber Bloomberg.


Sunday, May 30, 2021

Die Preise steigen – und der PC-Markt wächst weiter

Die Preise für Informationstechnologie sind in den letzten Jahren ständig gesunken – und zwar massiv. Die Corona-Pandemie hat nun aber dazu beigetragen, dass die Inflation auch in diesem Sektor zurückkommt. Ein Grund dafür: Homeoffice und andere Corona-Kommunikationstrends haben dafür gesorgt, dass das IT-Geschäft so richtig boomt.


Der IT-Markt hat seit vielen Jahren keine Inflation mehr erlebt. Das ändert sich gerade. 
                                                                                                                Bild Picpedia.org

Gemäss IDC werden PC-Lieferungen dieses Jahr um 18,1 Prozent wachsen – prognostiziert wird der Verkauf von mehr als 357 Millionen Geräten. Das sind fast eine Million verkaufte PCs pro Tag. Dies in einer Zeit, mit Unterbrüchen in der Lieferkette und IT-Komponentenknappheit.  Das trifft vor allem jene Marktteilnehmer, die nicht ganze PCs, sondern Bestandteile kaufen. Potentielle Käufer sind gezwungen, vormontierte PCs zu kaufen, statt die Systeme selbst zusammenzubauen. Der Grund: Die Preise für Komplett-PCs sind in den meisten Fällen günstiger als die Komponenten. Auch im Laptop-Markt zeigen sich ähnliche Probleme. Auch dieser Sektor ist von der Verknappung und Verteuerung bei CPU/GPU und Speichereinheiten betroffen. Aber die Engpässe zeigen sich auch in anderen Bereichen. Displays, Audio-Chips oder Controller sind plötzlich knapp geworden. Diese Knappheit verzögert die Verfügbarkeit von Notebooks, was wiederum die Nachfrage nach Desktop-PCs ankurbelt. ZDnet.de geht in einem ausführlichen Artikel auf die sich abzeichnende Verteuerung ein:

“Die PC-Preise werden wahrscheinlich im zweiten Quartal und im restlichen Jahr 2021 steigen, da die Hersteller die höheren Kosten für Komponenten und Logistik bei starker Nachfrage weitergeben. Die aktuellen Quartalszahlen von HP, Dell Technologies und Lenovo geben einen Hinweis darauf, dass die Inflation wahrscheinlich auf den PC-Markt zukommen wird. Cisco hat bereits eine ähnliches für die Infrastruktur von Rechenzentren vorausgesagt.  Die globale Chip-Knappheit ist ein viel größeres Problem, als viele glaubten und wird auch noch länger andauern…“

Es gibt einen (kleinen) Trost für uns alle. In den letzten Jahrzehnten sind die Preise für Hardware und IT-Dienstleistungen immer nur gesunken – und zwar massiv. Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics waren die Preise für Informationstechnologie, Hardware und Dienstleistungen im Jahr 2021 um 92,71 Prozent niedriger als 1988.  Mit anderen Worten: Informationstechnologie, Hardware und Dienstleistungen, die im Jahr 1988  noch 20 Franken gekostet haben, kosten heute  gerade noch rund einen Franken und 50 Rappen.

Friday, May 7, 2021

Auf dem Weg in die bargeldlose Gesellschaft

Die Coronapandemie beinflusst das Zahlverhalten der Kundschaft nicht nur in der Schweiz, wo seit diesem Frühjahr nicht mehr Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel ist, sondern auch in Deutschland, wo eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass  die Entwicklung ähnlich verläuft. Zwei Drittel der Konsumenten setzen wegen Corona weniger Bargeld zum Bezahlen ein.

Die Zeiten der dicken Portmonnaies könnten bald zu Ende gehen. Bild Pixabay
Gemäss einer Studie des ECC-Köln haben 68 Prozent der Konsumenten infolge der Coronavirus-Pandemie ihr Bezahlverhalten an der Kasse verändert. Dabei gewinnen insbesondere bargeldlose Verfahren zunehmend an Bedeutung und werden nicht mehr nur von Smartphone- und online-affinen Kunden genutzt. 71 Prozent der Befragten geben an, mittlerweile häufig kontaktlos mit Karte zu bezahlen. Der Kaufpreis scheint dabei irrelevant: Die Spanne reicht von Kleinstbeträgen bis hin zu Zahlungen von über 500 Euro. Der Grossteil der kontaktlosen Zahlungen wird heute per Karte abgewickelt. Eindrücklich ist: Jede siebte Zahlung wird bereits mit dem Smartphone getätigt, wie der ECC mitteilt.

Wie reagiert der Handel auf die veränderten Kundenanforderungen? 74 Prozent der Händler haben festgestellt, dass sich die Zahlgewohnheiten ihrer Kunden geändert haben. Der Grossteil der stationären Händler sei bereits heute gut eingerichtet, heisst es in der Mitteilung des ECC-Köln. Trotzdem rüstet jeder zweite Händler wegen der aktuellen Entwicklung des allgemeinen Zahlverhaltens noch einmal nach. Dabei wird vor allem die Zahlung per Girocard oder EC-Karte, die kontaktlose Zahlung per NFC oder QR-Code und die Zahlung mit der Kreditkarte möglich gemacht. Mit gutem Grund: Rund ein Drittel der Konsumenten zieht heute Geschäfte vor, die digitales Bezahlen ermöglichen. Volle 17 Prozent der Verbraucher meiden Geschäfte, die nur Bargeld akzeptieren.

Noch immer zahlen 63 Prozent der Konsumenten in Deutschland oft mit Bargeld. Allerdings sinkt die Bedeutung von Cash seit Jahren – das merkt auch der Handel. Nur ein kleiner Teil der Händler kann sich aber vorstellen, gänzlich darauf zu verzichten, Barzahlung anzubieten. Hat sich die Kundschaft jedoch einmal an die Vorteile bargeldlosen Bezahlens wie Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Hygiene gewöhnt, werden es Geldscheine und Münzen in Zukunft schwerer haben. Es gibt allerdings einige Länder, die diesbezüglich bereits viel weiter sind als die Schweiz und Deutschland. Kanadier zahlen am meisten und am liebsten mit Plastik, und Schweden scheint schon bald komplett ohne Cash auskommen zu wollen.


Monday, April 26, 2021

Corona-Kriminelle: Lieber fälschen als impfen

 Die Diskussion darüber, was für eine Rolle Impfpässe in der Übergangszeit von Corona bis ins Zeitalter nach der Seuche spielen sollen, sind im Gang. Doch die kriminellen Teile unserer Gesellschaft sind uns da schon weit voraus: Da geht es nicht darum, ob Impfausweise nützlich sind, sondern nur darum, wieviel Geld man damit verdienen kann. 

Eine Impfbestätigung (aus Grossbritannien): Die Fälscher wittern ein Geschäft.
                                                                                               Bild Wikimedia Commons

Das ging ja schnell: Gefälschte Impfkarten werden weltweit zum Verkauf angeboten – meist über das Internet. Nicht nur in den USA, scheint sich hier ein neuer Markt aufzutun (immerhin geben 22 Prozent aller Amerikaner an, dass sie sich nicht impfen lassen wollen), auch in der Schweiz und in Deutschland wird von derartigen Angeboten berichtet. Die ARD fand heraus, dass im Messengerdienst “Telegram“ gefälschte deutsche Impfpässe zum Kauf angeboten würden. Die Impfpässe würden mit Stempel, Unterschriften und Aufkleber mit Chargennummern versehen:

“Laut Stempel stammen die Impfpässe aus großen deutschen Impfzentren wie zum Beispiel Bonn, Frankfurt, Augsburg oder Frankenthal - aber auch Impfpässe aus Düsseldorf und München werden im Internet zum Kauf angeboten. Dem Politikmagazin liegen zwei dieser gefälschten Impfausweise vor. Es handelt sich dabei um die gelbe internationale Bescheinigung über Impfungen. Der Stempel besagt "IMPFZENTRUM FRANKFURT, Ludwig-Erhard-Anlage 1" und ist unterschieben. Außerdem sind in dem Dokument zwei Aufkleber mit der Aufschrift "Comirnaty" (Biontech/Pfizer) und einer Chargennummer. Die Fälschung ist vom Original kaum zu unterscheiden.“

 Auch die Stadt Frankfurt teilte mit, es seien gefälschte Impfausweise im Umlauf. Das Rote Kreuz habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Und auch Schweizer Medien berichten von Fälschungen:

“So wurden in der Stadt Zürich Flyer verteilt, die das Ausstellen von Fake-Impfpässen gegen Bezahlung in Bitcoin versprachen. Die Stadtpolizei Zürich hat daraufhin Ermittlungen gegen die Verfasser eingeleitet und verwies darauf, dass sich auch die
Käufer von gefälschten Impfdokumenten wegen Urkundenfälschung strafbar machen.“

Auch in den USA läuft das Impfpassgeschäft. Die New York Times berichtet:

Letzte Woche haben 45 Staatsanwälte Twitter, Shopify und eBay aufgefordert, den Verkauf von falschen und gestohlenen Impfkarten zu stoppen. Die Beamten sagten, sie beobachteten die Aktivität und seien besorgt, dass ungeimpfte Menschen die Karten missbrauchen, um Veranstaltungen zu besuchen, dabei das Virus verbreiten und die Pandemie verlängern. "Wir sehen einen riesigen Markt für diese falschen Karten online", sagte Josh Shapiro, Pennsylvanias Generalstaatsanwalt, dessen Büro Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Virus untersucht hat. "Dies ist eine gefährliche Praxis, die die öffentliche Gesundheit untergräbt." 


Friday, March 5, 2021

"Lieber kein Auto als kein Smartphone"

Stimmt das auch in der Schweiz? Eine Bitkom-Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass fast drei Viertel der Befragten lieber auf ihr Auto verzichten würden, als auf ihr Smartphone! Kein Wunder, dass das Smartphone-Geschäft auch weiterhin boomt.

Das Smartphone ist die Wunderwaffe des modernen Kommunikators.            Bild Pixabay

"Für sehr viele Menschen ist das Smartphone ihr wichtigstes persönliches Gerät – weil es so vielseitig einsetzbar wie kein anderes ist. Kommunikation, Unterhaltung, Bildung oder Steuerzentrale für vernetzte Geräte: All das kann ein Smartphone“, sagt Markus Haas von Bitkom. Für alle Smartphone-Fans hat er eine gute Nachricht: Der Durchschnittspreis pro Gerät steigt auf dem 2020 erreichten Spitzenniveau nur noch minimal um einen Euro auf 495 Euro an (2020: 494 Euro). Dass die Preise nicht stärker steigen, habe zwei Ursachen: Der Anteil chinesischer Hersteller mit günstigen Modellen im Markt wachse, und auch Geräte im mittleren Preissegment böten einen grösseren Funktionsumfang, sagt Haas.

Der Anteil der Smartphone-Nutzer in der Bevölkerung nimmt hingegen weiter zu, nach Bitkom-Berechnungen um 3 Prozentpunkte. Die meisten User schätzen ihr Gerät sehr. Neun von zehn Nutzern können sich ein Leben ohne die mobilen Geräte nicht mehr vorstellen. Das gilt gerade auch in der Corona-Pandemie: 82 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen das Smartphone geholfen hat, besser durch die Krise zu kommen. Fast drei Viertel würden lieber auf ihr Auto verzichten als auf ihr Smartphone. Corona hat sich aber auch direkt auf die Intensität der Nutzung ausgewirkt: Fast jeder vierte Befragte legt bewusst Smartphone-freie Tage ein. Dieser Wert ist während der Corona-Pandemie stark gefallen, Anfang 2020 sagte noch jeder dritte Smartphone-Nutzer, dass er manchmal bewusst auf das Gerät verzichtet.

Die Mehrheit der Nutzer legt Wert auf ein möglichst aktuelles Gerät: Sechs von zehn sagen, sie möchten immer das neueste Modell. Wichtigste Kriterien bei einer Neuanschaffung sind die Verarbeitungsqualität und dabei insbesondere ein robustes Display, sowie die Akkulaufzeit und der Preis. Überraschend ist: Die Marke des Geräts ist für knapp die Hälfte der Käufer nicht entscheidend.

Thursday, December 10, 2020

Corona-Impfstoffe werden zum Ziel von Cyber-Kriminellen

Hacker haben es auf Impfstoffdaten abgesehen: Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die Medikamente und Impfstoffe für Europa untersucht und bewilligt, wurde digital eingebrochen. Dabei wurden  Dokumente über den Pfizer-Coronavirus-Impfstoff eingesehen. Das gab die EMA selber, allerdings ohne weitere Details, bekannt.

Mit Impfstoffen wird in den nächsten Monaten enorm viel Geld gemacht werden.
Herstellerfirmen sind ein Ziel von Cyber-Atacken.                   Bild pixnio
Pfizer und BioNTech, die den Impstoff entwickelt haben, der in Grossbritannien bereits eingesetzt wird, gaben bekannt, sie glaubten nicht, dass persönliche Daten von Studienteilnehmern kompromittiert worden seien. Die EMA habe überdies versichert, dass der Cyberangriff keinen Einfluss auf den Zeitplan für die Prüfung haben werde. Es wurde nicht bekanntgegeben, wie und wann der Angriff stattgefunden hat. Natürlich ist auch nicht bekannt, wer dafür verantwortlich ist.

Experten, die sich mit der Impfstoffherstellung auskennen gehen aber davon aus, dass es sich beim Einruch um Industriespionage handeln könnte. Solche Dokumente könnten für andere Länder und Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von Impfstoffen befassen, extrem wertvoll sein, meldet die Nachrichtenagentur Reuter. Die Agentur zitiert Marc Rogers, den Gründer einer Freiwilligengruppe, die gegen Verstösse im Zusammenhang mit Covid kämpft:

"Daten, die bei Regulierungsbehörden eingereicht werden, sind vertrauliche Informationen über den Impfstoff und seinen Wirkmechanismus, seine Effizienz, seine Risiken und mögliche Nebenwirkungen. Ausserdem geht es um einzigartige Aspekte wie Handhabungsrichtlinien. Die Daten liefern auch detaillierte Informationen über andere Parteien, die an der Lieferung und dem Vertrieb des Impfstoffs beteiligt sind.“

Die BBC weist darauf hin, dass es in letzter Zeit eine ganze Reihe von Cyber-Attacken auf Unternehmen gegeben habe, die sich mit Covid-19-Impfstoff befassen:

“ Sicherheitsdienste warnten schon im Sommer, dass der russische Geheimdienst es auf Organisationen abgesehen habe, die versuchen, einen erfolgreichen Impfstoff zu entwickeln. Im Oktober wurde ein in Indien ansässiges Pharmaunternehmen Opfer eines schweren Cyberangriffs. Und in den letzten Tagen teilte IBM mit, dass die Kühlhaus-Lieferkette, die für den Transport lebensfähiger Impfstoffe verwendet wird, einem Cyberangriff zum Opfer gefallen ist - wahrscheinlich durch einen Nationalstaat."

Monday, October 19, 2020

Corona fördert die Hygiene und digitale Zahlmethoden

 Twint, die digitale mobile Schweizer Zahlungslösung, hat  sich als umfassende und innovative  Zahlungsplattform etabliert. Die Anzahl der User, Händler und Transaktionen hat  nach dem Corona-Lockdown im Frühjahr stetig zugenommen. Twint hat  nun drei  Millionen User.

Das Twint Logo.                   Bild Wikimedia Commons
Twint entspricht exakt dem  Corona-Zeitgeist und dem steigenden Bedürfnis, digital, mobil und kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen zu können. Berühren wird komplett überflüssig. Das starke Kundenwachstum seit dem letzten Jahr wurde durch die erhöhte Nachfrage nach  hygienischen Zahlungsmethoden seit dem Corona-Ausbruch regelrecht beflügelt. Jetzt steht fest, dass sich dies auf das Verhalten der Schweizer Bevölkerung auswirkt und Twint auf dem Weg zur beliebtesten Zahl-Art der Schweiz ist. Mittlerweile nutzen die Hälfte der Schweizer Smartphone-User die Twint App und bezahlen in jedem zweiten Schweizer Online-Shop  mit Twint. Gemäss einer von Twint bezahlten Studie des Instituts Ipsos, wird Twint für Direktzahlungen mittlerweile als beliebteste Lösung genannt – vor Bargeld und Banküberweisungen: Bei 43 Prozent der Bevölkerung, bei 56 Prozent der unter 34-jährigen und bei 61 Prozent von Studierenden. Die Mehrheit der Schweizer will Twint künftig noch häufiger nutzen. Mit dieser positiven Entwicklung übertrifft Twint das formulierte Jahresziel schon heute und wird bis Ende  2020 über 100 Millionen Transaktionen abwickeln können. Schon jetzt ist es möglich, aus der Twint App heraus fast überall zu bezahlen.

Twint hat in der Schweiz aktuell mehr  als drei Millionen Nutzerinnen und Nutzer.  Die Twint Nutzer  tätigen heute mehr  als 11 Millionen Transaktionen pro Monat. Sie zahlen durch einfaches Scannen von Twint QR-Codes oder  per Beacon an der Ladenkasse, im Onlineshop oder inner- halb von Apps. Die Anzahl dieser Transaktionen hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht, was Twint zur beliebtesten Mobile-Payment- Lösung der Schweiz macht. Die Zahl der Twint-Akzeptanzstellen von Händlern und Unternehmen ist diesen Monat auf über  150’000 gestiegen.  Allein seit dem Frühjahr konnten rund 15'000  Händler dazugewonnen werden. Neben grossen Marken sind darunter auch  viele Hofläden, Marktstände und Manufakturen.
Trotzdem klingelt die Kasse bei Twint noch nicht wie gewünscht, zumindest gemäss Handelszeitung:

“Twint dürfte noch immer hohe Verluste schreiben. An der Medienkonferenz machte die Geschäftsleitung keine genauen Angaben dazu und sagte auch nicht, wie viel Geld bisher in Entwicklung und Marktakquise investiert wurde. Twint könnte durchaus «kurzfristig» rentabel werden. Man denke jedoch nicht kurzfristig, sondern langfristig und investiere in die Zukunft.“

Thursday, July 2, 2020

Airbnb-CEO: Reisen wird wahrscheinlich nie mehr so werden, wie früher

Die Grenzen sind zwar wieder offen, aber bis die Menschen wieder reisen, wird es eine ganze Weile dauern. Destinationen, die vor der Pandemie vollkommen überfüllt waren - wie zum Beispiel Venedig - sind immer noch sehr leer (und die wenigen Touristen, die dort sind, geniessen es). Der Zusammenbruch der Reiseindustrie hat aber enorme wirtschaftliche Folgen – auch im digitalen Sektor.

Entlebuch statt Paris oder London: Das ist gemäss Airbnb-CEO Brian Chesky
der Reisetrend nach der Coronakrise.                        Bild Wikimedia Commons
Hotels, Restaurants, Reisebüros, Fluggesellschaften, Flugzeughersteller: Sie alle sind von der Coronakrise massiv betroffen und mussten gesamthaft zehntausende ihrer Angestellten entlassen oder zumindest vorläufig nach Hause schicken. Natürlich trifft die Krise auch den Star unter den digitalen Reise-Angeboten: Airbnb hat massive Einbrüche zu verzeichnen. Wie wir schon vor eine Weile berichtet haben, zählte Airbnb vor dem Virus rund 150 Millionen Nutzer und Milliarden-Umsätze (über vier Milliarden im Jahr 2019). Die Wachstumsraten waren zweistellig und insgesamt wurden fast 6,6 Millionen Immobilien in 191 Ländern angeboten. Geplant war ein Börsengang im laufenden Jahr: Experten bewerteten den Wert des Unternehmens, das sich allein mit Mietkommissionen  finanziert, mit gegen 40 Milliarden Dollar.
Heute sieht das etwas anders aus:
Während der COVID-19-Pandemie gingen die Buchungen massiv zurück; Schätzungen gehen von 41 bis 96 Prozent aus. Als Reaktion darauf senkte das Unternehmen seine interne Bewertung auf 26 Mrd. USD und plant, den Börsengang zu verschieben. […] Am 5. Mai 2020 schickte CEO Brian Chesky ein Memo an alle Mitarbeiter, in dem er ankündigte, dass das Unternehmen aufgrund der COVID-19-Pandemie rund 1‘900 Mitarbeiter, also etwa 25 Prozent der Belegschaft in Amerika, Europa und Asien, entlassen werde. (Wikipedia)
In einem aktuellen Interview mit der Website Axios erklärt der Airbnb-Chef, welche Reisetrends sich für die Zukunft abzeichnen:
“Die Menschen werden eines Tages wieder in Flugzeuge steigen. Aber ich sehe eine ziemlich permanente Verschiebung und Umverteilung der Reiseziele. Vor dem Virus hat sich der Massentourismus auf etwa 50 oder 100 Städte beschränkt: Alle reisten nach Rom, Paris, London, wohnten im Hotelviertel, benutzten den Doppeldeckerbus. Dann standen sie in der Schlange, um vor einer Sehenswürdigkeit ein Selfie zu machen. Der Anteil dieser Art Reisen wird in Zukunft geringer werden, und ich glaube, dass er durch die Menschen, die kleinere Orte besuchen, etwas verdrängt oder zumindest ausgeglichen werden wird. Die Menschen steigen momentan nicht in Flugzeuge, sie überqueren keine Grenzen, sie reisen nicht in Städte, sie reisen nicht aus geschäftlichen Gründen. Sie benutzen aber ihre Autos, um Destinationen zu besuchen, die einige hundert Kilometer oder weniger weit entfernt sind."
Auch für Geschäftsreisen hat der Airbnb-Boss keinen grossartigen Ausblick:

"Ich glaube, dass viele Menschen merken werden, dass sie nicht in ein Flugzeug steigen müssen, wenn sie sich mit jemandem treffen wollen…“