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Sunday, October 30, 2016

Den E-Mail-Dieben in die Falle gegangen

Wir wissen alle, was es braucht, damit unsere Daten einigermassen sicher bleiben: Passwörter, die nicht zu einfach sind, ein gesundes Misstrauen gegenüber E-Mails von Unbekannten und natürlich ein gutes Virenschutzprogramm. Trotzdem scheint es immer noch kinderleicht zu sein, E-Mails zu hacken und zu klauen, wie der amerikanische Wahlkampf zeigt. Selbst ausgefuchste Politstrategen sind gegen sogenanntes Social Engineering nicht gefeit und landen in der Falle der E-Mail-Diebe. 

Das von WikiLeaks veröffentlichte Phishing-E-Mail (zum Vergrössern
anklicken). 
Wikipedia definiert Social Engineering als “zwischenmenschliche Beeinflussungen mit dem Ziel, bei Personen bestimmte Verhalten hervorzurufen, sie zum Beispiel zur Preisgabe von vertraulichen Informationen, zum Kauf eines Produktes oder zur Freigabe von Finanzmitteln zu bewegen“. Wie Hillary Clintons Wahlkampfleiter John Podesta  nach der Publikation zehntausender seiner E-Mails durch WikiLeaks schmerzhaft erfahren hat, funktioniert diese Art von Hacking hervorragend. Und es ist einigermassen ironisch, dass wir dank WikiLeaks nun auch wissen, wie John Podesta in die Hacker-Falle tappte.
Demgemäss erhielt Wahlkampfleiter Podesta am 19. März ein E-Mail von jemandem, der sich als “Google“ ausgab. Das Mail enthielt die Warnung, dass jemand in der Ukraine versucht habe, Podestas E-Mail-Account zu knacken und dass dieser deshalb sofort sein Passwort ändern sollte. Freundlicherweise stellte das “Google-Team“ auch gleich den Link zur Verfügung, um das neue Passwort einzurichten.
Da der Wahlkampfleiter von Hillary Clinton wahrscheinlich wichtigere Probleme hatte, als an seinem Passwort herumzufummeln, leitete er das E-Mail an sein IT-Team weiter. Diese Spezialisten waren mit den Verfassern des E-Mails einig und liessen Podesta wissen, er solle das Passwort für sein Gmail-Account ohne Verzug wechseln. Sicherheitshalber informierte der zuständige IT-Mann auch gleich darüber, wie man das richtig macht und legte den korrekten Google-Link bei.
So weit so gut.
Leider entschied sich dann die Person, die das neue Passwort eingab, nicht diesen Link, sondern den kurzen Bitly-Link im Original-Phishing-Mail der Hacker anzuklicken – womit das Hacken seinen Lauf nehmen konnte.

Für die Präsidentschaftskandidatin, die ja bekanntlich schon ohne die gehackten Podesta E-Mails genügend E-Mail-Ärger hat, wirkte sich dieser Datendiebstahl gelinde gesagt nicht sehr konstruktiv aus. Umso mehr, als  schon im Vorwahlkampf die E-Mail-Konten ihrer Parteiführung gehackt worden waren – mit der genau gleichen Methode. 

Monday, August 17, 2015

Der Schweizer Geheimdienst warnt vor WLANs

Es ist also nicht nur ein Gerücht: Die Schweiz hat einen Geheimdienst. Und dieser warnt eindringlich vor öffentlichen WLANs. Denn obwohl wir schon seit Jahren wissen, dass wir uns beim Einloggen in öffentliche drahtlose Netzwerke in Gefahr begeben, tun wir es doch immer wieder. Wahrscheinlich weil wir finden, dass wir ganz einfach keine andere Wahl haben.

Die Broschüre des schweizerischen Geheimdienstes findet
sich als PDF im Web.                     Screenshot vbs.admin.ch
Enthalten sind die Warnungen, die sich speziell an Reisende mit Smartphones und Computern richten, in einer ausführlichen Broschüre des schweizerischen Bundesnachrichtendienstes (NDB). Darin geht es ganz allgemein um den Schutz davor, ausspioniert zu werden, was heute vor allem in der Wirtschaft sehr wichtig sein kann. Die Tipps des NDB, die auf dem Internet als PDF publiziert sind, richten sich wohl vorwiegend an Geschäftsreisende, Beamte und Politiker – also Leute, die wissen, dass sie etwas zu verstecken haben. Sie sind allerdings auch für uns interessant, denn auch für ganz durchschnittliche User kann es äusserst unangenehm werden, wenn ein Fremder auf das Smartphone oder den PC zugreift. Wie einfach das ist, haben Hacker schon oft demonstriert:
“Der Medium-Reporter Maurits Martijn hat sich mit dem Hacker Wouter Slotboom in einem Café in Amsterdam getroffen, um herauszufinden, wie einfach man in einem offenen WLAN an Daten der damit verbundenen Nutzer gelangt. Mit einem Laptop und einem kleinen schwarzen Kasten, der einer Zigarettenschachtel mit Antenne ähnelt, sowie einigen leicht zugängigen Anwendungen macht sich Slotboom an die Arbeit. […]Mit dem schwarzen Kästchen lassen sich aber auch fiktive Netzwerke erstellen, die vertrauenswürdige Namen tragen, wie etwa Starbucks oder Ähnliches, und mit denen Nutzer sich ohne großes Zögern verbinden. Wie dem Gesang der Sirenen folgend verbinden sich immer mehr Nutzer in dem Café mit dem eigens erstellten Netzwerk der schwarzen Kiste. Innerhalb kürzester Zeit sind bereits 20 Geräte mit dem WLAN verbunden und wenn Slotboom wolle, könnte er die Leben dieser Nutzer nun ruinieren oder zumindest massiv beeinflussen, indem er Passwörter auslesen, Identitäten stehlen und sogar Bankkonten plündern könnte…“
Was also tun? Die in der im Web publizierten Broschüre publizierten Empfehlungen des Nachrichtendienstes des Bundes sind ausführlich und lesenswert. Betreffend WLANs geben die Geheimdienstler allerdings kurzen und klaren Rat:
“Vermeiden Sie, soweit möglich, die Benutzung drahtloser Netze; diese sind generell unsicher.“