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Tuesday, May 19, 2020

IT-Spezialisten: auch in Corona-Zeiten Mangelware

So wie es aussieht, wird es schwierig, ein Rezession abzuwenden. Tausende von Firmen leiden unter Umsatzeinbrüchen, ihre Mitarbeiter arbeiten nicht mehr voll, und die Zukunft sieht zumindest unsicher aus. Das schlägt sich natürlich auch auf den Arbeitsmarkt nieder. Eine Sparte scheint aber die Krise nicht zu spüren: Die IT-Industrie sucht weiterhin nach Spezialisten.

Qualifizierte Mitarbeiter werden weiterhin in fast allen Sparten der IT-Industrie
gesucht.                                                                                           Bild Pixabay
Wird die Coronakrise die Digitalisierung der Industrie beschleunigen? Wird das dazu führen, dass die IT-Industrie noch mehr Mitarbeiter benötigen wird, als vor der Krise? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz so einfach. Zwar haben die Isolationsmassnahmen und das Abstandhalten während der Krise sicherlich dazu geführt, dass viele Unternehmen aus der Not eine Tugend und einen Digitalisierungssprung nach vorne gemacht haben. Allerdings wird es auch Firmen geben, die in der Krise schrumpfen und ihre Digitalisierungspläne zurückstellen werden - gerade in der Service-Industrie, die besonders schwer betroffen ist. Andere werden gar den Laden dicht machen müssen.  In der IT-Branche selber ist man allerdings sehr optimistisch, dass das Geschäft weiterhin brummen wird:
“Die IT-Abteilungen und deren Partner werden nach Corona selbstbewusster auftreten: Immerhin haben sie innerhalb kürzester Zeit funktionierende Plattformen inklusive Technologien, Prozesse, Tests und Freigaben auf die Beine gestellt, die ein Weiterarbeiten überhaupt erst ermöglicht haben und gleichzeitig zum Treiber für neue digitale Geschäftsmodelle werden. Angesichts des Bewusstseins, was eine konsequente Digitalisierung alles leisten kann, werden sich die IT-Verantwortlichen von einem in diesem Punkt vielleicht eher zögerlichen Management nicht mehr so leicht ausbremsen lassen. “ (computerworld.ch)
Kurz bevor die Krise in der Schweiz so richtig anfing, war eine Arbeitsmarktstudie veröffentlicht worden, die aufzeigte, wie gross der Mangel an IT-Fachkräften in verschiedenen Bereichen wirklich war. Der grösste Mangel herrsche in den Bereichen IT-Sicherheit, IT-Management und Software- sowie App-Entwicklung, wie itmagazin.ch Ende Februar berichtete. Es ist nicht anzunehmen, dass sich diese Verhältnisse während der letzten zwei Monate entscheidend verschoben haben.
Auch in Deutschland sieht die Situation für IT-Spezialisten positiv aus, wie heise online unter dem Titel ‘IT-Arbeitsmarkt: Krise ist bei den andern‘ berichtet.
“Trotz millionenfacher Kurzarbeit und angedrohter Entlassungen suchen Unternehmen Mitarbeiter. Im März hatte die Bundesagentur für Arbeit 626.000 offene Stellen im Bestand und im April kamen 76.000 neue dazu, so dass sich zum Ende des Monats die offenen Stellen auf 702.000 summierten. Davon richten sich etwa 17.000 an Informatiker und andere IT-Berufe, zeigt eine Auswertung, die von der Arbeitsagentur exklusiv für heise online erstellt wurde. Das scheint nicht viel, wenn man aber die bekannte Regel anwendet, dass Unternehmen nur etwa jede dritte offene Stelle bei der Behörde melden, werden daraus 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Die werden selbst in der tiefsten Krise händeringend gesucht.“



Wednesday, November 7, 2012

Konkurrenz aus Irland

Irland ist von der Europäischen Wirtschaftskrise hart getroffen worden. Die letzten Jahre haben das einstige Boomland fast zum Totalabsturz gebracht – die Immobilienpreise brachen ein, und die EU musste Hilfe leisten. Doch jetzt scheint es zumindest in einem Bereich wieder aufwärts zu gehen: Die IT-Branche scheint wieder Rückenwind zu spüren und sucht jetzt sogar Mitarbeiter im deutschsprachigen Europa.

Eine der aktuellen Stellenanzeigen auf : jobs.makeitincork.com: Voxpro
sucht deutschsprachige Webdesigner und Entwickler - in Irland.
 Es sind die grossen IT-Unternehmen, wie Apple, EMC, VMware, Big Fish, Trend Micro, Pilz, McAfee, Voxpro und Quest (das jetzt zu Dell gehört) die im irischen Cork Niederlassungen haben. Dass führt dazu, das die zweitgrößte Stadt Irlands trotz langanhaltender Rezession gerade einen Aufschwung erlebt; insbesondere IT-Fachleute und Personal für Service und den Verkauf sind gefragt. Viele dieser Stellenangebote richten sich an Spezialisten in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz -  rund 25 Prozent der offenen Stellen richten sich nämlich an deutschsprachige Menschen – gesucht sind vor allem qualifizierte Fachleute im höheren und mittleren Management. Der Grund: Viele der in Cork ansässigen Tech-Firmen bedienen von hier aus auch ihre Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und dafür stellen Apple, EMC und Co. am liebsten Muttersprachler ein.
Die Anstrengungen der in Irland tätigen IT-Firmen zeigen, wie hart der Konkurrenzkampf um IT-Fachleute ausgetragen wird – und zwar über ganz Europa hinweg. Landesgrenzen bilden da kaum mehr ein Hindernis.  Die irische Regierung unterstützt die Anstrengungen der IT-Unternehmen:  Sie hat die Initiative "Make IT in Cork" gestartet, um das Interesse internationaler Bewerber für Jobs in Irland zu wecken. Dazu gehört eine Website, aber auch Twitter und Facebook werden eingespannt. 
IT-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden diese Initiative sicher weniger gern sehen. Für viele von ihnen ist es jetzt schon schwierig genug, qualifizierte Fachleute zu finden – ohne dass ihnen die grüne Insel dabei Konkurrenz macht.