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Saturday, February 15, 2020

Das WhatsApp Erfolgsrezept: keine Werbung und Verschlüsselung

WhatsApp hat heute weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzer, wie das Unternehmen bekanntgab. 2016 waren es noch eine Milliarde Nutzer gewesen, zwei Jahre später anderthalb Milliarden. Nur Facebook ist erfolgreicher. Zum Vergleich: Facebook hat 2,5 Milliarden registrierte Nutzer, Instagram hatte 2018 eine Milliarde.

WhatsApp hat mehr als zwei Milliarden
Nutzer und wächst weiter.  Bild Pixabay
WhatsApp ist quasi die Verkörperung der Kommunikation im fortgeschrittenen digitalen Zeitalter. Die App ist nämlich total gratis und ermöglicht nicht nur das Versenden von verschlüsselten Nachrichten, sondern auch das weltweite kostenfreie Telefonieren, gewöhnlich in ausgezeichneter Qualität. Eher untypisch für moderne Medien im Internet, belästigt WhatsApp die Nutzer nicht mit Werbung. Diese Tatsache, sowie die Verschlüsselung der Nachrichten tragen viel zum Erfolg der Messaging App bei. Die Verschlüsselung der Nachrichten wird weltweit allerdings von immer mehr Regierungen und Strafverfolgungsbehörden kritisiert - bis anhin allerdings erfolglos. Die Behörden argumentieren, dass die WhatsApp-Verschlüsselung zu illegalen Aktivitäten beitrage. Das ist zweifellos wahr. Aber WhatsApp hat gute Gegenargumente: CEO Will Cathcart sagt, dass das Unternehmen in keiner Weise plant, die Verschlüsselung auf seinem Dienst abzuschaffen.  
"In der gesamten Menschheitsgeschichte konnten die Menschen schon immer privat miteinander kommunizieren, und wir glauben nicht, dass dies in einer modernen Gesellschaft nicht möglich sein soll",
 sagte er dem Wall Street Journal.  Er fügte jedoch hinzu, dass WhatsApp den Behörden Metadaten zur Verfügung stelle, wenn diese für eine Untersuchung hilfreich sei.
WhatsApp hat im Moment eigentlich nur ein, wenn auch ein wichtiges Problem: Wie kann das Unternehmen selbständig Geld verdienen?
“Facebook steckt nun selbst in einem Dilemma. Natürlich weiß man auch in Menlo Park, dem Hauptsitz des Unternehmens: Der Erfolg von Whatsapp beruht darauf, dass es sehr einfach zu nutzen und werbefrei ist. Nur so hat es Whatsapp in der Welt des Internets ganz nach oben geschafft. Eine Welt, in der gilt: Der Gewinner bekommt alles. Zumindest fast. Aber die Tendenz ist schon eindeutig. Wer nicht bei Whatsapp ist, ist von vielem ausgeschlossen… […] Noch unter seinen Gründern hatte das Whatsapp-Team einiges versucht, um wenigstens einen Teil der 22 Milliarden, die Facebook ausgegeben hatte, wieder hereinzuspielen - eine Forderung, mit der Facebook die beiden Gründer mehr und mehr nervte. Doch ein Geschäftsmodell, das mit dem von Facebook vergleichbar wäre, war nicht dabei.“ (sueddeutsche.de)
So gesehen ist der Erfolg von WhatsApp nicht mehr ganz so bewundernswert. Es gibt sicher zahlreiche andere Produkte, die, sofern sie nützlich genug sind, an der Spitze der Konsumentenhitparade landen würden, wenn sie vollkommen gratis wären…



Monday, September 9, 2013

Achtung: diese Nachricht wird sich selbst zerstören!

Für unseren Blog besteht glücklicherweise die Notwendigkeit für selbstzerstörende Nachrichten nicht. Sie müssen sich also nicht beeilen, wenn Sie diesen Artikel zu Ende lesen wollen… Immer mehr Menschen fürchten aber, dass im Internet auch über sie ein Informationskapitel angelegt wird, von dem sie nichts wissen. Deshalb sind Applikationen, welche die Lebensdauer von Informationen im Web zeitlich begrenzen, voll im Trend.

Wickr gibt es momentan für's iPhone,
die Android-Version ist in der Pipeline.
Wir haben schon vor Jahren an dieser Stelle über die Anonymität im Web geschrieben:
“Auf Anhieb kommt uns eigentlich kein einziger guter Grund in den Sinn, der für anonyme Internetkommentare spricht (so lange die betroffenen User in einer westlichen Demokratie leben und nicht befürchten müssen, dass sie für ihre Meinungsäusserung von den Autoritäten zur Rechenschaft gezogen werden). Im Gegenteil: Die Anonymität des Internets hat vielerorts zu einem regelrechten Sittenzerfall geführt. Vor allem auf News-Sites, die mit politischen Neuheiten hausieren, laufen die Beschimpfungen anonymer Leser schnell mal aus dem Ruder. [...] Natürlich sind solche Kommentare in mehrerer Hinsicht wertlos: Wer nicht mit seinem Namen zu seiner Meinung stehen mag, sollte sie auch nicht im Web publizieren – anonyme Mitteilungen wurden, bis auf wenige Ausnahmen, schon Jahrhunderte, bevor es das Internet gab, als wertlos und oft auch als bösartig qualifiziert. “
Obwohl dieser Blog-Eintrag lange vor den aktuellen Abhörskandalen entstanden ist, hat er seine Gültigkeit nicht verloren. Auf der anderen Seite stehen dann allerdings jene User, die ihre privaten Daten und deren Austausch mit ausgewählten Kommunikationspartnern niemandem zeigen möchten – schon gar nicht einer Regierungsstelle. Wie man heute weiss, ist das ein sehr berechtigtes Anliegen, das nicht ganz einfach zu erreichen ist. Wir haben bereits über verschiedene Möglichkeiten berichtet, die versprechen, das Surfen im Web privater zu machen.
Wenn es um das Versenden von Nachrichten geht, setzten aktuell immer mehr Nutzer Apps ein, die dafür sorgen, dass diese Nachrichten privat bleiben. Zum Beispiel weil sie sich nach kurzer Zeit selber zerstören. Der Marktleader in dieser Gruppe heisst Snapchat und wird vor allem von Jugendlichen benutzt. Zitat aus dem Spiegel:
“Seit vergangenem Sommer hat sich die App rasend schnell an amerikanischen Schulen und Colleges ausgebreitet, jeden Tag werden über 60 Millionen Snapchat-Nachrichten verschickt.Der Reiz, gerade für Teenager, ist simpel: einfach mal unvorsichtig zu sein, statt sich wie in sozialen Netzwerken immer perfekt lässig zu inszenieren. Sie snapchatten Grimassen und peinliche Momente ohne zu Zögern. […] Die anschließende Selbstzerstörung der Nachrichten spiegelt vor, wieder spontaner sein zu können: Mit der Möglichkeit zum Speichern verschwinden auch die Hemmungen - auch wenn es nur eine Illusion ist. Mit einfachen Tricks können die Nachrichten doch gespeichert werden - oder einfach abfotografiert.“
Eine weitere App, die allerdings noch mehr Optionen bietet, als die Selbstzerstörung der gesendeten Nachrichten, heisst Wickr. Damit lassen sich Nachrichten jeglicher Art nicht nur zerstören, sondern vorher auch noch verschlüsseln. Zitat aus Technology Review:

“Wickr verschickt verschlüsselte Text-, Ton-, Bild- und Video-Nachrichten. Der Empfänger hat sechs Tage Zeit, sie anzuschauen oder anzuhören. Anhänge aus Online-Speicherdiensten wie Dropbox oder Google Drive lassen sich ebenfalls mitschicken. In Kürze soll Wickr eine sichere VoIP-Sprachverbindung bekommen. Derzeit gibt es Wickr nur für das iPhone, die Android-Version soll im Sommer folgen.“
Ob es schon bald einmal die ultimative Anonymitäts-App geben wird - eine App, die nach Empfang der Nachricht nicht nur die Message, sondern gleich das Smartphone zerstört, damit sicher keine Daten rekonstruiert werden können, ist momentan nicht bekannt...