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Thursday, July 26, 2018

Ein digitaler Schlüssel, der Phishing verhindert


Ein kleiner USB- Stick, der aussieht wie ein Schlüssel, sorgt dafür, dass Phishing als Bedrohung nicht mehr so brandgefährlich ist. Das Gerät funktioniert als Identifikationsmittel, und sorgt zusammen mit einem Passwort für Zwei-Faktor-Authentifizierung für Nutzerkonten - wie sie zum Beispiel beim Internetbanking schon lange üblich ist.

Ein digitaler Schlüssel am Bund, um erfolgreiche Phishing-Attacken zu ver-
meiden.                                                                          Screengrab amazon.de
Phishing kann sehr weitreichende Folgen haben - das zeigte sich zum Beispiel im letzten Amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Hätte Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta damals einen YubiKey benutzt, um sein Google-Nutzerkonto zu schützen, hätten die Hacker sein E-Mailpasswort nicht mit einer einfachen Phishing-Nachricht in Erfahrung bringen können, viele unschöne  E-Mails  wären geheim geblieben, und die Weltgeschichte hätte vielleicht einen anderen, weniger spektakulären Verlauf genommen.
YubiKey funktioniert ganz einfach, wie dieWelt erklärt:
“Die Idee hinter dem Schlüssel ist simpel: Nutzer müssen zur Anmeldung an einem neuen Computer oder Smartphone den Schlüssel in einen USB-Anschluss ihres Geräts einstecken und können sich erst dann anmelden. Ein Hacker, der ein Passwort per Phishing erobert hat, kommt ohne den physischen Schlüssel seinem Ziel keinen Schritt näher. Umgekehrt funktioniert der Schlüssel nicht ohne das Passwort. Ein gewöhnlicher Dieb, der den Schlüsselbund samt Yubikey klaut, kann damit nichts anfangen. Auch kopieren lässt sich ein Yubikey nicht. Der Standard hinter dem Yubikey heißt U2F. Die Abkürzung steht für „universelles Zwei-Faktor-Verfahren“. Diese Verfahren zum Log-in bei Webseiten, Mailkonten oder Unternehmens-Servern nutzen neben dem Passwort immer eine weitere Sicherung, etwa über ein zweites Gerät oder einen Gegenstand, den der Nutzer bei sich trägt.“
Eine fast todsicher Schutz also - was auch von verschiedenen grossen Firmen bestätigt wird. Zum Beispiel von Google: Seit das System bei Google eingeführt wurde, sei kein einziger Phishing-Fall unter den 85‘000 Mitarbeitern mehr zu verzeichnen gewesen. Gemäß YubiKey wird die Technologie auch bei Facebook und am CERN angewandt. Keine schlechte Bilanz für ein Gerät, das nur gerade 20 Euro kostet.
Der Erfolg von YubiKey scheint auch Google beeindruckt zu haben. So stark, dass man selber mit einem ähnlichen Produkt auf den Markt kommen will. Das Ding heisst Titan Security Key, wie golem.de berichtet:
“Google versucht schon länger, die Nutzer und Kunden seiner Dienste von der Verwendung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung zu überzeugen. Bisher ist der Erfolg dabei vor allem bei Privatpersonen eher mäßig. Mit dem Titan Security Key, einem eigenen Hardwareschlüssel von Google, der kompatibel zum U2F-Standard der FIDO-Alliance ist, könnte sich das aber zumindest für die Enterprise-Kunden der Google Cloud bald ändern. Laut der Ankündigung stammt die genutzte Firmware der Geräte von Google selbst, um die Integrität der Hardwareschlüssel zu gewährleisten.“
Die Möglichkeit, dass Sie Ihre Nutzerkonnten vor unbefugtem Zugriff schützen können, besteht also schon länger - und kostet nicht mal viel Geld - rund 20 Euro aktuell bei amazon.de. Auch für kleine Unternehmen und Privatpersonen könnte sich dieses Investment durchaus lohnen.

Thursday, April 30, 2015

Awards und Ehrendoktoren im Dutzend für den Erfinder des Internets

Er ist die einzige Person, die sich das so in den Lebenslauf schreiben kann: Erfinder des Internets. Für diese gesellschaftsverändernde Leistung hat Tim Berners-Lee schon 13 wichtige Awards und 12 Ehrendoktorwürden verliehen bekommen. Die aktuellste Würdigung des Britischen Physikers und Informatikers fand gestern in Zürich statt, wo Berners-Lee den Gottlieb Duttweiler Preis 2015 entgegen nahm. Rund 300 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur waren da.

Tim Berners-Lee an der Gottlieb Duttweiler Preisverleihung: für seine Erfindung
wurde er schon dutzendfach geehrt.                                                                                      Bild Pd 
Tim Berners-Lee erhielt den renommierten Preis, den vor ihm  unter anderem schon Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und der tschechoslowakische Präsident Václav Havel erhalten hatten, für seinen immensen Beitrag zum Internet, dem mächtigsten Kommunikationsmittel, das der Menschheit je zur Verfügung stand. Berners-Lee erfand nicht nur grundlegende Technologien des WWW. Vielmehr hat er sich unermüdlich für ein Web eingesetzt, das allen Menschen offensteht. Deshalb hat er auch stets auf gewinnträchtige Patente verzichtet.
Wie genau erfindet ein Physiker und Informatiker das Internet? Die Geschichte hat einen klaren Schweizer Bezug und ist bei Wikipedia nachzulesen:
“Ein Problem am CERN war, dass sich ein Teil der Laboratorien auf französischem Gebiet befand, ein anderer Teil auf schweizerischem Gebiet. In den beiden Ländern herrschte eine unterschiedliche Netzwerk-Infrastruktur, die den Austausch von Informationen erschwerte, wenn nicht unmöglich machte. Am 12. März 1989 schlug Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. 1990 veröffentlichte er mit Robert Cailliau ein Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt. In der Folgezeit entwickelte Berners-Lee die Seitenbeschreibungssprache HTML, das Transferprotokoll HTTP, die URL (der Name kam allerdings erst später), den ersten Browser WorldWideWeb und den ersten Webserver CERN httpd unter dem Betriebssystem NeXTStep. […] Berners-Lee erstellte auch die erste Webpräsenz, http://info.cern.ch/. Diese Website gibt es bis heute; allerdings existiert von dem ursprünglichen Inhalt nur noch eine Kopieaus dem Jahr 1992. Sie erläuterte unter anderem,was das World Wide Web sein sollte, wie man an einen Webbrowser kommt, wie man einen Webserver aufsetzt. Ursprünglich war dies auch die erste einfache Suchmaschine, denn Berners-Lee betreute noch andere Webpräsenzen außer seiner eigenen. […] 1994 gründete Berners-Lee das World Wide Web Consortium (W3C) am Massachusetts Institute of Technology. Wichtig war, dass er seine Ideen und technischen Umsetzungen nicht patentierte, sondern frei weitergab. Auch auf die Maxime des World Wide Web Consortiums, nur patentfreie Standards zu verabschieden, hatte er starken Einfluss.“
Gerade die sozialen und demokratisierenden Effekte des Internets sieht Berners-Lee heute aber als bedroht. Die Gefahr einer Aufsplitterung, vor der er bereits 1999 warnte, schwelt weiterhin: Nationen ebenso wie Unternehmen arbeiten an geschlossenen Netzwerken, Zensur und Netzblockaden nehmen weltweit zu.