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Tuesday, December 3, 2013

Das Twitter-Dilemma: Wer ist echt, wer ist gefälscht?

Twitter ist ein beliebtes und inzwischen auch eines der grössten sozialen Netzwerke der Welt - ein perfektes Tool, um das digitale Ego aufzubauen und zu streicheln. Je mehr Follower, desto besser das Selbstgefühl, desto interessanter, beliebter und bekannter der Twitter-User und die Twitter-Userin. Doch diese Gleichung stimmt immer weniger. Auf Twitter gibt’s unzählige gefälschte Accounts, die genau das tun, was auch echte Anwender machen: Sie folgen, retweeten und versenden Nachrichten.

Der Twitter-Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien.                      Bild Twitter
Man weiss es schon seit längerem: Wer will, kann sich seine Followers auf sozialen Medien kaufen. Da Berühmtheit heutzutage eng mit Beliebtheit zusammenhängt, und die digitalen Massen sowohl im Showbusiness als auch in der Politik leicht instrumentalisiert werden können, ist es nicht schwierig, Abnehmer für gefälschte Followers zu finden.  Laut Twitter sind es “nur“ fünf Prozent der 230 Millionen Accounts, die unecht sind. Italienische Forscher haben allerdings schon vor einigen Monaten behauptet, dass es rund 20 Millionen solcher Accounts geben soll, dass also  mindestens neun Prozent aller Twitter-Accounts gefälscht seien.
Nun hat auch das Wall Street Journal das Thema aufgegriffen. Unter anderem wird ein amerikanischer Geschäftsmann porträtiert, der im Fake-Account-Geschäft tätig ist. Zitat:
“Vidmar steht für die dunkle Seite von Twitter – für Fake-Accounts und rechnerbasierte Systeme. In seinem Haus steht ein Dutzend Computer herum. Der Blick aus dem Fenster fällt auf einen Golfplatz in der Nähe des bekannten Las Vegas Strip. Bereits seit sechs Jahren ist Vidmar im Geschäft. Der Kauf von gefälschten Accounts und die Verbreitung auf Twitter – davon lebt er. Mittlerweile beaufsichtigt Vidmar etwa 10‘000 automatisierte Accounts für um die 50 Kunden. Sie bezahlen ihn, und er verschafft ihnen zumindest oberflächlich mehr Beliebtheit und Einfluss.“
Genau darum geht es, um Beliebtheit und Einfluss. Und über wen geredet und  getweetet wird, gewinnt an beidem - so glauben wenigsten die Twitter-Apostel.
Für Twitter selber könnten sich die falschen Follower allerdings zu einem echten Problem auswachsen. Dazu nochmals das Wall Street Journal:
“Auch nach dem erfolgreichen Börsengang von Twitter hängen die Fake-Accounts wie eine dunkle Wolke über dem Unternehmen. „Viele Menschen werden über Twitter mit Nachrichten versorgt", sagt Sherry Turkle, Leiterin einer MIT-Initiative. „Sollte etwas, das dort gerade bestimmendes Thema ist, vorgetäuscht sein, müssen die Menschen darüber informiert werden. Das wird und muss sonst die Glaubwürdigkeit unterwandern."
Das Wachstum der falschen Accounts hängt unter anderem damit zusammen, dass es Twitter seinen Nutzern im Gegensatz zu Facebook nicht verbietet, mehr als ein Profil pro Person anzulegen. Darüber hinaus gibt es keine Echtnamen-Pflicht…“

Friday, August 3, 2012

Hübsche Hunde und Spammer

Die gutaussehenden Hunde sind ja wahrscheinlich noch die harmlosesten Facebook-Nutzer – auch wenn sie strenggenommen gegen die Geschäftsbedingungen verstossen. Schlimmer sind jene Benutzer, die falsche Facebook-Konten dazu nutzen, anonyme Spams zu verbreiten oder sich unter falschem Namen in Websites einzuloggen.

Facebook hat ein Fake-Problem: Mindestens 83 Millionen
Accounts sind gefälscht oder sonst illegitim.
Facebook hat, wie die meisten anderen Internet-Sites, die von den breiten Massen genutzt werden, ein Ehrlichkeitsproblem. Fast eine Milliarde Anwender haben sich bis heute bei Facebook registriert, genau sind es 955 Millionen. Das ist eindrücklich. Ebenso wie die Tatsache, dass 543 Millionen User das grösste der sogenannten social Networks auch mobil nutzen. Das freut die Werber! Weniger schön ist, was Facebook in seinem ersten Quartalsbericht nach dem Börsengang über gefälschte, unechte oder sonst illegitime Konten bekanntgeben musste. Man schätzt, dass 83 Millionen Accounts in diese Kategorie gehören – das wären dann immerhin 8,7 Prozent.
Es ist nicht bekannt, wie es Facebook möglich ist, so genau zwischen falschen und echten Usern zu unterscheiden - ausser dass aufgrund von Samples Berechnungen angestellt wurden. Man darf davon ausgehen, dass nur gerade die ganz offensichtlichen Fälscher entlarvt werden – würde heissen, dass die wahre Zahl der Fake-Accounts noch viel höher ist.
Das Ehrlichkeitsproblem, mit dem das inzwischen börsenkotierte Unternehmen hier zu kämpfen hat, wiederspiegelt wohl teilweise die Gesellschaft im Allgemeinen und die digitale Gesellschaft im Besonderen. Ein grosser Prozentsatz der User ist nun mal nicht bereit, mit dem richtigen Namen an den unzähligen digitalen Partys teilzunehmen, zu denen neben Facebook auch Partnerschaftssites und die Diskussionsspalten öffentlicher Medien gehören. Bei den letzteren führt die Anonymität der Teilnehmer dazu, dass die dezidierten Meinungen unabhängig von der Faktenlage allzu oft in giftigem Ton,  rücksichtslos und dazu noch in lausiger Sprache vertreten werden. Nun verantworten muss man sie nicht, wenn man sie zum Beispiel als „Peter Schlaumeier“ oder "Cowboy23" deponiert. Dieses Verhalten mag zwar dem gesellschaftlichen Diskussionsklima abträglich sein, ist aber im Zeitalter der sogenannten “Political Correctness“ zumindest teilweise verständlich.
Schlimmer sind wohl jene Konto-Fälscher, die ihre Accounts dazu benutzen, um andere User zu spammen. Bei Facebook schätzt man, dass es rund 15 Millionen solcher Konten gibt.
Was passiert, wenn Facebook findet, ein Konto sei nicht legitim? Es wird ganz einfach stillgelegt – der Eigentümer oder die Eigentümerin kann es nicht mehr benutzen. Allerdings bleibt es auf den Facebook-Servern gespeichert .
Wenn eine Facebook-Page allerdings fast 5 Millionen "Likes" erhält, wie jene von Boo, dem "herzigsten Hund der Welt", sieht scheinbar auch Facebook gerne mal über die eigenen Geschäftsbedingungen hinweg.