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Friday, March 5, 2021

"Lieber kein Auto als kein Smartphone"

Stimmt das auch in der Schweiz? Eine Bitkom-Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass fast drei Viertel der Befragten lieber auf ihr Auto verzichten würden, als auf ihr Smartphone! Kein Wunder, dass das Smartphone-Geschäft auch weiterhin boomt.

Das Smartphone ist die Wunderwaffe des modernen Kommunikators.            Bild Pixabay

"Für sehr viele Menschen ist das Smartphone ihr wichtigstes persönliches Gerät – weil es so vielseitig einsetzbar wie kein anderes ist. Kommunikation, Unterhaltung, Bildung oder Steuerzentrale für vernetzte Geräte: All das kann ein Smartphone“, sagt Markus Haas von Bitkom. Für alle Smartphone-Fans hat er eine gute Nachricht: Der Durchschnittspreis pro Gerät steigt auf dem 2020 erreichten Spitzenniveau nur noch minimal um einen Euro auf 495 Euro an (2020: 494 Euro). Dass die Preise nicht stärker steigen, habe zwei Ursachen: Der Anteil chinesischer Hersteller mit günstigen Modellen im Markt wachse, und auch Geräte im mittleren Preissegment böten einen grösseren Funktionsumfang, sagt Haas.

Der Anteil der Smartphone-Nutzer in der Bevölkerung nimmt hingegen weiter zu, nach Bitkom-Berechnungen um 3 Prozentpunkte. Die meisten User schätzen ihr Gerät sehr. Neun von zehn Nutzern können sich ein Leben ohne die mobilen Geräte nicht mehr vorstellen. Das gilt gerade auch in der Corona-Pandemie: 82 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen das Smartphone geholfen hat, besser durch die Krise zu kommen. Fast drei Viertel würden lieber auf ihr Auto verzichten als auf ihr Smartphone. Corona hat sich aber auch direkt auf die Intensität der Nutzung ausgewirkt: Fast jeder vierte Befragte legt bewusst Smartphone-freie Tage ein. Dieser Wert ist während der Corona-Pandemie stark gefallen, Anfang 2020 sagte noch jeder dritte Smartphone-Nutzer, dass er manchmal bewusst auf das Gerät verzichtet.

Die Mehrheit der Nutzer legt Wert auf ein möglichst aktuelles Gerät: Sechs von zehn sagen, sie möchten immer das neueste Modell. Wichtigste Kriterien bei einer Neuanschaffung sind die Verarbeitungsqualität und dabei insbesondere ein robustes Display, sowie die Akkulaufzeit und der Preis. Überraschend ist: Die Marke des Geräts ist für knapp die Hälfte der Käufer nicht entscheidend.

Sunday, March 8, 2020

User hinterfragen ihren Smartphone-Konsum zunehmend kritisch

Sie tippen, sie starren, sie lesen: Smartphone-Besitzer verbringen immer mehr Zeit mit ihren Geräten. Das sieht nicht nur so aus oder fühlt sich so an, das lässt sich statistisch nachweisen. Viele User empfinden dieses Verhalten zunehmend als Belastung. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 38 Prozent ihre eigene Smartphone-Nutzung als zu hoch einschätzen. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind sogar 63 Prozent der Meinung, dass sie zu viel Zeit am Smartphone verbringen. 31 Prozent aller Studienteilnehmer sprechen von einem regelrechten Zwang, dauernd auf ihr Smartphone schauen zu müssen, und 17 Prozent klagen sogar über physische Symptome wie Kopfschmerzen oder Probleme mit den Augen.

Am Smartphone bis der Kopf schmerzt: Viele Nutzer lassen sich von ihrem
Handy stressen.                                                                        Bild pexels.com
Musik oder Podcasts hören, Nachrichten oder E-Mails lesen, Videos streamen, Rechnungen bezahlen oder die Heizung zuhause einschalten – all das können Smartphone-Besitzer immer und überall. Eigentlich sind Smartphones die perfekten Helfer für einen effizienteren Alltag, doch tatsächlich empfinden immer mehr Nutzer die Geräte als Zeitfresser und Stressfaktor. Das zeigt auch die neuste Deloitte Mobile Consumer Survey. Trotzdem ist die Nutzungsintensität weiter angestiegen. Der Grund: Das Smartphone wird immer besser und kann immer mehr.
Kommunikation findet immer öfter via Smartphone statt. Vor allem die Nutzung von Mail- und Messagingdiensten ist seit 2017 noch einmal deutlich gestiegen - um ganze 13 Prozent. WhatsApp ist der beliebteste Messenger. 28 Prozent der Nutzer schauen stündlich nach, ob sie neue Nachrichten haben. Auch wenn die junge Zielgruppe zwischen 18 und 24 Jahren den Messenger besonders intensiv nutzt – hier überprüfen 51 Prozent die App stündlich auf Updates – zieht sich die Beliebtheit von WhatsApp durch alle Altersgruppen. Der zweitbeliebteste Kommunikationskanal ist weiterhin die E-Mail. Mehr als die Hälfte aller Befragten schreiben oder lesen täglich ihre E-Mails am Smartphone, ein Plus von 19 Prozent seit 2017. Der Rückgang von klassischer Sprachtelefonie und SMS fällt dagegen moderater aus als in den Jahren zuvor. In Summe verbringen Smartphone-Besitzer heute also mehr Zeit mit ihren Geräten – und das gilt nicht nur für den Bereich Kommunikation.
Der Anteil jener Befragten, die ihr Smartphone häufig auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten für Berufliches verwenden, hat sich verdoppelt und liegt nun bei 59 Prozent. Besonders stark zeigt sich dieser Trend in den jüngeren Altersgruppen. Zudem ersetzt das Smartphone im beruflichen Kontext immer häufiger das klassische Festnetztelefon. Und auch bei der Freizeitgestaltung hat das Smartphone an Bedeutung gewonnen: Die Kombination aus Smartphones und Streaming macht Entertainment so mobil wie nie zuvor.
Das Smartphone erhöht die Geschwindigkeit des Alltags und führt zu ungewollten Auswirkungen auf den Tagesablauf. Dadurch wird es für Menschen auch zum Stressfaktor. Die Deloitte-Umfrage zeigt aber, dass immerhin knapp ein Viertel der Befragten smart genug sind für ihr Smartphone: Sie haben schon Apps gelöscht, die sie als Zeitfresser wahrgenommen haben.

Wednesday, September 12, 2018

Arbeiten nach Feierabend ist (meistens) ungesund


Nach Feierabend einen Kunden zurückrufen und vor dem Schlafen noch die Arbeitsmails checken: Das Smartphone erlaubt uns, flexibel zu arbeiten. Den Kunden freut es, der Arbeitgeber schätzt das Engagement. Doch geht die Rechnung auf? Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung meldet Zweifel an. Demnach birgt die berufliche Smartphone-Nutzung nach Feierabend durchaus negative Folgen für den nächsten Arbeitstag.

Zuhause schnell die E-Mails checken: Das Verwischen der Grenzen zwischen
Arbeit und Freizeit kann die Arbeitsleistung beeinträchtigen.        Bild pixabay
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes greift mittlerweile fast jeder Zweite von zu Hause auf seine Arbeitsmails zu – besonders häufig über das Smartphone. Das kann allerdings Folgen für die psychische Gesundheit haben. Arbeitspsychologen des Leibniz-Instituts fürArbeitsforschung an der TU Dortmund haben untersucht, wie sich die berufliche Smartphone-Nutzung nach Feierabend auf das psychische Wohlbefinden am nächsten Arbeitstag auswirkt.
Die Studie bestätigt: Mobil erreichbar bleiben ist belastend. Es kostet viel Energie, zwischen den Rollen als Beschäftigter und als Privatperson hin- und herzuwechseln. Denn die Rollen sind mit verschiedenen Erwartungen von Arbeitgeber einerseits sowie von Familie und Freunden andererseits verbunden. Gleichzeitig müssen Aufmerksamkeit und Konzentration aufrechterhalten werden. Dieses Wechselspiel kann schnell die persönlichen Kapazitäten übersteigen. Die Folgen: Der beruflich motivierte Griff zum Smartphone wirkt sich unmittelbar auf den nächsten Tag aus. Verlangt der Job am nächsten Tag, dass wir unsere Impulse kontrollieren, Ablenkungen widerstehen oder innere Widerstände überwinden, nehmen wir diese Anforderungen als deutlich belastender wahr als an anderen Tagen. Als Folge fühlen wir uns überproportional stark erschöpft. Studienautorin und Arbeitspsychologin Lilian Gombert erklärt:
“Berufliche Smartphone-Nutzung in der Freizeit wie auch viele Aufgaben während der Arbeitszeit erfordern, dass wir uns kontrollieren und unser Verhalten an die aktuelle Situation anpassen. Solche „Selbstkontrollprozesse“ kosten Energie. Ist die erschöpft, sinkt unsere Leistungsfähigkeit“.
Ein kleiner Trost: Nicht jeder Griff zum Firmen-Smartphone wird zum Problem: Bei Probanden und Probandinnen, die im Anschluss ans mobile Weiterarbeiten gut schliefen, wurde das Wohlbefinden am nächsten Tag nicht weiter beeinflusst.
Wichtig auf Unternehmensebene sind nachvollziehbare Regeln, wie das Smartphone für berufliche Zwecke genutzt werden soll. Eine entscheidende Rolle spielen hier Führungskräfte, die Richtlinien und Erwartungen für die Erreichbarkeit nach Feierabend kommunizieren, aktiv mittragen – und selbst einhalten.

Monday, October 27, 2014

Weniger Smartphone - mehr Produktivität

Haben Sie schon mal das Gefühl gehabt, dass Sie Ihr Smartphone zu oft checken? Legen Sie, was Ihr Smartphone betrifft, manchmal gar ein gewisses Suchtverhalten an den Tag? Kein Problem – dafür gibt es jetzt eine App, die es sogar ermöglicht, gewisse Funktionen automatisch zu sperren, wenn Nutzungsgrenzen überschritten werden und Ihre Produktivität (oder die Lebensqualität Ihrer Freunde oder Familie) darunter leidet.

Eine App zur Produktivitätssteigerung: Selbstkontrolle am
Smartphone von RinasoftGlobal.
Die Selbstkontroll-App kommt von der Koreanischen Firma RinasoftGlobal und will bei der Analyse der eigenen Smartphone-Nutzungsgewohnheiten Unterstützung bieten.
Die drei wichtigsten Funktionen der App mit dem (eher seltsamen) Namen “UBhind – Mobile Life Pattern“  sind auf dem Startbildschirm zu finden, und die Nutzungsdauer wird in Echtzeit oben auf dem Benachrichtigungsbildschirm des Smartphones angezeigt:
Wie oft haben Sie den Bildschirm Ihres Smartphones heute schon aktiviert?
·         Wie viele Stunden haben Sie Ihr Smartphone benutzt?
·         Wie häufig haben Sie welche Apps benutzt, und welchen Prozentsatz der gesamten Nutzungsdauer macht das aus?
Ebenfalls angezeigt wird die Anzahl der Bildschirmaktivierungen des Smartphones, und auf dem Startbildschirm können detaillierte Nutzungsberichte zu Apps abgerufen werden. Angezeigt wird unter anderem, wann die App zum letzten Mal ausgeführt wurde, wie oft sie genutzt wurde und wie lange sie im Durchschnitt verwendet wird.
Darüber hinaus können Grafiken zu Statistiken über die stündliche, tägliche, wöchentliche und monatliche Smartphone-Nutzung abgerufen werden. Dadurch werden die Nutzungsgewohnheiten und Nutzungsmuster für ein Smartphone einfach und übersichtlich dargestellt.
Die Hersteller der App sehen nicht nur Einsatzmöglichkeiten im Geschäftsleben, wo sie erhöhte Produktivität versprechen, sondern auch innerhalb der Familie, wo damit dem Nachwuchs gewisse Grenzen bei der Smartphone-Nutzung gesetzt werden könnten.

Die App ist kostenlos und wird bei Google play mit 4,5 Sternen bewertet.
Dass Bedarf für derartige Apps besteht, ist unbestritten. Im Frühling dieses Jahres studierten Forscher an der Universität Bonn das Smartphone-Verhalten einer ausgewählten Gruppe von Studenten mittels einer ähnlichen App. Die Ergebnisse seien erschreckend gewesen, sagten die Wissenschaftler:
So nutzte ein Viertel der Probanden ihr Telefon mehr als zwei Stunden pro Tag. Im Schnitt aktivierten die Studienteilnehmer 80 Mal täglich ihr Telefon – tagsüber durchschnittlich alle zwölf Minuten. Bei einigen Probanden fielen diese Zahlen gar doppelt so hoch aus.
Der typische Nutzer telefonierte lediglich acht Minuten am Tag und schrieb 2,8 SMS. Der Hauptnutzen des Telefons lag dennoch in der Kommunikation: Mehr als die Hälfte der Zeit nutzten die Probanden Messenger oder tummelten sich in Sozialen Netzwerken. Alleine What'sApp schlug mit 15 Prozent zu Buche, Facebook mit neun Prozent. Spiele brachten es auf 13 Prozent, wobei einige Probanden mehrere Stunden am Tag spielten…“