Showing posts with label VPN. Show all posts
Showing posts with label VPN. Show all posts

Tuesday, August 25, 2020

Ransomware: Homeoffice öffnet Tür und Tor

Die News sprechen eine deutliche Sprache: Ransomware-Attacken passieren immer häufiger und scheinen zu oft mit einer Zahlung von Lösegeld zu enden. Allein letzte Woche wurden eine grosse nordamerikanische Kurierfirma, ein amerikanischer Schnapsbrenner (Jack Daniel’s), der grösste Kreuzfahrtveranstalter der Welt Carnival und der Technologie-Gigant Konica-Minolta Opfer von Ransomware-Attacken. Die Sicherheitsfirma Coveware stellt fest, dass  auch die Höhe der Zahlungen an die Erpresser seit dem ersten Quartal um 60 Prozent angestiegen ist.

Die Höhe der Zahlungen an Erpresser ist in den letzten Jahren
stetig angestiegen, 
wie Coveware im Ransomware Marketplace Report
belegt.                                                                    Screengrab coveware.com
Das Perfide daran:  Der Anstieg der Attacken und deren Erfolgsquote hängen direkt damit zusammen, dass in der Coronakrise ein grosser Prozentsatz von Mitarbeitern von Zuhause aus arbeiten. Diese Mitarbeiter benutzen unter anderem RDP. Einem McAfee-Bericht zufolge stieg die Zahl der RDP-Ports, die ungeschützt vom Internet aus angegangen werden können, von etwa 3 Millionen im Januar 2020 auf mehr als 4,5 Millionen nach Beginn der Covid-19-Pandemie.
RDP ist ein von Microsoft entwickeltes Netzwerkkommunikationsprotokoll. Es ist für die meisten Windows-Betriebssysteme verfügbar und bietet eine grafische Schnittstelle, über die Benutzer eine Fernverbindung zu einem Server oder einem anderen Computer herstellen können. RDP überträgt die Anzeige des Remote-Servers an den Client und die Eingabe von Peripheriegeräten (wie Tastatur und Maus) vom Client zum Remote-Server und ermöglicht es den Benutzern, einen Remote-Computer so zu steuern, als ob sie ihn vor Ort bedienen würden. RDP wird im Allgemeinen als ein sicheres Tool angesehen. Ernsthafte Probleme können aber auftreten, wenn RDP-Ports für das Internet offen gelassen werden, da plötzlich auch Kriminelle versuchen können, eine Verbindung zum Remote-Server herzustellen. Wenn die Verbindung erfolgreich ist, erhält der Angreifer Zugriff auf den Server.
Dies ist zwar keine neue Bedrohung, aber die globale Verlagerung hin zum Remote-Arbeiten hat die Tatsache unterstrichen, dass viele Organisationen RDP nicht ausreichend absichern. Einem Kaspersky-Bericht zufolge gab es Anfang März 2020 allein in den USA täglich etwa 200‘000 RDP-Angriffe. Bis Mitte April war diese Zahl auf fast 1,3 Millionen angestiegen. Heute gelte RDP als grösstes Einfallstor für Ransomware, erklärte das Cyber-Sicherheitsunternehmen Emsisoft im vergangenen Monat im Rahmen eines Leitfadens zur Sicherung von RDP-Endpunkten gegen Lösegeld-Banden. (emisoft.com)
RDP ist nicht das einzige Risiko, wenn es um den Fernzugriff auf IT geht:
“Im Jahr 2020 ist aber auch ein weiterer wichtiger Vektor für das Eindringen von Kriminellen in Unternehmensnetzwerke aufgekommen, nämlich die Nutzung von Virtual Private Networks (VPN) Appliances und anderen ähnlichen Netzwerkgeräten. Seit dem Sommer 2019 wurden mehrere schwerwiegende Schwachstellen in VPN-Appliances der wichtigsten Anbieter aufgedeckt, darunter Pulse Secure, Palo Alto Networks, Fortinet, Citrix, Secureworks und F5. Sobald Proof-of-Concept-Angriffscode für eine dieser Schwachstellen öffentlich wurde, begannen Hacker-Gruppen die Fehler auszunutzen, um Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu erhalten. Was die Hacker mit diesem Zugang taten, variierte je nach Spezialisierung der einzelnen Gruppen. Einige Gruppen betrieben Cyber-Spionage auf nationaler Ebene, einige Gruppen waren in Finanzkriminalität und IP-Diebstahl verwickelt, während andere Gruppen den Ansatz der RDP Shops verfolgten und den Zugang an andere Banden weiterverkauften.” (ZDNet)

Saturday, July 11, 2020

Wer will Cookies - und wer nicht?

Sie besuchen eine Website zum ersten Mal, und da ist sie, die Mitteilung, dass Sie bei diesem Besuch mit Cookies rechnen müssen. 99 Prozent aller User klicken diese Mitteilung weg, indem sie OK wählen. Das ist jene Option, die von den Cookie-Verteilern am einfachsten gemacht wird. Doch was ist es eigentlich, wozu Sie mit diesem Klick Ihre Zustimmung geben?

Wer will ein Guetzli - oder ein Cookie?                                              Bild PfW
Der Europäische Gerichtshof und das Deutsche Bundesgericht sind sich einig. Wer eine Website besucht, soll zuvor eine Einwilligung dazu geben, dass auf dem dafür genutzten PC oder Smartphone Cookies gesetzt werden. Die Einwilligung muss aktiv erfolgen, eine schon vorgewählte Checkbox in der Cookie-Warnung genügt nicht. Für die Schweiz gelten nicht die gleichen Regeln, wie für das restliche Europa. Eine Erklärung findet sich auf cyon.ch.
Dass Datenschützer und Gerichte die Cookie-Warnungen in Europa nochmals verschärft haben, kommt nicht von ungefähr. Mit Cookies können Marketingorganisationen enorm viele Informationen über User von Websites gewinnen. Die Vorschriften zum Thema Tracking tragen leider nicht direkt zur Problemlösung bei - weil nämlich die allermeisten User die Problematik nicht verstehen und die Pop-Ups, die sie zur Einwilligung auffordern, einfach nur lästig finden. Das ist zwar verständlich, aber gleichzeitig auch unvorsichtig, was den Schutz der eigenen Daten betrifft: 
“Über nahezu jeden Internetnutzer der Welt existieren mehr oder weniger umfangreiche pseudonyme Profile bei einigen Hundert Werbefirmen. Darunter sind bekannte Unternehmen wie Google oder Facebook, aber auch weniger bekannte wie Xandr oder Liveramp. Sie werden beständig von fast allen gewerblich betriebenen Webseiten und Apps mit Daten über Verbraucherverhalten gefüttert. Zwischen diesen Unternehmen werden auch Daten getauscht oder gehandelt. Damit kann dann der richtigen Person eine maßgeschneiderte Werbeanzeige angezeigt werden. Oft will eine Seite auch die ID des Facebook-Accounts auslesen, die im gleichen Browser genutzt wird. Dafür binden die Webseiten ein kleines Programm von Facebook ein, das Zugriff auf die Facebook-ID hat und das Klickverhalten auf der Webseite an Facebook sendet. Bei manchen Shops wie Zalando bedeutet "OK" auch, dass die E-Mail-Adresse des Kunden zu Facebook hochgeladen werden darf. So kann der Kunde auch auf Facebook gefunden und ihm dort entsprechende Werbung angezeigt werden.“ (sueddeutsche.de
Wer sich bewusst ist, was für eine Masse an Informationen durch Cookies gesammelt wird, ist wohl öfter bereit, den Nein-Button zu suchen und zu klicken. Die meisten Websites funktionieren nämlich ohne Tracking und Marketing Cookies ganz ausgezeichnet.

Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten, Tracking so gut wie unmöglich zu machen, zum Beispiel mit der Nutzung der privaten Browserfunktion; dadurch  werden der gesamte Browserverlauf, der Suchverlauf und die Cookies automatisch gelöscht. Ein privater Browser schränkt auch Web-Tracking ein. Ähnliches gilt für VPNs (Virtual Private Networks). Ein  empfehlenswertes und vertrauenswürdiges VPN ist Windscribe. Die Windscribe-Browser-Erweiterung registriert Cookies, die im Browser gesetzt werden. Je nach Konfiguration löscht Windscribe alle 3rd-Party- oder 1st-Party-Cookies, wenn die Registerkarte nach dem Browsen geschlossen wird.

Monday, August 12, 2013

Anonym bleiben ist gar nicht so einfach

Der Wirbel um die riesigen Abhöraktionen, die verschiedenste Regierungen im Internet und verschiedenen anderen Kommunikationsnetzen betreiben, hat dazu geführt, dass das Thema Anonymität im Internet wieder sehr aktuell geworden ist.  Wer sich damit befasst, merkt, dass es nicht ganz einfach ist, im digitalen Informationsraum unerkannt zu bleiben, obwohl - oder gerade weil -sich darin Milliarden von Menschen tummeln.

Das Tor-Projekt widmet sich ganz der Anonymität im Internet und stellt die
entsprechende Software dafür zur Verfügung.    (Screenshot torproject.org)
Die meisten Bürger – unbescholten oder bescholten – möchten wohl davon ausgehen können, dass sie nicht von einer riesigen staatlichen Maschinerie überwacht werden. Es ist ein unschönes Gefühl, wenn man davon ausgehen muss, dass Telefongespräche mitgeschnitten, E-Mails mitgelesen und persönliche Suchresultate nach verdächtigen Schlüsselwörtern durchgekämmt werden.  Trotz aller Versicherungen von Politikern auf höchster Ebene, ist genau diese Sicherheitsgefühl nicht mehr gegeben. Die digitale Technik ermöglicht den totalen digitalen Überwachungsstaat – von hier an ist es kein grosser Schritt mehr zur Verwirklichung dieses Albtraums. Natürlich gibt es auch Leute, die aus anderen Gründen anonym bleiben möchten – zum Beispiel weil sie sich im Web gerne unflätig benehmen und nicht dazu stehen.
Die Diskussion zum Thema Anonymität im Web ist also im Gange, und die Befürworter sind durchaus nicht nur bei Linken, und Chaoten zu finden, sondern zum Beispiel auch in der Schweizer Armee. Wer anonym bleiben möchte, hat immer das Gefühl, gute Gründe dafür zu haben. Ausserdem hat das Internet die Anonymität salonfähig gemacht. Deswegen und wegen der weltweiten Datensammler, die wegen Edward Snowden in einen momentanen Erklärungsnotstand geraten sind, möchten immer mehr Anwender ihre Internet-Sitzungen anonymisieren. Eine Google-Suche zum Thema generiert unzählige Anleitungen, wie das zu erreichen ist.
Der aktuellste Artikel zum Thema findet sich auf Spiegel-Online, er wurde ursprünglich im Magazin c’t Security veröffentlicht. Das Fazit des ausführlichen Artikels:
“Die IP-Adresse zu verschleiern ist nur ein erster kleiner Schritt in Richtung Anonymität im Internet. Ein herkömmliches VPN reicht dazu vollkommen aus. Denn man verbirgt sich gemeinsam mit allen anderen Kunden desselben Angebots hinter einer einzigen IP-Adresse. Da sich diese Angebote allerdings normalerweise an technisch beschlagene Geschäftskunden wenden, sind die technischen Daten nicht immer für jeden auf Anhieb zu durchschauen.Spezielle Anonymisierungs-VPNs kosten in der Regel mehr. Für diesen Aufpreis bekommt man eine einfachere Einrichtung des VPN und manchmal die Wahl zwischen verschiedenen VPN-Gateways. Doch alle VPNs setzen viel Vertrauen in den jeweiligen Anbieter voraus, denn der kann immer sehen, welcher Kunde wann welchen Server kontaktiert hat.Wer so viel Vertrauen nicht aufbringt, verlässt sich lieber auf eine Proxy-Kaskade. TOR ist komplett kostenlos und das meistgenutzte dieser Systeme. Pakete wie das TOR Browser Bundle enthalten sinnvolle Ergänzungen und vereinfachen die Nutzung.“