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Thursday, September 7, 2017

Same Day Delivery und die Ungeduld der Online-Shopper

Online-Shopping hat viele Vorteile – und mindestens einen grossen Nachteil: Wenn das gewünschte Produkt einmal gefunden und gekauft ist, können wir es nicht unter den Arm und nach Hause nehmen. Der virtuelle Einkaufskorb ist eben nur digital, und virtuelle Ware am Bildschirm wird durch die Bezahlung nicht plötzlich zu einem echten, berühr- und fühlbaren Produkt.  Einen Ausweg bietet Same Day Delivery - die Lieferung am selben Tag, an dem die Bestellung erfolgt.
Am liebsten werden die Onlineshopper am Abend beliefert, innerhalb eines
von ihnen definierten Zeitfensters.                                            Bild ECC Köln
Zwar gehört die Lieferung am gleichen Tag für Online-Shopper noch lange nicht zum Alltag, dennoch haben Konsumenten diesbezüglich klare Wünsche. Das zeigt eine aktuelle Studie des ECC Köln in Zusammenarbeit mit Hermes. Dabei zeigt sich, dass das traute Heim immer noch klar bevorzugter Lieferort für Online-Waren ist. 92 Prozent der befragten Online-Shopper wünschen sich, dass sie ihre Same-Day-Lieferung zu Hause erhalten. Vier von zehn Befragten bevorzugen zudem, dass ihr Paket innerhalb eines bestimmten Zeitfensters am Abend geliefert wird. Die sofortige Lieferung innerhalb von zwei Stunden ist dagegen nur für jeden zehnten Online-Shopper interessant.
Immerhin 10 Prozent der Online-Shopper haben schon einmal Same Day Delivery in Anspruch genommen – bei den besonders technologie- und onlineaffinen Kunden liegt der Anteil der Same-Day-Nutzer sogar mehr als doppelt so hoch. Die Kurzstudie zeigt zudem, dass insgesamt jeder fünfte Online-Shopper sein Paket gerne am selben oder spätestens am Tag nach der Bestellung erhalten würde. Allerdings verhindern die Shopping-Gewohnheiten diesen Service in vielen Fällen, denn fast die Hälfte der Befragten kauft erst ab 18 Uhr im Netz ein – die Lieferung am selben Tag können Händler dann oft nicht mehr umsetzen.
Nicht nur die taggleiche Lieferung, auch innovative Zustellkonzepte sind noch nicht weit verbreitet. Dennoch werden neue, auch abstrakt wirkende Lieferlösungen durchaus als nützlich bewertet. So geben Online-Shopper Paketkastenanlagen in Mehrfamilienhäusern im Schnitt einen Nützlichkeitswert von 56 von 100 möglichen Punkten – knapp 16 Prozent der Online-Shopper schreiben diesen Anlagen sogar 95 Punkte oder mehr zu und beschreiben sie damit als äusserst nützlich. Paketkästen für Einfamilienhäuser oder Pakettaschen für die Haustür erhalten in puncto Nützlichkeit durchschnittlich 54 und 48 Punkte. Etwas kritischer blicken Online-Shopper noch auf Roboter, Drohnen oder Kofferraumlieferung: Diese Optionen benoten die Befragten mit einer Nützlichkeit von 25 bis 33 Punkten.


Tuesday, May 31, 2016

Wenn das neue Handy mit der Pizza kommt

Ein Schweizer Elektronikgeschäft will sich mit der superschnellen Warenlieferung profilieren: Es liefert Express-Produkte, die bis 18 Uhr bestellt werden, vor 21 Uhr aus – selbstverständlich am selben Tag. Damit setzt sich der Händler vor allem auch von den grossen internationalen Internet-Shops ab: Kunden, die lokal bestellen werden blitzschnell beliefert - zum Beiepiel von einem Pizzakurier.

Lokal, digital, schnell: Die Lieferung am gleichen Tag ist möglich, weil sie
auch durch bestehende Netzwerke - wie zum Beispiel Pizzakuriere - läuft.
                                                                                   Screenshot Steg Electronics
Das Distributionskonzept von Steg Electronics ist tatsächlich innovativ und passt hervorragend zum Same-Day-Delivery-Trend: Für die Lieferung wird neu mit Taxiunternehmen, Restaurants und Pizza-Kurierdiensten kooperiert. Mit diesen Partnern schafft es der Multichannel-Anbieter, der sowohl Computer, als auch Unterhaltungs- und Heimelektronik verkauft, den Bedürfnissen jener Kunden entgegenzukommen, die ihre Bestellung sofort – oder zumindest so schnell wie möglich erhalten möchten. Steg setzt sich damit auch von internationalen Grosshändlern ab: Wer lokal bestellt, wird am schnellsten beliefert, von lokalen Lieferanten. 
Das Angebot gilt für 13 Regionen. Ob Same Day Delivery auch für die eigene Adresse gilt, lässt sich auf der Website via Postleitzahl-Check herausfinden.

Wer also heute plötzlich Lust auf einen Heimkino-Abend hat und dafür noch einen Beamer braucht, erhält diesen bis 21 Uhr nach Hause geliefert. Das Angebot gilt für unzählige Produkte; sie sind im Webshop mit Steg Express gekennzeichnet. Wer express bestellt und ein Bild des gelieferten Artikels auf Twitter oder Facebook teilt, wird übrigens mit einem Gutschein für den nächsten Einkauf belohnt.
Auch im digitalen Zeitalter, so zeigt dieses Beispiel,  kann der lokale Handel sehr vorteilhaft sein - für die Kunden, den Händler sowie für die beteiligten Lieferanten - also für den gesamten lokalen Wirtschaftsraum. 

Monday, February 4, 2013

Same-Day-Delivery: heute bestellen, heute erhalten!

Was wäre das Internet im Allgemeinen und e-Commerce im Besonderen ohne Schlagwörter? Eines, das in den letzten Wochen immer wieder auftaucht und das Potential hat, viele Einzelhändler nervös zu machen, heisst “Same-Day-Delivery“. Allerdings scheint auch hier zu gelten, was bei anderen Hypes zuvor gültig war: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

Einkaufen im Online-Shop (hier bei coopathome.ch -
noch dauert die Lieferung etwas länger.

Same-Day-Delivery (SDD) ist der Traum jedes Online-Shoppers. Man bestellt sich die Ware am PC, immer noch im Pyjama, den Morgenkaffee geniessend. Geliefert wird noch am selben Tag, per Spezialpost oder Kurier. In Europa ist dieses Konzept noch nicht sehr verbreitet, nicht einmal bei Lebensmitteleinkäufen bei Grossverteilern wie Coop oder Migros. Migros LeShop wirbt mit dem Slogan: “heute bestellt, morgen geliefert“, Coop gibt an, dass die Lieferzeiten "variieren, abhängig von der Lieferadresse".

In Nordamerika ist das Thema SDD schon weiter fortgeschritten – bereits ist sogar von „SDD-Wars“ die  Rede, zum Beispiel zwischen den beiden Giganten Amazon und Walmart. Beide Unternehmen wollen ihren Kunden in gewissen Märkten die Möglichkeit bieten, ein Produkt am gleichen Tag zu bestellen und zu erhalten. Amazon will dafür sogar Schliessfächer in anderen Läden installieren, damit Leute, die während des Tages nicht zuhause sind, die bestellte Ware dort in Empfang nehmen können.
Natürlich gibt es auch in Europa Unternehmen, die sich dem SDD-Trend anschliessen.  Ein ausführlicher Artikel auf ecc-handel.de behandelt das Thema und kommt auch zum Kern des Problems:
“Was sagen die führenden deutschen Logistikdienstleiter zu diesem Trend? „SDD ist ein derzeit viel diskutiertes Thema, aber ob dieser Service auch das Zeug zum Megatrend hat oder ein Angebot für die Nische bleibt, muss sich noch herausstellen. Denn ein solcher Express-Zustelldienst basiert beispielsweise auf einer sehr dichten Infrastruktur an Lagern und Umschlagzentren. [...]“, meint Frank Iden, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Hermes Logistik Gruppe Deutschland. Gleichzeitig weist er auch auf ökologische Kriterien sowie die zwangsläufig entstehenden höheren Zustellkosten hin, welche auch von den Konsumenten akzeptiert und getragen werden müssen. „Entsprechend sollte man SDD immer auch in Bezug mit kontrovers diskutierten Themen wie der Verkehrsdichte, Umweltkriterien oder dem zunehmenden Leistungsdruck bei der Zustellung setzen.“
 Dass die Kunden bereit sind für Same-Day-Delivery zu bezahlen, ist bisher eher unsicher. Die Fachpublikation Internet  Retailer hat kürzlich über den Versuch eines Sportgeschäfts berichtet, SDD in Chicago und Denver anzubieten.  Ganz so dringend schienen die Bestellungen dann doch nicht zu sein - kein einziger Kunde nahm das Angebot in Anspruch.