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Sunday, February 7, 2016

Smartphone-Bedienung: Lieber sprechen als Schreiben

Tippen am Smartphone gehört wohl bald der Vergangenheit an. Schon heute bedient jeder zweite Smartphone-Nutzer das Gerät mit der Stimme – zum Beispiel, um einen Anruf aufzubauen, eine SMS zu diktieren oder um nach dem Wetter zu fragen. Besonders beliebt ist die Sprachsteuerung unter jungen Smartphone-Usern: Bei den 14- bis 29-Jährigen verwenden schon 58 Prozent die Spracheingabe, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 54 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 52 Prozent. Sogar bei den Smartphone-Nutzern ab 65 gibt schon jeder Vierte Fragen oder Befehle per Stimme ein.

Diesr Screenshot von handylist.de zeigt nur einen Teil der Geräte, die mit
Sprachsteuerung erhältlich sind - das Angebot wird ständig erweitert.
                                                                                            Screenshot handylist.de
Wie beliebt die Spracheingabe am Smartphone tatsächlich ist, zeigt eine neue Studie des Digitalverbands Bitkom. Darin zeigt sich, dass die Sprachsteuerung vor allem benutzt wird, um Anrufe aufzubauen, Textnachrichten zu verfassen oder um aktuelle Informationen wie Wettervorhersagen oder Fussballresultate abzufragen. Ebenfalls beliebt ist das Navigieren oder das Starten von Apps per Spracheingabe.
Die Website turn-on.de hat übrigens eine ganze Liste von klaren Befehlen für Android-Geräte publiziert, die zur allgemeinen Systemsteuerung, zur Navigation oder zum Herausfinden allgemeiner Informationen nützlich ist. Und auf handylist.de findet sich eine grosse Anzahl von Smartphones mit Sprachsteuerung.
Die Steuerung von Mobiltelefonen hat sich in den letzten Jahren stark geändert: Die ersten Handys hatten Tasten, die mehrfach belegt waren. Entsprechend langwierig war das Tippen von SMS. Die Worterkennung beschleunigte die Tastatureingabe. Später wurde dann zudem bei bestimmten Modellen jeder Taste ein einzelner Buchstabe zugeordnet. Beim Smartphone wurde die physische Tastatur durch ein Touch-Display ersetzt. Die neuen Betriebssysteme der Smartphones unterstützen in aller Regel Sprachbefehle. Für den Durchbruch auf dem Massenmarkt sorgte Apple im Jahr 2011. Damals stellte das Unternehmen die Spracherkennungssoftware Siri für das iPhone 4s vor. Ein Jahr später zog Google mit Google Now nach. Die Verarbeitung der Spracheingabe geschieht dabei nicht auf dem Mobiltelefon, sondern auf Servern der Unternehmen. Dieses Verfahren erhöht die Zuverlässigkeit beim Erkennen der gesprochen Befehle. Allerdings sind dafür schnelle mobile Internet-Verbindungen notwendig. Die Spracherkennung profitiert also vom Trend zum Cloud Computing, schnelleren mobilen Internetverbindungen aber auch von mobilen Daten-Flatrates.

Wir glauben, dass sich Spracherkennung in den nächsten Jahren noch viel stärker durchsetzen wird; für viele User wird das Schreiben dann – zumindest am Smartphone – endgültig der Vergangenheit angehören. 

Tuesday, February 10, 2015

Wo ein Mikrophon ist, ist ein Weg (um jemanden zu belauschen)

Es gibt immer mehr Gadgets und Haushaltgeräte, die mit Sprachsteuerung funktionieren. Das ist deshalb problematisch, weil für die Ausführung dieser Sprachbefehle auf die Cloud zugegriffen wird. Das kann dann eben dazu führen, dass Ihre Gespräche irgendwo im Internet verwertet werden, auch wenn Sie das lieber nicht möchten.

Samsungs Smart TVs sind sehr leistungsfähig - unter anderem
reagieren sie auf mündliche Befehle. Mit anderen Worten:Sie
hören zu                                                                 Samsung
Samsung hat es wohl gut gemeint. Ein Hinweis im Kleingedruckten in den Unterlagen zu einem Smart-TV führte zu einer ganzen Reihen von sensationellen Medienartikeln, die sich die Firma wohl lieber erspart hätte. “Achtung: Samsung hört mit“ oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen. Der Südkoreanische Hersteller hatte in den Unterlagen darauf hingewiesen, dass die Smart-TVs aus dem Hause Samsung die Sprachbefehle der Anwender und eben auch andere abgehörte Informationen an Drittanbieter übertragen würden. Wohl um sich haftpflichtmässig abzusichern, fügte Samsung auch noch an, dass man nicht verantwortlich dafür sei, wie diese Drittanbieter Privatsphäre- und Sicherheits-Maßnahmen umsetzten.
24 Stunden später sieht es nun nicht mehr ganz so schlimm aus, dass sich die Tech-Journalisten bemüssig fühlen müssten, Big Brother als Vergleich anzuführen.
Samsung beeilte sich nämlich, eine Richtigstellung zu verbreiten. Zitat aus der NZZ:
“Samsung gibt Entwarnung: Der Elektronik-Riese hat am Montag versichert, dass seine Fernseher nicht die ganze Zeit Tonaufnahmen aus ihrer Umgebung übers Internet übertragen. Nutzer müssten erst eine Suchanfrage per Sprachsteuerung aktivierten, sagte ein Sprecher am Montag. Das geht per Knopfdruck auf der Fernbedienung. Erst dann würden Tonaufnahmen an Drittanbieter übermittelt. Ausdrücklich nur für diesen Fall sei die Warnung in den Nutzungsbedingungen gedacht, dass dabei auch eventuell vertrauliche Gespräche übertragen werden könnten […]Bei der Sprachsteuerungsfunktion gehe es um Suchanfragen wie etwa «Wann kommt der nächste Krimi?», erläuterte der Sprecher. Das würde auch erklären, warum die Daten an Drittanbieter gehen, etwa an Firmen, die Fernsehprogramme digital analysieren. Der Nutzer sehe ein Symbol auf dem Bildschirm, wenn die Sprecherkennung eingeschaltet sei…“
So weit so gut – oder etwa doch nicht?
Das Internet der Dinge funktioniert nur, wenn diese Dinge, die im Web vernetzt sind, auch mit Sensoren ausgestattet sind – zum Beispiel mit Mikrophonen. Wo ein Mikrophon ist, gibt es meistens auch einen Weg, um jemanden zu belauschen.  Zitat aus dem Stern:
“In Apples iPhones springt die persönliche Assistentin Siri bei einem längeren Druck auf den Home-Button an. Besitzer eines iPhones können auch einstellen, dass die Funktion auf die Worte "Hey, Siri" reagiert. Das ist nur bei Anschluss an ein Ladegerät möglich. Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android reagieren ähnlich auf die Worte "Okay, Google". Bei Microsoft funktioniert das mit "Hey, Cortana" - das ist der Name des Windows-Sprachassistenten. Die gesprochenen Worte werden dabei bei allen Anbietern an ihre Server und wieder zurück übertragen. Die Auswertung in der Cloud erlaube eine bessere Spracherkennung als nur auf dem Gerät selbst, heißt es.
Auch Amazon lässt auf seiner TV-Box Fire TV per Sprache nach Filmen, Serien oder Schauspielern in seinem Video-Angebot suchen. Dafür muss ein Knopf auf der Fernbedienung gedrückt werden. Der Online-Händler testet aktuell in den USA zudem den Lautsprecher "Echo", der auch als persönlicher Assistent im Haushalt fungieren soll. Er hört aktiv zu, wenn er mit dem Namen "Alexa" angesprochen wird.“
Man muss wohl keinen Verfolgungswahn haben, um derartige Fähigkeiten digitaler Gadgets mit Vorsicht zu behandeln.


Sunday, December 14, 2014

Nie mehr selber denken?

Ganz ohne eigene Gedanken und eigenes Urteilsvermögen geht es wohl noch nicht, trotz dem Angebot an digitalen Assistentinnen, das uns zum Ausklang des Jahres 2014 zur Verfügung steht. Aber wir sind sicher schon gut dem Weg dahin, wo uns eine digitale Anstandsdame davor warnen wird, keine peinlichen Bilder ins Netz zu stellen, wenn wir uns nicht blamieren wollen. Genauso, wie ein guter Butler, können digitale Assistenten natürlich nur richtig funktionieren, wenn sie uns gut kennen. Mit anderen Worten: Sie wollen möglichst viele Daten von uns haben.

Amazons digitaler Assistent ist gleichzeitig ein Lautsprecher. Momentan
ist er allerdings für die breite Masse noch nicht erhältlich, sondern nur "auf
Einladung".                                                                                 Bild Amazon
Das neuste Angebot in der Reihe der zumeist weiblich tönenden digitalen Lebensberater heisst Cortana. Sie ist im Windows Smartphone zuhause und wird oft als Siri-Abklatsch bezeichnet. Siri ist die erfahrenste der Assistentinnen und kommt mit dem iPhone von Apple. Doch bleiben wir noch einen Moment bei Cortana. Zitat aus einem Spiegel-Artikel:
“Der Assistenz-Charakter von Cortana wird dadurch unterstrichen, dass die Software beispielsweise auf anstehende Termine hinweist und dem Nutzer aktuelle Nachrichten aus dem Netz zusammensucht, die zu seinen Vorlieben passen. Dabei verlässt sie sich einerseits auf Präferenzen, die man manuell am Handy vorwählen kann. Zusätzlich soll sie in der Lage sein, aus dem Nutzungsverhalten des Anwenders zu lernen und so mit der Zeit immer genauer vorherzusehen, was ihn interessieren könnte.“
Microsoft erklärt worum es genau geht:
“Cortana ist eine dialogorientierte, verstehende persönliche Assistentin, die den Nutzer bei verschiedenen Anforderungen unterstützt. Durch ihre Lernfähigkeit kann sie Themen vorausschauend behandeln und Empfehlungen aussprechen. Damit gehen ihre Funktionen über die von bestehenden Sprachassistenten hinaus. So wird Cortana zum Beispiel, wenn der Nutzer täglich vor dem Aufbruch zur Arbeit nach Wetter- und Verkehrsbedingungen fragt, die Informationen nach einigen Wiederholungen selbständig anbieten, der Nutzer muss nicht mehr aktiv werden. Vorbedingung hierfür ist, dass Cortana die Gewohnheiten des Nutzers kennt. Je mehr sie weiß, desto hilfreicher ist sie, wenn es darum geht, mehr als nur Fragen zu beantworten. Die Entscheidung, was Cortana weiß, liegt beim Nutzer.“
Auch für Amazons neusten Assistenten, der für einmal nicht im Telefon, sondern im Lautsprecher eingebaut ist, gilt dasselbe: Je mehr Daten sie bekommt, die Assistentin, desto besser assistiert sie:
“Vor kurzem hat der Internet-Versandhändler Amazon ein zylinderförmiges Gerät namens Echo vorgestellt. Mit seinen hochempfindlichen Mikrofonen lauscht es ständig, ob irgendjemand das Codewort sagt. Um dann im Internet etwas zu suchen, Termine und Erinnerungen zu verwalten, das TV-Programm vorzulesen, die neuesten Schlagzeilen. Oder die Lieblingsmusik abzuspielen. Dass Amazon dafür ein eigenes Gerät gebaut hat, das nichts anderes tut, ist neu…“
Auch Facebook arbeitet übrigens an einem digitalen Assistenten. Dessen wichtigste Funktion soll es sein, die User vor sich selbst zu warnen, wenn sie zum Beispiel ein peinliches Bild von sich ins Netz stellen wollen, aber auch darüber zu informieren, wenn jemand anders sich im Netz unflätig über sie äussert.
Na also: Bald hilft uns die digitale Assistentin auch beim Anziehen. Wurde aber auch Zeit. Beim Autofahren sind schliesslich auch schon zahlreiche digitale Heinzelmännchen tätig. Die heissen dann Abstandsmesser, Geschwindigkeitsregler und Spurhalteassistenten.  Damit wir unser Denkorgan endlich auch im Auto nicht mehr so sehr anstrengen müssen und Zeit für Wichtigeres haben.



Monday, January 9, 2012

Das iPhone 4S ist ein Datenfresser

Das neue iPhone und dessen sprechende digitale Assistentin Siri haben, zumindest bei einigen Nordamerikanischen Usern, schon beinahe Kult-Status erreicht. Jetzt stellt sich heraus, dass die coole Siri nicht nur viel kann, sondern auch viel braucht – Bandbreite nämlich.

Das iPhone 4S: Siri ist ein Datenfresser.
Untersuchungen der Britischen Network-Management-Firma Arieso haben nämlich ergeben, dass iPhone 4S-Anwender doppelt so viele Daten durchs Network jagen, wie die Benutzer eines gewöhnlichen iPhone 4. Noch schlimmer wird die Datennutzung des 4S, wenn man sie mit dem iPhone 3G vergleicht: Da ist der Verbrauch sogar dreimal grösser. Das kann nicht nur für die User teuer werden, sondern könnte auch Kapazitätsprobleme für Mobilfunkanbieter verursachen.
Die Einführung zunehmend raffinierterer Geräte, und die ständig steigende Verbrauchernachfrage führten zu einem unablässigen Druck auf die mobilen Netzwerke. Eine Kapazitätskrise sei eine echte Bedrohung für Mobilfunkanbieter, erklärt Michael Flanagan, der Autor der Arieso-Studie. Für 2012 sieht er eine Verschlimmerung dieser Situation.
DasHandelsblatt erklärt, was der 4S-Datenhunger für die Anwender für Folgen haben kann:

“Kunden mit limitierten Datenverträgen kommen deutlich schneller an die Grenzen ihres Monatslimits und auch die Kunden von sogenannten Flatrate-Verträgen geraten in die Datenfalle. Bei ihnen wird die Datengeschwindigkeit meist nach vier oder fünf Gigabyte Datenverbrauch auf die praktisch unbrauchbare GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Unter GPRS ist zum Beispiel der neue Apple-Assistent Siri nicht mehr zu gebrauchen. Ausserdem steigt die Wahrscheinlichkeit, in Ballungsräumen auf überlastete Mobilfunknetze zu treffen.“
Schuld am ganzen Schlamassel soll also Apples digitale Assistentin Siri sein. Wer Siri benutzt, löst nämlich Datenverkehr mit Apple-Servern im Netz aus, da dort alle Siri-Aktivitäten verarbeitet und an den 4S-User zurückgeschickt werden. Auf allen andern iPhones funktioniert Siri nicht. Die gleiche Arieso-Studie zeigt übrigens eine weiteres überraschende Tatsache auf: Nur ein Prozent aller User, sogenannte Power-Anwender, sind für volle 50 Prozent des gesamten Datenvolumens verantwortlich.
Vielleicht hängt das unter anderem damit zusammen, dass viel Smartphone-Besitzer ihr Gerät mehr als Statussymbol angeschafft haben - obwohl sie eigentlich ganz gut ohne auskommen könnten.