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Friday, June 17, 2016

Startet Blockchain die vierte industrielle Revolution?

Das Thema “Blockchain“ taucht in der öffentlichen Diskussion immer öfter auf. Kein Wunder, hat doch die Technologie das Potential, die Geschäftswelt, wie wir sie kennen, zu verändern (wir haben hier bereits darüber berichtet). Nun widmet auch das Wissensmagazin “GDI Impuls“ dem Thema eine Ausgabe, unter dem Titel: Das Blockchain Manifest.
Das Wissensmagazin GDI Impuls widmet die neuste
Ausgabe der Blockchain Technologie.
 “Alles, was wir in den zwei Jahrhunderten seit dem Beginn der industriellen Revolution an Institutionen aufgebaut haben, um grosse Prozesse zentral zu steuern, wird von dieser Technologie der radikalen Dezentralisierung infrage gestellt.“
Das schreibt GDI-Forschungsleiterin Karin Frick in ihrem “Blockchain-Manifest“. In ihrer Machtposition bedroht seien “die alten Herren aus den Konzernzentralen genauso wie die neuen Herren aus dem Silicon Valley“. An ihre Stelle trete keine neue Zentral-Macht, sondern eine Vielfalt direkter Beziehungen ohne vermittelnde Institution. “Eine andere Welt ist möglich. Wir sollten das als Chance erkennen.“
Die Autoren der Titelstory halten fest, dass die neue Technologie schon sehr früh auch Internet-Stars wie Uber oder Facebook treffen und verändern werde, da Blockchain eine Peer-to-Peer-Organisation möglich mache, die ohne zentrale Betreiber auskommt. Auf längere Sicht würden aber vor allem auch zentrale Institutionen in ihrem Bestand bedroht – grosse Konzerne oder gar Staaten. Der Niedergang alter Institutionen bei gleichzeitigem Aufbau neuer Strukturen gleiche stark der Entwicklung in der Frühzeit der industriellen Revolution.
Ein globaler Schwerpunkt der Blockchain-Szene entwickelt sich gerade im Schweizer “Crypto Valley“ zwischen Zürich und Zug. “GDI Impuls“ hat Protagonisten dieser Szene getroffen. Dabei handelt es sich um erfahrene Veteranen früherer Tech-Wellen genauso wie um Player traditioneller Finanz- und Forschungseinrichtungen. Zum Beispiel Stefan Klauser von der ETH Zürich, der “GDI Impuls“ bei der Erstellung der “Crypto Valley Map" unterstützte .
Das Magazin kann hier gekauft und gelesen werden.

Nachtrag: Auch die NZZ geht heute ausführlich auf das Thema "Crypto Valley" ein:
"Dieses besteht im Wesentlichen aus einer schnurgeraden, rund 4 Kilometer langen Achse, die vom Zuger Postplatz zum Bahnhof von Baar führt. In den letzten zwei Jahren haben sich hier etwa zwanzig Firmen aus der digitalen Finanzbranche angesiedelt. Geprägt hat den Begriff, der den Gründermythos des Silicon Valley von Kalifornien in die Zentralschweiz verpflanzen soll, der Südafrikaner Johann Gevers. Mit seiner Firma Monetas, die 2014 aus Vancouver nach Zug gezogen ist, hat er eine App zur Transaktion für Vermögen von Smartphone zu Smartphone entwickelt."


Thursday, March 28, 2013

Big Data wird zum Schlagwort

Gestern war’s die Cloud, heute ist es Big Data – und beide Begriffe hängen natürlich zusammen. Dass Big Data nun plötzlich zum fast omnipresenten Thema avanciert, ist wohl nur der Anfang. Das Thema wird uns lange beschäftigen, denn die Auswertung der immensen Datenströme des digitalen Zeitalters hat Ähnlichkeiten mit der Goldsuche vergangener Jahrhunderte. Nicht umsonst ist “Datamining“ ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang genannt wird.

Big Data visualisiert: Das Bild entstand in einem IBM-Forschungsinstitut
und zeigt die Datenströme auf Wikipedia.                          Quelle Wikipedia
Was ist denn genau mit Big Data gemeint? Gehört da schon die Steuererklärung dazu, die wir so regelmässig ausfüllen dürfen? Vielleicht - wahrscheinlich kommts drauf an, wieviele Daten Ihr Geld generiert. Im Zusammenhang mit Big Data wird eigentlich das Umgekehrte angestrebt - Daten, die Geld generieren.
“Nach aktuellen Berechnungen verdoppelt sich das weltweite Datenvolumen alle 2 Jahre. Diese Entwicklung wird vor allem getrieben durch die zunehmende maschinelle Erzeugung von Daten z. B. über Protokolle von Telekommunikationsverbindungen (CDR) und Web-Zugriffen (Logdateien), automatische Erfassungen von RFID-Lesern, Kameras, Mikrofonen und sonstigen Sensoren. Big Data fallen auch in der Finanzindustrie an (Finanz-Transaktionen, Börsendaten), sowie im Energiesektor (Verbrauchsdaten) und im Gesundheitswesen (Verschreibungen). In der Wissenschaft fallen ebenfalls große Datenmengen an, z. B. in der Geologie, Genetik, Klimaforschung und Kernphysik. Der IT-Branchenverband Bitkom hat Big Data als einen Trend im Jahr 2012 bezeichnet.“
Inzwischen gibt es auch eine Deutsche Websitezum Thema (mit allerdings eher magerem Informationsangebot).
Wer sich aber eingehender mit dem Thema auseinandersetzen möchte, muss tiefer schürfen, um an die richtigen Daten zu kommen. Dabei hilft wieder einmal «GDI Impuls», das Wissenschaftsimagazin des Gottlieb Duttweiler Instituts. Die immensen Datenmengen, die Menschen, Maschinen und Geräte ununterbrochen produzieren, sind das Thema der neusten Ausgabe. Das Magazin geht dem plötzlichen Interesse an Daten auf den Grund und analysiert, wo sich aus dem scheinbar unüberschaubaren Input ein brauchbarer Output generieren lässt; und wo eben nicht. Beispiele:
IT-Unternehmer Nicolas Bissantz warnt im Interview davor, allzu grosse Erwartungen in Big Data zu setzen: «Die Daten bleiben scheu und grausam. Es ist schwierig, aus ihnen zu lernen, und noch schwieriger, das Gelernte umzusetzen.»
Eine Gegenbewegung zum datengetriebenen Business sieht Raymond Bär für die Branche der Privatbanken. Im Kundenverkehr werde «die Kommunikation im wesentlichen analog bleiben», sagt der Ehrenpräsident der Julius Bär Gruppe AG: «Unsere Kunden wollen weder einem Computer noch einem Internet gegenübersitzen.» Bankintern könne es bei sensiblen Daten sogar zu einer teilweisen Ent-Digitalisierung kommen.
Eine Übersicht der Themen mit Kurzzusammenfassungen findet sich hier. 

Thursday, December 8, 2011

Sind Beziehungen die neue Währung?

Social Media, social Shopping, social Objects, social everything: Eine Welle des Sozialen schwappt über uns, deren Tragweite erst wenige erfassen. Dank Facebook, Groupon oder Google entscheiden Kunden immer öfter gemeinsam. Der Mensch ist schliesslich ein Gruppentier, und geteilte Konsumfreude ist doppelte Freude – Socio-Pleasure eben.

Warum kaufen wir, was wir kaufen? Immer öfter, weil unsere Freunde oder Bekannte dasselbe mögen. «Socio-Pleasure» nennt sich die geteilte und darum doppelte Konsumfreude, die sich Facebook, Groupon oder Google zu Nutzen machen. Und die Entwicklung hört nicht mit Social Shopping auf: Eine Welle des Sozialen schwappt über uns, deren Tragweite erst wenige erfassen. Aus ihr entsteht eine neue Ökonomie, in der Beziehungen die Währung sind. Der soziale Mehrwert wird wichtiger ist als das Produkt, das soziale Kapital wichtiger als das Finanzkapital.
Was dieser «Kult des Sozialen» für Konsumenten und Unternehmer bedeutet, analysieren am 8. Europäischen Trendtag vom 14. März 2012 am GDI Experten wie Peter Wippermann (Gründer des Trendbüros Hamburg), Sean Moffitt (Autor von Wikibrands) und Azeem Azhar (CEO von Peerindex). Dabei werden Fragen wie die folgenden erörtert:
Wer hat Erfolg im neuen social Business? Was werden Kunden in Zukunft sonst noch teilen? Wann hat ein Produkt linking-Value?
Das Seminar kostet 900 - 1200 Franken pro Teilnehmer. Weitere Infos zum Programm und zur Anmeldung finden sie hier.

Wednesday, August 3, 2011

Digitalsphäre gegen Privatsphäre

Wer besitzt Ihre persönlichen Daten? Ihre Krankenkasse, Ihr Grossverteiler, Facebook – Google und viele mehr. Und alle verdienen sie damit Geld. Nur Sie nicht.

Was heute stattfindet, ist eine Social-Data-Revolution: Mit jedem Klick auf unsern Tablets, Smartphones und Computern wird unser Lebens komplexer und die Angst vor dem Verlust der Privatsphäre grösser. Alles, was wir tun, verwandelt sich in Daten – jede Handlung, jedes Gespräch, jede Bewegung, jede Interaktion. Die Daten, die Nutzer erzeugen, sind der Rohstoff und die Währung der Wirtschaft und Gesellschaft von morgen. Die Daten werden genutzt, um zu erforschen, wie Menschen und Märkte funktionieren, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, um das Leben einfacher und sicherer und schliesslich die ganze Welt intelligenter zu machen.
Datenschützer rufen nach Verboten, nur: Wer möchte denn noch auf Google, Amazon, Facebook und Co. verzichten?
Das GDI Gottlieb Duttweiler Institute zeigt nun in seiner neu erschienenen Studie "Das Zeitalter der Transparenz", wie die zunehmende Verdatung unseres Lebens nicht nur unsere Privatheit grundlegend verändert, sondern auch unser Verhältnis zu Staat, Unternehmen und Freunden - und wo darin die Chancen für uns liegen. Die Studie erklärt, - warum unsere privaten Daten zum neuen Rohstoff für die Wirtschaft werden; - dass ein neuer Umgang mit unsern Daten Not tut; - wie erste Möglichkeiten aussehen, die eigenen Daten gewinnbringend zu kontrollieren.
In der digitalen Ökonomie sind Daten ein Zahlungsmittel. Den Anbietern zeigen sie, wie Menschen und Märkte funktionieren. Jeder Klick im Internet macht Ihre digitale Persönlichkeit wertvoller - und davon sollten Sie, laut der neuen Studie, profitieren können. Zitat:
"Die Aggregation unserer Daten lässt sich nicht aufhalten, die Verdatung des Lebens steht erst am Anfang. Doch wir wollen die Hoheit über die daraus gewonnenen Erkenntnisse: selber bestimmen, wer von uns welche Daten sehen darf und zu welchen Bedingungen. Wir brauchen daher einen “New Privacy Deal“, bei dem nicht die Anbieter über unsere Daten verfügen, sondern wir selber. Der amerikanische Vordenker Doc Searls entwickelt an der Harvard-University «Vendor Relationship Management» (VRM), ein System, mit dem wir unsere Daten selber verwalten können - Kundenbefreiung statt Kundenbindung. Das dient letztlich auch den Anbietern, denn im neuen Informations-Ökosystem ist ein freier Konsument wertvoller als ein abhängiger. Die wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg in der Social Data Revolution sind: Transparenz, Wahlfreiheit, ein klarer Mehrwert und Kontrolle für den Nutzer."
Eine Zusammenfassung der Sudie kann hier heruntergeladen werden.
Die ganze Arbeit ist hier erhältlich.