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Monday, January 18, 2016

Big Data und das grosse Misstrauen

Die digitale Gesellschaft wird von Daten getrieben – das Internet ist die mächtigste Datenmaschine von allen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – stehen viele User den Datensammlern sehr misstrauisch gegenüber. Die Gründe für diese Skepsis liegen gemäss einer neuen Europäischen Studie vor allem in mangelndem Vertrauen in Unternehmen und Staat sowie fehlender Transparenz. Die gleiche Untersuchung zeigt aber auch, dass die Bereitschaft, persönliche Daten zu teilen, in Europa je nach geographischem Standort stark schwankt.

Big Data: Datensammlungsaktivitäten sorgen bei vielen Usern für Misstrauen
und Unmut.                                                                                                   Bild PD
Das Vertrauen darin, dass private oder staatliche Institutionen mit persönlichen Daten verantwortungsvoll umgehen, ist sehr niedrig. Eine Mehrheit der europäischen Nutzer digitaler Dienste kann sich trotzdem vorstellen, persönliche Daten zu teilen – allerdings müssen dafür bestimmte Bedingungen erfüllt sein – zum Beispiel Transparenz sowie ein individueller und ein sozialer Mehrwert. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Infratest im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation, bei der über 8‘000 Menschen in acht europäischen Ländern befragt wurden.
Befragt nach konkreten Anwendungsgebieten für Big Data sind zum Beispiel 65 Prozent der Befragten bereit, ihre Daten anonym von Gesundheitsinstitutionen sammeln zu lassen, um Verbesserungen bei der Entdeckung und Behandlung von Krankheiten zu erreichen. Sogar mit der Sammlung, Speicherung und Analyse der Gesundheitsdaten in nicht anonymisierter Form sind im Durchschnitt noch 53 Prozent der befragten Europäer einverstanden, solange dies der eigenen Heilung oder der Heilung anderer dienlich ist.
Die Hälfte der europäischen Nutzer digitaler Dienste steht dem massenhaften Sammeln und Auswerten von Daten aber skeptisch gegenüber. Demnach geben 51 Prozent der Befragten an, im Phänomen Big Data mehr Nachteile als Vorteile zu sehen. Lediglich 32 Prozent sehen laut eigenen Angaben darin mehr Vorteile - wobei es länderspezifisch grosse Unterschiede gibt. Während fast die Hälfte der Iren in Big Data Vorteile sieht, stimmen dem nur 22 Prozent der Franzosen zu. Ein einheitliches Bild ergibt sich bei Fragen nach der Weitergabe persönlicher Daten an Dritte, insbesondere zu kommerziellen Zwecken. Eine übergrosse Mehrheit steht dieser Praxis - unabhängig vom Thema oder der Art der Daten - sehr kritisch gegenüber. Gerade einmal zehn Prozent der Befragten geben beispielsweise an, kein Problem damit zu haben, wenn ein Shop ihre Daten für Werbezwecke und Marketingaktionen an Dritte weitergibt.
Obwohl viele Menschen mit der Nutzung des Internets täglich Zugang zu ihren Daten gewähren, wissen sie oft nicht, was mit diesen geschieht. Gerade einmal 12 Prozent der befragten Europäer lesen nämlich Nutzungsbedingungen oder Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Kein Wunder, dass mehr als zwei Drittel aller User sich wünschen, dass derartige Texte kürzer und verständlicher abgefasst würden. 

Thursday, September 4, 2014

Tausche persönliche Daten gegen Sicherheit oder Geld

Big Data ist für viele Kunden ein reines Tauschgeschäft: Wenn Anwender glauben, dass sie ihre Daten vorteilhaft gegen einen Mehrwert eintauschen können, akzeptieren sie, dass Unternehmen ihre Daten sammeln und analysieren. Standortbezogenen Dienste scheinen diesbezüglich das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis darzustellen. Wenn mobile User lokale Informationen wollen, geben sie gerne ihren Standort bekannt.

So sieht Big Data als grafische Darstellung aus. Das Bild zeigt die Benutzeraktivitäten
auf Wikipedia, visualisiert von Fernanda Viégas.                                           Wikipedia
Die Überlegung, ob Verbraucher ihre Daten an Unternehmen weitergeben wollen oder nicht, ist eine rein ökonomische: Wenn sie einen Mehrwert für sich erkennen, sind Kunden bereit, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. Das ist ein Kernergebnis der repräsentativen Studie „Potenzialanalyse Big Data Analytics“ von Steria Mummert Consulting.
Big-Data-Anwendungsfelder mit einem sehr hohem Nutzen aus Kundensicht sind beispielsweise Bewertungs- und  Preisvergleichsportale oder standortbezogene Dienste, sogenannte “Location Based Services“, die dem Endverbraucher unter Zuhilfenahme von positionsabhängigen Daten selektive Informationen zur Verfügung stellen. Ähnliches gilt auch für Smart-Meter-Lösungen, die Verbrauchsdaten auswerten, um beim Energiesparen zu helfen.
Besonders freigibt mit ihren Daten sind die Konsumenten wenn es um das Auto geht. Wenn sie sich dadurch sicherer fühlen, akzeptieren sie, dass ihre Daten verknüpft und autonom zwischen verschiedenen Unternehmen ausgetauscht werden. So befürworten 69 Prozent die Übermittlung von technischen Informationen, zum Beispiel, indem das Fahrzeug der Werkstatt eine Störung meldet. Die Ortung des gestohlenen Wagens ist mit 91 Prozent die beliebteste Big-Data-Anwendung, die selbständig Daten austauscht. Auch Auto-zu-Auto-Kommunikation, welche Fahrer über Unfälle und Staus informiert, halten 82 Prozent für hilfreich.
Diese Beispiele zeigten, dass Verbraucher für ein Plus an Mehrwert sogar die Abfrage von sensiblen Finanz- und Standortdaten billigten, sagt Carsten Dittmar von Steria Mummert Consulting. Das Thema Big Data verliere dadurch nämlich den Beigeschmack der Überwachung und gewinne an Akzeptanz beim Endkunden.
Die Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden.



Monday, February 3, 2014

Vorteil schlägt Datenschutz

Offenbar sind immer mehr Konsumenten bereit, dem Einzelhandel ganz persönliche Informationen zur Verfügung zu stellen, insbesondere dann, wenn dies mit erkennbaren Vorteilen verbunden ist. Ganz nach dem Motto: Ich geb dir meine Daten, wenn du mir einen guten Deal versprichst. Mehr als 30 Prozent der  modernen Verbraucher sind bereit, über GPS ihren momentanen Standort mitzuteilen, ihre Handynummer preiszugeben, um Textbotschaften zu erhalten oder ihre  sozialen Gepflogenheiten im Netz zu offenbaren. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen IBM-Einzelhandelsstudie, für die weltweit rund 30‘000 Menschen befragt wurden.

Sonderangebote direkt und persönlich übermittelt, werden von zahlreichen
Konsumenten geschätzt, auch wenn sie dazu persönliche Daten preisgeben
müssen.                                                                                     Screenshot Google
Die Studiezeigt auch, dass es für Verbraucher wichtig ist, diejenigen Technologien, die ihnen heute zur Verfügung stehen, auch für ihre Einkäufe nutzen können. Dabei wünschen sie sich:
·         Preiskonsistenz über alle Einkaufskanäle hinweg;
·         die Möglichkeit, sich Waren, die nicht mehr Vorort im Laden verfügbar sind, direkt nach Hause schicken zu lassen;
·         den Status einer Bestellung abfragen zu können;
·         ein einheitliches Warenangebot über alle Kanäle hinweg sowie
·         die Option, online gekaufte Ware auch im Laden wieder zurückgeben zu können.

Die IBM Studie identifizierte vier verschiedene Verbrauchergruppen, die sich durch unterschiedlich ausgeprägtes Interesse an sozialen, mobilen und lokal vorhandenen Technologien beim Einkaufen unterscheiden:
"Dabei haben neunzehn Prozent offensichtlich überhaupt kein Interesse an der Nutzung neuer Technologien für das Shoppen. Weitere 40 Prozent nutzen diese Technologien nur zur Informationsbeschaffung, aber kaum, um tatsächlich einzukaufen. 29 Prozent arbeiten damit relativ intensiv, sie informieren sich und kaufen auch digital. Die restlichen zwölf Prozent können als echte Vorreiter klassifiziert werden. Sie wollen neue Technologien über alle Kanäle hinweg nutzen und machen davon auch die Wahl ihrer bevorzugten Händler abhängig. Das Verhalten und die Erwartungen dieser Vorreiter machen heute schon deutlich, wie sich die Mehrzahl der Verbraucher morgen verhalten wird. Die Vorreiter sind gleichzeitig ein sehr attraktive Zielgruppe. Denn sie verfügen über ein höheres Einkommen, schauen optimistischer in die Zukunft, werden in diesem Jahr mehr Geld ausgeben und engagieren sich sozial."
Der Handel über mehrere Kanäle  ist aber nicht nur eine Herausforderung für den Umgang mit großen Datenmengen – Big Data – sondern auch eine Frage der Datenqualität. Das größte Problem liegt dabei weniger in der Sammlung, Konsolidierung und Auswertung von Kundendaten, sondern vielmehr in der schnellen Reaktion auf ein bestimmtes Kundenverhalten. Denn Empfehlungen und personalisierte Angebote sind umso erfolgreicher, je punktgenauer und schneller sie den Adressaten erreichen. Cloud Computing Omnichannel-Strategien sehr gut unterstützen.

Insgesamt kaufen immer mehr Verbraucher in virtuellen Shops ein. In der IBM Retail-Studie, von 2013 wurden noch 84 Prozent aller Einkäufe (ausser Lebensmittel) im Geschäft vor Ort abgewickelt. Heute, ein Jahr später, ist diese Zahl auf 72 Prozent gesunken.


Tuesday, January 14, 2014

Denn sie wissen, was wir tun

Google, der Internetgigant, der durch die Verwertung von immer mehr Daten wächst und grösser wird, hat “Nest“ gekauft, eine amerikanische Firma, die Rauchmelder und Thermostate herstellt. Allerdings handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich nicht um die gleichen Geräte, die bei Ihnen zu Hause dafür sorgen, dass die Stube warm und rauchfrei bleibt. Die Nest-Gadgets regulieren nicht nur, sondern sammeln auch Daten - die von jetzt an in den grossen Google-Datenstrom fliessen werden.

Daten sind viel wert, heutzutage, wir wissen es. Google hat denn auch viel Geld für die Firma mit den digitalen Thermostaten bezahlt. Die Computerwoche weiss wieso und bringt es auf den Punkt:
“Google kauft sich ins Geschäft mit vernetzter Haustechnik ein. Der US-Internet-Konzern übernimmt für 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Mrd Euro) die Firma Nest, einen Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder. Nest solle weiterhin von Mitgründer Tony Fadell geführt werden, teilte Google am Montag im kalifornischen Mountain View mit. Fadell gilt als einer der Väter von Apples Musikplayer iPod. Vor einigen Wochen kündigte er eine beschleunigte Expansion nach Europa an. Zu Google kommen damit auch die Daten von den installierten Geräten - Nest wertet sie aus, um die Technik zu verbessern. "Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt", hatte Fadell Anfang Dezember auf der Konferenz LeWeb in Paris gesagt. Jetzt betonte Nest-Mitgründer und Technikchef Matt Rogers in einem Blogeintrag, die Daten würden auch künftig nur für Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste eingesetzt. Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, hatte Fadell in Paris gesagt. Die Firma habe deshalb ein eigenes Hacker-Team, um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen. Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber nur in Einzelfällen. "Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heran will, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen…"
Doch was sind das genau für Informationen, welche von den Nest-Gadgets gesammelt werden? Zitat aus dem Spiegel:
“Nest-Thermostate erfassen eine Vielzahl von Informationen darüber, was in einem Haushalt gerade geschieht. Sie merken sich, wann der Nutzer die Temperatur hochregelt, wann herunter. Dank eingebauter Sensoren für "Temperatur, Aktivität, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit" (Nest-Website) kann der Thermostat sogar erraten, wann jemand zu Hause ist, in welchem Raum sich gerade jemand aufhält. Steuern lässt er sich auch über eine iOS-App, eine für Android ist in Arbeit. Gegenüber der "New York Times" erklärte Fadell seine Vision so: "Jedes Mal, wenn ich einen Fernseher einschalte, liefert das die Information, dass jemand zu Hause ist. Wenn sich die Kühlschranktür öffnet, ist das ein weiterer Sensor, weitere Information." Nest soll alles über einen Haushalt wissen, was sich nur irgend herausfinden lässt, und es für die Temperaturregelung nutzen.“
Für Google bedeutet die Acquisition ein weiterer Schritt zum allwissenden Datenkonzern, wie der Spiegel erklärt:
“Bei Google sieht man zweifellos nicht zuletzt die Big-Data-Möglichkeiten von Nest. Informationen über die Lebensgewohnheiten von Millionen Menschen, gepaart mit all dem, was der Konzern dank seiner Suchmaschine, dank Cookies, Gmail und Android schon jetzt über Abermillionen von Menschen weiß - das ist ein wertvoller Schatz. Ein Android-Nutzer, der sich auch noch Nest-Thermostate ins Haus holt, wird Google mehr Informationen über sich und sein Privatleben geben, als jemals ein Konzern über einzelne Personen besessen hat. Damit erreichen potentielle Sicherheitsprobleme, wie man sie von Android kennt, eine völlig neue Dimension.“
Unseres Erachtens kann man diese Entwicklung aus mindestens zwei Perspektiven betrachten. Die eine ist eher erschreckend - vor allem im Zusammenhang mit dem Schutz persönlicher Daten und dem NSA-Skandal.
Die andere ist eher humorvoll, wie ein Witz zeigt, der in den USA seit Googles Ankündigung die Runde macht: Wenn Ihr Haus brennt, werden Sie ab sofort  Gmail-Werbung für Feuerlöscher bekommen…“

Thursday, March 28, 2013

Big Data wird zum Schlagwort

Gestern war’s die Cloud, heute ist es Big Data – und beide Begriffe hängen natürlich zusammen. Dass Big Data nun plötzlich zum fast omnipresenten Thema avanciert, ist wohl nur der Anfang. Das Thema wird uns lange beschäftigen, denn die Auswertung der immensen Datenströme des digitalen Zeitalters hat Ähnlichkeiten mit der Goldsuche vergangener Jahrhunderte. Nicht umsonst ist “Datamining“ ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang genannt wird.

Big Data visualisiert: Das Bild entstand in einem IBM-Forschungsinstitut
und zeigt die Datenströme auf Wikipedia.                          Quelle Wikipedia
Was ist denn genau mit Big Data gemeint? Gehört da schon die Steuererklärung dazu, die wir so regelmässig ausfüllen dürfen? Vielleicht - wahrscheinlich kommts drauf an, wieviele Daten Ihr Geld generiert. Im Zusammenhang mit Big Data wird eigentlich das Umgekehrte angestrebt - Daten, die Geld generieren.
“Nach aktuellen Berechnungen verdoppelt sich das weltweite Datenvolumen alle 2 Jahre. Diese Entwicklung wird vor allem getrieben durch die zunehmende maschinelle Erzeugung von Daten z. B. über Protokolle von Telekommunikationsverbindungen (CDR) und Web-Zugriffen (Logdateien), automatische Erfassungen von RFID-Lesern, Kameras, Mikrofonen und sonstigen Sensoren. Big Data fallen auch in der Finanzindustrie an (Finanz-Transaktionen, Börsendaten), sowie im Energiesektor (Verbrauchsdaten) und im Gesundheitswesen (Verschreibungen). In der Wissenschaft fallen ebenfalls große Datenmengen an, z. B. in der Geologie, Genetik, Klimaforschung und Kernphysik. Der IT-Branchenverband Bitkom hat Big Data als einen Trend im Jahr 2012 bezeichnet.“
Inzwischen gibt es auch eine Deutsche Websitezum Thema (mit allerdings eher magerem Informationsangebot).
Wer sich aber eingehender mit dem Thema auseinandersetzen möchte, muss tiefer schürfen, um an die richtigen Daten zu kommen. Dabei hilft wieder einmal «GDI Impuls», das Wissenschaftsimagazin des Gottlieb Duttweiler Instituts. Die immensen Datenmengen, die Menschen, Maschinen und Geräte ununterbrochen produzieren, sind das Thema der neusten Ausgabe. Das Magazin geht dem plötzlichen Interesse an Daten auf den Grund und analysiert, wo sich aus dem scheinbar unüberschaubaren Input ein brauchbarer Output generieren lässt; und wo eben nicht. Beispiele:
IT-Unternehmer Nicolas Bissantz warnt im Interview davor, allzu grosse Erwartungen in Big Data zu setzen: «Die Daten bleiben scheu und grausam. Es ist schwierig, aus ihnen zu lernen, und noch schwieriger, das Gelernte umzusetzen.»
Eine Gegenbewegung zum datengetriebenen Business sieht Raymond Bär für die Branche der Privatbanken. Im Kundenverkehr werde «die Kommunikation im wesentlichen analog bleiben», sagt der Ehrenpräsident der Julius Bär Gruppe AG: «Unsere Kunden wollen weder einem Computer noch einem Internet gegenübersitzen.» Bankintern könne es bei sensiblen Daten sogar zu einer teilweisen Ent-Digitalisierung kommen.
Eine Übersicht der Themen mit Kurzzusammenfassungen findet sich hier.