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Monday, July 8, 2019

Amazons Einfluss auf den gesamten Handel wächst

Vor 25 Jahren gründete Jeff Bezos in seiner Garage in Seattle Amazon - und der Handel  war seither nie mehr derselbe. Heute ist das Unternehmen eines der wertvollsten der Welt - nur Microsoft ist noch teurer. Auch in Europa beeinflusst Amazon viele Branchen. Doch auch Jeff Bezos weiss, dass es mit seinem Unternehmen auch bergab gehen kann.

Egal ob online oder im Wartenhaus (auf dem Bild:
Galeries Lafayette in Paris), Amazon beeinflusst die
Kunden.                                                           Bild Pixabay
Amazon sei nicht zu gross, um zu scheitern, sagte Bezos an einem Treffen Ende des letzten Jahres.  "Wenn man sich große Unternehmen ansieht, beträgt ihre Lebensdauer in der Regel mehr als 30 Jahre, nicht mehr als hundert Jahre." Trotz des Erfolgs und der Marktmacht von Amazon hat der Gründer von Amazon also darüber nachgedacht, dass die Dominanz von Amazon nicht ewig anhalten wird. Allerdings gab er am gleichen Treffen auch bekannt, dass er wisse, wie er den Niedergang verhindern oder zumindest verschieben könne: Die Kunden müssten auch weiterhin von Amazon besessen bleiben, und das Management müsse weiterhin  “Hochgeschwindigkeitsentscheidungen“ treffen und grosse Trends erkennen und berücksichtigen.
Tatsächlich hat es Amazon im letzten Vierteljahrhundert geschafft, nicht nur die eigene Branche sondern auch das Geschäft Millionen anderer Unternehmer aufzumischen. Eine neue Studie des IHF zeigt, dass das Unternehmen allein in Deutschland immer mehr Einfluss auf den gesamten Handel hat:
“Rund 31 Prozent aller Umsätze im Nonfood-Bereich – egal ob online oder stationär – sind schon heute von Amazon abhängig. Ganze sieben Prozent sind Umsatz des Handelsriesen selbst, die übrigen 24 Prozent entfallen auf Umsätze, die direkt von Amazon beeinflusst werden – zum Beispiel durch die Informationssuche auf der Onlineplattform. Selbst in der vermeintlich Amazon-schwachen Fashion-Branche ist rund ein Viertel des Marktvolumens von Amazon abhängig. In anderen Branchen fällt dieser Anteil deutlich höher aus.“
Die Amazon-Abhängigkeit vieler Händler hängt in erster Linie eng mit dem veränderten Informationsverhalten der Konsumenten zusammen. So nutzen immer mehr Verbraucher  sowohl vor dem Onlinekauf als auch vor dem stationären Kauf Amazon als Informationsquelle. Die Studie zeigt: Durchschnittlich 60 Prozent der Onlinekäufe und 27 Prozent aller stationären Käufe geht eine Recherche bei Amazon voraus. Im Bereich Elektronik und Elektro ist dieses Konsumentenverhalten besonders weit verbreitet. Bei rund 67 Prozent der Onlinekäufe und 44 Prozent der Anschaffungen im stationären Handel wird vorab bei Amazon recherchiert. Insgesamt steigt der Anteil der Onlineinformationssuche bei Amazon in der Mehrheit der Branchen teilweise deutlich an. Vor dem Kauf – egal ob online oder im Ladengeschäft – nutzen Verbraucher Amazon vor allem als Preisanker, als Informationsquelle für Produktbewertungen anderer Kunden und für Produktempfehlungen. Vor allem die Kundenbewertungen der Amazon-Community liegen hoch im Kurs: Nur zehn Prozent der Amazonkunden vertrauen nicht auf die Kundenbewertung mit Sternen.
Wessen Produkte oder Dienstleistungen auf Amazon gefunden und gut bewertet werden, der darf also damit rechnen, dass er sie besser verkaufen kann - auch im eigenen Laden.

Monday, September 5, 2011

Gute Shops gewinnen, schlechte Shops verlieren

Der Titel scheint eine Binsenweisheit zu sein. Trotzdem: Wie wichtig die Benutzerfreundlichkeit von Onlineshops ist, um erfolgreich Geschäfte abzuschliessen, zeigt wieder einmal eine Studie, diesmal vom Deutschen Instituts für Handelsforschung IFH. Das Ergebnis: Online-Händler, welche die Benutzerfreundlichkeit ihrer Shops erhöht haben, konnten einen signifikanten Zuwachs der sogenannten “Konversionsrate 2“ verzeichnen. Zu Deutsch heisst das: Viel weniger Kunden mit Kaufabsichten haben ihre digitale Shopping-Tour irgendwo in der Mitte abgebrochen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die 20 umsatzstärksten Online-Shops und Shopping-Portale in Deutschland ihre Hausaufgaben gemacht und die Abbruchraten im Kaufprozess verringert haben. Seit April 2010 konnte die Conversion Rate 2, welche die Konversion von Kunden mit Kaufabsicht misst, von 51,18 Prozent um volle 7,2 Prozent auf 58,38 Prozent gesteigert werden.
Insbesondere beim Produktangebot verringerte sich die Abbruchquote sehr deutlich. Bei bestehenden Kunden wurde der Abbruch in diesem Prozessschritt des Kaufvorgangs sogar nahezu halbiert. Auch im Bezahlvorgang (Auswahl der Bezahlverfahren und Eingabe der Zahlungsdaten) konnte die Abbruchrate um 2,5 Prozent verringert werden. Was für eine Schlussfolgerung ziehen die Verfasser der Studie?
Unternehmen sollten auch in Zukunft ein Augenmerk darauf werfen, zu welchem Zeitpunkt im Kaufprozess Kunden mit Kaufabsicht den Kaufvorgang abbrechen – schliesslich sei dies ein entscheidender Indikator für Verbesserungspotentiale.
Wie wahr!
Wir Konsumenten können ein Lied über umständliche Shopping-Sites singen. Allerdings darf man sagen, dass die Tendenz klar zu verbesserten Abläufen und praktischen Kaufvorgängen geht. In diesem Sinne wird die obige Studie auch durch persönliche Erfahrungen bestätigt.