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Monday, August 16, 2010

Soziale Netze und Ihre Karriere

Wie wirken sich Ihre Facebook-Aktivitäten auf Ihre Karriere aus? Sind sie eher nützlich, oder könnten sie sogar schaden? Diese Fragen werden immer wieder gestellt – mit gutem Grund. Soziale Netzwerke sind in den letzten Jahren auch in den Personalabteilungen sehr wichtig geworden.

Das Internet: Eine Fundgrube für alle Arten von persönlichen Informationen.
Wer hat es nicht schon gemacht: den neuen Mitarbeiter oder die neue Bekannte gegoogelt, um Informationen zu erhalten, die sonst wohl nur längerfristig erhältlich gewesen wären – wenn überhaupt. Tatsächlich ist die “Rasterfahndung im Netz“, wie es bei zdnet.de genannt wird, inzwischen zum ganz normalen Alltag geworden. Im Cyberspace wird nach Informationen gefischt, was das Zeug hält. Wer sich da mit seinem Aktivitäten in sozialen Netzen und anderen öffentlich zugänglichen Foren nicht vorsieht, könnte bei der nächsten Bewerbung durchaus Probleme bekommen. Zitat:
“Die neue Vielfalt, die sich für Personaler über Personensuchmaschinen und andere Tools problemlos und effektiv erschließen lässt, birgt Gefahren. Prominentestes Beispiel aus jüngerer Zeit dürfte John Sawers, der angehende Chef des britischen Auslandsgeheimdiensts MI6 sein. Dessen Frau veröffentlichte private Daten und Bilder - wenig geheimdiensttauglich - auf der Facebook-Profilseite ihrer Familie. Britische Politiker befürchteten, Sawers könnte damit anfällig für Erpressungen sein. Weniger prominent, aber nicht weniger ärgerlich für den Betroffenen ist der Fall des amerikanischen ZDNet-Autors Mitch Ratcliffe. Er fand das Bild, das er in sein Facebook-Profil hochgeladen hatte, nach dem Hinweis eines Freundes mit der Bildunterschrift "Local singles are waiting for you" als Werbung für Kontaktanzeigen wieder. Und das hatte, wie er beim Studium der AGBs entdeckte, auch noch seine Richtigkeit. Ein weiteres Problem sind Daten, Informationen oder Bilder, die von Dritten publiziert werden. Meistdiskutiertes Beispiel dafür ist derzeit die nordrhein-westfälische Lehrerin, die gegen ihre schlechten Bewertungen im Schülerportal Spickmich vor das Bundesverfassungsgericht ziehen will. Ebenfalls unangenehm ist die Tatsache, dass auch vermeintlich gelöschte Daten und Bilder oft noch wochen- oder sogar monatelang im Netz herumgeistern…“
Uns scheinen die im zdnet-Artikel genannten Beispiele eher harmlos. Wichtiger ist wahrscheinlich, dass aktive Nutzer von sozialen Plattformen sich selber kategorisieren – ihre Tätigkeiten, ihre Bilder und ihr (Schreib)Stil verraten schon sehr viel über ihre Persönlichkeit. Das kann auch von Vorteil sein, muss aber nicht. Ein Personalchef kann durch ein aktives Facebook-Profil durchaus in die Irre geführt werden und die betreffende Person schon ganz am Anfang aus dem Rennen werfen. Andererseits stützen sich die genau gleichen Personalchefs bei der Suche nach Mitarbeitern intensiv auf Informationsquellen im Net ab:
“Über viele von uns sind [im Internet] Dossiers angelegt und veröffentlicht, obwohl das nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffen erlaubt ist. Wer das bezweifelt, sollte etwa bei 123people oder bei Yasni seinen Namen - oder besser den Namen seines Lieblingsfeindes - eingeben. Dort erfährt er alles über Wohnorte, den Arbeitgeber, sieht sein Foto, wo seine Kinder zur Schule gehen, welche peinlichen Fotos oder Videos es über ihn - von wem auch immer aufgenommen und veröffentlicht - im Netz gibt. Auch seine Freunde werden offen gelegt, wie auch die Begriffe, die am häufigsten mit ihm assoziiert werden…“
Die digitale Suche lohnt also oft - und das sollte uns allen zu denken geben.

Saturday, November 14, 2009

Sind soziale Netze schlecht für die Karriere?

Dass Facebook und Co. nicht unbedingt gut fürs Geschäft sind - vor allem dann, wenn die Mitarbeiter ihre Kontakte pflegen, statt zu arbeiten - hat man ja schon verschiedenerorts gelernt und auch die Konsequenzen gezogen. Doch jetzt kommt’s noch dicker: Wer beim Social-Networking-Hype nicht mitmacht, hat gemäss einer neuen Schweizer Studie sogar mehr Erfolg im Beruf.

Viele Arbeitnehmer scheinen es instinktiv gemerkt zu haben: Laut einer aktuellen Umfrage der Personensuchmaschine Yasni bei über 1.000 Internet-Nutzern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, verzichten rund 50 Prozent der User ganz oder teilweise auf eine Mitgliedschaft bei sozialen Netzen - aus Angst vor negativen Folgen. Nun zeigt eine Studie der Universität Zürich, dass dieses Verhalten scheinbar eine gewisse Berechtigung hat. Social Networking mache nicht glücklich, haben die Autoren herausgefunden (im Gegensatz zu einer älteren amerikanischen Studie, die das Gegenteil behauptet hat). Doch die Zürcher Untersuchung geht noch weiter, wie Maren Osterloh in der Berliner Morgenpost berichtet:
“Menschen, die Facebook meiden, besitzen mehr Lebenszufriedenheit, ergab die Studie. Sie haben auch eine bessere psychische Gesundheit und sind gewissenhafter als Facebook-Fans. Und Gewissenhaftigkeit hängt den Forschern zufolge eng mit dem Erfolg im Berufsleben zusammen. Bertolt Meyer von der Uni Zürich folgert deshalb: "Menschen, die nicht in sozialen Netzwerken sind, sind gewissenhafter und haben in der Regel mehr Berufserfolg." In diesem Punkt müsse allerdings noch weiter geforscht werden…“
Dem anzufügen wäre, dass es noch nie so leicht war, wie heute, im digitalen Zeitalter, zu kommunizieren und Kontakte zu pflegen - auch ohne Facebook. Für extrovertierte Selbstdarsteller sind soziale Netze wie Facebook oder Twitter allerdings ein sehr geeignetes Medium, um sich zu präsentieren. Deshalb sind dort wohl so viele Prominente, Möchtegern-Prominente und Politiker zu finden. Dass der Reiz der oberflächlichen Kontakte nicht unbedingt langanhaltend sein muss, merkt jetzt auch Twitter. Das Netzwerk hat bis vor kurzem enorme Wachstumsraten verzeichnet. Jetzt scheint aber bereits der Schrumpfprozess zu beginnen. Die Wachstumskurve zeigt plötzlich nach unten – und zwar im Twitter-Stammland USA, wo im Oktober immerhin 8 Prozent weniger Besucher als im September vorbeischauten.