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Friday, April 17, 2020

Und plötzlich ist wieder viel Platz am Himmel

Die Corona-Pandemie hat sich vor allem auf die Reisebranche extrem stark ausgewirkt. Die Fliegerei ist massiv zurückgegangen - die Swiss fliegt heute mit weniger Maschinen, als die Swissair bei ihrer Gründung im Jahr 1931 einsetzte.

Um rund 85 Prozent sei das Flugaufkommen zurückgegangen, schätzt die Deutsche Flugsicherung, und man geht nicht von einer schnellen Erholung aus, wie die Tagesschau berichtet. Man erwarte, dass dieses Jahr keine 80 Prozent der Vorjahreswerte mehr erreicht würden. Im kommenden Jahr werde man dann möglicherweise das Niveau von 2019 zu 85 Prozent wieder erreichen.
Auch die Swiss funktioniert nur noch auf einem Minimalflugplan. Ganze sechs Flugzeuge fliegen noch für die Schweizer Nationalfluggesellschaft (die allerdings seit Jahren der Lufthansa gehört). Nur eines dieser sechs Flugzeuge wird auf Langstrecken eingesetzt. Der Rest der Maschinen steht am Boden - 85 Flieger sind parkiert.
Am eindrücklichsten sieht man den Unterschied der Flugbewegungen auf der Website Flightradar 24, welche die Unterschiede vor und während der Corona-Krise dokumentiert.

Dieser Screenshot der Website Flightradar24 zeigt den Unterschied am Himmel in Europa vor und während der Coronakrise
- vom März zum April: Mit 2400 Flügen weniger nimmt die Flugzeugdichte massiv ab.         Screenshot flightradar24

Monday, July 20, 2015

Personalized Pricing: wenn Sie mehr (oder weniger) bezahlen, als die Anderen

Wie so viele anderen Errungenschaften des digitalen Zeitalters, ist es umstritten: “Personalized Pricing“ heisst im Grunde genommen nichts anderes, als dass Sie nicht den gleichen Betrag für einen Artikel oder eine Dienstleistung bezahlen, wie die anderen Kunden. Die Preise werden auf persönlicher Basis festgelegt, teurer oder billiger. In unserer Neidgesellschaft kommt das natürlich nicht gut an – schliesslich gibt es kaum Kunden, die gerne mehr bezahlen, als die Anderen.   

Wer öfter sucht, zahlt mehr? Die Swiss bestreitet vehement, dass sie ihre Preise
auf diese Weise personalisiert.                                                      Swiss Screengrab
“Personalized Pricing“ ist ein naher Verwandter von “Dynamic Pricing“. Diese dynamische Preisgestaltung wird von Airlines schon seit Jahren betrieben, verschmelzt aber im Zuge der Digitalisierung unserer Gesellschaft immer mehr mit Personalized Pricing. Genau diese Art der Preisanpassung scheint bei den meisten Kunden gar nicht gut anzukommen. Eigentlich kein Wunder, denn wie erklärt Wikipedia doch diese Art der Preisgestaltung:
“Preisdifferenzierung (auch Preisdiskriminierung) ist eine Preispolitik von Anbietern, für die gleiche Leistung unterschiedliche Preise zu fordern. Die Differenzierung kann zeitlicher, räumlicher, personeller oder sachlicher Art sein. Mit diesem Instrument der Preisgestaltung versuchen Anbieter, die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager optimal auszuschöpfen…“
Heisst: Dem Kunden, der weniger wählerisch ist, kann man mehr Geld abnehmen. 
Immerhin so ähnlich könnte man die Ankündigung von Coop Schweiz verstehen, der diese Preispolitik für seinen Online-Laden testet. Aus der Schweiz am Sonntag: 
“Kunde A erhält je nach Shoppingschema 5 Prozent, Kunde B 40 Prozent für seinen Einkauf bei Coop at home. Möglich macht dies eine neue Software des deutschen Unternehmens Prudsys aus Chemnitz, der namhafte Händler wie Karstadt, C&A und Quelle zu seinen Kunden zählt. Prudsys lieferte Coop bereits das System für die Produkte-Empfehlungen. Nun analysiert ein neuer Algorithmus im Hintergrund in Echtzeit das Verkaufsverhalten. Gleichzeitig kennt er den Bestand im Coop-Lager und spuckt entsprechend personalisierte Coupons aus…“
Coop ist natürlich nicht das einzige Unternehmen, das die Personalisierung der Preise ausprobiert. Auch Amazon hat damit schon experimentiert:
“Im Jahr 2000 wurde publik, dass der Onlinehändler Amazon je nach Kunde unterschiedliche Preise für DVD-Filme verlangte. Amazon-Chef Jeff Bezos nannte den Test darauf einen Fehler und erstattete die Fehlbeträge zurück. Und das Wall Street Journal deckte 2012 auf, dass der Online-Reiseriese Orbitz Mac-Benutzern teurere Hotelpreise anbot als Windows-Benutzern, da Apple-Käufer offenbar mehr Geld für Ferien ausgeben…“
Apropos Reisebranche: Auch die Swiss kam dieser Tage in die (Blick) Schlagzeilen – wegen einer angeblich dynamischen Preisgestaltung, die dafür sorge, dass Kunden die öfter am PC nach Flügen suchen, mehr bezahlen müssten (die Swiss bestreitet das vehement):
“Walter Kunz (53), Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands, ist sich sicher: «Die Swiss will die Passagiere bewusst auf die eigene Webseite locken.» Die Airlines sind heiss auf das Gold des digitalen Zeitalters: Kundendaten. Denn wer übers Internet bucht, hinterlässt persönliche Informationen. Und das kann teuer werden. Kunz erzählt: «Ich habe mir einen Flug ein paar Mal auf meinem Privatcomputer angeschaut. Beim Buchen war er plötzlich teurer.» Kunz brach die Transaktion ab und buchte stattdessen von seinem Bürocomputer aus. «Da war er wieder günstiger.»
Wir tendieren, in diesem Fall der Fluggesellschaft zu glauben. Unter anderem deshalb, weil wir selber schon unzählige Flüge bei unzähligen Unternehmen gebucht haben, und noch nie eine derartige Erfahrung gemacht haben. Im Gegenteil. Falls aber ein Reisender das Gefühl hat, dass er teurere Tickets angeboten bekommt, weil sein PC vom Anbieter erkannt wird, gibt es eine einfache Lösung. InPrivate Browsing im Internet Explorer oder der Inkognitomodus in Google Chrome sorgen dafür, dass man  unerkannt einkaufen kann – zumindest bis es ans Bezahlen geht. Spätestens dann, müsste der Preis eigentlich feststehen! 

Wednesday, October 15, 2014

Nicht nur fliegen - auch billiger telefonieren, mit Swiss Air Lines

Im Rahmen ihres Swiss Choice Serviceangebots lanciert die Fluggesellschaft Swiss mit “Swiss Mobile“ eine eigene Pre-paid SIM-Karte, die das Telefonieren und Surfen im Internet zu günstigen Roaming-Gebühren ermöglicht, und zwar weltweit. Das Geschäftsmodell macht Sinn: Swiss Mobile ist ab 1. November im Duty-Free-Verkauf an Bord der Swiss Flüge verfügbar. Wer nicht fliegt, kann die Karte Online kaufen.

Die Swiss fliegt nicht mehr nur - sie verkauft jetzt auch Telco-Dienstleistungen
(hier ein Screengrab der Website).
Swiss verbindet die Schweiz mit der Welt nicht nur mit Flugzeugen, sondern jetzt auch im Bereich Telekommunikation. Die neue internationale Pre-paid SIM-Karte der Swiss greift die bestehenden Telcos dort an, wo sie verwundbar sind. Die Karte macht es möglich, mit wenig Aufwand im Ausland zu telefonieren, ohne dass man riesige Summen für Roaming-Gebühren auslegen muss.
„Swiss Mobile“ ermöglicht es, in über 180 Ländern zu telefonieren und zu surfen und damit bis zu 80 Prozent der heute üblichen Roaming-Kosten zu sparen. Telefonate können beispielsweise innerhalb der EU, Südafrika oder Australien bereits ab 14 Rappen pro Minute geführt werden, das Surfen kostet 10 Rappen pro Megabyte. Innerhalb der Schweiz kostet das Telefonieren 19 Rappen pro Minute, das Surfen ist für 10 Rappen pro Megabyte möglich. Eingehende Anrufe aus über 50 Ländern sind gratis! Die Kunden können ausserdem Datenpakete dazukaufen, die das Surfen im Internet zu noch attraktiveren Preisen erlauben. Die “Swiss Mobile“ SIM-Karte wird in allen Grössen ausgeliefert und kann somit in unterschiedlichen Generationen von mobilen Geräten verwendet werden. Sie ist besonders attraktiv für Vielreisende, aber auch für den Gebrauch als Zweitkarte, zum Beispiel zum Surfen mit dem Tablet zuhause.
Die Karte kostet CHF 29.90, davon stehen 20 Franken als Startguthaben zur Verfügung. Sie kann Online unter swiss.com/swiss-mobile oder ab 1. November im Duty-Free-Verkauf an Bord bezogen werden. Zudem ist es möglich, sie über den neuen Duty-Free-Pre-Order Service für den nächsten Flug vorzubestellen.
Tarife, Nutzungsbedingungen und weiter Infos zur Karte finden Sie hier.
Die ersten Reaktionen zum Vorpreschen der Swiss ins Telco-Geschäft sind äussert positiv: So schreibt zum Beispiel Ralph Beyeler, der Telco-Experte von Comparis:
“ Die Roamingpakete der Schweizer Mobilfunk-Anbieter Swisscom, Sunrise und Orange sind erheblich teurer […] Ein Nachteil des neuen Produkts ist, dass Kunden nicht eine Schweizer, sondern eine britische Telefonnummer bekommen. Ausserdem fällt eine monatliche Gebühr von 1 Franken an, wenn die SIM-Karte während 9 Monaten nicht verwendet wurde. Fazit: Das Angebot ist in zweierlei Hinsicht interessant: Einerseits sind die Roaming-Preise attraktiv, andererseits ist es sehr bequem, unterwegs in die Ferien noch schnell eine SIM-Karte zu kaufen. Swiss unterbietet die Preise der Schweizer Netzbetreiber erheblich.“


Tuesday, September 30, 2014

Jetzt darf das Handy auch im Flugzeug benutzt werden...

… allerdings nicht zum Telefonieren. Nicht weil das technisch nicht möglich oder zu gefährlich wäre, sondern ganz einfach, weil es zu stark nerven würde. Für alle anderen Aktivitäten dürfen die mobilen Gadgets jetzt aber gemäß einer neuen Regelung der zuständigen EU-Behörde EASA im Flieger benutzt werden.

Eine Swiss-Maschine im Anflug auf Zürich-Kloten: Die Handys der Passagiere stören dabei
nicht.                                                                                        Bild Reportair/Niklaus Wächter
Was gestern noch zu gefährlich war, ist heute plötzlich erlaubt: Smartphone, Tablet, Laptop oder E-Reader dürfen in Zukunft im Flugzeug durchgehend benutzt werden, zumindest wenn es nach der zuständigen Behörde geht. Mobilfunkfähige Geräte müssen deshalb nicht mehr in den Flugmodus umgestellt werden, sondern können normal benutzt werden – wenn die Fluggesellschaft dies zulässt. Denn am Ende sind es immer noch die einzelnen Airlines dafür verantwortlich, dass ihre Flugzeuge den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards entsprechen. Zitat aus demSpiegel:
“Die Lufthansa [zu der auch die Swiss gehört] begrüßte die neue Richtlinie. "Wir werden möglichst schnell versuchen, unseren Kunden das anzubieten", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Am Verbot des Telefonierens an Bord per Handy oder Skype halte die Fluglinie aber weiter fest, sagte er. Dies habe keine technischen Gründe, sondern "das entspricht sehr deutlich dem immer wieder geäußerten Kundenwunsch". […]Lufthansa und Air Berlin erlauben seit Februar und Mai die Nutzung von elektronischen Geräten an Bord - allerdings im Flugmodus. Ende 2013 hatte die EASA dazu die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen.Einige Gesellschaften haben bereits den kostenlosen Zugang zum mobilen Internet in ihren Flugzeugen während des Fluges ermöglicht - darunter Norwegian, Air China und Turkish Airlines. Andere Fluggesellschaften wie Lufthansa bieten den Service gegen Gebühr, etwa auf ausgewählten Langstreckenflügen an. Passagiere beklagten bisher die oft schlechte Qualität der Verbindungen und das schleppende Tempo der Datenübertragung.Einige Airlines hatten bereits erwogen, auch das Telefonieren einzuführen. Dies wurde aber bisher auf der Grundlage von Kundenumfragen hintenangestellt, etwa bei der US-Fluglinie Delta. British Airways erlaubt auf einem Business-Class-Flug von London nach New York zwar SMS-Nachrichten und Internetzugang, blockiert aber Telefongespräche, um die Ruhe in der Kabine nicht zu stören.“

Tatsächlich wäre es technisch kein Problem, das Telefonieren im Flugzeug möglich zu machen. Trotzdem wird es wohl noch eine Weile dauern, bis auch in der Kabine am Handy geplaudert werden kann – wenn überhaupt. Die Swiss sendet zum Thema eher gemischte Signale aus. Wie eine Sprecherin gegenüber SRF erklärte, wisse man bei der Swiss, dass die Fluggäste nicht wünschten, dass im Flugzeug telefoniert werde. Trotzdem prüfe die Swiss mittelfristig die Möglichkeit, das Telefonieren auf Flugzeugen zu erlauben. Möglicherweise werde dies im Rahmen der Anschaffung neuer Flugzeuge in den nächsten Jahren wieder geprüft.


Friday, August 22, 2014

BYOD – ins Flugzeug!

Persönlicher Platz und persönlicher Service im Flugzeug werden immer knapper, vor allem für jene grosse Mehrheit von uns, die sich in der “Holzklasse“ befördern lässt. Nun haben gewisse Fluggesellschaften eine weitere Möglichkeit gefunden, Geld zu sparen: Das im Sitz eingebaute Entertainment-System wird abgeschafft. Passagiere müssen sich mit ihren eigenen Geräten unterhalten.

In diesem Dreamliner von United sind sie noch drin, die persönlichen Entertainment-
Systeme. In 50 neuen Flugzeugen heisst es bald: BYOD.                       Bild Wikipedia
Nichts ist im digitalen Zeitalter, wie es früher war – das gilt auch für das Reisen im Flugzeug. Die meisten Airlines sind stehen unter Druck – Treibstoffpreise, Flughafengebühren und Billigkonkurrenz lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Dass spüren denn auch die Flugpassagiere. Vorbei ist es zum Beispiel mit grosszügigem Gepäcktransport: Extra Koffern müssen teuer bezahlt werden – genauso wie andere Dienstleistungen, die früher mal im Flugpreis eingeschlossen waren. Nun haben Amerikanische Airlines eine neue Sparmöglichkeit entdeckt, die voll auf Kosten der Passagiere geht. United Airlines, eines der ganz grossen Amerikanischen Flugunternehmen, hat laut CNN gerade 50 neue Flugzeuge ohne persönlichen Bildschirme am Sitz bestellt. Schliesslich kosten die Systeme Geld und verursachen zusätzliches Gewicht und somit Spritverbrauch. Statt jedem Passagier ein Entertainment-System zur Verfügung zu stellen, will United in diesen Maschinen einen Server laufen lassen, der mit persönlichen Geräten angezapft werden kann. Wer einen Laptop, einen iPad oder ein Smartphone dabei hat, und das sind gemäß CNN heutzutage drei Viertel aller Passagiere, kann dann jene Inhalte streamen, die ihm vom Flugzeugserver zur Verfügung gestellt werden. Delta Air Lines ist dabei, ein ähnliches System aufzubauen, will aber vorläufig die eingebauten Bildschirme noch zur Verfügung stellen.
(Was kommt als nächstes? Vielleicht “Bring your own food”? Ach, das gibt es ja schon. Air Canada zum Beispiel, serviert auf Inlandflügen, Flügen in die USA und an gewisse Strand-Destinantionen keine Mahlzeiten mehr, außer manbezahlt dafür extra. Genauso wie für den Kopfhörer für das Entertainment-System, wenn man die Bilder am Bildschirm nicht nur ohne Ton sehen möchte…)

Noch wissen wir nicht, wie lange es geht, bis wir den In-Flight-Movie bei der Swiss, der Lufthansa oder bei British Airways am eigenen Smartphone anschauen müssen. Da viele Fluggesellschaften im Flugzeug Wifi-Verbindungen anbieten oder planen, kann man davon ausgehen, dass sie das Experiment bei United Airlines genaustens verfolgen werden. Wenn die Passagiere den Dienstleistungsabbau akzeptieren, wie so vieles andere auf einer Flugreise, wurde hier wohl ein neuer Trend geboren: Bring your own device im Flugzeug.


Monday, August 8, 2011

Flug in die Vergangenheit


Ab November wird die Fluggesellschaft Swiss eine weitere Gebühr auf den Ticketpreis schlagen. Wer seinen Flug mit der Kreditkarte bezahlt, dem werden 6 bis 22 Franken zusätzlich berechnet. Natürlich trifft das all jene Swiss-Kunden, die ihre Flüge am Internet buchen und bezahlen. Die Swiss macht damit einen riesigen Schritt rückwärts – vom digitalen ins Cash-Zeitalter.




Kurzsichtige Profitmaximierung: Die Swiss benachteiligt ihre
Onlinekunden mit einer Strafgebühr für den
Kreditkartengebrauch.
Es ist erstaunlich, wie wenig Echo diese Meldung letzte Woche ausgelöst hat: Die Swiss will jene Kunden, die ihre Flug-Tickets auf moderne Art und Weise kaufen, mit einer Strafgebühr büssen. Nicht von diesem Aufpreis betroffen sind nur Kunden, die entweder eine Post-Card haben, oder jene, die persönlich an einem Swiss-Schalter vorsprechen und ihren Kauf mit Cash bezahlen. Zitat aus der NZZ:
“Die Swiss begründete den Aufpreis damit, dass die Kosten, die beim Ticketkauf von den Kreditkartenanbietern erhoben werden, in den vergangenen Jahren gestiegen seien. Aus diesem Grund werde den Kunden nun ein Teil dieser Kosten in Rechnung gestellt. Die Gebühr beläuft sich bei Inlandflügen auf 6 Franken pro Ticket, bei Europaflügen auf 11 Franken und bei Flügen ausserhalb Europas auf 22 Franken…“
Diese Regelung, die auch von anderen Gesellschaften des Lufthansakonzerns eingeführt worden sei, erscheint uns doch sehr kontraproduktiv. Haben denn die Swiss-Verantworlichen vergessen, dass das Hantieren mit Cash auch Geld kostet – wahrscheinlich ziemlich viel mehr, als die Umsatzgebühr, die an die Kreditkartenunternehmen zu bezahlen ist. Ausserdem: Was belastet wohl die Infrastruktur (und die Umwelt) mehr: Ein Kunde, der am PC sein eigenes Ticket kauft, ohne je einen Swiss-Angestellten zu belästigen, oder ein Kunde, der mit einem Portemonnaie voller Cash am Schalter vorbeikommt und sich bedienen lässt? Es ist anzunehmen, dass auch die Erbsenzähler bei der Swiss sich dessen bewusst sind. Aber sie gehen ganz einfach davon aus, dass die Kreditkartenkunden die Strafgebühr anstandslos bezahlen werden – es sind ja nur ein paar Franken – und damit noch etwas zum Swiss-Profit beitragen.
Früher einmal haben die Kreditkartenfirmen in ihren Verträgen mit den Händlern (in diesem Falle die Swiss) festgelegt, dass keine Ausnahmegebühren für den Gebrauch von Kreditkarten erhoben werden dürfen. Heute scheint das nicht mehr zu gelten. Es ist ziemlich klar, was geschehen würde, wenn die Kreditkartenunternehmen auf dieser Klausel bestehen würden: Die Swiss würde wohl lieber auf die angekündigten Aufpreise verzichten, statt auf Zehntausende ihrer Kunden.
Im heutigen digitalen Zeitalter werden täglich Abermillionen von Online-Transaktionen getätigt – fast alle werden mit Kreditkarten bezahlt. Bargeldloses Zahlen, auch in Form von Kreditkarten, ist die Bezahlform der Zukunft – daran werden auch die Swiss und die Lufthansa mit ihrer kurzsichtigen Strafgebühr für Kreditkartenkunden nichts ändern. 

Thursday, July 30, 2009

Automaten statt Menschen

Auch die Fluggesellschaft Swiss setzt neustens auf digitale Technologie und Selbstbedienung. Natürlich nicht etwa, um Geld zu sparen oder um zu rationalisieren, sondern nur, um "den Service zu verbessern, und die Abfertigung zu beschleunigen", wie die PR-Abteilung mitteilt (Orwell lässt grüssen). Weshalb nur die Reisenden der "Holz-Klasse" von diesen "Verbesserungen" profitieren dürfen, die Business- und Erstklassreisenden sich aber immer noch mit Menschen statt mit Computern herumschlagen müssen, wird nicht erklärt... Eine grosse Schweizer Boulevardzeitung bringt es auf den Punkt:
"Die Umstellung habe wie erwartet gut funktioniert, heisst es bei der Swiss. Mehr Personal als üblich sei nicht aufgeboten worden. Die Automaten sollen über die nächsten Monate verbessert werden.Unter den Passagieren tönte das anders. «Wir müssen mehr und ihr weniger arbeiten», sagte ein Passagier zu einer Swiss-Angestellten. Ein anderer schimpfte: «Und das nennt sich Premium-Airline!» Trotzdem bleibt den Passagieren nichts anderes übrig, als sich mit dem neuen Service abzufinden."