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Tuesday, November 9, 2010

Web-TV als alternatives Fernsehen

“Kundenschwund bei Kabelnetzbetreibern“ titelt das Online-Portal der Schweizer Kommunikationsbranche. Die Story dreht sich darum, dass immer mehr Konsumenten auf ihren Kabel- oder Satellitenanschluss verzichten, unter anderem, weil das Fernsehen aus dem Internet in immer mehr Wohnzimmern Einzug hält.

TV nach Mass: Das ZDF vom Net.
Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle über Web-TV berichtet – unter dem Titel: “TV für Wählerische“:
“Die meisten Fernsehstationen bieten heute per Internet Videotheken an, wo ein grosser Teil ihrer Programme sowie zusätzliche Informationen kostenlos zur Verfügung stehen und nach Bedarf abgerufen werden können. Das gilt nicht nur für SF1, sondern auch für die ARD und das ZDF (und die meisten anderen Anbieter). Hier werden die meisten Sendungen kurz nach der Ausstrahlung aufgeschaltet und stehen dann wochen- und monatelang zur Verfügung, ohne dass sie auf der eigenen Anlage Speicherplatz beanspruchen. Wer über eine breitbandige Internetverbindung und einen hochauflöslichen Monitor verfügt, kann diese Sendungen zum Zeitpunkt seiner Wahl in ausgezeichneter Qualität anschauen.“
Wir haben auch darauf hingewiesen, dass Web-TV nicht nur am PC angeschaut werden kann, sondern mit geringem Aufwand am Fernseher konsumiert werden kann. Ein Internetanschluss und ein Kabel genügen, um das TV-Gerät zum Monitor umfunktionieren.
Wie persoenlich.com nun berichtet, scheinen immer mehr Konsumenten zu merken, dass sie auf diese Weise viel Geld sparen können:
“Die Kabelfernsehbetreiber haben sich bisher standhaft gegen den Gedanken gewehrt, dass sich Internet und Web-TV zu einer ernsthaften Bedrohung für das Geschäft mit dem Medium Nummer eins entwickeln können. Genau das legt die jüngste Entwicklung jedoch nahe. Insbesondere in den USA verzeichnen die Anbieter mittlerweile einen starken Kundenschwund. Zwar führen sie ihn offiziell auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zurück. Immer mehr Haushalte stornieren ihre Kabel-Abos aber angesichts von Breitband, günstigeren, bzw. kostenfreien Streaming-Diensten und der steigenden Verfügbarkeit von Online-Video-Inhalten…“
Trotz dieser Entwicklung muss festgehalten werden, dass Web-TV immer noch nichts für Couch-Patatoes ist. Web-TV erfordert Aktivität auf der Konsumentenseite – zum Beispiel müssen gewünschte Sendungen selber ausgewählt werden – das Programm wird nicht serviert, wie beim althergebrachten Fernsehen. Dafür kann es exakt zur gewünschten Zeit angeschaut werden und kommt meistens mit viel weniger Werbung.  
Haben Sie Lust, Web-TV selber auszuprobieren? Hier finden Sie die Videotheken von SF, ARD und ZDF.

Monday, March 22, 2010

Leben Zeitungsleser hinter dem Mond?

Wie die neuste TNS-Emnid-Umfrage zeigt, scheinen sich eine Mehrheit von Menschen, die Zeitungen lesen, gar nicht für die moderne digitale Wirklichkeit des Internets zu interessieren – zumindest nicht im Zusammenhang mit ihrer Zeitung. Twitter, RSS-Feeds oder Web-Viedos werden nicht nur nicht genutzt, sondern sind vielen dieser Nutzer anscheinend gänzlich unbekannt.

Zeitungsleser scheinen mit ihrer Zeitung ganz zufrieden zu sein, Internet-Hype und Social-Media hin oder her.  Dies scheint eine neue Studie des Marktforschers TNS-Emnid zu ergeben:
“40 Prozent der befragten Zeitungsleser ist Web-TV, also ein eigenes, breitbandig über das Internet übertragenes Fernsehprogramm, unbekannt. Ein Viertel der Befragten weiß nichts von der Möglichkeit, sich Videos zu den Nachrichten auf den Websites anschauen zu können. Entsprechend niedrig ist der Anteil der Nutzer: Lediglich vier Prozent haben diese Angebote auf den Websites der Tagszeitungen bereits genutzt – ähnlich gering ist der Anteil derjenigen, die sich diese Angebote dort überhaupt wünschen. Auf niedrigem Niveau liegen auch die Zahlen für RSS-Feeds, also der Möglichkeit, zeitnah über Nachrichten und Neuigkeiten auf der Website informiert zu werden. Ebenso wenig wie Multimedia-Angebote werden etwa der Microbloggingdienst Twitter mit der regionalen bzw. lokalen Tageszeitung assoziiert: Lediglich zwei Prozent der Zeitungsleser mit Online-Zugang haben diesen auf den Zeitungswebsites genutzt oder wünschen sich dort ein derartiges Angebot.“
Die Frage stellt sich, was diese Resultate denn nun genau aussagen: Sind die neuen Internetmedien für einen wichtigen Teil der Konsumenten nur Hype; Kommunikationsmittel, über die mehr geredet wird, als dass sie genutzt werden? (Oder, wie der Österreichische "Standard" titelt: "Zeitungsleser pfeifen auf Twitter und Co.") (Ja).
Wieviele intensive Internetnutzer lesen überhaupt noch eine gedruckte Zeitung? (Viel weniger)
Sind Zeitungsleser besonders qualitätsbewusst? (Wer weiss?)
Oder brauchen sie vielleicht ganz einfach etwas länger, um sich an die neuen Realitäten der digitalen Gesellschaft anzupassen...? (Wahrscheinlich)