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Monday, February 21, 2022

Bing statt Google, Truth statt Twitter?

Der Mensch, es ist bekannt, ist ein Gewohnheitstier. Wenn er sich einmal eine gemütliche und gut passende Routine zugelegt hat, ist es sehr schwierig, ihn davon abzubringen. Davon weiss auch Microsoft mit der Suchmaschinen-Konkurrenz Bing ein Lied zu singen. Und auch Donald Trump mit seiner brandneuen Twitter-Konkurrenz Truth Social, wird es wahrscheinlich zu spüren bekommen. Immerhin darf der ehemalige Präsident davon ausgehen, dass seine grössten Fans und seine grössten Feinde sich seinem Dienst anschliessen werden.

Twittern wie Donald Trump - auf Truth Social. Wem es um Politik 
geht, der wird sich gerne darauf einlassen.    Screengrab App Store

Es wird viel geschimpft über Google, das Unternehmen. Es sei eine Datenkrake, und sammle Daten ohne Hemmungen, um diese auszuwerten und zu Geld zu machen. Trotzdem nutzen Milliarden Menschen Google jeden Tag, weil man sich eben an die Suchmaschine gewohnt ist und weil sie Resultate produziert. Deshalb ist es eher ungewohnt, jemanden zu treffen, der uns davon überzeugen will, Google mit Bing zu ersetzen:  Warum Bing besser ist als Google, titelt die Computerwoche und führt vier (mehr oder weniger gute) Gründe dafür an. Zum Beispiel:

“Natürlich gibt es in Sachen Suchergebnisse auch Ausnahmen. Aber im Allgemeinen schneidet Bing bei den meisten meiner alltäglichen Suchanfragen mindestens genauso gut ab wie Google. [...] Ähnliches gilt auch für die Bildersuche: Bing war die erste Suchmaschine, die "infinite scrolling" ermöglichte, was für die Nutzer bedeutet, endlos weiterscrollen zu können, ohne jemals das Ende der Ergebnisse zu erreichen. Heute verfügt die Bing-Bildersuche über eine zusätzliche Ebene von Suchfiltern, die Google-Nutzer nur mit Hilfe von Drilldown-Menüs finden können, etwa die Option, nur Bilder mit Gesichtern anzuzeigen oder nur in einem bestimmten Layout. Falls Sie lizensierte Fotos beispielsweise zur Illustration eines Newsletters suchen, sind diese Informationen bei Bing leichter zugänglich als bei Google. Der momentan einzige Grund, die Google-Bildersuche vorzuziehen, ist die Option, nach GIFs zu suchen...“

Was Donald Trump und Twitter betrifft, ist die Vorgeschichte bekannt: Der US-Präsident wurde von Twitter verbannt und hat schon lange versprochen, deshalb einen eigenen Dienst anzubieten. Jetzt ist er in den USA verfügbar und die App kann im App Store heruntergeladen werden. PCMag.com erklärt, weshalb Trump nach Twitter nicht einfach aufgeben will:

"Warum will Trump unbedingt ein eigenes soziales Netzwerk? Ein Grund sind seine Twitter-Followerzahlen. Bevor sein Twitter-Konto gelöscht wurde, hatte Trump fast 90 Millionen Follower (und 34 Millionen Follower auf Facebook, das ihn ebenfalls bis mindestens Januar 2023 gesperrt hat). Wenn es eine Sache gibt, die Trump vor und während seiner Präsidentschaft geliebt hat, dann war es das Posten im Internet. Einem Archiv seiner früheren Tweets zufolge twitterte Trump bis zum Ende seiner Amtszeit durchschnittlich über 30 Mal pro Tag. Nach seinem Verbot kehrte er mit einem kurzlebigen Blog, in dem er Twitter-ähnliche Updates veröffentlichte, ins Internet zurück. Anstatt sich von den Millionen von Menschen, die an jedem seiner Worte hängen, abzuwenden, glaubt Trump, dass er die Kontrolle über die Konversation übernehmen und diese Anhänger zu Truth Social bringen kann..."

 

Thursday, August 6, 2020

TikTok: Aus Spass wird Politik

Vor einigen Jahren war es nur eine kleine App, um kurze Videos zu posten und zu teilen. Eine App, die vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt wurde. Dann wurde die App, die aus China stammt, so richtig erfolgreich – und die Schwierigkeiten mit der Politik begannen. Nun stehen die Tiktok-Erfinder vor der Wahl: Verkaufen oder verlieren. Facebook (Instagram) hat zur Sicherheit schon mal eine sehr ähnliche App auf den Markt gebracht.

Die Zukunft von TikTok ist ungewiss.            Bild pixabay
Am letzten Freitag wurde der amerikanische Präsident Trump ganz konkret: An Bord seiner Boeing-747 erklärte er, er werde die populäre Video-Sharing-Anwendung TikTok in den USA verbieten. Gedroht hatte der Präsident mit dieser Massnahme schon seit etwa einem Monat. Der Grund: Den amerikanischen Behörden gefällt es gar nicht, wie das chinesische Unternehmen amerikanische Benutzerdaten sammelt und – angeblich – weitergibt. Das Wochenende kam, und Präsident Trump sprach dann doch keinen Bann aus, dafür gab es in den Medien eine angeregte Diskussion darüber, ob und weshalb Microsoft TikTok kaufen oder nicht kaufen könnte.
TikTok hat heute 100 Millionen US-User und ist zu einer der am häufigsten heruntergeladenen Apps aller Zeiten geworden – und damit automatisch auch zu einem Konkurrenten von Facebook und Google. Die Übernahme von TikTok müsste sowohl von den US-Aufsichtsbehörden als auch von den Kartellbehörden genehmigt werden, und obwohl es andere Unternehmen oder Investoren geben könnte, die an TikTok interessiert sind, scheint Microsoft in einer guten Position zu sein, sich sowohl TikTok leisten zu können (der Kaufpreis wird auf über 20 Milliarden Dollar geschätzt) als auch die Genehmigung der US-Regierung zu erhalten.
Allerdings ist die Situation seit Präsident Trumps Bemerkungen nicht mehr ganz klar. Microsoft habe die Verhandlungen pausiert, heisst es. Auf der anderen Seite hat Microsoft bereits klar gemacht, was nach einem etwaigen Kauf des Unternehmens geschehen würde. Man werde dafür sorgen, dass alle US-Benutzerdaten in die USA transferiert und von ausländischen Servern gelöscht würden. Wie Microsoft dieses Ziel erreichen will, wurde nicht erklärt. Microsoft versprach auch, dass die Sicherheit und der Datenschutz der App verstärkt würden. Man sei sich voll und ganz bewusst, wie wichtig es sei, auf die Bedenken des Präsidenten einzugehen, gab das Unternehmen bekannt. Man werde sich jetzt nicht mehr weiter zum Thema äussern, teilte das Unternehmen mit und  bedankte sich beim Präsidenten für seine Einmischung:
“Microsoft schätzt das persönliche Engagement der US-Regierung und von Präsident Trump wenn es darum geht, die USA sicherer zu machen. Diese Gespräche sind vorläufig, und es kann nicht garantiert werden, dass eine Transaktion, an der Microsoft beteiligt ist, durchgeführt wird. Wir haben nicht die Absicht, weitere Informationen zu publizieren, bis ein endgültiges Ergebnis unserer Gespräche vorliegt.“
Für Präsident Trump könnte ein Bann von Tiktok auch politisch negative Folgen haben, schreibt das Wirtschaftsmagazin Forbes, schliesslich stehen im November Wahlen an:
“Die riesige TikTok-Benutzerbasis ist so wertvoll, dass es schwierig ist, sich vorzustellen, dass kein kommerzieller Ausweges gefunden wird. Der politische Rückschlag gegen destruktive Maßnahmen wäre wahrscheinlich schwerwiegend. Nicht nur von den vielen Millionen US-TikTok-Nutzern, sondern auch von den Medien und den grossen Technologieunternehmen, die es nicht gerne sehen würden, wenn ein Technologie/Medienunternehmen auf diese Weise zu Fall gebracht würde.“

Monday, January 2, 2017

Die Roboter-Revolution: Stellenvernichtung oder Wohlstandsvermehrung?

Die Automatisierung wird eines der wichtigsten Wirtschaftsthemen der nächsten Jahre sein. – die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft macht es möglich. Die Folgen dieser vierten Industriellen Revolution können wir nur erahnen. Zwar gibt es Studien, die den kommenden Verlust an Arbeitsplätzen prognostizieren und “Experten“, die vorbeugend schon mal nach einem bedingungslosen Grundeinkommen rufen.  Dass die Wirtschaft und die Gesellschaft vor einer gewaltigen Umwälzung stehen, zeigt sich aber auch an aktuellen Meldungen aus China, dem digitalen Brotkorb der Welt.

Wo heute Menschen arbeiten, werden schon bald Roboter rotieren (hier bei Foxconn
in China).                                                   Bild Steve Jurvetson, Wikimedia Commons 
Der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn, der vor allem für die Fertigung von iPhones,  Galaxy-Smartphones und Playstations bekannt ist, meldete schon im letzten Jahr, man habe die Zahl der menschlichen Arbeiter an einer Produktionsstätte von 110‘000 auf 50‘000 reduziert, indem diese durch Roboter ersetzt wurden. Das ist natürlich nicht das Ende. Foxconn gibt an, quasi alle Arbeiter abschaffen zu wollen. Im Moment beschäftigt die Firma immerhin noch 1,2 Millionen Arbeiter, wie giga.de berichtet:
In einem ersten Schritt setzt Foxconn Roboter für Arbeiten ein, die Arbeiter ungerne verrichten und für solche, die gefährlich sind. In der zweiten Phase werden Produktionslinien verstärkt automatisiert, um Fabriken für den Einsatz möglichst weniger Roboter vorzubereiten. In der dritten Phase automatisiert Foxconn dann ganze Fabriken komplett. Dann komme nur noch ein Minimum an Personal für Produktion, Logistik, Tests und Inspektionen zum Einsatz. Die chinesischen Fabriken in Chengdu, Shenzhen und Zengzhou im Westen, Süden und Norden des Landes hätten die zweite und dritte Phase bereits erreicht. Die Montage von PCs und LC-Displays erfolge bereits (fast) vollautomatisiert. Insgesamt kommen bereits 40.000 der Roboter „Foxbot“ zum Einsatz, jedes Jahr sollen 10.000 weitere hinzukommen.“
Wie die FAZ berichtet, sind sich auch die Experten über die Folgen dieser Entwicklung ganz und gar uneinig. Werden Roboter mehr Wohlstand für alle schaffen oder eine weltweite Massenarbeitslosigkeit verursachen?
“Optimisten wie der Bonner Makroökonom und Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick sagen, dass durch den technischen Fortschritt zwar alte Jobs wegfallen, dafür aber völlig neue Möglichkeiten entstehen und letztlich mehr Wohlstand, der neue Jobs schaffen werde. Wenn Computer die bisherigen Bürotätigkeiten erledigen, werden Arbeitskräfte frei, sich kreativen oder sozialen Tätigkeiten zuzuwenden. Allerdings gibt es auch Skeptiker. Harvard-Ökonom Larry Summers meint, dass in mehr Branchen Arbeitsplätze abgebaut werden als neue entstehen. Der Silicon-Valley-Softwareunternehmer und Autor Martin Fort warnt in seinem spekulativen Buch „The Rise of the Robots“ sogar vor unausweichlicher Massenarbeitslosigkeit. Brynjolffson und McAfee halten einen kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zumindest als Übergangsphänomen für unvermeidlich. Brynjolffson spricht von einer kommenden „labor-light economy“, einer Wirtschaft mit nur wenig Beschäftigten.“
Auch dem neuen US-Präsidenten Donald Trump könnte die kommende Roboter-Revolution einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Bekanntlich hat er ja versprochen, Arbeitsplätze aus dem Ausland – zum Beispiel aus China – zurück in die USA zu holen. Gewisse Unternehmen – wie zum Beispiel Foxconn – haben diesbezüglich bereits Zusagen gemacht. Ob damit im Zeitalter der Automatisierung auch die versprochenen Arbeitsplätze  geschaffen werden, ist allerdings fraglich. 

Nachtrag: Amerikanische Zeitungen melden heute, dass Amazon im vergangenen Jahr die Anzahl der in den Lagerhallen eingesetzten Roboter von 30'000 auf 45'000 gesteigert hat. Die Roboter arbeiten zusammen mit 230'000 menschlichen Angestellten. Wieviele menschliche Arbeiter sie ersetzen, ist nicht bekannt.

Sunday, November 13, 2016

Präsident Trump: Ist etwa das Internet schuld?

Wie hat es Donald Trump geschafft, in den USA zum Präsidenten gewählt zu werden, obwohl sich das gesamte politische Establishment und so gut wie alle Medien gegen ihn verbündet haben? Welche Rolle haben Internet und soziale Medien gespielt?

Der Brief des New-York-Times-Herausgebers Arthur
Sulzberger an die Leser: In Zukunft Berichterstattung
ohne Angst und Bevorzugung.
Es war unübersehbar – nicht nur in den USA. Die Meinungsmacher mögen Donald Trump gar nicht, und sie hatten und haben keine Hemmungen, dies mit ihrer Berichterstattung zum Wahlkampf zu demonstrieren.  Trump hat es den Journalisten mit seinem Verhalten leicht gemacht, ihn nicht zu mögen. Den meisten Redaktionen fiel dies umso leichter, als sie sich absolut sicher waren, dass Trump der falsche Präsident wäre, was die NZZ auch nach dem unerwarteten Sieg noch wortwörtlich befand: “Der falsche Präsident“, titelte das Blatt in einem Anflug von stolzem Elitismus am Tag nach der Wahl.
Was heisst das nun? Haben die Medien keinen Einfluss (mehr) auf ihre Leser? Haben Zeitungen, Magazine, Radio und Fernsehen ihre Glaubwürdigkeit soweit verloren, dass sie ganz einfach nicht mehr ernstgenommen werden? Oder ist etwa ganz einfach das Internet schuld, das mit seinen Sozialen Medien Informationsblasen möglich gemacht hat, die es sozusagen unmöglich machen, ganze Lesergruppen zu erreichen, wenn nicht in deren Sinne informiert und argumentiert wird? Die gleiche NZZ, die sich mit ihrer Berichterstattung zum amerikanischen Wahlkampf trotz (oder gerade wegen) ihrer elitären Ansprüche um keinen Jota vom Rest der sogenannten Mainstream-Medien abgehoben hat (“Damit ist wahr geworden, wovor führende Politiker, Akademiker und Unternehmer monatelang gewarnt hatten. Grosse Teile Amerikas, aber auch des Rests der Welt sind geschockt und stehen vor der Frage, die sie gehofft hatten nie stellen zu müssen. Was nun?“) demonstriert heute mit einem Artikel ihres Medienredaktors, dass es auch journalistischer geht. Unter dem Titel “Trumps Sieg spiegelt die digitale Revolution“ versucht Rainer Stadler die oben gestellten Fragen sachlich zu beantworten:
“Der Trend zur Atomisierung der Information ist im Online-Zeitalter unübersehbar. Die Redaktionen brauchen möglichst hohe Klickzahlen, die sie bei der Werbewirtschaft vermarkten wollen. Die Einschaltquoten lassen sich nicht zuletzt optimieren durch die dauernde Publikation von skandalträchtigen Informationshäppchen, welche den Konsumenten durch Push-Dienste fürs allgegenwärtige Smartphone schmackhaft gemacht werden. Zeitweise trafen sie im Minutentakt ein. Trump bot mit seinen provokativen Twitter-Botschaften schnell verwertbares und unterhaltsameres Material als Clinton. Entsprechend bekam er mehr mediale Aufmerksamkeit als seine Konkurrentin, was ihm wiederum die millionenschweren Ausgaben für Inserate und Werbespots ersparte. Der überwiegende Teil der Trump-News war zwar negativ, doch die mediale Stilisierung von "negativen Helden" kann auch kontraproduktiv sein und den Opfern der Skandalberichte helfen, weil die Konsumenten die Nachrichten ganz anders interpretieren, als sie die Journalisten gemeint haben.“
Das haben inzwischen auch einige sehr wichtige Medienverantwortliche gemerkt. So hat sich am Freitag der Herausgeber der New York Times, Arthur Sulzberger in einem Brief an die Leser dafür entschuldigt, dass man die Unterstützung Trumps in der Bevölkerung wohl falsch eingeschätzt habe und deshalb nicht ganz so unvoreingenommen berichtet habe, wie es möglich gewesen wäre. Man werde sich in Zukunft “wieder der fundamentalen Mission des Times-Journalismus widmen und über Amerika und die Welt ehrlich berichten, ohne Angst und Bevorzugung“. Ein Vorsatz, der nicht nur der New York Times gut anstehen würde.

Monday, January 25, 2016

Das Internet: Informations- und Polarisationsmaschine

Hand- aufs Herz: Gehören Sie auch zu jener Gruppe von Informationskonsumenten, die am liebsten jene Publikationen liest, die am ehesten Ihrer eigenen Meinung entsprechen? Genau diese Art der Informationsgewinnung ist heutzutage so einfach wie nie zuvor: Im Internet finden sich unzählige Kanäle, die Wasser auf die eigene Meinungsmühle spülen. Dadurch werden vorhandene Ansichten bestärkt und kritische Gedanken weggeschwemmt. Social Media gehören zu den einseitigsten Informationsmitteln, weil sie den Konsumenten gefilterte Inhalte vorsetzen.

Unausgewogenheit inbegriffen: Eine amerikanische
Website zeigt, wie voreingenommen die News sind.
                                  Screengrab leftrightpolitics.com
Wer sich für politische und gesellschaftliche Fragen 
interessiert und diese auch gerne mal diskutiert, weiss, dass das Klima rau geworden ist. Immer öfter stellt man fest, dass es nicht mehr möglich ist, ein aktuelles Problem mit Bekannten zu debattieren, ohne dass die Stimmung getrübt wird. Viele Diskussionsteilnehmer haben das Gefühl, sie verfügten über die einzig gültigen Informationen und vertreten eine entsprechend unverrückbare Meinung.
Die Ansichten sind extremer geworden, nicht nur in Europa. Das zeigt auch der Vorwahlkampf in den USA, wo nicht nur die Kandidaten mit harten Bandagen kämpfen. Auch die sozialen Medien und der Rest des Internets überquellen mit Beiträgen zum Thema – wobei die Meinungen in den allermeisten Fällen längst gemacht sind. Eine Google-Suche in englischsprachigen Online-Publikationen zum Thema Donald Trump ergibt so viele Resultate, dass wir sie kaum zu lesen vermöchten, bevor die Wahlen stattfinden.  
Das Internet, mit seiner Informationsflut, scheint vor allem zu polarisieren. Das Netz fördere gesellschaftliche Extreme, schreibt Christian Stöcker im Spiegel und verweist auf eine aktuelle Studie:
“Eine Forschergruppe um die italienische Mathematikerin Michaela Del Vicario hat die Ausbreitung von Gerüchten, insbesondere Verschwörungstheorien, in sozialen Netzwerken untersucht (PDF). Die Wissenschaftler kommen über die Auswertung von Facebook-Daten zu dem Schluss, Nutzer hätten die Tendenz, sich dort in Interessensgemeinschaften zu sammeln, sodass sie vor allem entsprechende Inhalte zu sehen bekommen. Das führe zu "Bestätigungsverzerrung, Spaltung und Polarisierung". Mit Bestätigungsverzerrung ist ein psychologisches Phänomen gemeint, das eigentlich aus der Gedächtnisforschung stammt: Menschen füllen Wissenslücken bevorzugt mit dem aus, was sie ohnehin schon glauben. Das führe "zur Verbreitung von verzerrten Narrativen, angefacht von unbestätigten Gerüchten, Misstrauen und Paranoia".
Was tun?
Eine ausgezeichnete Methode, der Internet-Echokammer zu entkommen, wurde an der Universität von Iowa ersonnen und auch umgesetzt. Die Uni hat eine Website lanciert, auf der die wichtigsten Umfragen und News (auch aus Social Media) über den Wahlkampf mittels Computertechnologie analysiert werden. Die wohl wichtigste Errungenschaft: Jeder Artikel wird automatisch nach Voreingenommenheit untersucht und bewertet. Ein Blick auf den News-Feed überrascht nicht: Fast alle publizierten News-Artikel sind voreingenommen (ein einziger Artikel, von CNN, wurde als unvoreingenommen klassiert), und die meisten tendieren nach links. Immerhin: Der Ansatz ist exzellent und würde auch dabei helfen, Informationen, die auf anderen Websites publiziert werden, einzuordnen.Viellwicht würde sich eine solche Klassierung langfristig sogar positiv auf die Ausgewogenheit von News-Artikeln auswirken.