Der Europäische
Gerichtshof (EuGH) hat ein Datenschutzurteil gefällt, das es den Deutschen
Behörden verbietet, Userdaten wie IP-Adressen sowie Standort und
Verbindungsdaten präventiv für die Ermittlungsbehörden auf Vorrat zu speichern.
In der Schweiz wird derweil weiter auf Vorrat gespeichert.
Im
Gerichtsurteil geht es darum, dass das deutsche Telekommunikationsgesetz
Internetprovider und Telefonanbieter dazu verpflichtet, Verkehrsdaten aller
Kunden zu
erfassen und zu speichern. Ermittler und Behörden haben so die Möglichkeit,
genau nachzuvollziehen, wer zu welchem Zeitpunkt mit wem per Telefon
kommuniziert oder sich mit welcher IP-Adresse im Internet bewegt hat. Sogar die
Mobilfunkzelle, in der sich Handy-User bewegt haben, sollte gespeichert werden.
Diese umfangreichen Daten sollten dann vier Wochen lang aufbewahrt werden -
Verbindungsdaten gar zehn Wochen.
Nun hat
der EuGH einen Schlussstrich unter die Überwachungsabsichten gezogen, die in
den letzten Jahren schon von einem niedrigeren Gericht aufgehalten worden
waren. Das Recht der EU erlaube
derartige Überwachungen nicht, die präventiv zur Bekämpfung schwerer
Kriminalität und zur Verhütung schwerer Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit
eine allgemeine und unterschiedslose Vorratsspeicherung von Verkehrs- und
Standortdaten vorsehen, wie
das Gericht mitteilt. Erst wenn die nationale Sicherheit bedroht sei, dürfe
auf Vorrat gespeichert werden - aber auch dann nur nach richterlicher
Genehmigung und beschränkt auf das absolut Notwendige. Gezielte
Datenspeicherungen dürfen mit weniger Einschränkungen durchgeführt werden, und
für die Speicherung von IP-Adressen erlaubt das Gericht eine allgemeine und
unterschiedslose Vorratsspeicherung der IP-Adressen, sofern sie zeitlich auf
das Nötigste beschränkt ist und zum Schutz der nationalen Sicherheit, zur
Bekämpfung schwerer Kriminalität und zur Verhütung schwerer Bedrohungen der
öffentlichen Sicherheit dient.
In
der Schweiz sehen die Bestimmungen zur Vorratsdatenspeicherung keine
Zweckbindung der Daten, keine Löschpflicht und auch keine Sorgfaltspflicht für
die Provider vor. Ein Auskunftsrecht für die Betroffenen gibt es nicht und muss
vor Gericht erkämpft werden.
Die
Digitale Gesellschaft hat deshalb ein
Gerichtsverfahren angestrengt. Die Beschwerde gegen die
Vorratsdatenspeicherung ist aktuell am Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte hängig.
Die
Digitalisierung gibt auch dem Telefonbuch den Rest: Immer weniger Personen in
der Schweiz veröffentlichen ihre private Telefonnummer, und in den letzten Jahren
haben Umfang, Nutzung und Relevanz der "Weissen Seiten" konstant
abgenommen. Aus diesem Grund werden ab 2023 private Telefonnummern nur noch
online publiziert. Der Druck des Schweizer Telefonbuches wird nach 142 Jahren
per Ende 2022 eingestellt.
Telefonbücher sind ab Ende dieses Jahres Geschichte. Bild PD
Hand
aufs Herz: Wann haben Sie zum letzten Mal das Telefonbuch benutzt, um eine
Telefonnummer zu suchen? Wahrscheinlich ist das schon eine ganze Weile her. Mit
dem Handy oder dem Computer geht’s einfach schneller. Ausserdem ist es nicht
mehr so einfach wie früher, Telefonnummern zu finden. Nachdem 1997 die
Veröffentlichungspflicht für Telefonnummern aufgehoben wurde, ging die Zahl der
Einträge ging stetig zurück. Das digitale Zeitalter und die Zunahme von
unerwünschten und lästigen Werbeanrufen trugen zu dieser Entwicklung bei.
Vor 142
Jahren, am 6. November 1880, war in Zürich das erste öffentliche
Telefonverzeichnis der Schweiz erschienen. Es beinhaltete gerade mal 98
Einträge ohne Telefonnummern und Telefonanrufe waren zu dieser Zeit nur
tagsüber möglich. Bereits 1959 waren es dann eine Million eingetragener
Rufnummern. Den Höhepunkt erreichten die sogenannten "Weissen Seiten"
im Telefonbuch dann in den Neunzigerjahren mit rund 4,2 Millionen Einträgen. Insgesamt
gibt es heute rund drei Millionen Festnetznummern weniger als noch im Jahr
2000. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist mit einem Mobilanschluss gut bedient
- mit direkter Auswirkung auf den Umfang des Telefonbuchs. Werden
Festnetzanschlüsse nämlich automatisch ins Telefonverzeichnis aufgenommen und
nur auf Wunsch nicht veröffentlicht, muss der Inhaber einer Mobilnummer einen
Eintrag explizit anfordern. Das macht aber kaum jemand.
Die privaten
Telefonnummern wurden bisher gemeinsam mit den Gelben Seiten, dem Branchenverzeichnis
publiziert. Hat die Relevanz der "Weissen Seiten" stark abgenommen,
präsentiert sich die Ausgangslage bei den "Gelben Seiten" gemäss Angaben der Swisscom anders.
Firmen und Anbieter von Dienstleistungen publizieren ihre Nummern und Adressen
nach wie vor in den Branchenseiten, um von Konsumentinnen und Konsumenten
gefunden zu werden. Das Branchenverzeichnis hat daher weiterhin eine gewisse
Relevanz. Diesem
Bedürfnis wird die Swisscom mit localsearch.ch ab 2023 mit dem Localcities Guide gerecht. Beim
neuen Produkt handelt es sich um ein Branchen-, Vereins- und
Gemeindeverzeichnis für die Region. Die Publikation enthält neben
Firmenadressen und Vereinsinformationen auch Gemeinde-Informationen, ein
Nummernverzeichnis der Bundesverwaltung und einen Schulferienkalender.
Apple
sorgte diese Woche für die Schlagzeilen, aber es sind verschiedene Hersteller
und Kommunikationsfirmen, welche die ersten Schritte unternommen haben, um aus
unseren Handys Satellitentelefone zu machen.
Die
interessanteste Lösung kommt aus den USA und hat nichts mit Apple zu tun. Wer
ein Smartphone benutzt und dazu einen Vertrag mit dem Provider T-Mobile
abgeschlossen hat, wird schon bald in der Lage sein, über Elon Musks SpaceX
Satelliten mit dem eigenen Handy zu kommunizieren.
T-Mobile
und SpaceX haben ein System entwickelt, mit dem Starlink Dienste für Kunden in
bestehenden T-Mobile-Netzen bereitstellen kann, und zwar mit den Handys, die
sie bereits nutzen. Die Einführung des Systems wird langsam beginnen, wobei vorerst
«nur» mit Textnachrichten kommuniziert werden kann. Immerhin. Sprachanrufe und
Datenverkehr soll bald nachher möglich werden.
Auch Huawei
hat Apple geschlagen, was die Satellitenkommunikation betrifft - mit dem Huawei
Mate 50 und Mate 50 Pro. Diese beiden neuen Smartphones werden es möglich
machen, Texte über Chinas globales BeiDou-Satellitennetzwerk zu versenden. Die
Funktion ist für Notfälle ausgelegt (wie bei Apple), etwa wenn die
Mobilfunknetze ausfallen, zum Beispiel in Kriegsgebieten oder bei
Naturkatastrophen.
Apple setzt
mit der Satellitenkommunikation für sein iPhone 14 auf den Satellitenbetreiber
Globalstar, der gemäss Medienangaben den grössten Teil der Erdoberfläche
abdeckt. Dennoch soll das Feature ab November zunächst nur in den USA und
Kanada aktiviert werden. Die europäischen iPhones haben jedoch, anders als in
den Varianten für den chinesischen Markt, die Unterstützung für das zur
Satellitenkommunikation nötige Frequenzband n53 an Bord, so dass rein technisch
nichts gegen eine Einführung des Features auch hierzulande spricht.
Nach
drei Jahren Pause hat sich die IFA in Berlin als eine der wichtigsten
Ausstellungen für die Consumer und Home Electronics-Branche zurückgemeldet. Die
Aussteller nutzten die Gelegenheit, endlich wieder mit Händlern, Medien und den
Konsumenten in Kontakt zu treten.
Der LG OLED Flex, ein Bildschirm der in 20 Stufen gebogen werden kann. Bild LG
Die IFA
2022 war denn auch sehr gut besucht, insbesondere angesichts der anhaltenden
Reisebeschränkungen in Asien. An den fünf Messetagen bis zum 6. September kamen
über 161’000 Besucher. Im Vor-Pandemie-Vergleich war der Anteil der
Fachbesucher höher. Die
Plattform digitaltrends.com publizierte eine Liste von auffallenden Produkten,
die an der IFA 2022 gezeigt wurden – zum Beispiel die neue Lenovo AR-Brille,
die als virtueller Bildschirm für den PC oder das Smartphone dienen kann.
Ebenfalls gelistet wird das faltbare Asus Zenbook Fold 17, ein PC, der durch
seine veränderbare Grösse praktischer zu nutzen sein soll. In die Kategorie mit
praktischem Nutzen passt auch der LG OLED Flex, ein 42-Zoll-Bildschirm, der vor
allem für Gamer interessant sein soll, vor allem auch, weil er sowohl flach,
als auch gebogen eingesetzt werden kann. LG sieht das Gerät als PC- und
Fernsehbildschirm. Dafür lässt sich der Flex-Fernseher in 20 Stufen biegen.
Überhaupt
waren Bildschirme ein grosses Thema an der aktuellen IFA. Das spiegelte sich
auch im Besucherinteresse. TV-Geräte sind immer ein Besuchermagnet. Deren
Grösse wächst übrigens stetig weiter:
«Sowohl
LG als auch Samsung stellen fest, dass der Bedarf an grösseren Fernsehern
stetig steigt. Auch die Verkaufszahlen der TV-Giganten jenseits der 75 Zoll
zögen an, wenn auch niemand hier von einem Massenphänomen spricht. Letzten
Endes bleibe der Preis entscheidend, verraten die Experten. Wichtig zu wissen:
Die alten Abstandsregeln gelten nicht mehr. "Die Regel kommt noch aus der
DVD-Ära", sagt Gerald Strömer von LG. "Die Bildschirme sind
inzwischen so scharf, dass man Unschärfe kaum noch erkennt. Oder man sitzt so
nah vor dem Display, dass man die Pixel zählen kann und ohnehin nichts mehr von
Gesamtbild erkennt." Gleiches hört man von Samsung. Soll heissen: Solange
man den gesamten Fernseher im Blickfeld hat, gibt es "zu gross"
eigentlich nicht mehr. (stern.de)
Reparaturen für Smartphones sind teuer. Insbesondere bei günstigeren Modellen
müssen oft hohe Reparaturpreise in Kauf genommen werden. So spricht die Höhe
der Reparaturkosten oft gegen eine Reparatur. Das zeigt eine aktuelle deutsche
Untersuchung, die von den Konsumentenschützern des vzbv in Auftrag gegeben
wurde.
Besonders bei billigeren Handys lohnen sich Reparaturen oft nicht, weil sie zu teuer sind Bild Pexels
Sie
zeigt, dass 47 Prozent der befragten Smartphone-User, an deren Gerät in den
letzten 24 Monaten ein Defekt aufgetreten ist, dieses nicht reparieren lassen. Knapp
die Hälfte davon gibt an, dass eine Reparatur zu teuer gewesen wäre. Zudem
ergab der Vergleich der Umfrageergebnisse mit einem Marktcheck, dass die
tatsächlichen durchschnittlichen Kosten für den Austausch eines Akkus oder
eines Displays meist erheblich höher sind als der Preis, den Smartphone-User
bereit sind zu zahlen.
Auf der
Suche nach einem günstigen Angebot, das sich im Vergleich zu einer
Neuanschaffung lohnt, müssen Betroffene unter Umständen viele Preise und
Dienstleister miteinander vergleichen.
In einem
Marktcheck hat der vzbv Reparaturangebote für Smartphones mit dem Preis für
eine Neuanschaffung verglichen. Die Untersuchung zeigt: Eine Reparatur lohnt
sich finanziell oft nur bei teureren Geräten.
Grosse
Preisunterschiede finden sich vor allem unter den Smartphones der untersuchten
mittleren Preiskategorie zwischen 300 und 600 Euro. Hier muss für die Reparatur
im schlechtesten Fall mehr bezahlt werden, als für ein neues Gerät. So lagen
die Kosten für einen Displaytausch beim teuersten Angebot bei 107 Prozent des
Neupreises. Bei einem Neupreis von 345 Euro hätte die Reparatur des Displays
demnach 369 Euro gekostet.