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Thursday, March 9, 2017

Unsere Geräte können uns ausspionieren - was tun?

Die neuste Nachrichtenschwemme von Wikileaks lässt uns irgendwie in der Luft hängen: Die Geheimdienste können Smartphones als Wanzen benutzen, Kommunikation abhören bevor sie verschlüsselt wird und den Smart-TV im Wohnzimmer als Überwachungsgerät einsetzen. Ganz so unerwartet kommen ja diese Enthüllungen nicht, und trotzdem wissen wir nicht wirklich, wie wir uns der allgegenwärtigen Bedrohung anpassen können – und ob sie uns überhaupt betrifft.

Wikileaks erklärt uns, wie die Spione unsere alltäglichen digitalen Tools
anzapfen können - und kaum jemand regt sich darüber auf.  Screengrab Wikileaks
Da wir uns von morgens bis abends mit digitaler Elektronik umgeben, die das Potenzial hat unsere Tätigkeiten aufzuzeichnen und gleich übers (drahtlose) Internet weiterzuleiten, ist es eigentlich nicht überraschend, dass es Spione gibt, die diese riesige globale Infrastruktur ausnutzen. Gewisse Leute haben es schon immer geahnt – und sind dafür als paranoid verschrien worden. Zum Beispiel Facebook-Milliardär Mark Zuckerberg, der dabei ertappt wurde, dass er die Kamera und den Mikrofonstecker seines Laptops abgeklebt hat. Zuckerberg war schon damals nicht der Einzige, der ein Spionagepotential erkannt hatte. Zitat aus der Zeit, vom Juni 2016:
“Zuckerbergs mutmassliche Paranoia lässt sich also ebenso leicht nachvollziehen wie das Bedürfnis, die eigene Webcam abzukleben. Kaum etwas dürfte Computernutzer so sehr verunsichern wie die Vorstellung, ein Unbekannter könnte einem jederzeit heimlich zugucken, ob nun auf der Arbeit oder während des abendlichen Serienguckens im Bett. Selbst FBI-Direktor James Comey gab im April am Rande einer Veranstaltung zu, seine Webcam abzukleben.“
Wahrscheinlich hat Mr. Comey schon damals mehr gewusst, als wir. Aber müssen wir nun, aufgrund der neuen Informationen, auch noch die Kamera und das Mikrofon unseres Smartphones abkleben?
Wohl kaum. Tatsächlich hat die neuste Wikileaks Lawine erstaunlich wenig  Aufregung ausgelöst. Wired.de glaubt zu wissen, weshalb das so ist:
“Während die Snowden-Leaks und die daraus folgende NSA-Affäre im Sommer 2013 noch für vergleichsweise grosse Empörung sorgten, scheinen die Leser (und so manche Redaktion) des Themas überdrüssig geworden zu sein. Dazu kommen die klassischen Argumente: Ich habe nichts zu verbergen und Das betrifft mich sowieso nicht. Andere wünschen sich angesichts von Terrorismus sogar mehr Überwachung, der Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist noch keine vier Monate her. Einige dürften aber auch einfach von der Komplexität der Materie und der schieren Informationsmenge überfordert sein.“
Allerdings gibt es schon weitergehende Bedenken, was das Spionagepotential unserer digitalen Alltagsgeräte betrifft. Der Stern weist darauf hin, dass die Werkzeuge der Staatsspione in noch falschere Hände gelangen könnten:
“Dass ein Geheimdienst eines demokratischen Staates in einem solchen Ausmass Zugriff auf die Technologie der Weltbevölkerung hat, ist gruselig genug. Der Durchschnittsbürger dürfte in der Regel aber nicht ins Visier der Schnüffler geraten. Wenn die Cyberwaffen in falsche Hände gelangen, sieht das schon deutlich anders aus. Von korrupten Autokratien bis zu kleinen Kriminellen gibt es weltweit jede Menge Abnehmer für das digitale Einbruchswerkzeug. Und je weiter es sich verbreitet, desto günstiger könnte es zu bekommen sein.“
Was tun?
Dran bleiben, mit bewusst sicherem Verhalten und leistungsfähigen Antivirus-Programmen. Und wenn Sie etwas wirklich Vertrauliches zu besprechen haben, den Smart-TV ausstecken und das Smartphone auf grösstmögliche Distanz halten. Das gilt vor allem auch für Business-Meetings, während denen vertrauliche Themen besprochen werden.
Wer seine digitalen Geräte weiter nutzen will, hat momentan leider kaum eine andere Option.

Monday, September 3, 2012

Wer braucht denn einen Smart-TV?

Medienkonsumenten in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien nutzen die vielfältigen Kombinationen von Fernsehen und Internet besser aus als die Zuschauer in westlichen, hochindustrialisierten  Ländern. Eine neue GfK-Studie zeigt, dass westliche Konsumenten eher an ihrer analogen Mentalität festhalten. Das wird wohl den kommenden Smart-TV-Boom nicht aufhalten.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als man mit dem Telefon nur telefonieren konnte? Das ist schon ziemlich lange her, heute gehören Smartphones zu den meist verkauften Produkten weltweit - neben Parmesan Käse, Harry Potter Büchern  und dem Rubik Cube. Natürlich gibt es gute Gründe beim Smartphone-Boom nicht mitzumachen  - dass ändert aber nichts an der Tatsache, dass es Millionen von Usern gibt, die nicht mehr ohne das multifunktionale Handy leben wollen oder gar können.
Wir wagen die Prognose, dass es mit dem Smart TV ähnlich laufen wird. Diese Geräte versprechen mehr Vernetzung und Kommunikation – der Zuschauer wird in Zukunft viel mehr zu sagen haben, als heute.
Allerdings ist es noch nicht so weit.
Die GfK Studie zeigt, dass "Social TV" sich noch nicht voll durchgesetzt hat: Weltweit gaben lediglich 28 Prozent der Zuschauer an, dass sie interaktive Programme interessanter finden. Und nur 25 Prozent sind der Ansicht, dass Tweets und Kommentare zu Programmen das Fernseh-Erlebnis steigern. Insgesamt zeigen auch hier wiederum Zuschauer  in China, Brasilien und Indien ein deutlich höheres Interesse an interaktiven Programmen als  Verbraucher in Grossbritannien, den USA oder Deutschland.
In allen untersuchten Ländern ist die Internetfähigkeit beim Kauf eines neuen Fernsehers weniger wichtig als Preis, Bildschirmgrösse und -technologie. Verbraucher in den westlichen Märkten zeigen sich auch hier distanzierter - während nur 26 Prozent der Verbraucher in Grossbritannien und 29 Prozent der Verbraucher in den USA bei einem Fernseher auf Internetfähigkeit achten, sind es in Indien 61 Prozent und in China 64 Prozent.
Es gibt schon eine ganze Reihe von Herstellern, die Smart-TV-Geräte anbieten. Seit Monaten hält sich ausserdem das hartnäckige Gerücht, dass Apple in Kürze mit einem solchen Gerät in den Markt kommen werde. Analysten sind sich sicher, dass Apple daran arbeitet. Es wird kommen, aber niemand weiss, was es ist, heisst eszum Beispiel bei Investment U.
Das Smart-TV-Konzept hat ein riesiges Potential - doch wie verhält es sich im Alltag. Wiwo.de hat eines der Spitzengeräte getestet. Zitat:
"Beim Stichwort Mediathek aber wird auch meine Frau hellhörig. Sie ist berufstätig wie ich und hat sich angewöhnt, Sendungen auf einem digitalen Rekorder aufzuzeichnen. Lineares Fernsehen entlang den Sendeplänen der TV-Programmgestalter ist bei uns längst Ausnahme.Und genau hier liegt die große Stärke vernetzter Fernsehgeräte: Sie machen Videoinhalte aller Arten – unabhängig von den starren Vorgaben der Sender – jederzeit verfügbar. Etwa in den umfangreichen Mediatheken, die sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten TV-Sender inzwischen im Internet betreiben.Viele Sendungen könnten wir dort schon heute nachträglich ansehen – wenn wir uns an den Computer setzen. Denn nur dort war es bisher möglich, das umfangreiche Angebot komfortabel zu nutzen. Das aber ändert sich jetzt, wie unser Selbsttest belegt: Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Kanäle sind auf fast allen Web-Fernsehern als TV-App eingebunden. Und auch die oft kostenlosen Streams der Privaten lassen sich auf vielen Smart-TVs abrufen. Ob Tagesschau oder Dr. House – die Fernseh-Konserve im Internet ist dann nur noch ein paar Tastendrücke auf der Fernbedienung entfernt.Und mit dem Angebot kann ich sogar meine bessere Hälfte für die vernetzte Fernsehwelt begeistern. Aus Twittern beim Tatort allerdings wird wohl auch im Zeitalter des Smart-TV nichts mehr…"