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Sunday, January 14, 2018

Das Auto ohne Steuerrad und das Ende der Selbstfahrer

Autonome Autos waren vor wenigen Jahren noch nirgendwo - versteckt weit hinter dem Zeithorizont. Doch nun sind sie da, selbstständig auf der Autobahn in die Gegenwart gefahren und sorgen täglich für neue Schlagzeilen. Gesellschaftskritiker fürchten schon jetzt, dass diese Entwicklung beträchtliche Einschnitte in unsere persönlichen Freiheiten bringen wird. Wahrscheinlich haben sie nicht unrecht.

Auch wir haben an dieser Stelle schon mehrmals über die unaufhaltsame Entwicklung vom ganz gewöhnlichen zum autonomen Auto berichtet. Die an der Entwicklung beteiligten Branchen sind sich einig: Die Zukunft gehört den selbstfahrenden Autos, nicht den selbst fahrenden Menschen.  General Motors hat dieser Tage ein autonomes Auto vorgestellt, das schon im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll, und das kein Steuerrad und keine Pedale mehr zur Verfügung stellt (siehe Video unten). Der Fahrer ist nur noch Passagier; das ist autonomes Fahren in letzter Konsequenz, mit automatischen Türen, wie im Zug, wie Wired Magazin berichtet:
“Das selbstfahrende Auto basiert auf dem elektrischen Chevy Bolt und bringt neue Fähigkeiten gegenüber dem erst vor wenigen Monaten gezeigten Vorgängermodell: Neben dem Bordunterhaltungssystem, bei dem Bildschirme in die Rücklehnen der Fahrersitze eingebaut sind, kann der fahrerlose Bolt zudem seine Türen selbsttätig öffnen und schließen. So soll ein reibungsloser Fahrtablauf gewährleistet werden, sollte einmal ein Fahrgast beim Aussteigen eine Tür offen lassen…“
Es ist also klar, wohin die Entwicklung auf den Strassen geht - das zeigt auch die aktuelle CES, über welche die Zeit unter dem Titel “Das Ende des Lenkrads“ berichtet:
“Überall Nissan und Hyundai, Toyota und Ford: Die Elektronikmesse CES in Las Vegas wirkt stellenweise wie eine Autoshow. Der Uber-Konkurrent Lyft gondelt Gäste in autonomen Fahrzeugen umher, und selbst TV-Hersteller Panasonic zeigt, wie man sich selbstfahrende Autos vorstellt. Alle Marken, die an der Zukunft der Mobilität mitarbeiten wollen, präsentieren sich auf der Welt größten Digitalshow in Nevada...“
 Doch der Trend zum computergesteuerten Auto löst nicht nur Freude aus - obwohl er dazu führen wird, dass weniger Unfälle passieren werden. Der amerikanische Journalist und Autor Charles C.W. Cooke zum Beispiel, warnte kürzlich davor, dass der Staat den Menschen das Auto, wie wir es kennen, wegnehmen will. Er ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das selbstständige Autolenken verboten wird - im Namen der Gesundheit, der Sicherheit, der Vernunft eben.
Wir vermuten, dass Cooke recht haben könnte. In der Schweiz hat die Bundesbeamtenschaft auf jeden Fall bereits Pläne veröffentlicht, die klar in diese Richtung gehen, wie die Aargauer Zeitung berichtet:
Das autonome Fahren beschäftigt naturgemäss auch das Bundesamt für Strassen (Astra). Dieses hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, in welchem Ausmass die technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen den Alltag in der Schweiz verändern werden: «Während auf gewissen Strassenabschnitten und zu gewissen Zeiten nur vollautomatisierte Fahrzeuge erlaubt sind, verkehren auf anderen Fahrzeuge mit und ohne Steuerrad.» So steht es in der kürzlich aktualisierten «Strategischen Ausrichtung», in der das Astra unter dem Titel «Wie wir die Zukunft sehen» verschiedene Ausblicke auf das Jahr 2040 präsentiert…“
Mit anderen Worten:
Wer sein Auto selbst steuern will, muss künftig vielleicht auf Kantonsstrassen ausweichen - denn Teile der Nationalstrassen wären für autonome Fahrzeuge reserviert. Der Gotthard-Tunnel, die A1 oder die A9 könnten als Teststrecke dienen.“
Bis es soweit ist, wird der Staat noch einige Umerziehungsarbeit leisten müssen.  Eine Aktuelle Umfrage zeigt nämlich, dass fast die Hälfte der befragten Schweizer unter keinen Umständen in ein autonom fahrendes Auto einsteigen würde.

Tuesday, October 6, 2009

Kommunikationsinstrument und Risikofaktor

Dass sich Autofahren und Handy-Benutzung nicht vertragen, müsste eigentlich allgemein bekannt sein. Das Handy wird ja deshalb auch vielerorts per Gesetz aus dem Auto verbannt. Trotzdem ist die Ablenkung, auch durch digitale Gadgets, wie Handy, iPod oder Navigationssystem, beim Autofahren die häufigste Unfallursache.
Immer mehr digitale Geräte buhlen um die Aufmerksamkeit der User – eben auch im Auto, und da ist deren Benutzung besonders gefährlich. Aus einem Kommunikationsinstrument kann dann schnell eine tödliche Gefahr werden. Deshalb wurde in den letzten Wochen in verschiedenen Kantonen mit einer “Kampagne gegen den Blindflug“ versucht, mehr Aufmerksamkeit beim Lenken zu propagieren (unter anderem mit einem Blindflugsimulator für den PC). Doch das Problem, in der Schweiz durch eine stringente Gesetzgebung und relativ konsequente Durchsetzung vergleichsweise gut unter Kontrolle, rückt zum Beispiel in den USA erst jetzt so richtig ins öffentliche Bewusstsein. Das hat auch das renommierte Wirtschaftsmagazin Economist zu einem ausführlichen Artikel veranlasst:
“In 2008 one in six of the teenagers killed in car crashes in America was found to have been distracted, in one way or another, just prior to impact. Five years ago, the figure was one in eight. The authorities fear that the number of teenage deaths caused by distraction while driving is about to explode, given the variety of new gizmos about to invade the car.”
Junge Lenker sind also besonders durch Ablenkung und ganz besonders durch digitale Ablenkung gefährdet, weil viele von ihnen ihre Gadgets auch beim Autofahren benutzen. “Sicher etwas vom Dümmsten“, was ein Autofahrer tun könne, sei das Texten beim Fahren, schreibt der “Economist“.
Das kann man wohl sagen!
Eine Untersuchung des Virginia Tech Transportation Instituts hat nämlich gezeigt, dass sich das Risiko für einen Unfall oder einen Fast-Unfall durch Texten beim Fahren bis zu 23mal erhöht. Wer eine Telefonnummer wählt, ist bis zu sechsmal mehr unfallgefährdet. Auch ohne Gadgets kann man sich ablenken lassen; wer sich kämmt oder schminkt erhöht sein Unfallrisiko ebenfalls massiv.
In den USA sind das Telefonieren und das Schreiben von SMS längst nicht in allen Staaten verboten. Doch die Regierung hat das Problem erkannt und will mit dem guten Beispiel vorangehen. Das Telefon will man den Beamten im Dienstwagen trotz allem nicht verbieten, das Texten hingegen schon. Der Präsident hat die Anordnung persönlich vor wenigen Tagen unterschrieben. Was die Verbote bringen, wird sich zeigen. Meint einer der Kommentatoren zum Economist-Artikel: “Dummheit kann nun mal nicht per Gesetz bezwungen werden“.