Showing posts with label Privatsphäre. Show all posts
Showing posts with label Privatsphäre. Show all posts

Saturday, May 22, 2021

Gesichtserkennung für jedermann

Die Firma heisst PimEyes, und sie hat es geschafft, Gesichtserkennung für jedermann zugänglich zu machen. Die Website findet mit einer sogenannten Rückwärtssuche Gesichter im Internet – und zwar alle, die jemals hochgeladen wurden. Wer noch an eine Privatsphäre glaubt, ist entweder beunruhigt oder desillusioniert.

Gesichtserkennung für alle: PimEyes bietet verschiedene Dienste an.  Screenshot Pimeyes.com
Die Suche funktioniert wie eine Google Bildersuche – nur besser. Wer ein Bild auf PimEyes hochlädt erhält Resultate in Sekunden. Tests verschiedener Publikationen haben gezeigt, dass die Gesichtserkennung über viele Jahre zurück und durch das ganze Internet funktioniert. Das löst Bedenken aus. Ein Polnische Firma schaffe gerade unsere Anonymität ab, titelte eine deutsche Publikation. Andere Medien, weltweit, berichten über die Gesichtserkennung für alle:

“Die Entscheidung von PimEyes, Gesichtserkennungssoftware der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, überschreitet eine Grenze, die Technologieunternehmen in der Regel nicht zu überschreiten bereit sind, und eröffnet endlose Möglichkeiten, wie die Software eingesetzt und missbraucht werden kann. Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Arbeitgeber wühlt in Ihrer Vergangenheit, ein Ex verfolgt Sie, oder ein zufälliger Fremder macht ein Foto von Ihnen in der Öffentlichkeit und kann Sie dann im Internet identifizieren. All dies ist mit PimEyes möglich: Obwohl die Website die Nutzer anweist, nur nach sich selbst zu suchen, hält sie sie nicht davon ab, Fotos von anderen Personen hochzuladen…“ (ctvnews.ca)

Datenschützer weisen darauf hin, dass die Europäische Datenschutzverordnung solche Vorgänge (wahrscheinlich) nicht zulässt. Es gibt keinen Zweifel, PimEyes.com hat ein Geschäftsmodell am Laufen, mit dem sich Geld verdienen lässt. Wie lange das Polnische Unternehmen dies so durchführen kann, wird sich zeigen.

“PimEyes lässt Benutzer eine begrenzte Anzahl von kleinen, leicht verpixelten Suchergebnissen kostenlos sehen, oder sie können eine monatliche Gebühr bezahlen, (ab $29.99) um umfangreichere Suchergebnisse und Funktionen zu erhalten (um sich durchzuklicken, um Bilder in voller Größe auf den Websites zu sehen, auf denen PimEyes sie gefunden hat, und um Benachrichtigungen zu erhalten, wenn PimEyes neue Bilder von Gesichtern online findet). Das Unternehmen bietet auch einen kostenpflichtigen Plan für Unternehmen an: Für $299.99 pro Monat können Unternehmen eine unbegrenzte Anzahl von Suchvorgängen durchführen und 500 Warnmeldungen einrichten.“

PimEyes sieht das Ganze natürlich etwas anders. Auf der Website heisst es:

"Wir glauben, dass Sie das Recht haben, sich selbst im Internet zu finden und Ihre Privatsphäre und Ihr Bild zu schützen. Mit den neuesten Technologien, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen helfen wir Ihnen, Ihre Bilder im Internet zu finden und sich vor Betrügern, Identitätsdieben oder Personen zu schützen, die Ihr Bild illegal verwenden." 

Monday, April 20, 2015

Weshalb Marketingprofis ihre Daten lieber nicht aus der Hand geben…

Alle reden vom Internet der Dinge – aber wer will es denn wirklich? Eine aktuelle Umfrage unter Internet-Marketingspezialisten zeigt, dass gerade Profis dem allumfassenden Internet gegenüber sehr skeptisch eingestellt sind. Der Grund: die vielen persönlichen Daten, die in der Cloud gelagert werden müssen, damit die Sache dann auch funktioniert. Zwei Drittel der befragten Marketing-Spezialisten wollen Ihre Daten dafür nicht aus der Hand geben – obwohl sie glauben, dass das Internet der Dinge durchaus zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen könnte.

Marketing-Spezialisten wissen, was Werber mit persönlichen Daten anfangen können.
Das mag ein Grund dafür sein, dass sie damit nicht besonders freigibig sind, wie diese
Grafik zeigt.
Kühlschränke, die fehlende Lebensmittel selbst nachbestellen; Armbanduhren, die vor bedenklichen Pulswerten warnen; Autoversicherungen, die vorsichtige Fahrer mit günstigen Tarifen belohnen – all das ist keine Science-Fiction mehr, sondern Realität. Allen diesen Diensten ist gemein, dass dabei ganz persönliche Daten übers Internet zur Verfügung gestellt werden müssen.
Genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Marketing-Experten sind jene Spezialisten, die sehr genau wissen, was mit persönlichen Daten angestellt werden kann, die von Internet-Usern freigegeben werden – schliesslich leben sie zu einem guten Teil vom Auswerten solcher Daten. Dem ganz gewöhnlichen User sollte dies zu denken geben und ihn dazu veranlassen, genau zu überdenken, wie freigiebig er mit seinen Daten umgehen will.
Dass mehr als die Hälfte der befragten Marketingspezialisten glauben, dass das Internet der Dinge die Lebensqualität verbessert, zwei Drittel davon aber trotzdem skeptisch sind, was den eigenen Bedarf betrifft oder die Nutzung rundweg ablehnen, ergab eine  Umfrage der eprofessional unter Online-Marketing-Experten.
Marketing Agentur
Bei den meisten Angeboten sagen rund zwei Drittel der befragten Werbeprofis, dass sie selbst solche Dienste nicht nutzen werden oder noch keine Entscheidung getroffen haben. Auf Platz 1 der Informationen, die sie gern für sich behalten möchten, liegt das Fahrverhalten: 79 Prozent möchten diese Daten nicht auf fremden Servern wissen. Die Zurückhaltung ist hier sogar noch größer als bei den eigenen Gesundheitsdaten wie Pulsmessung, Schlafphasen oder Blutzuckerspiegel, wo 63 Prozent  Bedenken haben. Einer von fünf Online-Marketing-Experten hat allerdings bereits ein entsprechendes Endgerät im Einsatz.Trotz aller Skepsis glaubt mehr als die Hälfte der Online-Werber, dass das Internet der Dinge die Lebensqualität verbessern wird. 57 Prozent würden beispielsweise gern Smart-Home-Geräte nutzen, mit denen sie in ihrer Wohnung Beleuchtung, Heizung, Rollläden und Elektrogeräte über Apps fernsteuern können. Und wenn sich Energiekosten sparen lassen, ist die Mehrheit auch bereit, persönliche Daten an Haushaltsgeräte zu übermitteln. Auch Standortinformationen zur Navigation oder um Informationen über die Umgebung zu erhalten, geben die meisten Befragten bedenkenlos aus der Hand.
Die Studie kann hier heruntergeladen werden.


Monday, April 6, 2015

Abhören: am liebsten Politiker und Terroristen

Es gibt genügend Studien die zeigen, dass viele Bürger über den Erhalt ihrer Privatsphäre besorgt sind.  Das war schon so, bevor Edward Snowden sich dazu entschied, riesige Mengen von Überwachungsdaten zu veröffentlichen. Snowdens Aktion führte allerdings dazu, dass es plötzlich allgemein bekannt wurde, dass die Geheimdienste der Grossmächte so viele Daten wie möglich aus dem Internet absaugen. Das Erstaunliche ist aber, dass es massenweise Anwender gibt, die sich durch die scheinbar allgegenwärtige digitale Überwachungsgesellschaft nicht im Geringsten stören lassen und ausserdem der Meinung sind, dass der Zweck die Mittel heiligt.

Wenn die eigenen Bürger abgehört werden, sind viele Amerikaner
kritisch. Grosszügiger sind sie, wenn es um Politiker oder
Terroristen geht.                                                    Grafik Pew Research
Als das Amerikanische Pew Research Center kürzlich eine Studie zum Thema Überwachung und Privatsphäre veröffentlichte, lauteten die Schlagzeilen im deutschen Sprachraum alle ähnlich: “ “Snowden-Effekt: US-Bürger achten stärker auf Privatsphäre“, schrieb zum Beispiel ZDNet.de und hielt fest:
“Viele US-Bürger achten heute stärker auf ihre Privatsphäre als noch vor den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden über die Abhörprogramme des US-Auslandsgeheimdiensts National Security Agency (NSA).[…] Demnach haben 34 Prozent der Amerikaner, die von der staatlichen Überwachung in ihrem Land erfahren haben, mindestens eine Maßnahme ergriffen, um ihre Informationen vor den Blicken der Regierung zu schützen…“
Das stimmt zwar alles; die gleiche Pew-Studie zeigte allerdings noch etwas Wichtigeres, nämlich dass eine klare Mehrheit der Befragten angibt, dass man diesbezüglich nicht sehr besorgt sei. Das Argument ist ein Bekanntes: Man tue nichts Unrechtes und habe deshalb nichts zu verbergen. Datenschützer seien sehr besorgt über diese Einstellung, berichtet die US-News-Website McClatchy DC. Deren Aufgabe sei nicht leicht:
“Amerikanische Anwender haben, mehr als User in anderen Ländern, akzeptiert, dass ihr digitales Leben halb öffentlich ist. Private Unternehmen verdienen Milliarden durch das Sammeln von Informationskrümmeln, die durch digitale Anwender im Netz zurückgelassen werden. Dafür ermöglichen diese privaten Unternehmen eine relativ nahtlose und billige Webnutzung – wie sich das die meisten Konsumenten  wünschen.“
Die Pew-Studie zeigt aber nicht nur, dass man sich als User leicht an Überwachung gewöhnen kann – vor allem wenn es dafür eine Gegenleistung gibt. Sie zeigt auch, dass für viele User auch bei der digitalen Überwachung gilt, was in der Politik längst gang und gäbe ist, nämlich dass der Zweck die Mittel heiligt:
“40 Prozent halten die staatliche Überwachung von Amerikanern im Kampf gegen den Terrorismus für akzeptabel – 57 Prozent lehnen dies jedoch grundsätzlich ab. Richtet sich die Überwachung gegen Bürger anderer Staaten, sind aber 57 Prozent mit den Maßnahmen der NSA einverstanden.Interessant ist, dass US-Bürger bei eigenen und ausländischen Politikern keinen Unterschied machen – jeweils 60 Prozent halten das Abhören dieser Personengruppen für zulässig. Einigkeit besteht auch bezüglich Aktionen, die sich konkret gegen Terrorverdächtige richten. Hier sind 82 Prozent der Befragten für eine Überwachung und lediglich 15 Prozent dagegen.“

Wednesday, January 8, 2014

Privatsphäre im Netz?

Für die Mitglieder der digitalen Gesellschaft wird es immer schwieriger, im Internet ihre Privatsphäre zu wahren. Die Enthüllungen des letzten Jahres haben gezeigt, dass die Daten der digitalen Bürger nicht nur durch Kriminelle, sondern auch durch staatlichen Institutionen bedroht sind. Es sieht nicht so aus, also ob sich diese Situation bald verbessern wird.

Wer seine Daten der Cloud anvertraut, macht sich oft Sorgen über den
Schutz derselben.                                                                     Grafik Wikipedia
Sicherheitsspezialisten sind sich einig, dass vor allem die Entwicklung im Cloud-Computing und im mobilen Bereich zu immer mehr Schwachstellen bei den Anwendern digitaler Technologie führen wird. Eine dieser spezialisierten Firmen, ist der  IT-Security-Hersteller ESET, der gerade einen Sicherheitstrendreport für 2014 veröffentlicht hat. Einer der Schwerpunkte ist die Cloud.  
 Die Cloud-Technologie wurde in den letzten Jahren beträchtlich weiterentwickelt und mittlerweile nutzen immer mehr Computer-Anwender Cloud-Services. ESET erwartet bis im Jahr 2017 einen Zuwachs von 28 Prozent bei der Nutzung von Cloud-Services in Westeuropa. Gleichzeitig wächst bei den Usern aber auch die berechtigte Sorge, dass in der Cloud auch ein Stück der Privatsphäre verloren gehen könnte.
Benutzer von Cloud-Technologie sind deshalb gut beraten, ihr Gerät zunächst mit einer guten Sicherheitslösung vor Bedrohungen zu schützen. So werden ihre Daten wenigstens auf dem eigenen PC geschützt, bevor sie in die Cloud geladen werden. Wenn User aber wissen wollen, was mit ihren Daten passiert, wenn sie einmal in der Cloud gespeichert sind, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Cloud-Service-Dienstleisters genau durchzulesen. Diese Bedingungen sind aber nur ein Teil des Handels: Sehr wichtig ist auch der Standort des Betreibers und die lokale Gesetzgebung inklusive Datenschutzbestimmungen.
Auch mobile Endgeräte werden laut ESET vermehrt bedroht: Cyberkriminelle wenden klassische Computer-Angriffsmethoden auf neuere, mobile Plattformen an. Das marktführende Betriebssystem Android wird am häufigsten attackiert. Bereits im Trendreport zu 2013 hatte ESET eine enorme Zunahme von Android Malware vorhergesagt. Nun zeigen Untersuchungen, dass es im letzten Jahr über 60 Prozent mehr Android-Malware gab. Für 2014 erwartet ESET eine ähnlich grosse Zunahme.
Ein spezielles Bedrohungssegment machen 64-Bit-Rechner aus, wie sie vor allem in Firmen betrieben werden (laut einer Gartner-Studie nutzen gegenwärtig 75 Prozent der Firmenrechner 64-Bit-Versionen von Windows). Malware, die es speziell auf derartige Umgebungen abgesehen hat, taucht laut ESET immer öfter auf.

Der vollständige ESET- Report findet sich auf WeLiveSecurity.com, einer Nachrichtenplattform von ESET, auf der die neuesten Informationen und Analysen zu Cyber-Bedrohungen sowie praktische Tipps zur IT-Sicherheit zu finden sind. Weiterführend zu den Trends für 2014 haben hier auch die Sicherheitsexperten Stephen Cobb, Aryeh Goretsky, Righard Zwienenberg und Lysa Myers "A buffet of 2014 security and privacy predictions" veröffentlicht.

Tuesday, December 21, 2010

Die Privatsphäre wird immer kleiner

Was man schon länger geahnt hat, ist jetzt bewiesen: Viele populäre Apps für Smartphones geben Daten über ihre User an andere Firmen weiter. Eigentlich logisch; wenn die App schon nichts oder nur wenig kostet, will man wenigstens mit den Userdaten Geld verdienen.

Im Web sind hunderttausende von Apps zu finden.
Nicht immer ist klar, was sie im Hintergrund tun.
Das Wall Street Journal hat über 100 Apps getestet und dabei herausgefunden, dass in vielen Fällen sogar die Gerätenummer des Anwenders weitergegeben wird. Damit kann der User identifiziert werden. Andere Apps geben den aktuellen Gerätestandort und persönliche Daten wie Alter und Geschlecht der Benutzer weiter – was natürlich vor allem für lokale Werbung im m-Commerce sehr nützlich sein kann. Zitat aus der NZZ:
“Zu den schlimmsten Datenschnüfflern zählt demnach das Programm TextPlus 4, ePhone-Programm für Textnachrichten, das die Handy-ID-Nummer zusammen mit Postleitzahl, Alter und Geschlecht des Eigentümers an acht Werbefirmen weitergibt. Ähnliches gilt für die Internet-Musikanwendung Pandora, die sowohl bei iPhone- als auch Android-Besitzern Daten an Werbetreibende verrät […]
iPhone-Apps übertragen der Studie zufolge generell mehr Informationen als Android-Apps. Trotz Apples Behauptung, dass solche Übertragungen ohne die Zustimmung des Benutzers unmöglich seien und ihm genaue Angaben über die Art und den Bestimmungsort der gelieferten Daten zur Verfügung stehen, würden diese Regeln gebrochen…“
Die Frage ist, wie viele Anwender sich an diesen Datenlecks stören – vor allem die jüngere Generation ist ja bekanntlich sehr freigiebig mit persönlichen Informationen, und es scheint, als ob sich diese Gleichgültigkeit bei den sogenannten ’Digital Natives’ eher noch verstärkt. Vielleicht müssen App-Nutzer ganz einfach damit leben, dass sie einen Teil ihrer Privatspähre aufgeben. Gemäss Wall Street Journal ist es nämlich sozusagen unmöglich, den externen Zugriff durch App-Providers auf individuelle Smartphone-Daten zu verhindern.