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Tuesday, February 23, 2021

Cash ist nicht mehr King: Corona fördert das Zahlen mit Plastik und Handy

Die nicht enden wollende Corona-Krise hat kontaktlosen und mobilen Zahlungsmitteln in der Schweiz viel Schub gegeben. Zum ersten Mal ist Bargeld nicht mehr des Schweizers liebstes Zahlungsmittel. Debit- und Kreditkarten werden als unverzichtbar eingestuft. Twint kann die grösste Zuwachsrate verzeichnen.

Es hat zwar etwas länger gedauert - und eine Seuche brauchte es auch noch - aber jetzt sind
auch Schweizer Konsumenten dabei, sich Bargeld abzugewöhnen.                          Bild Pixabay
Das ergibt eine Umfrage des Online-Vergleichsdienstes moneyland.ch. Dort gehe man davon aus, dass Bargeld nun kontinuierlich an Bedeutung verliere, heisst es in einer Pressemitteilung zur Studie. Auch nach der Corona-Krise gehe die Tendenz in Richtung kontaktlose Zahlungen – vor allem werde immer mehr via Handy bezahlt. 
Gefragt wurde unter anderem, auf welche Zahlungsmittel die Befragten verzichten könnten. Das Resultat: Bargeld wird zum ersten Mal nicht mehr als wichtigstes Zahlungsmittel eingeschätzt. An der Spitze stehen Debitkarten mit 73 Prozent, gefolgt von Kreditkarten mit 71 Prozent. Cash steht erst an dritter Stelle: Auf Bargeld möchten heute 67 Prozent nicht verzichten – vor einem Jahr waren es noch 78 Prozent gewesen. Auf die Maestro-Debitkarte möchten 53 Prozent nicht verzichten, danach folgt bereits Twint mit hohen 43 Prozent. Vor der Corona-Krise im Januar 2020 waren es erst 26 Prozent, die nicht auf Twint verzichten wollten. Apple Pay liegt – deutlich abgeschlagen – an zweiter Stelle. 12 Prozent nutzen Apple Pay. Es folgen Google Pay (9 Prozent) und Samsung Pay (7 Prozent). Für Zahlungen im Laden ist Bargeld in der Schweiz immer noch populär. 98 Prozent nutzen Bargeld im Laden: 17 Prozent selten, 47 Prozent gelegentlich und 34 Prozent oft. Debitkarten werden von 91 Prozent genutzt. Kreditkarten werden von 84 Prozent der Bevölkerung im Laden genutzt: 18 Prozent nutzen sie selten, 32 Prozent gelegentlich und 34 Prozent oft. Smartwatches werden nur in wenigen Fällen benutzt.
Im Vergleich zum Jahr vor Corona haben kontaktlose Zahlungen nochmals zugelegt. Mittlerweile geben 62 Prozent aller Befragten an, mit Kreditkarten im Laden kontaktlos zu zahlen. Zum Vergleich: Insgesamt geben 84 Prozent der Befragten an, im Laden mit einer Kreditkarte zu zahlen. Fast drei Viertel der Kreditkarten-Nutzer zahlen also schon kontaktlos via Kreditkarte. Etwa zwei Drittel der Maestro-Karten-Inhaber nutzen diese bereits kontaktlos.
Bei Online-Einkläufen ist weiterhin die Kreditkarte am beliebtesten, die von 88 Prozent der Befragten genutzt wird. Danach folgt die Zahlung auf Rechnung mit insgesamt 84 Prozent. Vorauszahlungen per Banküberweisung folgen mit insgesamt 51 Prozent, Paypal mit 46 Prozent, Twint mit 43 Prozent und die PostFinance Card mit 27 Prozent. Bitcoin mit 5 Prozent und andere Kryptowährungen mit 4 Prozent werden auch im Internet eher selten als Zahlungsmittel eingesetzt.

 Die Entwicklung zum bargeldlosen Zahlen ist wohl unaufhaltsam. Allerdings gibt es Regionen und Länder, die bereits viel weiter sind. Kanadier zahlen am meisten mit Plastik, Schweden scheint schon bald ganz ohne Cash auskommen zu wollen – wovon die Schweiz noch weit entfernt ist.


Thursday, March 15, 2018

Die Alte und die Neue Welt: so unterschiedlich wie Cash und Kreditkarte


Wenn es um Online-Shopping geht, vertraut die grosse Mehrheit der Konsumenten in Nordamerika ihren Plastikkarten: Mehr als zwei Drittel der Konsumenten bezahlen online mit ihrer Kredit- oder Debitkarte. In Europa sieht das ganz anders aus: An Rechnung und PayPal führt beim Online-Payment kein Weg vorbei.

Kreditkarten haben in Europa verglichen mit Nordamerika noch ein riesiges
Potential.                                                                                              Bild PfW
Der Hauptgrund dafür, dass Plastikgeld in Nordamerika auch im Onlineshopping der unangefochtene Leader ist, hängt wohl damit zusammen, dass dies auch für den Rest der Einkäufe zutrifft. Nordamerikaner lieben ihre Zahlkarten - schon seit Jahrzehnten. Rechnungsstellung hingegen taucht hier in der Zahlungsmodusstatistik nicht auf.
Ganz im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz. Das zeigt erneut eine ECC-Payment-Studie. Rechnung und PayPal – diese beiden Zahlungsverfahren sind in weiterhin die unangefochtenen Lieblinge der deutschen Online-Shopper. 32 Prozent der Konsumenten zahlen ihren Onlinekauf aktuell am liebsten via PayPal. Zahlung per Rechnung bevorzugen derzeit sogar gut 41 Prozent der Online-Shopper.
Ein interessantes Detail:  Neue elektronische Zahlungsmethoden gibt es zwar inzwischen viele, sie spielen aber in der ECC-Studie keine Rolle.
PayPal oder Vorkasse sind bei den befragten Online-Händlern die am meisten angebotenen Payment-Optionen. Die Nummer eins der Konsumenten – der Rechnungskauf – folgt im Angebotsranking der Händler dagegen erst auf dem dritten Rang.
Die Zahlungspräferenzen sowohl der Händler als auch der Kunden haben sehr viel mit Vertrauen - und dem Mangel an Vertrauen zu tun. Amerikaner verschicken wenn immer möglich keine Rechnungen - aus naheliegenden Gründen; die Kreditkarte garantiert in den weitaus meisten Fällen schon bei der Bestellung, dass der Lieferant bezahlt wird. Europäische Kunden hingegen vertrauen der Kreditkarte nur sehr beschränkt - zu ungewiss erscheint ihnen, was da im Hintergrund alles abläuft.
Wir wagen hier eine Prognose: Diese Präferenzen werden sich in den nächsten Jahren angleichen und zwar zu Gunsten der Kreditkarte. Die Entwicklung könnte allerdings durch das Aufkommen einer genialen mobilen und digitalen Zahlungslösung eine andere Bahn nehmen.