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Sunday, May 30, 2021

Die Preise steigen – und der PC-Markt wächst weiter

Die Preise für Informationstechnologie sind in den letzten Jahren ständig gesunken – und zwar massiv. Die Corona-Pandemie hat nun aber dazu beigetragen, dass die Inflation auch in diesem Sektor zurückkommt. Ein Grund dafür: Homeoffice und andere Corona-Kommunikationstrends haben dafür gesorgt, dass das IT-Geschäft so richtig boomt.


Der IT-Markt hat seit vielen Jahren keine Inflation mehr erlebt. Das ändert sich gerade. 
                                                                                                                Bild Picpedia.org

Gemäss IDC werden PC-Lieferungen dieses Jahr um 18,1 Prozent wachsen – prognostiziert wird der Verkauf von mehr als 357 Millionen Geräten. Das sind fast eine Million verkaufte PCs pro Tag. Dies in einer Zeit, mit Unterbrüchen in der Lieferkette und IT-Komponentenknappheit.  Das trifft vor allem jene Marktteilnehmer, die nicht ganze PCs, sondern Bestandteile kaufen. Potentielle Käufer sind gezwungen, vormontierte PCs zu kaufen, statt die Systeme selbst zusammenzubauen. Der Grund: Die Preise für Komplett-PCs sind in den meisten Fällen günstiger als die Komponenten. Auch im Laptop-Markt zeigen sich ähnliche Probleme. Auch dieser Sektor ist von der Verknappung und Verteuerung bei CPU/GPU und Speichereinheiten betroffen. Aber die Engpässe zeigen sich auch in anderen Bereichen. Displays, Audio-Chips oder Controller sind plötzlich knapp geworden. Diese Knappheit verzögert die Verfügbarkeit von Notebooks, was wiederum die Nachfrage nach Desktop-PCs ankurbelt. ZDnet.de geht in einem ausführlichen Artikel auf die sich abzeichnende Verteuerung ein:

“Die PC-Preise werden wahrscheinlich im zweiten Quartal und im restlichen Jahr 2021 steigen, da die Hersteller die höheren Kosten für Komponenten und Logistik bei starker Nachfrage weitergeben. Die aktuellen Quartalszahlen von HP, Dell Technologies und Lenovo geben einen Hinweis darauf, dass die Inflation wahrscheinlich auf den PC-Markt zukommen wird. Cisco hat bereits eine ähnliches für die Infrastruktur von Rechenzentren vorausgesagt.  Die globale Chip-Knappheit ist ein viel größeres Problem, als viele glaubten und wird auch noch länger andauern…“

Es gibt einen (kleinen) Trost für uns alle. In den letzten Jahrzehnten sind die Preise für Hardware und IT-Dienstleistungen immer nur gesunken – und zwar massiv. Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics waren die Preise für Informationstechnologie, Hardware und Dienstleistungen im Jahr 2021 um 92,71 Prozent niedriger als 1988.  Mit anderen Worten: Informationstechnologie, Hardware und Dienstleistungen, die im Jahr 1988  noch 20 Franken gekostet haben, kosten heute  gerade noch rund einen Franken und 50 Rappen.

Monday, March 19, 2018

Der Online-Handel bremst die Teuerung


Was hat die Inflation - oder ihre Abwesenheit - mit der digitalen Gesellschaft zu tun? Immer mehr Ökonomen glauben, dass die beiden Faktoren direkt zusammenhängen. Sie gehen davon aus, dass der Online-Handel mit seinen rasant steigenden Marktanteilen so viel Druck auf die traditionellen Läden ausübt, dass die Verkaufspreise auch in den nicht-virtuellen Regalen tief bleiben. Dieser Druck ist messbar und wirkt sich direkt auf die Inflationsrate aus.

Die Chart zeigt, dass sich die Teuerung in den 90er-Jahren deutlich zurückzog,
nachdem sie in vorangegangenen Jahrzehnten immer grosse Sprünge gemacht
hatte.                                                                                     Quelle: inflation.eu
Für Zentralbanker ist es seit längerem ein Rätsel: Trotz tiefsten Zinsen, äusserst liberalen Geldmengen und einer allgemein aggressiven Geldpolitik will es den Nationalbanken nicht gelingen, die Inflation auf die gewünschte Höhe zu hieven, die bei etwa zwei Prozent liegen würde. Nun hat das Phänomen einen Namen: der Amazon-Effekt. Dieser Effekt nutzt den Konsumenten, die Inflation im Allgemeinen hassen. Im Internet herrscht die Jagd nach günstigen Einkäufen - wer Tiefstpreise bieten kann, gewinnt, wer nicht mithält, kann den Online-Shop dichtmachen. Dieser Preisdruck schwappt, zumindest teilweise, auch auf die traditionellen Läden über - und voilà, die Teuerungsbremse funktioniert.
Ganz neu ist der Amazon-Effekt als Prinzip nicht. Schon vor der Finanzkrise im Jahr 2008, haben Wirtschaftswissenschaftler die anti-inflationären Wirkungen von riesigen Warenhausketten wie Walmart gemessen und festgestellt, dass deren ökonomische Macht die teuerung bremste. Zusammen mit den Billigimporten aus China, die in den 90er-Jahren so richtig Fahrt aufnahmen, drückten Walmart & Co. so stark auf die Verkaufspreise, dass diese nicht mehr stiegen, wie die Konsumenten sich das seit Jahrzehnten gewohnt waren, sondern zurückgingen. Damals hiess das Phänomen der “Walmart-Effekt“.
Auch der heutige Amazon-Effekt ist gut für die Konsumenten, aber nicht so toll für viele Investoren, die wohl so lange mit tiefen Zinsen leben müssen, bis die Preise wieder steigen.