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Wednesday, August 14, 2013

Surfen mit niedrigerem “Belästigungsfaktor“

Obwohl  es Marketing-Spezialisten gibt, die behaupten, dass Surfen mit einem Werberblocker schon fast unmoralisch oder unethisch sei, möchten wir hier nicht darauf verzichten, darauf hinzuweisen, dass “Adblock Plus“, ein Werbeblocker der schon millionenfach auf den Browsern Firefox und Chrome installiert, nun auch für Microsofts Internet Explorer verfügbar ist.

Surfen ohne Werbung: Adblock Plus macht es möglich.
Wir haben uns ja an dieser Stelle schon ausführlicher mit dem Thema Werbungauseinandergesetzt. Tatsache ist: Werbung ist inzwischen für die meisten User zu einem echten Balästigungsfaktor geworden (das Wort stammt aus dem Englischen. Dort heisst es “annoyance factor“ und wird unter anderem auch für die  Bewertung von Websites eingesetzt – je mehr störende Werbung, Pop-Ups etc. auf einer Seite erscheinen, desto höher ist der Belästigungsfaktor.) Adblock Plus ist ein Add-on und lässt sich in Sekundenschnelle im Browser installieren; anschliessend blockiert es aufdringliche Online-Werbung: Blinkende Animationen, nervende Sounds, auffällige Pop-ups und störende Werbespots vor Internetvideos. Die kostenfreie Browsererweiterung ist bereits für Firefox, Chrome und Opera sowie als Android-App erhältlich und hat weltweit mehr als 60 Millionen aktive Nutzer. Das Add-on ist für den Internet Explorer mit allen Windows-Versionen (außer Windows 8 Modern UI) kompatibel und kann hier gratis geholt werden. Ein Tipp noch: Wenn das Blockieren von Videowerbung oder von Werbung auf Facebook nicht funktionieren will: Den Browser nicht aus der Taskliste sondern aus dem Windows Programm-Menü (Start-Menü) starten – dann klappts.

Friday, June 14, 2013

Wie viel Werbung will (braucht) der Mensch?

Es gibt ein modernes Medium, dass es dem Konsumenten möglich macht, Inhalte zu konsumieren, ohne dass er gleichzeitig oder zwischendurch auch mit Werbebotschaften zwangsgefüttert wird. Natürlich: das Internet. Wer auf seinem PC werbeblockierende Software installiert hat, wird vom Dröhnen der Werbetrommeln verschont. Inzwischen sind das Millionen von Anwendern, und die Werbewirtschaft, die im vordigitalen Zeitalter nie mit diesem Phänomen zu kämpfen hatte, ist einigermassen ratlos.

Wer einmal für längere Zeit in Nordamerika TV-Angebote konsumiert hat, weiss, wie ungemein lästig und störend Fernsehwerbung sein kann. Abgesehen vom niedrigen Produktions- und Informationswert den viele Werbeproduktionen aufweisen, ist es ganz einfach unglaublich mühsam, wenn eine 30minütige Sendung fünfmal unterbrochen wird und dabei etwa 10 Minuten Werbung serviert werden. In der Schweiz ist es noch nicht so schlimm, aber Werbung wird auch hierzulande von vielen Medienkonsumenten höchstens noch als notwendiges Übel angesehen. Genau auf dieses Thema geht Rainer Stadler, der NZZ-Medienkolumnist in seinem neusten Artikel ein. Unter dem Titel “Konsumenten als gestopfte Gänse“ lässt er seine Verwunderung als Zeitungsmann durchscheinen, dass immer noch so viel Geld für Fernsehwerbung ausgegeben wird – obwohl der Nutzen nicht belegt werden kann – im Gegenteil. Zitat:
“Welcher Zuschauer ist bereit, TV-Spots während quälend langer Werbeunterbrechungen anzuschauen? Die öffentliche Klage ob solcher täglicher Exzesse ist alt, doch kann man sie inzwischen nicht mehr als Marotte von ein paar vergrämten Kulturkritikern ignorieren. Das Internet macht das Ausmass der Abneigung gegenüber Werbebotschaften sichtbar. Vor einem Monat wiesen deutsche Presse-Websites ihr Publikum darauf hin, wie wichtig Werbung als Treibstoff für die Informationsmedien sei. Dies verbanden sie mit der Bitte an die Besucher, keine Werbeblocker auf ihren Geräten zu installieren. Die Aktion bewirkte das Gegenteil. Weitere Nutzer montierten Blocker. Die Zahl der Werbeabstinenzler ist überraschend hoch. Einige Websites registrieren offenbar bei den Seitenaufrufen eine Werbeverweigerungsquote von über 50 Prozent. Das Open-Source-Projekt Adblock Plus schreibt, sein Programm werde von 40 Millionen Personen verwendet…“
 Tatsächlich scheinen das schlechte Aussichten für die Werbeindustrie zu sein. Wenn Zwangsfütterung das Erfolgsrezept ausmacht, ist wohl etwas falsch gelaufen. Währendem feiert sich die Werbeindustrie wiedermal in Cannes, am internationale Werbefestival. Und tatsächlich, da gibt es zwischendurch sogar Originelles, Gescheites und Informatives, das man sich ausnahmsweise sogar freiwillig ansehen würde – mit Betonung auf ausnahmsweise.

Bis dahin verlassen wir uns auf die Software (erhältlich für Internet Explorer wie auch für andere Browser), die uns vor kommerzieller kultureller Belästigung schützt. Sie funktioniert hervorragend, spart Zeit und Nerven und hat auch schon dazu geführt, dass Werbung nicht mehr durch Zwang an den Konsumenten gebracht wird – wie viele virale Werbespots beweisen, die von Millionen von Menschen völlig freiwillig konsumiert werden, zum Beispiel weil sie witzig sind.