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Saturday, August 3, 2013

Ausleihen statt kaufen – besser leben in der Share-Economy?

Sie besitzen etwas, das andere auch brauchen könnten? Dann ist das eine Gelegenheit zum Teilen und zum Geld verdienen. Sei es ein leeres Schlafzimmer, ein Parkplatz, der nicht immer benutzt wird, oder ein Auto, von dem viele gemeinsame Nutzer profitieren – per Internet lassen sich solche Besitztümer sehr effizient  für andere Benutzer zugänglich machen. Damit bewahrheitet sich die Theorie des Harvard Ökonomen Martin Weitzman, der den Begriff der “Share Economy“ geprägt und definiert hat. Seine Theorie besagt, dass sich der Wohlstand für alle Beteiligten erhöht, je mehr sie untereinander teilen.

Finden Sie jemanden, der seine Wohnung mit Ihnen teilt - irgendwo auf der
Welt. Airbnb ist Teil der Share-Economy.                                    (Screenshot)
Die gute Nachricht zuerst: Die Share-Economy ist zu einem Schlagwort geworden. Oft auch kollaboratives Konsumieren genannt, geht es dabei darum, neue Wege und Verhaltensweisen in unser Wirtschaftssystem einzubringen, das ja bekanntlich vor allem auf Besitz und Konsum basiert.
Die weniger gute Nachricht handelt davon, dass die Share-Economy erst eine winzige Nische in unserer Wirtschaft besetzt: Zitat aus einem Artikel der Forschungsabteilung der Deutschen Bank:
“Wir kaufen unbeeindruckt von der „Ökonomie des Teilens“ weiterhin Autos, Elektronik, Kleidung, Kunstgegenstände oder Werkzeug aus dem Baumarkt – allerdings zunehmend gern in Kombination mit Dienstleistungen wie Wartungsverträgen, Garantien oder einem exklusiven Zugang zu digitalen Inhalten […]
In der physischen Produktwelt sind die Auswirkungen der Share Economy [im Gegensatz zur virtuellen Welt] hingegen (noch) überschaubar. Viele alltägliche Gegenstände sind den Großteil ihres Produktlebenszyklus nicht in Verwendung, d.h. es existiert durchaus ein Umverteilungspotenzial für ungenutzte Kapazitäten. Wieso sollte sich jemand, der in einem Ballungsgebiet wohnt, ein Auto kaufen, wenn er es auch zweckgebunden temporär leihen kann? So muss er nur die variablen Kosten der jeweiligen Nutzung tragen und keine direkten Anschaffungs-, laufende Wartungs- und Unterhaltskosten tragen, geschweige denn sich mit der urbanen Parkplatzproblematik herumschlagen.“
Die Share-Economy funktioniert dann, wenn alle Beteiligten davon profitieren. Die Übernachtungsbörse Airbnb zum Beispiel, die seit Jahren bestens funktioniert und immer mehr Nutzer hat:
“Nach dem Credo "Lade Freunde ein, die du noch nicht kennst" wollte Airbnb ein Ausnahmeunternehmen werden, eine Art freundliches profitorientiertes Unternehmen: Menschen aus aller Welt vernetzen und dabei allen Seiten Profite sichern. Das Unternehmen selbst hat nach dem Wirtschaftsmagazin Forbes mittlerweile einen Jahresumsatz von 180 Millionen Dollar, denn pro Wohnungsvermietung kassiert das Portal eine anteilige Marge. Airbnb spricht sich zudem von jeder Verantwortung frei - materielles Risiko, Steuerpflicht und Meldung an den Vermieter unterliegen allein dem Nutzer.“
Ein weiteres Beispiel dieses Trends ist eine App, die es möglich macht, Parkplätze zu teilen(vermieten), die man selber gerade nicht braucht:
“Parku heisst die neue Smartphone-App, die die mühsame Parkplatzsuche in grossen Schweizer Städten vermeiden soll. Das Prinzip ist rasch erklärt: Wer einen Parkplatz besitzt, den er nicht ständig braucht, kann diesen auf der Website von Parku eintragen und untervermieten. Autofahrer, die Zeit sparen und ihre Nerven schonen wollen, reservieren sich einen Parkplatz, bevor sie in der Innenstadt ankommen. Das Ziel und die Zeitdauer, für die sie einen Parkplatz reservieren möchten, geben sie direkt in der App ein. Nun werden auf einer Karte die freien Plätze in der Umgebung der Zieladresse angezeigt. Diese können mit einem weiteren Klick in Echtzeit reserviert werden.“
Ein Problem gibt es allerdings mit derartigen Initiativen: Die Behörden machen Schwierigkeiten; das Establishment hat Mühe mit dem autonomen Bürger, der aus den vorgegebenen Lebensmustern ausbricht.  Airbnb hat dazu geführt, dass zum Beispiel in New York City das Vermieten von Privaträumen verboten wurde, und in Zürich möchte die links-grüne Regierung die Parkier-App verbieten – weil sie nicht ins Verkehrskonzept passt. 

Friday, February 15, 2013

Per Internet parkieren

Das mobile Internet ermöglicht Kommunikationsanwendungen, mit denen man sogar parkieren kann. Parku.ch heisst die Website, die dazu führen könnte, dass Parkflächen in Städten schon bald viel effizienter genutzt werden. In Zürich funktioniert die Sache schon, wenn auch in kleinem Rahmen.

Das Konzept ist bestechend: Parkplätze sind in Schweizer Städten absolute Mangelware; und die Parkplatzsuche führt zu Mehrverkehr, Stress und Kosten. Deshalb will Parkuauch jene Parkplätze für die Allgemeinheit verfügbar machen, die eigentlich nur privaten Nutzer zur Verfügung stehen. Wie das? Ganz einfach: Indem die Parkplatzberechtigten den Platz vermieten und per Internet zur Verfügung stellen, wenn sie ihn nicht selber brauchen. Profitieren können bei diesem Geschäft alle Beteiligten: Der Vermieter verdient daran, der Parkierende spart Zeit und oft auch Geld, und Parku.ch bekommt eine Kommission. Konkret: Parkplätze, die über die Parku-App oder per Website reserviert werden, kosten drei Franken pro Stunde. Zwei Drittel gehen an den Besitzer, ein Drittel an Parku.
Für die Parkplatzanbieter kann sich das Angebot auszahlen: Der bisher beliebteste Parkplatz bei Parku, vis à vis des Kinos Riff Raff gelegen, brachte der Besitzerin in den vergangenen vier Wochen immerhin 170 Franken ein. Die Eigner können zudem selbst bestimmen, zu welchen Zeiten sie ihren Platz zur Verfügung stellen wollen. Wer seinen zum Beispiel montags nie braucht, kann diesen spezifisch an diesem Tag an Interessenten vermieten. Auch stundenweise.“
Verkehrsplaner sehen die Parku-App wahrscheinlich eher kritisch. Wenn plötzlich tausende zusätzliche Parkplätze in den Innenstädten zur Verfügung stehen würden, würde wohl so manches Verkehrslenkungskonzept nicht mehr ganz aufgehen. Bis jetzt ist das aber noch kein Problem. Laut Tagi kann die Firma bis jetzt gut 100 Parkplätze auf Zürcher Stadtgebiet anbieten. Diese würden mit einer speziellen Tafel gekennzeichnet - damit man am Ende dann doch nicht am falschen Ort parkiert.